Dienstag, 1. Juli 2014

Impudenz des Monats Juni 2014


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Die Auswahl dieses Frühsommers war wieder riesengroß, aber es ist an der Zeit VOLKER KAUDER mit diesem Titel zu beehren!

Kauder kennt Ihr nicht? Macht nichts; erklär‘ ich Euch.

Der stramm konservative und fundamentalchristliche CDU-Fraktionschef im Bundestag hat anders als seine rechten Freunde Merz, Koch und Co verstanden wie man in der CDU des 21. Jahrhunderts Karriere macht: Bedingungslose Loyalität zu Angela Merkel.
Die Kanzlerin mag zwar gelegentlich den Eindruck erwecken sie lutsche all die ultrakonservativen Herzensangelegenheiten rund, aber das stimmt nur halb. Denn sie sichert überhaupt erst den Einfluss der CDU auf gesellschaftliche Entwicklungen. Bei allen „soften Themen“ wie Homoehe, Marihuana-Freigabe, Frauenmitbestimmung, Pille Danach, PID, Privatisierung der Wasserversorgung, TTIP, Schwangerschaftsunterbrechung, assistierter Suizid und Patientenverfügung sind die Mehrheiten im Volk längst liberaler als es die CDU ist. Würde das Volk nach diesen Kriterien wählen, befände sich die Union marginalisiert in der Opposition.
Es ist Merkel, die in Wahrheit der letzte Anker ist, um den gesellschaftlichen Fortschritt noch aufzuhalten.
Sie garantiert dafür, daß Deutschland wie verrückt Waffen exportiert, Gen-Pflanzen zulässt und Schwule weiterhin diskriminiert!
Umfragen zeigen in allen diesen Punkten einen ganz anderen Willen der Majorität. Nur Merkel behält einen Fuß im Mittelalter. Und Kauder weiß das. Deswegen robbt er sich möglichst dicht heran an die starke Frau im Kanzleramt.
Denn Kauder braucht einen starken Verbündeten, um seine persönlichen Anliegen durchzubringen.
Volker und Siegried Kauder sind die legendären „Waffenbrüder des Bundestags“ (Siegried hat sich allerdings 2013 ins Aus manövriert).
Waffenexporte sind höchst unpopulär im Volk und es erfordert schon enormen Einfluss so nachhaltig Tod, Folter und Verstümmelung zu exportieren wie Volker Kauder.





Kauder ist ein vorbildlicher Christ – ganz im Sinne seiner blutrünstigen Religion, die Tausende Jahre Erfahrung mit Waffensegnen und Kriegstreiberei hat, schmeißt sich der CDU-Mann ganz auf die Seite der Killerkonzerne, die Not und Elend in der Welt erst möglich machen.

Dieses Verhalten ist schon lange Kauder-Prinzip. In diesem Blog wird das seit sieben Jahren dargelegt.

Mit Volker Kauder, in dessen Wahlkreis Heckler und Koch liegt, hat die Firma bislang immer einen gewichtigen Fürsprecher gehabt. Einen Zusammenhang zwischen hohen Parteispenden an die CDU in Baden-Württemberg und Kauders Hilfe hat Heckler und Koch immer bestritten. Kauder schreibt auf seiner Website: »Ich unterstütze die heimische Industrie besonders in allen Fragen, in denen der Bund gefragt ist. Bei der Abwicklung von Exportaufträgen helfe ich gerne.«
Report Mainz berichtete just erneut darüber, wie wesentlich die Baden-Württemberger Sadisten mit den Blackwater-Untermenschen kooperieren.
Dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen Ströbele geht dabei verständlicherweise die Galle hoch:

»Es ist skandalös. Und nicht hinnehmbar, dass eine deutsche Waffenfirma mit einer solchen Söldnertruppe der Gesetzlosen zusammenarbeitet. Ganz offensichtlich eine Partnerschaft gegründet hat, weitere Waffen entwickeln will, obwohl sie wissen muss, dass diese Firma im Irak an der illegalen Tötung von Menschen beteiligt ist.«

Heckler und Koch wäre wohl nie in die Liga der fünf größten Produzenten von Feuerwaffen auf der Welt aufgestiegen und würde nicht mit 88 Empfängerländern deutscher Exportmeister sein, wenn man sich dort um Moral und Frieden bemühte.
Allein das Sturmgewehr G-3 wurde in zehn Millionen Exemplaren gebaut und in 47 Staaten exportiert. Und die Maschinenpistole MP-5 ist wegen ihrer Präzision die bevorzugte Waffe von Spezialeinheiten.
Ich bin wirklich entzückt darüber wie sich Deutschlands Waffen-Export unter der Regentschaft der christlichsten aller christlichen Merkels so entwickelt.
Vielen Dank – da kommen wir so sympathisch rüber in der Welt – irgendwie muß sich doch das zur Abwechslung mal GUTE IMAGE VON DEUTSCHLAND, das Schröder und Fischer aufgebaut hatten, zerstören lassen.
Dafür liebt der deutsche Urnenpöbel seine Kanzlerin.

Nach dem Amoklauf von Winnenden war es Volker Kauder, der sich sofort gegen eine Verschärfung des Waffenrechts aussprach. Die milliardenschwere Waffenlobby kann sich stets auf ihren besten Lobbyisten verlassen.

A propos - was sagt denn eigentlich unser oberster Heckler und Koch-Propagandist Volker Kauder, im Nebenberuf CDU-Fraktionsvorsitzender, zu dem heutigen Amoklauf?

Statt "eilig über die Verschärfung der Waffengesetze" zu diskutieren, muss erstmal geklärt werden, was passiert ist und wie der Amokschütze an die Waffen kommen konnte", sagte der CDU-Politiker.

Honi soit qui mal y pense .....

Kauders Interessen sind aber breiter gestreut. Wenn er nicht frömmelnd oder bellizistisch beschäftigt ist, versucht er sich auch in dumpfen Nationalismus und lässt seinen Ressentiments gegen Ausländer freien Lauf.
Lange bevor sich Cameron mit Merkel über die Personalie Juncker zerstritt, polterte Kauder schon gegen die Briten, erklärte er man spreche in Brüssel wieder deutsch und tat alles dafür den englischen Antieuropäismus zu schüren.

Wie man Freunde verkaudert!
Volker Kauder hat mit harschen Worten Großbritannien verprellt - und nimmt in Kauf, dass Premier Cameron an diesem Freitag womöglich "entsprechend aufgeladen" zum Staatsbesuch nach Berlin kommt. Die Briten sind dagegen stinksauer: Kauder schürt die alte Angst vor den Deutschen. Für die Kanzlerin wird das Treffen damit umso schwieriger. Offenbar hat niemand Volker Kauder auf die Schnelle erklären können, welchen außenpolitischen Schaden er mit seinen Äußerungen über Großbritannien anrichtet. Vielleicht hat der CDU/CSU-Fraktionschef auch schlicht Gefallen daran gefunden, am Mittwoch in allen britischen Blättern zitiert zu werden.
Jedenfalls legte er gleich nach und sagte, er habe sich Großbritannien nicht ohne Grund mal "vorgenommen". Jetzt sollten die Briten "nicht so sensibel sein", Veränderungen in Europa seien nun mal nötig. Kauder hatte gesagt, man werde Großbritannien "nicht durchgehen" lassen, nur auf den eigenen Vorteil zu schauen. Er klang regelrecht erfreut, als er später feststellte, es könne gut sein, dass der britische Premier David Cameron an diesem Freitag "entsprechend aufgeladen" zum Staatsbesuch nach Berlin komme.
Entweder verfolgt Kauder einen Plan, dessen Genialität bisher nur er allein durchschaut, oder er weiß erschreckend wenig über den Nachbarn von der Insel. Im vergangenen Jahr haben Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "sehr ehrliche und offene Partnerschaft" vereinbart. Sollte Kauder das so verstanden haben, dass man den Briten jetzt mal richtig die Meinung geigt, so liegt er denkbar weit daneben. Auch die besonnenen britischen Kommentatoren sind stinksauer. Der prinzipiell Deutschland-freundliche Historiker Timothy Garton Ash schlug im Guardian, ausgehend vom Wort "Kauderwelsch", die Einführung eines neuen Verbs vor: kaudern, oder "to kauder". Bedeutung: die Überführung des Stammtisch-Gelabers in die politische Debatte. Kauder hat sich nicht bloß im Ton vergriffen, er hat die Debatte über Europa in Großbritannien weiter emotionalisiert. Das Thema ist ohnehin ein schwieriges im Land, und dann kommt ein Deutscher daher, maßregelt die Briten, begeht auch noch den Fauxpas zu sagen, es werde nun Deutsch gesprochen in Europa. Ein schlimmeres Bild gibt es nicht in Großbritannien. Es ist das Bild des hässlichen Deutschen, der, so absurd das klingt, nach der Macht greift. Dass der Unionspolitiker seine Äußerungen mit der Bemerkung abrundete, man solle jetzt mal nicht so empfindlich sein, kann auf der Insel nur als Zynismus aufgefasst werden.
(Christian Zaschke 18.11.11)

Der hässliche Kauder befürchtet womöglich auch trotz seiner ostentativen Merkelschleimerei als zu harter Hund eines Tages aussortiert zu werden.
Daher wird sein Einsatz für die Kirche und Christen immer extremer.
Dabei hält sich die Impudenz des Monats Juni 2014 streng an seine Maxime sich möglichst nie seine Meinung von Fakten verwirren zu lassen.


Die radikalen Evangelikalen sind für ihn nur „fröhliche und engagierte Christen“.


Homofeind Kauder





Und Kauder ruft zum Gebet gegen Christenverfolgung auf.


Um den Islam zurück zu drängen, müsse die Kirche viel mehr missionieren.

Ganz besonders dreist log Kauder erst im Juni 2014, als er das Christentum als Garant gegen Nationalsozialismus und als Quelle der Menschenrechte darstellte.


Und so weiter und so fort.
Man könnte fast meinen, Kauder sei Missionar, wenn da nicht sein Nebenjob als Politiker und Waffennarr wäre.

Kauder ist aber auch sonst ein treuer Erfüllungsgehilfe der Großindustrie, wenn sie nur schädlich genug daher kommt.
Es war Volker Kauder, der unter allen Umständen nach der Bundestagswahl 2009 eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke durchsetzen wollte. Er schreckte nicht davor zurück auch Parteifreunde fertig zu machen, um das Atom-Oligopol glücklich zu machen.

Beim Atomoligopol stehen noch viel gewaltigere Gewinnsummen auf dem Spiel - umso heftiger ist die Bundesregierung bemüht sie vor lästiger Konkurrenz zu schützen.

Ein Effekt der schwarzgelben Atombeglückungsgeheimverträge wird bisher wenig beachtet - ist aber Gold wert für EnBW, Vattenfall, RWE und E.on:
Durch die mauschelige Vorgehensweise am Bundesrat vorbei, die sogar von der Regierung beauftragte Experten, wie Ex-BVG-Präsident Papier für verfassungswidrig halten, wird es eine Flut von Klagen geben.
CDU-Fraktionschef Kauder wollte zwar ganz gerne Papier stilllegen, aber das gelang nicht so recht.

Wenn Volker Kauder keine Argumente hat, sollte er besser den Mund halten, statt anderen den Mund verbieten zu wollen, deren Meinung ihm nicht passt. Der Umgang Kauders mit Hans-Jürgen Papier lässt ein Mindestmaß an Anstand vermissen. Die Bundesregierung hat Professor Papier selbst beauftragt, die Verfassungsmäßigkeit von Laufzeitverlängerungen zu prüfen. Jetzt soll er mundtot gemacht werden, weil das Ergebnis seines Gutachtens Schwarz-Gelb nicht gefällt.
Die Bundesregierung hat bis heute kein inhaltliches Gegenargument gegen das Rechtsgutachten von Professor Papier vorgebracht. Im Gegenteil: Das Rechtsgutachten des Bundesinnenministeriums spricht selbst von einem "nicht unerheblichen verfassungsrechtlichen Risiko" der Regierungspläne. Herr Kauder greift zu persönlichen Angriffen, weil er keine juristischen Argumente hat, um die Verfassungswidrigkeit des Vorgehens der Bundesregierung zu überdecken.
Unter Staatsrechtlern teilt eine deutliche Mehrheit Papiers Auffassung, dass Laufzeitverlängerungen ohne Zustimmung des Bundesrates verfassungswidrig sind. Zu diesem Ergebnis kommen neben Professor Papier auch Professor Wieland aus Speyer, Professor Ewer aus Kiel, Professor Windthorst aus Bayreuth, Professor Pestalozza aus Berlin und viele andere mehr. Sollen die Herrn Kauder zuliebe jetzt auch alle den Mund halten?
(PM der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen NR. 1087 vom 16. September 2010)

Das Bundesverfassungsgericht wird die Entscheidung frühestens 2012 treffen und dann stehen schon bald wieder Bundestagswahlen an.
Nach derzeitigem demoskopischen Stand wird es dann andere Regierungsparteien geben, die sich die Atommolochopolisten erneut zu Brust nehmen werden.

Bei seinem emsigen Lobbyismus für das Böse und Schlechte in dieser Welt vergißt Volker Kauder allerdings gelegentlich die Tagespolitik.
Unter anderem ist ihm auch entfallen, daß er es war, der ganz wesentlich den aktuellen Koalitionsvertrag ausgehandelt und über die Ministerposten entschied.
In dem bekannten Machwerk, über das ich als SPD-Mitglied mit abstimmte, steht viel Vages, viel Sinnfreies.
Es stehen auch einige sehr konkrete Gesetzesvorhaben der SPD drin.
Was vergessen wurde, sind die konkreten Pläne der CDU.
Das ist allerdings nicht verwunderlich, denn bis heute kennt niemand die Absichten der CDU – außer, daß sie dagegen ist, daß die SPD zu viel bestimmt.

Leider sind die CDU-Minister der schwarzroten Koalition von 2013 bisher alle durch Abtauchen, Wegducken und Winterschlaf aufgefallen, während die sechs Sozis zumindest überhaupt arbeiten.

Statt nun als Fraktionschef seine eigenen Leute mal auf Trab zu bringen, beschwert sich der waffenstarrende Christ Kauder nun aber bei der SPD darüber, weil diese nicht auch die CDU-Politik durchführe.

Das ist in der Tat der abstruseste Vorwurf, den ich seit Langen gehört habe.
Ein durch eigene Tatenlosigkeit Erfolgloser beklagt sich bei den Aktiven!
Die CDU tut nichts und daran ist die SPD Schuld.

CDU-Fraktionschef Volker Kauder hat nach Informationen des SPIEGEL mit ungewöhnlich scharfen Worten Vertragstreue beim Koalitionspartner SPD eingefordert: "Jetzt langt es aber mal!", rief er die Genossen zur Ordnung. "Ich erwarte, dass Anliegen von uns mit dem gleichen Nachdruck betrieben werden wie Anliegen der SPD", sagte Kauder beim Koalitionsfrühstück am Dienstagmorgen in Berlin.

Wenn nicht durch die große Korruptions-WM in Brasilien ohnehin alles unterginge, müßte Kauder jetzt an den Talkshow-Pranger gestellt werden und wochenlang kollektiv ausgelacht werden.

Wie Kauders Christenpositionen schon bewiesen, fand bei ihm eine RFR („Realitäts-Fiktions-Rochade“) statt.

Er beklagt sich bei den Arbeitenden über die Nichtarbeitenden. Die CDU kann sich trotz ihrer gewaltigen Mehrheit nicht durchsetzen und daran ist laut Kauder die SPD Schuld.

Zwar murren manche in der Union seit Monaten: Man habe die Bundestagswahl klar gewonnen, doch im Regierungsalltag wirke die Union blass, ohne eigene Handschrift und wie der kleine Partner der SPD, heißt es in der zweiten, dritten Reihe der Abgeordneten. […] Heikel ist die Lage bei den Plänen zu Prostitution, Kinderpornografie oder Frauenquote. Alles Vorhaben von Maas und der SPD-Familienministerin Manuela Schwesig – aber auch alles Themen, die zentral für das konservative Profil der Union sind. Die damit befassten Unions- experten haben inzwischen den Eindruck, dass sie zwar zu Gesprächen geladen werden und ihre Ideen vortragen dürfen – am Ende aber jedes Mal abblitzen. Die Unions-Innenpolitiker wiederum fürchten eine Schlappe dort, wo es besonders wehtut – in der Zuwanderungspolitik. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass sich in Deutschland geborene Kinder von Ausländern künftig nicht mehr bis zum 23. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden müssen. Für viele in der Union ist diese Liberalisierung eine Zumutung. […] Noch versucht SPD-Chef Sigmar Gabriel, den Koalitionsfrieden zu wahren. Seinen Freund Martin Schulz als EU-Kommissar opferte er kampflos, nachdem Merkel ihm die Stimmung in der Union verdeutlicht hatte. Auch beim jüngsten Streit um die Regenbogenflagge der Schwulen- und Lesben-Bewegung vor drei SPD-Ministerien lenkten die Sozialdemokraten ein. Die Fahnen wurden eingezogen. Dass es knirscht im Gebälk, erkennt die SPD-Spitze also auch. „Das Klima hat sich verändert“, sagt ein SPD-Spitzenmann. „Die von der Union wollen jetzt auch mal ihre Projekte aus dem Koalitionsvertrag umsetzen. Ihr Problem ist nur: In dem Vertrag steht kaum was drin.“ Tatsächlich haben auch CDU-Chefin Merkel und Kanzleramtschef Peter Altmai- er keine Gegenstrategie. […]  Der Grundfehler, das räumen selbst Unionsregierungsmitglieder ein, wurde während der Koalitionsverhandlungen ge- macht. „Ich verstehe nicht, warum wir der SPD alle Ressorts mit gesellschaftspolitischen Themen überlassen haben“, klagt ein CDU-Kabinettsmitglied. […]
(DER SPIEGEL 27/ 2014 s. 28 f.)


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