Samstag, 22. Februar 2014

Franz outet sich – Teil IV

Selbst die Süddeutsche Zeitung, die üblicherweise alle Katholiken-Themen vom frommen, papsttreuen Katholiken Mathias Drobinski in seinem Sinne schreiben läßt, stufte den argentinischen Pontifex heute zähneknirschend vom Revolutionär zum bloßen Reformer herunter. Immer mehr outet sich Franz als Vertreter der alten konservativen und unangenehmen Linie. Neue Kardinäle kreiert er wie all die ultrakonservativen Papas vor ihm.

Sie werden leuchtend rote Talare tragen und dem Papst Gehorsam bis zum Blutvergießen geloben, die 19 Männer, die Franziskus an diesem Samstag im Petersdom in den Kardinalsrang erhebt. [….] Kardinal zu sein sei nicht Auszeichnung, sondern Dienst, hat Franziskus ihnen vorgehalten. [….] Bestätigen die Kardinalsernennungen also den Papst als Kirchenrevolutionär, wie ihn viele in Europa und besonders auch in Deutschland gerne sähen? Dies zu behaupten wäre übertrieben. Auch aus der Kurie in Rom kommen neue Kardinäle, unter ihnen der noch von Benedikt XVI. eingesetzte Präfekt der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller. Der ehemalige Bischof von Regensburg wird in Deutschland gern als großer, konservativer Gegenspieler eines liberalen Papstes angesehen. [….]

Mit den neuen Kardinälen Gerhard L. Müller und Ricardo Ezzati Andrello erhob Franz zwei in den zweithöchsten Stand, die dezidiert gegen die Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch durch ihre Priester gearbeitet haben. Zwei Ex-Bischöfe, die vertuschten und die kinderfickenden Pädo-Priester protegierten.

Was man von des Papstes demonstrativ geforderter Bescheidenheit zu halten hat, demonstrierte der oberste Hüter der Glaubensleere und die Nummer Drei in der Hierarchie der 1,2 Milliarden Katholiken eindrucksvoll zu seiner Kardinalserhebung: Nichts.

Diesen Samstag wird Gerhard Ludwig Müller, dieser oft unnachgiebige, fast zwei Meter große Mann ausnahmsweise in die Knie gehen – und er wird es gerne tun. Als Erzbischof wird er sein Haupt neigen, mit dem purpurroten Birett wird er sich wieder erheben. Als einer von 19neuen Kardinälen wird Müller, 66, dann den vorläufigen Höhepunkt seiner steilen Kirchenkarriere erreicht haben. Der Präfekt der katholischen Glaubenskongregation rückt in den Kreis derer auf, die den Papst wählen dürfen.
Dieser Ruhm, finden seine Getreuen in Regensburg, färbt zweifellos auch auf das Bistum ab, dem Müller zehn Jahre „in segensreichem und unermüdlichen Wirken“ vorstand, wie sein Nachfolger Rudolf Voderholzer in seiner Gratulation betont. Als einer der wichtigsten Diener des Papstes sei Müllers Kardinalserhebung „ein weltkirchliches Ereignis“, erklärt Bistumssprecher Clemens Neck. Dieses gebührend zu feiern sei nur verständlich. Doch gerade daran regt sich Kritik.
Etwa 600 Gäste werden Müllers Ehrentag in Rom begehen, womöglich sogar bis zu 1000. Gefeiert wird mit Weißwürsten und Leberkäse, mit Fleischpflanzerl und Obatzda, mit Wurstsalat, Steaks und Backschinken. Das Freibier – mehrere hundert Liter – kommt von der im Regensburger Bistumsbesitz befindlichen Brauerei Bischofshof, die den emeritierten Papst Benedikt XVI. während des Jahres mit Limonade versorgt. Für die Brauerei sei die Lieferung eine Ehre wie auch ein Marketinginstrument, sagt Direktor Hermann Goß. Müller habe bereits im vergangenen Jahr gefragt, ob er im Fall der Fälle auf ihn zähle könne. Er konnte. [….]
So mancher in Regensburg [fragt], ob es dem Kardinal nicht besser anstünde, seine Erhebung in kleinerem Rahmen zu feiern? Von Narzissmus ist die Rede, von schlechtem Beispiel. Zu den Kritikern gehören gestandene Katholiken, sogar Mitarbeiter der Diözese. Sie alle verweisen auf den neuen Papst Franziskus, der seine argentinischen Mitbrüder gebeten hatte, nicht zu seiner Amtseinführung zu kommen, sondern das Reisegeld lieber den Armen zu spenden.
(Wolfgang Wittl, SZ vom 22.02.2014)

  
Ein anderer äußerst bescheidener Bischof, der wie einst Diogenes leben wollte und lediglich 40 Millionen Euro für kleinere Umbauten ausgab, ist ein echter Protegé des neuen bayerischen Prachtkardinals.
Für Edelsteine, Prunk und Protz hat TVE einen siebten Sinn und so demonstrierte der Limburger Lügner, was des Papstes Worte, die ihm den Rückzug in ein bayerisches Kloster befahlen, bedeuten: Ebenfalls nichts.

Im Petersdom hat Papst Franziskus 19 Kardinäle gekürt. Viele von ihnen kommen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Für Begeisterung sorgte der Besuch des zurückgetretenen Papstes - und auch Bischof Tebartz-van Elst wurde gesehen.
[….]  Beim Einzug gab es eine kurze Umarmung der beiden Päpste. Die offizielle Begrüßung übernahm dann der neue Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin: "Wir grüßen mit Zuneigung und Ehrerbietung den emeritierten Papst, Seine Heiligkeit Benedikt XVI., und sind froh über seine Anwesenheit unter uns." An dieser Stelle gab es lang anhaltenden Beifall für den Papst im Ruhestand - obwohl im Vorfeld ausdrücklich darum gebeten worden war, die Feier nicht mit Applaus zu unterbrechen.
[….]  Die Einsetzung der Kardinäle ist eine der feierlichsten Zeremonien, die die römische Liturgie kennt. Jeder Kandidat trat einzeln vor den Papst und erhielt als Zeichen seiner neuen Würde Kardinalshut und Kardinalsring. Die Kardinäle versprachen dem Papst und der Kirche Gehorsam und Treue  - "notfalls bis zum Blutvergießen".[….]  Gesetzt war auch der deutsche Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. Er erläuterte: "Schon bei der ersten Audienz hat der Heilige Vater mir eröffnet, dass ich bei der nächsten Kardinalskreierung dabei sein werde. Das ist verbunden mit dem Amt des Präfekten der Glaubenskongregation."
[….]  Müller ist der vatikanische Cheftheologe. Der 66-Jährige vertritt in Fragen der Lehre und Moral eine konservative Linie. In seinem ehemaligen Bistum Regensburg ist er damit immer wieder angeeckt. [….]  Dass beim Gottesdienst zu Müllers Kardinalsernennung auch Benedikt XVI. anwesend war, ist ein besonderes Zeichen. Er hatte Müller 2012 von Regensburg nach Rom geholt.
Bei der anschließenden Feier im Innenhof der Glaubenskongregation wurde noch ein Überraschungsgast gesichtet: der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Dem hatte Papst Franziskus eine Auszeit verordnet.

TVE reiste mit der ultrakonservativen, homophoben Gänswein-Vertrauten Gloria von Thurn und Taxis.


Mit dem mächtigen Trio an seiner Seite kann TVE eigentlich nichts passieren.
 Doppelpapst-Haushälter Gänswein, Moral-Chef Müller und Milliardärin Fürstin Gloria dürften deutlich mehr Einfluß im Vatikan haben, als das gemeine Volk der Gläubigen in Limburg.
Geld und Protz regieren immer noch im Vatikan und der jüngere Papst unterstützt das offenbar genau wie der Ältere.



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