Freitag, 18. November 2016

Schlechtes Vorbild

Man unterschätzt gelegentlich die Doofheit von Regierungsmitgliedern.
Der fachlich kompetente, effiziente Typ generiert keine Aufmerksamkeit. Das birgt die Gefahr von Wahlverlust und damit Jobverlust.
Bekannter und somit für den demokratischen Prozess bedeutender sind ausgerechnet diejenigen, die kaum Fachkompetenz besitzen und dafür in die Medien drängen.
Beispiel Guido Westerwelle: Einer der bekanntesten Politiker Deutschlands, der in seinem ganzen Leben aber nur ein einziges Regierungsamt innehatte und ausgerechnet von Außenpolitik hatte er nicht die geringste Ahnung.
In die Kategorie gehört auch Karl-Theodor von und zu Guttenberg, der sich durch Fotoinszenierungen und Showauftritte zum bekanntesten und beliebtesten Beinahe-Kanzler heraufgeschraubt hatte, während er akademisch und politisch nicht die geringsten Leistungen vorzuweisen hatte.

Der international bekannteste britische Minister ist zweifellos der Außenminister Boris Johnson, der neben Trumps Appendix Nigel Farage als das Aushängeschild der Brexit-Kampagne fungierte.

Die Brexiteers sind ein faszinierendes Völkchen; obwohl jeder, der nicht nur Schaumstoffkügelchen im Kopf hatte, wußte, daß Englands EU-Austritt ein Desaster werden mußte, beharren sie weiterhin darauf alles planen und managen zu können.
Allein, auch nach einem halben Jahr ist die Regierung May-Johnson noch völlig ahnungslos und kann nicht mal Rudimente eines Konzepts vorlegen.
Brexit-Posterboy Boris blamiert sich dabei international derartig, daß man fassungslos danebensteht und überlegt, ob der Mann wohl fähig ist sich morgens allein anzuziehen.

 […..] Der britische Außenminister Boris Johnson hat mit seinen Plänen zum EU-Binnenmarkt heftige Kritik auf sich gezogen. Im Gespräch mit dem italienischen Industrieminister, Carlo Calenda, forderte Johnson laut Guardian einen zollfreien Warenverkehr auch nach dem Brexit. Ansonsten werde Großbritannien weniger Prosecco aus Italien importieren. "Er sagte: ‘Sie werden weniger Prosecco verkaufen.’ Ich sagte: ‘Ok, aber Sie werden weniger fish and chips verkaufen. Aber wir werden an ein Land weniger Prosecco verkaufen, Sie verkaufen weniger an 27 Länder.’  Das Thema auf dieser Ebene zu besprechen, ist tatsächlich beleidigend", sagte Calenda dem Sender Bloomberg.
Auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hat den britischen Forderungen nach einem vollen Zugang zum EU-Binnenmarkt nach dem Brexit eine Absage erteilt. Die Überlegungen des britischen Außenministers bezeichnete Dijsselbloem in der BBC als "intellektuell unmöglich" und "politisch unerreichbar". Dem US-Sender CNBC sagte er, Johnson verhalte sich nicht "realistisch und fair den britischen Wählern" gegenüber.
Johnson hatte auch der tschechischen Zeitung Hospodarske Noviny gesagt, Großbritannien werde wohl die EU-Zollunion verlassen müssen, aber weiterhin Freihandel mit den EU-Staaten betreiben können. Er hielt außerdem daran fest, die europäische Einwanderung begrenzen zu wollen. Es sei ein "absoluter Mythos" zu sagen, dass die Freizügigkeit eine der Säulen der EU sei.   […..] Dijsselbloem sagte dazu, Johnson mache den Briten Angebote, die gar nicht zur Debatte stünden. […..]

Nicht nur doof, sondern auch dreist.

Offenbar haben die Insulaner immer noch nicht verstanden, daß sie sich nicht nach Belieben die Vorteile der EU erhalten können, ohne aber Pflichten zu erfüllen und Zahlungen zu leisten.

Es wird kommen, wie es kommen muß. Unabhängig davon wie sehr sich die konservative englische Regierung noch blamiert, wird das Land ökonomisch eine gewaltige Bauchlandung erleiden.

[…..] Philip Hammond […..] ist jetzt Finanzminister, und obwohl das ein Posten mit noch mehr Einfluss ist, heißt es in Westminster, dass Hammond den Tag seiner Ernennung verfluche. Das liegt auch daran, dass Hammond, der für den Verbleib in der EU war, nun manchmal erklären muss, der Brexit sei eine Chance für Großbritannien.
[…..] Bis Ende März kommenden Jahres will [Premierministerin] May die Institutionen in Brüssel offiziell vom Austrittswunsch der Briten unterrichten. Das würde der Beginn einer zwei Jahre währenden Verhandlungsphase sein, in der die Details des Austritts festgelegt werden. Die beiden Hauptanliegen Großbritanniens sind erstens, eine Kontrolle der Einwanderung aus EU-Staaten und zweitens, der Wunsch, Teil des europäischen Binnenmarktes zu bleiben. Diese Ziele galten bisher als unvereinbar. Merkels Äußerung, dass man über die Freizügigkeit zumindest diskutieren könne, hat in der Brexit-freundlichen Presse zu Spekulationen darüber geführt, dass die EU nun wohl doch dazu bereit sei, über einen ihrer ehernen Grundsätze zu verhandeln. […..]

[…..] Kriselnde Wirtschaft, sinkende Steuereinnahmen: Laut "Financial Times" droht der britischen Regierung ein gigantisches Haushaltsloch von 116 Milliarden Euro. Schuld ist der Brexit. […..]
Der Bericht kommt knapp eine Woche vor der Haushaltsrede des britischen Schatzkanzlers Philip Hammond am kommenden Mittwoch. Er weckt Zweifel an den Ankündigungen der Regierung, die Konjunktur mit erhöhten Staatsausgaben und Steuersenkungen in Schwung halten zu können. […..]

Es hilft natürlich niemand, wenn ein Land ökonomisch in die Knie geht.
Die Briten werden leiden und aufgrund der internationalen Verflechtungen hat das für viele andere auch böse Folgen. Die Exportnation Deutschland wird einer der Hauptleidtragenden sein.

Sich aber ökonomisch selbst zu kastrieren, weil man lieber Fremdenfeindlichkeit und Schwulendiskriminierung frönt, ist ein notweniges Übel.

Für die französische Präsidentschaftswahl am 23.04./07.05. 2017 ist es unumgänglich das negative britische Beispiel vor Augen zu haben, um die nationalistische Rassistin Le Pen zu stoppen.

Die Franzosen könnten von dem negativen Beispiels Englands profitieren, indem sie sich nicht auch nationalistischen Impulsen hingeben, wenn sie sehen welch einen dramatischen wirtschaftlichen Absturz der Brexit verursacht, bevor er überhaupt eingeleitet ist.

Daher setze ich auch auf eine ordentliche Rezession in Amerika, wenn das orange Monster Millionen Menschen deportiert und den Milliardären die Steuern streicht.

Menschen sind nicht so klug, um vorher darüber nachzudenken was sie wählen und was das für Konsequenzen haben könnte.
Sie müssen es erst auf die harte Tour lernen.
Man muß die Amerikaner wie einen noch nicht stubenreinen Hund am Hinterkopf packen und sie mit der Nase in die eigene Scheiße drücken.

Vielleicht wählen sie dann ja 2018 wenigstens den Kongress etwas vernünftiger.

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