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Samstag, 26. September 2026

Drastische Erkenntnisresistenz

Die kognitive Dissonanz der Gesamt-CDU macht fassungslos.

Seit über zehn Jahren wächst die AfD auf Kosten der CDU und radikalisiert sich dabei immer mehr. Inzwischen liegen die Nazis bei bundesweiten Umfragen zehn Prozentpunkte vor der CDU.
Merz hat seine Partei runter in die Zehner-Zone gewirtschaftet.

Die Partei verachtet ihren eigenen Vorsitzenden und fliegt in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag, weil das Plagiieren der Rechtsextremen, genau wie von allen Experten (inklusive der eigenen Konrad-Adenauer-Stiftung) analysiert, immer nur das Original stärker macht und die konservativen Demokraten überall in Europa in die Einstelligkeit drückt.

[…] Man hört bei Springer, anderen Medien und Politiker:innen von CSU&CDU (AfD sowieso) ernsthaft immer noch den Take, dass die CDU nicht hart genug beim Thema Migration ist. Und deswegen verliert.

Nach 10 Jahren gegenläufiger Evidenz und zig Studien frage ich mich langsam, ob da Esoteriker am Werk sind.  [….]

(Gilda Sahebi, 26.09.2026)

Doch das Gros der CDUCSU zweifelt immer noch nicht am eingeschlagenen kontrafaktischen Irrweg. Nach dem demütigenden ersten Rauswurf aus einem Landtag überhaupt, schwingen unverändert die fatalistischen Vibes ihrer konservativen Vorgänger aus den 1920ern und 1930ern: Harter Anti-Links-Kurs und gleichzeitiges Anbiedern an die Nazis.

[…] Das Auschwitz-Komitee mit deutlichen Worten zu #Heidenau:

"Dies ist ein durchsichtiger und verabscheuungswürdiger Versuch, die Nazi-Opfer in Heidenau erneut aus der Stadt zu vertreiben und sie dort zu entsorgen, wo nach Ansicht der AfD ihre Erinnerung schon lange hingehört – auf dem Friedhof."

Außerdem verurteilen sie die CDU scharf dafür, dass sie hierbei mitgemacht hat. Was für eine unfassbare Schande. [….]

(Robert Fietzke, 26.09.2026)

Kaspar Johannes Schlattenmeier, Baby-CDUler aus Osnabrück, ist unzufrieden mit dem Kurs des tumben Nachäffens von AfD-Positionen durch seine Bundesparteiführung. Er sorgt sich, weil seiner CDU keine Problemlösungskompetenz mehr zugeschrieben wird und, noch schlimmer, die Glaubwürdigkeit abhandengekommen ist. Aber niemand hört auf Schlattenmeier oder Polenz.

Die CDU marschiert weiter in ihren Untergang. Zwar durchaus mit mulmigen Gefühl in der Magengrube, aber unfähig und unwillens ihren Nazi-Appeasementkurs zu ändern.

[….] Verliert die CDU ihren Status als Volkspartei? Nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern sind auch andere Landesverbände hochnervös. Der Glaube an Kanzler Friedrich Merz wankt erheblich. [….]

Im Main-Tauber-Kreis im Norden von Baden-Württemberg ist die christdemokratische Welt noch in Ordnung – zumindest an der Wahlurne. [….] Trotzdem könnte die Stimmung im Kreisverband schlechter kaum sein. Am Dienstag, bei der ersten Sitzung der CDU-Landtagsfraktion in Stuttgart nach den Wahlen in Mecklenburg‑Vorpommern und Berlin, fasste Reinhart die Lage nach Angaben von Teilnehmern so zusammen: „Die Gefahr, dass die CDU ihren Status als Volkspartei verliert, war noch nie so groß.“ Eine derart kritische Stimmung wie derzeit habe er noch nicht erlebt. [….] Es gebe bei den Mitgliedern der Jungen Union „eine große Fassungslosigkeit über die Kommunikation der CDU auf Bundesebene und zunehmende Wut auf die SPD im Bund“, sagt der JU-Landeschef Florian Hummel. Der CDU-Landesvorsitzende Manuel Hagel warnte Anfang der Woche sogar davor, dass inzwischen mehr auf dem Spiel stehe als die nächste Wahl: nämlich „die Zukunft der Christdemokratie als gestaltende Kraft der Mitte“. [….] Auch in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, lösen die Wahlergebnisse bei Christdemokraten Entsetzen aus. [….] Wüst sagte, für ihn als stolzen Christdemokraten sei solch ein Wahlabend „schlimm“ und „furchtbar“. [….] [….]

(SZ, 26.09.2026)

Es ist hoffnungslos.

Die CDU begreift es einfach nicht. Sie hält sich inhaltlich an die Nichtdemokraten und Menschenhasser. Sie predigt, wider jede Evidenz, neoliberale Trickle Down-Politik. Sie verschließt fest die Augen vor den Erkenntnissen jedes mit der Materie beschäftigen seriösen Wissenschaftlers und setzt voll auf Fossil-Energie gegen die Erneuerbaren. Das ist wederseriös, noch bürgerlich, sondern nekrophil.

[….] Statt aufarbeiten, was zum Verlust der Wahrnehmung als Volkspartei führt, betreibt die CDU weiter Abgrenzung nach links. Das freut vor allem die AfD. [….] Das Verhältnis der CDU zum Antisemitismus ist ein instrumentelles. Dass Merz Antisemitismus kürzlich als eine Form von Ausländerfeindlichkeit bezeichnete, spricht für sich. Die CDU nutzt die Vorwürfe gegen die Linke als Hebel, um Grüne und SPD unter maximalen Druck zu setzen, eine Koalition mit ihrem Berliner Wahlverlierer einzugehen.

Dahinter steckt die noch größere Furcht, dass eine rot-grün-rote Koalition tatsächlich anfangen könnte, Teile des Wohnungsbestands in Berlin dem Profitstreben zu entziehen, sprich große Immobilienkonzerne gegen Entschädigung zu enteignen. [….] In ihrem Furor gegen die „extreme Linke“ verliert die CDU zudem völlig aus dem Blick, dass die extreme Rechte, die sich immer wieder positiv auf jene bezieht, die rund sechs Millionen Jüdinnen und Juden planmäßig ermordeten, gerade dabei ist, ein Bundesland tatsächlich umzukrempeln. In Sachsen-Anhalt gibt es erste Absprachen zwischen der AfD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), man will zusammen den Landtagspräsidenten wählen und die Sitzordnung im Parlament so verändern, dass beide Parteien in der Mitte sitzen. [….] Das ist eine Kampfansage an die demokratische Mitte. Hier unternimmt die CDU noch nicht mal den Versuch, sich dieser Machtergreifung entgegenzustellen. Denn die Einladung der SPD zu Gesprächen, um eine Regierung ohne die AfD zu ermöglichen, schlug man diese Woche aus.

Bislang verhält sich die CDU leider genau so, wie es sich die AfD in einem Strategiepapier ausmalt: Sie polarisiert und treibt die Trennung vom linken Lager voran. [….] Es geht der AfD ums Ganze – und die CDU hat das offenbar immer noch nicht kapiert.  [….]

(Anna Lehmann, 26.09.2026)

Geschichte wiederholt sich. Wie 1933 wenden sich die C-Parteien gegen diejenigen, die auf der linken Seite für Demokratie und Menschenrechte eintreten.

Wie ihre Vorgänger-Parteien vor gut 90 Jahren, betätigen sich Christsoziale und Christdemokraten als Helferchen der Nazis, machen ihre Abscheulichkeiten salonfähig.

Freitag, 25. September 2026

Whataboutism für Prien, Thadeusz und Schuster

Der kriminelle Benjamin Netanjahu säße mit hoher Wahrscheinlichkeit im Gefängnis, wenn ihn nicht seine Immunität als Regierungschef schützte. Seine Ehefrau Sara und sein rechtsradikaler Sohn Jair stehen ihm kaum nach und könnten ebenfalls im Knast landen.

Der Israelische Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit klagte ihn 2019 wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Untreue in jeweils drei Fällen an: Der „Bezeq-Affäre“, der „Jediʿot-Affäre“ und der „Sara Geschenk-Affäre.“

Die meisten Völkerrechtler glauben zudem, er sei als Regierungschef verantwortlich für einen Genozid an den Palästinensern. Südafrika reichte 2023 Klage vor dem Internationalen Gerichtshof gegen Israel ein. Der Internationale Strafgerichtshof erließ 2024 einen Haftbefehl gegen Netanjahu wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seither eskalierte Netanjahu immer weiter. Seine rechtsradikalen Minister geben abscheulichste eliminatorische Äußerungen öffentlich von sich, mit denen sie ihren perfiden Sadismus, ihre Freude am Töten, nicht verhehlen.

Angesichts des Grauens in Gaza, wandelte sich Bibisrael zum Paria der Weltgemeinschaft. Wenn Bibi in der UNO spricht, zeigen die Delegierten, wie sie ihn verachten.

Als Freund Israels bereitet es mir geradezu physische Schmerzen, was Netanjahu seinem Land antut, wie er Israels Ansehen vollkommen ruiniert, jedes Vertrauen in den Staat zerschlug. Viele Israelis sehe es ebenso und wanderten aus, so daß es in Goa, den USA, Australien und vielen europäischen Hauptstädten wachsende Gemeinden liberaler Exil-Israelis gibt. Unglücklicherweise hat das fatale Folgen für die in Israel verbleibenden Staatsbürger, die immer mehr nach rechts rücken, da die Liberalen wegziehen, immer mehr fanatische Siedler aus der Diaspora kommen und sich die Ultraorthodoxen vermehren wie die Karnickel.

Einen eindrucksvollen Beleg für das desaströse Wirken Netanjahus bietet der Meinungsumschwung bei Israels engstem Verbündeten, den USA. Hier war die tiefe Freundschaft zu Israel über Jahrzehnte Staatsraison, Israel war in der gesamten amerikanischen Bevölkerung enorm beliebt und konnte sich auf die bedingungslose Unterstützung beider Parteien verlassen. Das ist vorbei.

Die bekannten jüdischen Polit-Influencer der USA – Brian Tyler Cohen, Aaron Parnas, Matt Bernstein, Josh Greene, Dash Dobrowski, David Pakman – sind allesamt entsetzt von Israels Politik und der Netanjahu-Regierung. Sie alle stellen sich ausdrücklich hinter die Forderung Zohran Mamdanis, den Israelischen Ministerpräsidenten in NY verhaften zu lassen.

Deutschland sollte angesichts der Geschichte nicht ausgerechnet an der Spitze der internationalen Israel-Kritiker stehen. Aber demonstrativ ganz stumm zu bleiben und Israel weiter Waffen zu liefern, ist feige, peinlich und dumm.

[….]  Der Saal applaudiert – bis auf die Delegation aus Berlin. Wie feige. […] Der heutige israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat schon 2017 seinen „Entscheidungsplan“ veröffentlicht. Die einfache Losung darin: Sieg durch Siedlung. Mehr Siedlungen sind gleich mehr Land sind gleich weniger Palästinenser. Den Palästinensern bleiben demnach drei Wege: sich unterwerfen, auswandern oder bekämpft werden. […] Die Welt sieht hin. Deutschland sieht weg. Und merkt nicht, wie allein es ist.

Wie alleine, das zeigte der erste Tag der UN-Generaldebatte in New York. Die Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland und an der Zerstörung im Gazastreifen zog sich am Dienstag durch den Saal. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Zweistaatenlösung vor unseren Augen auflöst“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Die Delegierten applaudierten. Die deutsche Delegation um Außenminister Johann Wadephul (CDU) nicht.

Dabei bekennt sich Berlin sonst stets zur Zweistaatenlösung. Doch wenn jemand ausspricht, dass diese gerade zerstört wird, rührt die Bundesregierung keine Hand. Nicht einmal für leichten Beifall. […]

(Sina-Maria Schweikle, 23.09.2026)

Ich schäme mich außerordentlich für Merz, Söder und Klöckner, für die deutschen Bibi-Fanminister Prien, Dobrindt und Wadephul, die nach Jerusalem pilgern, um Israels Politik zu adeln.

Es spricht also alles dafür, maximal über Israels Politik verärgert zu sein, Israelische Regierungsmitglieder zu sanktionieren. Von einer demokratischen Zivilgesellschaft erwarte ich heftige Proteste gegen die Zerstörung Gazas.

All das rechtfertigt aber keinen Antisemitismus. Antisemitismus ist niemals zu rechtfertigen. Aber man kann scharfe Israel-Kritik durchaus ohne Antisemitismus anbringen. Beides lässt sich trennen. Es kann nicht überraschen, wenn im Eifer der Emotionen, gerade bei Menschen mit palästinensischen Wurzeln, die notwendige Grenze immer mal wieder überschritten wird. Ich halte das für menschlich verständlich. Aber Profi-Politikern darf das niemals passieren.

(….) Es ist falsch, Israel-Kritik und Judenhass zu verquicken. Es gibt in Israel viele Bibi-Kritiker und es gibt unter den Israelischen Staatsbürgern viele Atheisten, aber auch Christen und Muslime.  Dummerle Merz weiß das natürlich nicht.   (….)  Merz plappert bar jeder Grundkenntnis antisemitische Codes von der „Judenfahne“ nach.

[….] Totalausfall von Friedrich Merz: [….]

Der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat mit gleich mehreren Äußerungen in seiner letzten Wahlkampfrede für Empörung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er die israelische Fahne als „Judenfahne“ und verbreitete Lügen über die Demonstrant:innen, die gerade im ganzen Land gegen rechts auf die Straße gehen. Nicht nur in den sozialen Medien hagelte es Kritik.  Wörtlich stelle Merz in seiner Rede bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung in München die rhetorische Frage, wo der „Aufstand der Anständigen“ geblieben sei, „als in diesem Land Palästinenserflaggen geschwenkt wurden, ‚From the River to the Sea‘ gesungen wurde, als Judenfahnen, als Fahnen des Staates Israel verbrannt wurden?“ [….] Die Berliner Grünen-Politikerin Bettina Jarasch kommentierte das am Wahlsonntag auf X: „‚Judenfahnen‘, Herr @FriedrichMerz? Echt jetzt? Noch alle Tassen im Schrank?“, schrieb die Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der vergangenen Landtagswahl in der Hauptstadt. […] Laut der International Holocaust Remembrance Alliance stellt es eine Form von Antisemitismus dar, den Staat Israel mit dem Judentum gleichzusetzen. In rechtsextremen Kreisen ist es weit verbreitet, die israelische Fahne als „Judenfahne“ zu bezeichnen. [….]

(Daniel Bax, 23.02.2025)

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der Mann, der sich von Amtswegen auskennen sollte, debakuliert sogar noch peinlicher als sein Herr. […] [….]  (….)
(Wieso ich mich so sehr für Deutschland schäme, 18.08.2025)

Wir, die deutschen Wähler, wußten das alles und schickten dennoch Fritze Merz ins Kanzleramt.

Und ja, selbstverständlich ist es doppelt unfair, alle Israelis für Bibi und sein Kabinett in Haftung zu nehmen. Darüber hinaus auch noch alle Juden für Israel in Haftung zu nehmen.

Aber niemand kann davon überrascht sein, daß genau das passiert. Bibi Netanjahu gilt als der international am meisten gehasste Regierungschef. Natürlich strahlt das auf das Image aller Israelis aus, gefährdet alle Juden in der Welt, auch wenn sie als säkulare Staatsbürger Netanjahu verachten und in London leben. Oder wenn sie gar keine Verbindungen zum Staat Israel haben und als atheistische Deutsche Dein ganz normaler Nachbar sind. (….)
(Antiamerikanismus, Antisemitismus, Islamophobie, 14.04.2026)

Es existiert viel zu viel Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft. Die übelsten judenfeindlichen Stereotype aus finsterste NS-Zeiten sind in allen Parteien zu Hause – am meisten bei AfD und CDU, am wenigstens bei den Linken.

Es verstört zutiefst, wenn CDU-Ministerin Prien, Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden und der Ungeheuerlichste von allen, Jörg Tadeusz vom RBB, im Land Berlin eine Regierung der CDU fordern und das ausgerechnet mit linkem Antisemitismus begründen.

[….] Nach dem Linken-Wahlsieg in Berlin übt der Zentralrat der Juden scharfe Kritik: Er warnt SPD und Grüne vor einer Regierungszusammenarbeit und sieht den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Gefahr.

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin warnt der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, Grüne und SPD davor, der Partei zur Regierung zu verhelfen. „SPD und Grünen muss klar sein: Wer der Linken Berlin den Weg in eine Landesregierung und damit ins Rote Rathaus ebnet, gefährdet unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und das jüdische Leben in der Hauptstadt“, teilte Schuster mit. Es zeige sich „ein systematisches Muster“, bei dem Antisemitismus in Teilen der Partei verharmlost und „als vermeintlicher politischer Aktivismus getarnt“ werde, so Schuster.   [….]

(STERN, 22.09.2026)

  

[…]  Bildungsministerin Prien hat die SPD und die Grünen vor einer Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin gewarnt.

"Jüdinnen und Juden können sich in Berlin nicht mehr sicher fühlen", wenn Spitzenkandidatin Eralp Regierende Bürgermeisterin der Stadt werde, so Prien in der ARD-Sendung maischberger.  Die CDU-Politikerin mit jüdischen Wurzeln bezog sich dabei auf den Umgang der Linken mit Vorwürfen wegen Antisemitismus. Sie erwarte nun Klarheit von Grünen und SPD "gegenüber einer radikalen Linken, die es hier in Berlin gibt. [….]

(Tagesschau, 22.09.2026)

[….] Der Beitrag, der wirklich Angst gemacht hat, war der Kommentar von Jörg Thadeusz vom RBB in den Tagesthemen. Ob die Parteispitzen von SPD und Grünen wirklich zum nächsten Gedenken an die Befreiung von Auschwitz erscheinen wollten, fragte er rhetorisch, „wenn sich Vertreter ihrer Parteien in Berlin mit dieser Linkspartei verbünden“. Und dann verwendete Thadeusz, der sich selbst als Teil der „vernünftigen Mitte“ bezeichnete, wie nebenbei die Parole „Wehret den Anfängen“ – um vor einer Berliner Landesregierung unter Elif Eralp zu warnen.

Für Thadeusz und andere Teile des „vernünftigen“ Bürgertums sind offenbar die Linken die neuen Nazis. Das ist eine Zäsur. Und zwar nicht nur, weil genau dieses Bürgertum den Nationalsozialismus einst ermöglichte, indem es wegsah, tolerierte, mitmachte. Oder, weil im Holocaust auch Zehntausende Kommunist:innen, Sozialist:innen, Anarchist:innen und Sozialdemokrat:innen ermordet wurden. Sondern weil es den Grundkonsens der Bundesrepublik angreift, mit den Lehren aus Auschwitz verantwortungsvoll umzugehen.  [….]

(Timm Kühn, 23.09.2026)

Eine sagenhafte Unverschämtheit! Insbesondere von CDU-Mitglied Prien, die in der Nachfolgepartei der Hitler-Enabler aktiv ist. Die Partei, die einen NSDAP-Mann als Kanzler und Parteivorsitzenden (Kiesinger) wählte und den NS-Verbrecher und Wegbereiter der „Nürnberger Rassegesetze“ Hans Globke als zentrale Figur im CDU-Bundekanzleramt einsetzte. Zehn Jahre war er Kanzleramtschef. Das stört Prien nicht, aber sie wütet gegen die SPD, die gegen Hitler stimmte, sie wütet gegen die Linken, deren Vorgänger von den Nazis ins KZ gebracht wurden.

Priens Partei ist nach der AfD die antisemitischste des Bundestags. Ihr eigener Parteichef und Bundeskanzler fällt immer wieder mit ungeheuerlichen antijüdischen Stereotypen auf. Nicht die Linken, nicht die Grünen, nicht die Sozis.

Der CDU-Generalsekretär Lukas Krieger in Berlin faselt NS-Sprech.

[….] In dem Video wird ein Hakenkreuz-Abzeichen gezeigt, anschließend blickt Krieger in die Kamera und sagt: »Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in Deutschland auch wieder als Deutsche erkennbar sind, dass Deutschland deutsch bleibt und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen.« [….] [….]

(Marten Brehmer 15.07.2026)

Schämen Sie sich gar nicht, Prien?

[….] Es brauchte nicht lange, bis der braune Mist dann jetzt bei der CDU an die Oberfläche gespült wurde. Das Internet vergisst halt nicht. Da ist etwa der heutige #Generalsekretär der CDU-Berlin, der - noch etwas jünger - in einem Video sagte, dass man gegen den „jüdischen Bolschewismus“ vorgehen und sich darum kümmern müsse, dass Deutsche in Deutschland auch erkennbar seien.

Auch kam jetzt heraus, dass in #Sachsen die CDU mit der A*D zusammen verhindert hat, dass Stolperstein für das Gedenken an jüdische Opfer des #Holocaust verlegt werden. Und wenig überraschend, da aus diverser Forschungsarbeit zum Thema #Antisemitismus bekannt: Laut einer Bertelsmann-Studie aus 2025 ist fast jeder dritte CDU-Anhänger der Meinung, #Juden hätten auf der Welt zu viel Einfluss; bei Anhängern der Links-Partei „nur“ jeder fünfte.

Inzwischen ist es so weit, dass jüdische Berliner:innen (darunter die bekannten Autorinnen Eva Menasse und Deborah Feldman und die Philosophin Susan Neiman) in einem offenen Brief die Angriffe auf die Linkspartei kritisieren und vor allem die „#Instrumentalisierung“ von Antisemitismus für parteitaktische Spielchen anprangern. Müssen wir uns mal vorstellen: Im Land der Täter hat es Rechtsdeutschland also so weit getrieben, dass Jüdinnen und Juden, die sie durch die bizarre Debatte in Bedrängnis gebracht haben, aufstehen und „Stop!“ rufen.

Auch die Intellektuelle Marina Weisband, die als Jüdin mit großem #Unverständnis auf die Debatte schaut, schreibt auf BlueSky, das sei alles „so offensichtlich vorgeschoben, dass es beleidigend ist.“ Und weiter: „Haben wir denn nicht genug ertragen, dass wir jetzt auch noch für CDU-Politik herhalten müssen?“ Man müsse sich klar machen, dass der Schutz von Juden nicht der Grund für diese Angriffe auf die Linke sei. „Von Rechts ist es der Schutz von Großkonzernen mit viel #Immobilienbesitz. Und von weiter Rechts ist es der Schutz vor einer RRG-Mehrheit, die ein A*D-Verbotsverfahren ermöglicht.“

Je mehr man darüber nachdenkt, desto schäbiger ist es: #Rechtsdeutschland opfert einmal mehr die Unversehrtheit von Jüdinnen und Juden für seine eigenen Macht-Interessen. Und parallel dazu nimmt gerade in #Sachsen-Anhalt die erste gesichert rechtsextremistische Landesregierung Gestalt an. […]

(Marc Rschke, 24.09.2026)

Die Priensche CDU ist es, die im Bundestag am Gedenktag zur Auschwitz-Befreiung mit den Nazis zusammen stimmt.

Die Priensche CDU ist es, die den gesichert rechtsradikalen Faschisten in Sachsen-Anhalt die Regierungsverantwortung schenkt.

Die Priensche CDU ist es, die in Berlin 20 Millionen Euro zur Antisemitismusbekämpfung zweckentfremdete und an ihre eigenen Parteifreunde verschob.

Die Priensche CDU und Prien selbst ist es, die massiv Demokratieförderungsprojekte zur Bekämpfung des Antisemitismus streicht.

Die Priensche CDU ist es, die zusammen mit den Nazis das Gedenken an die jüdischen NS-Opfer sabotiert.

[….] Stadträte von AfD und CDU wollen die Verlegung sogenannter Stolpersteine in Heidenau im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Zukunft ablehnen. In einem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem »Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie« (BOD) fordern Vertreter der beiden Parteien, Stolpersteine »im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich« künftig abzulehnen. [….] Viele Bürger, Angehörige und Initiativen würden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als »nicht angemessen« empfinden, heißt es weiter. [….] Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) äußert sich in einem offenen Brief  entsetzt über den Antrag und fordert die Stadträte der CDU auf, ihre Beteiligung zurückzuziehen. »Die geplante Einrichtung eines unspezifischen Gedenkortes auf dem Friedhof birgt die Gefahr, Erinnerung räumlich auszulagern und so aus der alltäglichen öffentlichen Wahrnehmung zu verbannen.«

Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, warnte in der »taz«, dass ein solcher zentraler Gedenkort nicht dem Erinnern diene, sondern dem Vergessen. [….] Die Geschäftsführerin der Stiftung, Katja Demnig, reagierte laut »Sächsischer Zeitung«  fassungslos auf den Vorstoß aus Heidenau. Es sei wichtig, dass im öffentlichen Stadtbild an die Menschen erinnert werde, die dort »gelacht, gewirkt und gelebt« hätten und deren normales Leben dort auf einen Schlag beendet worden sei. Ein Gedenken auf einem Friedhof am Stadtrand hält sie für ein »absolutes No-Go«.  […..]

(SPON, 24.09.2026)

Schämen Sie sich, Prien!

Wer im Sinne der Juden in Berlin denkt und den Antisemitismus bekämpfen will, muss die CDU von der Regierungsbank schubsen und auf RotRotGrün setzen.

Mittwoch, 23. September 2026

Keine Regierungsverantwortung für Antisemiten in Berlin!

Zwei Tage nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin rotieren die Spindoktoren auf Maximalgeschwindigkeit.

Während Schwerin ob der mangelnden rechnerischen Alternative (Schwarz UND Gelb unter 5%) geräuschlos in eine rotrotgrüne Regierung rutscht, stellt sich die Situation in Berlin ganz anders dar.

Denn in der Hauptstadt gibt es abseits der der AfD zwei realistische Koalitionsmöglichkeiten.

Eine sehr Knappe aus den drei Wahlverlierern; Kenia mit 82/158 Mandaten. Außerdem eine Deutliche mit der Wahlsiegerin Eralp; RRG mit 95/158 Mandaten.

[….] Der Wahlsieg der Linken löst in bürgerlichen und rechten Kreisen eine Kernschmelze aus. Doch hinter der Schmierkampagne steht ein gefährliches Kalkül. [….] „Das hier macht mir wirklich Angst“, jammert Julius Böhm (Nius) in die Kamera, eingeblendet wird, wie Jung­wäh­le­r:in­nen in Berlin abgestimmt haben: 43 Prozent von ihnen für die Linke. Was genau ihm Angst macht? „Weil es bedeutet, dass junge Menschen dumm sein müssen“, so seine messerscharfe Analyse. Er spricht von „jungen, armen, traurigen Menschen“, die „keinerlei Ahnung von ökonomischen Zusammenhängen“ haben und deshalb eine Politik wählen, die für „Brotschlange, für Menschen, die verhungern, für Elend“ steht. [….]  „Die jungen Berliner Frauen haben das Kalifat gewählt. Burka statt bauchfrei“, erklärte Thorsten Alsleben im reinsten AfD-Ton, Geschäftsführer des Instituts Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Und Maral Salmassi, der die CDU einst Hunderttausende Euro für den Kampf gegen Antisemitismus zuschob, setzte den Wahlsieg der Linken gleich mit der Machtübernahme der Mullahs im Iran: „Was gerade in Berlin passiert, haben wir im Iran schon erlebt.“

Und dann ist da natürlich Ulf Poschardt, der wohl einflussreichste Mann des Axel-Springer-Verlags, der sagte: „Alle haben Angst vor 1933. Die eigentliche Gefahr ist 1949: die Wiederkehr der DDR – und das mit arabischen Islamofaschisten an Bord.“ In einem weiteren Video sprach Poschardt offenbar in Bezug auf Grünen-Wähler:innen unter anderem von „hobbylosen, ehrenlosen, gottlosen Berlin-Mitte-Spacken“, die nun ihre Quittung erhielten: „Ihre Partei wird mit dieser Partei koalieren, dieser Offenbarungseid dieser bürgerlichen Milieus, der fängt jetzt richtig an.“ [….]

(Timm Kühn, 21.09.2026)

Da soll natürlich unbedingt die instabilere Option herbei geschrieben werden, denn Antisemiten gehören für Markus Söder nicht in die Berliner Regierung, sondern in die Bayerische!

Hier hatte der Strauß-Fan das alte CSU-Motto „55%+X“ zu „37% Söder“ modifiziert und regiert seit 2018 geräuschlos mit Hobby-H1tler Aiwanger als seinem stellvertretenden Ministerpräsidenten zusammen.

(….)  Nun ist es passiert. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef entscheidet sich gegen jeden Anstand und für den Pakt mit den völkischen Demokratieverächtern.

[….] Markus Söder hat Hubert Aiwanger die Absolution erteilt. Sein Stellvertreter habe „Reue“ gezeigt, behauptet der Ministerpräsident. [….]  „Damit ist die Sache aber aus unserer Sicht abgeschlossen“, sagte der CSU-Chef am Sonntag über den Antisemitismus-Skandal des Freie-Wähler-Chefs Aiwanger, mit dem er nach der bayerischen Landtagswahl am 8. Oktober weiter regieren will.  [….] Abstoßend ist Aiwangers Versuch, sich zum Opfer zu stilisieren. Er sei „entsetzt“, wie versucht werde, „mich politisch und persönlich fertig zu machen“, schreibt der Freie-Wähler-Politiker frech – und droht nebenbei mit rechtlichen Schritten und dem Dienstrecht. Reue sähe anders aus. [….]

(Pitt von Bebenburg, FR, 03.09.2023)

Der deutsche Grundkonsens, man habe die Lektionen aus der deutschen Geschichte gelernt, ist vorbei.

 [….] Mit Moral, mit einer ausgewogenen Beurteilung des Verhaltens Aiwangers in der vergangenen Woche hat diese Entscheidung nichts zu tun. Das zeigt sich schon an den fadenscheinigen Begründungen. Er wolle keine Vorverurteilung vornehmen. Aber was heißt hier Vorverurteilung? Verurteilung vor was? Diesen Satz hätte man direkt nach der ersten Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung bringen können. Aber nun geht es um das seitherige Verhalten Aiwangers. Dieses allen Ernstes als unglückliches Krisenmanagement zu bezeichnen, bedarf schon einer Extraportion Chuzpe.

Man erinnere sich an das Silvestervideo von Christine Lambrecht, das Energiekrisenmanagement von Robert Habeck. Hier hätte man die Vokabel „unglücklich“ vielleicht gebrauchen können. Söder hingegen forderte die Entlassung der beiden. Aber Moral ist bei Söder immer nur die Moral der anderen. Jetzt dürfe nichts mehr dazukommen, hat Söder vor ein paar Tagen noch großspurig gefordert, und er erwarte eine umfangreiche und glaubwürdige Beantwortung seines Fragenkatalogs. Nun lässt er Aiwanger aber etwa mit der Behauptung durchkommen, er wisse nicht, wie die Flugblätter in seine Schultasche gekommen seien. Auch die windelweiche Pseudoentschuldigung seines Vize lobt er als richtig und notwendig. Und dass er sich von dem Flugblatt distanziert habe, spreche für Aiwanger. Hallo? Allein dass Söder offenbar in Betracht zieht, es könne möglich sein, sich nicht von diesem Machwerk zu distanzieren, lässt einen sprachlos zurück.  [….]

(Dominik Baur, 03.09.2023)

Markus Söder springt mit nacktem Arsch voran Jüdischen Organisationen und Antisemitismusbeauftragten ins Gesicht.

Er macht Antisemitismus offiziell hoffähig. Mit Zustimmung der AfD, FW und CSU. Mit schweigender Zustimmung der CDU.  Der 03.09.2023 ist der Tag der größten Schande Deutschlands im 21. Jahrhundert. [….] [….]  Für seine Macht und den Stammtisch adelt Söder jetzt den inkarnierten Antisemitismus an seinem Kabinettstisch. (….)

(Söder gegen die Juden, 03.09.2023)

Die bibelaffinen C-Parteien verhalten sich nach der Splitter im Auge des anderen, Balken-Metapher. Sie selbst hoben NSDAP-Mitglieder der ersten Stunde, Kiesinger und Strauß, zu Parteichefs und in höchste Regierungsämter, wittern aber bei Kritik an der Israelischen Regierung, sofort ungehörigen Antisemnitismus.

[….]  Tipp an die Linken:

Bei der CSU übergeht man Antisemitismus durch sinnlose 20 Fragen. Und am Ende sagt der Beschuldigte dann, dass es eigentlich sein Bruder gewesen sei.

Von Söder, Bayern und Aiwanger lernen, heißt, Antisemitismus ausleben lernen. [….]

(Marc Raschke, 22.09.2026)

Aber zurück nach Berlin, auch hier gibt es einen Bürgermeisterkandidaten, der sich demonstrativ an Antisemiten bindet. Stefan Evers von der CDU.

[….] Stühlerücken bei der Berliner CDU: Kaum ist Stefan Evers als Nachfolger des über die Tennis-Affäre gestolperten Kai Wegner ins Amt des Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden gerutscht, stellt er schon sein Team neu auf. Der Bundestagsabgeordnete Lukas Krieger soll künftig als Generalsekretär des Landesverbands fungieren. [….] Im Jahr 2016 tauchte ein Video auf, das Krieger als Funktionär der Schüler-Union bei einem Ausflug im lettischen Riga 2005 mit Parteikollegen zeigt. In dem Video wird ein Hakenkreuz-Abzeichen gezeigt, anschließend blickt Krieger in die Kamera und sagt: »Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in Deutschland auch wieder als Deutsche erkennbar sind, dass Deutschland deutsch bleibt und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen.« [….] [….]

(Marten Brehmer 15.07.2026)

Antisemitismus in den eigenen Reihen akzeptiert die CDU demonstrativ.

(…..) Natürlich bedient der CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen immer wieder bewußt antisemitische Klischees.   Das ist in den letzten Wochen so gründlich von seriösen Recherche-Teams und Medien wie dem SPIEGEL nachgewiesen worden, daß ich das Fass nicht erneut aufmache. Maaßen ist Antisemit.  Von einem antisemitischen Kandidaten sollte sich die CDU als größte Regierungspartei verabschieden.   Aber auch die Laschet-CDU versagt in dieser Hinsicht, genau wie auch schon die AKK-CDU zum Entsetzen des Zentralrates der Juden mit Antisemitismus flirtete, ohne diese zu verdammen.

Armin Laschet persönlich verteidigt sogar den antisemitischen Rechtsaußen Maaßen. Er will keinen Antisemitismus wahrgenommen haben.

Und das in einer Krisensituation, in der antisemitische Übergriffe zunehmen.

[….] Armin Laschet möchte nicht unterscheiden, das ist nun hinreichend klar geworden in der vergangenen Woche. Er möchte nicht unterscheiden zwischen der Aussage, jemand sei ein Antisemit, und der Aussage, jemand habe etwas Antisemitisches verbreitet.   Jemand ist in diesem Fall Hans-Georg Maaßen, der ehemalige Chef des Inlandsgeheimdiensts, der für die CDU in den Bundestag will. [….] [….]  Etliche Expertinnen und Experten kamen zu dem Schluss, Maaßen habe in der Tat wiederholt antisemitische Codes verbreitet. Da hätte man Laschets Verteidigung noch für ein Missverständnis halten können.  Gut eine Woche später saß Armin Laschet aber wieder im Fernsehen, diesmal befragten ihn Linda Zervakis und Louis Klamroth für ProSieben. Die Sprache kam wieder auf Maaßen, Klamroth verwies auf jene Experten, denen zufolge Maaßen antisemitische Codes verbreite.   Laschet reagierte wie in der Woche zuvor: »Jetzt beginnt die theoretische Debatte, ist, wenn jemand Globalist sagt, der damit schon Antisemit. Und ich habe ihn bisher nicht als Antisemiten wahrgenommen«. [….] Kurz darauf sagte er über Maaßen noch: »Er ist nicht rechtsradikal und er ist auch kein Antisemit. Wäre er es, würde er die CDU verlassen müssen.«   Laschets Argumentation geht also im Kern so: Würde Maaßen antisemitische Codes verbreiten, wäre er Antisemit, und wäre er Antisemit, müsste er die CDU verlassen, aber er muss die CDU nicht verlassen, also kann er kein Antisemit sein, demnach kann er auch keine antisemitischen Codes verbreiten. So etwas nennt man Zirkelschluss. [….]

 (Jonas Schaible, DER SPIEGEL, 18.05.2021)  (….)

(Laschet-CDU auf Antisemitismus-Kurs, 18.05.2021)

Ich schließe mich der aktuellen Argumentation ausdrücklich an: Antisemiten dürfen nicht dem Berliner Senat angehören.

Daher spricht alles für die Eralp-Regierung mit RRG. Die AfD-freundliche CDU hat im Roten Rathaus nichts zu suchen. Der Parteichef selbst zeigt es deutlich.  Selbst bei den für einen deutschen Bundeskanzler sensibelsten Themen, kann man sich darauf verlassen, daß er mit seiner ureigenen Mischung aus Borniertheit und Arroganz verbal versagt. Er KANN ES EINFACH NICHT!

 

[….] Totalausfall von Friedrich Merz: [….]

Der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat mit gleich mehreren Äußerungen in seiner letzten Wahlkampfrede für Empörung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er die israelische Fahne als „Judenfahne“ und verbreitete Lügen über die Demonstrant:innen, die gerade im ganzen Land gegen rechts auf die Straße gehen. Nicht nur in den sozialen Medien hagelte es Kritik.

Wörtlich stelle Merz in seiner Rede bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung in München die rhetorische Frage, wo der „Aufstand der Anständigen“ geblieben sei, „als in diesem Land Palästinenserflaggen geschwenkt wurden, ‚From the River to the Sea‘ gesungen wurde, als Judenfahnen, als Fahnen des Staates Israel verbrannt wurden?“ [….]

Die Berliner Grünen-Politikerin Bettina Jarasch kommentierte das am Wahlsonntag auf X: „‚Judenfahnen‘, Herr @FriedrichMerz? Echt jetzt? Noch alle Tassen im Schrank?“, schrieb die Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der vergangenen Landtagswahl in der Hauptstadt. Sie bezog sich damit auch auf Merz' Äußerung, dass die CDU eine Politik für „die Mehrheit“ mache, also für jene, die noch „alle Tassen im Schrank“ hätten.

Der Soziologe Jules El-Khatib, ehemaliger Linken-Politiker und bei der Landtagswahl 2022 Spitzenkandidat der Partei, schrieb: „Die Gleichsetzung von Israel und Judentum stellt Antisemitismus dar. Stellt euch vor, so etwas hätte Mohammed gesagt, es gäbe einen Aufschrei, doch wenn Friedrich von der CDU es sagt, ist es kein Problem.“

Laut der International Holocaust Remembrance Alliance stellt es eine Form von Antisemitismus dar, den Staat Israel mit dem Judentum gleichzusetzen. In rechtsextremen Kreisen ist es weit verbreitet, die israelische Fahne als „Judenfahne“ zu bezeichnen. [….]

(Daniel Bax, 23.02.2025)

Ganz offensichtlich existiert in den C-Parteien 81 Jahre nach dem Ende des Holocaust, 93 Jahre nachdem die Vorgänger-Parteien der CDUCSU Hitler ins Amt hoben, ein schweres Antisemitismus-Problem. Deswegen sollte die CDU in der Hauptstadt nicht erneut Regierungsverantwortung übernehmen.

[…] Und er hat wieder danebengegriffen

Friedrich Merz nennt Antisemitismus die „perfideste Form der Ausländerfeindlichkeit“. Man möchte einfach nur den Kopf schütteln.

Friedrich Merz ist bekannt dafür, die absolut falschen Worte zu wählen. Und er hat es wieder getan: Antisemitismus sei die „perfideste Form der Ausländerfeindlichkeit“, sagte der Kanzler bei einer Wahlkampfveranstaltung der Berliner CDU am Donnerstagabend im Konrad-Adenauer-Haus. Man möchte einfach nur den Kopf schütteln. Denn in diesem einen Satz steckt gleich so viel Problematisches.

Wer Antisemitismus als „Ausländerfeindlichkeit“ bezeichnet, sagt damit, ob nun absichtlich oder nicht: Jüdinnen und Juden in Deutschland sind anders. Die sind hier „fremd“. Das muss nicht mal abwertend gemeint sein – es zieht aber eine Grenze zwischen dem kollektiven „wir“ und den „anderen“, den Jüdinnen und Juden. Ein Fremdmachen, das lange bekannt ist; die Wissenschaft nennt es Othering.  […..]

(Dinah Riese, 18.09.2026)

Zurecht wird in der Presse auch auf die Verbindungen zur Clan-Kriminalität im Zusammenhang mit den Remmos verwiesen. So eine Partei will ich nicht in der Berliner Stadt-Regierung.


[….] Clanchef Issa Remo bei der CDU? Meine Güte, kann ja mal passieren. Issa Remo auf der Wahlparty der Linken, wo er direkt wieder hinausgebeten wurde? Unfassbar? Wie kann man mit denen regieren wollen!!1!

https://www.tagesspiegel.de/berlin/clan-boss-im-parlament-cdu-politiker-ladt-issa-remmo-ins-abgeordnetenhaus-ein-13074775.html  [….]

(Krsto Lazarević, 22.09.2026)

Nun liegt es an SPD und Grünen, ob sie die CDU, die immer wieder mit Antisemitismus auffällt, als Regierungspartei unterstützen, oder ob sie lieber auf die am wenigsten antisemitische Partei Die Linke setzen.

[….]  Diese Massenpsychose, die gerade die deutsche Medienlandschaft bezüglich des Siegs der Linken in Berlin ereilt erinnert stark an New York und den Versuch Mamdani zu verhindern. Er ist jetzt übrigens nach ein paar Monaten der beliebteste Bürgermeister seit langem. [….]

(Natascha Strobl, 22.09.2026)