Samstag, 5. Dezember 2015

Sensationelle Enthüllungen.

Potzblitz!
Das ist ja ein völlig neuer Spin.
Was für eine unvorhersehbare Wendung!
Wenn ein Dutzend Nationen unkoordiniert flächendeckend Syrien bombardieren, kommen auch Unschuldige ums Leben?
Damit hätte ich nie gerechnet!
Wußte der Bundestag gestern davon?

Luftschläge in Syrien und Irak töten Hunderte Zivilisten
[….] Ende April fliegt das internationale Militärbündnis unter der Führung der USA Angriffe auf das syrische Dorf Ber Mahli, wo Stellungen des Islamischen Staates vermutet werden. Ein Sprecher des Bündnisses erklärt, man sei vorab durch eine kurdische Gruppe vor Ort informiert worden, dass sich dort keinerlei Zivilisten befänden. 50 Terroristen seien getötet worden. Nach inoffiziellen Angaben starben 64 Unbeteiligte, ganze Familien wurden ausgelöscht. Ein offizielles Eingeständnis, dass bei dem Einsatz auch Zivilisten starben, fehlt bis heute.
Seit August 2014 bekämpft das Militärbündnis den Islamischen Staat. Angriffe aus der Luft gelten dabei als effektivste Vorgehen. Und wenn man David Cameron glauben darf, sterben dabei auch kaum Zivilisten. Der britische Premier erklärte jüngst, bei keinem der durch die britische Luftwaffe ausgeübten Angriffe seien Zivilisten getötet worden. Er begründete das mit der Präzision der Waffen.
[….]  Weder die USA noch Frankreich oder eine der anderen beteiligten Staaten veröffentlicht Zahlen über tote Zivilisten. Bisher wurden nur zwei Vorfälle offiziell als "wahrscheinlich" tödlich eingestuft - Hatra im Irak und Harem in Syrien.
Dass die 64 Toten auf das syrische Dorf Ber Mahli überhaupt ins öffentliche Bewusstsein gelangten, ist der Organisation Airwars zu verdanken. [….] Nach Recherchen von Airwars wurden in Syrien und Irak bis zum 1. Dezember zwischen 682 und 977 Zivilisten bei Luftangriffen getötet. [….] Seitdem auch Russland Angriffe fliegt, kommt Airwars kaum hinterher mit der Überprüfung. "Wir bekommen mittlerweile drei bis vier Hinweise am Tag im Zusammenhang mit Russland. Wir sind immer noch dabei, das ganze Material durchzuarbeiten." Bisher geht die Organisation davon aus, dass seit Anfang September zwischen 255 und 375 Zivilisten getötet wurden. Noch nicht eingerechnet, ist der jüngste Angriff auf einen Marktplatz in Ariha bei dem 30 Menschen starben. [….]

Von der Leyen kümmert sich vielleicht nur um ihre eigene Medienpräsenz und Bundeswehr-Kitas; man weiß es nicht.
Aber irgendwer im Bundesverteidigungsministerium tut etwas.
Immerhin sind jetzt schon über 3000 deutsche Soldaten weltweit im Einsatz; und das ganz ohne Afghanistan:
907 sind bei der KFOR (Kosovo), 251 bei der Operation Active Fence (Türkei), 216 schippern bei der EUNAVFOR MED im Mittelmeer umher, 207 marschieren als Teil der EUTM in Mali, die NAVFOR Operation Atalanta bindet 162 deutsche Soldaten am Horn von Afrika, 110 sind in der UNIFIL (Libanon) und 94 zur Ausbildungsunterstützung im Irak.
Hinzu kommen Einsätze im Sudan, dem Südsudan, Somalia, Senegal, der Westsahara und Liberia. Ich wage zu bezweifeln, daß die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten überhaupt die Namen der Einsätze kennt:
 UNMISS, EUTM SOM, MINUSMA, UNAMID; MINURSO, UNMIL.

Nun kommt also Syrien dazu. Nützen wird das sicherlich nichts.
Bis zu 1.200 deutsche Soldaten dürfen mitmachen.
Offensichtlich sind die vier klapprigen Bundeswehr-Tornados aus den 1980er Jahren die entscheidende Geheimwaffe, die nötig ist, um den Daesh zu erledigen.

So verfügt die Bundeswehr aktuell über 66 Tornado-Jets. Davon waren 2015 im Schnitt aber nur 29 einsatzbereit. Das entspricht einem Anteil von 44 Prozent. Die Maschinen sind zwischen 23 und 34 Jahre alt, der Bericht macht vor allem "mangelnde Verfügbarkeit verschiedener Ersatzteile" für die Situation verantwortlich. Probleme bereiten auch die betagten Transall-Transportmaschinen. Sie müssen länger in Betrieb gehalten werden als geplant, weil der Nachfolger Airbus A400M weiter auf sich warten lässt. Nur 57 Prozent der Transall sind einsatzbereit.
Noch dramatischer ist die Lage bei den Hubschraubern der Bundeswehr. Von den 45 großen Transportmaschinen vom Typ CH53, die die Bundeswehr zur Verfügung hat, sind nur 18 einsatzbereit. [….] Blamabel auch die Situation beim Kampfhubschrauber Tiger, einem Prestigeprojekt der Streitkräfte: 23 Maschinen stehen den Heeresfliegern eigentlich zur Verfügung, nur sechs sind einsatzbereit - ein gutes Viertel. Kein wirklich anderes Bild bei den Helikoptern der Marine. Die Einsatzbereitschaft der rund 15 Seaking-Maschinen, die etwa zur Seenotrettung an der deutschen Küste genutzt werden, lag "unterhalb des erforderlichen operativen Minimalbedarfs" von sechs Hubschraubern, heißt es im Bericht.
Noch schlechter ist die Lage nur bei den Bordhubschraubern des Typs "Sea Lynx". Davon hat die Marine 22 Stück im Gesamtbestand. "Die Einsatzbereitschaft des Waffensystems hat sich auf einem Niveau von durchschnittlich vier einsatzbereiten Maschinen eingependelt", resümiert die Bundeswehr. Auch die für die Syrien-Mission vorgesehene Fregatte "Augsburg" ist mit zwei "Sea Lynx"-Helikoptern ausgestattet. [….]

Wenigstens hat man in den letzten 20 Jahren genügend Erfahrungen mit westlichen Militäreinsätzen gegen Staaten mit muslimischer Bevölkerung gemacht:
Mali, Libyen, Irak und Afghanistan – mal mit, mal ohne die Bundeswehr. Das Ergebnis war immer gleich: Ein Megadesaster mit Hunderttausenden zivilen Todesopfern, Millionen auf der Flucht, ein enormes Anwachsen der Terrorgruppen und am Ende wird umso heftiger weitergekämpft.

Man gucke sich mal um in der Welt des Dezembers 2015. Ist die Welt more peaceful oder ein safer place?

Nicht, daß ich eine Spitzenidee hätte, wie man den Daesh kurzfristig stoppen könnte, aber immerhin haben wir genügend Erfahrung, um definitiv sagen zu können „Krieg gegen den Terror“ wirkt kontraproduktiv.


Ein paar Erkenntnisse gibt es durchaus im Kampf gegen islamistische Terrorgruppen. Sie kämpfen „asymmetrisch“, wenden also Guerillataktik an.
Dagegen ist keine Armee der Welt gefeit. Das hat noch nie funktioniert.
Eine westliche Armee kann im Irak oder Syrien nicht „erfolgreich“ sein, weil sie Freund und Feind nicht unterscheiden kann, dadurch unschuldige Zivilisten tötet, damit die Wut der Bevölkerung entfacht und dem Feind neue Kämpfer zuführt.
Taliban, Al Kaida, Kalifatler nutzen natürlich genau das aus, verstecken sich in Wohngebieten, Kindergärten, Krankenhäusern.
Damit befinden sie sich in einer Win-Win-Situation. Entweder sie überleben und können weiter gegen „den Westen“ kämpfen, oder sie werden mitsamt vieler Zivilisten getötet, so daß ein Sturm der weltweiten Entrüstung entsteht und damit für neue Spenden und Rekrutierungen gesorgt ist.
Hauptziel der Typen wie Abu Bakr al-Bagdadi ist es die über eine Milliarde Muslime weltweit ebenfalls in den Konflikt zu ziehen und so den Krieg in die ganze Welt zu tragen.
Das klappt einerseits durch die Empörung, die beispielsweise die Zerstörung des Krankenhauses in Kunduz vom 03.10.2015 hervorrief. Mit voller Absicht zerrockerte die US-army das Gebäude mit 105mm-Granaten und nahm den Tod von mindestens 22 Zivilisten in Kauf.
Die zweite Säule ist es den Westen gegen die muslimische Bevölkerung aufzuhetzen – auch das klappt mustergültig nach den Anschlägen vom 13.11.2015 in Paris.
In Amerika hetzten Republikaner gänzlich ungeniert gegen Syrische Kriegsopfer und wollen niemand mehr ins Land lassen.
Und ¾ der Europäischen Staaten schotten sich ohnehin schon gegen Flüchtlinge ab. Auch in Merkels Koalition wird munter gegen Heimatvertriebene polemisiert. Der eigene Innenminister schürt immer wieder perfide Gerüchte. Merkel schließt die Grenzen.
Statt also die grandiose Chance zu nutzen den weltweiten Muslims zu zeigen, daß der Westen gar nicht böse ist, sondern human und großzügig auf Muslime reagiert, spielen AfD, NDP, CSU und große Teile der CDU dem KaifatdaeshIS direkt in die Hände.

Aber was soll man denn sonst tun, um Abu Bakr al-Bagdadi und seine Myriaden begeisterten Fans aus dem Westen daran zu hindern weiter Terroranschläge in Europa und den USA zu verüben?
Denn, sind wir mal ehrlich; das IS-Scharia-System mit Frauenunterdrückung,  Erhängen, Auspeitschen und Köpfen an sich stört uns kein bißchen. Das macht Saudi Arabien ganz genauso und das ist unser engster Alliierter.
Und Terror in Schwarzafrika ist uns ebenfalls völlig egal – seit 25 Jahren sehen wir achselzuckend der Ermordung von Millionen Menschen in Burundi, dem Kongo, dem Sudan, Somalia, Uganda etc zu.
Wir mögen es nur nicht wenn weiße Christen sterben.

Dazu kommen nun immerhin zwei konstruktive Vorschläge von zwei möglichen künftigen US-Präsidenten:

1.)

Der fromme Katholik Rick Santorum beklagt, daß Obama einfach verweigert den IS mal richtig zu bombardieren.

[….] Rick Santorum declared at Friday’s “Presidential Family Forum” in Iowa that President Obama refuses to bomb ISIS, despite the fact that the U.S. has launched over 6,000 airstrikes against ISIS militants. [….]
(RWW, 23.11.2015)        


2.)

Der brillante Frontrunner Donald Trump weiß zudem wie man auf humane christliche Weise mit Kalifatskämpfern umzugehen hat, so daß alle anderen Muslime freundlich gesinnt Amerika zustimmen werden.

[….] On Wednesday morning, Republican front-runner Donald Trump revealed his big new idea for winning the war on terrorism: kill more women and children in the Middle East.
In an interview with Fox and Friends, Trump laid out his plans for defeating ISIS, beginning, as always, with his vow to “hit them like they’ve never been hit before.” [….] “We’re fighting a very politically correct war,” Trump observed. “And the other thing with the terrorists — you have to take out their families. When you get these terrorists, you have to take out their families! They care about their lives, don’t kid yourselves. They say they don’t care about their lives. But you have to take out their families.” [….]


Na, dann blicken wir in eine rosige Zukunft!

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