Samstag, 26. März 2016

Osterspaß

Eigentlich war ich davon ausgegangen, daß Nahles weiterhin intellektuell untergetaucht bis zur Bundestagswahl 2017 im politischen Tarnmodus bleibt.
Sie hofft darauf ungerechtfertigt wieder mit einen schönem Ministerposten  belohnt zu werden, verteilt parteiinterne Wohltaten, so daß ihr möglichst viele Sozi-Funktionäre zu Dank verpflichtet sind.

In aller Stille baut Andrea Nahles das Arbeitsministerium zu einer Art Gegenparteizentrale um. Sie will Parteichef Gabriel nicht stürzen, aber bereit sein für die Ära nach ihm.
[….] Sie stellt sich politisch und strategisch für die Zukunft auf wie niemand sonst in der SPD. Und sie wappnet sich zugleich für die Post-Gabriel-Ära.
[….] Sie will sich bereithalten. Deshalb schart sie ein Team von Leuten um sich, die schon jetzt Programme entwerfen, die der SPD irgendwann wieder zur Macht verhelfen könnten. [….] Denn vom ersten Tag im Arbeitsministerium an hatte Nahles mehr im Sinn als nur ein ordentlich geführtes Haus. Stein für Stein formt sie das Ministerium um zu einer Art heimlicher Parteizentrale. Staatssekretär Thorben Albrecht stand seiner Chefin schon im Willy-Brandt-Haus als Abteilungsleiter zur Seite und hat einige Jahre beim DGB zugebracht. [….][….] Die Truppe soll Antworten finden auf alle wichtigen Fragen der Zeit, egal ob es um die Arbeitswelt geht, um Umverteilung, Familienthemen oder Flüchtlinge. Nahles' Denkfabrik soll Antworten für die Zukunft liefern. "An Andrea kommt in der SPD niemand mehr vorbei", sagt ein SPD-Spitzenmann.[….]
(DER SPIEGEL 46/2015)

Spätestens 2018 dürfte das große Köpferollen in der SPD-Spitze beginnen und dann würde sie wie Kai aus der Kiste auf den Stuhl der Vorsitzenden hopsen.
Vorbild Merkel. Die mochte innerhalb der CDU auch niemand so richtig, als sie den Parteivorsitz übernahm. Aber die Situation der Partei war damals dermaßen desaströs, daß sich niemand die Hände schmutzig machen wollte. Konkurrenten waren nicht da und offenbar erkannte nur Merkel, daß es eigentlich nur besser werden konnte.
Nahles denkt vielleicht auch, daß es nach einem Gabriel-induzierten Wahlabsturz nur besser werden kann.

Für die These spricht, daß irgendwann einmal auch Merkel abtreten wird. Die Vorsitzende, die die Partei personell und konzeptionell komplett ausbluten ließ. Ohne Merkel hat die CDU ein ähnlich großes Problem wie die SPD. Man sieht in Baden-Württemberg, daß auch in den extremen CDU-Hochburgen nie vorstellbar gewesene Abstürze möglich sind.
Man erinnere sich auch an die katastrophale Großstadtschwäche der CDU, die bei den Hamburger Bürgerschaftswahlen am 15.02.2015 mit 15,9% durchs Ziel ging – wenige Jahre nachdem sie dort noch mit absoluter Mehrheit regiert hatte.

Gegen die These vom zwangsläufigen Wiederaufstieg der SPD spricht allerdings ihre zimperliche Anhängerschaft, die üblicherweise nicht einfach mit jemand zufrieden ist, der einen irgendwie an die Macht bringt, sondern damit auch noch inhaltliche Forderungen verbindet.

Die ehemalige Messdienerin und äußerst fromme Katholikin Nahles liebt nur Jesus noch mehr als ihre Heimat, die Eifel – so beobachtet es die konservative WELT.

Eine Journalistin hat Andrea Nahles einmal "fanatische Heimatliebe" attestiert. Für sie ist die Eifel Anfang und Ende ihres Lebens. Dorthin wird sie zurückkehren, auch wenn sie eines Tages Bundeskanzlerin wird. [….]  Ist zu viel Eifel in Andrea Nahles, um sich auf der Weltbühne zu bewegen?
Man hat ähnliche Makel, auf eine Pfarrerstochter aus der DDR gemünzt, schon einmal entdeckt und sich schwer getäuscht. Wie Angela Merkel ist Andrea Nahles Machtpolitikerin mit Leidenschaft. [….]
(DIE WELT, 01.08.2015)

Nahles‘ Frömmigkeit scheint sogar ausgeprägter zu sein, als ich dachte.
Denn zu Ostern, dem höchsten christlichen Feiertag, an dem das größte Wunder Gottes, die Wiederauferstehung Jesu gefeiert wird, glaubt auch die Arbeitsministerin an Wunder.

Osterwunder: Nahles sieht SPD kurz vor großen Siegen
[….]  Im Osten kämpft die SPD weitenteils mit der 10-Prozent-Marke. Bundesweit steht die Partei unter Führung von Sigmar Gabriel in Umfragen so schlecht wie seit Jahren nicht. Und was sagt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles dazu? Sie sieht die Chancen für die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl 2017 wachsen. Warum? »Frau Merkel hat ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit inzwischen verloren«, behauptet die SPD-Politikerin der »Bild«. »Für die SPD heißt das: Wir können nächstes Jahr selbstbewusst in den Wahlkampf ziehen.« [….]
(Neues Deutschland, 26.03.2016)

HALLELUJAH!


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