Dienstag, 4. April 2017

Geronten-Glück

Da gehe ich extra erst um 21.00 Uhr in den Supermarkt, weil es dann so schön leer ist und muß dann trotzdem umständlich um irgendwelche Twens herum-manövrieren, die mit ihren dicken Einkaufswagen mitten im Weg stehen bleiben, weil sie offensichtlich von ihren Klugtelefonen aufgesaugt werden.
Ich hasse, verabscheue und verachte diese Typen.
Es ist eine Zumutung sich mitschämen zu müssen, wenn ich in Ruhe vor dem Yoghurt-Regal stehe und plötzlich genau neben mir ein Hipster in voller Lautstärke Banalitäten auf mich eingrölt. Ich gucke mich entsetzt um, will schon Hilfe rufen und merke, er steckt an einer Freisprechanlage und erzählt irgendwelchen anderen uninteressanter Hipstern uninteressante Storys seines irrelevanten Lebens.
Es ist unhöflich öffentlich die Mitbürger akustisch so zu belästigen.
Da lobe ich mir die Ghettoblaster aus den 1980ern, die von den coolen Kids auf den Schultern herumgetragen wurden.
Das war zwar auch pures Proletentum, aber wenn man davon belästigt wurde, wußte man wenigstens, daß man nicht persönlich gemeint war und konnte sich darauf konzentrieren die Ohrenfolter zu ignorieren.
Bei diesen Freisprech-Lautsprechern hingegen fühlt man sich zunächst erst mal persönlich angesprochen, muß sich aus seinem inneren Monolog lösen.
Das ist eine Invasion in die Privatsphäre. Blöde Smombies.

Immerhin gibt es auch einen Lichtblick. Nicht alle Twens sind total bekloppt.
Ausgerechnet aus Greifswald, dem fernen Osten Deutschlands also (Vorpommern), dringt hoffnungsvolle Kunde.

Zwei Jungs und ein Mädchen, Benjamin Fredrich, Sarah Podszuck und Sebastian Váczi, alle Endzwanziger, riefen 2015 ein neues Magazin des Namens „Katapult“ ins Leben.



Präsentiert werden sozialwissenschaftliche Themen, die durch spektakuläre selbstgemachte Infographiken verständlich gemacht werden.

KATAPULT wird seit dem 30. März 2016 vierteljährlich gedruckt und in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Lichtenstein und der Schweiz vertrieben. Das Magazin ist 100 Seiten stark und wird pro Ausgabe 20.000 mal gedruckt. [….]

Das Jahres-Abo kostet gerade mal 19.90 Euro.
Natürlich habe ich es sofort abonniert.
Ich empfehle die Zeitschrift hiermit ausdrücklich und dringlich.

Das Magazin behandelt ausschließlich Themen der Sozialwissenschaft (Politik-, Wirtschafts-, Rechts-, Sprach- und Geschichtswissenschaft). Das konkrete Ziel besteht darin, sozialwissenschaftliche Erkenntnisse auf kreative Weise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Somit sollen auch komplexere Inhalte sozialwissenschaftlicher Forschung populärwissenschaftlich publiziert werden. Katapult wird auch in mehreren Sprachen, vornehmlich aber in deutscher und englischer Sprache, angeboten. Die Mehrsprachigkeit soll ermöglichen, auch über nationale Grenzen hinweg Wissenschaft zu vermitteln und einen Austausch zwischen Wissenschaftlern anzustoßen. Die Karten sollen dabei die Verständlichkeit verbessern.[….]

Auch ZAPP mit dem sehr erfreulichen neuen Moderator Constantin Schreiber ist voll des Lobes.