Freitag, 13. November 2015

Moralischer Totalzusammenbruch



Die Theodizee-Frage gibt es seit 2.000 Jahren, ohne daß ein einziger Kleriker darauf eine Antwort gefunden hätte.
„Auschwitz hat die Nicht-Existenz Gottes bewiesen“ lautet die Theodizee-Kurzversion.

Es passieren jeden Tag genügend Grausamkeiten, die die Nicht-Existenz eines „lieben Gottes“ unzweifelhaft determinieren; man denke nur an die 20.000 jeden Tag elend an Hunger krepierenden Kinder, während Franzls Topp-Religioten in Saus und Braus leben.

Das Besondere am Holocaust war unter anderem die Tatsache, daß die ihm zu Grunde liegende antisemitische Ideologie so perfekt zur christlichen Kultur passte – ist doch die tiefe Judenfeindschaft eine zentrale Lehre der Kirchen.

So konnte es kommen, daß die etwa 600.000 Menschen, die direkt an der Tötung von sechs Millionen Juden beteiligt waren, alle Christen gewesen sind.

So konnte es kommen, daß sich die evangelische Kirche durch fanatische Verehrung Hitlers profilierte.

So konnte es kommen, daß der Papst im fernen Rom niemals öffentlich gegen die Judenvernichtung Stellung bezog, Hitler NICHT exkommunizierte, sondern ausdrücklich die Angehörigen der Roten Armee, welche Auschwitz befreiten kollektiv exkommunizierte.

Das ist ein in sich logisches Verhalten, denn schließlich ist es GOTT selbst, der eindeutig in der Bibel erklärt, daß er Juden nicht ausstehen kann.

Selbst für die Juden, die sich von ihrer alten Religion abwendeten und nun Jesus folgten, fand Gott/Jesus/der Heigei vernichtende Worte. Sie sind Kinder des Teufels – soweit der unfehlbare Jesus.

   31 Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger 32 und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
   33 Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Samen, sind niemals jemandes Knecht gewesen; wie sprichst du denn: "Ihr sollt frei werden"? 34 Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. 35 Der Knecht aber bleibt nicht ewiglich im Hause; der Sohn bleibt ewiglich. 36 So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei.
37 Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn meine Rede fängt nicht bei euch. 38 Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. 39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. 40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren, wir haben einen Vater, Gott. 42 Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selber gekommen, sondern er hat mich gesandt. 43 Warum kennet ihr denn meine Sprache nicht? Denn ihr könnt ja mein Wort nicht hören. 44 Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater derselben. 45 Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht.
(Johannes 8)

Auch Jesu Nachfolger, der Kirchen-Gründer Paulus stellt unzweideutig fest, wie Jesus über Juden dachte.

Die Bibel ist die Wurzel des Übels. Noch im Neuen Testament, der „Frohen Botschaft“ heißt es:

14 Denn, Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa gleich geworden, die sich zu Christus Jesus bekennen. Ihr habt von euren Mitbürgern das Gleiche erlitten wie jene von den Juden.   15 Diese haben sogar Jesus, den Herrn, und die Propheten getötet; auch uns haben sie verfolgt. Sie missfallen Gott und sind Feinde aller Menschen;  16 sie hindern uns daran, den Heiden das Evangelium zu verkünden und ihnen so das Heil zu bringen. Dadurch machen sie unablässig das Maß ihrer Sünden voll. Aber der ganze Zorn ist schon über sie gekommen. (1, Thess, 2)

 Antisemitismus ist tiefsitzend und omnipotent. Eingeschrieben in die Abrahamitische DNS kann er sich quasi jederzeit bahnbrechen.

Der Initiator und Antreiber des Holocausts hatte also durchaus berechtigte Gründe sich auf die Bibel zu beziehen.

»Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.«
Adolf Hitler

Der Vatikan wertete Hitlers Diktatur mit dem ersten großen internationalen Vertrag auf; dem berühmt-berüchtigten Hitler-Konkordat, an dem die RKK heute noch ungeniert festhält.

Echte Reue empfindet man offenbar auch über 70 Jahre später noch nicht.
 Das machte Papst Ratzingers Sympathie für die antisemitischen FSSPX-Holocaustleugner offensichtlich. Woytila hatte die vier Pius-Bischöfe samt ihrer hetzenden Epigonen bereits exkommuniziert, Ratzinger holte sie wieder zurück in seinen Schoß.
Ein echtes offizielles Schuldbekenntnis der RKK gibt es immer noch nicht.

[….] Ein vatikanisches Schuldbekenntnis zum Schweigen über die Shoa und eine Vergebungsbitte für die Diplomatie Pius XII. sind überfällig. Davon aber ist im Vatikan keine Rede.
Siebzig Jahre nach dem Ende der Shoa wäscht der Vatikan immer noch seine Hände in Unschuld. Zu bedauern gebe es nichts – im Gegenteil. Pius XII. habe so viele Juden gerettet wie kein anderer und er habe seine Stimme erhoben gegen den Vernichtungswahn der Nazis. Er sei einer der großen Gerechten dieser Welt. [….]
Wie selbstgerecht argumentiert wird, lässt sich in der einzigen Verlautbarung Roms zur Shoa aus kirchlicher Sicht gut nachlesen. Das Dokument mit dem gewichtigen Titel: „Wir Erinnern. Eine Reflexion über die Shoa“ (1998) will nur „einige christliche Kreise“ für den Antijudaismus in der Geschichte verantwortlich sehen. Sie hätten gewisse Aussagen im Neuen Testament irrig ausgelegt. Die „Kirche“ habe daran keinen Anteil gehabt – das wird eigens betont.

[….] Es gibt reichlich Stoff zur Gewissenserforschung; zum Beispiel:

– Statt sich den hellsichtigen und eindringlichen Weckruf der Jüdin Edith Stein Anfang April 1933 zu Herzen zu nehmen, ignorierte man sie und schloss überstürzt ein Konkordat mit Hitler einige Wochen später. [….]

– Statt das machtvolle Wort: „Geistlich sind wir alle Semiten“ des alten Papstes Pius XI. im September 1938 aufzugreifen und als Speerspitze gegen die neuen Rassengesetze Mussolinis zu verwenden, verhinderte Pacelli dessen Veröffentlichung in vatikanischen Medien und sorgte für eine Tilgung des Wortes im Fundus päpstlicher Lehräußerungen. Die Kurie und die Päpste heute sind der Peinlichkeit ausgesetzt, dass sie auf eine fremde, außervatikanische Quelle verweisen müssen, wenn sie das Semiten-Wort Pius XI. selbstbewusst zitieren.

– Statt sich im Namen Jesu über die brennenden Synagogen zu empören, angezündet am Abend des weltweit begangenen hohen Festtages der Kirche zur „Mutter aller Gotteshäuser der Stadt Rom und des Erdkreises“/Lateranbasilika, gab es nach Wochen des Schweigens neuerlich einen Versuch gütlichen Einvernehmens zwischen Rom und Berlin. [….]

– Statt am Vorabend des Weltkrieges die vorbereitete Anti-Rassen-Enzyklika Pius XI. zu veröffentlichen, in der jedes Drangsalieren und Verfolgen von Juden gegeißelt wurde, begrub Pius XII. als frisch gewählter Papst das Projekt. [….]

– Statt den diabolischen Genozid am europäischen Judentum öffentlich anzuprangern, den Gläubigen das Gewissen zu schärfen, sich schützend vor die Juden zu stellen und Widerstand zu leisten, getreu dem päpstlichen Hüter- und Wächteramt, gab es die Diplomatie des Schweigens, der Zurückhaltung und pedantischer Neutralität. [….]

– Statt die Juden seiner eigenen Bischofsstadt Rom vor der drohenden SS-Razzia im Herbst 1943 zu warnen, sie während der Razzia zu verteidigen, zu schützen und vor der kollektiven Ermordung zu retten, verschanzte sich Pius XII. hinter der scheinbar diplomatischen Notwendigkeit kein Aufsehen zu erregen und Berlin in Ruhe zu lassen.
Der Todeszug verließ die Ewige Stadt in Richtung Auschwitz ohne päpstlichen Widerstand. Es gab auch kein Wort des Trostes an die Hinterbliebenen, kein Missfallen gegenüber deutschen Stellen in Rom oder Berlin, nicht einmal eine unverdächtige Meldung im „L‘ Osservatore Romano“. [….]

Neben Jesus ist vermutlich Martin Luther, die Ikone der Protestanten, der berühmteste Antisemit der Weltgeschichte.

Sein abstoßender und eliminatorischer Judenhass wirkte so nachhaltig, daß sich die Nazis beim Holocaust ausdrücklich auf ihn bezogen.

Käßmann findet Luther toll.

Protestanten haben nach Ansicht der Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, viele Gründe, 2017 ein großes Reformationsjubiläum zu feiern.
Der Reformator Martin Luther habe Entscheidendes für die Sprachfähigkeit der Kirche, die Bildung und die Freiheit des Glaubens geleistet, sagte Käßmann am Freitag in Stuttgart beim "Kleinen Kirchentag". [….]

Luthers 7-Punkte-Plan zur Judenverfolgung: Originaltext
1.
"Erstlich, das man jre Synagoga oder Schule mit feur anstecke und, was nicht verbrennen will, mit erden überheufe und beschütte, das kein Mensch ein stein oder schlacke davon sehe ewiglich Und solches sol man thun, unserm Herrn und der Christenheit zu ehren damit Gott sehe, das wir Christen seien"
2.
“Zum anderen, das man auch jre Heuser des gleichen zerbreche und zerstöre, Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in jren Schülen treiben Dafur mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall thun, wie die Zigeuner, auff das sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Lande“
3.
“Zum dritten, das man jnen nehme all jre Betbüchlein und Thalmudisten, darin solche Abgötterey, lügen, fluch und lesterung geleret wird“
4.
“Zum vierten, das man jren Rabinen bey leib und leben verbiete, hinfurt zu leren“
5.
“Zum fünften, das man die Jüden das Geleid und Straße gantz und gar auffhebe“
6.
“Zum sechsten, das man jnen den Wucher verbiete und neme jnen alle barschafft und kleinot an Silber und Gold, und lege es beiseit zu verwaren“
7.
“Zum siebenden, das man den jungen, starcken Jüden und Jüdin in die Hand gebe flegel, axt, karst, spaten, rocken, spindel und lasse sie jr brot verdienen im schweis der nasen“
(Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen)

Es ist und bleibt eine Schande ersten Ranges, daß sich die protestantischen Kirchen nicht entschieden von diesem Apologten des Hasses distanzieren und immer noch stolz an jeder dritten Kirche „Lutherkirche“ prangen haben.

Darum wisse Du lieber Christ und zweifle nicht daran, daß Du nähest dem Teufel keinen giftigeren, bittereren, heftigeren Feind hast, denn einen rechten Juden.
(Martin Luther)


Die unerträgliche Schuld und Schade, die auf der Evangelischen Kirche lastet, zeigt sich heute dreifach:

1.)
Es dauerte sage und schreibe voll 70 Jahre nach 1945 bis sich die EKD überhaupt dazu bequemte ihre Mitschuld am Judenmord und der treibenden Kraft Luther einzugestehen. Volle 70 Jahre verstreichen zu lassen, ohne tätig zu werden, ist nur einer gänzlich unmoralischen Organisation möglich.

2.)
Immer noch relativieren die Evangelen die Schuld Luthers und wollen sich nicht von ihm distanzieren. Käßmann und Co weisen immer wieder darauf hin, daß Luther erst in seinen späteren Jahren so extrem eliminatorisch schrieb. Früher hätte er die Juden nur als normale Minderwertige und Ungläubige betrachtet.
Er sei allerdings von ihnen enttäuscht worden, da sie nicht zum Christentum à la Luther konvertieren wollten. Erst dadurch sei Luther zum Hassfanatiker geworden.
Käßmann, Huber und Bedford-Strom versuchen also tatsächlich Judenhass ein wenig zu relativieren und fügen damit gleich noch sekundären Antisemitismus heutiger Prägung hinzu: Waren die Juden nicht irgendwie auch ein bißchen SELBST SCHULD, weil sie sich nicht missionieren ließen?

3.)
Noch 70 Jahre nach dem Holocaust kann sich die EKD nicht dazu durchringen sich von der Judenmission zu distanzieren.
Es gäbe einfach zu starke Kräfte in der EKD, die Juden nicht tolerieren und stattdessen missionieren wollten, entschuldigte sich Präses Irmgard Schwätzer.
Ein bißchen Judenfeindschaft muss also noch sein; mindestens zwei Jahre.
Unfassbar!

Bis 2017 werde die evangelische Kirche außerdem ihre Haltung zur umstrittenen Judenmission klären, kündigte Synodenpräses Irmgard Schwaetzer zum Abschluss der Jahrestagung des Kirchenparlaments an.
Zum Auftakt der Synode hatte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, von der evangelischen Kirche eine deutliche Distanzierung von der Judenmission gefordert. Dieses für die Juden sehr wichtige Thema werde in der Kundgebung der Synode "leider sehr vage" behandelt, sagte Schuster.

Ob Antisemitismus wirklich schlecht ist, kann die Offizielle deutsche evangelische Kirche im Jahr 2015 also immer noch nicht sagen.
Man stelle sich vor, so würde sich irgendein anderer Verein äußern.
Der Kirche gehört sofort der Status der Gemeinnützigkeit entzogen und selbstverständlich müssen alle Vertreter dieser Horrororganisation sofort aus sämtlichen öffentlichen Gremien entlassen werden.

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