Dienstag, 26. Mai 2015

Wer stehen bleibt, verliert. Teil II


Arme Angie.
Was zehn Jahre wunderbar funktionierte, muß nicht unbedingt weiterhin so unproblematisch klappen.
Wir haben jetzt mehrere Wahlen erlebt, die mit unvorhergesehenen „Rucks“ endeten: Griechenland, Spanien, Polen – da hatte sich jeweils offensichtlich ein enormes Potential der Unzufriedenen entladen.
Und auch Irland, das katholisch-konservativste Land Europas fällt unter die Ruckrubrik: Hohe Wahlbeteiligung und 62% voten für die komplette Gleichstellung Lesben und Schwuler.

Merkels Mikado-Methode; wer sich zuerst bewegt verliert; stößt offensichtlich an Grenzen, wenn ihre Partei nun als einzige Verbündete noch die Kinderfickerfreundlichen zölibatären DBK-Kleidchenträger hat, die selbst bei engagierten Kirchgänger als vertrocknete, verklemmte und bigotte Altherrenrunde gilt.

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben Forderungen nach einer Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften zurückgewiesen. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, sagte am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn, die Forderung nach einer Gleichstellung von Ehe und Lebenspartnerschaften gehe zu weit.
(Kathnet 26.05.15)

Merkels Pfund ist das Grundvertrauen, das sie bei ihren Wählern genießt.
Aber auch diese Ressource verbraucht sich gegenwärtig wie bisher noch nie.

Natürlich war Merkel noch nie vertrauenswürdig. Das beweisen ihre Umfrage-gestützten Meinungsschwenks hinlänglich.
Sie hat es aber geschafft nur noch als außerpolitisches Wesen rezipiert zu werden. Die Majorität der Deutschen geben nie Merkel die Schuld, wenn wieder einmal ein politischer GAU eingetreten ist.
Verschwurbelte Sinnlossätze, die Gabriel gar nicht überleben würde, kann sie kontinuierlich absondern, ohne daß man ihr auch nur den Vogel zeigt.


Aber mogeln, mauscheln, mäandern wird ihr deswegen nicht angekreidet, weil das keinem Merkel-Bild grob widerspricht, das sich ihre Wähler gemacht haben könnten. Es fällt gar nicht auf; schadet also auch nicht.
Die handfesten Lügen, derer sie nun häufiger überführt wird, sind hingegen ein Fremdkörper in der diffus wabernden Vorstellung, die sich der halbeingeschlafene Urnenpöbel von ihr macht.

Merkel ist das offensichtlich bewußt und so versucht sie ihre krassen Lügen a posteriori so zu verwischen, daß sie nur noch als Ungenauigkeit wirken.
Das beste Beispiel dafür ist die Worthülse Merkel habe „nach besten Wissen und Gewissen“ entschieden, wie es ihr erbärmlich devoter Epigone Seibert immer wieder vorträgt. Klingt gut, sagt aber inhaltlich gar nichts aus.
Hat sie bewußt getäuscht oder nicht?
Hat ihr Haus die ureigene Aufgabe der Geheimdienstkontrolle einfach nur grottenschlecht und fahrlässig durchgeführt, oder war man sogar mit im Boot bei den illegalen Aktionen?
Hat Merkel gewußt, daß der BND die französische Regierung und deutsche Firmen ausspionierte, wäre es eine diplomatische Katastrophe und eine glatte Kanzlerinnenlüge.
Hat sie es NICHT gewußt, wäre das aber sogar noch schlimmer, weil das bedeutete, daß sie seit Jahren ihrer Kernaufgabe nicht gewachsen ist.

Aussitzen kann man viel, aber Merkels dreiste Lügen werden nun zunehmend zum Gegenstand von Comedy und geraten so in die Mainstreamwelt.
Kaum jemand hat noch nicht die Clips von ihrer Maut-Lüge oder der Abhör-Lüge gesehen.


Das gräbt sich ins Gedächtnis ein.


Das inzwischen legendäre Recherche-Trio aus NDR, SZ und WDR strikes again  und weist der Kanzlerin erneut eine klare Lüge nach.

[….] Vor der öffentlichen Verkündung eines angeblichen Angebots für ein No-Spy-Abkommen hatte die Bundesregierung keine solche Zusage von der US-Regierung bekommen. Das ergibt sich aus neuen Unterlagen aus dem Kanzleramt, die Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR einsehen konnten. Danach wussten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der damalige Außenminister Guido Westerwelle im August 2013, dass die US-Regierung die Bitte nach einem solchen Abkommen lediglich zu prüfen bereit war. Eine Zusage aber gab es nicht.
Dennoch verkündete der damalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla kurz darauf öffentlich, dass die US-Seite den Abschluss einer solchen Vereinbarung angeboten habe. Weitere Vertreter der Bundesregierung äußerten sich in den Wochen danach in ähnlicher Art und Weise. Die Bundeskanzlerin ließ ihren Sprecher sagen: "Es wird ein No-Spy-Abkommen geben."
Am 5. August 2013 hatte eine deutsche Delegation in Washington mit hochrangigen amerikanischen Geheimdienst-Vertretern gesprochen. Zwei Tage später wurde die Kanzlerin in einem Vermerk über den Stand der Dinge informiert. Das Dokument enthält die handschriftliche Notiz: "Lag der Bundeskanzlerin vor."
Dieses Schriftstück, das jetzt erstmals öffentlich wird, verändert die bisherige Sichtweise auf die Affäre. [….]

Die meisten Deutschen wissen nach wie vor nicht wofür Merkel inhaltlich steht, weil sie als riesige dunkle Amöbe auf dem Polit-Koordinatensystem herumgleitet.
Aber ein Etikett kann man ihr inzwischen getrost anheften:
Merkel ist eine Lügen-Kanzlerin.

 Die schwarzgelbe Bundesregierung hatte im Bundestagswahlkampf 2013 erklärt, man werde ein No-Spy-Abkommen mit den USA schließen. Dabei wusste das Kanzleramt, dass es keine derartige Zusage aus Washington gab. Laut einem Aktenvermerk, über den die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wusste auch Kanzlerin Merkel persönlich davon.


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