Samstag, 1. Juni 2019

Impudenz des Monats Mai 2019

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Den Titel erhält diesmal der sogenannte „Stalin-Club“ (auch „Nahles-Kamarilla“) in der SPD.

Hurra, in der neuen Forsa-Umfrage liegen die Grünen bundesweit mit 27% vor der CDU/CSU (26%) unter die SPD rauscht auf ein niemals für möglich gehaltenen Tiefstand von 12% zurück.
Möglich machen es neben der Parteivorsitzenden selbst insbesondere die ihr 100%ig ergebenen Getreuen um sie herum, die sie komplett von der realen Welt abschirmen und daher ein Hauptgrund dafür sind, daß Nahles immer und immer wieder die Stimmung in der Bevölkerung und Parteibasis katastrophal falsch einschätzt.

[…..]   Der damalige SPD-Chef Franz Müntefering wollte einen Vertrauten zum Generalsekretär machen. Nahles zog an den Strippen, gewann im Vorstand mit 23:14. „Münte“ schmiss hin. […..]
Nahles und ihre Boygroup könnten die Stimmung falsch eingeschätzt haben. Nicht zum ersten Mal hätte ihr Frühwarnsystem versagt. Nach dem Rücktritt von Schulz im Februar 2018 wollte Nahles sofort Parteichefin werden. Nix da, sagte der Vorstand.
[…..] Statt beim Parteitag im April 2018 die harmlose Gegenkandidatin Simone Lange einzubinden, attackierte Nahles sie. Ergebnis: 66 Prozent. Im Herbst 2018 unterschätzte das Team Nahles in der Maaßen-Affäre den Tsunami an der Parteibasis komplett. Sie blieb auch deshalb an der Spitze, weil niemand in der SPD den Schleudersitz haben will. […..]

Andrea Nahles ist durch und durch eine Netzwerkerin, die ist die Inkarnation eines Apparatschiks.
2013 bekam die SPD in der zweiten Merkel-Groko das mit Abstand größte und reichste Ministerium zugesprochen: Das Sozialministerium mit seinem über 120 Milliarden-Etat.
Es war einigermaßen absurd einer Berufsanfängerin diesen Knochenjob zu geben. Nahles hatte nie einen Job auf dem freien Arbeitsmarkt, keinerlei Verwaltungserfahrung, gehörte nie einer Regierung an. Ihre einzige „Qualifikation“ ist ihre Groschenroman-Kenntnis, die sie mit ihrer Magistraarbeit mit dem Titel Die Funktion von Katastrophen im Serien-Liebesroman unter Beweis stellte.
Nun sollte sie das gewaltige Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit seinen riesigen sieben Abteilungen und insgesamt über 1200 Mitarbeitern; darunter gleich fünf Staatssekretäre, leiten.
Was dann kam, war wenig überraschend. Politisch blieb sie einfallslos, vermochte es in vier Jahren nie die gewaltige Macht so einzusetzen, daß die Bevölkerung davon einen positiven Eindruck bekam. Alle ihre politischen Initiativen waren lau, inkonsequent und schwach.
Nahles machte sich stattdessen zur Dirk Niebel und nutzte die Ressourcen ihres Hauses, um ihren Getreuen Jobs zu verschaffen, engste Vertraute zwischenzulagern und verwandelte die Leitungsebene zu einem Verwahrort von JUSO-Altkadern, die ihr die Treue schworen und an einem großen Plan arbeiteten:
Da gegen Merkel keine Wahl zu gewinnen ist und sie somit 2017 erneut Kanzlerin werden würde, sollte Nahles bis zum Jahre 2021 ihre Hausmacht festigen, um dann als Kanzlerkandidatin die Wahl zu gewinnen.
Ihre persönliche Garde sorgte aus der sicheren Burg des BMAS heraus dafür innerparteiliche Gegner von Nahles kalt zu stellen.
Die lästige Tagespolitik hingegen überließ sie völlig den Ministerkollegen. So waren es Maas und Gabriel, die sich PEGIDA, den Montagsdemos, dem aufkommenden AfD-Hass auf Minderheiten und den populistischen xenophoben Töne aus der CSU entgegenstellten. Immer wieder saß Justizminister Heiko Maas als Haupthassobjekt der Ultrarechten in den Talkshows, um den wutschnaubenden GaulandhöckeStorchPetrys Paroli zu bieten.
Nahles kam in den vier Jahren als Superministerin nie mit einer Stellungnahme zum Thema Flüchtlingshass hinter ihrem Chefsessel hervor.
Sie netzwerkte und investierte ihre gesamte Energie in das Projekt „Nahles for Bundeskanzlerin 2021“.

[…..] Nahles […..] ist von einer Boygroup umgeben, die sie seit Juso-Zeiten kennt. Überall in Partei, Fraktion und Regierung sitzen langjährige Vertraute.
Benjamin Mikfeld ist Abteilungsleiter im Vizekanzleramt von Scholz. Annen erfährt von Außenminister Heiko Maas aus erster Hand, was in der Welt abgeht. Björn Böhning, viele Jahre Strippenzieher für Berlins Regierenden Michael Müller, ist Staatssekretär im Arbeitsministerium, Nahles’ früherer Wirkungsstätte. Alle drei waren unmittelbar nach ihr Vorsitzende der Jusos, der kampferprobten SPD-Nachwuchsorganisation.
Dort lernten sie von der Pike auf, wie agitiert und finassiert wird. Zum innersten Kreis des Machtsystems Nahles zählen darüber hinaus der Bundesgeschäftsführer im Willy-Brandt-Haus, Torben Albrecht, ihr Büroleiter Sebastian Jobelius, der Oberstratege Hannes Schwarz und die Pressesprecherin Lena Daldrup.
Diese vielen Männer und eine Frau bilden eine verschworene Gemeinschaft. Sie sind für die „Chefin“ Augen und Ohren in einer SPD, die nicht zu Unrecht oft als „Schlangengrube“ beschrieben wird. Für Nahles gehen sie durchs Feuer. Sie zahlt Loyalität mit Loyalität zurück. Intern lästern Gegner über den „Stalin-Club“, die „Nahles-Kamarilla“, die Abweichler teils rabiat auf Linie bringe und sich zu stark abschotte. […..]

Innerhalb der SPD wurde Nahles nach der Bundestagswahl 2017 tatsächlich zur Supermacht.
Aber ihre Kamarilla hatte sie inzwischen so erfolgreich von der Realität abgeschirmt, daß sie dem Gefühl erlag von allen geliebt zu werden und alles richtig zu machen. Daher kultivierte sie regelrecht ihre bizarren Sangesauftritte, ihre groteske Lache, das derbe Vokabular und den gruseligen Karnevalshumor.

Selbst Seeheimer-Chef Johannes Kahrs, der Nahles in der gegenwärtigen Megakrise klar unterstützt sagt heute im Mopo-Interview „ihr Humor ist mir nicht zugänglich“.

Nahles merkt aber nichts davon, weil sie wie einst ihr Idol Ratzinger von Gänswein von ihren Jüngern abgeschirmt und gelobt wird.
So unterliegt sie der irrigen Annahme jeder möge sie.
Umso schockierte ist sie zu den wenigen Gelegenheiten, wenn sie mit der harten Realität in Form von Wahlergebnissen konfrontiert wird. Auf SPD-Parteitagen brach sie schon in Tränen aus, weil sie vollkommen von ihren schlechten Stimmenergebnissen überrascht war.

Das was eigentlich eine Symbiose aus Nahles und ihren Jüngern sein sollte – die Chefin wird innerhalb der Partei geschützt und dafür steigen ihre Epigonen mit ihr ins Kanzleramt auf – entwickelte sich zu einer wechselseitig parasitären Beziehung.
Nahles mit ihrer schlechten Menschenkenntnis und mangelnden strategischen Intelligenz platzierte lauter Ja-Sager um sich herum, die sie zielsicher in die Jauchegrube führen. Allerdings werden eben diese rückgratlosen Nahles-Jünger allesamt mit ihr untergehen.

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