Mittwoch, 17. Januar 2018

Rage of white men.

Rassistische und islamophobe Hetzer des Schlages David Berger oder Donald Trump haben es leicht.
500 Millionen Menschen leben und Europa, 330 Mio in den USA.
Mit Kanada, Neuseeland, Australien, Russland kommt man also auf eine Referenzgröße von rund einer Milliarde weißer „Abendland“-Menschen.
Da kann man leicht aus den Newstickern regelmäßig irgendeinen Straftäter herauspicken, der dunkelhäutig und/oder muslimisch ist, um seine miese Hassbotschaft zu transportieren.

„Sehr nur her, schon wieder hat so ein minderwertiger Dunkelmensch einem von uns etwas angetan! Wir müssen uns endlich wehren und das Pack rausschmeißen/abschieben/wegsperren.“

Das ist Pauschalisierung auf unterstem Niveau. Ein Muslim ist böse, also sind alle 1,4 Milliarden Moslems böse.
Ein Muslim ist Terrorist, also sind alle Muslime Terroristen.

Pauschalisierungen aufgrund von Rasse oder Religion sind ohnehin absurd, weil der soziokulturelle Hintergrund, die Bildung und Wohlstand eher ein Indikator für Kriminalität sind.

Islamophobe Hetzer, die alle deutschen Probleme mit Kriminalität auf „den Islam“ schieben, kann man ganz leicht mit dem Gegenbeispiel Iran zu fassen bekommen.
Es gibt de facto keine Kriminalität oder Integrationsproblematik durch Iraner in Deutschland, obwohl sie weitüberwiegend ebenfalls Muslime sind.
Wieso das so ist, lässt sich leicht erklären. Während in den 1960er Jahren die am schlechtesten gebildeten Türken als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, waren es im Zuge der Ayatollah-Revolution von 1979 in erster Linie Intellektuelle und Akademiker, die aus dem Iran nach Deutschland flohen.
Daher  sind typische Berufe von Deutsch-Iranern heute auch Architekt oder Chirurg.
Natürlich gibt es mit „denen“ keine Probleme, obwohl sie dem Islam angehören.

Der zweite Grund weswegen rassistische/religiöse Pauschalisierungen wohl zur Hetze, nicht aber als echte Argumente taugen, ist die nicht gewährte Repräsentativität.
Greift man sich aus einer Hetzseite wie Bergers PP-Blog ausschließlich durch muslimische Asylanten begangene Straftaten heraus, entsteht schnell der Eindruck alle Straftaten würden von ihnen begangen, oder jedenfalls die große Mehrheit.

Die Statistik gibt das aber beim besten Willen nicht her.

In den US werden zehn Mal mehr Menschen versehentlich von Kindern getötet („Toddler-Terror“), als von islamischen Terroristen.
US-Cops sind sogar 100 mal tödlicher als Islamisten.


Natürlich würden Trump und Berger so eine Tatsache nie erwähnen.
Daher werden auch Mass-Shooting mit weißen oder christlichen Tätern diskret verschwiegen, während sofort wüst losgetwittert wird, wenn der Täter dunkleren Teints ist.


US-Senator Cory Booker, ohnehin noch en brasse, weil Trumps völlig verblödete Heimatschutzministerin keine Probleme mit dem Shithole-Vokabular ihres Chefs hatte, wies heute bei Chris Cuomo auf die tödlichsten Attacken hin.

Seit dem 11.September 2001 gab es in Amerika 85 major attacks, von denen 73% von white Supremacists gegen Minderheiten durchgeführt wurden.

[….] White Men Have Committed More Mass Shootings than Any Other Group. [….] “There’s a feeling of entitlement that white men have that black men don’t," criminologist James Alan Fox told The Washington Post in 2012. "They often complain that their job was taken by blacks or Mexicans or Jews. They feel that a well-paid job is their birthright. It’s a blow to their psyche when they lose that. ... If youre a member of a group that hasnt historically experienced unemployment, theres a far greater stigma to [losing a job] than those who have." [….]

Also wenn man schon pauschalisieren will, dann sind ganz klar weiße christliche Männer die gefährlichste Gruppe in Amerika.
Statt „complete shutdown for all muslims“ sollte Trump also lieber die ganzen  white christian hategroups aus dem Land werfen, wenn er etwas gegen die Terrorgefahr unternehmen möchte.
Blöd nur, daß sich aus ihnen auch seine treueste Wählerbasis rekrutiert und er sie daher für „very fine people“ hält.

[…..]  In fact, America has been here 273 times in 2017 alone, according to the Gun Violence Archive, which compiles deaths and injuries from shooting incidents and defines a mass shooting as any incident where four or more people are wounded or killed. According to their tally, there have also been 11,698 deaths as a result of gun violence so far this year. Between 2001 and 2014, 440,095 deaths by firearms occurred on US soil, while deaths by terrorism during those years numbered 3,412. Today, America faces approximately one mass shooting per day on average.
Mass shootings are a violent epidemic that have been met with fatal passivity for far too long. If mass shootings were perpetrated mostly by brown bodies, this would quickly be reframed and reformed as an immigration issue. If thousands died at the hands of black men, it would be used to excuse police brutality, minimize the Black Lives Matter movement and exacerbate the "raging black man" stereotype. If mass shooters identified as Muslim, it would quickly become terrorism and catalyze defense and security expenditures.
But this is a white man's problem. According to an analysis by Mother Jones, out of 62 cases between 1982 and 2012 (a time period that would not include the actions of Dylann Roof or Stephen Paddock, among others), 44 of the killers were white men and only one was a woman. Since 1982, mass shootings in the United States have been committed by white men who are often labeled "lone wolves" or "psychologically impaired." As a result, the government that would otherwise be mobilizing its institutions to bring about reform remains a stalwart of the Second Amendment and mass shootings' greatest ally. An over-affinity for guns among white men, dangerous against any other backdrop, gets defended as patriotism by many conservatives or even as white pride by those on the alt-right. [….]

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