Mittwoch, 6. Januar 2016

Christliches Mitgefühl für Männer.


Monatelang, vielleicht Jahrelang zusammengepfercht mit Fremden auf engsten Raum, getrennt von seiner Familie und zum absoluten Nichtstun verdammt, während man noch nicht mal den Ort verlassen darf, kein Geld verdienen kann und auch die fremde Sprache, die einen umgibt nicht lernen kann, weil man für einen der raren Kurse erst ein Asylverfahren durchlaufen müßte, das man aber noch nicht mal beantragen konnte, ist offensichtlich nicht der ideale Nährboden, um kontinuierlich entspannt und geduldig zu bleiben.
So eine Überraschung.

Man könnte natürlich argumentieren, daß es geboten wäre in so einer Situation die Familienväter wieder mit ihren Frauen und Kindern zusammen zu bringen.
Dann müßten sie sich nicht mehr jede Minute um das Wohl ihrer Familie sorgen und die Wartezeit wäre weniger unerträglich, wenn man sich währenddessen wenigstens gegenseitig umsorgen kann.
Und war da nicht auch irgendwas mit christlichen Werten? Familienwerten?
Irgendwas mit dem Grundgesetz?

Die syrische Stadt Madaja ist seit mehr als 170 Tagen abgeriegelt. [….]
Etwa 40.000 Menschen sollen in dem belagerten Ort Hunger leiden. Ein Arzt sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Bewohner würden inzwischen Gras und Laub essen, um ihren Hunger zu stillen. Zudem hätten sie vor einigen Tagen begonnen, Hunde und Katzen zu schlachten.
"Die Menschen sterben in Zeitlupe", sagte ein Sozialarbeiter aus Madaja dem "Guardian".

Aber die modernen Christdemokraten und Christsozialen denken vielleicht auch daran, daß die armen Männer mal ihre Ruhe haben wollen. So eine Ehefrau stellt immer Ansprüche und wer weiß nicht, daß Kinder einem gewaltig auf die Nerven gehen können?

Die Bundesregierung, die auch von der SPD getragen wird, sorgt durch die Einschränkungen beim Familiennachzug dafür, daß nun immer mehr Kinder und Frauen auch die lebensgefährlichen Todes-Kähne auf dem Mittelmeer gezwungen werden.
Statt Fluchtursachen und das Schlepperwesen zu bekämpfen, schaffen sie nun ein Konjunkturprogramm für skrupellose Schlepperbanden.

Wenn man den Familiennachzug stoppt, bedeutet das:

„Unsere barmherzigen Christen betreiben jetzt das, was sie neulich im Bundestag noch abgelehnt hatten: Geschäftsmäßige Sterbehilfe!“
(Urban Priol 12.11.2015)


Gerade gestern zog die türkische Küstenwache wieder mehrere Kinderleichen aus der eiskalten Ägäis. Kein Grund für die CSU nicht immer schriller nach Obergrenzen zu schreien. So ein paar tote Gören interessieren einen wahren Christen wie Horst Seehofer, der bereits vier Mal persönlich vom Franzl-Papst empfangen wurde, nicht.

Aber wahre Christen wären nicht wahre Christen, wenn sie nicht immer noch voller Mitgefühl für die Männer in den Flüchtlingsheimen wären.
Gut, sie haben das Glück nicht mehr von ihren Quengel-Blagen belästigt zu werden.
Aber auch wenn Frauen ziemlich nutzlos erscheinen, jedenfalls so überflüssig, daß man sie nicht extra dazu holen muß, so erfüllen sie doch eine Funktion als Putzkraft und Sexobjekt.

Erstere Funktion hält man hierzulande offenbar noch für substituierbar. Da muß sich der Mann selbst helfen; er hat ja (meistens) zwei gesunde Hände.
Letztere Funktion hingegen scheint offenbar weniger einfach mit zwei gesunden Händen zu ersetzen sein.

Pfarrer Ulrich Wagner schlägt bei den offenbar Puff-erfahrenen CSU-Mitgliedern vor den Asylbewerbern Huren zuzuführen.
Man weiß ja, „der Afrikaner schnackselt so gern“ und wenn er genügend in seinem Heim poppen kann, läßt er sich vielleicht davon abhalten Björn Höckes deutsche Blondinen ins Visier zu nehmen – so die bestechende Logik.
[….]  Herr Wagner, Sie haben bei einer Asyldebatte in Siegertsbrunn neben vielem anderen angeregt, Asylbewerbern die Dienste von Prostituierten zur Verfügung zu stellen. Ist das Ihr Ernst?

Pfarrer Wagner: Der Gedanke kam, als mir ein Freund erzählt hat, dass in sein Dorf 100 Asylbewerber kommen und jetzt viele Angst hätten, dass so viele Männer die Frauen im Ort belästigen könnten. Ob begründet oder nicht: Diesen Ängsten will ich damit begegnen. Denn es gibt sie.
[….] Der Bedarf ist doch da. In unserer Gesellschaft haben wir doch auch Prostitution, das soll doch ein anerkannter Beruf sein, die Zeitungen und das Internet sind voll mit Anzeigen. Wenn’s aber um Asylbewerber geht, geben wir ihnen zu essen, zu trinken und sagen: Das Problem ist gelöst. Ist es aber nicht.
[….] Vielleicht erklärt sich auch ein Bordellbesitzer bereit, ein gutes Werk zu tun. Am Vormittag ist da ja eh nicht viel los, vermute ich.[….]


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