Mittwoch, 24. Juni 2026

Die Linken, Grünen und Sozis machen mich fertig!

Was haben die AfD-Faschisten nur für ein Glück. Sie brauchen nichts zu tun, nicht ein tragfähiges Konzept erarbeiten, sich nicht einer unangenehmen Realität stellen.

Einfach nur zurücklehnen, Popcorn bereitstellen und zugucken, wie insbesondere CDU, CSU, FW und FDP täglich für sie Werbung machen, die Nazi-Thesen zur Salonfähigkeit adeln und so eifrig und stolz, die härteste Anti-Klima- und Anti-Migranten-Politik ZUM SCHADEN DEUTSCHALNDS durchsetzen, daß jeder, der sich eben noch schämte, mit den Höckerianischen NS-Sprüchen zu sympathisieren, a posteriori bestätigt bekommt „na, so falsch lag die AfD ja wohl nicht, wenn Spahn, Söder, Reiche, Dobrindt und Merz deren Forderungen jetzt umsetzen!“

Die Ergebnisse kannten wir schon lange aus allen Studien und bekommen sie nun erneut von der Realität bestätigt:

·        Bergab mit der deutschen Wirtschaft

·        Bergab mit dem deutschen Ansehen in der Welt

·        Bergab mit den CDU-Wahlergebnissen

·        Bergab mit den Merz-Zustimmungswerten

·        Bergauf nur für die AfD.

Bergauf für das Land, für die Bürger, für die Natur, für die Wirtschaft, für den Klimaschutz kann es nur mit einer Bundesregierung links von Schwarzgelb gehen.

Nach den derzeitigen Zahlen aller demoskopischen Institute erscheint das zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich.

Die „Rechten“ (gemeint sind in diesem Fall Schwarzgelb und alles rechts davon) haben nämlich effektive Helfer. Fleißige Wahlkampfheinzelmännchen in den Reihen der Linken, Grünen und Sozis, die sich vornehmlich damit beschäftigen, sich gegenseitig zu beschädigen. Sie nehmen Linnemann und der AfD die Arbeit ab, bemühen sich tagtäglich, dem Urnenpöbel darzulegen, wieso RRG so schlecht dasteht.

Jüngstes Beispiel ist die Causa Pantisano. Der neue Linken-CoVorsitzende hatte gegen die CDU die verbale Faschismus-Keule ausgepackt und wurde daraufhin sehr schnell von den Grün-Promis Ricarda Lang und Andreas Audretsch, sowie dem taz-Redakteur Stefan Reinicke korrigiert. Mit dem Begriffe dürfe man nicht inflationär umgehen. Sie lehnten selbst beinahe alles an der CDU-Politik ab, aber faschistisch seien Merzens Mannen nicht.

Die Gleichsetzung von CDU und AfD ist inhaltlich falsch, geschichtsvergessen und mit Blick auf die Verteidigung der Demokratie gefährlich.

Ricarda Lang, 21.06.2026

Auf Bluesky brachen alle Dämme. Die linken Linken überschütteten die Grünen mit Häme, erklärten Grüne für unwählbare CDU-Büttel und die taz für unlesbar. Es sind jene linke Linke, die Sozialdemokraten unsachlich stets als „Seeheimer“ framen und längst voller Verachtung in eine Schublade mit der CDU sortiert haben.

Pantisano erkannte, einen Bock geschossen zu haben und bat die CDU um  Entschuldigung. Carsten Linnemann aber genoss viel zu sehr den RRG-Infight, um zu deeskalieren.

[….] Die Aussage des neuen Linken-Chefs Luigi Pantisano, es gebe keinen Unterschied mehr zwischen der Union und der AfD, war unglücklich und falsch. Nein, die Politik der CDU ist nicht „faschistisch“ – auch wenn ihr Migrationskurs an die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit geht, CDU-Fraktionschef Jens Spahn an Geheimtreffen des rechtsextremen Tech-Milliardärs Peter Thiel teilnimmt und manche im Osten mit der AfD liebäugeln. Pantisano hat sich inzwischen für seinen verbalen Fehltritt entschuldigt, und damit könnte man es gut sein lassen.

Nicht aber die Union. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann lehnt die Entschuldigung des neuen Linken-Chefs ab; mehrere Unionsgranden fordern gar Pantisanos Rücktritt. Dieser Theaterdonner soll davon ablenken, dass die Union in der Tat immer weiter nach rechts rutscht. Das Entsetzen darüber, dass sie sich mit ihrer rabiaten Migrationspolitik zum „Steigbügelhalter“ der Rechtsextremen macht, wie es Heidi Reichinnek in ihrer berühmten „Brandmauer“-Rede vor der Wahl ausdrückte, hat der Linken enormen Zulauf beschert. [….]

(Daniel Bax, 13.06.2026)

Inhaltlich spricht einiges für Pantisanos These. Aber politisch ist es sagenhaft dämlich, weil er damit das gesamte Linke Lager in eine chaotischen Hühnerhaufen-Modus versetzt und den Rechten einen großen Gefallen tut.

Wieder einmal mussten die Rechten nur zusehen, wie sich die Linken gegenseitig in die Knie schossen.

So fühlt es sich für CDUCSU und AfD-Faschisten an, wenn Weihnachten, Deutschlands Sieg bei der Fußball-WM und Geburtstag auf einen Tag fallen.

[….] Linken-Chef Luigi Pantisano [….] hatte mit der Aussage, die Union betreibe „faschistische Politik“ und sei deshalb nicht mehr von der AfD zu unterscheiden, für Empörung gesorgt. Für diese Aussage hat er sich entschuldigt, sie sei „falsch“ gewesen. Doch der Union reichte das nicht, weshalb sie gemeinsam mit der SPD eine „Aktuelle Stunde“ im Bundestag beantragte, die für den Mittwochnachmittag angesetzt wurde.

Zur Eröffnung trug CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann mit gravitätischer Stimme die Namen von CDU-Politikern vor, die zum Gründerkreis seiner Partei gehört und die NS-Zeit im „Zuchthaus“ oder im Konzentrationslager überlebt hatten. „Wir sind die Partei Konrad Adenauers“, hob Linnemann hervor, und: „Wir sind auch die Partei von Walter Lübcke“, der 2019 von einem Rechtsextremisten ermordet wurde. Es sei „infam, geschichtsvergessen und niederträchtig“, der CDU Faschismus vorzuwerfen. Pantisanos Entschuldigung könne er nicht annehmen, da sie nicht aufrichtig gewesen sei.

Andere Unionspolitiker stimmten den gleichen Ton an. So bemühte die Berliner Abgeordnete Ottilie Klein den „Hufeisen“-Vorwurf, um eine Nähe der Linkspartei zur „in Teilen gesichert rechtsextremen AfD“ zu unterstellen. Die Linke stehe ebenfalls „am extremen Rand des politischen Konsens“, sei „keine normale Partei“ und es könne „keine Zusammenarbeit“ mit ihr geben. Das hatte kurz zuvor schon CDU-Chef Friedrich Merz in einer Regierungsbefragung gesagt. Die AfD hatte ihn gefragt, ob es nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September zu einer Koalition oder anderen Formen der Zusammenarbeit seiner Partei mit der Linken geben werde.

Für die AfD war die „Aktuelle Stunde“ eine Steilvorlage, um sich selbst als verfolgte Unschuld zu gerieren und staatsmännisch zu geben.  [….]

(Daniel Bax, 24.06.2026)

Linke, Grüne und SPD - also die drei Parteien, denen ich die Daumen drücke, denen ich Zuwächse wünsche, von denen ich hoffe, daß sie eines Tages zusammen Mehrheiten gegen CDUCSUAFDP nutzen, leiden leider alle an der irren Vorstellung, die jeweils anderen beiden Parteien, müssten ihnen zu 100% gefallen und dürften niemals etwas anderes wollen, als man selbst.

Das ist natürlich grober Unfug. Es sind drei unterschiedliche Parteien und jede Partei ist selbst heterogen.

Wenn EIN Mensch einer Partei etwas richtig Dummes sagt, kann und soll man deswegen noch lange nicht eine Partei mit 350.000 Mitgliedern beerdigen.

Noch „schlimmer“ sind natürlich die Typen aus dem „linksgrünversifften“ Milieu, die selbst nicht in einer Partei sind und nur kritisieren.

Am Schlimmsten ist es, in Bausch und Bogen DIE Politiker und DIE Parteien zu verdammen, alle in einen Topf mit den Rechten zu werfen!

DAGEGEN sein ist nämlich leicht. Ich könnte 24/7 aufzählen, was ich alles destruktiv, unausgegoren und kontraproduktiv halte, worauf sie RRG lieber konzentrieren sollte, was sie besser nicht tun.

Wesentlich schwerer ist es, konstruktiv zu formulieren, woFÜR man ist.

Noch schwerer ist es, ein realitätstaugliches und gegenfinanziertes „Dafür“ zu entwickeln.

Die Königsdisziplin ist es, aufzuzeigen, in welchen Konstellationen man Mehrheiten für solche Konzepte finden will. Bzw, wie man die Kritiker überzeugt. Bzw welche Aspekte man für einen Kompromiss mit nicht so ganz Überzeugten, opfern würde.

Von außen Maximalforderungen zu stellen, die zwar hochsympathisch, sozial und zukunftsgerichtet sind, die aber sowieso keine Chance haben umgesetzt zu werden, weil wir eine Republik sind, in der CDUCSU+FDP+AfD (im Bund und 14 Bundesländern) zusammen auf 50-70% kommen, ist sinnlos.

Es wird in absehbarer Zeit keine absolute Linken-Mehrheit geben, keine absolute SPD-Mehrheit und auch keine absolute Grünen-Mehrheit.

Im Bund ist noch nicht einmal eine RGG-Mehrheit absehbar. Die ist aber wenigstens nicht völlig ausgeschlossen. Dazu wird es aber nur kommen, wenn verdammt noch mal endlich alle Grünen, alle Linken und alle Sozis aufhören, sich zur Freude der Rechten, gegenseitig zu bekämpfen.

Reißt Euch gefälligst endlich zusammen, RGG!

Ja, in den jeweils anderen beiden Parteien sitzen, je nach Perspektive, viele Spinner.

SO WHAT?
Wir haben nun mal nur uns – ROT und ROT und GRÜN!

Wir müssen alle drei endlich begreifen, daß wir, bei allen Meinungsunterschieden, die Guten sind.

Es ist nicht hilfreich, aus der Bundestagsopposition höhnisch über die SPD herzufallen, weil sie Dinge mitträgt, die gegen ihr Parteiprogramm stehen.

Die SPD steckt mit 16% in einer Koalition und zwar als Juniorpartner.

Es war der Wählerwille, der CDUCSU in der Regierung doppelt so starken Einfluss zu geben. Der Juniorpartner muss immer Kröten fressen. Unser Verhältniswahlrechtssystem lebt von Kompromissen. Es ist derzeit wahrlich kein Vergnügen unter Merz und Reiche Junior-Koalitionär zu sein, aber es geht nun mal nicht anders, weil sonst ganz schnell die Nazis an die Macht kommen.

Vor 100 Jahren haben sich „Linke“ schon einmal in KPD, USPD und SPD zerlegt und damit den Konservativen ermöglicht, die Nazis an die Macht zu bringen.

Könnten wir bitte vermeiden, den gleichen Fehler zu wiederholen?

Dienstag, 23. Juni 2026

Hitze als soziales Problem.

Wie in oft, zeigen Todesstatistiken die ganze Perfidie und Amoral der Mächtigen.

Da Sterben Armer und Dunkelhäutiger wird achselzuckend hingenommen.

5,3 Millionen Menschen sind im Jahr 2026 bereits verhungert, allein 29.000 Menschen heute.

[….] Unsichtbare Gefahr: Hitze fordert mehr Menschenleben als der Straßenverkehr

Im Jahr 2023 wurden in den 27 EU-Staaten rund 44.600 hitzebedingte Todesfälle registriert. Das sind 2,2-mal so viele wie die 20.400 Verkehrstoten im selben Zeitraum. In 16 von 27 EU-Ländern überstieg die Zahl der Hitzetoten bereits die der Verkehrstoten. In Ländern wie Griechenland, Spanien und Italien lag sie sogar vier- bis siebenmal höher. Besonders betroffen sind ältere Menschen (besonders ältere Frauen), Menschen mit chronischen Erkrankungen, sozial Benachteiligte und Stadtbewohner*innen.

Klimawandel verschärft die Gesundheitskrise

Die Zahl der Hitzetoten in der EU ist in den letzten 20 Jahren um 30 % gestiegen, während die Zahl der Verkehrstoten fast halbiert werden konnte. Die Prognosen zeigen: Ohne wirksame Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen könnten bis 2050 jährlich über 120.000 Menschen in Europa an den Folgen extremer Hitze sterben.  […..]

(KLUG, 17.07.2025)

[…..] Deutlich mehr Hitzetote in Europa im vergangenen Sommer

Mehr als 62.700 Menschen sind im Sommer 2024 laut einer Studie an den Folgen extremer Hitze gestorben. Die Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 25 Prozent. [….]

(DIE ZEIT, 22. September 2025)

Die reichen Industrienationen, als Verursacher dieser Todesfälle, sehen erstaunlicherweise kaum Handlungsbedarf, das Massensterben aufzuhalten. Im Gegenteil, die Mittel für Entwicklungs- und Hungerhilfe werden weltweit reduziert. Deutschland und die USA setzen voll auf fossile Energieträger, um die Aufheizung des Planeten weiter anzutreiben. Eine halbe Million Tote durch Hitze weltweit?
Macht ja nichts.

[….] Heat is an important environmental and occupational health hazard. Heat stress is a leading cause of weather-related deaths and can exacerbate underlying illnesses including cardiovascular disease, diabetes, mental health, asthma, and can increase the risk of accidents and transmission of some infectious diseases. Heatstroke is a medical emergency with a high-case fatality rate.

The number of people exposed to extreme heat is growing exponentially due to climate change in all world regions. Heat-related mortality for people over 65 years of age increased by approximately 85% between 2000–2004 and 2017–2021.

Between 2000–2019 studies show approximately 489 000 heat-related deaths occur each year, with 45% of these in Asia and 36% in Europe. In Europe alone in the summer of 2022, an estimated 61 672 heat-related excess deaths occurred. High intensity heatwave events can bring high acute mortality; in 2003, 70 000 people in Europe died as a result of the June–August event. In 2010, 56 000 excess deaths occurred during a 44–day heatwave in the Russian Federation.

Vulnerability to heat is shaped by both physiological factors, such as age and health status, and exposure factors such as occupation and socio-economic conditions. […..]

(WHO, 28.04.2026)

Daß diese Zahlen bei den selbsternannten frommen Christen Söder, Merz, Reiche, Vance und Trump auf keinerlei Interesse stoßen, hat einen simplen Grund: Ihresgleichen sind immun gegen die Klima-bedingte Todesgefahr, weil sie steinreich sind. Sie leben in klimatisierten Umgebungen, fahren Limousinen mit Klimaanlagen, fliegen Flugzeuge mit Klimaanlagen. Ihre Schlafzimmer liegen nicht in unisolierten Bruchbuden, die sich nachts aufheizen. Sie müssen nicht darben, wenn die Pflanzen auf den Feldern verbrennen.

Niemand in den Familien Merz und Trump läuft Gefahr, jemals Hunger zu leiden, an einem Hitzschlag zu sterben oder im Winter an Unterkühlung zu sterben. Sie sind sicher und haben keinen Kontakt zu den Menschen, die nicht nur leiden, sondern auch sterben.

Daher verschlampen die reichen Industrienation, die lange angemahnten Hitzeschutzmaßnahmen. Pflegeheime und Krankenhäuser werden nicht gekühlt, Städte werden nicht durch Bäume verschattet. Es wird nur weiter verdichtet und versiegelt. An vorderster Front dabei, der grünen Hamburger Verkehrssenator Tjarks, für dessen Beton-Bike-Lanes jedes Jahr Bäume gefällt werden.

[….] Ein Hitzedom lässt Westeuropa glühen. Er wird Tausende Menschen das Leben kosten. Ein Krisenstab der Bundesregierung wäre überfällig.

[….] Kennen Sie diese ausgelutschte Geschichte mit dem Frosch? Der, der im Topf mit sich langsam erhitzendem Wasser hocken bleibt, bis er gar ist, statt herauszuspringen? Die ist natürlich Blödsinn. So dumm sind Frösche nicht. Noch blöder aber ist, dass die Bundesregierung dümmer ist als jeder Frosch. Und angesichts der drohenden Klimakatastrophe einfach nichts tut. Nicht langfristig, nicht mittelfristig, nicht kurzfristig. Und damit sind wir beim Wetter, das als Folge des Klimawandels heißläuft.

Bis zu 40 Grad sagen die Meteorologen für den Süden und Westen des Landes noch im Laufe dieser Woche voraus. Das wäre – ach, man wird schon müde, es zu betonen – mal wieder ein Rekord. Nie dagewesen im Juni seit Menschengedenken. [….] [….]  Leider ist die Hitze ein gravierendes Problem, tödlich vor allem für ältere Menschen. Gefährlich für Kranke und Obdachlose. Vor gerade mal zwei Wochen warnten 150 Organisationen davor, dass die Bundesrepublik nicht angemessen auf Hitzewellen vorbereitet sei, dass ein sogenannter Hitzedom zu mehreren Zehntausend Toten binnen weniger Tage führen könne. Der dringende Rat ist, den Hitzeschutz in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu integrieren. [….] Was klang wie ein fernes Katastrophenszenario, ist ruckzuck Realität geworden. In Frankreich gilt in vielen Regionen höchste Hitzewarnstufe. Atomkraftwerke werden abgeschaltet, weil Kühlwasser fehlt. Und in Deutschland? Wir haben ja keine AKW mehr. Glück gehabt. [….]  Und die Bundesregierung? Hat sie schon einen Krisenstab eingerichtet, um Aktivismus wenigstens zu simulieren? Hat sie sich überhaupt schon zum Thema geäußert?

Es ist leider auch ein Problem der Wahrnehmung. Die Zahl der Menschen, die in den kommenden Tagen infolge der hohen Temperaturen ums Leben kommen, werden durch die erst rückblickend berechenbare Übersterblichkeit bekannt werden. [….]

(Gareon Asmuth, 23.06.2026)


Diesen Sonntag, könnten im Juni (!) in Norddeutschland (Hamburg) 41°C erreicht werden.

Selbst im legendär kalten und regnerischen London werden für morgen 39°C erwartet. Und es ist noch nicht mal Hochsommer.

Deutschland versagt angesichts dieser Katastrophe auf ganzer Linie.

Wie gut, dass Gas-Kathy erkannt hat, der "Klimaschutz wurde in den letzten Jahren überbetont" und der Fritzekanzler weiß "es ist eben nicht so, daß morgen die Welt untergeht" und wir keine Windräder brauchen, "weil sie hässlich sind!"

Wie schön, dass die Bundesregierung über 65 Milliarden Euro zur Subvention von Fossilenergie ausgibt, auf Verbrenner setzt und mehr Gas/Ölheizungen will, weil Habeck ein Kinderbuchautor ist!

Was für ein Segen, daß Fritze sich arschküssend an Trump ranwanzt und mit ihm "im selben Team" sein will. Der Bundeskanzler im Team Taco, der den Klimawandel als HOAX bezeichnet, aus dem Pariser Klimaabkommen ausstieg, Braunkohle für "beautiful clean" hält und manisch Windenergie, ablehnt, weil sie Krebs erregt.

[….] Trump called climate change a 'con job' at the United Nations. [….] Some countries' leaders are watching rising seas threaten to swallow their homes. Others are watching their citizens die in floods, hurricanes and heat waves, all exacerbated by climate change.

But the world U.S. President Donald Trump described in his speech at the United Nations General Assembly on Tuesday didn't match the one many world leaders in the audience are contending with. Nor did it align with what scientists have long been observing.

"This 'climate change,' it's the greatest con job ever perpetrated on the world, in my opinion," Trump said. "All of these predictions made by the United Nations and many others, often for bad reasons, were wrong. They were made by stupid people that have cost their countries fortunes and given those same countries no chance for success. If you don't get away from this green scam, your country is going to fail."

Trump has long been a critic of climate science and polices aimed at helping the world transition to green energies like wind and solar. His speech Tuesday, however, was one of his most expansive to date. It included false statements and making connections between things that are not connected.  […]

(PBS, Sep 25, 2025)

Wie großartig, dass die mit Abstand meisten Deutschen eine Nazi-Partei wählen wollen, die grundsätzlich jeden Klimaschutz beenden will und stattdessen 100% von Putins Gas abhängig werden will.

Ich habe ein GUTES Gefühl!

Was ist echt?

Zehn Jahre fragten wir uns, was Putin wohl gegen Trump in der Hand haben könnte.

Gerüchte über „Pee-Tapes“ machten die Runde: IQ45-47 sollte demnach aus rassistischem Hass auf Obama, das Moskauer Hotelzimmer ausgemacht, in dem dieser einst übernachtete und russische Prostituierte darauf urinieren lassen haben.

Der KGB habe das heimlich aufgezeichnet und nun drohe Putin dem orangen Debilen permanent mit Veröffentlichung des peinlichen Materials.

Eine tolle, bei Verschwörungstheoretikern beliebte Story, für die es allerdings nicht die geringsten Belege gibt.

Menschen, die sich professionell mit Trump beschäftigen, winken ab:

Putin hätte so ein Erpressungsvideo gar nicht nötig. Der extrem ungebildete, aber auf Schmeicheleien versessene Trump, ist für einen klugen, geheimdienstlich ausgebildeten Mann, ohnehin leicht zu lenken. Dazu kommt Trumps ehrliche Bewunderung für die Machtfülle des Russen, dessen Reichtum und die goldene Pracht des Kremls, gegen die das Weiße Haus wie eine ärmliche Berghütte wirkt.

Beide teilen zudem gemeinsame Ziele: Sie verachten Klimaschutz und setzen auf Fossil-Energie, sie wollen beide die EU schwächen und aufspalten, sie hassen beide die Ukraine, lehnen beide den internationalen Gerichtshof, sowieso ganz allgemein Menschenrechte ab. Schließlich verfolgt Trump schon seit Jahrzehnten erhebliche finanzielle Interessen in Russland. Immer wieder wurde ihm mit russischen Millionen aus der Klemme geholfen.

Die beiden Männer ziehen ohnehin in so vieler Hinsicht an einem Strang; da braucht Putin gar keine Druckmittel.

Sollte sich so ein „Pee-Tape“ tatsächlich in den Händen russischer Dienste befinden, wäre es spätestens 2026 ohnehin wertlos geworden. Trumps Cronies würden es bei einer Veröffentlichung empört als „KI-Fälschung“ brandmarken und damit Erfolg haben, weil jeder inzwischen um die KI-Möglichkeiten weiß.

Bis vor ganz kurzer Zeit galten Fotos und Videos als Beweise. „Roll the tape“ hieß es triumphierend in News-Sendungen, wenn ein Gast log und man den Zuschauern das belegen wollte. Das wird immer noch gemacht, aber in naher Zukunft aufhören, weil es für jeden ein Kinderspiel sein wird, solche Videos täuschend echt zu fälschen.

Ich bin gar kein KI-Experte, achtete aber bei den ersten KI-generierten Bildern sehr genau auf die typischen plumpen Fehler (sechs Finger an einer Hand, etc). Aber die Phase ging schnell vorbei. Inzwischen kann ich als Laie oft nicht mehr sagen, was echt, und was gefälscht ist. Also muss ich im Zweifelsfall davon ausgehen, es mit computergenerierter virtueller Realität zu tun zu haben.

Vor einigen Monaten chattete ich mal über längere Zeit mit einem sehr prominenten Menschen, der einfühlsam auf einen Kommentar von mir eingegangen war. Ich konnte kaum glauben, daß DER wirklich mit MIR redet, zeigte einigen Freunden den Chatverlauf, aber alle kamen zu dem Schluss, das müsse echt sein.  Schließlich erzählte er mir, er plane in Absprache mit seinem Management ein Treffen in London mit 12 Menschen, von denen er glaube, sie verstünden ihn wirklich, um ein Brainstorming für seine zukünftigen Projekte zu machen. Dazu wolle er mich auch einladen, weil wir so eine gute Verbindung hätten. Er übernehme selbstverständlich alle Kosten, aber aus steuerrechtliche Gründen müsste ich erst mal in finanzielle Vorleistung gehen. Erst da wurde mir klar, im Begriff zu sein, einem Online-Betrug aufzusitzen.

Inzwischen bin ich ganz froh, als KI-Muffel, einmal fast in so eine Falle gelaufen zu sein, weil ich mir vorher nicht vorstellen konnte, wie „gut“ diese Chatbots sind. Obwohl ich von Anfang an skeptisch war und mich umhörte, ob das vielleicht gefälscht sein könnte, hielten es alle für echt. Erst, als ich Geld überweisen sollte, hatte ich Klarheit.

Die vielen Nigerianischen Prinzen, die mir per Email Millionen schicken wollen und all die großbusigen paarungswilligen Damen, die mir auf Facebook privat-messages schreiben, weil sie mein Profil so interessant finden, daß sie mich unbedingt mal treffen möchten, fand ich immer eher amüsant plump und fragte mich immer, wer so doof ist, darauf hereinzufallen. Aber in meinem Digital-Immigrant-Alter muss ich nun noch eine höhere Skepsis und Vorsicht an den Tag legen.

Politik ist immer noch der Bereich, in dem ich mich hauptsächlich bewege und dort werde ich täglich mit bizarren Zitaten und schockierenden Aussagen konfrontiert.

Da Trump und Reiche und Vance und Merz und Söder täglich zunehmend ungeheuerliche Dinge von sich geben, taugt das „eigene Gefühl“ leider kaum noch zur Beurteilung der Echtheit. Die Realität ist verrückter, als jede Satire.

Eine Zitat-Kachel mit einem Merz-Antlitz, unter das kursiv eine Aussage von ihm montiert wurde, taugt natürlich gar nichts mehr. Bei Trump erst Recht nicht, weil ihm alles und jedes zuzutrauen ist.

Die einzige Chance der Verifizierung ist die Quelle. Wer verbreitet das Zitat?

Ist es ein mir bekanntes seriöses Medium? Vielleicht gar eine Plattform, die sich wie „Correctiv“ oder „Volksverpetzer“ auf Faktenchecks spezialisiert hat?

Heute jubelte man mir bei Bluesky diese quellenlose Kachel unter.

Kann DAS echt sein?

Kann der Fritzekanzler tatsächlich so blöd sein, nachdem schon alle Comedians Witze darüber reißen, er habe inzwischen jeden, außer Kleinkinder beleidigt, auch noch gegen Kinder und Behinderte auszuteilen, während er immer noch eisern die Superreichen verteidigt, die nun wirklich keine Vermögenssteuer zahlen könnten, denn „die Zitrone ist ziemlich ausgequetscht“.

Mega-Reiche beschützen und stattdessen auf behinderte Kinder eindreschen?

Nein, oder? So bekloppt kann doch nicht einmal der unbeliebteste Bundeskanzler aller Zeiten sein, oder?

Doch kann er! Das Zitat ist tatsächlich echt.

[….] Kanzler Merz will Einsparungen bei Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Unterhaltsvorschuss prüfen lassen

Bundeskanzler Merz will zur Entlastung der Kommunen mehrere Sozialprogramme prüfen lassen. [….] Konkret benannte der CDU-Politiker die Gesetze für Unterhaltsvorschuss, Jugendhilfe und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung. Merz sagte, es gebe in den Bereichen eine Kostenexplosion für die Kommunen. Er äußerte sich optimistisch, in den kommenden Tagen eine Einigung mit den Ländern zu erzielen.

Sozialverbände kritisieren mögliche Einsparungen in den von Merz benannten Bereichen. Sie erklärten mehrfach, dass die Kostensteigerungen nicht auf die Gesetze an sich zurückzuführen seien und warnten vor den gesellschaftlichen Folgen von Kürzungen. [….]

(Deutschlandfunk, 22.06.2026)

Nein, also die Milliardäre sind wahrlich ausgequetscht, wie Zitronen. Die können nichts mehr abgeben. Aber diese Behinderten leben doch ins Saus und Braus! Da ist laut des Christen-Kanzlers noch ordentlich was zu holen!

Sonntag, 21. Juni 2026

Konsum, Verbraucher, Nachfrage

Das gehört zu den vielen Dingen, die mir meine Mutter nicht glauben würde, wenn sie, wie Phönix aus der Asche, zum Leben erweckt würde und mich fragte, was seit ihrem Tod so in der Welt passiert sei.

Am TIMES SQUARE in Manhattan, der teuersten und schicksten Gegend der Welt, stehen New Yorker stundenlang um den Block an, um bei ALDI billige NoName-Produkte zu kaufen!


Meine Eltern glaubten noch, Discounter nach deutschem Vorbild hätten in den USA keine Chance, weil die US-Amerikaner Service-versessen sind, eine gewaltige Auswahl von Markenprodukten erwarten und alles show-artig präsentiert bekommen wollen, statt sich ihre Waren selbst aus aufgestapelten Lieferboxen zu pulen.

Das war auch über Jahrzehnte so. Aldi gibt es seit 1975 in den USA und führte dort ein Schatten-Dasein in den Provinz-Nestern.

Aber völlig unfähige republikanische Politiker, die seit Dekaden den Mindestlohn einfrieren ($7,25 = €6,32 seit 2009), Trillionen Dollar zu den Superreichen schaufeln, eine Preisexplosion verursachen, weil sie immer noch an die längst widerlegte Trickle-Down-Theorie glauben, haben es möglich gemacht: Selbst im Mutterland der Binnennachfrage, dem stärksten Konsumland der Erde, geht den Verbrauchern die Luft aus und sie müssen jeden Cent dreimal umdrehen, mehrere Jobs annehmen.

Das zwingt die mittelständische Wirtschaft in die Knie, kleine Einzelhändler gehen reihenweise pleite. Profiteure der Krise gibt es dafür am ganz untersten und ganz obersten Rand: Discounter wie Aldi und Lidl, die mit für die USA ungewohnten Konzepten, die Preise der Branchenriesen deutlich unterbieten.

Ganz oben die Superluxusbranche, die ihren Kundenstamm aus dem reichsten 1% der Gesellschaft generiert, das dank der Trumpschen Umverteilung nur so im Geld schwimmt.

Die Ausgangslage in Deutschland ist ganz anders als in den USA.

Deutsche haben eine extrem hohe Sparquote, legen Billionen Euro zurück und knausern bei den täglichen Ausgaben, während der durchschnittliche US-Bürger gar nichts auf der hohen Kante hat und alles ausgibt.

Dadurch gibt es in den USA kontinuierlich eine gewaltige Binnennachfrage, die für ausländische Anleger so attraktiv ist, daß sie unfassbare Geldberge nach Trumpistan verschieben. Daher kann sich die USA auf Dauer gewaltige Handelsdefizite leisten.

Das Gegenteil in Deutschland; hier ist die Binnennachfrage extrem schwach und wird von einer historischen Importschwäche kompensiert. Weil die Verbraucher kein Geld für Lebensmittel ausgeben mögen, wurde Deutschland zum Mutterland der Discounter. 

Aber so wie das US-System an seine Grenzen kommt und selbst die extrem konsumfreudigen Amerikaner zum Sparen zwingt, bricht auch das Angebots-orientierte, auf Exportüberschüssen basierende deutsche System zusammen:
Kein billiges Gas mehr durch russische Pipelines, Gewaltige Mehrausgaben für Verteidigung, technologischer Rückstand, Ausfall des Mega-Absatzmarktes China.

In dieser Situation muss eine Bundesregierung viele Dinge gleichzeitig anschieben. Die wichtigsten sind:

1.   Unabhängigkeit vom Import fossiler Energieträger, indem auf erneuerbare Energien gesetzt wird.

2.   Massive Bildungsinvestitionen, um international wieder den technologischen Anschluss zu finden.

3.   Willkommenskultur, um Deutschland für Zuwanderer attraktiv zu machen.

4.   Deutliche Stärkung des Binnenkonsums, indem man die Menschen mit mehr Geld ausstattet, die es auch wirklich in die Läden tragen; also die untere Hälfte der Einkommenspyramide. 

Unglücklicherweise sind Reiche, Spahn, Linnemann, Söder und Merz vollkommen verblödet und machen in jeder Hinsicht genau das Falsche. 

Die Folgen sind klar: Trotz der 1000 geliehenen Milliarden Euro, steuert Deutschland in die Rezession.

[…] Konsumstimmung in Deutschland: Die Menschen sparen, wo sie können.

Wer in diesen Tagen durch deutsche Innenstädte läuft, der könnte meinen, es sei schon Hochsommer. Sonderangebote und Rabatte weit und breit. Den gesetzlich geregelten Sommerschlussverkauf gibt es seit Jahren nicht mehr. Der Handel veranstaltet inzwischen einen freiwilligen Schlussverkauf – eigentlich erst Ende Juli. »Bei Rabatten gibt es inzwischen leider fast eine Dauerschleife. […] Viele Menschen kaufen sehr sparsam ein. Ob Kleidung, Lebensmittel oder Deko: Hauptsache günstig. Sonderangebote sind besonders begehrt.

Je nach Produktkategorie werden bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen von Rabatten beeinflusst. Das zeigt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG). […] Die Stimmung hat sich demnach weiter verschlechtert. 64 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage negativ. Verbraucher achten stärker auf Preise als vor einem Jahr. »Verbraucher wägen heute insgesamt stärker ab, wofür sie ihr Geld ausgeben«, sagt BCG-Konsumgüterexpertin Karin von Funck. […] Laut einer repräsentativen Kantar-Umfrage wird vor allem bei Bekleidung, Gastronomie sowie bei Kino-, Konzert- und Clubbesuchen gespart. […] Der finanzielle Druck ist groß. 81 Prozent müssen laut Umfrage vermehrt darauf achten, wie viel sie ausgeben. Zwei Drittel sorgen sich darum, mit ihrem Geld nicht mehr auszukommen. 44 Prozent konsumieren weniger als im Vorjahr. Als Gründe nennen sie meist steigende Verbraucherpreise sowie politische und wirtschaftliche Unsicherheiten.

Im »Sorgen-Ranking« des Marktforschers YouGov sind finanzielle und wirtschaftliche Probleme auf den ersten Platz vorgerückt – vor Einwanderung und Gesundheit. Kunden greifen bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln immer häufiger zu Sonderangeboten. […] 

Den Einzelhandel schmerzt die Sparsamkeit der Kunden. Die Unternehmen hadern mit der Rabattflut. Je niedriger die Preise, desto weniger verdienen sie. »Wer dauerhaft mit hohen Preisnachlässen arbeitet, riskiert eine Entwertung seiner Marke und sinkende Profitabilität«, sagt BCG-Expertin von Funck. […] IFH-Handelsexperte Kai Hudetz sieht einen »Verlust der Mitte«. Das Preiseinstiegssegment sowie Premium- und Luxusangebote gewinnen demnach, mittlere Preislagen haben zunehmend Schwierigkeiten.

Jeder sechste Einzelhändler in Deutschland fürchtet laut der Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts inzwischen um seine Existenz, so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Insolvenzen liegt nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. […]

(SPON, 19.06.2026)

Das kommt eben davon, wenn Kanzler und Wirtschaftsministerin rein gar nichts von Marktwirtschaft verstehen und nur die widerlegten neoliberalen Trickle Down- Märchen der Milliardäre nachplappern, statt sich um Löhne, Nachfrage und Binnenkonsum zu kümmern.

Die CDU dreht Deutschland ökonomisch den Saft ab.

Samstag, 20. Juni 2026

Wissenschaft vs Schwurbelschaft

Vor zwei Wochen hatte ich eine Katarakt-Operation; links gucke ich nun durch eine künstliche monofokale asphärische Zeiss-Intraokularlinse.

Ich bin etwas früh dran und war zugegebenermaßen etwas schockiert über die Diagnose und die Notwendigkeit einer Augenoperation.

Mein Vater allerdings war noch früher dran, erkrankte in den 1980ern am Grauen Star und wurde fast blind. Wir fürchteten alle um sein Augenlicht und er reiste sogar in seine alte Heimat New York, um mit den führenden Ophthalmologen zu sprechen.

Schließlich wagte er die OP in einem großen Hamburger Krankenhaus. Dort musste er fast zwei Wochen liegen, weil das Nahtmaterial und die großen Wunden genau beobachtet wurden.

Seither gab es aber Quantensprünge in der Augenheilkunde. Wissenschaftliche Forschung machte es möglich, daß inzwischen eine Million Katarakt-OPs pro Jahr in Deutschland durchgeführt werden. Fast alle ambulant. Der Eingriff dauert 10 Minuten. Wenn man möchte, erledigt der Femto-Laser alles in einer 1986 unvorstellbaren Schnelligkeit und Präzision. Es muss nicht mehr genäht werden.

Komplikationen gibt es fast nie. Nach der OP bekommt man noch schnell einen Kaffee und einen Keks, um sich von der Anästhesie zu erholen und kann nach Hause gehen. Gnade der späten Geburt.

Wie der Eingriff technisch funktioniert, wußte ich genau, aber dennoch litt ich vorher an diffuser Angst. Spritzen und Schnitte INS AUGE habe ich nicht so gern.

Wie sich herausstellte, verstand aber die Anästhesistin ihr Handwerk und schaltete mich mit Propofol und Midazolam soweit aus, daß ich zwar noch ansprechbar war und grob mitbekam, was passierte, aber alles völlig entspannt hinnahm. Im Handumdrehen saß ich mit lauter anderen Augenpflaster-Menschen, von denen ich klar der Jüngste war, im Kaffee-Raum. Der Schlamassel begann anschließend; ich entwickelte jede erdenklichen Komplikation und Medikamentenunverträglichkeit.

Seither musste ich jeden einzelnen Tag zur Nachbehandlung/Kontrolle in die Augenarztpraxis. (Es ist kein Rätsel, was passiert ist, aber die Details führen an dieser Stelle zu weit.)

In der Praxis reagiere ich meiner Natur entsprechend, jeden Morgen beim Hereinkommen und beim obligatorischen Termin-Machen für den nächsten Tag, mit Witzen. Der junge Mann am Counter mit dem Termin-Programm, den ich schon länger kenne und mit dem ich auch schon öfter gequatscht habe, blickte mich auf einmal sehr ernst an und suggerierte, ich trüge auch selbst einen Teil der Schuld. Ob ich denn nicht wisse, daß jeder Mensch in einer persönlichen Frequenz schwinge, die sein Schicksal beeinflusse? Mit zu lockeren Sprüchen könne ich negative Schwingungen auslösen, die das Universum veranlassten, meine Heilung zu verhindern.

Natürlich weiß ich, was eine Inselverarmung ist, wie selektiv Menschen verblödet sein können. Das wurde von Michael Schmidt-Salomon in seinem hochempfehlenswerten „Keine Macht den Doofen“ anschaulich beschrieben.

[….]  Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht.

 Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen. [….] 

(Keine Macht den Doofen, s.42f)

Natürlich arbeiten auch im medizinischen Bereich Menschen mit Inselverarmungen, aber immer, wenn mir einer begegnet, den ich schon länger kenne und als vernünftig einschätzte, bin ich auf’s Neue verblüfft. Die massenhafte Vermehrung der Covidioten nach dem Beginn der Impfkampagnen 2020/21, haben leider noch mal die Schleusentore weit geöffnet. Die Schwurbler haben ihre Scham abgelegt und posaunen ungefragt den größten Unfug in die Welt hinaus.

Es gibt aber keine „alternativen Fakten“! Es gibt genauso wenig „alternative Medizin“, wie „alternative Physik“ oder „alternative Mathematik“.

Wenn Taco und RFK so etwas verbreiten, zeigt das nur ihre sagenhafte Dummheit und nicht etwa eine Alternative zu mathematischen Gesetzen.


[….] "Er versteht nicht mal Grundlagen-Mathematik." Dieses harsche Urteil löst in vielen traurige Erinnerungen an die Schulzeit aus. Für US-Präsident Donald Trump ist diese Kritik hingegen kein Schnee von gestern, sondern hochaktuell.

In den vergangenen Monaten blamierte er sich bereits. [….] Und nun folgt also die oben formulierte vernichtende Kritik, sie kommt von einer renommierten Wirtschaftswissenschaftlerin. Denn Trump hat sich mal wieder verrechnet. [….] In den vergangenen Tagen erklärte Trump mehrmals, wie er die Preise für Medikamente in den USA massiv senken will, teils um das Zehnfache. Ein hehres Ziel, keine Frage. Die Zahlen schinden Eindruck. Und doch schafft es Trump erneut nicht, sich mit der Realität zu begnügen, sondern lügt seinen Erfolg noch größer.

Am Montag betonte er: Die Medikamentenpreise sollen um "1000 Prozent, 1200 Prozent, 1300 Prozent, 1400 Prozent" oder noch mehr sinken. Mathematisch ist diese Aussage eine Unmöglichkeit, schlicht Unsinn.

Denn senken kann man einen Preis um höchstens 100 Prozent. Kostet ein Medikament 10 Euro und man senkt den Preis um 10 Euro, senkt man ihn um 100 Prozent. Die Prozentzahl bezieht sich immer auf den Ausgangswert, dieser liegt eben bei 100 Prozent. Mehr geht nicht, denn das Produkt wäre in diesem fiktiven Szenario bereits kostenlos.   [….]

(Dariusch Rimkus, 23.12.2025)


Ein besonders bizarres Beispiel faktenwidriger Wirrnis liefert heute der rechtsextreme Verschwörungstheoretiker und AfD-Berater David Berger, indem er auf seinem PP-Blog einen der größten Spinner der faschistoiden Szene loslässt:
David Cohnen.

[….] Irgendwo verortet zwischen Werteunion und AfD kämpft ein Mann seinen Kampf für eine Gesellschaft wie früher, und seine Waffe sind Tausende Mails an Fremde. David Cohnen ist Polit-Spammer. [….] Willkommen in der Welt von david_cohnen@gmx.de, in der ständig von der Gefahr durch Überfremdung geraunt wird, die CDU durch Merkel unwählbar geworden ist und er nach einer Alternative zu Parteien sucht, die nicht die Interessen des deutschen Volkes vertreten. [….] Denn David Cohnen belästigt massenhaft Deutsche mit unerwünschten Mails. Er ist so etwas wie der nigerianische Prinz. Die Betrügermasche mit der Aussicht auf eine Erbschaft war früher Dauergast in Postfächern, jetzt wandert David Cohnen in die Postfächer ein. [….] Aber wer ist David Cohnen? Genug E-Mail-Adressen, ihn das zu fragen, gibt es ja. Allerdings kommt von keiner eine Antwort. [….]  Die Spuren des Mannes, der so engagiert seine Meinung unters Volk bringt, reichen weiter zurück. Im Februar 2013 ging es für ihn unter einem Artikel von focus.de los, als er die niedrige Geburtenrate in Deutschland kommentierte. [….] [….]

(Lars Wienand, 29.12.2021)

Für den klerikalfaschistischen PP-Lügenblog „analysiert“ Cohnen nun die Parteipolitischen Umfragedaten der letzten fünf Jahren und extrapoliert sie maximal antiwissenschaftlich bis zum Jahr 2036.

[….] Das gemeinsame Kurvenmodell zeigt eine starke Divergenz der langfristigen Entwicklungen:

·        Die AfD entwickelt den stärksten Aufwärtstrend.

·        CDU und SPD verlieren kontinuierlich an Zustimmung.

·        Die Grünen stabilisieren sich und wachsen leicht.

·        Die FDP verbleibt auf niedrigem Niveau.

·        Die Linke etabliert sich nach ihrem Niveauwechsel oberhalb der SPD.

·        Das BSW stabilisiert sich im Bereich um 3 %.

Die Untersuchung stellt keine Prognose dar. Sie ist vielmehr eine grafische und mathematische Fortsetzung der beobachtbaren Kurvenformen unter der Annahme, dass deren jeweilige Grundrichtung erhalten bleibt. [….]

(PP, 20.06.2026)

Sie kennen keine Scham mehr.

Selbstverständlich hat das mit seriöser Demoskopie rein gar nichts zu tun. Niemand kann Wahlergebnisse auf 0,5 Prozentpunktegenau in zehn Jahren prognostizieren.

Bemerkenswert in Cohnens „Berechnung“ ist sein Trumpsches Scheitern an einfacher Prozentrechnung.

AfD, CDU, SPD, Grüne, Linke, FDP und BSW erreichen bei David Berger im Jahr 2036 gemeinsam 127,4%!

Ein Wunder!

Freitag, 19. Juni 2026

Wie soll man das als US-Amerikaner aushalten?

Natürlich weiß ich, wie Abhängigkeiten innerhalb der Republikanischen Partei funktionieren, wie der gemeinsame Hass auf Schwule, Schwarze, Migranten, Gebildete, Atheisten und Demokraten zusammenschweißt, wie die Furcht Vorwahlen zu verlieren, die Parteimitglieder zittern lässt.

Aber dennoch; wenn der eigene kultisch verehrte Anführer der Wirtschaft, dem Land und dem internationalen Ansehen tagtäglich so offensichtlich schadet; müßten sich nicht doch mal genügend Kongress-Abgeordnete finden, die ein Impeachment unterstützen? 


Nein, offensichtlich nicht. Sämtliche GOP-Abgeordnete haben operativ ihr Rückgrat entfernen lassen und sich anschließend stolz selbst die Testikel mit einer Kneifzange abgeknipst.

Über den verbrecherisch-debilen Charakter Donald Trumps und seiner Familie können keinerlei Zweifel mehr bestehen. Diese Tatsachen habe ich voll akzeptiert.

Aber auch nach zehn Jahren fällt es mir immer noch schwer zu begreifen, wie scheinbar mühelos IQ47 damit durchkommt. Wie er Medien und Justiz spielend als seine Werkzeuge einsetzt. Die Wirtschaft schlägt sich auf ohnehin auf seine Seite und selbst die üblicherweise lautesten Linksliberalen, die Künstler und Schauspieler in Hollywood, halten devot ihren Mund. Kein Trump-Kritik bei den Oscars. Fast jeder ordnet sich feige dem faschistischen Regime unter.

Wie soll man das als US-Amerikaner aushalten?

Die einzige Möglichkeit, den Schmerz zu lindern, besteht darin, andere stellvertretend und wortgewaltig den Frust herauszubrüllen.

Für mich erledigen das am besten Jonathan Pie:


und Luke:


Eine Wohltat!

Donnerstag, 18. Juni 2026

Brandmauer abgebrannt.

Die CDUCSU erreicht einen neuen außenpolitischen Tiefpunkt.

Wer bei Youtube  „Send them back EU“ in das Suchfenster eingibt, bekommt haufenweise rechtsradikale Accounts präsentiert – von der AfD, FPÖ oder beispielsweise der Reform UK – die grölend jubelnde Nazis und Konservative zusammen feiern sieht.


Europas Rechtsradikale im Glück, weil sie die EVP unter dem Vorsitz des CSU-Mannes Manfred Webers vollständig auf Faschismus-Linie brachten.

[….] Die #CDU/CSU machen mit den Rechtsextremisten im #EU-Parlament erneut gemeinsame Sache und stimmen für so genannte „Return Hubs“. Das ist ein beschönigender Begriff für „Konzentrationslager“ in Drittstaaten, in denen Menschen eingepfercht werden und in denen Asyl- und #Menschenrechte nicht überprüfbar sind. - Ein schwarzer Tag für #Europa. Und ein weiterer Kipppunkt für die CDU/#CSU  [….]

(Marc Raschke, 17.06.2026)

Alle Schwüre, die der Kanzler und CDU-Parteivorsitzende zur Abgrenzung zu den Nazis leistete, sind nun endgültig Makulatur. Friedrich Brüning lügt und reicht den Faschisten die Hand. Mit dem seit 100 Jahren bekannten Ergebnis: Schrumpfung der Konservativen, Salonfähigkeit der menschenrechtswidrigen Themen, immer stärker werdende Nazis, Bröckeln der Demokratie.

[…] Auf der Dachterrasse des EU-Parlaments in Straßburg sollen Sicherheitsbeamte am Mittwoch eine Feier zur neuen EU-Abschiebepolitik von AfD-Vertretern und anderen extrem rechten Abgeordneten beendet haben. Wie es aus dem Parlament heißt, habe der Sicherheitsdienst des Parlaments offenbar wegen der Lautstärke die Zusammenkunft aufgesucht, dann sei die Feier »schnell zu Ende« gewesen. Linke Politiker sprechen von einer »Abschiebeparty« der Rechtsextremen. […] Am Donnerstag gab es im Plenum im Zusammenhang mit der Feier am Vorabend eine Beschwerde. Ein Abgeordneter beklagte den hohen Alkoholkonsum extrem rechter Parlamentarier in der Plenarwoche. […] »Dass Rechte ihren Rassismus mit Alkohol auf der Dachterrasse des EP feiern, ist einfach nur eklig«, sagte Linksfraktionschef Martin Schirdewan dem SPIEGEL. Bei dieser Ansammlung von »Menschenrechtsfeinden darf die AfD natürlich nicht fehlen und zecht fröhlich mit ihren Kumpels mit«. Durch solche Ereignisse »wird die Würde des Parlaments massiv beschädigt, und deshalb fordere ich die Parlamentspräsidentin Metsola auf, solche rassistischen Events in Zukunft konsequent zu unterbinden«.

»Hinter dem Slogan ›Send them back‹ steckt eine rassistische Ideologie«, sagte der Grünenabgeordnete Erik Marquardt. »Es ist widerwärtig zu feiern, dass bald minderjährige Migranten ins Gefängnis gesteckt werden können.« Parlamentspräsidentin Metsola sollte »solche Veranstaltungen umgehend unterbinden«.[…]

(Timo Lehmann, 18.06.2026)

In der Innenpolitik war es schon länger offensichtlich. Nun aber zeigen die CDU-Politiker Merz und Wadephul auch außenpolitisch völlig ungeniert den Schulterschluss mit Faschisten.

Während sich Angela Merkel heute demonstrativ mit dem Demokraten Barack Obama trifft, unterwirft sich Merz willig dem Demokratiezerstörer Trump.

Die Merz-CDU kennt weder Scham noch Berührungsängste.

[…] Und plötzlich klang es im Hohen Haus der Europäischen Union wie auf einer Demonstration von Rechtsextremisten: »Send them back! Send them back!« wurde am Mittwoch gerufen, mitten im Sitzungssaal des EU-Parlaments. […] Wenige Sekunden zuvor hatten die Konservativen im Europarlament, zu denen auch CDU und CSU gehören, gemeinsam mit Rechten, Liberalen und anderen Abgeordneten die schärfsten Abschieberegeln  in der Geschichte der EU beschlossen. […] Die rechtsextreme ESN-Fraktion, in der die AfD die größte Gruppe ist, hatte den Änderungen zugestimmt – und erhob sich jubelnd von ihren Plätzen. Die AfD-Abgeordneten Arno Bausemer, Alexander Jungbluth, Irmhild Boßdorf und Siegbert Droese skandierten mit. […]  Sicher, sie durften im Vorfeld die Neuregelungen mit beraten, auch das war schon eine Grenzüberschreitung seitens der Konservativen, aber entscheidend waren die Rechtsextremisten bei dieser Entscheidung auf europäischer Ebene nicht.

Sie feierten dennoch. Denn sie feierten die Inhalte. Und darüber sollten, ja müssen sich die Konservativen, die immer wieder betonen, dass sie mit der völkischen, rassistischen und menschenverachtenden AfD aus Deutschland nichts zu tun haben wollen, Gedanken machen.

Gibt es ein Hadern, ein Nachdenken, wenn Rechtsextremisten die neue Richtlinie feiern, als hätten sie ihr eigenes Programm umgesetzt? Und wenn sie die Würde des hohen Hauses so beschädigen?

Bei CDU und CSU ist bislang nichts dazu zu hören. […] Doch während die CDU und CSU die Migrationspolitik auf Bundes- und auf europäischer Ebene massiv verschärfen, ist die AfD so erfolgreich wie nie zuvor, könnte ab Herbst das erste Mal auf Länderebene regieren.

Verwunderlich ist das nicht. Die Politik der Union hat die AfD zuletzt normalisiert. Denn sie hat, wenn auch ungewollt, das fatale Signal an ihre Wählerschaft gesendet, dass die AfD recht haben könnte – ausgerechnet bei ihrem Hauptthema Migration.

Dabei sollte man meinen, dass auch bei der Union inzwischen angekommen ist, dass ihr Plan, die AfD zu halbieren oder zumindest einzuhegen, indem sie besonders harte Migrationspolitik macht, nicht aufgeht. […]

(Ann-Katrin Müller, 18.06.2026)

Die stolze Demonstration von Gemeinsamkeiten mit den Nazis häuft sich bei CDUCSU-Toppolitikern gerade auffällig.

[…] CDU-Europaabgeordnete fordern zusammen mit der AfD die EU-Kommission auf, den Gewässerschutz zurückzufahren. Lob gibt's von der Pharmalobby. […] Konservative, Rechte und extrem Rechte im EU-Parlament haben die EU-Kommission aufgefordert, eine ambitionierte Wasserschutzregel abzuschwächen. Mit der sogenannten Kommunalbwasserrichtlinie, abgekürzt als „Karl“ bekannt, sollen sogenannte Mikroschadstoffe aus dem Abwasser geholt werden, darunter auch Ewigkeitschemikalien (PFAS).

Im Kern geht es bei Karl darum, dass Pharma- und Kosmetikkonzerne die Verbesserung von Kläranlagen mitbezahlen sollen, „Herstellerverantwortung“ genannt. Denn Karl verpflichtet Klärwerke, die das Abwasser von mehr als 150.000 Menschen säubern, zu einer neuen, vierten Reinigungsstufe, die Mikroschadstoffe und PFAS aus dem Wasser filtern soll. […] Das EU-Parlament hat sich nun dafür ausgesprochen, die Herstellerverantwortung so lange auszusetzen, bis die Auswirkungen der Richtlinie „umfassend überprüft“ sind. Dafür stimmte ein großer Teil der konservativen EVP inklusive der Unionsabgeordneten sowie die drei Fraktionen rechts der EVP, darunter auch die meisten AfD-Abgeordneten im EU-Parlament. Gegen die Aufweichung von Karl stimmten vor allem Sozialdemokrat*innen, Grüne und Linke. […] Ohne die Herstellerverantwortung „landet die Rechnung allein bei Kommunen, Verbrauchern und dem Mittelstand“, warnt Karsten Specht vom VKU. […] (Jonas Waack, 18.06.2026)

Der CDU-Außenminister imitiert ebenfalls deutlich sichtbar nationalistische Trump-Politik.

[…] Mit der »Rheinischen Post« sprach der CDU-Politiker über die Friedensbemühungen in der Ukraine und den Mittleren Osten. Wirkliche Neuigkeiten hatte Wadephul da nicht zu verkünden, aber dann lenkte die Interviewerin das Gespräch auf mögliche Konsequenzen aus der gescheiterten deutschen Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

[…] Wadephul wurde gefragt, was er zu Forderungen sage, Deutschlands Gelder für die Uno zu kürzen. […] Dann aber fügte Wadephul hinzu: »Natürlich wird sich der Bundestag im Haushalt einzelne Engagements genauer anschauen. Es kann nicht sein, dass wir einer der größten Beitragszahler sind und bei manchen Entscheidungen, auch im personellen Bereich, nicht berücksichtigt werden.« […] Das klingt wie eine Drohung, die deutschen Beiträge zurückzuschrauben oder zumindest zu überprüfen. Eine bemerkenswerte Kurskorrektur. […] […] Scharfe Kritik kam aus der Opposition. Die außenpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Bundestag, Deborah Düring, sagte dem SPIEGEL: »Dass sich Union und Wadephul nach der verlorenen Wahl immer noch wie beleidigte Leberwürste aufführen, ist unwürdig.« Statt mit Kürzungen bei den Uno-Beiträgen zu drohen, müsste Deutschland die Vereinten Nationen gerade jetzt auch finanziell stärken. »Denn das multilaterale System, von dem wir seit Jahrzehnten profitieren, steht durch Donald Trump, Wladimir Putin und Autokratien weltweit unter Beschuss. Wir müssen jetzt mehr denn je als verlässlicher Partner auftreten«, so Düring. […] Ob Wadephuls Klagen über mangelnde Repräsentation die Sympathiewerte Deutschlands wieder erhöhen, darf bezweifelt werden.  [….]

(SPON, 18.06.2026)

Zum Mitschämen. Statt an der Seite der Demokraten zu stehen und die Faschisten zu bekämpfen, rutschen CDUCSU der AfD auf allen Vieren schleimspurziehend hinterher.