Man wünscht sich natürlich den Befreiungsschlag; eine Katharsis.
Endlich einen Regierungschef und Minister, die den
Überblick behalten, proaktiv handeln, Orientierung bieten, genau erklären, was warum
zu unternehmen ist. Bei deren Pressekonferenzen man nicht immer zitternd
mitbangen muss, was sie jetzt wieder Dummerhaftes von sich geben, um die eigene
Lage noch zu verschlimmbessern.
Fest steht, Merz ist dafür der falsche Mann. Innerhalb
der CDU habe sich die Meinung durchgesetzt „Merz kann es einfach nicht“, analysierte
der heutige Presseclub zutreffend.
Deswegen habe er die Autorität innerhalb der CDU verloren
und deswegen wäre es ihm auch nicht mehr möglich solche Kamikaze-Aktionen, wie die
Attacken des rechten Freiherren von Stetten
(SPD-Minister rauswerfen) zu stoppen.
Tatsächlich spricht viel dafür, daß der Fritzekanzler auf
die ein oder andere Weise vor dem regulären Bundestagswahltermin 2029 gegangen
wird.
Vor noch nicht allzu langer Zeit fabulierte der
Sauerländer Simpel, mit dem Verweis auf die hervorragende Gesundheit seines
102-Jährigen Vaters Joachims, nach 2029 eine zweite Amtszeit anzustreben. Über
die physische Langlebigkeit mag er durchaus verfügen; seine 98-Jährige Mutter
lebt ebenfalls noch. Aber seine politische Unfähigkeit; so viel ist jetzt schon
sicher, wird definitiv verhindern, noch einmal als Kanzlerkandidat zur Wahl
anzutreten.
Zuzuschreiben hat er sich das selbst. Schon während der
Ampel-Regierung legte er mit seiner abstoßenden Arroganz den Grundstein für das
Scheitern seiner Kanzlerschaft.
[….] "Links ist vorbei"-Aussage sorgt
für Kritik
Auf den letzten Metern des
Wahlkampfes hat CDU-Chef Merz für Kritik seiner politischen Gegner gesorgt: Er
wetterte gegen "grüne und linke Spinner", die SPD wirft ihm Spaltung
wie ein "Mini-Trump" vor.
Eine Wahlkampf-Äußerung von
Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz sorgt für Kritik der SPD. "Links ist
vorbei. Es gibt keine linke Mehrheit und keine linke Politik mehr in
Deutschland", hatte Merz in München beim Wahlkampfabschluss seiner Partei
gesagt.
Er werde wieder Politik für
die Mehrheit der Bevölkerung machen, die gerade denke und "alle Tassen im
Schrank" habe - und nicht "für irgendwelche grünen und linken Spinner
auf dieser Welt", führte Merz aus. [….]
(Tagesschau, 23.02.2025)
Das war unflätig, aber vor allem dumm, weil ihm die Aussagen
nun vor der CDU-Basis auf die Füße fallen, nachdem er sie nicht einhalten kann.
Noch schlimmer wogen aber die falschen und unerfüllbaren
Erwartungen, die er mit seinen permanenten Lügen weckte.
Blitzartig würde es ökonomisch aufwärts gehen. Ohne neue
Schulden aufzunehmen, obwohl die Steuern massiv gesenkt und die Bundeswehr aufgerüstet
würde.
Das war selbstverständlich mathematisch unmöglich und so
ging die selbsternannte Jeanne d'Arc wider die Staatsverschuldung mit
EINTAUSEND MILLIARDEN EURO neuen Schulden ins Kanzleramt. Eine Billion, und das
wiegt viel schwerer, für die allermeisten Bürger auf unerklärliche Weise
einfach verschwunden ist.
Der einfache Wahlmichl stellt sich vor, mit einer Million
Millionen Euro, die man sich „aus der Zukunft leiht,“ wären die Staatsklassen
erst einmal wieder für Investitionen aufgefüllt. Stattdessen hören sie aus
Kommunen, Ländern und Bund immer nur „wir müssen sparen, es ist kein Geld da,
es muss massiv gekürzt werden, das können wir uns nicht mehr leisten, ihr müsst
mehr arbeiten, Gürtel enger schnallen.“
Wer kein ausgesprochener Polit-Nerd ist, versteht nicht,
wo der enorme zusätzliche Geldberg eigentlich geblieben ist. Liest aber
Meldungen, in denen das Ifo Institut sowie das Institut der deutschen
Wirtschaft (IW) der Bundesregierung vorwerfen, 95% des Sondervermögens für Sinnlosigkeiten zweckentfremdet
zu haben. Währenddessen werden massiv Industriearbeitsplätze abgebaut und die
Wirtschaft kommt nach anderthalb Jahren Merz nicht vom Fleck.
Es gibt keine Möglichkeit, einen offenkundig so
ahnungslosen Kanzler zu retten. Dazu brauche ich die aus meiner
linksgrünversifften Sicht katastrophale Klima-, Sozial-, Außen-, Gesundheits-
und Migrationspolitik gar nicht erst zu nennen. Ich hätte ohnehin niemals CDU
gewählt. Aber die Wirtschaftsaffinen aus dem schwarzbraungelben Spektrum senken
ebenfalls die Daumen, aufgrund des finanziellen und ökonomischen Desasters, das
die C-Minister anrichten.
Seine Cronies von der konservativen Presse
senken ebenfalls die Daumen. Der Mann sei nicht mehr zu retten, tönen sie bei der rechtslastigen WELT.
[…..] Merz in der Krise:
CDU-Abgeordnete zweifeln – Kanzlertausch-Spekulationen kehren zurück […..] CDU-Debakel
in Sachsen-Anhalt, AfD-Klage gegen Merz, Koalitionsstreit und miese
Umfragewerte: Die Bundesregierung steckt in der schwersten Krise seit ihrem
Antritt.
[…..] Einen Tag nach Merz‘
Statement gab ein hochrangiges CDU-Mitglied im Telegraph ein Interview: Der
Erdrutschsieg der AfD in Sachsen-Anhalt habe „gezeigt, dass [Herr Merz] es
nicht kann“. „Meiner Ansicht nach ist er für das Amt ungeeignet, das die
Einigung des Landes und die Lösung seiner Probleme erfordert“. Der Name des
Abgeordneten ist Tino Schomann, stellvertretender Vorsitzender der CDU in
Mecklenburg-Vorpommern. […..]
(Konstantin Ochsenreiter, Merkur, 13.09.2026)
Aus diesen konservativen merzophoben Stimmen spricht
natürlich die Angst um ihre geliebte CDU. Sie glauben, oder hoffen zumindest,
ein besserer Unions-Amtsinhaber könne den freien Fall der Christdemokraten
stoppen.
Das dürfte eine Illusion sein, denn für die allermeisten
Bundesbürger gibt es nicht nur das Personalproblem Merz, sondern generellen Frust.
„Die Regierung“, DIE CDU, DIE Politik befinden sich in Generalverschiss. Man
traut ihnen nicht und hört ihnen nicht zu.
Das zeigte sich in Sachsen-Anhalt exemplarisch, als so
viele Wahlkämpfer und Influencer im Ost-Volk unterwegs waren und denjenigen,
die sich immer beschweren, man höre ihnen nicht zu, ausdrücklich zu hörten. Als
sie denjenigen, die sich beklagten, man dürfe nichts mehr sagen, Mikrofon und
Kamera boten, um frei von der Leber zu sprechen.
Sie sind dazu aber weder willens, noch fähig. Es
funktioniert nicht, „die AfD zu entzaubern“, weil deren Wähler nicht für Fakten
und Argumente empfänglich sind. Sie glauben einfach nicht, was nicht in ihre
Gefühlswelt passt.
Weite Teile Deutschland sind durch Populismus, Bots,
Algorithmen und Social Media der Verblödung anheimgefallen und erwarten ganz
schnelle einfache Lösungen. Krieg mit der Ukraine beenden, billiges Gas aus
Russland, das doofe Klimathema beenden, Windkraftanlagen abschrauben, Ausländer
raus, billige Wohnungen für alle Biodeutschen, die eigenen Sozialleistungen
massiv erhöhen und Steuern streichen.
Nichts davon wird passieren, nichts wird funktionieren.
Aber da außer der AfD auch die CDU/CSU-Größen mit diesen populistischen Schnelllösungs-Sprüchen
(Kleine Paschas, Zahnarzttermine für Deutsche, Stadtbild) die meisten Wahlhirne
vergifteten, gibt es keine Geduld mehr für die Realität.
In Deutschland gibt es, im Gegensatz zu anderen Nationen,
ohnehin keine Hoffnungsträger.
(….) Fünftens
Ja, eine echte Lichtgestalt an
der Spitze, ein Sympath, der weite Teile des gemeinen Volks begeistert, könnte
tatsächlich die gesamte Politik aus der Agonie ziehen, die Stimmung im Land
vollkommen verändern.
Wie wir wissen, gibt es solche
begnadeten Polit-Talente, die weit über Partei-Grenzen geliebt werden, ja sogar
international ausstrahlen.
John F Kennedy, Rabin, Zoran
Đinđić, Nelson Mandela, Anwar El-Sadat, Helmut Schmidt, Bill Clinton.
In neuerer Zeit sind es Justin
Trudeau, Jacinda Ardern, Pedro Sánchez, Rob Jetten, Sadiq Khan, Abdul El-Sayed
und als absoluter Polit-Superstar Zohran Kwame Mamdani, der seit dem 01.01.2026
die größte Stadt der USA regiert und inzwischen nicht nur seine neun Millionen
direkten Untertanen elektrisiert, sondern in der gesamten USA gefeiert wird.
Attraktive junge Politiker,
halb so alt wie Merz, die mit Social Media aufgewachsen sind, über Empathie
verfügen, vor Ideen und Optimismus sprühen und dabei Leichtigkeit vermitteln,
Selbstironie und Humor einsetzen, können den Unterschied machen.
[….] New York City Mayor Zohran Mamdani (D)
is facing some steep challenges more than seven months into his historic
tenure, but New Yorkers show no sign of souring on him. A Siena College poll out last week found that
69 percent of New York City voters had a favorable view of Mamdani, a notable
jump from 58 percent in June. The latest figure narrowly topped his previous high
from January, when 68 percent of New Yorkers held a favorable view of their new
mayor. His numbers dipped to 56 percent in March before rebounding this month,
even as Mamdani has consistently polled above his recent predecessors.
Mamdani has brought the strong communication
skills and political instincts he displayed on the campaign trail to City Hall,
helping him retain public support as he navigates the challenges of governing.
But the first seven months of Mamdani’s mayoralty have not been without hiccups. [….]
(The Hill, 18.08.2026)
Idealerweise stellten CDU und
SPD auch einen Jetten und Mamdani zur Wahl. Gut möglich, daß die uns aus dem
Sumpf ziehen könnten, daß sie die AfD alt aussehen ließen.
Das Problem daran ist nur, daß
solche Megatalente mit so einem Charisma ohnehin selten sind und im deutschen
Bildungssystem ohne die angelsächsische Debattenkultur auch nicht
herausgebildet werden.
Wir haben solche Leute nicht. (…)
(Merz müsste weg, 07.09.2026)
Selbst wenn die CDU mit so einer Lichtgestalt aufwarten
könnte, wären die durch die völlig falsche CDU-Politik seit 2005 aufgestapelten
Probleme viel zu massiv, um die breite Masse des Volkes mitzunehmen.
Die AfD-Straßenfest-Besucher, die CSU-Bierzeltler, die
Monika Gruber-Jünger, die betrunkenen Aiwanger-Beklatscher, die
Pegida-Marschierer, die NIUS-Glotzer sind unter die notwendige Intellektualitätsschwelle
gefallen, die es für eine parlamentarische Demokratie mit ihrer Notwendigkeit
für Kompromiss und Debatte braucht.
Das könnten Wüst oder der manische Wurstfresser als
Kanzler auch nicht ändern.