Mittwoch, 8. Februar 2023

Streisand – Teil IV

Wenn Rheinländische Scherzkekse mir steifen Norddeutschen vorwerfen, ich verstünde den Karnevalismus nicht und hätte nun einmal keinen närrischen Humor, entgegne ich: Ja, Ihr habt vollkommen Recht! Ich verstehe den Humor nicht nur nicht, sondern finde ihn ausgesprochen abartig. Meine Vorurteile gehen so weit, daß ich überzeugte Karnevalisten auch außerhalb der Karnevalszeit nicht ernst nehmen kann.

Möglicherweise wurde ich schon als Kleinkind indoktriniert. Ich erinnere mich daran, noch im Vorschul- und Grundschulalter ins Elternschlafzimmer (in meiner Familie gibt es keine Fernseher im Wohnzimmer) gerannt zu sein, meine Mutter schockiert vor „Mainz wie es singt und lacht“ im TV vorzufinden, und meinem armen sichtlich gequälten US-Vater zu erklären, sie sei unter anderem DESWEGEN damals in die USA ausgewandert. Der deutsche Humor ist ganz schlimm.

Während meiner Jugend dachte ich, alle Rhein- und Saarländer wären so. Ich könnte als Hamburger glücklich sein, als humorlos zu gelten. Alles ist besser als das. Als Student lernte ich dazu, weil ein Kommilitone aus Düsseldorf stammte. Während der Karnevalsumzüge im Rheinland, besuchten ihn immer seine Düsseldorfer Freunde in Hamburg und wir zogen dann zusammen über die Reeperbahn. Die hassten Rosenmontag noch viel mehr als ich und erklärten mir, man könne als zurechnungsfähiger Rheinländer während der Narrenzeit nur fliehen; das sei einfach nicht auszuhalten. Als Erwachsener lernte ich weitere Rheinländer kennen, die mir voller Emphase versicherten, der Spruch „man muss mit Karneval aufgewachsen sein, um das zu lieben“ wäre eine reine Ausrede. Im Gegenteil, wer das als Kind mitmachen musste, lässt sich als Erwachsener nicht mehr dazu zwingen.

Noch ein paar Jahre später lernte ich erneut hinzu: Selbst begeisterte und engagierte Karnevalisten, die sich das ganze Jahr akribisch darauf vorbereiten, sich bei dem kollektiven Koma-Besäufnis maximal vor der Welt zu blamieren, begreifen „den Sinn“ des Ganzen nicht. Die Komiker-Katholikin Kramp-Karrenbauer steht im Karneval sogar selbst auf der Bühne und tappt dabei im Dumpf-Dunklen.

(….) Eigenartig, daß eine so überzeugte Karnevalistin wie Annegret Kramp-Karrenbauer den Sinn des Karnevals so gar nicht begreift.  Da muss ich als eiskalter Norddeutscher, der sich niemals verkleidet und konsequent jeden Fasching meidet, wohl ein bißchen aufklären.  Offenbar kennt AKK weder die historische noch die literarische Bedeutung eines Hofnarren und die sich daraus ergebende Narrenfreiheit. Gemeint sind die außergewöhnlichen Umstände unter denen ein einfacher Bürger den Mächtigen etwas ins Gesicht sagen darf, ohne dafür böse Konsequenzen spüren zu müssen. Simpel ausgedrückt: Die Schwachen dürfen sich über die Starken lustig machen. Im Karneval dürfen sogar alle Narren sein. Der Narr wird König, und der König wird erniedrigt.

AKK stellte das Konzept auf den Kopf, indem sie als eine der mächtigsten Menschen Deutschlands über die Schwächsten (in dem Fall Transgender) herzog. Verschärfend kam hinzu, daß sie als katholische Vorsitzende der CHRISTEN-Union für eine politisch-religiöse Richtung spricht, die traditionell immer die aggressivsten LGBTI-Feinde waren.

[….] Als CDU-Vorsitzende sollten Sie sich nicht als Putzfrau verkleiden. Das ist heikel. Sie hat bei ihrem Vortrag schale Witze über die Feinstaubdebatte oder das Gewicht von Peter Altmaier gemacht, sich dabei aber hinter der Rolle der Putzfrau versteckt, es einer Putzfrau in den Mund gelegt. Das hat etwas Feiges. Als Politiker verstecke ich mich nicht hinter einer Figur, die in der Hierarchie unter mir liegt. Das hat was Despektierliches und ist für die Putzfrau ehrverletzend. Kramp-Karrenbauer hat so getan, als würde die doofe Putzfrau reaktionäre Gedanken hegen. Dabei hatte Kramp-Karrenbauer selbst solche Gedanken.

[….] Der Karneval ist heute Popkultur und versucht, Menschen zu inte­grieren. Alle können mitmachen, auch ­sexuelle Minderheiten, auch Vertreter des ­dritten Geschlechts. Hier aber hat sich eine Mehrheit über eine Minderheit lustig gemacht. Da ist Frau Kramp-Karrenbauer ihre Konservativität zum Verhängnis geworden. Sie verharrt noch in der Brauchtumskultur der Sechzigerjahre. [….]  Man sollte die kleinen Leute nicht zur Zielscheibe machen - es sei denn, sie verhalten sich asozial. Vertreter des dritten Geschlechts sind aber nicht asozial. [….]

(Jürgen Becker, 24.02.2020)

Auch ihre Rolle als Parteichefin begreift Kramp-Karrenbauer offensichtlich nicht, wie man an ihrem völlig vermasselten Rücktritts-Statement sehen konnte.  (….)

(Annegret Nero-Karrenbauer, 25.02.2020)

Kramp-Karrenbauers Nach-Nachfolger, stammt ebenfalls aus einer Karnevals-Hochburg, nämlich dem Sauerland. Wie AKK teilt er gern kräftig gegen Minderheiten und Schwache aus und verkündete bei seiner Büttenrede von 2006, Paris sei von „marodierenden Afrikanern aus Kolonien besetzt“ und Deutschland solle das „Elsass billig zurückkaufen“.

Die FDP-Bundeswehrlobbyistin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, ebenfalls als Düsseldorferin bei den Karnevalioten geboren, gehört zweifellos selbst zu den Reichen und Mächtigen Deutschlands, hat aber den Sinn des Karnevals durchaus verstanden und polterte bei ihrer Rede zur Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ in Aachen gegen die mächtigsten Bundespolitiker. Der Bundeskanzler, als Norddeutscher selbst nicht unter Karnevals-Verdacht stehend,  bekam sein Fett weg und nahm es locker. Ebenso souverän zeigten sich andere schwer von der FDP-Frau Getroffene, wie Pistorius, Söder und Lindner. Die FDP-Freunde verweisen auf den Berliner Landtagswahlkampf.

Die humoreske Doppel-Null Friedrich Merz hingegen, betrachtet selbst verklausulierte Kritik an ihm selbst als Blasphemie und Majestätsbeleidigung. Strack-Zimmermann nannte zwar niemals seinen Namen, aber der im Publikum sitzende Unions-Geront grollte mit versteinerter Miene und begann anschließend zu toben. Er schickte seine willigen Epigonen de Vries und Czaja vor, um Rache, um Genugtuung zu verlangen.

[….] Strack-Zimmermann trat als böse Stiefmutter von Schneewittchen auf und lief zum Skandal-Hit "Layla" zur Rednerposition. Dort teilte sie vor allem gegen Männer in der Politik aus, unter anderem gegen "Bergzwerg" Markus Söder, "Vodkazwerg" Wladimir Putin und eben gegen "Flugzwerg" Friedrich Merz. Die ganze Rede finden Sie in der ARD-Mediathek (ab Minute 16). In der CDU sind jetzt einige sauer. So verhalte man sich selbst im Karneval nicht, sagte CDU-Generalsekretär Mario Czaja der "Rheinischen Post" und fordert eine Entschuldigung. "Das war ein neuerliches Unterschreiten von anständigem Umgang und anständiger Sprache", so Czaja. Auch CDU-Politkerin Julia Klöckner kritisierte die Rede, diese sei "nicht souverän" und "persönlich diffamierend".  [….]

(WDR, 08.02.2023)

Der im Maaßen-Sumpf steckende xenophob polternde Merz zeigt sich damit, wieder einmal, von seiner inkompetentesten Seite.

Nicht nur gibt er sich hier wieder einmal wenig nervenstark und flatterhaft, wenn er seine eigenen Gefühle in den Mittelpunkt der Debatte stellt – also ob es keine drängenderen Probleme gäbe.

Nicht nur begreift auch der Sauerländer Merz, nicht den Sinn des Karnevals und versteht nicht, daß er als mächtiger Millionär und Chef der Konservativen, das natürliche Opfer einer Büttenrede ist.

Zudem steht ausgerechnet die um Anti-Wokeness bemühte CDU, nun erneut als Verbotspartei da. Sie fordert an der Seite übler Homophober und Verschwörungstheoretiker Sprachverbote und will nun auch noch die freie Büttenrede beschränken.


Hinzu kommt auch noch seine Unkenntnis des Streisand-Effektes.

(….) Als Barbra Streisand unbeabsichtigt 2003 den nach ihr benannten Effekt inventete, war möglicherweise wirklich noch nicht jedem digital immigrant klar wie der Schwarm des Internets funktioniert.  Mrs. Streisand hatte damals die die Website Pictopia.com verklagt, weil diese zwischen 12.000 anderen Bildern auch ihr Haus veröffentlicht hatte.  Nicht jeder Mensch klickt täglich auf Pictopia und selbst von denen, die es tun, macht sich kaum einer die Mühe nachzuvollziehen, wer die Besitzer der einzelnen Häuser sind.   Nachdem Streisand aber eine 50-Millionen-Dollar-Klage darüber angestrengt hatte, machte der Fall Schlagzeilen, so daß das inkriminierte Bild rasend schnell im Netz verbreitete und nun wirklich jeder wußte in welchem Haus die Kult-Sängerin und demokratische Aktivistin wohnte.  Sie erreichte also das diametrale Gegenteil dessen, was sie wollte. Die Diva lernte daraus und tat es nie wieder. (….)

(Streisand extrem, 28.03.2019)

Wenn man als extrem Mächtiger NICHT möchte, daß eine Stichelei einesl kleineren Players bekannt wird, ignoriert man sie. Wenn man hingegen als superreicher Papst und kirchliches Oberhaupt von 1,4 Milliarden Menschen, eine kleine Dreimann-Redaktion in Frankfurt verklagt, bekommen die Titanic-Schmähungen erst die unerwünschte weltweite Aufmerksamkeit. Mehr Eigentor geht nicht.

Durch seine weinerliche Empörung erreichte Merz, daß nicht an Büttenreden interessierte Deutsche wie ich (!) überhaupt erst auf Strack-Zimmermanns garstige Reime aufmerksam wurden.

[…]

Böse auf der Zwergen-Schar,

die toxisch' Männlichkeit gebar.

Ihr kennt die Zwerge, die ich meine,

mit ihrem Ego nahe der Beine.

Manche dieser Zwergen-Fritzen,

sehe ich in diesem Saale sitzen. […]

Von Bayern schnell ins Sauerland

zum Flug-Zwerg aus dem Mittelstand.

Den wollte zweimal keiner haben,

weil er nur schwerlich zu ertragen.

Noch so ein alter weißer Mann,

der glaubt, dass er es besser kann.

Die Sitten, supponiert er voller Trauer,

sind nicht mehr wie bei Adenauer.

Nach außen bürgerlicher Schein,

im Herzen aber voll gemein.

Wer vor Krieg geflohen ist,

verhöhnt er als Sozialtourist.

Heißt ein Junge Ali und nicht Sascha

beschimpft den als Grundschul-Pascha.

Und alle Klimaaktivisten

sind für ihn nur noch Terroristen.

Doch treibt's ein Nazi-Prinz zu wild,

dann wird der Flug-Zwerg plötzlich mild.

Beherzt er auf die Schwachen drischt,

weil er so gern im Trüben fischt.

Gerade die, die christlich selbst sich wähnen,

sollten sich für ihn was schämen. […]

Jetzt wird alles rausgeblasen:

Der Porsche-Zwerg darf weiter rasen.

Und ein frivoler Doppel-Wumms

gehört in jeden guten Bums.

(Strack-Zimmermann in Aachen 2023)

Friedrich Merz politisch und persönlich nicht zu mögen, mag für einen Sozi wie mich, wenig verwunderlich sein.

[….] Entweder war das närrische Verblendung oder böse Absicht: In der CDU-Zentrale hätte doch allen klar sein müssen, dass dies nur zu mehr Aufmerksamkeit für die Büttenrede führt und Merz den Namen „Flugzwerg“ so womöglich nie wieder loswird.  Nun bleibt der Eindruck, Merz ist zwar groß im Austeilen vor allem gegen Minderheiten („Sozialtourismus“, „Klimaterroristen“, „Paschas“), aber ganz klein im Einstecken von Kritik. Das erinnert doch stark an einen gewissen Donald Trump. Im Sinne des Landes kann man nur hoffen, dass die Parallelen zwischen dem Ex-US-Präsidenten und dem CDU-Chef an dieser Stelle enden.  […]

(MoPo, 08.02.2023)

Aber ich staune täglich mehr über seine taktische und strategische Dummheit.

Man mag halten von ihm, was man will. Aber intelligent ist Merz offensichtlich nicht.

Dienstag, 7. Februar 2023

Wenn Gott Haufen macht.

 

Beyoncé Giselle Knowles-Carter, 41, US-Sängerin aus Texas, landet dauernd Hits, gewann 32 Grammys und verdiente bisher rund 500 Millionen Dollar mit ihren Liedern. Geld und Geld gesellt sich gern. Da trifft es sich gut, daß sie mit dem aus New York stammenden Rapper Jay-Z, 53, verheiratet ist, dessen Vermögen von Forbes konservativ geschätzt, satte 1,4 Milliarden Dollar beträgt.

Ohne ihnen zu nahe zu treten – in Deutschland spricht man nicht über Geld – ist es wohl sicher zu sagen, daß die beiden sich in ihrem Leben niemals mehr um Mieten und Lebensmittelpreise sorgen müssen.

Glücklicherweise zahlen US-Milliardäre kaum Steuern, der Reichtum vermehrt sich von allein immer weiter und Beyoncés Songs werden weiterhin vergoldet.

[….] Mit insgesamt 32 Trophäen hat US-Sängerin Beyoncé bei den Grammy-Awards nun einen neuen Rekord aufgestellt. Der 41-jährige Superstar bekam bei der Preisverleihung in Los Angeles vier der Grammophone - und steht damit ganz allein auf Platz eins der ewigen Bestenliste. Zuvor hatte der britisch-ungarische Dirigent Georg Solti mit 31 Grammys den Rekord des Musikers mit den meisten Preisen gehalten. "Ich versuche, nicht zu emotional zu sein. Ich versuche, diese Nacht einfach anzunehmen", sagte Beyoncé sichtlich gerührt. Sie danke Gott, der sie beschützt habe, und auch ihrem Mann, Rapper Jay-Z.  [….]

(Deutsche Welle, 06.02.2023)

Es gibt keinen Grund, Frau Knowles-Carter zu misstrauen. Sicherlich glaubt sie wirklich, Gott sitze oben im Himmel, höre sich ihre Hits an, bewundere ihr schönes Leben mit Privatjet und Mega-Villen, so daß er ihr immer weitere Grammys zuteile. Gott sorgt für ein prall gefülltes Bankkonto. Ein prall gefülltes Bankkonto derjenigen, deren Bankkonto schon vorher prall gefüllt war.

Und wieso sollte es anders sein? Das passt zu ihm. Gott ist ja ein Mensch, der auf seinem Himmelsthron sitzend, gern Ordnung in seiner Schöpfung hält.

Und so bildet er ordentliche Haufen.

Wer zum Beispiel in einem sudanesischen Hungerlager hockt und tatenlos mitansehen muss, wie seine ausgemergelten Kinder elendig an Marasmus krepieren, bekommt vom lieben Gott noch jahrelange Dürren und eine Horror-Diktatur dazu, damit die Kinderleichen immer größere Haufen bilden.

[….] Über 7,7 Millionen Menschen im Südsudan sind akut von Hunger bedroht – das sind rund zwei Drittel der gesamten Bevölkerung (Stand: Nov. 2022). Die Kinder leiden am meisten unter der dramatischen Ernährungssituation im Land: Schon jetzt wissen Hunderttausende Kinder im Südsudan nicht, wann sie ihr nächstes Essen bekommen werden. Viele von ihnen kämpfen um ihr Überleben. Und die Prognose für die nächste Zeit ist düster, denn nach aktuellen Schätzungen von Ernährungsexpert*innen werden bis Juli 2023 etwa 1,4 Millionen Kinder im Südsudan akut mangelernährt sein (Stand: Nov. 2022). Hohe Nahrungsmittelpreise, wiederkehrende Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen sowie die anhaltende Gewalt machen es dem Großteil der Südsudanes*innen unmöglich, sich und ihre Kinder mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Der Hunger ist ihr ständiger Begleiter, und die Gefahr ist groß, noch tiefer in den Hunger abzurutschen. Manche Regionen im Südsudan stehen kurz vor einer Hungersnot. […..]

(Unicef)

Geldhaufen in Kalifornien, Kinderleichen-Haufen in Ostafrika und auch in Syrien kommt gleich zu gleich. Das extrem geschundene Land, das durch zehn Jahre Krieg und Terror ohnehin in Trümmern liegt, bekommt von Gott, dem Gerechten, obendrauf noch kräftige Erdbeben: Trümmer auf Trümmer-Haufen.

[…] Noch immer steigt die Opferzahl in den Erdbebengebieten an der türkisch-syrischen Grenze. Das komplette Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzusehen, nach wie vor werden viele Menschen unter den Trümmern vermutet. Insgesamt liegt die Zahl der Toten inzwischen bei mehr als 7000. Bisherigen Informationen zufolge wurden in der Südtürkei und in Nordsyrien zudem mehr als 30.000 Menschen verletzt, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Tausende Gebäude stürzten ein. [….]

(Tagesschau, 07.02.2023)

Herzallerliebst, wie der Allmächtige die Lasten verteilt.      

Christin Knowles-Carter weiß also, welchem sympathischen Mann im Himmel sie zu danken hat.

Du tust deine Hand auf und erfüllst alles, was lebt, mit Wohlgefallen. Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und heilig in allen seinen Werken. Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen. Der HERR behütet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.

Psalm 145.

Tja, tote Kinder im Sudan, Tja, tote Erdbebenoper in Syrien, Ätschi, dann habt ihr wohl selbst schuld, wenn ihr so gottlos seid und nicht so fromm wie Knowles-Carter.

Montag, 6. Februar 2023

Das große Sterben

 

Hunderttausende Menschen, Zivilisten und Soldaten, sind in der Ukraine schon getötet und schwer verletzt worden

Millionen haben Angehörige und Freunde verloren. Das ist, weit vor allem Anderen, der schlimmste Aspekt dieses Angriffskrieges auf die Ukraine.

Wie viele Opfer es bisher gibt, kann niemand seriös sagen, da beide Seiten die Zahlen zur Propaganda missbrauchen. Die toten Gegner werden massiv übertrieben, die eigenen Verluste drastisch untertrieben.

[….]  Nach Schätzungen der USA und anderer westlicher Behörden sind seit Russlands Krieg gegen die Ukraine 200.000 russische Soldaten getötet und verwundet worden. Das hatte die New York Times berichtet. „Die Zahlen für die Ukraine und Russland sind Schätzungen, die auf Satellitenbildern, abgefangener Kommunikation, Informationen aus sozialen Medien und Medienberichten vor Ort sowie auf offiziellen Berichten beider Regierungen beruhen“, so die Zeitung.

Hunderte von russischen und ukrainischen Truppen wurden in letzter Zeit täglich bei den Kämpfen um die östliche Stadt Bachmut getötet oder verletzt, der längsten und blutigsten Schlacht der russischen Invasion, sagten Regierungsbeamte der New York Times. Demnach übersteigen die Verluste Russlands bei seinem Angriff auf Bachmut bei weitem den strategischen Wert der Stadt. Moskau sieht die Einnahme Bachmuts wohl als entscheidend an, um in der ukrainischen Region Donezk die Überhand zu gewinnen.  [….]

(FR, 06.02.2023)

Es gibt einige weitere riesige Probleme am Krieg in der Ukraine.

Wie soll die Ukraine nach dem Kriegsende Sicherheitsgarantien bekommen?
Das ginge nur innerhalb der NATO. Aber das würde Russland und auch China zur Weißglut treiben. Außerdem zeigt Recep Tayyip Erdoğan am Beispiel Finnland und Schweden, wie schwierig es ist, selbst bei solchen idealen Beitrittskandidaten ein einstimmiges Votum aller bisherigen Mitgliedsstaaten zu bekommen. Von 30 Regierungschefs das Ja zum Ukraine-Beitritt mit all den Risiken zu bekommen, geht über mein Vorstellungsvermögen hinaus.

Wie soll die Ukraine im Frieden eigentlich wieder aufgebaut werden?

Die Ukraine ist fast doppelt so groß wie Deutschland und die gesamte Infrastruktur wurde inzwischen zerstört. Wir sehen, wie nahezu unmöglich es ist, eine moderne Stromversorgung in einem intakten sehr reichen Land wie Deutschland aufzubauen. Es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch an Man-Power, Know-How und Baumaterialien. Wir schaffen es weder, eine digitale Infrastruktur, noch 300.000 Wohnungen zu bauen. Wie soll denn ein völlig zerstörtes doppelt so großes Land von Grund auf neu gebaut werden? Ein Land, das Pleite ist?

Die DDR war nur ein Sechstel so groß wie die Ukraine und nicht durch einen Krieg zerstört. Alle Menschen hatten Wohnungen und Arbeit. Die Wiedervereinigung kostete nach Schätzungen rund zwei Billionen Euro, also 2.000 Milliarden = Zwei Millionen Millionen.

Was wird die Instandsetzung einer zerbombten Ukraine kosten? Zehn Billionen Euro? Bei den Deutschen schwindet bereits die Solidarität. Mit den Republikanern an der Kasse, wird es solche Summen auch nicht aus den USA geben. China steht auf der Seite Russlands. Es bleibt Europa.

Und das in einer schweren europäischen Wirtschaftskrise. Die Ukraine wird völlig auf finanzielle Solidarität anderer Nationen angewiesen sein. Also muss die Ukraine EU-Mitglied werden. Und dazu sollen Viktor Orbán und die anderen Netto-Empfänger „Ja“ sagen? Obwohl sie wissen, dann für womöglich Jahrzehnte, selbst keine Strukturhilfen mehr zu bekommen, weil alles nach Kiew fließt?

Schließlich ist da noch eine Sache: Der Krieg tobt noch. Es wird geunkt; ich kann das nicht überprüfen; es habe in den letzten Wochen und Monaten womöglich ein Zeitfenster gegeben, um die Russen zu vertreiben, weil sie durch den unerwarteten Widerstand sehr geschwächt wurden und die Frontlinie locker wurde. Da fehlten der Ukraine aber die Panzer und Flugzeuge, um das auszunutzen.

Diese Gelegenheit soll, angeblich, verstrichen sein, da Putin gnadenlos seine Truppen ohne Rücksicht auf Verluste, aufstockt.

[….] Die ukrainischen Truppen stehen an drei Frontabschnitten im Donbass unter Druck und büssten dort in den letzten Tagen weiteres Terrain ein. Präsident Wolodimir Selenski räumte die Rückschläge am Wochenende indirekt ein, [….] Hatte Moskau die Invasion vor einem Jahr mit rund 150 000 Mann begonnen, sind nun nach Erkenntnissen des ukrainischen Militärnachrichtendienstes mehr als 320 000 Mann beteiligt. Westliche Stellen schätzen, dass Russland weitere 150 000 bis 200 000 Soldaten in Reserve hält, wobei sich ein Teil von ihnen noch in Ausbildung befinde. [….] Für die Ukrainer ist dies eine frustrierende Entwicklung. [….] Inzwischen scheint klar, dass den Truppen Kiews die militärische Initiative völlig entglitten ist.  Die schwierigen jahreszeitlichen Bedingungen, namentlich die lange «Schlamm-Saison» im Spätherbst, waren einer der Gründe dafür. Aber ins Gewicht fiel vor allem, dass die vom Kreml verfügte Teilmobilmachung trotz ihrer chaotischen Durchführung ermöglichte, Lücken in den russischen Verteidigungslinien zu füllen. Der russische Durchbruch bei Soledar, unweit der stark umkämpften Bezirkshauptstadt Bachmut, kurz nach Neujahr zwang die Ukrainer zudem, mehr Kräfte an diesen Frontabschnitt umzulenken und eigene Angriffspläne zurückzustellen. Für die Verteidiger von Bachmut entwickelt sich die Lage ungünstig. Die Stadt in der Provinz Donezk ist mittlerweile von drei Seiten umzingelt.  [….]

(NZZ, 06.02.2023)

Ob die Ukraine gewinnt, kann seriös niemand sagen. Gut sieht es nicht aus. Was der Westen tut, wenn die Leopard-II-Panzer nichts nützen, weiß auch niemand.

Im Westen traut sich noch nicht einmal jemand, zu definieren, was eigentlich die Ziele der Nato sind. Russland komplett aus der Ukraine vertreiben? Russland auch von der Krim vertreiben? Oder würde man Putin für den Gesichtsverlust ein paar ehemals Ukrainische Gebiete überlassen, damit wenigstens der Krieg aufhört? Wer bringt das Kiew bei? Regime-Change in Moskau? Soll Putin ganz entmachtet werden? Kommt die Ukraine in die NATO? Da es über die Fragen in der EU und in der NATO keine Einigkeit gibt, kommt es auch nicht zu signifikanten diplomatischen Initiativen.

Wer in Deutschland auch nur darüber nachdenkt, ehrlich zu verhandeln, also ohne wie Wagenknecht und die AfD und Michael Kretschmer der russischen Propaganda auf den Leim zu gehen, wird wütend von den bellizistischen Grünen attackiert. Die grüne Außenministerin plant jedenfalls keine Friedensinitiative. Und die FDP schon gar nicht. Die einstigen Ökopaxe schießen scharf, wenn ein Sozi pazifistisch daher kommt.

[….] nun geben sich die Grünen verstimmt über Aussagen von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Omid Nouripour, Co-Vorsitzender der Grünen, sei »irritiert« über einen neuen Kommentar von Mützenich – gerade zum jetzigen Zeitpunkt, kurz vor dem ersten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffskrieges.

Was war passiert? Mützenich hatte sich am Sonntagabend in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin« grundsätzlich positiv zu einem brasilianischen Vorschlag für eine mögliche Vermittlung im russischen Krieg gegen die Ukraine geäußert. »Ich finde, man muss jede Initiative aufnehmen, die diesen Krieg möglicherweise früher beendet, weil er auf dem Schlachtfeld nach meinem Dafürhalten nur noch weiter blutiger wird«, sagte der SPD-Fraktionschef. [….] Je länger der Krieg dauere, umso schwieriger wären später möglicherweise auch Verhandlungen. »Deswegen ist die Ankündigung von Brasilien wichtig, aber da müssen sich jetzt auch noch andere Regierungen anschließen.« Die Bundesregierung hatte zurückhaltend auf den Vorschlag reagiert.

Mützenich hatte zudem eine umstrittene Äußerung von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) kritisiert. »Dass die Außenministerin einen solchen Satz geprägt hat, nutzt eigentlich nur der Propaganda in Moskau«, sagte er. Baerbock hatte Ende Januar mit folgenden Worten zum Zusammenhalt der westlichen Verbündeten aufgerufen: »Wir kämpfen einen Krieg gegen Russland und nicht gegeneinander.«   [….]

(Spon, 06.02.2023)

Es wird noch lange weiter gestorben.

Sonntag, 5. Februar 2023

M und M – Teil II

Den Gefallen tat der rechtsextreme, antisemitische Verschwörungstheoretiker Maaßen seinem ebenfalls immer wieder rechts blinkenden Bundesparteichef Merz nicht: Freiwillig geht er nicht. 

[…] Nach einer Woche der Krisensitzungen und juristischer Beratungen beschließt die CDU, es zunächst auf dem geräuschlosen Weg zu probieren. Das Präsidium fordert Maaßen zum Austritt auf. Frist: Sonntagmittag, 12 Uhr. Aber Maaßen lässt die Frist verstreichen. »Der Bundesgeschäftsstelle der CDU Deutschland liegt keine Austrittserklärung von Herrn Dr. Maaßen vor«, bestätigte ein Sprecher dem SPIEGEL. […]

(SPON, 05.02.2023)

Schön wäre es gewesen für das Konrad-Adenauer-Haus, welches seit Jahren die menschenfeindlichen Attacken des Rechtsaußen-CDU-Bundestagskandidaten duldet, weil es sich davon Stimmenzuwachs erhoffte.

Mit Maaßens freiwilligem Abgang hätte Merz sich stolz auf die Brust trommeln können; seht her, ich sorge dafür, daß Rechtsextreme keinen Platz in der Partei haben. Vielleicht wäre damit das peinliche Thema aus den Medien verschwunden, ohne weiter auszuleuchten, wer in der Parteispitze auch diese braunen Töne förderte.

Das Schweigen des Merz ist so dröhnend, daß es als Zustimmung zu Maaßen zu verstehen ist.

(….) Natürlich ist Hans-Georg Maaßen ein Antisemit und Verschwörungstheoretiker.

Armin Laschet toleriert diesen Antisemitismus in seiner Partei.

Die faschistische Ost-AfD ruft zur Wahl Maaßens auf, der durch Laschets offensichtliche Rückendeckung genug Selbstbewußtsein generiert, um offen zusammen mit dem Neonazi Tommy Frenck aufzutreten. Der NPD-Aktivist und Hitler-Bewunderer Frenck gibt eine offizielle Wahlempfehlung für Maaßen ab.

[…..] Maassen trifft sich mit einer Neo-Nazi Grösse zum Wahlkampf und die kritische Presse fliegt raus. Armin Laschet hat Angst, Maassen zu kritisieren, weil er die Stimmen des rechten Rands will. Dieser Opportunismus ist beschämend und definitiv nicht christlich. […..]

(Karl Lauterbach 15.09.2021)

All das ist wahrlich ausreichend Grund für Demokraten, nicht die CDU zu wählen. Laschet macht es aber noch viel schlimmer.  (…)

(Armin Laschet macht sich mitschuldig, 21.09.2021)

Der Blackrock-Januskopf ermutigte den rechtsnationalen CDU-Flügel im Osten inhaltlich auf die AfD zuzugehen, während er gleichzeitig im Westen mit markigen Sprüchen betonte, jeden aus der Partei zu werfen, der mit der AfD stimme.

Eine Merzsche-Doppellüge: Weder läßt das Parteiengesetz einen Rauswurf nach Gusto des Vorsitzenden zu, noch möchte Merz sich von den Rechten trennen.

[…] Thüringen AfD, CDU und FDP verabschieden gemeinsam Änderung des Spielhallengesetzes.

Thüringens rot-grün-rote Minderheitsregierung muss sich der Opposition beugen. AfD, CDU und FDP votierten gemeinsam für einen Gesetzentwurf der Liberalen. Es ist offenbar ein Novum in dieser Legislaturperiode. [….]

(SPON, 01.02.2023)

Nachdem Maaßen aber derart weit in Richtung Nazi-Lager wanderte und gar nicht daran denkt, sein CDU-Parteibuch freiwillig abzugeben, wird Merz weinend an Sarrazin, Wagenknecht und Palmer denken. Nicht nur, weil ihre jeweiligen Parteien sich fürchterlich quäl(t)en, die Querfront-Querulanten loszuwerden, sondern weil seine CDU, im Gegensatz zu Grünen und SPD, nicht nur ein, zwei solche Kaliber in ihrem Reihen weiß. Nachdem Thilo Sarrazin nach rechts durchmarschiert war, fand er seine Fans nur noch außerhalb der SPD. 

In der CDU hingegen wimmelt es von Mini-Maaßens. Der Mann ist durchaus in seiner Partei populär. Mit dem xenophoben Putin-Fan Michael Kretschmann weiß Maaßen sogar einen Ministerpräsidenten, also ein echtes CDU-Schwergewicht, an seiner Seite.

Seine Fans an der ostdeutschen CDU-Basis stacheln seine Angriffslust an.

[…] Um kurz vor 12 Uhr am Sonntag, also wenige Minuten vor dem Auslaufen des Ultimatums, hatte Maaßen auf Twitter von einer "seit Wochen laufenden Schmutzkampagne" gesprochen und sich bei seinen Anhängern für die Unterstützung bedankt. "Nur Gegenwind gibt unserer Sache Aufwind! Ich freue mich darauf", hieß es in der Nachricht weiter. […] Zuletzt erklärte er zum Beispiel in einem Tweet, Stoßrichtung der "treibenden Kräfte im politischen-medialen Raum" sei ein "eliminatorischer Rassismus gegen Weiße". In einem Interview sprach der 60-Jährige von einer "rot-grünen Rassenlehre". […] In der CDU bleibt ein möglicher Ausschluss Maaßens daher umstritten. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer etwa ist skeptisch. "Ich bin nicht der Meinung, dass man Leute von heute auf morgen ausschließen muss", sagte Kretschmer am Freitag im Politik-Podcast von Sächsische.de. […]

(SZ, 05.02.2023)

Merz bringt die Personalie Maaßen in ein Dilemma: Nach seinen vollmundigen Brandmauer-Sprüchen, kann er den Ex-Verfassungsschutzpräsidenten nicht mehr ignorieren; muss tatsächlich versuchen, ihn loszuwerden. Anderseits steht er bei all den Parteirechten im Wort, die Maaßens Ansichten weitgehend teilen. Parteiausschlußverfahren gegen Maaßen, aber nicht gegen Kretschmer?

Als der sächsische Ministerpräsident den inzwischen berüchtigten xenophoben CDU-Landrat Udo Witschas verteidigte, rief Merz ihn demonstrativ nicht zur Raison.

Friedrich Merz manövrierte sich in der Causa „Rechtsextremismus innerhalb der CDU“ zielsicher in eine Sackgasse. Um nicht völlig unglaubwürdig zu werden, muß Merz nun schwere Geschütze gegen Maaßen auffahren. Damit würden aber hunderte weitere Parteimitglieder weggesprengt; ein Prozess, den die AfD genüßlich auskosten möchte.

[…] Der Prozess kann dauern. Maaßen könnte so über Jahre eine Bühne geboten werden. Parteikollegen fürchten, dass er sie voll auskosten wird. Schon in der Vergangenheit hatte er als Mitglied nicht nur durch krude Aussagen Schaden verursacht, sondern auch mit Frontalangriffen. Wer sagt, dass er jetzt, wo er nichts mehr zu verlieren hat, nicht eine Schippe drauflegt?

[…] Dass das Ausschlussverfahren wirklich geräuschlos über die Bühne geht, ist allerdings unwahrscheinlich. Zumal durch die frontale Auseinandersetzung mit Maaßen noch ein ganz anderes Problem sichtbar wird. Das CDU-Mitglied aus Thüringen mag den Bogen überspannt haben. Aber Maaßen ist längst nicht der Einzige, der in der Partei am rechten Rand steht.

Da ist etwa die rechtskonservative »Werteunion«, deren Vorsitzender Maaßen seit rund einer Woche ist. 4000 Mitglieder, wovon nach eigenen Angaben 85 Prozent der CDU/CSU und ihren Vereinigungen angehören sollen. […] Neben der »Werteunion« gibt es noch den »Berliner Kreis«, »R21« oder »The Republic«. Alles Gruppierungen, die sich in den vergangenen Jahren formierten, weil ihre Mitglieder mit dem Mitte-Kurs der Altkanzlerin Angela Merkel fremdelten. Sie fallen mit populistisch-reaktionären-, teilweise sogar mit rechtslastigen Äußerungen auf und haben prominente Unterstützer. Dazu gehören unter anderem die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder, der Hamburger Landesvorsitzende Christoph Ploß oder der Historiker Andreas Rödder, der aktuell am Grundsatzprogramm der CDU mitarbeitet. Sogar CDU-Chef Merz hat sich in der Vergangenheit für eine dieser Gruppen ausgesprochen. Über »The Republic« sagte er der »Bild«: »Ich habe die Entwicklung dieses Projekts mit Interesse verfolgt und wünsche den Initiatoren im Sinne der Meinungsvielfalt in Deutschland viel Erfolg.« […]

(SPON, 05.02.2023)