Dienstag, 17. Februar 2026

Harte ökonomische Fakten.

Hartnäckig hält sich die kollektive Fehleinschätzung von der finanzökonomischen überlegenen Kompetenz der konservativen Parteien in Europa und Nordamerika.

Das wirkt zunächst einmal erstaunlich, weil die Realität seit vielen Jahrzehnten das diametrale Gegenteil beweist: Republikanische US-Präsidenten, Tory-Premierminister, CDU-Kanzler hinterließen stets ein Land in Agonie, mit Rekordschulden und gewaltigem Reformstau, den nachfolgende Regierungen ausbaden mussten.

Die Erkenntnis „Linken können besser mit Geld umgehen“ bleibt aber dennoch nicht hängen, weil das von interessierter Seite verhindert wird.

Durch Parteispenden, Lobbyorganisationen und erzkonservative Medienhäuser (Murdoch, Döpfner, Gotthardt, Burda, Musk, Ellison), können die Superreichen nicht nur die Regierungspolitik, sondern auch das Wählerverhalten beeinflussen.

Es war natürlich lange vor der letzten Bundestagswahl im Februar 2025 bekannt, wie vollkommen unfähig, ökonomisch ahnungslos und lobbyhörig Spahn, Klöckner, Linnemann und Merz sind, daß sie auf gar keinen Fall Regierungsverantwortung übernehmen dürfen. Aber das konservative Trommelfeuer wirkte.

Und nun haben wir eben das, was zu erwarten war: Die schlechteste Regierung seit 1949 mit der schlechtesten Wirtschaftsministerin seit 1949, die Deutschland tief in den Abgrund steuern.

Rechte und Blöde glauben das nicht, halten diese Erkenntnis für linke Propaganda.

Aber auch wenn man alle „Meinungen“, „Bewertungen“ und „Analysen“ ausblendet, sich stattdessen nur auf offizielle Zahlen und Fakten konzentriert, kann man zu keinem anderen Schluss kommen.

Gaslobbyisten Reiche schafft aktiv die erneuerbaren Energien ab, sorgt durch eine von ihr erzeugte Gasmangellage für drastische steigende Gas-Einkaufspreise, die – ÜBERRASCHUNG – den Gaskonzernen Milliarden in die Kassen spülen.

Da kann es keine zwei Meinungen geben. Man gucke nur auf die Zahlen! Merz und Reiche brauchten noch nicht einmal ein Jahr, um trotz der gewaltigsten Konjunkturspritze aller Zeiten – eine Billion Euro neuer Schulden – Arbeitslosigkeit, Insolvenzkrise und Inflation zurück zu bringen!

[….] Inflationsrate steigt auf 2,1 %

Steigende Preise für Lebensmittel haben die Inflationsrate in Deutschland zum Jahresanfang in die Höhe getrieben. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Januar um 2,1 % zum Vorjahresmonat - nach 1,8 % im Dezember, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Lebensmittel legten um 2,1 % zu, nach plus 0,8 % im Dezember. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, lag bei 2,5 %. Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflation von 2 % an. [….]

(ARD, 17.02.2026)

[….] "Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen bestätigen die schwierige Lage der deutschen Wirtschaft. Wir erleben leider wieder einen Rekord bei den Betriebsschließungen. Allein im November 2025 mussten so viele Betriebe insolvenzbedingt ihre Pforten schließen wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Für das Gesamtjahr 2025 ist letztlich mit deutlich mehr als 23.000 Unternehmensinsolvenzen zu rechnen – das sind mehr als 60 Betriebsaufgaben pro Tag. Hinter diesen Zahlen steht nicht nur der Verlust von unternehmerischem Herzblut und Innovationsgeist, sondern auch viele verlorene Arbeitsplätze, ausbleibende Investitionen und eine Schwächung ganzer Regionen.  [….]

(DIHK, 13.02.2026)

[….] Industrie baut über 120.000 Jobs ab                                       

In der Wirtschaftskrise hat die deutsche Industrie 2025 im großen Stil Jobs gestrichen. Ende vergangenen Jahres arbeiteten dort rund 5,38 Mio. Menschen - gut 124.000 oder 2,3 % weniger als im Vorjahr. Das zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY vorliegt. Der Stellenabbau in der Industrie fiel damit fast doppelt so hoch aus wie 2024, so die Studie.                                                             

Am härtesten traf es 2025 die kriselnde Autobranche, wo allein rund 50.000 Jobs verloren gingen, während die Chemie- und Pharmaindustrie mit einem Minus von rund 2000 Stellen glimpflich davonkam. [….]

(ARD, 17.02.2026)

Nichts davon kommt überraschend. Alles ist die logische Folge der toxischen Politik von Merz, Reiche, Schnieder und Dobrindt.

Reiche, die schlechteste Wirtschaftsministerin, die Deutschland je gesehen hat, dürfte sich einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient haben.

Aber Reiche darf nicht darüber hinwegtäuschen, wie atemberaubend destruktiv und schädlich auch die anderen Merz-Cronies mit ihren abenteuerlichen Märchen sind.

Ungeniert verlangt Carsten Linnemann nach wie vor drastische Umverteilung von den finanziell Schwächsten zu den Superreichen.

[…]  Der CDU-Politiker will die Grenze, ab der der Spitzensteuersatz greift, von derzeit 68.000 Euro brutto im Jahr auf 80.000 Euro anheben. Doch zuletzt lag das mittlere Jahreseinkommen von Vollzeitbeschäftigten bei rund 47.000 Euro. Die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung ist also weit davon entfernt, in den Genuss von Linnemanns Vorschlag zu kommen. Und: Das Ehegattensplitting sowie zahlreiche Abschreibungsmöglichkeiten führen schon jetzt dazu, dass nur eine kleine privilegierte Minderheit wirklich den Spitzensteuersatz zahlt. Stattdessen würden von Linnemanns Vorschlag vor allem auch Superreiche profitieren, weil der Anteil ihres Einkommens, für den sie den Spitzensteuersatz zahlen müssen, dadurch sinkt. […]

(Simon Poelchau, 16.02.2026)

Wäre der Urnenpöbel zurechnungsfähig, gäbe es in den Umfragen breite RRG-Mehrheiten. Man kann das alles wissen. Auch, wenn man sich nicht 24/7 mit Nachrichten beschäftigt. Aus allgemein zugänglichen Quellen. Ohne Paywall.

Der Irrsinn der Merz-Bande kennt keine Grenzen und wird uns alle in den Abgrund führen.

[…] Integrationskurse gestrichen: Bundesregierung verbaut Ukrainer*innen den Weg in den Job

Ukrainer*innen finden sich bisher gut in Deutschland ein. Die Bundesregierung gefährdet das, indem sie Jobcenterberatung und Integrationskurse streicht.

Die Bundesregierung reißt einen der größten Erfolge deutscher Integrationspolitik ein. Zwar haben immer mehr geflüchtete Ukrainer*innen in Deutschland einen Job, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt – doch Union und SPD streichen systematisch die Programme zusammen, auf die diese Entwicklung zurückzuführen ist. Expert*innen kritisieren insbesondere, dass die neu Ankommenden inzwischen nicht mehr von den Jobcentern betreut werden. Seit Kurzem wird ihnen nun auch der Zugang zu Integrationskursen verwehrt.  [….]

(Frederik Eikmanns, 17.02.2026)

Montag, 16. Februar 2026

Die Kunst am richtigen Ort von den richtigen Eltern geboren zu werden.

Es gibt mehr als genug Kinder auf der Welt. Ganz offenkundig mehr, als wir zu schützen und zu ernähren bereits sind. Auch wenn es der globalen Gesellschaft ein  Leichtes wäre. Aber durch die Wahlentscheidungen in Europa und den USA verschieben wir lieber Billionen Dollar zu ein paar Tausend Milliardären. Aber durch die Wahlentscheidungen in Europa und den USA, knallen wir hungernden Kindern lieber die Tür vor der Nase zu, streichen Entwicklungshilfe, USAID und beharren auf Wirtschaftsmodelle, die Afrika gnadenlos ausbeuten. Aber durch die Wahlentscheidungen in Europa und den USA, beliefern wir die milliardenschweren Kriegsherren am Golf mit Waffen, um die jemenitische und palästinensische Bevölkerung in die Steinzeit zu bomben, Myriaden Kinder zu töten, verhungern zu lassen.

[…] A child under five could die every forty seconds by 2030 due to U.S. aid cuts, Oxfam analysis finds

One year since Trump administration’s slashing of U.S. lifesaving aid, deadly impacts continue to grow

The series of cruel and illegal cuts to U.S. lifesaving humanitarian and development aid the Trump administration initiated on day one has already cost lives and undermined the entire global aid system. Oxfam analysis of aid cut impact predictions finds that that these actions have led to the risk that a child under 5 could die every 40 seconds by 2030. Already, conservative estimates projected that 200,000 children under five would die in 2025 due to these cuts, leading to the first rise in under-five child mortality this century.

President Trump’s freeze on lifesaving aid and subsequent closure of USAID left millions of people living through crisis without lifesaving food, water, healthcare and other basic support. Chaotic and cruel bureaucratic processes and additional rollbacks came in the months to follow, and billions of dollars already approved by Congress were slashed from the U.S. humanitarian assistance budget, leaving vital programs in limbo or forced to close.  […]

(OXFAM, 15.01.2026)

200.000 Kinder getötet durch einen Federstrichs Trumps. So gefällt es den selbst ernannten PRO-LIVE-Lebensschützer-Christen, die sich für Trump begeistern.

(….) Ja, Trump isoliert die USA in der Welt, schafft die Demokratie ab, installiert eine auf ihn zugeschnittene dystopische Autokratie ohne Gewaltenteilung. Ja, er umgibt sich mit Sexualstraftätern, Rassisten und sonstigen Verbrechern, die alles daran setzen ihre eigenen Taschen zu füllen. Ja, er arbeitet daran, der Menschheit ihre Lebensgrundlagen zu entziehen. Ja, er hetzt Todesschwadronen auf die eigene Bevölkerung. Aber er kann sich immer noch auf die Christen verlassen, die Trumps Hass nicht nur teilen, sondern zelebrieren und hartnäckig einfordern.

[…] Weiße bibeltreue Christen bleiben bei Trump

US-Präsident Donald Trump findet seine größte Unterstützung weiterhin bei weißen evangelikalen Christen und Christinnen. Doch der Rückhalt schwindet wie bei fast allen religiösen Gruppen.

Das geht aus einer am Mittwoch verbreiteten Umfrage des Pew Research Center in Washington hervor. Laut der Umfrage sehen 69 Prozent der weißen Evangelikalen Trumps Amtsführung insgesamt positiv. In der Gesamtbevölkerung teilen 37 Prozent diese Sicht. Evangelikale zeichnen sich durch ein wörtliches Bibelverständnis, konservative Ansichten und eine missionarische Haltung aus.

Die zweithöchsten Zustimmungswerte erzielt der Präsident unter weißen Katholiken und Katholikinnen (52 Prozent), gefolgt von weißen Protestanten und Protestantinnen (46 Prozent).   [….]

(ORF, 12.02.2026) (….)

(Strafe muss sein, 12.02.2026)

Nur eine planetare Gefahr ist noch dramatischer als der Klimawandel: Die Überbevölkerung. Wir sind einfach zu viele Menschen auf dieser kleinen Kugel des Irrsinns. Über acht Milliarden Individuen mit Energiehunger, auf der Jagd nach Ressourcen, überfordern Fauna und Flora.

Ich bin Antinatalist und sehe in der menschlichen Vermehrung das größte Unglück des Planeten.

(….) Siebeneinhalb Milliarden Individuen sind einfach zu viel, wenn man so einen gewaltigen Ressourcen-Verschleiß aufzuweisen hat.

Wir roden die letzten Wälder, treiben den Meeresspiegel hoch, lassen die Gletscher schmelzen, verseuchen die Böden, trocknen Seen aus, verdrängen so effektiv andere Tierarten, daß täglich mehrere aussterben.

Wir erodieren, planieren und asphaltieren Gebirge, buddeln Kohle aus, pumpen Gas und Öl aus der Tiefe, generieren Ozonloch und CO2-Hüllen.

Homo Sapiens lebt auf Kosten der anderen Spezies.

Homo Sapiens vermehrt sich inzwischen nahezu ungehindert.

Pro Jahr werden es 83.686.000 Menschen mehr, das sind 229.277 Menschen pro Tag; 159 Menschen pro Minute und 2,7 Menschen pro Sekunde.

Ein paar von denen kann man aushalten, aber ein Zehntel würde locker ausreichen. 750 - 800 Millionen betrug die Gesamtweltbevölkerung Ende des 18. Jahrhunderts. Die Eine Milliarde-Menschen-Marke wurde 1804 geknackt. Reicht das nicht?

Schon damals konnten wir Ebenbilder Gottes bekanntlich Kriege, Genozide und Ausbeutung ganzer Kontinente vollbringen, weil es genug Soldatennachschub gab, weil die Frauen im Durchschnitt so viele Söhne hatten, daß sie es hinnahmen, daß ab und zu einer davon „auf dem Feld der Ehre“ zerhackt oder zerfetzt wurde.

Der enorme Bevölkerungsdruck, die Verzehnfachung der Menschen in 200 Jahren führte aber zu noch viel mehr Konflikten, Kampf um Ressourcen, Massenmigrationen, Fluchtwellen.  In den Teilen der Welt, die ein sehr geringes Bevölkerungswachstum ausweisen, oder gar wie Deutschland, Japan, Südkorea und die baltischen Länder (Fertilitätsrate bis 1,3) schrumpfen, ist die Kriegsmüdigkeit hingegen recht ausgeprägt.   Verständlich, denn wenn man/frau bloß ein Kind hat, geht es ihm einerseits ökonomisch besser, so daß es weniger wahrscheinlich auf die Idee kommt Soldat zu werden und andererseits sind die Eltern auch protektiver, lassen ihre Kindern weniger gern in den Krieg ziehen.

Länder mit den höchsten Fertilitätsraten – Gaza 4,9 Jemen 5,0 Ruanda 5,3 Kongo 5,8 Uganda 6,1 Somalia 6,3 Ost-Timor 6,3 Afghanistan 6,4 – sind offenbar auch besonders unfriedlich, weil die enorme Kinderzahl die Ressourcen erschöpft, Konkurrenz entsteht und Eltern auch eher mal den Tod eines ihrer Blagen verkraften.  Wir brauchen also weniger Menschen und daher weniger Nachwuchs.

Es ist wohl auch kein Zufall, daß die Länder mit der höchsten Bevölkerungsdichte auch die mit den geringsten Geburtenraten sind. (…..)

(Menschenmassen, 14.10.16)

Man sollte gar nicht erst geboren werden.

Antinatalisten verweigern sich nicht der Vermehrung, weil sie keine Kinder mögen, sondern ganz im Gegenteil, weil sie damit den bereits geborenen Kindern dienen wollen.

Mit abrahamitischen religiösen Vorstellungen, die auf möglichst zahlreiche Vermehrung und Ausbeutung der Ressourcen („Macht euch die Erde untertan!“) ausgerichtet sind und damit im doppelten Sinne eine destruktive Ideologie verfolgen, kann man so eine kinderfreundliche Politik, die sich erst einmal um die Versorgung und das Wohl aller geborenen Menschen kümmert, statt ständig Neue zu produzieren, nicht umsetzen.

Rassistische Pronatalisten wie Xu Bo, Elon Musk und Pavel Durow, die angeblich jeweils schon weit über 100 genetische Kinder haben, wollen ihre eigenen Gene, die sie den Genen anderer Ethnien für weit überlegen halten, verbreiten. Pronatalismus ist die Pest dieses Jahrhunderts.

[…] Sie arbeiten daran, die biologischen Grenzen des Menschen mithilfe der Technik zu überwinden, wie beispielsweise das Altern und den Tod. Sie investieren viel Geld in die Langlebigkeitsforschung und in künstliche Befruchtungstechnologien. Ihre eigene DNA halten sie natürlich für die überlegenste. So soll Elon Musk gemäß Schätzungen des Atlantic bereits über 100 Kinder haben, genauso wie der russische Tech-Milliardär und Gründer von Telegram, Pavel Durov. Auch der chinesische Tech-Milliardär Zhu Bo hat über 100 Kinder, will diese mit Musks Kindern paaren und eine Dynastie gründen. Epstein soll auf seiner Zorro Farm in New Mexico ein Massenfortpflanzungsprogramm seiner eigenen Nachkommen zumindest geplant haben.  [….]

(Merkur, 11.02.2026)

Wenn schwarze, muslimische, afghanische, nordkoreanische Kinder verhungern, ist ihnen das bestenfalls herzlich egal.

Keinen Cent ihrer astronomischen Vermögen geben sie dafür aus, „das Leben“ zu retten, wenn es in der falschen Hautfarbe steckt. Der Souverän wählt so, daß die Überreichen nicht nur überreich bleiben, sondern stündlich reicher werden. Parteien mit Vermögenssteuern und Erbschaftssteuerreformen im Angebot, verschmäht der Urnenpöbel.

(…) Das Sterben dort ist zu weit weg und betrifft „nur“ schwarze und arme Menschen. Dafür empfindet der westlich-industrielle Christ keine Empathie.

Im ostafrikanischen Hunger-Land Sudan bekriegen sich seit zwei Jahren die Rapid Support Forces (RSF) und die Armee des Militärherrscher al-Burhan. Es gibt mutmaßlich an die HUNDERTTAUSEND Tote bisher, mehr als 21 Millionen Menschen sind laut UN-Angaben von akutem Hunger betroffen. Kinder sterben wie die Fliegen.

Dem Fritzekanzler und Joe Wadephul ist es Wurscht. Die frommen CDU-Männer interessieren keine schwarzen Kinder.  Noch nicht einmal beim G20-Gipfel in Südafrika spielte das Thema Sudan eine Rolle.

Seit 2015 greifen unsere geschätzten Energielieferanten und Handelspartner Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Golf-Monarchien den Jemen an. Das Martyrium der verhungernden Bevölkerung lässt sich kaum in Worte fassen. Alle 13 Minuten stirbt ein jemenitisches Kind. Mutmaßlich gab es bisher rund 500.000 Tote im Jemen. Das Elend ist apokalyptisch.

[….] Seit Beginn des Krieges hat sich die humanitäre Lage im Jemen weiter dramatisch verschlechtert. Laut Angaben der Vereinten Nationen gibt es derzeit 4,5 Millionen Binnenflüchtlinge. Über 18 Millionen von insgesamt ca. 30,5 Millionen Menschen benötigen humanitäre Unterstützung. Circa 17,6 Millionen Menschen haben keinen sicheren Zugang zu Nahrung. Fast die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leiden an moderater bis schwerer akuter Unterernährung. [….]

(Welthungerhilfe)

Auch die Lage im Jemen interessiert den Sauerländer Popelfresser nicht im Geringsten. 

Das Ausmaß der Kriegsverheerungen, die Zahl der Toten, das Leiden des Bevölkerung lässt sich üblicherweise nur grob schätzen. Es gibt kaum verlässliche Quellen, weil der Horror und Zahlen gepresst, immer auch ein Teil der Kriegspropaganda ist.  (…)

(Zahlen und Moral, mangelnde, 02.12.2025

In Japan, Südkorea und Westeuropa werden die Grenzen für Migranten hermetisch geschlossen, während die eigene Bevölkerung massiv überaltert und dringend auf Zuwanderung angewiesen ist. Eine offensichtliche Absurdität, der nationalistische pseudo-eugenische Politiker mit der dringenden Aufforderung zum Geschlechtsverkehr an die eigene Bevölkerung begegnen. 

[….] In Frankreich hat die Regierung angekündigt, jedem Menschen, der 29 Jahre alt wird, einen Brief zu schicken, in dem einem nahegelegt wird, langsam mal ans Kinderkriegen zu denken. Es geht der Regierung in Paris darum, die Geburtenrate zu erhöhen, und das Mittel, das dafür gewählt wird, besteht darin, erst einmal den sozialen Druck zu erhöhen. Die Entscheidung sei jedem selbst überlassen, bien sûr. Aber: Die biologische Uhr tickt! Meilleures salutations.

Das ist ein Brief, von dem man sich ausrechnen kann, dass kein einziger Mensch sich darüber freuen wird. Vielleicht ist man mit 29 Jahren unglücklich darüber, dass man noch keine Kinder hat, weil Probleme der Partnerschaft, Lebenssituation oder auch Medizin im Weg stehen; dann ist man danach noch genervter. Oder man ist ganz froh, dass man keine Kinder hat; dann ist man auch genervt über so eine ungefragte Einmischung ins Private, als sei das eine Sache, die die Gemeinschaft überhaupt etwas angehen würde.

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde ein solches, übergriffiges Politikverständnis endlich zurückgedrängt

Es ist aber auch auf einer grundlegenden Ebene – und das betrifft nicht nur Frankreich – ein Ausdruck davon, wie sich westliche Demokratien gerade wieder stärker anmaßen, sich in solche persönlichen Entscheidungen einzumischen, zumindest durch sogenanntes Nudging, also zwangloses Anstupsen. Wieder – denn in den 1950er-Jahren ging die Familienpolitik genau damit los. Als Konrad Adenauer erstmals einen Minister für das Thema berief, den CDU-Politiker Franz-Josef Wuermeling im Jahr 1953, da erklärte der seine Daseinsberechtigung mit der „Sicherung gegen die kinderreichen Völker des Ostens“.

Die Konsequenz hieraus hatte der Kanzler schon zuvor klar benannt. In einer Regierungserklärung 1952 forderte Adenauer eine „konstante Zunahme der Geburten“ sowie eine „Stärkung des Willens zum Kind“. Es hat erst starker gesellschaftlicher Auseinandersetzungen bedurft, bis in den 1970er- und 1980er-Jahren ein solches übergriffiges Politikverständnis endlich zurückgedrängt und ihm ein liberalerer, im besten Sinne bürgerlicher Gedanke effektiv entgegengestellt werden konnte: Der Staat hat die Menschen so zu nehmen, wie sie sind. Auch mit ihren Lebensentscheidungen.[….]

(Ronen Steinke, 16.02.2026

„Kinder statt Inder“ nannte es einst die rassistische Rüttgers-CDU in NRW, „ficken für’s Vaterland“ fordert der völkische Faschist und achtfache Vater Maximilian Krah von seinen Ossis. Der Erfolg lässt allerdings zu wünschen übrig, weil die AfD-Fans in Ossistan einerseits die Frauen in den Westen vertrieben haben und andererseits Leihmutterschaft und Homosexualität ablehnen. Dumm gelaufen.

Sonntag, 15. Februar 2026

Davon erholen wir uns nicht mehr

Es vergeht keine Woche, in der Merz und seine C-Cronies keinen neuen politischen Tiefpunkt erreichen. Ob nun durch Lobbyhörigkeit, rechtsextreme Ideologie oder Borniertheit getrieben, kann uns letztlich egal sein.

Nach den 16 Jahren Merkel-Stillstand und dem daraus resultierenden toxischen Reformstau, treibt der Sauerländer Sabbelkopp nun endgültig den Sargnagel in diese Republik. Wie fehlgeleitet die CDUCSU-Wirtschafts-, Integrations-, Klima- und Energiepolitik ist, scheint immerhin bei einem Großteil der Medien angekommen zu sein. Ich halte allerdings das außen- und geopolitische Versagen des Fritzekanzlers für noch gravierender. Sein Festhalten an der Nazi-Pädo-Plattform „X“, die Spaltung der EU, der Schulterschluss mit den Faschisten Meloni und Netanjahu. Und immer wieder der Kniefall vor der größten Gefahr der Menschheit: Donald Trump!

Die CDUCSU-Blamage von München bereitet mir physische Schmerzen – aus Scham für diese erbärmliche Regierung.

[…]  Hillary Clinton sprach auf dem Panel mit Ministern aus Polen, Tschechien und Bulgarien über das, was sie als „West-West Divide“ bezeichneten. Das Podium wollte eine Spurensuche darüber versuchen, was von den „gemeinsamen Werten“ des Westens noch übrig sei. Und um es vorwegzunehmen: Es ist nicht viel – jenseits von rechten Bündnissen. Das machte auch die Rede des US-Außenministers am Samstag deutlich.

Marco Rubio trat bei der Münchner Sicherheitskonferenz ideologisch als Fürsprecher der Neuen Rechten auf – und fast der gesamte Saal in München spendete ihm nach seiner Ansprache einen stehenden Applaus. „Wir wollen nicht unter der Vorgabe leben, dass unsere Lebensweise nur eine unter vielen ist“, sagte der US-Außenminister zu den Staats- und Regierungschefs, die unmittelbar vor ihm saßen. Die transatlantischen Beziehungen bezeichnete er offen als ein Vehikel für eine Vorherrschaft der „westlichen Zivilisation“, die er wiederum knapp vorm Untergang sah.

„Wir sollten die Möglichkeiten nutzen, um ein neues westliches Jahrhundert zu schaffen“, so Rubio. Die USA seien bereit, dies alleine zu tun. „Aber wir hoffen, dass wir dies gemeinsam mit Ihnen, mit unseren Freunden hier in Europa, tun.“ [….]

(Cem-Odos Gueler und Pascal Beucker, 15.02.2026)

Die USA, Trump, Rubio, Vance wollen die EU, „den Westen“, die regelbasierte Ordnung, die UN, das Klima ZERSTÖREN und unsere deutschen Minister springen dazu brav auf, um in der ersten Reihe zu applaudieren!

[…] Der Inhalt von Rubios Rede war keineswegs grundsätzlich gemäßigter. Egal, was der Außenminister persönlich auch denken oder glauben mag – die Maga-Ideologie ist inzwischen so tief in die Außenpolitik der USA eingesickert, dass er daran nicht vorbeikommt. […] Kurz vor der Konferenz verkündete der für politische Dinge zuständige Staatssekretär im Pentagon, Elbridge Colby, bei einem Nato-Treffen in Brüssel eine stocknüchterne, hart kalkulierte Linie: Europa muss sich künftig um seine konventionelle Verteidigung kümmern, Amerika hält nur noch den nuklearen Schutzschirm über die Verbündeten. Gemeinsame Werte? Forget it! Es zählen nur noch kalte Interessen. Punkt. Das ist die „America first“-Doktrin in Reinform. […] Dann kam Rubio, der ein schwammiges, ideologiegesättigtes Maga-Mischmasch auskippte: Amerika sei auf einer Art Kreuzzug, um den von einer links-grün-queer-woken Elite bedrohten Westen zu retten, argumentierte er. Rubio wiederholte den rechtspopulistischen Kampfbegriff von der „zivilisatorischen Auslöschung“, die Europa wegen zu vieler Einwanderer aus fremden Kulturen und zu niedriger Geburtenraten angeblich droht. Der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika hielt es sogar für klug und angebracht, in München, der einstigen „Hauptstadt der Bewegung“, davon zu schwadronieren, dass die USA Verbündete wollten, die „nicht gefesselt sind von Schuld und Scham“. Sondern die stolz seien auf ihr „historisches Erbe“. 

Zieht man all das nostalgische Pathos einmal ab, dann lautete Rubios Botschaft an die Europäer: Macht aus euren Ländern, was Trump aus Amerika gemacht hat. Folgt dem Weg, den Trump geht, dann bleibt das Bündnis bestehen. Folgt nicht, dann gehen wir den Weg eben allein.

Dass Trump auf allen Werten, Normen und Institutionen herumtrampelt, ohne die der Westen nicht der Westen ist – von der Rechtsstaatlichkeit über die Bürgerrechte und die Freiheit von Wissenschaft und Kunst bis hin zu Marktwirtschaft und Demokratie –, fällt Rubio offenbar nicht auf. Er glaubt vielleicht, er diene dem Retter des Westens, aber in Wahrheit dient er dem Zerstörer. […]

(Hubert Wetzel, 15.02.2026)

Trumps treuer Völkerrechtszerstörer, Außenminister, Sicherheitsberater, Möchtegern-Vizekönig von Kuba und Venezuela, zeigt in jeder Hinsicht deutlich, was er von Brüssel und der EU hält, indem er von der Münchner Sicherheitskonferenz demonstrativ weiter nach Bratislava und Budapest reist, um die Demokratie-zerstörenden Putin-Freunde Robert Fico und Viktor Orbán zu treffen.

[….]  Kleine Hausarbeitenunterbrechung für einen Rant zur Münchener Sicherheitskonferenz: Marco Rubio, der US-amerikanische Außenminister, hat dort eine Rede gehalten, die sich inhaltlich überhaupt nicht von Trump unterscheidet - nur in freundlicheren Worten. Und von Merz, Söder und Co gab es Standing Ovations. Wenn so unsere Reaktionen auf Trumps Regierung aussehen, können wir uns all die schönen Worte über europäische Souveränität auch einfach in die Haare schmieren. [….]

(Ricarda Lang, 15.02.2026)

Der Kanadische Premierminister Mark Carney hatte vor zwei Wochen beim Weltwirtschaftsforum mit einer großartigen, wegweisenden Rede gezeigt, wie es geht. Wie wir gemeinsam unsere Werte verteidigen und die Zukunft bewahren, statt sich jämmerlich von einer autokratisch-rassistischen weltzerstörenden USA plattwalzen zu lassen. Die Europäer hätten die ausgetreckte Hand ergreifen müssen und Kanada fest an die EU binden sollen.

[….]  On plurilateral trade, we're championing efforts to build a bridge between the Trans Pacific Partnership and the European Union, which would create a new trading bloc of 1.5 billion people. On critical minerals, we're forming buyers’ clubs anchored in the G7 so the world can diversify away from concentrated supply. And on AI, we're cooperating with like-minded democracies to ensure that we won't ultimately be forced to choose between hegemons and hyper-scalers.

This is not naive multilateralism, nor is it relying on their institutions. It's building coalitions that work – issues by issue, with partners who share enough common ground to act together.

In some cases, this will be the vast majority of nations.

What it's doing is creating a dense web of connections across trade, investment, culture, on which we can draw for future challenges and opportunities.

Argue, the middle powers must act together, because if we're not at the table, we're on the menu.  [….]

(Mark Carney, Davos, 26.01.2026)

Merz, Söder, Wadephul wählen stattdessen jubelnd, mit Standig Ovations den Weg in die Hölle, werfen sich Trumpmerica devot zu Füßen. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Die Dummheit und Naivität der Merz-Regierung kennt wirklich keine Grenzen.

[…] Keine Frage, die Zeiten sind düster für die Europäer. Donald Trump konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, sich mit Gewalt Grönland zu holen. Wladimir Putin macht keine Anstalten, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Die Techkonzerne im Silicon Valley sind dabei, die europäische Wirtschaft plattzuwalzen. […] Und als Rubio seine Rede mit dem Satz schloss, die Vereinigten Staaten seien bereit, mit den »geschätzten Partnern« die westliche Zivilisation zu verteidigen, applaudierte die versammelte europäische Politelite stehend. Wolfgang Ischinger, der Chef der Sicherheitskonferenz, versicherte dem amerikanischen Außenminister, dessen Rede habe einen »Seufzer der Erleichterung« ausgelöst: »Vielen Dank für die Bestätigung unserer Partnerschaft.« Der deutsche Außenminister Johann Wadephul sagte in heiliger Einfalt über Rubio: »Wir wissen, dass er ein echter Partner ist.« […] Sollte Donald Trump die Rede seines Außenministers und die Reaktion darauf verfolgt haben, dürfte er sich totgelacht haben. Wie naiv kann man sein? Rubio glich in München dem Assistenten eines Folterknechts, der dem Delinquenten ein Glas Wasser reicht, nachdem dieser über glühende Kohlen gejagt wurde.

Rubio wich in der Sache nicht einen Millimeter hinter die Politik von Trump zurück. Er verteidigte dessen Zollpolitik und Imperialismus. Er vertrat ohne Wenn und Aber eine Politik, die sich allein an nationalen Interessen ausrichtet und nannte die »regelbasierte Weltordnung« einen überstrapazierten Begriff. Rubio machte unmissverständlich klar, dass die Europäer nur dann die Partner der USA sein können, wenn sie der »America First«-Ideologie Trumps folgen. […] Es traten US-Demokraten auf, die den Freunden in München in den leuchtendsten Farben schilderten, wie Trump die amerikanische Demokratie untergräbt. So gesehen war die Sicherheitskonferenz ein Moment der Klarheit. Die Europäer sollten ihn nutzen. Und nicht an das Märchen glauben, die Rubio-Rede sei eine Rückkehr zur Normalität.  […]

(Rene Pfister, 15.02.2026)

Samstag, 14. Februar 2026

Der Gott-Faktor

 

Als meine Mutter im Sterben lag, überlegten wir auf der Intensivstation, eine riskante Operation zu wagen. Die Chirurgen hatten alles ausreichend erklärt und nun besprachen wir uns zu zweit. Sie war zwar an diverse Schläuche angeschlossen, aber mental vollkommen auf der Höhe. Die Dramatik der Situation hatte sie noch rationaler, als ohnehin schon gemacht. Glücklicherweise, aber wenig überraschend, waren wir uns völlig einig: Nein zu weiteren Behandlungen und risikoreichen chirurgischen Aktionen, nur um zu überleben. Der große Eingriff sollte nur gewagt werden, wenn es eine gute Chance auf ein Gelingen gäbe. Dem Ärzteteam brachte sie es später auf eine einfache Formel: Ich erwarte nicht, jemals wieder wie ein junger Mensch rumlaufen zu können, aber ich möchte in meiner Wohnung autark sein; mir allein in der Küche einen Tee machen und selbstständig ins Badezimmer können. Wenn das Szenario nicht wahrscheinlich ist, keine OP.

In jenen Jahren verbrachte ich sehr viel Zeit in der Wartezone vor der Intensivstation, da sich auch mein Vater und meine Tante aus dem Diesseits verabschiedeten. So langsam kannte ich alle Leute und konnte frisch eingetroffenen, psychisch aufgelösten Angehörigen die Abläufe erklären; spielte den Wegweiser. Eine Oberärztin, der ich nachts begegnete, sagte einmal zu mir „so langsam können wir Ihnen hier auch ein Büro einrichten.“ Es ist keine angenehme Situation, aber auf einer Meta-Ebene stellte ich psychosoziale Feldstudien an. Viele Angehörige werden emotional überwältigt, wenn sie vom behandelnden Arzt final schlechte Nachrichten bekommen. Ich habe sie schreien und heulen gesehen. Immer wieder wurde ausgedrückt, wie ungerecht und überraschend das sei. Es erinnerte mich an die dramatischen „WARUM?“-Schilder, die trauernde Bürger an Tatorten oder Unfallszenerien aufstellen.

Im Moment der tiefsten Trauer möchte man Menschen trösten und unterstützen, aber die richtige Frage wäre natürlich „Warum nicht?“. Es ist das eiserne und nie gebrochene Gesetz des Lebens, das mit dem Moment unserer Geburt feststeht: Wir werden sterben. Jeder. Ganz sicher. Trump, Merz, dein Nachbar, dein Sohn, deine Eltern, die Person, die gerade zufällig neben dir steht, jeder, den du liebst und selbstverständlich auch du und ich. Gerade weil unsere Lebensspanne nicht nur endlich, sondern im historischen, oder gar kosmischen Kontext, mikroskopisch kurz ist, gilt es, sich des Todes und des Lebens bewußt zu sein.

Mit Hysterie und Metaphysik lässt sich der Tod nicht beeinflussen, sondern nur kostbare Lebenszeit vergeuden.

Ich würde mich selbst niemals als besonders mutig bezeichnen, wäre sicher als Soldat genauso unnütz, wie als Beschützer gegenüber wilden Tieren. Ich bin nicht Konfrontations-affin, vermeide gern Konflikte. Man darf mich feige nennen. Ich mache auch keine Bungee-Sprünge.  Aber wenn es richtig ernst wird, werde ich auch ernst, kann meine Emotionen vollkommen ausblenden.

 Ich glaube, ich bin der Ideal-Angehörige für Intensivmediziner, weil ich ruhig, rational bleibe und aufmerksam alle Informationen registriere. Von mir geht nicht die Gefahr aus, heulend den Ärzten um den Hals zu fallen, zu schimpfen oder zu zetern.

Ich bin noch unsicher, ob das genetisch oder umweltbedingt so ist. Diese Eigenschaft teilte ich mit vielen Familienmitgliedern, aber keineswegs mit allen. Zum Glück war meine Mutter auch so und daher führten wir ein ruhiges Gespräch auf der Intensivstation, als plötzlich eine aufdringliche Mitt-60erin mit Kurzhaarfrisur hereinplatzte. Ich war von dem einzigen Stuhl aufgesprungen, auf den sie sich sofort setzte: „Ich bin die Krankenhausseelsorgerin und möchte mit ihnen darüber sprechen, was sie erwartet!“ Ohne Punkt und Komma, begann sie, ihre „Angebote“ durch zu deklinieren: Gemeinsames Gebet, ich sei willkommen im überkonfessionellen „stillen Raum“, es wäre auch möglich, andere Geistliche zu holen. Ich war so perplex, daß mir tatsächlich die Worte fehlten. Meiner Mutter gelang es als erste, gegen den Wortschwall anzukommen und sie stellte sehr höflich klar: „Danke, aber nein danke, wir sind wirklich nicht religiös!“

Das war der Zeugen-Jehovas-Moment der Religioten-Fachkraft. Da grätschte sie sofort mit leicht triumphierenden Ton hinein, „jaaaa, sie mögen im Leben Atheistin gewesen sein, aber in dieser Situation überdenken sie ihre Haltung…“ Nun wurde es meiner Mutter doch zu bunt, sie nahm ihre Kraft zusammen und stellte klar: „Würden sie bitte jetzt das Zimmer verlassen, ich möchte meine vielleicht letzte Zeit mit meinem Sohn verbringen!“

Endlich zog sie ab. Ich machte große Augen und scherzte „Du bist wirst also nicht auf den letzten Metern plötzlich gläubig? Da bin ich ja erleichtert!“ Und meine Mutter konnte noch einmal richtig lachen.

Die Krankenhausseelsorgerin befindet sich in Hamburg, einer Stadt, in der 99% der Bewohner nicht regelmäßig in Gottesdienste gehen, in der Christen eine deutliche Minderheit sind und kaum noch Beerdigungen mit kirchlichem Brimborium stattfinden. Wenn man als Religiot seinen Laden am Laufen halten möchte, kann man sich vermutlich keine Pietät leisten und stürzt sich aufdringlich auf Sterbende. Die Kirche attackiert, wenn man verwundbar ist. Kleine Kinder oder Todkranke.

Ich hatte Glück, inzwischen sind alle meine engen Angehörigen abgereist und verbaten sich allesamt religiöse Bekundungen auf der Beerdigung.

Atheisten sind reflektierter, gebildeter und intelligenter als Religiöse. Deswegen überrascht sie die eigene Endlichkeit weniger und sie geraten nicht so leicht in existentielle Verzweiflung.

Im Gegenteil, totale existentielle Not kann Gläubige zu Atheisten machen, wenn sie allzu deutlich sehen, daß da eben kein Gott ist, der ihnen hilft. „Gut“ UND „allmächtig“ schließen sich gegenseitig aus. Gott kann nicht existieren.

(….) Fall A) Ein allmächtiger Gott existiert nicht.

Fall B) Ein allmächtiger Gott existiert. Dann zeigen aber Auschwitz und die weiteren bekannten Genozide, daß er ein Arschloch sein muß und das ist per Definition eben nicht göttlich. Also existiert eben doch kein (lieber) Gott.

Was ich hier wieder einmal skizziere, ist das alte Theodizee-Problem.

Der Begriff wurde durch Gottfried Wilhelm Leibniz, dem letzten Universalgelehrten der Geschichte in seiner Abhandlung  „Essai de Théodicée“ (1710) geprägt.

Damit griff er aber einen Jahrtausende alten Gedankengang auf.

Die große Theodizee-Frage („Rechtfertigung Gottes“) wird immer wieder gestellt - seit Jahrtausenden, seit Epicur.
Sextus Empiricus, der Arzt und Philosoph des 2. Jahrhunderts, formulierte das Dilemma folgendermaßen: 

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:
Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,
Oder er kann es und will es nicht:
Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,
Oder er will es nicht und kann es nicht:
ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,
Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:
Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

 
Ich persönlich halte mich da an die Antwort des Ausschwitzüberlebenden Yehuda Bauers- die ich logisch einfach bestechend finde.

 
„In letzter Zeit war die Leistungsbilanz Gottes, was die Juden anbelangt nicht gerade überwältigend." Er könne nicht zugleich allmächtig und gerecht sein - denn wäre er es, hätte er Ausschwitz nicht zugelassen. Doch offensichtlich konnte er es nicht verhindern.
Und was ist wenn es einen Gott gibt, der Ausschwitz verhindern wollte, aber nicht konnte?
Auch dazu hat Bauer eine einfache Antwort: „Ein armer Kerl, der Unterstützung braucht, der sich seine Stärke von uns holen muß - einen solchen Gott brauche ich nicht!
Interessanter als die große Theodizee-Frage an sich finde ich die Tatsache, daß professionelle Priester, Ordensleute und klerikaler Hochadel nach 2000 Jahren Kopfzerbrechen immer noch keine Alibi-Antwort gefunden haben. (….)

(Die Christen des Tages – Teil XIII und Teil XIV – 07.01.2010)

Die schlichteren Geister gehen allerdings ohne grundlegende Erkenntnis über ihre Existenz durchs Leben, sind dann völlig überrascht, wenn es zu Ende geht und brauchen ein Ventil, um ihre Begriffsstutzigkeit zu kanalisieren. Hier greift die Kirche ab und saugt ihren Nektar aus dem Leid der Menschen. Vor wenigen Tagen starb James van der Beek mit 48 Jahren an Darmkrebs. An ihm hätte die erwähnte Krankenhausseelsorgerin ihre wahre Freude gehabt. Christliche Medien schlachten den Fall entzückt aus:

[…] Schauspieler James van der Beek gestorben: „Der Liebe Gottes würdig“

Der amerikanische Schauspieler James van der Beek ist am Mittwoch im Alter von 48 Jahren an Darmkrebs gestorben. Und das offenbar im Frieden mit Gott. So heißt es auf seinem Instagram-Profil und dem seiner Frau, er sei friedlich verstorben. Seinen letzten Tagen sei er mit „Mut, Glaube und Würde“ begegnet. […] Durch die Krebsdiagnose veränderte sich Van der Beeks Beziehung zu Gott, sagte er in einem Interview. „Vor dem Krebs war Gott etwas, was ich versuchte, so gut wie möglich in mein Leben einzupassen“, zitiert die Website Premier Christian News den Schauspieler. Nach der Diagnose habe er anders auf die Liebe Gottes geschaut und eine stärkere Verbindung zu ihm gehabt. […] mit der Krebsdiagnose habe er seiner eigenen Sterblichkeit und dem Tod ins Auge gesehen. „All diese Definitionen, die so wesentlich für mich waren, hatten keinen Bestand mehr“, sagt Van der Beek. Durch seine Krankheit sei er nicht mehr in der Lage gewesen sei, sie auszufüllen. Das habe ihn zu der Frage gebracht: Was macht mich aus, wenn ich all das nicht mehr bin? Und er kommt zu dem Schluss: „Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.“ Das gelte für jeden Menschen. […] 

(christliche Medieninitiative PRO, 12.02.2026)

Die Tragik des Falls van der Beek erklärt Matt Bernstein; obwohl es der Familie finanziell recht gut ging, wurde sie durch das US-Krankheitssystem in den Bankrott getrieben. Van der Beek musste alles verkaufen was er hatte. Der Familie droht das Haus zu verlieren. Nur durch seine Prominenz kam nach seinem Tod eine Gofundme-Kampagne zustanden, die eine Million Dollar generierte, um der hinterbliebenen Ehefrau und den sechs Kindern ihr Obdach zu bewahren.

Die US-Kirchen hingegen sind steinreich und von der Steuer befreit. Die Christen unterstützen mit überwältigender Mehrheit Trump, den Mann, der US-Amerikaner mit Krebs in den finanziellen Ruin treibt.

Freitag, 13. Februar 2026

Löppt in Hamburg

Nach meiner heftigen Schelte wider die grüne Hamburger Senatorin Anna Gallina, möchte ich klar stellen, daß der Stadtstaat Hamburg gegenwärtig die beste Regierung aller Bundesländer hat – mal ganz abgesehen, von der unterirdischen Merz-Shitshow.

Hamburg generiert klar die meisten Steuereinnahmen je Einwohner und erwirtschaftet pro Kopf mit Abstand das höchste Bruttoinlandsprodukt.

Die Freie und Hansestadt Hamburg ist dank der vergangenen 15 Jahre durchgängig roten Regierung ökonomisch so attraktiv, daß sie mehr binnendeutschen Zuzug als alle anderen Bundesländer erlebt. Die Menschen wollen weg von den schwarz regierten Ossi-Ländern und hin zum rotgrünen Hamburg.

(….) Hamburg funktioniert politisch viel besser, hat ein viel höheres Prokopfeinkommen, als Berlin.  Aber seit den 1980ern, als Hamburgs Bevölkerung auf 1,5 bis 1,6 Millionen Menschen gesunken war, haben wird eine halbe Million mehr Menschen gewonnen und kratzen an der 2-Millionenmarke. Wenn man auf derselben Fläche die Einwohner um ein Drittel vermehrt, muss man die Stadt massiv verändern. Daher fühlt es sich so an, als ob man auf einer Baustelle lebt. Es ist immer Stau und wenn man in eine eigentlich vertraute Gegend möchte, die man aber nicht jeden Tag sieht, erkennt man nichts wieder, weil überall neue Gebäude stehen und sich die Straßen veränderten.

Aber noch scheint die Attraktivität Hamburgs nicht gekippt zu sein; es wächst weiterhin, hat weiter Zuzugsdruck und ein stark überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum.

Ebenfalls stabil ist der Trend in Ossistan. In den dunkeldeutschen Problembundesländern wurde enorm viel investiert, die Infrastruktur ist sehr gut, die niedrigen Lebensunterhaltskosten sind ein Standortvorteil; die ausgedünnte Bevölkerung führt zu Leerstand bei den Vermietern. Das Mieter-Schlaraffenland. Wer sich um eine Wohnung bewirbt, wird mit Kusshand genommen und bekommt sie das erste Vierteljahr als Bonus mietfrei. Finanziell betrachtet, spricht also sehr viel dafür, nach Thüringen oder Sachsen-Anhalt zu ziehen.

Leider überkompensieren die Nachteile die finanziellen Argumente. Es wimmelt dort nämlich von unangenehmen Klischee-Jammerossis, die AfD wählen, keinerlei Sinn für bürgerliches Engagement entwickelt haben, sich mit Vorliebe rechtsextremen Schwurbelideen verschreiben und ihre chronische Untervögelung kurieren, indem sie irgendjemanden verprügeln.   (….)

(Gebärstreik, 17.09.2025)

Hamburg hatte unter der peinlichen und ökonomisch verheerenden CDU-Herrschaft (von Beust 2001-2011) den Wohnungsbau komplett eingestellt. Mit dem Regierungsantritt Scholz, rissen die Sozis das Ruder rum und taten alles dafür, um 10.000 neue Wohnungen jährlich fertig zu stellen. Bei dem enormen Bevölkerungszuwachs und dazu nun auch noch den vielen Flüchtlingen, reicht das natürlich immer noch nicht. Aber die Mieten sind dank der klugen rotgrünen Politik immerhin nicht ganz so explodiert, wie in anderen Metropolregionen.

Besser als in anderen Bundesländern, funktioniert im Rotgrünen Hamburg auch die Kriminalitätsbekämpfung. Auf die Polizeistatistiken kann der Senat stolz sein.

[…] Hamburgs Innensenator Andy Grote, Polizeipräsident Falk Schnabel und der Leiter des Landeskriminalamtes Jan Hieber haben am heutigen Donnerstag (12. Februar) die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt.

Wesentliche Ergebnisse:

·        Zahl der Straftaten in Hamburg sinkt um insgesamt 5 Prozent

·        Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken

·        Aufklärungsquote auf höchstem Niveau seit 28 Jahren

·        Gewaltkriminalität sinkt spürbar, auch deutlich weniger Straftaten mit Messern und Schusswaffen

·        Mehr Vergewaltigungen angezeigt – Täter stammen häufig aus dem sozialen bzw. familiären Umfeld

Nach einem Anstieg der von der Polizei erfassten Straftaten im Jahr 2023, ist die Kriminalität in Hamburg nach dem Rückgang im Vorjahr (-4 Prozent) auch im Jahr 2025 um weitere -5 Prozent gesunken. In der Langzeitbetrachtung der letzten 25 Jahre liegt die Zahl der erfassten Straftaten mit 213.596 (-11.317 Fälle) damit fast auf dem Niveau des Vor-Pandemie-Jahres 2019 und unter dem aller Vorjahre bis einschließlich 2018. Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 49,1 Prozent.

Damit wurden in den letzten drei Jahren die höchsten Gesamtaufklärungsquoten seit 1997 erreicht.

Gleichzeitig setzt sich der Trend der vergangenen Jahre auch im Langzeitvergleich fort: Demnach war die Kriminalitätsbelastung im Verhältnis zur Bevölkerung und damit das Risiko, von einer Straftat betroffen zu sein, in jedem Jahr vor 2019 höher als aktuell. Die sog. Häufigkeitszahl setzt dabei die Zahl der Straftaten in Beziehung zur Bevölkerungszahl (pro 100.000 Einwohner).

Demnach ergibt sich gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um -5,6 Prozent. Ein exakter Vergleich mit den weiteren Vorjahren ist jedoch aufgrund der neuberechneten Bevölkerungszahl nach dem neusten Zensus nicht sinnvoll. Dennoch: Ohne die Zensuskorrektur wäre der Rückgang noch deutlicher.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 64.500 Tatverdächtigen der PKS erfasst.

Der Rückgang der Tatverdächtigen um knapp -4 Prozent gegenüber dem Vorjahr geht insbesondere auf einen spürbaren Rückgang der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zurück  (-7,8 Prozent).

Dabei ist sowohl die Zahl der deutschen Tatverdächtigen (-5,6 Prozent), als auch die der nichtdeutschen Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) gesunken (-8,9 Prozent).

Betrachtet man nur die Tatverdächtigen, die auch tatsächlich in Hamburg gemeldet sind, fallen die Zahlen der deutschen und insbesondere der nichtdeutschen Tatverdächtigen noch niedriger aus.

Rückgang der Straftaten in allen Hamburger Bezirken

Der Rückgang der Kriminalität bildet sich in allen sieben Hamburger Bezirken ab, insbesondere in Harburg (-9,3 Prozent), Mitte (-6,6 Prozent) und Altona (-6,5 Prozent).  [….]

(Polizei Hamburg)

Das sind natürlich keine guten Nachrichten für die garstig parteiische CDU und das notorisch CDU-affine rechte „Hamburger Abendblatt“, die nur zu gern den Erfolg ihrer Angstkampagne von 2001 wiederholen möchten. Damals gelang es ihnen, der Bevölkerung wider die Realität, eine so enorme gefühlte Kriminalität einzureden, daß sie den rechtsextremen nymphomanen Kokser Schill zum zweiten Bürgermeister wählten.

Die Zahlen der aktuelle Kriminalitätsstatistik sind allerdings zu eindeutig. Da haben selbst die rechten FUNKE-Kommentatoren kaum eine Chance, der SPD einen Strick draus zu drehen.


[…] Beschleicht Sie auch ein ungutes Gefühl, wenn Sie morgens aus dem Hauptbahnhof treten und auf Heroinsüchtige, Alkoholabhängige oder Dealer stoßen, die sich in St. Georg konzentrieren? […]  Fährt Angst mit, wenn Sie abends allein in der Bahn sitzen? Irritiert es Sie, anschließend auf einem menschenleeren Gehweg unterwegs zu sein?

Das sind die Momente, die auf ein ungutes Sicherheitsgefühl einzahlen.  […] Viele Menschen fühlen sich nicht wohl in ihrer Stadt. […] Dass dieses subjektive Gefühl trotz solcher Fälle nicht mit der tatsächlichen, objektiven Sicherheitslage korreliert, zeigt die aktuelle Kriminalstatistik der Hamburger Polizei. Danach ist die Gesamtzahl der Straftaten genauso zurückgegangen wie die der Gewaltdelikte. Die Zahl der Diebstähle ist gesunken, die der Einbrüche ist es auch.

[…] Dabei leistet die Polizei in Hamburg hervorragende Arbeit. Die Gesamtkriminalität sinkt, die Aufklärungsquote steigt, die Prävention wirkt. Hamburg ist, selbst, wenn das Gefühl ein anderes sein mag, eine sichere Stadt. Dank der Polizei. […]

(Kommentar von Stephan Steinlein, Stv. Chefredakteur, 12.02.2026)

Donnerstag, 12. Februar 2026

Strafe muss sein.

Der Auftritt von Bad Bunny bei der Superbowl-Halbzeitshow zeigte es wieder: Trump kann noch so absurd, beleidigend und verblödet agieren; es gibt doch eine erkleckliche Masse von US-Amerikanern, die seinen Rassismus und Hass auf Minderheiten teilen. Die MAGAs auf FOX gerieten völlig außer Fassung, wollen die FCC auf Bad Bunny hetzen und eine parlamentarische Untersuchung starten. Denn der Mann sprach kein Englisch, ist nicht blauäugig und auch nicht blond.

Das hat Trump tatsächlich höchst erfolgreich etabliert: In ihm kanalisiert sich alles Schlechte in den Menschen. Frauenhasser, K!inderf!ck€r, Rassisten, Islamophobe, Schwulenhasser, Antisemiten litten Jahrzehnte darunter, ihre tiefsitzende Bösartigkeit, in der Öffentlichkeit zügeln zu müssen und nur hinter vorgehaltener Hand gegen alle Latinos und Afroamerikaner zu hetzten.

Nun sind sie befreit, weil ihr Held, der mächtigste Mann der Welt, nicht nur moralisch ebenso verkommen ist, sondern das auch lautstark öffentlich zelebriert.

Ja, Trump isoliert die USA in der Welt, schafft die Demokratie ab, installiert eine auf ihn zugeschnittene dystopische Autokratie ohne Gewaltenteilung. Ja, er umgibt sich mit Sexualstraftätern, Rassisten und sonstigen Verbrechern, die alles daran setzen ihre eigenen Taschen zu füllen. Ja, er arbeitet daran, der Menschheit ihre Lebensgrundlagen zu entziehen. Ja, er hetzt Todesschwadronen auf die eigene Bevölkerung. Aber er kann sich immer noch auf die Christen verlassen, die

Trumps Hass nicht nur teilen, sondern zelebrieren und hartnäckig einfordern.

[…] Weiße bibeltreue Christen bleiben bei Trump

US-Präsident Donald Trump findet seine größte Unterstützung weiterhin bei weißen evangelikalen Christen und Christinnen. Doch der Rückhalt schwindet wie bei fast allen religiösen Gruppen.

Das geht aus einer am Mittwoch verbreiteten Umfrage des Pew Research Center in Washington hervor. Laut der Umfrage sehen 69 Prozent der weißen Evangelikalen Trumps Amtsführung insgesamt positiv. In der Gesamtbevölkerung teilen 37 Prozent diese Sicht. Evangelikale zeichnen sich durch ein wörtliches Bibelverständnis, konservative Ansichten und eine missionarische Haltung aus.

Die zweithöchsten Zustimmungswerte erzielt der Präsident unter weißen Katholiken und Katholikinnen (52 Prozent), gefolgt von weißen Protestanten und Protestantinnen (46 Prozent).   [….]

(ORF, 12.02.2026)

Die Gattung Homo Sapiens wird in Kombination mit Religion zu einer selbstzerstörerischen höchst bösartigen Masse. Egoismus, Raffgier, Neid sind nur äußerst schwer, (vermutlich sogar gar nicht), durch Aufklärung, Säkularismus und Bildung zu stoppen.

Mit einiger Wahrscheinlichkeit wird diese Generation der religiösen rechten Mittsiebziger – Merz, Putin, Trump, Netanjahu, Putin – das menschliche Leben auf diesem Planeten final zerstören. Wir überschreiten gegenwärtig die Kipppunkte.

Es wird entweder zur ganz großen Extinction des Homo Demens kommen, oder die demokratischen Strukturen werden final abgewickelt. In dem Fall werden wir Europäer zu einer entrechteten Kolonie unter KI-Herrschaft. Vermutlich aus Peking gesteuert.

Eine mikroskopische Chance besteht vielleicht noch. Sie basiert auf Trumps Dummheit. Anders als Putin oder Xi oder Netanjahu, ist er intellektuell und mental so unterbelichtet, daß er übertreibt und nicht versteht, womit er seine treuesten Fans verärgert.

Besonders dumm und besonders christlich sind überall in der Welt die Landwirte. Auch in den USA wählten die Farmer daher zu fast 80% Trump.

Ausgerechnet diejenigen also, die auf Freihandel angewiesen sind, weil sie ihre Sojabohnen und den Weizen in die Welt verkaufen. Ausgerechnet diejenigen, die am besten wissen sollten, wie dringend sie Farmarbeiter aus Lateinamerika angewiesen sind. Aber die frommen Bauern sind unfassbar dämlich und ließen sich daher von Trumps Hass auf Queere, Schwarze, Transsexuelle, Schwule, Frauen, Ausländer „überzeugen“, statt ihren ökonomischen Interessen zu folgen.

Sie erhalten jetzt die Quittung.

[…] Kollaps unter US-Landwirten: Wie Trump die US-Landwirtschaft zugrunde richtet[…] John Harris hat derzeit selten gute Laune. „Es ist keine gute Zeit, um Bauer in Missouri zu sein“, sagt er mit betretener Stimme. „Ich kenne hier niemanden mehr, der nicht im Laufe dieses Jahres darüber nachdenken muss, aufzugeben.“

Harris heißt eigentlich anders, will aber anonym bleiben. Er ist in der fünften Generation Bauer im Columbia County, einem von der Landwirtschaft geprägten Bezirk im Herzen des US-Bundesstaates Missouri. Nach Texas ist das der zweitgrößte Agrarstaat des Landes. Das Gros der Höfe hier und in den gesamten USA sind Familienbetriebe wie der von Harris. Dieser Tage ist die Branche existenziell bedroht.

So schrieb in der vergangenen Woche eine Gruppe hochrangiger Repräsentanten der Landwirtschaft aus beiden Parteien einen alarmierenden Brief an den US-amerikanischen Kongress. Unter den Autoren sind etwa die Anführer von Branchenvereinigungen und ehemalige Vorstände der nationalen Landwirtschaftsbehörde USDA.

In dem Schriftstück warnen sie vor einem „flächendeckenden Kollaps“ der US-amerikanischen Landwirtschaft: „Die Zahl der Bankrotte amerikanischer Bauernhöfe hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Von den übrigen arbeiten weniger als die Hälfte noch profitabel. Die US-Landwirtschaft hat ein historisches Außenhandelsdefizit.“ Ein scharfer Kontrast zum Zustand der Branche vor noch wenigen Jahren, als die US-Landwirtschaft Rekordexporte erzielte und die Bauern solide Gewinne einfuhren. […]

Die Sojaproduktion etwa ist in Brasilien in den vergangenen fünf Jahren um ein Fünftel gestiegen, während die Produktion in den USA um die Hälfte gesunken ist.

Die Produktionspreise sind gleichzeitig ins Astronomische gestiegen. So berichtet das Fachportal Farm News, dass die Kosten von Saatgut in fünf Jahren um 18 Prozent, von Düngemitteln um 37 Prozent, von Pestiziden um 25 Prozent und von Maschinen um 23 Prozent gestiegen sind. […]  Wirtschaftswissenschaftler der North Dakota State University sagen voraus, dass Bauern in diesem Jahr zwischen 35 und 45 Milliarden US-Dollar verlieren. […]

(Sebastian Moll, 12.02.2026)

Sollte es noch zu den Midterm-Wahlen kommen, was man angesichts der Umfragen immer mehr bezweifeln muss, erinnern sich hoffentlich einige ruinierte Farmer daran, was ihr THREE-TIMES-TRUMP-voting ihnen einbrachte.

Mittwoch, 11. Februar 2026

Rekord-Regierung.

Wir hatten schon so viele FDP-Bundeswirtschaftsminister, die reine Platzhalter waren, die man gar nicht bemerkte und die den Stellenwert des Ministeriums systematisch gen Null fuhren.

(….) Ingrid Matthäus-Maier, *1945, Verwaltungsrichterin, eine der klügsten Personen, die ich kenne, spielt als wichtigste Atheistin Deutschlands  als Beiratsmitglied der Giordano-Bruno-Stiftung immer noch eine große Rolle. Seit 1966 setzt sie sich in der Humanistischen Union für die Trennung von Staat und Kirche ein.  Im Bundestag brillierte sie als Finanzexpertin, die anders als alle anderen Finanzpolitiker die Gabe besaß Zahlen anschaulich, verständlich und einprägsam darzustellen.

„Wissen Sie, was eine Milliarde ist? Sie haben eine Milliarde, wenn Sie achtzehn Jahre lang Woche für Woche eine Million im Lotto gewinnen.“

(IMM)

Sie war aber auch eine begnadete Parteipolitikerin.  Ich erinnere mich noch an eine Generalaussprache, als sie auf die Vorstellung des Haushalts von Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt Mitte der 1990er klagte:


„Wir hatten einen Bangemann, wir hatten einen Haussmann, wir hatten einen Möllemann – wann bekommen wir endlich einen Fachmann?“  (IMM)

Erhört wurde ihre Klage freilich nie.   Fünf Bundeswirtschaftsminister von der FDP in Folge hatten das Amt abgewirtschaftet.  Rexrodt war nicht nur wie seine Vorgänger überfordert, sondern wurde gar nicht mehr ernst genommen. Die Presse beschrieb ihn als peinlichen „Grüßaugust“, den noch nicht mal Industrielobbyisten beeinflussen mochten, weil zu offensichtlich war wie desinteressiert und machtlos er war.

Längst war die Gestaltungsmacht des einstigen Kernministeriums – Erhardt, Schiller und Schmidt prägten als Wirtschaftsminister die Republik – aufgebraucht. Die Musik spielte nun im Kanzleramt und Finanzministerium.

Das war keineswegs ein zwingender Prozess, sondern der Tatsache geschuldet, daß die faktische vakante Ministeriumsspitze von 1982 bis 1998 unter den FDP-Grüßaugusten das Eingreifen anderer Minister erforderte.

Spätere Bundeswirtschaftsminister wie Clement und Gabriel hatten verstanden welch geschrumpftes irrelevantes Haus sie übernahmen und ließen sich daher Superministerien zuschneiden. Clement war in Personalunion auch Arbeitsminister, Gabriel übernahm den Bereich Energiepolitik.

Aber es gab bedauerlicherweise auch unter Merkel Wirtschaftsminister von CDU und FDP, die entweder wie Brüderle, Guttenberg und Rösler völlig überfordert und verwirrt waren, oder noch schlimmer, wie Glos und Altmaier mit demonstrativen Unwillen das Sinnlosministerium einfach nur aussitzen wollte, weil sie nicht nur keine Ahnung hatten, sondern auch keine Lust.  (….)

(Der Abstieg der Wirtschaftsminister, 31.01.2019)

Altmaier, der phänotypische Wiedergänger von Martin Bangemann, ging dazu über, aktiv den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Zukunftsfähigkeit zu ruinieren. Mit seiner doppelten Altmaier-Delle zerstörte er ab 2012 die Photovoltaik- und Windenergie-Branche in Deutschland.

Gas-Kathy, von 2009 bis 2013 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, half begeistert dabei mit, Umwelt und Naturschutz zu Gunsten der fossilen Klimapest zu schleifen.

Als Bundeswirtschaftsministerin hob sich Reiche ab 2025 aber stets von ihren schläfrigen Vorgängern Bangemann, Haussmann, Möllemann, Rexrodt, Glos ab und zeigte von Anfang an, wie hellwach sie war: Von einem unbändigen Willen angetrieben, den Wirtschaftsstandort Deutschland ebenso nachhaltig zu zerstören, wie das Klima

Mit perfider Boshaftigkeit schwingt sie sich zur schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten auf.

[….] Sorry, dass ich so schnell spreche, aber so viele Skandale in 9 Monaten ist auch ne Leistung.
Ist Katherina Reiche die schlechteste Wirtschaftsministerin ever?
Ergebnis:
• Gas statt Zukunft
• Netzpaket bremst Wind & Solar
• Investoren ziehen sich zurück
• Energiepreise bleiben hoch
• 81 Mrd. € fossile Importe – jedes Jahr
Gerichte fordern mehr Klimaschutz.
Das Ministerium liefert Ausbaustopp.
Inkompetenz – oder klare Strategie?
[…]

(Klartext mit Lilly)

Reiche hasst Deutschland offenbar, wie die Pest und wirft es ihren Gas-Nazgûl zum Fraß vor.


[….] Überlastete Stromnetze: Die Kapitulationserklärung der Katherina Reiche

[….] In der Systemtheorie gibt es das Konzept der »abrutschenden Ziele«: Man schafft es nicht, etwas zu erreichen, das man sich vorgenommen hat. Doch statt sich mehr anzustrengen, schraubt man das eigene Ziel herunter. [….] Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lässt gerade ein Gesetz erarbeiten, das den Bau neuer Ökostromanlagen massiv erschweren würde. Ihr Hauptargument dafür ist, dass es im überlasteten Stromnetz kaum noch Anschlüsse für neue Anlagen gibt. [….] Man könnte sich auch bemühen, den Bau neuer Leitungen anzukurbeln, auch dann gäbe es mehr Anschlüsse. Oder man könnte die Anreize für kluge Kombi-Lösungen an bestehenden Anschlusspunkten erhöhen. Wind- und Solaranlagen erzeugen teils zu unterschiedlichen Zeiten Strom und könnten sich existierende Anschlüsse öfter teilen.

Doch Reiche geht einen anderen Weg. Sie will den Bau neuer Wind- und Solaranlagen verkomplizieren. Das ist absurd. Es schadet der Wirtschaft, es ist schlecht für das Klima und es sorgt dafür, dass Deutschland in Energiefragen unnötig lang erpressbar bleibt. [….]  Reiches Haus bemüht sich gerade nicht, den quälend langsamen Ausbau der Netze zu beschleunigen. Es will den Ausbau der erneuerbaren Energien bremsen. [….]

(Stefan Schultz, 11.02.2026)

Natürlich wünsche ich mir auch eine andere Wirtschaftsministerin.

Die Uckerwalder Nemesis der deutschen Zukunft darf ihre Destruktivität nicht weiter ausleben.

Das Problem ist allerdings der Kanzler und CDU Vorsitzende. Bei einer Demission Reiches obliegt es ihm, den oder die Nachfolger/in zu bestimmen. Besserung ist also nicht zu erwarten bei dem rechtsradikal-bornierten Sauerländer Sabbelkopp. Das wissen inzwischen sogar seine Fans in der CDU-Fraktion.

[….] Spricht man in diesen Wochen mit Fraktionsmitgliedern über die Regierung, dann klingt das Urteil häufig vernichtend. Das Kanzleramt, so eine verbreitete Klage, funktioniere nicht, Kanzleramtschef Thorsten Frei sei am falschen Platz. Die Zusammenarbeit mit der Fraktion funktioniere ebenfalls nicht, Fraktionschef Jens Spahn sei nicht zu trauen. Generalsekretär Linnemann bleibe blass. Das Kabinett, das Merz nicht mit Charismatikern besetzt hat, sondern mit Arbeitern, sei kaum wahrnehmbar und arbeite nicht gut. Das alles, wohlgemerkt, kommt aus der CDU selbst.

Und selbst wenn es der Parteispitze gelingen sollte, den Parteitag in Stuttgart doch noch einigermaßen harmonisch zu orchestrieren, heftige Debatten und radikale Beschlüsse zu vermeiden: In der Partei dürfte es auch danach unruhig bleiben. Womöglich sogar unruhiger werden.

In der Mittelstandsunion gibt es Menschen, die den Sozialstaat gern noch härter schleifen würden, als in ihrem Antrag gefordert. Es gibt maßgebliche Menschen in der Union, die ihre Partei durchaus zur internationalen Speerspitze der Anti-Klimaschutz-Allianz machen würden, auch nachdem die Parteiführung den Antrag zum Ende der Klimaneutralität abgewehrt hat. Und es gibt einige, die mehr oder weniger offen fragen, wie man die Stärke der AfD nutzen könnte, um die reine Lehre der CDU besser umzusetzen. [….]

(SPON, 05.02.2026, aus DER SPIEGEL 7/2026)

So wie sich Reiche in einer Rekordzeit zur schlechtesten Wirtschaftsministerin aller Zeiten gemausert hat, steht Fritze Merz schon jetzt eindeutig als schlechtester Kanzler seit 1949 fest.