Donnerstag, 30. Januar 2020

Täterorganisation

Bei überparteilichen Initiativen sollte man die AfD nicht beteiligen.
Das ist eine Binsenweisheit. 

Recht hat er, der Klingbeil.
Der Spruch gilt übrigens auch für den massenhaften sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester. In dem Fall lässt man sogar ausschließlich die Brandstifter löschen. Viele deutsche katholische Bundesministerinnen sorgten nach dem Canisius-Megaskandal dafür, daß die Opfer gar nicht erst gefragt wurden und überließen den Tätern und Vertuschern sowohl die „Aufklärung“ als auch die Entscheidung über mögliche Entschädigungszahlungen und deren Höhe.
Anders als in Holland, Irland, Australien oder den USA kam niemand in der frommen Bundesregierung auf die Idee wegen der paar Myriaden gefolterten und sexuell missbrauchten Kinder eine staatliche Untersuchung zu beginnen.

Verblüffenderweise ist nach zehn Jahren Brandursachenforschung durch die Brandstifter noch NICHTS gelöscht. Keine katholischen kirchlichen Konsequenzen. Surprise Surprise.
Ja selbstverständlich sind die steigenden Kirchenaustrittszahlen ein gutes Zeichen.
Aber immer noch scheint es mehrheitlicher gesellschaftlicher, medialer und politischer Konsens zu sein, den Verein zu schützen, der durch seine Strukturen und Regeln nicht nur aktiv Pädosexuelle anlockt, sondern diese auch noch gezielt auf Kinder, Jugendliche und Schutzbedürftige loslässt.
Man stelle sich vor Taubenzüchter, Briefmarkensammler oder MX5-Liebhaber hätten unter dem schützenden Dach ihrer Vereine auch nur 1% der Minderjährigen sexuell missbraucht wie die RKK.
Würden Familienministerin, Justiz und Zeitungen dann auch großzügig darüber hinwegsehen, keinen Handlungsbedarf erkennen und den Vereinschefs selbst überlassen, ob sie etwas verändern möchten?
Das Prinzip der „Freiwilligkeit“ mit dem insbesondere die Lobby-getriebenen Minister Altmaier und Klöckner schein-regieren ließe sich doch auch kostensparend in der Justiz anwenden.
Wenn ein Bankräuber vor Gericht steht, würden dementsprechend Staatsanwalt und Richter nach Hause gehen, den Angeklagten bitten selbst auf dem Richterstuhl Platz zu nehmen, um ein Urteil nach seinem Belieben zu sprechen.
Würde die nächsten zehn Jahre kein Bankräuber verurteilt werden, würden die zuständigen Minister nicht etwa das Verfahren in Frage stellen, sondern den Bedeutungsverlust des Bankräuberberufs beklagen.
Nein, das ist kein Witz. Zehn Jahre nach Canisus beschäftigen sich die großen Medien wie die Tagesschau nicht etwa mit den tausenden Menschen, deren Leben zerstört wurde und dafür nur den bischöflichen Mittelfinger gezeigt bekommen, sondern sie sorgen sich um die RKK:

[…..] Ist die katholische Kirche noch zu retten?
[…..] Neun Bistümer bilden im Frankfurter Priesterseminar ihren Nachwuchs aus. Zusammen bringen sie es derzeit auf 16 Priester-Anwärter. Bedenkt man, dass maximal die Hälfte der Männer sich am Ende weihen lässt, heißt das: Manche Bistümer dürfen in den kommenden Jahren bloß einen in Deutschland ausgebildeten neuen Seelsorger begrüßen.
Unter einigen Leitern der Priesterseminare macht der Begriff der Nulllinie die Runde. In der Medizin heißt das: Herzstillstand.
[…..] Rom hat sich bereits vor Beginn der Frankfurter Reform-Diskussionen in Stellung gebracht. Es dürfe keinesfalls deutsche Sonderwege geben, mahnt der Vatikan.
[…..] Am Zölibat will der Großteil des Nachwuchses nicht rütteln. Es sei schließlich die Lebensweise Jesu gewesen, sagt Felix Lamberti. Und doch: "Es ist eine Haltung, die man einnimmt, aber immer wieder in Frage stellt." […..]  Die Kirche habe ein Glaubwürdigkeitsproblem. "Wer Menschlichkeit will, muss Menschen, die in ihrem tiefsten Inneren verletzt sind, doch helfen". Zehn Jahre sei es nun her, dass der Missbrauchsskandal aufgedeckt worden sei. Es könne nicht sein, dass Opfer immer noch keine Entschädigungen von der Kirche bekommen hätten. […..]

Die Doofheit ist mit Händen zu greifen. Da begeben sich Menschen freiwillig in die zentralistisch und absolutistisch geführte größte Verbrecherorganisation der Weltgeschichte, die ungestraft auch als Kinderfickersekte bezeichnet werden darf und in der an der Spitze der Stellvertreter Gottes mit Primatialgewalt, höchster, voller, unmittelbarer und universaler ordentlichen Gewalt, Höchstgewalt (potestas suprema); Vollgewalt (potestas plena), Universalgewalt (potestas universalis), bischöflicher Gewalt (potestas vere episcopalis) und frei ausübbarer Macht steht. Und sie wundern sich, daß keine Basisdemokratie herrscht?
Was sollen zwei Jahre synodale Beratungen derjenigen, die rein gar nichts zu sagen haben?

Es hilft nur eins: Wir alle müssen uns täglich in unserem privaten Umfeld weiterhin bemühen die verbliebenen Kirchenmitglieder vom Austritt zu überzeugen.
Die RKK ist nicht nur nicht zu retten, sondern sie sollte nicht gerettet werden! 

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