Freitag, 23. Oktober 2015

Nächstenliebe 2015

Der neueste Hype ist das Veröffentlichen von „Faktenchecks“ zur „Flüchtlingskrise“.
Man will menschliche Schicksale in Zahlen fassen, errechnen was das kostet, ob es „uns was bringt“.
Sehr praktisch für die Xenophoben der C-Parteien, denn so können sie sich hinter pseudo-objektiven Floskeln verstecken und sich als „Stimme der Vernunft“ inszenieren.
So müssen sie aber insbesondere nicht laut aussprechen, was ihre eigentlichen Beweggründe sind: Tumbes Deutschtum und Fremdenfeindlichkeit.


Dabei ist doch die Haupterrungenschaft unserer demokratischen Gesellschaft, daß wir die Menschen eben nicht nur als ökonomische Kenngrößen betrachten.
Rein ökonomisch betrachtet wäre es auch sinnvoll Rentner einzuschläfern und Behinderte zu ersäufen.
Aber wir haben es glücklicherweise gelernt, daß JEDER Mensch eine unantastbare Würde hat, daß man sie eben nicht wie zu den christlichen Zeiten der Leibeigenschaft nach Belieben quälen und fremdbestimmen darf.

Schon allein aus grundlegenden moralischen Erwägungen obliegt es uns also auch 95-Jährige oder geistig Behinderte aufzunehmen.
Menschen an sich „kosten“ und sind unter rein ökonomischen Aspekten negativ.

BTW; es ist unfair wie sich jetzt 99% der Comedians auf Sigmar Gabriels angeblich so pampige Antworten im Schausten-Interview stürzen.
In Wahrheit war diesmal ER völlig im Recht, weil sie ihn immer wieder reißerisch auf eine Flüchtlings-Obergrenze festnageln wollte. Der Vizekanzler wies das RICHTIGERWEISE von sich, belehrte die ZDF-Frau, daß man so eine Grenze nicht nennen könnte und regierte schließlich ungehalten, als diese tumb immer weiter bohrte.
Man kann rechtlich keine Obergrenze von beispielswiese einer Million Menschen pro Jahr setzen und dann dem Einemillionundeinsten sagen, er hätte leider Pech gehabt und ihn dann zum Geköpft-werden nach Syrien zurückschicken.


Frau Merkel hat es schon vor über einem Monat klar gesagt: Das Asylrecht ist ein Grundrecht in unserer Verfassung  - Artikel 16a - und somit kann es gar keine „Obergrenze“ geben. Was auch immer man von Frau Merkel halten mag, aber hier ist sie im Recht!

Grundrechte werden in Deutschland in der Bundesverfassung und in einigen Landesverfassungen gewährleistet. Im Grundgesetz sind die Grundrechte im gleichnamigen I. Abschnitt (Artikel 1 bis 19) verbürgt. Sie sind subjektive öffentliche Rechte mit Verfassungsrang, die alle Staatsgewalten binden.
(Wikipedia)

Es kommen aber weitere Argumente hinzu.

1.   hat Deutschland eine bekannte Geschichte als Haupt-Fluchtverursacher und Genozid-Staat.
2.   sind wir auch heute für viele Fluchtursachen direkt verantwortlich und
3.   sind die Flüchtlinge eben kein „Verlustgeschäft“, sondern ein Segen für Deutschland.

Natürlich ist es unter rein ökonomischen Aspekten unbedingt erforderlich den hier Ankommenden so schnell wie möglich Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewähren und Sprachkurse anzubieten.

Hier versagt Merkels Regierung vollständig und umfassend.
Heute in Deutschland ankommende Flüchtlinge erhalten den frühsten Termin beim BAMF, um überhaupt einen ANTRAG auf Asyl stellen zu können, im Spätsommer 2016.
Danach dauert es weitere Monate bevor eine Arbeitserlaubnis erteilt werden kann.
Gebildete und motivierte Menschen sind also dazu verdammt anderthalb Jahre untätig rumzusitzen und der Innenminister empört sich auch noch, wenn diese es wagen ihre Asylunterkunft zu verlassen, womöglich sogar Taxi fahren.
Um ihnen die Integration zusätzlich maximal zu erschweren, hat unsere grandiose Koalition nun auch noch beschlossen Geldmittel „soweit wie möglich“ durch Sachmittel zu ersetzen. Das heißt in der Praxis, daß es TEURER für den Staat wird, weil dafür erst Bürokratie und Personal in Massen geschaffen werden muß. Es heißt aber auch, daß den Flüchtlingen die Möglichkeit genommen wird mit eigenem Geld einkaufen zu gehen und dabei auf Deutsche zu treffen, der hiesigen Kultur überhaupt zu begegnen.
CDU, CSU und SPD haben also ein großes und teures Integrationshemmnis beschlossen.

Ein auch nur halbwegs fähiger Innenminister würde nun endlich mal anfangen Integrationshemmnisse abzubauen und zumindest das tun, was seit 10 Jahren jeden Tag gefordert wird: Sprachkurse anbieten und akademische Abschlüsse anerkennen.
De Maizière begreift es aber einfach nicht, tut das diametral Falsche; läßt weiter abschrecken.

Doch die Flüchtlinge und Helfer scheitern oft noch an den Strukturen in Deutschland, deren Motto scheint: "Abschrecken statt einbinden". Denn in deutschen Gesetzen und Verordnungen wimmelt es noch von Paragraphen, die eine Integration schwer machen, sagt etwa Prof. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. "Wir haben lange versucht, Asylbewerber und Flüchtlinge abzuschrecken. Menschen, die man in ihre Heimatländer zurückschicken will, versucht man gerade nicht in den Arbeitsmarkt zu integrieren, versucht man nicht auszubilden, versucht man nicht sprachlich zu fördern. Das ist alles Gift für die Integration."

Es ist wie ein schlechter Witz. Auch wenn der phlegmatische Sachse es lange zu verheimlichen suchte: Es kommen dieses Jahr 800.000 bis 1.000.000 Heimatvertriebene nach Deutschland.
Hunderttausende sind lange da und im ganzen Jahr 2015 schafft es de Maizière gerade mal Deutschkurse für 1.500 Menschen zu organisieren.

Was für eine erbärmlich schlechte Regierungsleistung!
Totalversagen auch beim so wichtigen Thema „Integrationskurse“

Berlin Es gibt zu wenige Integrationskurse
[…] Trotz aller Bekenntnisse zu einer entschlossenen Integrationspolitik reichen die Integrationsangebote des Bundes bisher nur für einen Bruchteil der Flüchtlinge: Der Großteil der dieses Jahr eingereisten Menschen wird frühestens im kommenden Jahr an entsprechenden Kursen mit Sprachunterricht und einer Orientierung in Recht, Kultur und Geschichte teilnehmen können. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die dem Abendblatt vorliegt.
Danach werden an den Integrationskursen, die die Bundesregierung als "Kernstück" des Integrationsangebots bezeichnet, in diesem Jahr nur insgesamt 190.000 Zuwanderer teilnehmen – lediglich 50.000 mehr als im vergangenen Jahr, obwohl sich die Zahl der Flüchtlinge voraussichtlich verfünffacht hat. Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann warf dem Bund Versagen vor: "Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Schaffung eines ausreichenden Angebots an Sprach- und Integrationskursen sind völlig unzureichend", sagte Zimmermann dem Abendblatt. "Doch ohne eine gute Sprachförderung ist es für viele Betroffene schwer bis unmöglich, in Arbeit zu kommen." Die große Koalition sei "an dieser Stelle der größte Integrationsverweigerer". Bisher waren Asylsuchende und Geduldete von den Kursen ausgeschlossen, nur anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge durften teilnehmen. […]

Tja, wenn die Deutschen nicht so doof wären den „ökonomischen Nutzen“ der Zuwanderung mit aller Macht zu blockieren, könnte dieses Land noch viel mehr von den neuen Bürgern profitieren.


Flüchtlinge zu integrieren und zu fördern ist zwar nach absoluten Zahlen „teuer“ – man spricht von bis zu 10 Milliarden Euro, die das dieses Jahr kosten kann.
Aber relativ gesehen ist das bei sprudelnden Steuereinnahmen doch recht wenig.
160 Milliarden Euro verprassen wir, weil Schäuble und Co sich hartnäckig weigern gegen Steuerflucht und Steuerschlupflöcher vorzugehen.
Wir sehen debil-glücklich zu, wie internationale Riesenkonzerne (Eon, Amazon, IKEA, Starbucks, etc) Milliardengewinne in Deutschland machen und keinen Cent Steuern zahlen, weil sie DANK UNSERER GESETZE legal in irgendeiner Steueroase hocken und sich arm rechnen.
Sogar die katholische Kirche, die schon von Grundsteuern befreit ist, geht bei ihren Beteiligungen so vor, daß diese in Holdings im Ausland gebündelt sind, so daß auf die gewaltigen Gewinne kein Cent Steuern in Deutschland gezahlt wird.
Das Bistum Köln (drei Milliarden Euro auf der hohen Kante) wickelt beispielsweise seine Immobiliendeals mit Hilfe von PricewaterhouseCoopers in den Niederlanden ab.


Wir sollten also sehr froh über den Segen der Zuwanderung sein und uns für den Brain-Drain schämen, den diese Migration in den Herkunftsländern bedeutet.
Deutschland hat im Moment großes Glück.
Da sind sich die Fachleute weitgehend einig.
Wir können es uns aber selbst kaputt machen, indem wir der AfD-Pegida-CSU-Pest nachgeben und weiterhin indolent zusehen, wie hunderte rechtsradikale Anschläge passieren.

Vielfalt zahlt sich aus
Steve Jobs war das zur Adoption freigegebene Kind eines Syrers. […]
Über viele Jahrzehnte hinweg waren die USA das Traumland zahlreicher Einwanderer und ein Vorbild für Offenheit und Willkommenskultur. So auch für das Mathematiker-Ehepaar Michael und Eugenia Brin, das 1978 die damalige Sowjetunion verließ. Obwohl sie nicht direkt in ihrer Existenz bedroht waren, so sahen sie doch aufgrund ihres Glaubens in den politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umständen ihrer Heimat keine Perspektive für sich. Sie wollten einfach ein besseres Leben haben. Würden sie heute nach Deutschland kommen? Und würden wir sie aufnehmen? Die aktuelle Flüchtlingssituation wirft für viele Menschen bei uns die Frage auf: Wie offen, wie einladend, wie vielfältig, aber auch wie risikofreudig und tolerant wollen wir als Gesellschaft insgesamt sein? Und was haben wir am Ende von dieser neuen Vielfalt?
Sergey, der Sohn der Brins, war fünf Jahre alt, als er mit seinen Eltern in die USA kam. Heute steht der Mitbegründer und Technik-Chef von Google auf Platz elf der Forbes-Liste der reichsten Menschen. Sein Unternehmen beschäftigt mehr als 50 000 Mitarbeiter, 60 Prozent von ihnen in den USA, dem Gastland der einstigen Einwandererfamilie. Google steht auf Rang drei der wertvollsten Unternehmen in den USA. Rang eins belegt Apple. Gegründet von Steve Jobs, dem zur Adoption freigegebenen Kind eines Einwanderers aus Syrien. Offenheit hat sich ausgezahlt.
Dass Vielfalt gewinnbringend ist, lässt sich auf der Ebene eines einzelnen Unternehmens mittlerweile mit harten Fakten belegen. Das beginnt schon bei der Personalbeschaffung: Wer unabhängig von Herkunft, Geschlecht und anderen Ausgrenzungskriterien rekrutiert, der weitet seinen Talent-Pool aus, verkürzt die Zeit für Stellenbesetzungen deutlich und verdient schneller Geld. Für vielfältig zusammengestellte Teams im Unternehmen lässt sich nachweisen, dass diese mit 45 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit in der Lage sind, Marktanteile gegenüber den Wettbewerbern auszubauen. Spezielle Untersuchungen bei mittelständischen Unternehmen haben gezeigt, dass diejenigen mit höherer ethnischer Vielfalt im Vergleich zu anderen mehr Kunden und Aufträge gewinnen können.
Die Gründe liegen auf der Hand: Eine breitere Aufstellung schafft ein umfassenderes Verständnis unterschiedlicher Zielgruppen und bietet mehr Ansatzpunkte zum Aufbau einer Kundenbeziehung. Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Erschließung neuer Märkte. Hier ist ein vielfältig zusammengestelltes Team mit einer siebzigprozentigen Wahrscheinlichkeit erfolgreicher als ein eher homogenes Team. Und Teams, die ein besonders hohes Maß an Vielfalt aufweisen, erzielen Performance-Werte, die - je nach Studie - zwischen 35 und 80 Prozent über herkömmlichen Teams liegen.
[…] Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist der Nutzen der Zuwanderung für die Gesellschaft längst bewiesen. So füllen schon heute mehrheitlich Menschen mit Migrationshintergrund einen größeren Teil der wachsenden Fachkräftelücke, beispielsweise im Gesundheitswesen. […]

Flüchtlinge nutzen mehr, als sie kosten.
Ökonomisch war selten etwas so sinnvoll wie Angela Merkels “Wir schaffen das” von Anfang September, während ihr peinlicher Bittgang zum türkischen Autokraten aus ökonomischer Sicht unnötig und sogar kontraproduktiv war. Unser alterndes Land braucht auf Jahrzehnte hinaus Zuwanderer, wenn es seinen Lebensstandard halten will, wenn nicht immer weniger Erwerbstätige eine immer größere Zahl von Alten versorgen sollen.
Ich halte die Flüchtlinge für ein unerwartetes und höchst willkommenes Geschenk. Ein paar arme Länder treten einen Teil ihres “Humankapitals” an eines der reichsten Länder ab, ohne etwas für die “Investitionskosten” zu verlangen, also die Kosten für die Erziehung und Ausbildung der meist jungen Menschen, die zu uns kommen. Wir sollten uns für dieses Geschenk erkenntlich zeigen, auch finanziell, wenn es die Umstände eines Tages zulassen.
Um es etwas abstrakt mit den Begriffen der Volkswirte auszudrücken: Der Gegenwartswert der künftigen Wertschöpfung (des Einkommens) eines Flüchtlings dürfte bei mindestens 750.000 Euro liegen, die Kosten der Integration und der Vorbereitung auf das Berufsleben in Deutschland aber höchstens bei 50.000 Euro. Wir zahlen 50.000 Euro für etwas, das einen Wert von 750.000 Euro hat.
[…] Im Frühjahr hatte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie veröffentlicht, in der gezeigt wurde, dass es ohne eine beträchtliche Netto-Zuwanderung von außerhalb der Europäischen Union nicht möglich sein wird, die Anzahl der Erwerbspersonen bei rund 45 Millionen zu stabilisieren. Ganz ohne Zuwanderung wäre bis 2050 mit einem Rückgang auf 29 Millionen zu rechnen. Diese Gruppe müsste dann immer mehr Menschen unterhalten, die nicht arbeiten, Kinder, Jugendliche in der Ausbildung, Hausfrauen und Hausmänner, Arbeitslose, Arbeitsunfähige und Rentner. Das wird nicht leicht fallen. Es ist im allgemeinen Interesse, dass es nicht zu einem solchen Ungleichgewicht kommt.
[…] Ich halte es für die Pflicht der Politiker, den Menschen klarzumachen, dass wir mit dem Flüchtlingsansturm keineswegs finanziell überfordert sind, dass wir es hier vielmehr mit einer einmaligen Chance zu tun haben, die wir uns nicht durch Kleinmut entgehen lassen sollten.

Das heutige Schlusswort gebe ich den Experten für Nächstenliebe.
Einem Pfarrer, der sich den Lehren der Bibel verpflichtet fühlt.

Freikirchenprediger nennt Flüchtlinge "räuberische Horden"
[…] Mit polarisierenden Äußerungen zu Flüchtlingen hat der Pastor einer Evangelischen Freikirche in Riedlingen (Kreis Biberach) heftige Kritik auf sich gezogen. Der Mann hatte unter anderem von einer "illegalen, zum Teil sogar gewaltsamen Invasion" gesprochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle das deutsche Volk in "bürgerkriegsähnliche Zustände" steuern.
"Jesus hat definitiv nicht davon gesprochen, dass wir unser Land von einfallenden räuberischen Horden ausplündern lassen müssen", sagte der Pastor in einer Predigt, die als Tondatei auf der Webseite der Freikirche veröffentlicht wurde. […]



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