Da gibt es eigentlich keine zwei Meinungen mehr:
Obamas Irandeal, der Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), von
2015, gemeinsam ausgehandelt von den fünf ständigen
UN-Sicherheitsratsmitgliedern, der EU und Deutschland mit dem Iran, erforderte
enorm viel Expertenwissen und war besonders bedeutend, weil es sich nicht nur
um Absichtsbekundungen handelte, sondern ein Überprüfungsmechanismus
implementiert wurde.
Völlig überraschend konnten Trumps Golf-Kumpel und sein
Schweigersohn NICHT innerhalb von 24 Stunden in Pakistan einen viel besseres
Abkommen erzielen.
US-Präsident Trump kündigte den JCPOA 2018 aus drei
Gründen:
Erstens, weil er wahnsinnig dumm ist.
Zweitens weil er rasend vor Eifersucht, manisch jeden Erfolg
Obamas zerstören muss.
Drittens, weil er ein Rassist ist, der einem schwarzen
Präsidenten seine eingebildete „White Supremacy“ beweisen will.
Unnötig zu erwähnen, aber selbstverständlich richtete der
orange Verbrecher damit ein Desaster an.
Aber, es gibt kein Desaster, das Trump nicht noch
wesentlich verschlimmern könnte. Und so griff er gemeinsam mit seinem
kriminellen Kumpel Bibi Netanjahu den Iran an. Er diagnostizierte mehrfach die
totale Vernichtung der Iranischen Waffensysteme, das Ende der Iranischen
Atompläne, eine Übergabe des waffenfähigen Urans an die USA und einen Regimechange.
Er erreichte schließlich, das diametrale Gegenteil, weil
die Trump-Administration, im Gegensatz zu den vorherigen
US-Regierungsmannschaften, über keinerlei Expertise verfügt, ja nicht einmal
die Geographie kennt.
[….] »Fußweg nach Iran
möglich« Trump verortet Katar völlig falsch
Donald Trump erklärt dem
Emir von Katar die »gefährliche Position«, in der sich dessen Land befinde. Nur
hat er keine Ahnung, wo genau es liegt. Es ist nicht der erste geografische
Fehltritt des US-Präsidenten.
US-Präsident Donald Trump
führt Krieg in Nahost, doch seine geografischen Kenntnisse in der Region sind
mindestens mangelhaft: Erneut verortete er den Staat Katar am Persischen Golf
fälschlicherweise als Nachbarland Irans mit gemeinsamer Landgrenze. »Sie können
direkt über die Grenze gehen, also sind Sie in einer viel gefährlicheren
Position«, sagte Trump zu Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des
G7-Gipfels im französischen Évian.
Von Katar aus könnte man
nach Iran »buchstäblich laufen«, sagte Trump. Von »jedem anderen Ort« müsse man
nach Iran fliegen, nur von Katar aus sei der Fußweg möglich.
Katar ist eine Halbinsel am
Persischen Golf, die nur an Saudi-Arabien grenzt. Der Rest des kleinen Landes
ist von Wasser umgeben. Die Luftlinie nach Iran beträgt an der schmalsten
Stelle, getrennt vom Persischen Golf, etwa 200 Kilometer. Iran grenzt unter
anderem an den Irak, die Türkei, Afghanistan und Pakistan. [….] Trump
hatte schon vor und während seiner ersten Amtszeit als US-Präsident mit Fehlern
und Ausrutschern in Geografie für Gesprächsstoff gesorgt. Belgien bezeichnete
er einmal als Stadt, Albanien verwechselte er mit Armenien und das afrikanische
Namibia nannte er »Nambia«. [….]
(Spon, 16.06.2026)
Die Weltgegend rund um den Iran spielt allerdings auch
gerade gar keine Rolle für die USA. Man kann
wirklich nicht erwarten, dass sich ein US-Präsident damit beschäftigt, wo der
Iran liegt und welche Nachbarländer er hat!
Selbstverständlich kannte auch niemand die strategische
Bedeutung der Straße von Hormus und so schickte der Iran die Ökonomien der
Industriestaaten auf Talfahrt, hob die Energiepreise in den USA auf solche
Höhen, daß Trump im tiefsten demoskopischen Keller hockend, vor der Teheraner
Führung auf die Knie fiel und ihnen alles gab, wovon sie vorher kaum zu träumen
wagten.
[….] Trump kapituliert:
Sein „Iran-Deal“ ist nicht nur für Israel ein Debakel[….] Die USA und
der Iran haben eine eineinhalbseitige Absichtserklärung unterschrieben. Um
diese zu erhalten, musste der US-Präsident viele Zugeständnisse machen. [….]
Donald Trump hat (scheinbar) mit einem ersten Iran-Deal ein Problem gelöst,
das er selbst verursacht hat: Die Straße von Hormus soll wieder für den
internationalen Schiffsverkehr geöffnet werden. Das wäre eine Voraussetzung,
damit der Öl-Preis in den kommenden Monaten weltweit wieder fallen kann.
Doch alleine für diese vage
Zusicherung (Teheran behält sich weiter vor, Gebühren für die Durchfahrt von
Schiffen zu erheben) musste der US-Präsident unglaubliche Zugeständnisse
machen, der in seinem Wahn ursprünglich „nichts anderes, als die bedingungslose
Kapitulation” des Iran akzeptieren wollte. Nun geben die USA sofort zwölf
Milliarden an eingefrorenen iranischen Geldern frei, und während der für drei
Monate geplanten Verhandlungen noch einmal denselben Betrag. Dazu kommt ein
„Wiederaufbaufonds” von 300 Milliarden Dollar, den aber nicht die USA, sondern
die mit den USA verbündeten Golfstaaten bezahlen sollen, wie Vize-Präsident JD
Vance erklärte. Der Iran müsse sich dafür aber an seine „Verpflichtungen”
halten. Die USA haben für Trumps Krieg bisher etwa 70 Milliarden Dollar
ausgegeben. [….] Statt also die Chance zu nutzen, das
mittelalterlich-religiöse Regime in Teheran zu beseitigen – wie es Trump einst
auch den Iranern versprochen hat – werden die Mullahs erst einmal mit
Sanktionserleichterungen belohnt. [….] Über das ballistische
Raketenprogramm der Mullahs wird noch nicht einmal verhandelt. Und auch ein
mögliches Atomprogramm – einer der Gründe für den Beginn des Kriegs – kommt in
der Vereinbarung kaum vor[….]
Trump hat den Mullahs Werkzeuge an die Hand
gegeben, die sie vorher gar nicht hatten. Das macht sie in der Region
mittelfristig mächtiger, als sie es je waren. Dazu kommt: Trump zerrüttet –
ähnlich wie in Europa – die Bündnisse in der Region. Dass die USA die
Golfstaaten nicht wirklich militärisch schützen konnten, konnte jeder sehen.
[….]
(Christian Burmeister, 16.06.2026)
Trump reißt Bibi gleich mit den Abgrund. Der selbsternannte größte Freund Israels, hat Israel
brutal geschadet durch seine Doofheit.
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| Bernd Dörries, SZ, 16.06.2026 |
[….] Das Abkommen der USA
mit Iran wird in Israel als Katastrophe gesehen. Die Partnerschaft zwischen
Netanyahu und Trump ist wohl beendet. [….] Netanyahu steht als Verlierer da. Als
Größenwahnsinniger, der den Nahen Osten neu gestalten wollte, es aber nicht mal
schaffte, seinen Partner Donald Trump bei der Stange zu halten. [….] Das
Regime in Iran dagegen steht gestärkt da; es hat von den USA Konzessionen
erpresst. Im Gegenzug für die Öffnung der Straße von Hormus darf es, sobald die
Vereinbarung tatsächlich in Kraft tritt, wieder sein Öl verkaufen, erhält
eingefrorene Vermögenswerte zurück. Fast vergessen scheint, dass das Regime
gerade noch als Paria galt, nachdem es Tausende Demonstranten ermordet hatte.
[….] Schon jetzt kann man also sagen: Netanyahu hat das Versprechen nicht
erfüllt, die Gefahr einer iranischen Atombombe langfristig zu bannen. [….] Ein
Kollateralschaden ist zudem die Allianz zwischen Israel und den USA. Trump hat
sich bei der Aushandlung des Abkommens über den Widerstand Israels
hinweggesetzt und offenbar sogar den Libanon in die Waffenruhe eingeschlossen –
was Netanyahu bis zuletzt zu verhindern versuchte. [….] In Israel ist
die Meinung über das zwischen Iran und den USA geschlossene Abkommen einhellig:
Eine »Katastrophe« sei es, eine »totale Kapitulation«, ein »strategischer
Tiefpunkt«, eine »Gefahr für Israels Sicherheit«. »Schlechter Deal« lautete am
Sonntag die Schlagzeile der Tageszeitung »Yedioth Aharonoth«. Der Journalist
und Netanyahu-Lautsprecher Amit Segal zitierte einen anonymen »sehr
hochrangigen israelischen Offiziellen«, üblicherweise ein Codewort für den
Premier, bereits am Freitag mit den Worten: Der Deal sei »Shit«.[….]
(Juliane von Mittelstaedt, 16.06.2026)
Der ökonomische Zwerg Iran gewinnt gegen den planetaren
Primus USA.
Trump setzt seine allergrößte Macht ein; das US-Militär,
und holt sich von dem Paria-Staat am Golf eine blutige Nase ab. Immerhin dienen
die Fälle Kanada und Grönland/Dänemark, sowie jetzt auch der Iran, als
Beispiel, wie man mit dem irrlichternden senilen US-Präsidenten umgeht: Mit
Widerstand und Härte.
[….] Das Fiasko in Iran
verändert den Blick auf Trump. [….] Das angekündigte Abkommen zwischen
Teheran und Washington ist höchstens ein Kompromiss. Der US-Präsident hatte
keine andere Wahl mehr. Für die Europäer könnte darin eine Chance liegen. [….]
[….] Trump hasst ja bekanntlich solche Gipfeltreffen: zu viele Leute, zu
lange Gespräche, alles zu multilateral. Er muss also bei Laune gehalten werden,
sonst reist er wieder ab – oder er reist gar nicht erst an. Die Franzosen haben
deshalb unter anderem den Klimawandel aus dem Gipfelprogramm genommen: Den mag
Trump nicht. Entwicklungshilfe mag er auch nicht, darum ließ man auch die weg.
Alle nehmen dieses
infantile Gehabe des mächtigsten Mannes der Welt hin. Weil er eben der
mächtigste Mann der Welt ist und sich auch so aufführt. Den soll man nicht
brüskieren, dem widerspricht man nicht einmal, wenn er lügt. Trump behauptet
jetzt, dass sein Rahmenabkommen mit Iran ein großer Erfolg sei, ein Sieg, ganz
fantastisch. Er behauptet, sein Abkommen sei viel besser als das „schreckliche
Abkommen“, das damals, 2015, „Barack Hussein Obama“ unterzeichnet habe und das
den Iranern angeblich den Weg geöffnet hätte zur Atombombe. [….] Trump
bleibt Trump, und Einsicht ist nicht seine größte Tugend. Aber vielleicht hört
jetzt das jämmerliche Hofieren auf. Es bringt ohnehin nichts. [….]
(Oliver Meiler, 16.06.2026)
Einer allerdings begreift es nicht. Unser Fritze.
Der Bundeskanzler nimmt coram publico Anlauf, um tief in
Trumps Anus zu tauchen. Man kann es kaum ertragen, die Bilder zu sehen. Zum
Mitschämen, der Sauerländer Simpel.
[….] Die Szene hat großes
Fremdschampotenzial. Sie spielt sich am Dienstagvormittag beim G7-Gipfel ab, in
Évians-les-Bains, gelegen in Frankreich, am Südufer des Genfer Sees. [….] Gerade
hat Donald Trump den Saal betreten, nun drängen sich die Händeschüttler um den
US-Präsidenten. [….] Als die anderen von Trump ablassen und sich zu
ihren Plätzen begeben, nähert sich Merz noch einmal, fasst Trump am Arm und
holt dann rasch aus einer Aktenmappe einen flachen Gegenstand, eingewickelt in
Papier. Es ist das Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft, auf dem
Rücken beflockt mit dem Namen Trump und der Nummer 47. Weil Trump der 47.
Präsident der USA ist. Nachdem er bereits der 45. war. Es soll ein
nachträgliches Geburtstagsgeschenk sein, Trump ist gerade 80 geworden.
Merz steht da also und hält
Trump das Trikot hin, wie ein Kellner dem Gast im Restaurant die Weinflasche
präsentiert. [….] Trump nickt gnädig und gibt Merz die Hand. Dann nimmt
er das Trikot und bedeutet Merz, er solle noch kurz bleiben, um für Fotos zu
posieren.
Trump bleibt sitzen und
hält die Rückseite des Jerseys für die Kameras hoch. Merz steht daneben, eine
Hand auf der Rückenlehne von Trumps Stuhl, und nickt eifrig. Wie der
Klassenstreber, der dem Lehrer ein Geburtstagsgeschenk überreicht hat, bezahlt
vom eigenen Taschengeld.
Dann ist zumindest diese
Szene vorbei. Doch der Gipfel der Schmeichelei geht weiter. [….] Und
Merz? Mit einer Mischung aus Unterwürfigkeit und Geduld hatte er es erstaunlich
lang geschafft, einen einigermaßen guten Draht zu Trump zu halten – bis er sich
beim Besuch einer Schule despektierlich über Trumps Irankrieg ausließ [….] und
damit Trumps Zorn erregte: Merz wisse nicht, wovon er rede, kein Wunder, dass
es Deutschland so schlecht gehe. [….] Zumindest kann man es als gutes
Zeichen werten, dass Trump das Deutschlandtrikot vor die Kameras hielt. [….]
(SPON, 16.06.2026)