Mittwoch, 8. Januar 2014

Mit gutem Beispiel voran.


Endlich wieder Zahlen! Nach der Weihnachtspause haben die Demoskopen wieder den Betrieb aufgenommen.
Forsa, das Institut, welches das Bundestagswahlergebnis am besten vorhergesagt hatte,  präsentiert wieder die Ergebnisse der Sonntagsfrage bezüglich der Bundestagswahl:
AfD und FDP bei 5%, Linke und Grüne haben auf je 10% zugelegt und die Sozen sind auf 23% zurück gekracht.
Glückwunsch Gabriel und Nahles.
Nach zwei Wochen in der Regierung habt ihr das desaströse knapp 26%-Ergebnis der Bundestagswahl schon wieder um drei Prozentpunkte abschmelzen lassen.
Aber verdient ist verdient.
Wer mit der CSU, der CDU und Merkels Minus-Moral am Tisch sitzt und mit vollen Hosen Pofalla und Seehofer machen läßt ohne sich ein Wort des Widerspruchs zu erlauben, hat es nicht besser verdient.

Wenn eine Partei wie die CSU gegen Europa und Ausländer hetzt, wünscht man sich, daß sich dagegen massiver Widerstand zu Wort meldet; daß jemand laut FÜR Europa eintritt und die Reisefreiheit gegen die Bräunliche hinter dem Weißwurschtäquator verteidigt.
Aber wer könnte das öffentlich tun?
Merkel äußert sich ja grundsätzlich nicht zu politischen Fragen.
Die SPD klappert vor der Europawahl mit den Zähnen und sonst ist da doch keiner an der Staatsspitze, dem FREIHEIT irgendwie wichtig wäre und der von Amtes wegen dafür da ist seine Stimme zu erheben.
Mir war irgendwie so, als gäbe es da irgendwo in Berlin ein großes Schloss, in dem früher mal dieser Billigheimer mit der Kartoffel im Mund wohnte, der sich dann aber mit seiner Frau zerstritt und nun finanziell abgebrannt und körperlich ob seiner schrecklichen Armut abgemagert Deutschlands Ehre und eine Oktoberfesthotelrechnung vor Gericht verteidigt.
Den Namen habe ich jetzt vergessen, aber kam nach dem nicht noch einer? Das war, glaube ich, ein Freund von Fipsi Rösler.
Aber das habe ich wohl falsch in Erinnerung. Jedenfalls fällt niemand der CSU in den Arm.
Obwohl.., nein, das stimmt nicht ganz.
Ausgerechnet die christliche-katholische Caritas nörgelt an der christlich-katholischen CSU rum.
Lustig, ausgerechnet die Organisation, die Menschenrechte nicht gelten läßt, die Frauen keine vollen Rechte zuerkennt, die Kindergärtnerinnen feuert, wenn die lesbisch sind und sowohl muslimische als auch jüdische Menschen gar nicht einstellt, mahnt die offenbar noch rückständigere CSU.

Ausgerechnet mit der katholischen Kirche ist die CSU zum Jahresbeginn in einen tiefen Konflikt geraten – über ihre migrationspolitischen Positionen, die sie auf der Klausurtagung in Kreuth diskutiert. Die CSU warnt vor Armutszuwanderung aus Südeuropa und will anlässlich der Öffnung des Arbeitsmarkts für Rumänen sowie Bulgaren am 1. Januar Ausländern den Zugang zum deutschen Sozialsystem erschweren. Eine gewichtige kirchliche Distanzierung davon wird sich am heutigen Mittwoch vollziehen – während die Tagung schon läuft: Dann wird der Deutsche Caritasverband in Berlin seine diesjährige Kampagne vorstellen, die den Titel trägt: "Weit weg ist näher, als du denkst."
[…] Die nächste Distanzierung steht dann in Kreuth selbst an: Denn am Donnerstagmorgen wird dort der Präsident des Deutschen Caritasverbands, Peter Neher, als geladener Gast mit den CSU-Politikern sprechen. Neher sagte, was er von der Wortwahl seiner Gastgeber in der Migrationsdebatte hält: "Inakzeptabel finde ich den oft zitierten Satz 'Wer betrügt, der fliegt.' Eine solche Verkürzung auf Sozialleistungsmissbrauch ist populistisch und birgt die Gefahr, Vorurteile zu verstärken." [….]  Ein "hässliches Wort" sei der Begriff "Armutszuwanderer", eine "Unterstellung". "Drei Monate lang nach der Einreise soll man keine Sozialleistungen bekommen dürfen. So will also eine Partei, die sich christlich nennt, mit Zuwanderern umgehen", sagte Hagenkord.

Da sich die ganz große Mehrheit der deutschen Politiker also nicht von den NPD-FPÖ-artigen Sprüchen der Regierungspartei distanzieren will, sollte man mal darüber nachdenken, was ein Deutschland ohne Migranten bedeutet.
Nämlich ein zusammengebrochenes Sozialsystem, ohne Nachwuchs und Beitragszahler. Außerdem würden ganze Branchen – insbesondere die Gesundheitsbrache – kollabieren.
Aber bevor die CSU es soweit kommen läßt, schlage ich ihr vor erst einmal mit gutem Beispiel voran zu gehen.
Wenn sie so besorgt über die Migration und die deutsche Kultur ist, sollte sie sich zunächst einmal damit befassen alle im Ausland lebenden Deutschen zurück zu holen.
Die Menschen werden begeistert sein.

Es gibt viel zu tun. Zu Millionen gehen Teutonen anderen um ihre nationale Kultur besorgten Konservativen auf den Sack.
Seehofer sollte die zuerst einmal heim ins Reich holen, um zu zeigen, daß es ihm ernst ist.

Österreich und die Schweiz leiden unter einer regelrechten Deutschenschwemme. Nahezu 50% der dortigen Studenten kommen aus Deutschland und parasitieren die gut ausgestatteten Unis.

In der Schweiz hingegen müssen [….] Deutsche als Buhmänner für Zuwanderungsdebatten herhalten. Gern wird zwischen Bern und St. Gallen die von der Boulevardzeitung „Blick“ formulierte Frage erörtert: „Wie viele Deutsche verträgt die Schweiz?“. [….] SVP-Politiker Christoph Mörgeli: „Warum arbeiten Deutsche als Fliegerärzte der Schweizer Armee? Sorry, hier hat's einfach Grenzen!“
[….] Rund 300 000 Deutsche leben derzeit in der Alpenrepublik. Mit einem Anteil von fast 16 Prozent unter den 1,8 Millionen Ausländern stehen sie insgesamt an zweiter Stelle hinter den Italienern, in der Deutsch-Schweiz gar an erster.

Immer mehr Piefkes kommen - und bleiben
Österreich hat einen attraktiven Arbeitsmarkt für Deutsche - immer mehr Arbeitnehmer überschreiten die ehemalige Grenze südwärts. Es sind schon lange nicht mehr nur Kellner, die in Tirol endlich einen Job finden. [….]
Heute stellen die aus dem Norden Eingereisten die größte Gruppe an Ausländern. Die Statistik Austria zählte mit Stichtag 1. Januar 2011 insgesamt 146.392 deutsche Staatsangehörige in Österreich - vor zehn Jahren waren es nur halb so viele. Knapp dahinter rangieren Migranten aus Serbien, Montenegro und Kosovo und auf Rang drei die Türken. Die meisten Deutschen haben sich in der Hauptstadt Wien und im Umland niedergelassen, aber auch in Tirol.
Eine große Gruppe von etwa 30.000 ist hier, um zu studieren. Doch mehr als 83.000 gebürtige Deutsche waren 2010 als Arbeitnehmer bei der österreichischen Sozialversicherung angemeldet, viermal so viele wie im Jahr 2000.

Der US-Zensus aus dem Jahr 2000 entwirft ein noch deutlicheres Bild: Mehr als 49,2 Millionen der beim Millenniumwechsel 282 Millionen Amerikaner (heute sind es rund 312 Millionen) geben an, von Deutschen abzustammen. Damit stellen sie die größte Einwanderer-Gruppe überhaupt. Auf genuin englische Wurzeln führen sich nur 26,9 Millionen US-Bürger zurück.

150.000 Deutsche machen bescheidene 0,25% der französischen Bevölkerung aus. In Frankreich sind 16,2 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre, der Anteil der unter 20-Jährigen liegt bei 25 Prozent (Stand: 2004). Wenn Sie nach Frankreich auswandern wollen, sollten Sie unbedingt alltagstaugliches Französisch sprechen. Die Toleranz der Franzosen gegenüber Fremdsprachen ist ... nicht gerade sehr hoch.


1.500.000 in Frankreich
260.000 in Italien
1.100.000 in Polen
1.000.000 in Kanada
6.000.000 in Brasilien
1.000.000 in Argentinien
800.000 in Südafrika
40.000 in Dänemark
2.000.000 in Russland
1.000.000 in Kasachstan

Deutsche okkupieren ganze Städte im Ausland, ohne jemals mit den Einheimischen in Kontakt zu treten.
CSU-Politiker wollten schon Mallorca als 17. Bundesland annektieren.
Aber auch an der Costa Brava machen sich teutonische Geronten breit. Sie verlangen aber, daß man deutsch spricht und wollen auch nur deutsch essen. Sie ignorieren das Land, in dem sie leben.

Umgekehrt leben nach neueren Schätzungen weit über 500.000 deutsche Staatsangehörige dauerhaft, das heißt länger als drei Monate im Jahr in Spanien. Knapp 10 Millionen deutsche Touristen besuchen jährlich Spanien.

Massenhaft dicke deutsche Rentner setzen sich auch in Portugal fest. An der Algarve ist es immer sonnig und billig. Sie müssen dort noch nicht mal Einkommensteuerbezahlen.

Sie kommen dort ebenso wie in türkischen Touristen-Orten oder Lloret de Mar, oder Rimini oder Mallorca ganz ohne Fremdsprache aus. Sie wollen und werden von der einheimischen Kultur verschont. Man spricht deutsch, ißt Schwarzbrot und Sauerkraut, Man empfängt RTL und liest BILD.

Wenn Seehofer die Millionen alle zurückgeholt hat, sprechen wir noch mal über den Zuzug von Südeuropäern nach Deutschland.



NACHTRAG:

Habe ich erst nach meinem Text entdeckt:

Sie wollten solchen Extremisten nur das Wasser abgraben, beteuern CSU-Vertreter, man müsse die Ängste der Menschen vor Zuwanderung auch ansprechen. Aber in Wahrheit plappern Seehofers Getreue die platte Polemik der ganz Rechten in der Hoffnung nach, Wählerstimmen einzusammeln.
Die brandgefährliche Folge: Argumente der Populisten verfestigen sich im öffentlichen Diskurs, ähnlich wie die amerikanische Tea Party half, Steuererhöhungen zum Tabu zu erklären. Diese Entwicklung ist aber in Europa noch brisanter als in den USA, weil dort das Staatssystem selbst nie in Frage steht. Sogar Tea-Party-Aktivisten zweifeln selten am Sinn der Vereinigten Staaten von Amerika.
Wer aber spricht bei uns für Europa und dessen Werte, wenn sie massiv unter Attacke geraten? Kanzlerin Angela Merkel hat dies bislang nicht getan, Bundespräsident Joachim Gauck ebenso wenig. Dieses Schweigen - womöglich verstärkt von Bürgern, die bei der Europawahl nicht einmal wählen gehen und so Extremisten stärken - ist dröhnender als das CSU-Gebrüll.


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