Dienstag, 22. November 2016

Überflüssige Studien – Teil X

Nach wie vor gilt eben: Traue keiner Umfrage, die du nicht selbst gefälscht hast.

Zu diesem Schluß war ich gerade gestern mal wieder gekommen, als es um die windige Datenlage der YouGov-Studie ging, nach der die Deutschen nicht Populismus-anfällig sind.

Welchen Sinn hat es schon Ergebnisse von „Studien“ zu zitieren, wenn diese nicht repräsentativ und ausschließlich online in sozialen Netzwerken erstellt wurde?

Aber auch seriöse Untersuchungen rechtfertigen oftmals nicht den Aufwand ihrer Erhebung, wenn am Ende ein Ergebnis geliefert wird, das sich ohnehin jeder an drei Fingern abzählen konnte.

Wieder einmal eine sinnlose Befragung.

Jetzt habe ich schon so viele Simpel-Zusammenhänge dargestellt - Religiöse haben einen niedrigeren IQ als Atheisten, Dümmere sind auch konservativer und Konservative sind religiöser - und wieder einmal hat sich jemand die Mühe gemacht einen zu erwartenden Zusammenhang empirisch zu untermauern.

Heute wissen wir auch aus der Hirnforschung, daß religiöse Menschen einen signifikant niedrigeren IQ als Atheisten haben.

Je höher die Bildung, desto größer die Neigung kritisch zu hinterfragen, selbst zu denken und nicht einfach blind den Vorgaben eines Predigers zu folgen.


Diesen Beobachtungen schloss sich nun Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen an und veröffentlichte eine Sonderauswertung der Studie „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ der Autoren Prof. Beate Küpper, Hochschule Niederrhein und Prof. Andreas Zick, Universität Bielefeld.

Die Ergebnisse sind wie immer:

Schwulenhass ist umso verbreiteter, je ungebildeter und religiöser man ist.

Ein Fünftel der Befragten in Nordrhein-Westfalen neigt zu homophoben Einstellungen.
Homophobie ist bei den Älteren, in der Tendenz auch bei den weniger Gebildeten, Männern, Befragten mit Migrationsgeschichte und auf dem Land verbreiteter.
Grundlegende Werthaltungen fördern oder schützen vor Homophobie: Mit zunehmender Religiosität, einer ablehnenden Haltung gegenüber kultureller und religiöser Vielfalt und einer autoritären Grundhaltung nehmen homophobe Einstellungen zu.
Mit der politischen Selbstpositionierung von Links über die Mitte nach Rechts nehmen homophobe Einstellungen zu. Wer sich politisch machtlos fühlt, neigt eher zu Homophobie. Darüber hinaus sind politische Einstellungen etwa zur Demokratie für Homophobie unbedeutend.
Eine gewisse Rolle spielt zudem die Abschätzung sozialer Beziehungen. Wer seine sozialen Beziehungen nach Kosten-Nutzen bewertet und wer über mangelnde soziale Unterstützung klagt, tendiert eher zu Homophobie.
Mit zunehmendem Einkommen sinken homophobe Einstellungen. Allerdings spielt die eigene finanzielle Lage verglichen mit anderen Einflussfaktoren insgesamt kaum eine Rolle für das individuelle Ausmaß von Homophobie. So ist beispielsweise die Angst vor der eigenen Arbeitslosigkeit unerheblich.
Homophobie ist mit anderen Vorurteilen signifikant verknüpft. Wer homosexuelle Menschen abwertet, wertet mit größerer Wahrscheinlichkeit insbesondere auch Frauen, aber auch Migrantinnen und Migranten im Allgemeinen, Juden und Muslime und in der Tendenz sogar Langzeitarbeitslose, Obdachlose und Menschen mit Behinderung stärker ab. 


In Auftrag gegeben werden sinnlose Studien gern von Landesregierungen oder der Bundesregierung. Königin dieser Disziplin ist Bundeskanzlerin Merkel, die permanent Umfragen erstellen lässt, so daß sie sich immer nach dem richten kann, was die meisten Wähler nett finden und nicht etwa danach was richtig ist.
Die von Regierungen beauftragten Studien haben zwei große Vorteile – sie helfen der regierenden Partei wiedergewählt zu werden, indem sie sich zielgenau beim Wähler anbiedern und vor allem werden sie von jemand anders bezahlt – nämlich vom Steuerzahler.

Zuletzt schlug die Landesregierung in Dresden zu und wollte etwas völlig verrücktes wissen:
Könnte es womöglich Indizien dafür geben, daß die Sachsen ein bißchen fremdenfeindlicher als andere Deutsche sind?

Dazu wurde heute der Sachsen-Monitor mit einem ganz und gar verblüffenden Ergebnis der Öffentlichkeit präsentiert.

[…..] Ressentiments gegen Personen aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit sind in Teilen der sächsischen Bevölkerung verbreitet. So ist eine Mehrheit (58 Prozent) der Sachsen der Meinung, dass Deutschland in einem gefährlichen Maß »überfremdet« sei. Ein Indiz, dass der geringe Ausländeranteil im Freistaat wahrgenommen wird, liefert das Ergebnis, dass deutlich weniger Befragte (17 Prozent) der Auffassung sind, die persönliche Wohnumgebung sei in einem gefährlichen Maße »überfremdet«.
Auffallend ist, dass die 18-29-jährigen unkritischer gegenüber dem Nationalsozialismus eingestellt sind und auch ein Engagement zum Schutz der Demokratie im Schnitt als weniger wichtig einschätzen. Zudem teilen sie in hohem Maße etliche Ressentiments. Gleichzeitig ist in dieser Altersgruppe auch die Ablehnung menschenfeindlicher Einschätzungen überproportional ausgeprägt. [….]

Donnerschlach! Fremdenfeindlichkeit in Sachsen – wer hätte das gedacht?

Für dauerregierende Sachsen-CDU’ler wie Tillich und Ulbig muß das eine extreme Überraschung sein. In Dresden konnte man bisher nichts davon merken.

[…..] Die Sachsen sind deutlich fremdenfeindlicher als der Durchschnitt der Bevölkerung im Rest der Republik. Jeder Vierte im Freistaat will inzwischen die AfD wählen. […..]
"Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet" - sagen 18 Prozent der Deutschen und 58 Prozent der Sachsen. 16 Prozent bundesweit fordern: "Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden." In Sachsen meinen das 39 Prozent.
Und so setzt sich das fort, wenn es um Fragen zum Nationalismus geht. "Eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen" - das erklären acht Prozent der Deutschen und 18 Prozent der Sachsen. Dem Satz "Was Deutschland jetzt braucht, ist eine starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert" stimmen 23 Prozent der Deutschen und 62 Prozent der Sachsen zu. Elf Prozent der Sachsen, aber nur vier Prozent der Deutschen halten eine Diktatur für eine "im nationalen Interesse unter Umständen bessere Staatsform". Und ein "hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland" fordern 20 Prozent der Deutschen, aber 53 Prozent der Sachsen. […..]

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