Dienstag, 21. Juli 2026

Wenn langsam der Groschen fällt.

Die gute Nachricht ist: Alle meine seit Jahren und Jahrzehnten vorgetragenen Merz-Charakterisierungen trafen zu; als Kanzler erweist er sich als genauso unfähig und verblödet, wie ich es immer prognostizierte.

Die schlechte Nachricht ist: Unglücklicherweise begriffen Wähler, Journalisten und CDU-Politiker nicht, was für ein hohler Blender der Sauerländer Simpel ist und machten ihn zum Bundeskanzler und Parteivorsitzenden.

Die gute Nachricht ist: Mit einem knappen Jahr Verspätung sickert die Erkenntnis nun auch bei der CDU ein: Ihr Parteichef ist ein Depp.

Für die ganze Fraktion ist es inzwischen so offensichtlich, daß sie ihn nach Möglichkeit umgehen. Angelegenheiten, mit denen der deutsche Bundeskanzler persönlich befasst ist, gehen schief, weil er keine Geduld hat, sich nicht vorbereitet, sich immer selbst bedauert und eine verhandlungstaktische Null ist. Vor allem aber nervt er seine eigenen Leute mit seinen immer gleichen pathetischen Reden, aus denen doch nie etwas folgt. Sie können ihn nicht mehr ertragen.

[….] »Wahnsinn, wie der heute wieder mit uns umgesprungen ist«, grummelt [ein CDU-Ministerpräsident] und meint den Kanzler. Da kommt man den ganzen Nachmittag nach Berlin ins Kanzleramt zur Ministerpräsidentenkonferenz und wird von Merz so behandelt, als wäre man ein kleiner Angestellter.

Er ist nicht der einzige Teilnehmer, der sich über die »CEO-Attitüde« des Kanzlers ärgert. Schon die Sitzungseröffnung sei unmöglich gewesen, sagen sie. »So«, habe Merz gesagt, »um 18.30 Uhr ist eine namentliche Abstimmung. Deshalb will ich um 18.15 Uhr mit allem durch sein.« Also – nicht rumquatschen, sondern dalli, dalli. Das war die Ansage.

Zwei Sätze, und allen schwoll der Kamm. [….]

Alle merken, dass er nicht im Stoff steht. Dass er sich nicht richtig vorbereitet hat. Dass er deshalb Frei die Bühne überlässt. Um dann anschließend zu erklären, dass es im Moment schließlich Wichtigeres gebe als dieses Problem. [….] »Friedrich Merz ist kein Kanzler«, sagt ein einflussreicher CDU-Strippenzieher, »denn Friedrich Merz ist nur Friedrich Merz.« [….]

Er ist nicht der einzige mächtige Mann in der Union, der in diesen Tagen mit Merz hart abrechnet. [….]  Prozesse und Kommunikation seien bei ihm eine Katastrophe. Von einem Plan oder gar einer Strategie sei schon gar nichts zu erkennen. Die Geschichten, wie der Kanzler innerhalb von Minuten seine Meinung um 180 Grad drehen kann, offenbar ohne es selbst zu merken, sind in der Koalition Legende.

Merz sei oft schlecht vorbereitet, nerve alle mit seinen außenpolitischen Vorträgen und chaotisiere die Prozesse, kritisieren sie. [….]  

Dobrindt und Spahn sind in die Lücke gestoßen, die Merz geöffnet hat. [….] Die beiden Männer versuchen, die Koalition zu stabilisieren, weil sie sonst befürchten müssen, selbst in den Abgrund gezogen zu werden. [….] »[Spahn] lässt sich nicht verarschen«, sagt ein einflussreicher CDU-Abgeordneter, »weil er ständig selbst alle verarscht.« So hört sich heutzutage bei Christdemokraten ein Lob an. Ohne Spahn läuft nun nichts mehr. Er ist unumstritten die Nummer zwei der Partei.

Und Merz? Sieht sich als Master of the Universe, wenn man seinen Leuten Glauben schenken mag. Er lebt in seiner eigenen Welt, es ist die Welt der Großen. In der er Donald Trump erklärt, wo es langzugehen hat. Oder Macron. Oder Meloni.

In dieser Welt sind die Finanzbeziehungen zwischen Bund und Ländern Pillepalle. [….] »Es ist mit ihm wie im Krankenhaus«, sagt deshalb einer seiner Leute, »man muss dem Patienten den Eindruck vermitteln, dass er noch die Kontrolle hat, obwohl man ihn am Arm festhält und langsam durch den Gang begleitet.«  [….]

(Konstantin von Hammerstein, SPIEGEL, 10.07.2026)

Die schlechte Nachricht für die CDU ist: Spahn ist nun erst mal weg.


Die gute Nachricht für die CDU ist: Merz hat nun die überraschende Gelegenheit für eine große Rochade, um die vielen Versager und Unfähigen in seiner Regierungs-und Parteimannschaft auszutauschen. Um endlich einen funktionierenden Betrieb zu etablieren.

Die schlechte Nachricht für die CDU ist: Blöderweise gehören Personalentscheidungen zu den vielen, vielen Dingen, die der Briloner Brummkreisel nun wirklich gar nicht kann. In der CDUCSU-Fraktion wird gezittert, welche Eselei ihr Chef nun wieder anstellen mag.

[….] Dem Vernehmen nach machte Merz am Montag im Präsidium deutlich, dass er sich eine Personaldebatte verbitte: Er entscheide das allein mit Söder. [….] Doch mit seiner Ansage, die er laut Teilnehmern im Fraktionsvorstand am Nachmittag wiederholte, sorgt Merz für Unzufriedenheit in den eigenen Reihen. In der Union wächst die Sorge, dass der Kanzler eine unkluge Entscheidung trifft. Und dass diese von den Abgeordneten nur murrend mitgetragen wird. [….] Dabei hat der Kanzler dank des Rücktritts von Spahn unverhofft eine große Gelegenheit bekommen. Er kann die Aufstellung der Union in der Koalition korrigieren, ohne zugeben zu müssen, zum Regierungsstart danebengegriffen zu haben. [….] Doch in seiner Partei fürchtet manch einer, dass Merz nicht die beste Aufstellung wählt. [….] Wann der Kanzler seine Entscheidung verkündet, ist unklar. Klar ist nur: Je länger es dauert, desto lauter dürften die Spekulationen werden. Und der Frust.  [….]

(Christian Teevs, 21.07.2026)

Die Bundestags-CDUCSU in Merzens Händen, ihres Spahn-Dobrindtschen Bypasses beraubt? Wie soll das jetzt noch funktionieren? Der mächtige Strippenzieher Spahn ist weg, der cholerische Trottel aus dem Sauerland bleibt?

Hat sich Spahn wirklich so dämlich angestellt, um an Merz zu scheitern?

Oder spielt er über viel mehr Banden? Hat längst erkannt, daß die Merz-CDU gegenwärtig chancenlos gegen die AfD ist? Möglicherweise erinnerte sich der Ausgemusterte an sein Geburtsdatum. Er ist ein Vierteljahrhundert jünger als Merz. Hat er womöglich absichtlich die Koalition mit der verhassten SPD sabotiert, dafür gesorgt, daß der Kanzler in Umfragen abstürzt und nun einen Vorwand geschaffen, um vom toten Gaul abzusteigen? Mit dem idealen Nebeneffekt, sein Image als eiskalter Unsympath aufzuräumen? Zukünftig könnte er sich selbst als der Altruist framen, der seiner Familie den Vorzug vor der Karriere gab.


Könnte Spahn planen, von der Bundestagshinterbank aus, das Scheitern der Brandmauer-CDU genau zu beobachten, weiter seine Fäden zu Thiel, Döpfner, Gotthardt zu spinnen, um in ein paar Jahren als Retter, wie Kai aus der Kiste ins Bundeskanzleramt zu springen? Als der Mann, der ja schon immer wußte, daß man mit Linksgrünversifften nicht zusammenarbeiten kann, weil das zu viel Kompromisse erfordert und nun eine „bürgerliche“ Rechts-Koalition mit einer Rumpf-Union und der AfD zu führen? Weidel und Spahn, als homonationalistische Regierungspaar.

[….] Wenn Jens Spahn drei Schachzüge vor dem doch sehr einfach gefassten Friedrich Merz her denkt, dann wäre dieser Rücktritt als Fraktionschef eine gute Möglichkeit für ihn, gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen. [….] Erstens wäre Spahn die wenig vielversprechende Bindung an diesen Letzte-Patrone-der-Demokratie-Kanzler los, gegen den er selbst mehrfach kandidiert hat, und auch an diese Untergangsregierung mit der 12-Prozent-Partei SPD. Zweitens hätte er durchs Kinderglück die Erinnerung an die Villa- und die Masken-Affäre überspielt. Und drittens könnte sich Spahn drei oder sieben oder mehr Jahre zurückhalten und seinen Plan als Kanzler einer Post-AfD- (oder AfD-)Zeit entwickeln.

Erst einmal aber hilft die Affäre Spahn, die auch eine Affäre Merz ist, vor allem der AfD. Wieder einmal ist es ein Eindruck von Hilflosigkeit und Überforderung der herrschenden Eliten, der bleibt. Wieder einmal ist es ein Blick in das Mittelmaß der derzeit Regierenden, der zu Schockmomenten und fast schon gewohnter Verzweiflung bei denen führt, die noch an eine demokratische Variante ohne AfD glauben wollen. Wieder einmal sind es die politischen und medialen Scheuklappen, die den Blick auf den Horizont versperren.

Dabei ist es manchmal eigentlich gar nicht so schwer. Friedrich Merz etwa rutscht regelmäßig rhetorisch aus, indem er sagt, was er denkt. So war das zum Beispiel, als er vor Jahren in einem Interview nach Jens Spahn gefragt wurde und antwortete, er habe nichts gegen Homosexuelle, das sei Privatsache – außer es gehe um Kinder, da höre der Spaß für ihn auf. Was die Frage aufwirft, wie jemand wie Jens Spahn mit jemanden zusammenarbeiten konnte, der wie Friedrich Merz Homosexualität recht leger mit Pädophilie verbindet.

Ähnlich nun ließ sich Merz in dem sogenannten Sommerinterview nach dem Rücktritt von Spahn zu dem Satz verleiten, der Aufruhr habe wohl auch mit der „Person“ von Jens Spahn zu tun.

Merz implizierte damit nicht nur, dass der zweitmächtigste Mann der CDU ein Charakterproblem habe – was zu der Frage führt, wie Merz mit jemandem zusammenarbeiten konnte, den er für nicht besonders vertrauenswürdig hält. Er insinuierte damit auch, dass es jenseits der objektiven Verfehlungen von Spahn auch subjektive Gründe gegeben habe, was vor dem Hintergrund der früheren Aussage wiederum wenigstens latent homophob klingt.  [….]

(Georg Diez, 21.07.2026)

Montag, 20. Juli 2026

Millionenstadt-CDU

In Deutschland gibt es drei oder vier Millionenstädte; je nachdem, ob man Köln dazu zählt.

Wie fast überall in der westlichen Welt, werden auch die größten deutschen Metropolen oft linker, bzw liberaler, als die umliegenden Speckgürtel und Flächenländer regiert. Urbane Menschen sind gebildeter und toleranter als Landeier.

Zohran Kwame Mamdani konnte in der reichen Megametropole New York City (9 Mio Einwohner) Regierungschef werden, hätte aber nicht die geringste Chance, im vergleichsweise armen, aber riesigen Bundesstaat Wyoming (600.000 Einwohner) Gouverneur oder Senator zu werden.

Konservative Parteien tun also gut daran, in Großstädten nicht gerade ihre Rechtsaußen-Vertreter als Kandidaten aufzustellen.

Gelegentlich misslingt das aber, weil in einem kulturell linkliberalen Umfeld, auffällige rechtsextrem-tickende Jungpolitiker zur CDU neigen, da es beispielsweise in Hamburg, generell schon provokativ ist, zur CDU zu gehen.

Wer dann noch laut ist und provoziert, kann schnell aufsteigen, von sich reden machen.

(….) Das CDU-Schätzchen der Woche ist aktuell der JU-Kreischef Alexander Weiss. Gegen den 22-jährigen Jungpolitiker wird wegen ausländerfeindlicher Äußerungen ermittelt. "Niggerschlampe" soll der Jurastudent eine südländisch aussehende Kommilitonin beschimpft haben und sie dann mit Bierdeckeln beworfen haben. Zudem, so die Vorwürfe, soll Weiß "Nicht-Arier" als "eine Schande für das Juristentum" bezeichnet haben.
Für den aktiven CDU-Funktionär kann es gar nicht braun genug sein - Im Internetportal "StudiVZ" ist der Jungpolitiker, der im vergangenen Juni an der Heinrich-Hertz-Schule (Winterhude) Abitur gemacht hat, zudem offensichtlich unter anderem Mitglied in den Gruppen "Gegen Inländerfeindlichkeit durch Ausländer" und "Nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten" - eine Anspielung auf den Einmarsch der Nazis im Zweiten Weltkrieg.  (…)

(Hamburger Jungs, Teil II, 22.03.2008)

In den Beust-Jahren waren die ultrarechten, teilweise kriminellen Jung-CDUler all over the party. Es kam regelmäßig zu rechtsextremen Ausfällen in der Hamburger JU. CDU-Chef Christoph Ploß und Kurzzeit-Bürgermeister Christoph Ahlhaus sind weitere Vertreter des viel zu rechtsextremen Flügels für eine Metropolen-Union. Sie schrumpfen die CDU-Wahlergebnisse effektiv.

(….) Aus dieser Schublade kroch nicht nur Ploß empor, sondern auch der gegenwärtige Hamburger JU-Vizechef Maxim Loboda. Der 25-Jährige sitzt für die CDU im Bezirksparlament Eimsbüttel und machte vor einigen Jahren Schlagzeilen als Betthupferl der 63-Jährigen hypersexuellen Krawallschachtel Claudia Obert.

Unglücklicherweise wurde Libido-Loboda mittlerweile nicht nur seine liebestolle Gerontin, sondern auch Führerschein und Parteiämter los.

[….]  Der Hamburger Vizechef der Jungen Union, Maxim Loboda, ist mit Alkohol am Steuer erwischt worden und soll Polizistinnen verletzt haben. Der 25-Jährige soll jetzt alle Parteiämter abgegeben haben, wie das " Hamburger Abendblatt" berichtete. Demnach wurde der CDU-Politiker in der vergangenen Woche im Stadtteil Rotherbaum kontrolliert, weil er auffällig gefahren war. Laut Polizei lehnte er einen Atemalkoholtest ab, versuchte zu flüchten und schlug mit den Armen um sich. Dabei wurden zwei Beamtinnen leicht verletzt. [….]

(NDR, 11.08.2025)

Total hacke den Mittelweg entlang flexen und dann bei einer Kontrolle die Polizistinnen niederzuboxen, passt perfekt ins Hamburger JU-Bild.  (….)

(Hamburg, Jung, Rechts. 11.08.2025)

Taktisch schlau ist das aus CDU-Sicht nicht, denn so verzwergen sie sich und sorgen für RG-Mehrheiten. Die CDUler, die in einer liberalen Großstadt mehrheitsfähig wären, werden vertrieben. Sie wollen mit der Kölner und der Hamburger Partei nichts mehr zu tun haben.

(….) [….] Nach der Wahlschlappe im September eskaliert die Situation in der Kölner CDU. Ex-Oberbürgermeister Fritz Schramma wählt drastische Worte – und zieht Konsequenzen.  Die 50-Jahr-Feier wird es nicht mehr geben: Kölns ehemaliger Oberbürgermeister Fritz Schramma hat im Alter von 78 Jahren seine CDU-Mitgliedschaft beendet. Seine Frau und Tochter zogen mit ihm die Konsequenz. Der langjährige Kommunalpolitiker wirft der Kölner Parteiführung Versagen und Machterhalt vor.  [….]

(T-online.de, 29.10.2025) [….] [….] [….]

Der stramm rechte AfD-affine Hamburger CDU-Landesverband wirkt besonders abstoßend.

[….] Nach Marcus Weinberg verlässt ein weiterer bekannter Politiker die Hamburger CDU: Kai Voet van Vormizeele tritt nach über 46 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei aus.  "Dieses Ende fällt mir nach einer so langen Zeit selbstverständlich schwer", schreibt van Vormizeele auf seiner Facebook-Seite. Aber eine weitere Mitgliedschaft mache in seinen Augen keinen Sinn mehr.  In dem Schreiben rechnet er mit der CDU im Bund und in Hamburg ab. Er kritisiert, dass von den politischen Leitzielen der liberalen Großstadt-CDU nicht mehr viel übriggeblieben sei. CDU-Bundeschef Friedrich Merz und Generalsekretär Carsten Linnemann wirft er vor, eher die "neoliberalen Thesen der FDP" zu vertreten. Außerdem bezeichnet er ihre Verkehrspolitik als "antiquiert".  Van Vormizeele saß elf Jahre lang bis 2015 für die CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft und war innenpolitischer Sprecher der Fraktion.  [….]

(NDR, 19.12.2024)

[…..] Mit 14 Jahren kam Dirk Tangemann zur Jungen Union. Ein paar Jahre später trat er in die CDU ein, blieb dort über drei Jahrzehnte lang. Zuletzt arbeitete der Hamburger in der CDU Bezirksfraktion Eimsbüttel im Sozial- und Stadtplanungsausschuss. Am 15. Oktober 2025 ist er ausgetreten. „Nicht aus Trotz, sondern aus Verantwortung“, […..]  Der 58-Jährige wirft der CDU-Parteispitze vor, jeden sachlichen, innerparteilichen Dialog verweigert zu haben. „Ich habe geschrieben, argumentiert, appelliert. Doch geblieben ist: Schweigen. Und das ist in der Demokratie keine Tugend, sondern ein Warnsignal.“ Er beobachte eine „populistische und zunehmend realitätsferne Linie“ – sowohl auf Bundesebene als auch in Teilen der Hamburger CDU – die allem widerspreche, wofür er „als Demokrat, Unternehmer und Bürger stehe“, schreibt er. BuzzFeed New Deutschland von Ippen.Media hat nachgehakt, was er damit meint.  „Dann ist er nicht mein Kanzler“: Ex-CDU-Mitglied kritisiert Friedrich Merz. Der Partei-Austritt habe sich schon länger angebahnt, erzählt der Kommunalpolitiker und Autor. Er kritisiert, dass die Union während der Ampelregierung „destruktive“ Oppositionsarbeit gemacht habe. „Nein sagen geht immer, wo bleiben die eigenen Lösungsansätze?“  [….]

(FR, 17.10.2025)

Marcus Weinberg, 2021 Spitzenkandidat der Hamburger CDU für die Bundestagswahl, 2005-2021 Mitglied des Bundestags, ehemaliger familienpolitischer Sprecher der CDUCSU-Bundestagsfraktion und ehemaliger Landesvorsitzender der CDA, 38 Jahre CDU-Mitglied, trat im August 2024 aus der Ploß-Thering-Partei aus.
Für halbwegs rationale Menschen ist in der populistischen Merz-CDU kein Platz mehr.

[….]  CDU-Größe Weinberg wirft hin – auch wegen Hamburger Parteifreunden.  Er fährt mit einer hippen E-Vespa statt mit Verbrenner-SUV durch die Stadt, wohnt (ohne Trauschein) mit Frau und zwei Kindern in Ottensen, ist St. Pauli-Fan und kämpft schon sein Leben lang für die Schwachen in der Gesellschaft. Bisher war das für Marcus Weinberg (57) kein Widerspruch zu seinem Parteibuch. Doch das hat sich geändert. Der ehemalige Spitzenkandidat der CDU Hamburg tritt aus seiner Partei aus. Und alle fragen sich: Wechselt der Sozialpolitiker jetzt zu den Grünen?  […..]

(MoPo, 05.08.2024)

Protofaschist Ploß wird Weinberg kaum nachweinen.

[….] Jetzt tritt Marcus Weinberg nach 38 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei aus – ein Paukenschlag für die Hamburger CDU. Die Entscheidung habe er sich lange und reiflich überlegt, erzählte er dem Hamburger Abendblatt.  Als Grund nannte der 57 Jahre alte Lehrer im »Hamburger Abendblatt« inhaltliche Differenzen und eine fehlende Identifikation mit dem aktuellen Kurs der Partei. Der CDU-Landesverband bestätigte den Austritt.

»Meine gesellschaftliche Haltung, die auf Zusammenhalt und Solidarität statt auf Populismus und Polarisierung setzt, mein Politikverständnis, das auf Ausgleich und eine politische Gesamtverantwortung allen Menschen gegenüber statt auf eine verengte Wählerklientelpolitik setzt, waren immer unverzichtbare Voraussetzungen zur Bindung an die CDU«, sagte Weinberg dem Abendblatt. »Diese Bindungselemente als Identifikation sind nicht mehr mit der heutigen CDU so, dass sie für mich tragfähig sind.«   […..] Heute erkenne er bei der gesellschaftspolitischen Haltung und beim Auftreten der CDU »Linien und Ausrichtungen, die nicht meine sind.« Empört sei er über den Generalsekretär Carsten Linnemann, der mehr als 100.000 Menschen das Bürgergeld streichen will, weil sie angeblich nicht bereit seien, eine Arbeit anzunehmen. In Hamburg bemängelt er unter anderem, dass das Konzept der liberalen Großstadtpartei beerdigt wurde. Die Unterstützung für ein Gender-Verbot hält er auch für einen Fehler, so Weinberg gegenüber dem Abendblatt. […..]

(SPON, 05.08.2024)  (…)

(Nichts wie raus, aus der CDU, 29.10.2025)

Genauso finster sieht es in der Hauptstadt-CDU aus, die mit finsteren Rechtsaußen-Gestalten, wie Lummer, Landowski und Diepgen aufwartet.

Unvergessen der Dr.-Titel-Betrüger, Hobby-Nazi und CDU-Bürgermeisterkandidat Frank Steffel.

(….)  Frank Steffel, Jahrgang 1966, ist ein wandelndes Klischee.
Keiner verkörpert den Westberliner kleinbürgerlichen Spießer-Klüngel besser als der CDU-Vielfach-Funktionär, der schon mit 16 in die Partei Diepgens und Landowskys eintrat.
Von Papi erbte er eine Teppichverleger-Firma und fühlte sich allein dadurch seinen Mitbürgern überlegen.
Linke, Migranten, Künstler - kurzum die ganze Berliner alternative Szene hasste er schon immer wie die Pest und drückte dies auch in seiner eigenen Sprache aus:
Die Süddeutschen Zeitung vom 23. August 2001 berichtete als Erste darüber, er habe in seiner Zeit bei der Jungen Union Schwarze „Bimbos“ und Türken „Kanaken“ genannt.
Behinderte waren für ihn „Mongos“ und eine Lehrerin, die diese Ausdrücke bemängelte, bezeichnete Jung-Steffel als „Kommunistenschlampe“.*
Die Kritik an seinen Manieren konnte er nicht verstehen und erklärte Michel Friedman:
„Einem Jugendlichen rutscht sowas schon mal raus!“
Im Intrigantengestrüpp der Berliner CDU hangelte er sich 2001 zum Bürgermeisterkandidat empor und forderte Klaus Wowereit heraus. (….)

(Der Christ des Tages - Teil X, 11. Oktober 2009)

*[….] So hatte der Berliner CDU-Mann Frank Steffel mit Max über Jugendsünden geplaudert und preisgegeben, dass er früher mal Ausländer "Bimbos", "Mongos" oder "Kanaken" nannte.  Als das laut Max autorisierte Interview erschien, erklärte eine CDU-Sprecherin, der Stoff sei frei erfunden. Der Reporter aber hatte ein Tonband mitlaufen lassen; Max stellte den Ausschnitt ins Netz.  [….]

 (SZ, 19.05.2010)

Der neue schwule Berliner Bürgermeisterkandidat Stefan Evers fügt sich nahtlos ein. Arme Menschen will er dazu zwingen, die Stadt zu putzen.

[…..] als die damalige Landesvorsitzende Monika Grütters [Stefan Evers] zum Generalsekretär der Berliner CDU machte, wurde sein Ton rauer. „Ausgeräuchert“ gehörten für ihn etwa jene Angreifer, die Polizisten in der Rigaer Straße durch einen Brand angelockt und dann aus einem Hauseingang mit Steinen beworfen hatten.

 

Im anschließenden Gespräch mit der taz beteuerte Evers, an diesem Begriff nichts relativieren zu wollen. „Wut ist Wut, und die packe ich nicht in Samthandschuhe“, betonte er. Kritiker seines Posts auf Facebook bezeichnete er als „sensible Gemüter“. An die Adresse der Angreifer sagte Evers: „Falls sich die Täter durch meine Aussage verletzt fühlen, sollen sie sich an Behörden wenden. Die werden sich freuen.“ [….]

(Taz, 11.07.2026)

Den richtigen Generalsekretär haben die Berliner Unionisten für ihren neuen starken Evers auch gefunden.

[….] Stühlerücken bei der Berliner CDU: Kaum ist Stefan Evers als Nachfolger des über die Tennis-Affäre gestolperten Kai Wegner ins Amt des Spitzenkandidaten und Landesvorsitzenden gerutscht, stellt er schon sein Team neu auf. Der Bundestagsabgeordnete Lukas Krieger soll künftig als Generalsekretär des Landesverbands fungieren. [….] Krieger soll nun vor allem nach innen wirken, um die Partei für den Wahlkampf zu mobilisieren, wie die »Berliner Morgenpost« berichtet. [….] Ein Großteil der innerparteilichen Kontakte Kriegers geht noch auf seine Zeit in der Jungen Union zurück. In dieser Zeit liegt aber auch ein Skandal, der fast das Ende der politischen Karriere Kriegers bedeutet hätte. Im Jahr 2016 tauchte ein Video auf, das Krieger als Funktionär der Schüler-Union bei einem Ausflug im lettischen Riga 2005 mit Parteikollegen zeigt. In dem Video wird ein Hakenkreuz-Abzeichen gezeigt, anschließend blickt Krieger in die Kamera und sagt: »Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in Deutschland auch wieder als Deutsche erkennbar sind, dass Deutschland deutsch bleibt und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen.« [….] Das Video, das schon vor seiner Veröffentlichung in CDU-Kreisen kursierte, zwang Krieger zum zeitweiligen Parteiaustritt. Nach vierjähriger Pause konnte er seine Parteilaufbahn jedoch fortsetzen. [….] Dass Krieger durchaus ein Händchen für Wahlkampf mitbringt, zeigte er 2025. Im Kampf um ein Direktmandat in Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Bundestagswahl schlug der wenig bekannte Krieger sowohl die damalige Familienministerin Lisa Paus (Grüne) als auch den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Dabei half auch eine Finanzspritze aus Nordrhein-Westfalen. Der CDU-Kreisverband Borken unterstützte den örtlichen Wahlkampf mit 20 000 Euro.  Vorsitzender der CDU in Borken ist Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. [….]

(Marten Brehmer 15.07.2026)

Sonntag, 19. Juli 2026

In der Satirewelt

Natürlich werden zukünftige Generationen daran gewöhnt sein, die dargestellte Realität entweder gefiltert, manipuliert und gänzlich virtuell zu verstehen.

Als Schöffe im Amtsgericht, habe ich es mit Beweisfotos und Beweis-Videos zu tun. Noch. Das wird sich in nicht allzu ferner Zukunft erledigt haben, weil es keine juristische Aussagekraft mehr haben wird.

Zehn Jahre verschwörungstheoretisierten wir, Putin erpresse Trump womöglich mit Pinkel-Videos aus einem Moskauer Hotel. Heute wären solche „Beweise“ wertlos.

(….) Eine tolle, bei Verschwörungstheoretikern beliebte Story, für die es allerdings nicht die geringsten Belege gibt.

Menschen, die sich professionell mit Trump beschäftigen, winken ab:

Putin hätte so ein Erpressungsvideo gar nicht nötig. Der extrem ungebildete, aber auf Schmeicheleien versessene Trump, ist für einen klugen, geheimdienstlich ausgebildeten Mann, ohnehin leicht zu lenken. Dazu kommt Trumps ehrliche Bewunderung für die Machtfülle des Russen, dessen Reichtum und die goldene Pracht des Kremls, gegen die das Weiße Haus wie eine ärmliche Berghütte wirkt.

Beide teilen zudem gemeinsame Ziele: Sie verachten Klimaschutz und setzen auf Fossil-Energie, sie wollen beide die EU schwächen und aufspalten, sie hassen beide die Ukraine, lehnen beide den internationalen Gerichtshof, sowieso ganz allgemein Menschenrechte ab. Schließlich verfolgt Trump schon seit Jahrzehnten erhebliche finanzielle Interessen in Russland. Immer wieder wurde ihm mit russischen Millionen aus der Klemme geholfen.

Die beiden Männer ziehen ohnehin in so vieler Hinsicht an einem Strang; da braucht Putin gar keine Druckmittel.

Sollte sich so ein „Pee-Tape“ tatsächlich in den Händen russischer Dienste befinden, wäre es spätestens 2026 ohnehin wertlos geworden. Trumps Cronies würden es bei einer Veröffentlichung empört als „KI-Fälschung“ brandmarken und damit Erfolg haben, weil jeder inzwischen um die KI-Möglichkeiten weiß.

Bis vor ganz kurzer Zeit galten Fotos und Videos als Beweise. „Roll the tape“ hieß es triumphierend in News-Sendungen, wenn ein Gast log und man den Zuschauern das belegen wollte. Das wird immer noch gemacht, aber in naher Zukunft aufhören, weil es für jeden ein Kinderspiel sein wird, solche Videos täuschend echt zu fälschen.  (…)

(Was ist echt?, 23.06.2026)

Was wir sehen, ist nicht mehr echt. Es wird zunehmend unmöglich, Realität von virtuellen Darstellungen zu unterscheiden, weil die technische Entwicklung es uns unmöglich macht, Fälschungen zu erkennen.

Es kommt aber ein weiterer Aspekt hinzu: Wir können uns nicht mehr auf unser Urteilsvermögen verlassen, weil das eine gewisse Grund-Rationalität aller Beteiligten verlangt. Aber inzwischen spülen die von Algorithmen und Bots verwirrten Wähler so irre Politiker in die Regierungen, die so sagenhaft schwachsinnig handeln, daß mit dem so viel und falsch beschworenen „gesunden Menschenverstand“ nicht feststellbar ist, ob sie irgendetwas tatsächlich tun, oder ob wir einer Satire-Meldung aufsitzen. Nach den Regierungschefs Boris Johnson und Donald Trump, die wie Schildbürger auf Speed durch den Alltag rockern/rockerten, haben wir nun mit Merz, Spahn und Reiche ähnlich debile Protagonisten am Werk, die sich offenbar an Präsident Camacho aus „Idiocracy“ orientieren.

Falscher als Reiche kann man keine Wirtschaftspolitik betreiben.

 

Dir irrste Satire passiert, wenn Extra3, Postillon oder Titanic akkurat Fakten auflisten:

[…]  Was war Ihr Lieblings-Spahn-Skandal?

1.   Dubiose Nebentätigkeiten in einer Lobbyagentur für Pharmaklienten, während er als Politiker in Gesundheitsausschüssen saß. (2006-2010)

2.   Interessenkonflikt wegen privater Beteiligung an Softwarefirma Pareton, während er Finanzstaatssekretär war. (2016-2017)

3.   Kauf einer Wohnung durch Spahn von Pharmamanager Markus Guilherme Leyck Dieken (2017), der dann später auf Betreiben Spahns als Geschäftsführer der mehrheitlich vom Gesundheitsministerium kontrollierten Gematik GmbH eingesetzt wurde – bei doppeltem Gehalt. (2019)

4.   Spendenveranstaltungen, bei denen Beträge von jeweils 9999 Euro für den Bundeswahlkampf gesammelt wurden, um die Veröffentlichungsgrenze von 10.000 zu unterschreiten. (2020)

5.   Verdächtige Finanzierung seiner Villa für 4,125 Millionen Euro durch die Sparkasse Westmünsterland. Behauptung eines Erbes seines Mannes, das es nie gegeben hat. Schließlich stellt sich heraus, dass der Milliardär Christian Angermeyer mit Verbindungen zu Thiel, Trump Jr., Ivanka Trump und Jared Kushner involviert war. (2020)

6.   Ausspähen von Journalisten, die zu seinen Immobiliengeschäften recherchierten, und Versuch, diese zum Schweigen zu bringen. (2020)

7.   Maskenaffäre: Mehrere Milliarden Euro für die Maskenbeschaffung verschleudert und Unionspolitikern Provisionen in Millionenhöhe vermittelt. (2020)

8.   Weitergabe vertraulicher Informationen während Corona an Ex-Signa-Chef René Benko und Einsatz für die Abschaffung der 800-Quadratmeter-Regelung auf dessen Wunsch. (2020)

9.   Mehrere Teilnahmen an Treffen des "Dialog"-Netzwerks des religiös-faschistischen Tech-Milliardärs Peter Thiel (2018-2024)

10.Dubiose Verbindungen zum Gesundheits-IT-Milliardär Frank Gotthardt (Nius-Financier), der unter Gesundheitsminister Spahn in mehrfacher Hinsicht profitierte und dafür auch reichlich an die CDU spendete. (2018-2025)

11.Versagen als Fraktionschef bei im ersten Anlauf vergeigter Kanzlerwahl (2025)

12.Nutzen einer Leihmutter aus den USA, obwohl sich Spahn jahrelang für ein Verbot von Leihmutterschaften in Deutschland eingesetzt hat. (2026) [….]

(Postillon 19.07.2026)

Der Kanzler geht in dieser Krise, die seine ganze „Richtlinienkompetenz“ erfordert, zum ZDF und ist überrascht. Obwohl er von Spahn schon zehn Tage vor der Öffentlichkeit über seine Leihmutter-Vaterschaft informiert worden war, hatte der Sauerländer Simpel mal wieder nicht das geringste Gespür dafür, wie das in der Partei und in der Öffentlichkeit ankäme. Merz begreift es einfach nicht.

[….] Dann aber kam Jens Spahn und ließ die Welt via Bild-Zeitung wissen, er und sein Mann seien mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden – und bescherte damit nicht nur dem Kanzler, sondern auch dem CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz den Krisensommer Nummer zwei. Schon vor einem Jahr hatte es maßgeblich Spahn zu verantworten, dass die geplante Richterwahl im Bundestag am letzten Sitzungstag scheiterte und anschließend wochenlang über der Koalition hing wie ein sehr hartnäckiges Tiefdruckgebiet. Und jetzt das!

An Merz’ Umgang mit der Causa Spahn sind letztlich zwei Dinge bemerkenswert. Zum einen, wie sehr er sich zunächst verschätzte, was die Reaktion der Partei angeht. Und zum anderen, wie vollständig er sich am Ende von Spahn abgrenzte – und zwar längst nicht nur von dessen Entscheidung, sich den Kinderwunsch auf diese Weise zu erfüllen.

Im Sommerinterview am Sonntag gab Merz offen zu, mit der Empörungswelle in der Partei „zumindest nicht in diesem Umfang“ gerechnet zu haben. Erst am Samstag war ihm seinem eigenen Bekunden zufolge das volle Ausmaß des Schadens klar. Das zeigt, dass Merz vieles sein mag; aber ein einfühlsamer CDU-Versteher, der den Puls der Partei jederzeit richtig zu erspüren und zu erahnen vermag, eher nicht.

Hinzu kommt: Merz wusste bereits einige Tage vor der breiten Öffentlichkeit von Spahns Vaterschaft. Dass er dessen Wunsch entsprach, die Nachricht selbst zu kommunizieren, kann man integer finden. Dass er aber nicht mal Einfluss darauf nahm, in welcher Art und Weise die Kommunikation stattfinden würde, muss man mindestens als gewagt bezeichnen. Und tatsächlich hat Spahn dann ja auch zielsicher den Weg mit dem größten zusätzlichen Empörungspotenzial gewählt – den über die Bild-Zeitung.  [….]

(Henrike Roßbach, 19.07.2026

Ein qualifizierter Kanzler könnte sich nun verständig, reflektiert und durchsetzungsfähig zeigen. Eigene Versäumnisse benennen und Auswege aufzeigen.

Jeder weiß schließlich, wie überfällig eine Kabinettsumbildung angesichts der diversen C-Totalausfälle in seiner Crew ist.

Aber der Fritzekanzler scheint wieder einmal von einem Titanic-Praktikanten ersetzt worden zu sein und nutzt die Gelegenheit, um sich selbst lächerlich zu machen, indem er Grüne und Linke mit der AfD gleichsetzt. 

[….] Merz feuert Spahn – nicht, weil er die Kanzlermehrheit vergeigt, eine Verfassungsrichterwahl ruiniert, nutzlose Wehrpflicht-Debatten zugelassen hat. Und also als Fraktionschef so munter herumdilettierte, dass es schon wieder nach Absicht roch. Sondern, nachdem aus Landesverbänden der Union einhellig gefordert wurde, den Spahnwahn zu beenden. Seine Wiederwahl als Fraktionschef im Mai mit noch respektablen 86,5 % wurde als Höchststrafe für Merz gelesen und als Indiz, dass der nicht mehr genug Macht habe, einen loyaleren Könner einzuwechseln. Nun betont das Merz-Umfeld, er habe Spahn final unter Druck gesetzt, und nun kann Merz jemanden einsetzen, der schwarzblauer Neigungen unverdächtig ist. Muss er aber auch.  [….]

(Friedrich Küppersbusch, 19.07.2026)

Der Sauerländer Sabbelkopp ist kein „Kanzler-Azubi“. Azubis lernen dazu und können fähige Gesellen und Meister werden. Merz hingegen ist vollkommen erkenntnisresistent und nach einem Jahr als Kanzler noch schlechter als zu Beginn.

Larmoyanz und Selbstmitleid sind erheblich gewachsen.


[….] ZDF-Sommerinterview: Friedrich Merz übernimmt Verantwortung, aber schuld sind schon andere [….]

Im Sommerinterview mit dem ZDF schlängelt er sich biegsam zwischen Verantwortungsübernahme und Schuldzuweisungen hindurch.

Ob er nicht »im Wahlkampf und danach immer wieder sehr viel versprochen« habe, fragt ihn Diana Zimmermann, die Journalistin des ZDF, an einer Stelle etwa. Davon, eigene Fehler einzuräumen, ist Merz diesmal allerdings recht weit entfernt. Er sei damals »von anderen Voraussetzungen ausgegangen«, sagt er. Es gebe seit fünf Jahren einen Krieg in der Ukraine. Der US-Präsident stehe »nicht mehr in dem Umfang zur Nato«. Die Energiekrise halte »durch fehlendes russisches Gas« an. Und dann seien da die Herausforderungen durch China.

Alles freilich Voraussetzungen, mit denen schon sein Vorgänger klarkommen musste. Was aber behauptet der Kanzler allen Ernstes mit sehr sorgenvoller Miene? »Das sind alles Dinge, die sich so massiv verändert haben, insbesondere im letzten Jahr, praktisch auch zwischen den Wahlen und dem nächsten Deutschen Bundestag.« Diana Zimmermann hält ihm immerhin entgegen, dass der Krieg in der Ukraine schon drei Jahre vor seinem Amtsantritt begonnen habe. [….] Merz sagt auch mehrfach, dass er mit seiner Koalition die Verantwortung übernehme. [….] Aber, [….] Er verteilt Verantwortung zugleich sehr großzügig weiter. Angesprochen auf seine eigenen schlechten Vertrauenswerte kritisiert er die Tonlage im Parlament und nennt dann in einem Atemzug AfD, Linke und Grüne. Er nimmt auch die Medien in die Verantwortung. [….] Oder als Zimmermann ihn auf seine Stadtbild-Äußerung anspricht, die »sehr viele Menschen mit migrantischem Hintergrund verstört« habe: Da kritisiert er sie zurück, »Sie zeigen selten diejenigen, die mal sagen, es ist genau so, das war mit den kleinen Paschas schon vor vielen Jahren so. Sie zeigen immer diejenigen, die es kritisieren.« [….]

(Klaus Raab, 19.07.2026)

Kann man sich nicht ausdenken.

Samstag, 18. Juli 2026

Politische Hygiene

Noch vor ein paar Tagen war ich von Spahns Aussitzvermögen überzeugt und dachte, er würde auch das Genörgel über die US-Leihmutter überstehen. Schließlich überstand er schon erheblich größere Skandale mühelos.

Ein Quereinsteiger oder ein junger Minister aus einem kleineren Landesverband wäre längst geflogen.

Aber in 24 Jahren Bundestag bastelte sich der obsessive Netzwerker Spahn den womöglich größten Giftschrank der CDU zusammen. Er kennt jeden wunden Punkt von Jedem.

Spahn wird persönlich von den wenigsten seiner Kollegen gemocht.

Darauf hatte es der Ultraehrgeizige auch nie abgesehen, der durch seine ständige Merkel-Piesackerei schon vor einer guten Dekade als Rechtsaußen-Springteufel der CDU bekannt wurde.

[….] "Bekannt bin ich jetzt, beliebt muss ich noch werden" [….]

Jens Spahn, 38 Jahre alt, CDU-Minister, sitzt am Montag in einem Raum voller Journalisten und eigentlich gibt es nur eine Frage an ihn: "Warum sind Sie der richtige Mann für eine Kanzlerschaft?", [….] 

Spahn sagt: "Wenn man, wie ich, nicht nur reden, sondern was verändern will, dann braucht es das Vermögen, etwas zu ändern."

Dass an diesem Vormittag die halbe Hauptstadtpresse über die aktuellen Karrierepläne des Jens Spahn rätselt, liegt an einer Biografie, die der Chefredakteur der Rheinischen Post, Michael Bröcker, geschrieben hat und mit ihm gemeinsam vorstellt.

Auf dem Einband loben der CSU-Altvordere Edmund Stoiber und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz den jungen Konservativen, und Bröcker orakelt, dass Spahn "die Bundesrepublik maßgeblich prägen wird".

Auf knapp 280 Seiten führt er dann aus, warum: Spahn, ein Provokateur und Strippenzieher, habe sich schon seit seiner Jugend im Münsterland nicht auf seinem Weg nach ganz oben beirren lassen. [….] Nun, in der Dämmerung Angela Merkels, sei möglicherweise Spahns Zeit gekommen, schreibt Bröcker. Überschrift: "Kanzler, was sonst?" [….]

(SZ, 17.09.2018)

Spahn ließ nie einen Zweifel an seinem Kanzler-Ehrgeiz aufkommen und spann dafür im Hintergrund emsig sein Netz. Den Kollegen missfiel dieses Verhalten, aber sie erkannten es als Machtfaktor an. Der Mann kann Mehrheiten organisieren und man tritt ihm besser nicht auf die Füße, weil er skrupellos ist. Spahns Arm reicht weit genug, um fast jedem Unions-Abgeordneten die Aufstellung für die nächste Bundestagswahl zu verderben. Mit ihm stellt man sich möglichst gut, wenn man weiter kommen will.

So überstand er jeden Skandal; so wurde er trotz Desaster-Performance am 05.05.2026 mit 86,5% als Fraktionschef wiedergewählt, obwohl der Kanzler und CDU-Vorsitzende ihn hasst, wie die Pest.

Einzelne Hyänen, die um ihn herumstrichen, hatten zu große Beißhemmungen; mußten befürchten, von Spahns mächtigen Pranken niedergestreckt zu werden.

Aber in den letzten drei Tagen wurde das Hyänen-Rudel der Spahn-Kritiker immer größer. Selbst Merz wurde immer bissiger.

In den letzten 24 Stunden schlossen sich immer mehr CDU-Landesverbände dem in der demoskopischen Einstelligkeit hockenden MeckPommern an, die mit dem Wahlmühlstein Spahn um den Hals befürchten müssen, am 20.09.2026 gen 5%-Hürde zu krachen.

Moralische Erwägungen, Anstand, Ehrlichkeit spielten dabei, wie in der Union üblich, gar keine Rolle. Es geht ganz allein um die Machtoptionen und damit verbundene Pfründe.

Unpopuläre Spitzenleute zu feuern, kann eine demoskopische Befreiung sein. Dafür gab es gerade in den letzten Tagen zwei Beispiele.

Im eher liberalen US-Bundestaat Maine kämpft die konservative Trumpanzee-Senatorin Collins um ihre Wiederwahl im November. Gegen sie tritt der „unkonventionelle linke“ Graham Platner an, der zum Entsetzen der Demokraten in Umfragen stets noch hinter ohnehin unbeliebten GOPerin Collins rangierte. Nun warf Platner überraschend, nach Vorwürfen sexueller Übergriffigkeit, hin. So spät im Wahlkampf den Spitzenkandidaten zu verlieren, ist eigentlich ein Alptraum für die jeweilige Partei. Aber nicht so in Maine: Nun stehen die Demokraten ohne Kandidaten da und haben deutliches bessere Chancen als mit Kandidaten!

Ein ähnliches Bild in Berlin nach dem unrühmlichen Aus des Bürgermeisters und CDU-Spitzenkandidaten Wegner. Kaum ist Lügen-Kai weg, schießt seine CDU vom blamablen Platz Vier in den Umfragen auf Zwei, überholt Grüne und AfD!

Den beim Volk extrem unbeliebten Spahn loszuwerden, verbindet die CDU daher mit einiger Hoffnung auf bessere Umfragewerte und bessere Wahlchancen in den drei September-Landtagswahlen Sachsen-Anhalt, MeckPomm und Berlin.

Ein schöner Nebeneffekt: Der einzige noch unbeliebtere CDU-Politiker, nämlich Merz, kann sich als derjenige inszenieren, der fähig ist, harte Entscheidungen zu treffen.

Lustigerweise merkt der Fritzekanzler wieder einmal gar nicht, wie lächerlich er sich macht, wenn ausgerechnet er, der notorische Lügner und Wortbrecher, sich zur Ikone der Glaubwürdigkeit stilisiert. Zu halten war Spahn ohnehin nicht mehr. Die Rezeption seines Verhaltens war so verheerend, daß er die CDU in den endgültigen Abgrund gezogen hätte.

[….] Dieser Rücktritt musste sein [….] Der Rücktritt von Jens Spahn wird der Union wenig nutzen. Aber sein Verbleib im Amt des Fraktionsvorsitzenden hätte ihr schwer geschadet.

Er konnte diese Debatte nicht gewinnen. Wenn es in der Politik um die sogenannten „Inhalte“ geht, ums Schließen von Krankenhäusern, um die Erbschaftsteuer oder die Wehrpflicht, kostet es einigermaßen Mühe, sich eine eigene Meinung zu bilden. Man muss Abwägungen treffen und sich zu einer Haltung womöglich durchringen.

Zu Jens Spahn und der Leihmutterschaft hingegen hat praktisch jeder sofort eine Meinung. Das hat erstens damit zu tun, dass das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland nie Gegenstand großer Debatten war; anders als der Schwangerschaftsabbruch oder die Ehe für alle. [….]

Zweitens konnte Jens Spahn die Debatte auch deshalb nicht gewinnen, weil es mit seinem öffentlichen Ansehen ohnehin seit Langem nicht zum Besten stand. [….] 

Das zusammengenommen war der Hintergrund, vor dem sich Jens Spahn drittens einem Vorwurf ausgesetzt hat, der nur sehr schwer zu überstehen ist: dem der Doppelstandards. Wenn er wenigstens mal dafür gekämpft hätte, die Leihmutterschaft auch in Deutschland zu ermöglichen. Wenn er Argumente dafür gesammelt und um sie geworben hätte. Doch Jens Spahn trug die CDU-Beschlüsse zum Verbot der Leihmutterschaft mit. 2020 sprach sich das Bundesgesundheitsministerium, dem er damals vorstand, gegen die Leihmutterschaft aus, indem es auf die unvermeidlichen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung eines Kindes hinwies. Und dann umgeht er das Verbot, indem er sich eine Leihmutter in den USA sucht - weil er und sein Mann es sich finanziell leisten können; anders als ein schwules Paar, in dem der eine ein Busfahrer und der andere ein Bäcker ist. [….] Zu den Klischees über Politiker gehört, dass sie Wasser predigten und Wein tränken. Meistens ist dieser Vorwurf ungerecht (ausgenommen unter anderem jene AfD-Politiker, die Verwandten gut bezahlte Jobs in ihren Abgeordnetenbüros verschafft haben). Hier trifft er zu. [….]

(Detlef Esslinger, 18.07.2026)

Diejenigen innerhalb und außerhalb der Union, die über Spahns politisches Ende jubilieren, freuen sich zu früh. Er behält einen Bundestagssitz, seine Position im CDU-Präsidium und all seine Kontakte.

Er hat Döpfner, Ronzheimer, Thiel, Gotthardt, Kurz, Grenell, Reichelt im Rücken. Er ist die Inkarnation des Ehrgeizes. Und er hasst Merz.

Aus sozialdemokratischer parteipolitischer Sicht bedaure ich natürlich Spahns Abgang. Genau wie ich mich als Atheist über Kardinal Woelki freue, der mit jedem Tag im Amt, mehr Leute zum Kirchenaustritt treibt, erkenne ich Spahns Leistung an, Wähler davon abzuhalten, ihr Kreuz bei der CDU zu machen.

Aus demokratischer Perspektive sieht es aber anders aus, weil die Nazis in allen bundesweiten Umfragen klar stärkste Partei sind; in Ossistan absolute Sitzmehrheiten holen können.
Für die Autokratie- und Diktaturbefürworter, für die Putin-Fans, für die rechtsradikalen Gefährder ist ein Spahn, der ohne persönliche Konsequenzen immer im Amt bleibt, die perfekte Metapher, um gegen „die da oben“ zu hetzen. Zu pauschalisieren: „Alle Politiker sind korrupt, die verdienen einen Denkzettel, die AfD muss aufräumen!“

Jens Spahn ruiniert das ohnehin schon viel zu geringe Vertrauen in Staat, freie Wahlen, Parlamentarismus und Demokratie immer mehr.

Daher muss ich froh über seinen Rücktritt sein.

Gibt es einen schwulen Andenpakt?

Am dritten Tag der „Leihmutter-Affäre Spahn“ haben sich so ziemlich alle öffentlichen Figuren zur der Causa geäußert.

99% der Artikel und Reels beginnen mit der pronatalen Feststellung, man gönne ihm persönlich sein Glück, gefolgt von einer Lobeshymne über Kinderwunsch, Kinderkriegen, Kinder im Allgemeinen. Nichts wird in Deutschland so hartnäckig positiv geframt, wie die Vermehrung.

Als ob nicht die Überbevölkerung des größte plantare Problem überhaut wäre. Als ob nicht die Familie auch Hort von Missbrauch und Gewalt wäre.

Anschließend wird das Thema Homosexualität abgefrühstückt: Natürlich habe man nichts gegen Schwule und Homosexuelle könnten genauso gute Eltern, wie Heterosexuelle sein.

(Das sehe ich anders! Ich glaube, Schwule und Lesben sind im Durchschnitt bessere Eltern, als Heterosexuelle, weil alle ihre Kinder Wunschkinder sind, die nur geborenen werden, wenn sie wirklich gewollt sind und die Eltern ihnen volle Aufmerksamkeit widmen. Heterosexuelle werden hingegen dauernd auch ungewollt schwanger oder reproduzieren sich lediglich, weil es die gesellschaftlichen Normen von ihnen erwarten. Kinder „passieren“ ihnen durch Unfälle, Suff oder Launen. Auch wenn sie eigentlich gar keine Lust haben, Eltern zu werden. Gleichgeschlechtliche Paare hingegen müssen einen viel höheren Aufwand betreiben, um schwanger zu werden.)

Der dritte immer wieder mitfühlend angesprochene Aspekt, ist das Schicksal der ungewollten Kinderlosigkeit. Gern mit dem Hinweis darauf, es treffe Heteros genauso, wie Homos. Auch Frau/Mann-Konstellationen wären manchmal auf Leihmütter angewiesen.

Alle drei Themen NERVEN MICH, weil sie für den Fall Spahn irrelevant sind. Sie spielen keine Rolle bei der moralischen und politischen Bewertung seines Handelns.

Es geht hingegen um Glaubwürdigkeit, die Heuchelei, daß ausgerechnet ein Politiker, der persönlich, aber auch dessen Partei intensiv dafür streitet, Leihmutterschaft zu kriminalisieren, selbst eine Leihmutter in Anspruch nimmt. Weil er reich und mächtig ist und die Regeln nicht für ihn gelten sollen.

Die Öffentlichkeit wird gerade bei Spahn so getriggert, weil er ein Wiederholungstäter ist, der immer wieder für sich Freiheiten und Sonderrechte herausnahm, die er anderen niemals gönnt. Nun plötzlich reiben sich die Konservativen verwundert die Augen:

Das ist natürlich jetzt blöd, schließlich ist Jens Spahn bekannt für seine absolute Glaubwürdigkeit!  Er ist die Inkarnation der Ehrlichkeit.
Sympathisch und altruistisch. Deswegen ist er ja auch so ungeheuer populär beim Volk.  Man muss ihn einfach lieben!

Inhaltlich ist der Fall klar: Indem die CDU an Spahn festhält, ihn demonstrativ auf dem zweitwichtigsten Posten belässt, betreibt sie wieder einmal massive Wahlkampfhilfe für die AfD und alle demokratieverachtenden Populisten, die sowieso alle Politiker für korrupt und verlogen halten.

Interessanterweise sind die Reihen innerhalb von CDU und CSU nicht sehr geschlossen. Üblicherweise wagt sich niemand mit Kritik an Spahn nach vorn, weil er seit 24 Jahren im Bundestag sitzt und als begnadeter Netzwerker über jeden irgendwelche despektierlichen Informationen im Giftschrank hat. Weil so viele ihm einen Gefallen schulden. Mit ihm will man sich nicht anlegen.

Aber nun könnte eine Welle des Unmuts losbrechen.

[….] Es hatte alles so nett angefangen für ihn. "Ein Baby für Jens Spahn" lautete die Titelzeile der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. "Es ist eine Nachricht voller Liebe, Glück und einer großen Veränderung", beginnt die exklusive Homestory im Blatt. Fast eine Seite ist sie lang, große Fotos der lachenden Papas Jens Spahn und Daniel Funke, sein Ehemann.

Einen Tag später ist aus der frohen Botschaft für Jens Spahn ein großes politisches Problem geworden. Denn die beiden haben ihr Kind von einer Leihmutter in den USA austragen lassen. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Und die Union, deren Fraktionschef Spahn im Bundestag ist, will unbedingt, dass das so bleibt.

Zu sagen, dass es in CDU und CSU seit der Nachricht rumort, wäre heillos untertrieben. Unverständnis, Entsetzen, auch Wut – das trifft es eher. Es gibt erste Unionspolitiker, die Spahns Rücktritt fordern. Trotz der Sommerpause, in der sich die Koalition eigentlich Ruhe verordnet hat, wird es brenzlig für Spahn. Ein erfahrener Politiker, der sich nicht namentlich zitieren lassen möchte, sagt t-online: "In der CSU herrscht schiere Fassungslosigkeit."  […]

(Johannes Bebermaier, 17.07.2026)

Interessant ist, wer in diesem Shitstorm nach vorn springt, um für Spahn zu kämpfen.

Der sehr rechte Döpfner-Journalist Paul Ronzheimer macht einen Leihmutterpodcast mit Spahn, der mit enormen Aufwand über alle Springer-Kanäle verbreitet wird.

Der sehr rechte AfD-Anwalt Ralf Höcker springt beim rechtsradikalen „Kontrafunk“ für Spahn in die Bresche.

Natürlich gibt es unter Rechten und Rechtsextremen prozentual genauso viele Schwule, wie überall sonst in der Gesellschaft. Aber es ist schon auffällig, daß sich nun die schwulen ganz Rechten als erstes vor Spahn stellen.

Gibt es womöglich einen schwarzbraunen Homo-Andenpakt, in dem sich erzkonservative Strippenzieher versprochen haben, sich stets öffentlich zu verteidigen und nie um dasselbe Amt zu kämpfen?

Ich will ungern verschwörungstheoretisieren, aber das sind schon erstaunlich viele schwule Rechte/Rechtsextreme, die zusammen klüngeln: Jens Spahn (CDU), Peter Thiel (GOP), Richard Grenell (GOP), sein Ehemann Matt Lashey (GOP), Dave Rubin (rechter Podcaster), Michael Mronz, Daniel Funke, Peter Kurth (CDU/AfD), Stefan Evers (CDU), Hendrick Streeck (CDU), Sepp Müller (CSU), David Berger (AfD), Ralf Höcker (AfD), Paul Ronzheimer (BILD),…

Ronzheimers Springer-Verlag überhäuft jetzt demonstrativ den Rechtsextremen Thiel mit Ehrungen, nachdem dessen geheime Klüngelei mit Jens Spahn ans Licht kam.

[….] Jens Spahn bestätigt Teilnahme an Veranstaltungen von Peter Thiel

Der heutige Unions-Fraktionschef Spahn hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren fünfmal an Veranstaltungen der „Dialog“-Organisation des US-Tech-Milliardärs Peter Thiel teilgenommen. [….]

(Deutschlandfunk, 19.06.2026)

Oder es ist reiner Zufall, daß alle die rechten Skandaloniker ins Spahns Umfeld schwul sind.