Natürlich weiß ich das seit vielen Jahren und thematisiere es auch immer wieder
in diesem Blog; aber erstaunlicherweise erstaunt es mich doch, wie tolerant/zustimmend
Konservative und Christen auf K!nd€rf!ck€r reagieren.
Macht doch nichts. Sie sehen keinen Grund, solche Leute nicht zu wählen
und kommen nicht auf die Idee, Organisationen, die so etwas systematisch fördern,
zu verlassen.
Gestern sah man es wieder mustergültig bei Trumps State Of The Union. Der Mann im Zentrum des K!nd€rf!ck€r-Rings, der eine Million mal in den Epstein-Akten vorkommt, der vielfach des sexuellen Missbrauchs überführt ist, wird von den Republikanern enthusiastisch bejubelt. Immer wieder reißt es den ultrafrommen Mike Johnson von seinem Sitz vor Begeisterung für diesen Mann, immer wieder standing Ovations.
Heiner Wilmer, der neue Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz wird von katholischen Laien und insbesondere den progressiven Kräften der Kirche bejubelt.
Daß Wilmer in seiner Diözese, den Opfern seiner k!nd€rf!ck€nden Priester in den Rücken fiel? Och, macht doch nichts; waren halt nur Kinder.
[….] Beobachter schauen auch kritisch auf Wilmers Bemühungen um die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. »Wilmer hat die großen Hoffnungen der Missbrauchsbetroffenen in seinem Bistum leider nicht erfüllt «, sagt der Sprecher der Betroffenenorganisation »Eckiger Tisch«, Mathias Katsch. Dass der Bischof darauf beharrt habe, sich bei Entschädigungsverfahren auf die Verjährung von Sexualstraftaten zu berufen, habe viele vor den Kopf gestoßen. [….]
Nichts, das gegen ihn spräche – in den Augen der Katholiken.
Interessanterweise sind aber Christen und Konservative gerade diejenigen, die am meisten mit „Lebensschutz“ und „Kindeswohl“ und „Familienwerten“ hausieren gehen. Die dauernd irgendetwas verbieten wollen (Sexualaufklärung, Transsexuelle, Homoehe), weil es angeblich Kinder gefährde.
Ich hingegen, habe keine Familie, habe mich bewußt gegen eigene Kinder entschieden und mag Kinder auch nicht besonders. Bei Kleinkindern reagiere ich regelrecht pädophob und vermeide es, den Virenschleudern mit den klebrigen Fingern zu nahe zu kommen. Der größte Alptraum sind stolze junge Eltern, die mich auf einmal auffordern, ich solle doch ihr Baby auch mal im Arm halten. Ich finde die aber nicht süß und erkenne da keine wohligen Gerüche.
Das vorausgeschickt, will ich aber selbstverständlich nicht, daß auch nur ein einziges Kind auf der Welt leidet oder hungert. Ich wünsche mir für alle Kinder gleiche Chancen, Zuneigung und Freiheit von seelischen und körperlichen Beeinträchtigungen. Deswegen bin ich ein scharfer Kritiker der Genitalverstümmelung, lehne jede Form der Prügelstrafe ab, fordere ein strenges Lieferkettengesetz, um Kinderarbeit zu ächten und finde es inakzeptabel, täglich Kinder in Afrika oder dem Jemen verhungern zu lassen, weil wir als Staatengemeinschaft kein Geld für das World-Food-Programm ausgeben.
Deswegen plädiere ich dafür, Menschen/Organisationen, die Kinder quälen, hart zu sanktionieren. Organisationen, die wie die beiden christlichen Kirchen Deutschlands, hunderttausende Kinder in christlichen Heimen gequält und Myriaden Kinder durch Geistliche missbrauchen ließen, würde ich zum Wohle aller Kinder, für immer die Trägerschaft über Kitas und Schulen entziehen.
Ich finde, diese Forderungen sind eigentlich das Mindeste für jemand, wie mich, der persönlich lieber nichts mit Kindern zu tun haben möchte.
Aber auf der anderen Seite des politischen und gesellschaftlichen Spektrums stehen die Christen und Konservativen, die stets bis zuletzt gegen Kinderrechte kämpften. Für Prügelstrafe, Kinderarbeit, Genitalverstümmelung.
Konservative wollen die Strafmündigkeit in Deutschland auf 12 Jahre runtersetzen, schleifen das Lieferkettengesetz. Das Kinderschutzalter lag im Vatikan bis 2013 bei 12 Jahren. Über 12-Jährige durften verheiratet werden und galten sexuell erwachsen.
Wenn ich schon kein Fan von Kindern bin; wie sehr müssen Konservative erst Kinder hassen und verabscheuen, wenn sie so mit ihnen umgehen; so achselzuckend den Missbrauch an ihnen geschehen lassen und sich so demonstrativ weigern, Übergriffe gegen Kinder zu sanktionieren?
Frisches Beispiel ist Manuel Hagel, der BW-Spitzenkandidat der CDU, der sich 2018 sexualisierend über minderjährige Mädchen äußerte.
[…] Am Ende ist immer eine Frau schuld[…] Mein Körper war noch der eines Kindes, als ich das erste Mal sexuell belästigt wurde. Und wer schon einmal mit seiner Freundin, Mutter oder Tochter über das Thema gesprochen hat, weiß, dass es ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich geht.
Der bohrende Blick eines Mannes auf der Straße, der übergriffige Kommentar eines Lehrers, Pfiffe aus einem heruntergekurbelten Fenster. Wir alle haben es erlebt und erleben es noch immer. Es ist der Normalzustand in Deutschland, dass Mädchen schon in jungen Jahren sexualisiert werden.
Alles normal, könnte man also auch sagen, wenn man sich ein älteres Interview mit dem baden-württembergischen CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel anschaut.
Im Video-Gespräch mit „Regio TV Schwaben“ erzählt er dem Moderator von einem Termin, den er als Berufspolitiker hatte. „Ich war vor wenigen Wochen in einer Realschule bei uns im Wahlkreis. Eine Klasse, 80 Prozent Mädchen. Da gibt es für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.“
Beide Männer lachen Was er mit seiner Aussage meinte, verdeutlicht er kurz darauf: „Ich werde es nie vergessen, die erste Frage. Sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.“ Der Moderator wirft ein: „Die wird jetzt rot zu Hause, wenn sie das sieht grad hier.“ Beide Männer lachen.
Zwei erwachsene Männer, einer Journalist, der andere Politiker, lachen darüber, dass der Politiker Mädchen sexualisiert. Und das nicht einmal im privaten Kreis, sondern in einem aufgezeichneten Interview. So normal ist das. Und diese Normalität ist es, die uns schockieren sollte. […]
Anstatt sich bei den damaligen Schülerinnen, allen voran Eva, zu entschuldigen, wälzt er die Schuld auf eine andere Frau ab. Eine Frau, die es wagt, sein Fehlverhalten öffentlich zu kommentieren. Echte Reue und ein Lernen aus den eigenen Fehlern klingt für mich anders. […] wenige Tage vor der Baden-Württemberg-Wahl bleibt mir im Kopf: Wer möchte, dass sich das Normal verändert und die Körper unserer Kinder nicht mehr sexualisiert werden, der kann auf Männer wie Hagel nicht vertrauen. […]
(Carolina Schwarz, 25.02.2026)
Es ist bei Kirchen und rechten Parteien stets das gleiche Muster: Sexualisierung Minderjähriger, Kinderquälerei wird großzügig akzeptiert. Wer als Grabscher, Sadist oder sexueller Gewalttäter gegen Minderjährige auffliegt, wird demonstrativ geschont. Konsequenzen werden vermieden. Zukünftigen Tätern sollen die Türen geöffnet bleiben.
[…] Mehr als 100 Menschen sind seit 1945 in Einrichtungen des Franziskanerordens missbraucht worden. Eine neue Studie deutet das Ausmaß ihres Leids an - und wirft den Verantwortlichen systematischen Schweigen vor. […] Wie weit deren Wegsehen reichte, zeigt eine neue Studie des Münchner IPP-Instituts zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in den Einrichtungen des Franziskanerordens seit 1945. Die Studie ermittelte mehr als 100 Betroffene, die meisten von ihnen Kinder und Jugendliche - und 98 namentlich identifizierte Ordensmänner als Tatverdächtige. Das entspricht bei einer Gesamtzahl von 2.500 Franziskanern im Betrachtungszeitraum einer Täterquote von vier Prozent. Das Dunkelfeld halten die Studienautoren für um ein Vielfaches größer.
Kein einziger Fall sei aus den eigenen Reihen des Franziskanerordens aufgedeckt worden, sagte Studienautor Peter Caspari bei einer Pressekonferenz. Bis 2010 sei kein einziges kirchen- oder strafrechtliches Verfahren proaktiv von den Franziskanern veranlasst worden. Für das Schicksal Betroffener hätten sich Ordensverantwortliche bis 2011 in keinster Weise interessiert. Betroffenenvertreter Peter Krosch warf der Ordensleitung eine jahrelange Vertuschungspraxis und ein Wegducken vor. […] (Tagesschau, 25.02.2026)
Konsequenzen für die katholische Kirche, die diese Taten ermöglichte, werden gar nicht erst erwogen.


















