Montag, 29. Januar 2018

Kann man sich nicht ausdenken – Teil IV

Trump wirkt; seine unablässige Hetze gegen die unliebsame Presse, ruft irre Mörder auf den Plan.


Man könnte meinen, daß so ein Typ, der unverhohlen zur Gewalt aufruft und systematisch ein Klima des Hasses schafft, längst im Knast sitzen müßte.
Aber in Amerika läuft das anders. Da ist der Typ, der Behinderte nachäfft, unablässig lügt wie gedruckt, immer wieder wüst rassistische Statements abgibt und Dutzendfach Frauen sexuell belästigt, Präsident.

Herr Kaeser, Vorstandsvorsitzender eines der größten deutschen Konzerne, zeigte schon mal in Davos beim sogenannten „Weltwirtschaftstreffen“ wie die aufgeklärten und seriösen Deutschen mit so einem kopflos-destruktiven Proleten umgehen:
Man krieche Trump möglichst weit in den Hintern und verkünde öffentlich Milliarden Euro und tausende Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, um ins gelobte Trumpistan herüberzumachen.

[….] Szenen des Abendessens vom Donnerstagabend: Am Tisch mit Trump saßen 15 Topmanager aus Europa, darunter Siemens-Chef Joe Kaeser und SAP-Boss Bill McDermott, die beide direkt neben den Präsidenten platziert wurden. Der Präsident wirbt für Investitionen in seinem Land, und die Manager machen mit bei dieser Runde. "Glückwunsch zur Steuerreform", sagt Kaeser zu Trump.
Niedrigere Steuersätze für Konzerne - so etwas finden alle Vorstandsvorsitzenden gut, vor allem wenn man wie Siemens fast 20 Milliarden Euro in dem Land umsetzt, gut ein Viertel des Umsatzes insgesamt. Dann aber ging Kaeser noch einen Schritt weiter und berichtete, dass man eine neue Generation von Gasturbinen in den USA entwickeln werde. "Oh, das ist fantastisch", antwortet der Präsident, schwer beeindruckt von dem Gast aus München. […..]

(Ich vermisse ein Statement der ultra-unternehmerfreundlichen Neonationalen Spahn/Dobrindt/Lindner zu der SAP-Siemensschen Form des ökonomischen Patriotismus.)

Wen kümmern Trumps Weltkriegszündeleien, seine Zerstörung des sozialen Gefüges, des Anstands und der Moral, wenn der Mann die Milliardäre durch seine Tax-Politik rasant reicher macht?

Wenig hundert Superreiche in Amerika trieben diese massive Geldumverteilung zu Gunsten des reichsten Promilles der Amerikaner voran – sie werden nun noch mehr Milliarden scheffeln, während Millionen Ärmere ihre Krankenversicherung verlieren.

[…..] Most Americans know that the tax plan is payback for major Republican donors. Gary Cohn, Trump’s lead economic advisor, even conceded in an interview that “the most excited group out there are big CEOs, about our tax plan.”
Republican Rep. Chris Collins admitted, “My donors are basically saying, ‘Get it done or don’t ever call me again.’”
Senator Lindsey Graham warned that if Republicans failed to pass the tax plan, “the financial contributions will stop.”
By passing it, Republican donors will save billions – paying a lower top tax rate, doubling the amount their heirs can receive tax-free, and treating themselves as “pass-through” businesses able to deduct 20 percent of their income (effectively allowing Trump to cut his tax rate in half, if and when he pays taxes).
They’ll make billions more as their stock portfolios soar because corporate taxes are slashed.
The biggest winners by far will be American oligarchs such as the Koch brothers; Peter Thiel, the Silicon Valley investor; Sheldon Adelson, the Las Vegas casino magnate; Woody Johnson, owner of the New York Jets football team and heir to the Johnson & Johnson fortune; and Carl Icahn, the activist investor.
The oligarchs are the richest of the richest 1 percent. They’ve poured hundreds of millions into the GOP and Trump. Half of all contributions to the first phase of the 2016 election came from just 158 families, along with the companies they own or control. […..]

Die GOP ist gekauft. Macht sie nicht weiter klar einseitig zu Gunsten der Ultrareichen Politik, gibt es eben kein Geld mehr.

Demokratie und Wahlen können da nur stören.
Klar, einige aufmüpfige Ewig-Linke, Baum-Umarmer und Sozialromaniker nörgeln zwar jetzt rum, wollen einen weiteren Durchmarsch der Republikaner bei den diesjährigen Zwischenwahlen verhindern.

Zum Glück entschied der von rechten Richtern durchsetzte Supremecourt bereits 2010, daß die Superreichen Wahlen und Kandidaten über ihre Super-PACs kaufen dürfen.
Das „Citizens United“-Urteil gilt als folgenschwerste juristische Fehlentscheidung seit 100 Jahren und ermöglichte es Typen wie Trump an die Macht zu kommen.

Die Koch-brothers haben über das gleiche Wahlrecht triumphiert und können sich passende Gesetze kaufen. Und Politiker. Und Mehrheiten. Und Regierungen.

[…..] Sie sind reich, sie sind einflussreich: Mit Spenden in Millionenhöhe unterstützen die Koch-Brüder die US-Republikaner bei den Midterm Elections. Sie fürchten, dass sonst die Mehrheit verloren geht.
Das konservative Koch-Netzwerk plant offenbar, die US-Republikaner bei den anstehenden Midterm Elections mit etwa 400 Millionen Dollar zu unterstützen. Das wurde am Rande eines Treffens von Offiziellen des Netzwerkes in Kalifornien bekannt.
[…..] Siegen bei den Midterm elections überwiegend Kandidaten der Partei, die nicht den Präsidenten im Weißen Haus stellt, gilt dieser als angezählt.
Dies will das Koch-Netzwerk verhindern. […..] Die aktuelle Spendensumme falle sogar noch 60 Prozent höher aus, als die Unterstützung der Republikaner im Wahlkampf 2016, sagten Offizielle am Rande des Treffens. […..]

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