Dienstag, 21. April 2026

Was tun mit ihm?

Wie sehr wir alle am freien Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hängen, wurde außer im Weißen Haus, von jedem verstanden. Dort regiert der expandierende Wahnsinn. Trump zettelt Kriege an und setzt die Welt in Flammen. Männer, die die Welt verbrennen.

[….] Die USA hatten vergangene Woche damit begonnen, Schiffen die Durchfahrt durch die Meerenge zu versperren, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben. Iran sieht darin einen Verstoß gegen die Waffenruhe. Die übertriebenen Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten »keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen«, hieß es bereits am Wochenende aus Teheran. Trump machte unterdessen deutlich, dass er an der Maßnahme festhalten wolle.

Eine Aufhebung der Blockade werde es nicht geben, »bis ein Deal unterzeichnet ist«, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den US-Präsidenten aus einem Telefoninterview. [….] Am Samstag hieß es schließlich von einem iranischen Militärsprecher, man kehre wegen Trumps fortgesetzter Blockade zur »vorherigen Regelung« zurück: Kein Schiff passiere die Straße von Hormus, es sei denn, es habe die Genehmigung der Islamischen Republik. [….]

(Anna-Sophie Schneider, SPIEGEL, 20.04.2026)

Die Teheraner Mörder-Mullahs sind maximal unsympathisch.  Aber das was sie hier sagen, ist wenig Propaganda und sehr nah an den Fakten: Die USA machen wirklich alles falsch mit Trumps irrem Zickzack-Kurs. Und jeder auf der Welt weiß  inzwischen, daß Trumps Versprechen und Zusagen völlig wertlos sind, weil er eine Stunde später im McDonald-Delirium das Gegenteil behaupten kann. Der Wahnsinnige macht munter so weiter: Vernichtungs-Drohungen, wüste Beschimpfungen, Ultimaten, Aufhebung von Ultimaten, neue Ultimaten, Wutanfälle, Selbstlobeshymnen.

[….] STATEMENT OF PRESIDENT DONALD J. TRUMP:

[….]I have therefore directed our Military to continue the Blockade and, in all other respects, remain ready and able, and will therefore extend the Ceasefire until such time as their proposal is submitted, and discussions are concluded, one way or the other.   [….]

President DONALD J. TRUMP Apr 21, 2026, 10:09 PM

 

[…] Operation Midnight Hammer was a complete and total obliteration of the Nuclear Dust sites in Iran. Therefore, digging it out will be a long and difficult process. Fake News CNN, and other corrupt Media Networks and Platforms, fail to give our great aviators the credit they deserve - Always trying to demean and belittle - LOSERS!!!  […..]

Trump, 21.04.2026

[…] I’m winning a War, BY A LOT, things are going very well, our Military has been amazing and, if you read the Fake News, like The Failing New York Times, the absolutely horrendous and disgusting Wall Street Journal, or the now almost defunct, fortunately, Washington Post, you would actually think we are losing the War. [….]

Trump 20.04.2026

[….] The DEAL that we are making with Iran will be FAR BETTER than the JCPOA, commonly referred to as “The Iran Nuclear Deal,” penned by Barack Hussein Obama and Sleepy Joe Biden, one of the Worst Deals ever made having to do with the Security of our Country.   [….]

Trump 20.04.2026

[…] The Failing New York Times, FAKE NEWS CNN, and others, just don’t know what to do. They are desperately looking for a reason to criticize President Donald J. Trump on the Iran situation, but just can’t find it. Why don’t they just say, at the right time, JOB WELL DONE, MR. PRESIDENT, and start to gain back their credibility???

Iran has agreed to never close the Strait of Hormuz again. It will no longer be used as a weapon against the World! President DONALD J. TRUMP [….]

Trump 18.04.2026

Der Iran hält inzwischen die Trümpfe in seiner Hand. Für die USA gibt es nur noch sehr schlechte und katastrophale Szenarien.

Schuld ist einzig und allein Donald Trump.

Jede Regierungspartei, die auch nur halbwegs zurechnungsfähig ist, würde alles daran setzen, den gefährlichsten Mad King der US-Geschichte los zu werden, bevor er alles zerstört: Impeachment und/oder Artikel 25.

Bedauerlicherweise gibt es aber keine Regierungspartei mehr, sondern nur noch eine fanatische Todes-Sekte.

Bedauerlicherweise gibt es keinen Restverstand bei der GOP, sondern nur noch blinden Gehorsam zum orangen Messias.

Aber die Republikaner sind nicht untätig. Sie blicken auf ihren grell geschminkten Gott und handeln mit acht Maßnahmen:

[…] Here’s a concise bullet-point summary of the proposed House GOP measures pending to “honor” Donald Trump:

·        Carve Trump’s likeness into Mount Rushmore

·        Rename Palm Beach airport after Trump

·        Rename Washington Dulles International Airport after Trump

·        Require the State Department to award a “Trump Peace Prize”

·        Declare Trump’s birthday a federal holiday

·        Award Trump a Congressional Gold Medal

·        Create a $250 bill featuring Trump’s image

·        Pass resolutions urging Trump be awarded the Nobel Prize

·        Direct the NIH to study “Trump Derangement Syndrome”  [….]

(Aaron Parnas, 21.04.2026)

Montag, 20. April 2026

Glück und Pech – Teil II

Eigentlich bin ich wirklich fein raus.

Ich hatte eine Teenagerzeit in den 1980ern, als man noch ohne Internet und Klugtelefon lebte, als man seinen eigenen Stil kreierte, statt wie heute, durch Sozial Media nivelliert, im Einheitslook, wie mit den Altersgenossen geklont, herumlief.

Als man zur Selbstständigkeit erzogen worden war, man sich nicht pausenlos sämtliche Köperhaare epilieren musste, als Mann noch ohne Vollbart auf die Straße ging, man sich nicht tätowierte und piercte. Als es eine große Sache war, eine neue Schallplatte zu bekommen, weil man lange danach suchte, weil sie teuer war und man deswegen aufmerksam das gesamte Album und das Cover studierte, sich zum gemeinsamen Hören verabredete.

Die Kindheit in den frühen 1970ern war eine Draußen-Angelegenheit, bei der einen die eigene Phantasie antrieb, man sich ständig Neues ausdachte und die Eltern große Mühe hatten, einen abends zurück ins Haus zu holen und man oft bekundete, es sei nun wirklich nicht nötig, schon wieder gebadet zu werden, während man von Sand und Dreck starrend dastand, weil man wieder durch irgendwelche Gruben, Gebüsche und Tümpel gekrochen war.

Das Studium, als man erheblichen logistischen Aufwand und Teamarbeit brauchte, um zu recherchieren. Ewig in Bibliotheken hing, stolz das Gefundene photokopierte und mit Kommilitonen diskutierte.

Und dann kam die Scheiße mit den Computern.

Dem Internet. Den Mobiltelefonen. Social Media. Den Tech-Oligarchen, die unsere Welt systematisch verblödeten, mit ihren Algorithmen und Bots, mit Messengerdiensten und Hackern, die Bevölkerungen immer mehr gegen Minderheiten aufhetzten, Männer wie Trump und Milei und Johnson in Regierungsämter brachten. Die solche Shitstorms gegen Habeck und DIE GRÜÜÜÜNEN entfachten, daß der Urnenpöbel auf die glorreiche Idee kam, lieber die Fossillobbyisten Merz, Reiche, Spahn, Söder, Dobrindt ins Kanzleramt zu setzen, damit wieder auf Erdgas-Kraftwerke, Ölheizungen und Verbrennerautos gesetzt wird.

2020 (Covid), 2022 (Beginn Ukraine-Krieg), 2023 (Hamas-Terrorangriff auf Israel, Begin der Vernichtung Gazas), 2024 (Wahl Trumps, Ampel-Aus) waren schon wirklich wirklich schlecht. Aber mit Beginn der Regierungen Trump und Merz, den beiden radikalen Trottel-Zwillingen, wird die Apokalypse des Homo Sapiens endgültig nicht mehr aufzuhalten sein.

Ich habe aber alles richtig gemacht: Die Gnade der frühen Geburt, als Kurt Georg Kiesinger und Lyndon B. Johnson regierten. Keine Kinder, Single, alle Verwandten meiner Elterngeneration tot, keine Haustiere, keine Neffen oder Nichten, um die ich mich sorgen müsste. Meine Familien-Gene werden mit mir ohnehin aus der Geschichte ausgelöscht, also besteht keinerlei egoistische Notwendigkeit, weiter zu existieren.

Ob das Ende meiner Spezies durch Pandemie, Klimakollaps oder Krieg kommt, kann niemand mit Sicherheit sagen. Krieg oder Pandemie könnten die Angelegenheit erheblich beschleunigen, sind aber theoretisch vermeidbar. Das Aussterben durch die Erhitzung der Erde hingegen wird noch etwas dauern und es wird einige Millionen sehr Reiche geben, die sich mit technologischen Hilfen Jahre länger am Leben erhalten werden. Dafür ist der Klimatod aber unvermeidlich.

In jüngster Zeit sprechen aber mehr Indizien tatsächlich für den Atomweltkrieg, der bedauerlicherweise der gesamten Fauna schwer zusetzen würde, aber für Homo Demes immerhin den Vorteil hätte, vergleichsweise schnell und schmerzlos aus der Evolution ausgemendelt zu werden.

Der mächtigste Mann der Welt, der über den Einsatz tausender Atomwaffen gebietet, ist bedauerlicherweise endgültig verrückt geworden.

[….] »Wall Street Journal«-Bericht: Berater hielten Trump offenbar von Iran-Krisensitzung fern

Der Präsident habe »stundenlang« seine Berater angeschrien, als er vom Abschuss des US-Kampfjets erfahren habe, heißt es in dem Artikel weiter.

Trump soll demnach Angst gehabt haben, dass die Soldaten in die Hände Irans gelangen würden und es ihm wie Jimmy Carter ergehen würde; in dessen Amtszeit war 1979 die Erstürmung der US-Botschaft in Teheran gefallen, in deren Folge viele Amerikaner als Geiseln genommen wurden. [….]

(SPON, 20.04.2026)

Gerüchten zu Folge, wollte der US-Präsident bereits anfangen, die menschliche Zivilisation in den nuklearen Tod zu bomben und konnte nur noch im letzten Moment durch General Dan Caine aufgehalten werden.

[….] A retired CIA analyst has claimed that President Donald Trump attempted to invoke nuclear codes against Iran during an emergency meeting on Saturday, and that Joint Chiefs of Staff Chairman General Dan Caine stepped in to stop him. Larry C Johnson made the allegation on the 'Judging Freedom' podcast, hosted by former judge Andrew Napolitano, and has not been confirmed by any official source.

On the same podcast, Johnson said 'there is seriously something wrong with Trump.' The clip, amplified by political commentator Jimmy Dore on his verified X account, had accumulated over 545,000 views by 20 April 2026. The White House, the Pentagon, and General Caine's office have not responded to the claim.  [….]

(IBTimes, 20.04.2026)

Gegen einen Atomweltkrieg jetzt, habe ich also im Grunde nichts einzuwenden.

Aber eins ist blöd: Ich habe die letzten beiden Wochen verdammt viel Mühe damit gehabt, alle Unterlagen für meine letzten Steuererklärungen zusammen zu tragen und ewig mit meinem Steuerberater zusammen gesessen.

Den Aufwand hätte ich mir natürlich sparen können, wenn bald alle Homo Sapiens atomisiert werden.

Sonntag, 19. April 2026

Man bekommt, was man wählt.

Als Merz CDUCSU-Fraktionsvorsitzender und Dobrindt sein Stellvertreter waren, begannen sie den Krieg gegen Bürgerrechtsorganisationen, die sich für Demokratie, Umweltschutz oder Queere einsetzen. 551 Fragen lang war ihre „kleine Anfrage“ an die Scholz-Bundesregierung. Unterschrieben mit „Berlin, den 21. Februar 2025, Friedrich Merz, Alexander Dobrindt und Fraktion“, also wenige Tage vor der Bundestagswahl. BUND, Netzwerk Recherche, Greenpeace, Agora Energiewende gGmbH, Deutsche Umwelthilfe, Foodwatch, Animal Rights Watch, Peta Deutschland, der Amadeu Antonio Stiftung, Campact, attac und Ähnlichen sollte es an den Kragen gehen.

[….] An: Friedrich Merz, Alexander Dobrindt und die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag

Schluss mit dem Angriff auf NGOs und Medien! Keine Zensur durch die CDU!

Sehr geehrter Herr Merz, sehr geehrter Herr Dobrindt,

Ich bin zutiefst besorgt über Ihre parlamentarische Anfrage zur „politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“, die Sie einen Tag nach der Wahl eingereicht haben. Der zeitliche Zusammenhang zu Friedrich Merz’ diffamierender Äußerung über Demonstranten als „linke Spinner“ ist mehr als auffällig.

Drucksache 20/15035

Diese Anfrage stellt einen Angriff auf unabhängigen Journalismus und zivilgesellschaftliches Engagement dar. Organisationen wie Correctiv, Omas gegen Rechts oder Umweltverbände leisten einen essenziellen Beitrag zur Demokratie. Sie jetzt unter den Verdacht der „Parteilichkeit“ zu stellen, zielt offensichtlich darauf ab, unliebsame Akteure mundtot zu machen und ihnen finanzielle Ressourcen zu entziehen. Die 551 Fragen auf 31 Seiten erscheinen als völlig unverhältnismäßig. Übliche "Kleine Anfragen" bewegen sich zwischen 10 und 20 Fragen!  [….]

(Petition von Mirko Lange)

Die CDUCSU machten sich ehrlich und setzen in der Regierung das um, was sie forderten. Prien, Dobrindt und Ploß machen Organisationen, die sich für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Homophobie einsetzen, platt.

[….] Ansgar Wimmer hat ein besonnenes Gemüt. Mit drastischen Aussagen an die Öffentlichkeit zu gehen, ist für ihn untypisch. Und die Alfred Toepfer Stiftung, deren Vorsitzender er ist, finanziert sich vollständig aus eigenen Mitteln. Trotzdem meldet sich der Stiftungsvorstand nun, da das Bundesprogramm „Demokratie leben“ eingestellt werden soll, öffentlich zu Wort. Zu groß ist seine Sorge um eine langsame, aber beständige Erosion der Demokratie in Deutschland.

„Demokratie leben“, ein Förderprogramm für Demokratie-Projekte, für das in diesem Jahr rund 190 Millionen Euro Bundesmittel fließen sollen, wird laut Ankündigung von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zum Jahresende teilweise auslaufen. Rund 200 Projekte, etwa gegen Extremismus und Rassismus, sind von diesem Aus betroffen. Anschließend soll die Förderung umstrukturiert und unter neuen Richtlinien fortgesetzt werden. Nach welchen Kriterien die Projektförderung künftig abläuft, werde im Sommer feststehen.

Dieses Vorhaben unterstützt der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß (CDU) lautstark. Mehrfach hatte er sich für ein Ende der Förderung vieler NGOs (Nichtregierungsorganisationen) ausgesprochen – allerdings in einer Art und Weise, die nicht nur Ansgar Wimmer für besorgniserregend hält und scharf kritisiert.

„Demokratie leben“: Staat stoppt Förderung für NGOs – Ploß begrüßt Entscheidung

Auf Ploß‘ Social-Media-Kanälen erfahren seine Posts zum Thema breiten Zuspruch und hohe Abrufzahlen. Er schreibt etwa: „In den letzten Jahren wurden immer mehr Steuergelder an linke NGOs verteilt. Seit Langem setze ich mich als Bundestagsabgeordneter dafür ein, dass diese Praxis endlich beendet wird.“ Hart erarbeitete Steuergelder sollten vielmehr in Schulen, Polizei oder Investitionen in die Infrastruktur fließen, meint der Christdemokrat. Familienministerin Karin Prien habe bei der Überarbeitung der Förderprogramme „meine volle Unterstützung“, bekräftigte er gegenüber dem Abendblatt.  [….]

(HH Abla, 09.04.2026)


Die Union liefert das, was sie ankündigte und der Wähler dann bei der Bundestagswahl bestellte: Sie bereitet dem Hass und Rechtsextremismus in Deutschland den Weg.

[….] Kahlschlag bei der Demokratie-Infrastruktur!

Das Bundesfamilienministerium setzt den Rotstift an die Demokratie: Über 200 Projekte zum Schutz unserer Demokratie stehen vor dem Aus. Ministerin Karin Prien plant, die finanzielle Förderung von Demokratiearbeit drastisch zu kürzen. Mehrere Projekte müssen zum Jahresende ihre Arbeit einstellen – zu einer Zeit, in der Rechtsextreme einen Wahlerfolg nach dem anderen feiern und so viele rechtsextreme Straftaten erfasst werden wie nie zuvor  – wir erleben die Rückkehr der Baseballschlägerjahre

 

Die Sparpläne treffen auch uns. Bei der Amadeu Antonio Stiftung stehen zentrale Projekte auf der Kippe:

·        Hilfe für Betroffene rechter Gewalt,

·        Beratungs- und Informationsangebote für engagierte Menschen vor Ort in Schulen, Vereinen und Initiativen,

·        Monitoring, Aufklärung und Gegenstrategien zu Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit, vor Ort und im Netz

Was hier zerstört wird, hinterlässt gefährliche Lücken, die Rechtsextreme und Rechtsterroristen gezielt nutzen können. Menschen vor Ort verlieren zentrale Ansprechpartner*innen, Unterstützer*innen und Expert*innen. Betroffen sind über Jahre gewachsene Netzwerke, lokale Verankerung und vertrauensvolle Beziehungen.

Demokratiearbeit ist kein „nice-to-have“, sondern wesentlicher Bestandteil unserer Sicherheitsstruktur. Die Projekte verhindern Radikalisierung, stärken die wehrhafte Demokratie und unterstützen Betroffene. Ein Blick in andere Länder zeigt: Angriffe auf Zivilgesellschaft und Demokratiearbeit sind der Anfang vom Ende demokratischer Kultur.  [….]

(Amadeu Antonio Stiftung, 21.03.2026)

Auch beim Kampf gegen die verhassten GRÜÜÜÜÜNEN erneuerbaren Energien, liefern Merz und Söder genau das, was sie im Wahlkampf rauf und runter versprachen: Kahlschlag! Volle Kraft in die Vergangenheit. Verbrennermotor, Ölheizungen. Erdgas als Energieträger.

Der Blackrockmann aus dem Sauerland führt auch genau den Kampf gegen die Schwachen, den man von ihm erwartete, verteilt konsequent die Milliarden zu den Superreichen  - wie ihm selbst – um.

Danke für die Ehrlichkeit und Konsequenz, liebe CDUCSU.

Der Urnenpöbel bekommt das was er will. Er hätte schließlich auch Olaf Scholz oder Robert Habeck zum Kanzler machen können, die für eine ganz andere Richtung standen. Er hätte eine RRG-Mehrheit in den Bundestag schicken können.

Aber er wollte RECHTS und will auch immer noch rechts, wie die Landtagswahlen in Rheinland Pfalz und Baden Württemberg zeigten, wie alle Umfragen zu den kommenden Landtagswahlen zeigen.

In den USA gab es 2024 auch keine Unklarheiten. Alle kannten Trump, seine ständigen Lügen, seine Verurteilungen, seine sexuellen Übergriffe, seinen Rassismus.

Jeder konnte das Project 2025 lesen; darauf wiesen alle Demokraten rund um die Uhr hin.

Jeder konnte wissen, daß Trump 2016 von seinem Sieg selbst überrumpelt wurde, noch kein ausreichendes Netz aus Brownnosern um sich hatte, viele wichtige Posten mit altgedienten Republikanern und Militärs besetzte, die ihn ihm Zweifelsfall auch irrsinnige Ideen ausredeten, seinen Wahn etwas abmildern konnten.

Nicht ohne Grund hatten sich 40 der 44 engsten Trump-Minister- und Mitarbeiter seiner ersten Amtszeit vehement geweigert, ihn für eine zweite Amtszeit zu empfehlen. Sie wußten nach zwei Impeachments aus erster Hand: Der Mann ist eine Vollkatastrophe.

Jede sah, mit welchen extremistischen irren Spinnern sich Trump umgab, jeder war gewarnt: Sollte Trump noch einmal ins Weiße Haus einziehen, gäbe es keinen Widerspruch mehr. Die Project 2025-Strippenzieher der rechtsextremen Denkfabrik Heritage Foundation sorgen für das Personal.

77 Millionen US-amerikanische Wähler sagten „Ja, das wollen wird“ und bekommen nun genau den ökonomischen, moralischen, wissenschaftlichen, ökologischen und demokratischen Niedergang, für den sie stimmten.

Daher gab es auch kaum Wiederspruch, als Bibi seinen zum Scheitern verurteilten Angriffsplan auf den Iran vorstellte, den die drei vorherigen US-Präsidenten stets abschmetterten. Trumps Kabinett, Trumps Parlamentarier, die sich längst Liz Cheney und Adam Kinzinger entledigt haben, fielen ihm nicht in den Arm, als er losschlug.

Offenbar gibt es aber im Militär noch einige Restvernünftige, die im Pentagon zumindest die irrsten Wutanfälle des Tangerine Turds sabotieren, indem sie weniger Angriffsbefehle an den Nahen Osten weiterleiten.

Im Situation Room des Weißen Hauses mühen sich inzwischen selbst Trumps Chronies, den tobenden Spinner von den sensibelsten Abläufen fernzuhalten.

[….] A new bombshell report reveals that military leaders deliberately kept Donald Trump out of the Situation Room during critical moments of the Iran conflict because they feared he would interfere with the operation.

At the same time, Trump is openly floating the idea of awarding himself the Medal of Honor while once again threatening to bomb Iran’s civilian infrastructure as soon as this week. [….]

Here’s the news:

    A bombshell report by The Wall Street Journal describes a tense U.S. military operation to rescue a downed airman in Iran, alongside internal concerns about Donald Trump’s conduct at the time. According to the account, military advisers deliberately limited Trump’s involvement in the command center during the mission. They reportedly worried that his behavior—described as volatile—could interfere with decision-making during a high-risk operation, choosing instead to brief him only at key moments rather than provide continuous updates.

    The report also portrays Trump as highly agitated in the aftermath of Iran shooting down a U.S. aircraft. He is said to have spent hours expressing anger toward aides and focusing on the potential political consequences, including comparisons to Jimmy Carter and the 1979 hostage crisis. These concerns about his reactions contributed to the decision to restrict his direct, real-time role in overseeing the mission. [….]     The situation remained tense even after the rescue. Within hours, Trump publicly issued a strongly worded warning to Iran, escalating rhetoric and underscoring the high-stakes atmosphere surrounding both the mission and its political aftermath. [….] (Aaron Parnas, Substack, 19.04.2026)

Samstag, 18. April 2026

Buyers Remorse

Merz und Trump entwickeln immer mehr Gemeinsamkeiten.

·        Beide bringen kaum einen internationalen Auftritt zu Stande, bei dem sie sich nicht durch ihr unkontrolliertes Mundwerk blamieren.

·        Beide hassen Migranten, Arme und Queere.

·        Beide frönen der welttötenden Ideologie der Fossillobby.

·        Beide fügen ihre heimischen Wirtschaft durch antiwissenschaftlichen Unsinn schweren Schaden zu.

·        Beide wurden wegen ihrer angeblichen Wirtschaftskompetenz gewählt.

·        Beide erreichen immer neue Negativrekorde bei ihren Zustimmungswerten.

[…] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist laut einer aktuellen internationalen Umfrage der weltweit unbeliebteste Regierungschef. Das zeigt eine Erhebung des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts „Morning Consult“ vom Anfang April 2026, über die Euronews berichtet. Merz landet damit hinter Staatsmännern wie US-Präsident Donald Trump oder dem türkischen Machthaber Recep Tayyip Erdoğan. [….]

(FR, 15.04.2026)

Der erzkonservative Kolumnistin/Moderatorin Sarah Elizabeth Cupp, geb. 1979, „S.E.Cupp“, die sich selbst mit "mainstream conservative and a supporter of "limited government, self-reliance, self-empowerment, lower taxes" beschreibt, gehen ihre konservativen Freunde, die nun über die hohen Benzinpreise jammern, gewaltig auf die Nerven. Verständlich. Ich kann es auch nicht mehr hören, mit welcher Verve sich deutsche Bürger über die asoziale und anti-ökologische Politik zu Gunsten der 1% der Überreichen beklagen, während bei fast allen seriösen Umfragen bekundet wird, mit großen Mehrheiten (in einigen Bundesländern über 70%!) für den antisozialen Fossillobby-Block AfDCDUCSUFWFDP stimmen zu wollen.

Das trifft auch auf Deutschland zu! Merz, Spahn, Klöckner, Söder, Linnemann, Dobrindt sind seit Jahrzehnten bekannt. Jeder wußte, was er zu erwarten hat, wenn diese Typen die stärkste Fraktion im Bundestag bilden.

[….] She noted that Trump “does not know how to get us out of this war, and that is obvious" but he thinks that “threatening Iran into oblivion, threatening with genocide and war crimes, is going to nudge them into submission?”

Cupp then criticized former Trump allies who have recently spoken out against him over Iran, including former Georgia Representative Marjorie Taylor Greene and conservative commentators Tucker Carlson, Alex Jones and Joe Rogan, some of whom have suggested invoking the 25th Amendment.

While displaying articles about their criticism, she remarked:

    “Look at this bulls**t. Look at these idiots and a**holes! All the chickens are coming home to roost now—now, ten years in! Ten years in, when everything we said is happening!”

    “It was happening 10 years ago, OK? But we’re in the tenth year of this, proving that [Trump] is an absolute deranged, immoral, incompetent grifter who doesn’t know what he’s doing and doesn’t care about America.”

    “You’re just finally getting it? F**k you and your buyer’s remorse! Who would listen to you now? Who would listen to you—you got us here!"

    "You voted for him, you told everyone they have to vote for him, right? ‘It’s going to be World War III if you don’t vote for him!’ Give me a f**king break. No one cares what you have to say anymore. We told ya so.”  [….]

(Alan Herrera, 09.04.2026)

S.E. Cupp hat allen Grund auf die Spät-Renegaten sauer zu sein.

Ich bin auch sauer auf den Urnenpöbel. Erst zwingt er Rotgrün 2021 mit der Lindner-FDP zu regieren, die jede vernünftige Maßnahme blockiert, dann schrumpft er Grüne und Sozis 2025 in den Keller, so daß sie kaum noch Einfluss ausüben können, wählen somit die Fossillobby-Ideologie an die Hebel der Macht und jetzt jammern sie über hohe Spritpreise. Kaufen den Händlern die vorher verschmähten Stromer vom Hof und wollen Wärmepumpen.

You’re just finally getting it? F**k you and your buyer’s remorse! Who would listen to you now? Who would listen to you—you got us here!

Jetzt ist es zu spät, sich über die Merz/Reiche-Energiepolitik zu echauffieren. Mögen die AfDCDUCSU-Wähler an den Tankstellen bluten!

Im Grunde ist dies Stoff für eine schwarzhumorige absurde Komödie, die Tim Burton verfilmen könnte. Idiocracy Real Life.

Unglücklicherweise sind Merz und Trump aber die Regierungschefs der größten und drittgrößten Industrienation der Welt.

Während China konsequent und effektiv den Ausweg aus der Fossilfalle beschreitet, das Land elektrifiziert und massiv die erneuerbaren Energien ausbaut, verschlimmern Deutschland und die USA ihre Situation. Sie kämpfen buchstäblich gegen Windmühlen. Trump frönt dabei einer echten Obsession, seit ein Windrad ihm die Aussicht an seinem schottischen Golfplatz ruiniert und der Sauerländer Simpel schlicht „weil sie häßlich sind“!

Die Debilität der beiden Ü70-Geronten ist groß.

Dabei steckt die Menschheit des Jahres 2026 ohnehin in einer gewaltigen Patsche, aus der es keinen guten Ausweg mehr gibt. Selbst für hochkompetente, vernünftige Regierungschefs eine kaum zu lösende Aufgabe.

[…] Selbst im besten Fall geht es bergab

Der Iran-Krieg trübt die Aussichten für die Weltkonjunktur beträchtlich. In seinem neuen Ausblick warnt der Internationale Währungsfonds vor der „größten Energiekrise der Neuzeit“ und einer globalen Rezession.

Es sah wahrlich nicht schlecht aus für die Weltwirtschaft, einige wenige Monate erst ist das her. […] Seither ist die Welt zum wiederholten Male eine völlig andere – und die Konjunkturindikatoren weisen statt nach oben einmal mehr nach unten. Entsprechend düster kommt der neue, rasch noch einmal grundlegend überarbeitete Weltwirtschaftsausblick daher, den IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas am Dienstag zum Auftakt der gemeinsamen Frühjahrstagung von Währungsfonds und Weltbank vorstellte. Im schlechtesten Fall, also etwa bei einer Ausweitung der geopolitischen Streitigkeiten, halten die Experten sogar die „größte Energiekrise der Neuzeit“ sowie eine globale Rezession mit schwerwiegenden Wechselwirkungen rund um den Globus für denkbar. […] Da die politische Weltlage unübersichtlich und die Situation im Kriegsgebiet am Golf weiter extrem angespannt ist, legt sich der Währungsfonds in seinem Gutachten nicht wie sonst üblich auf eine Prognose fest, sondern arbeitet mit Szenarien: einem eher hoffnungsvollen, einem „ungünstigen“ und einem „schwerwiegenden“. Selbst im besten der drei Fälle fällt die Wachstumsvorhersage für das laufende Jahr pessimistischer aus als bei der letzten Aktualisierung der Prognosen Mitte Januar. Anders gesagt: Von einer Aufhellung der Konjunkturaussichten kann auch bei einer sehr optimistischen Betrachtung keine Rede mehr sein. […] Von politischem Aktionismus, etwa Markteingriffen oder allgemeinen Steuererleichterungen zur Senkung der Benzin- und Dieselpreise, rät der IWF in seinem Bericht dennoch ab. „Wo finanzielle Unterstützung als notwendig erachtet wird, um die Schwächsten vor extremen externen Schocks zu schützen, sollte sie gezielt, zeitnah und befristet erfolgen“, so der Währungsfonds,

[…] An die Politik richtete die IWF-Direktorin [Kristalina Georgiewa] einen dringenden Appell: „Verzichten Sie auf Alleingänge – Exportkontrollen, Preiskontrollen und so weiter –, die die globalen Bedingungen noch weiter destabilisieren können“, sagte sie. „Schütten Sie kein Öl ins Feuer!“  [….]

(Claus Hulverscheidt, 14.04.2026)

Beim ökonomischen Totalversagen ist leider noch lange nicht Schluß. Auch bei der Geopolitik debakulieren Trump und Merz geradezu atemberaubend. NATO-Chef Rutte tingelt mit devoten Ergebenheitsadressen durch die US-Newssender und lobt Trumps strategisches Geschick über den grünen Klee, während dieser dafür sorgt, den Welthandel in Hormus ganz auszuknipsen und dafür die Öl/Gas-Sanktionen gegen Russland aufhebt. Dank Trump werden frische Milliarden in die Kriegskassen Chameneis und Putins gespült.

 [….] Die wichtigste Frage der Welt ist im Moment diese: Ist die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr offen oder nicht? Können Tanker und Frachter, auf deren Ladungen ganze Volkswirtschaften existenziell angewiesen sind, die Meerenge gefahrlos passieren?

Man wüsste die Antwort gern, weil politisch und wirtschaftlich so viel daran hängt. [….] In Washington wiederum äußern sich drei Männern zu dieser Frage, deren außen- und sicherheitspolitische Kompetenz, um es höflich zu sagen, nicht unumstritten ist. Da ist ein Präsident, der vermutlich vor einigen Wochen noch dachte, die Straße von Hormus habe irgendwas mit diesem hellbraunen Kichererbsenbrei zu tun. Da ist ein Verteidigungs-, respektive Kriegs-, respektive Kreuzzugsminister, der glaubt, der Film „Pulp Fiction“ sei eine vertrauenswürdige Quelle für Bibelzitate. Und da ist ein Vizepräsident, der meint, dem Papst Nachhilfeunterricht in Theologie geben zu können. Und zu müssen.

Es gibt diverse Begriffe, mit denen man diese ebenso bizarre wie verfahrene Lage plastisch beschreiben könnte. Leider sind sie alle zu unappetitlich oder zu wenig jugendfrei, um sie in einer Familienpublikation wie der Süddeutschen Zeitung zu verwenden. [….] [….] Von „europäischer“ Sicherheitspolitik zu sprechen, ist ein genauso großer Euphemismus, wie von amerikanischer „Sicherheitspolitik“ zu reden. Alle improvisieren nur.

Alle? Nicht alle. In Moskau sitzt ein kriegstreiberischer Diktator, der sich freut, dass erstens der Ölpreis gestiegen ist und zweitens die Nato einen Nagel nach dem anderen in ihren eigenen Sargdeckel schlägt. In Peking sitzt ein Regime, das wirtschaftlich leidet, das aber trotzdem gelassen zuschaut, wie der größte strategische Rivale sich selbst demontiert. [….]

(Hubert Wetzel, 18.04.2026)

Freitag, 17. April 2026

Kollateralschäden.

Bei Kriegen leiden immer die Unschuldigen. Die „chirurgisch präzisen Schläge“ sind eine Illusion, um im Medienzeitalter Angriffskriege nicht so unpopulär, wie die Millionenmassaker in Vietnam, werden zu lassen.

Aber auch bei Trumps aktuellsten Irankrieg wurden gleich als erstes 168 kleine Mädchen gekillt.

[….] Nach dem Angriff auf eine Mädchenschule im Iran hat eine UN-Untersuchungskommission die Arbeit aufgenommen. [….]

Bei dem Angriff am ersten Kriegstag waren iranischen Angaben zufolge fast 200 Menschen getötet worden: 168 Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern. Die Schule liegt in Minab im Süden des Landes.

Medienberichten zufolge ist das US-Militär für den Angriff verantwortlich. [….]

(Die Zeit, 17.03.2026)

Das waren sicher nicht die von Hegseth und Trump erwünschten Schlagzeilen, jedoch kein politisches Problem für MAGA. Die US-Amerikaner reagieren bekanntlich völlig abgestumpft auf die täglich stattfindenden School-Shootings.

In den Monaten Januar-März 2026 fanden in den USA 98 Massenschießereien statt. Dabei gab es 115 Tote und 377 Verwundete. Wenn sich die MAGA schon nicht an hunderten amerikanischen erschossenen Kindern stören, können Iranische sie erst Recht nicht aufregen.

Trump erlitt aber auch Kollateralschäden, die ihn, im Gegensatz zu umgebrachten Zivilisten, durchaus stören:

Der Krieg ist sehr teuer. Selbst für die USA.

[….] The war in Iran costs America two billion dollars each day, says war budgeting expert Linda Bilmes—and will cost at least one trillion overall. [….]  By early April, the United States had more than 56,000 troops in the war zone (including some 50,000 on ships, military bases, and other installations, as well as 4,500 Marines and 2,000 troops from the 82nd Airborne), and the United States was considering deploying 10,000 additional ground troops.

We spoke with Professor Linda Bilmes, the Daniel Patrick Moynihan Senior Lecturer in Public Policy and a leading expert on public finance, about the financial cost of the war in Iran. [….]

Wars always cost more than expected. Throughout history, those who get into wars tend to be optimistic about the cost and about the length of time it will take. For example, Russia thought it could take control of Ukraine in a few weeks. President George W. Bush fired his economic advisor, Larry Lindsey, for predicting that the Iraq War might cost $200 billion (it ended up costing $5 trillion).

We see the same pattern with Iran. The Trump administration expected that this war would be over quickly and would be relatively inexpensive. According to the Pentagon, it cost $11.3 billion in the first three to five days—but that is an underestimate. According to my calculations, those first few days cost at least $16 billion. We are spending down munitions at an extraordinarily fast pace—to put it in perspective, we fired more Patriot missiles in the first four days of the Iran war than we have given to Ukraine over the past four years. […..]

(Harvard-Kennedy Law School, 07.04.2026)

Der Iran-Krieg verursacht enorme Preissteigerungen in den USA.

[….] Consumer prices spiked in March as the Iran war sent energy costs soaring and took the Federal Reserve further from its inflation target, according to a Bureau of Labor Statistics report Friday. Underlying inflation, however, was relatively tame.

The consumer price index increased a seasonally adjusted 0.9% for the month, putting the annual inflation rate at 3.3%, pushed by a 10.9% surge in energy costs. Both numbers were in line with the Dow Jones consensus. The annual rate was the highest since April 2024 and up from 2.4% in February. [….]

(CNBC, 10.04.2026)

Der Iran-Krieg ist natürlich bei Demokraten sehr unpopulär. Das kann Trump egal sein. Aber auch seine eigene MAGA-Basis wird täglich skeptischer.

[….] Even as Trump has leaned increasingly into a more militaristic and interventionist foreign policy, Americans have less confidence in him to carry that out.

The Pew poll features some pretty staggering charts and numbers:

·        The percentage of Americans who are not confident that Trump will make good decisions on Iran has increased from 50% during the 2024 campaign to 56% after the June strikes on Iran’s nuclear facilities to 64% in March.

·        We’ve seen similar increases when it comes to the war in Ukraine and dealing with China.

·        Only 66% of Republicans and GOP-leaning independents are at least “somewhat” confident in Trump’s handling of Iran.

Similarly, the CBS poll showed just 23% of Americans had “a lot” of confidence in Trump to make the right decisions about Iran. Another 18% had “some,” while about 6 in 10 had “not much” or “none.”

The war has exacerbated Trump’s inflation problem

Perhaps most politically troubling for Trump and the GOP ahead of the midterms is inflation, which just jumped amid the oil shock.

Americans were already down on Trump on that issue — and that’s worsened for him since the war started. The percentage of Americans who disapprove of his handling of inflation has been at 67%, 68%, 69% and 71% in recent polls.    […..]

(Aaron Blake, CNN, 15.04.2026)

Zu den eher unerwarteten Kollateralschäden des aktuellsten Trump-Krieges gehören drei erstaunliche Entwicklungen:

Erstens

Trump unterzieht die Loyalität der US-Katholiken, von denen ihn 57% zum Präsidenten wählten, einer Prüfung, indem er sich eine PR-Schlacht mit dem 70-Jährigen Geistlichen Bob Prevost aus Chicago liefert.

[….]  Der US-Präsident hat den Papst wegen dessen Kritik am Iran-Krieg persönlich angegriffen. Doch Trumps Wutrede schadet vor allem einem: ihm selbst. Denn Leo XIV. hat einen Plan - und klare Ziele.

Robert Barron ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Der Bischof von Winona-Rochester gilt innerhalb der katholischen Bischofskonferenz in den USA als rechter Hardliner und einer der letzten Gefolgsleute von US-Präsident Donald Trump. Noch kurz vor Ostern hatte er an einer bizarren Segnung des Präsidenten mitgewirkt, bei der Prediger aus der MAGA-Bewegung auch den Krieg gegen Iran als göttliche Mission verklärt und gesegnet hatten.

Doch nach Trumps Tirade gegen den Papst blieb auch Bischof Barron keine andere Reaktion als eine scharfe Distanzierung. Die Äußerungen seien "total unangemessen und respektlos" gewesen. Der Präsident schulde Leo XIV. eine Entschuldigung. [….]

(Arnd Henze, WDR, 15.04.2026)

Zweitens

Der unsägliche Pannenkönig Kriegsminister Hegseth, der sich zuletzt als internationale Lachnummer präsentierte, indem er bei einer Bibelstunden im Pentagon, versehentlich statt aus der Bibel, aus Tarantinos „Pulp Fiction“ predigte, …

…ist noch nicht einmal in der Lage dazu, die Menschen an Bord der US-Kriegsschiffe am Golf mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln zu versorgen.

Das Essen muss rationiert werden, die vorhandenen Portionen sind nahezu ungenießbar, um Zahnbürsten muss man sich prügeln.

Dabei weiß selbst ein maximal Marine-ferner Mensch wie ich, wie wichtig gerade auf Schiffen die Verpflegung für die Moral „der Truppe“ ist, die deswegen üblicherweise besonders gut versorgt wird.

Drittens

Was über Jahrzehnte nahezu undenkbar schien, erreichen Trump und Netanjahu nun gemeinsam: Die Amerikaner wenden sich von Israel ab. Nicht zuletzt, weil immer mehr prominente jüdische US-Bürger und Politiker, sowie jüdische Organisationen lautstark gegen Bibi demonstrieren, sich mit muslimischen Bürgerrechtlern verbünden und für Palästina eintreten.

[….] Traditionell genießt Israels Regierung in Washington überparteiliche Unterstützung. Spätestens seit dem Sieg im israelisch-arabischen Sechstagekrieg 1967 ist das Land eine tragende Säule  der US-Sicherheitsstrategie im Nahen Osten. Waffenlieferungen, Geheimdienstkooperationen und enge politische Abstimmung sind Normalität. [….] Mitte der Woche lehnte der US-Senat einen Vorschlag des Linken Bernie Sanders, die Lieferung von Militärbulldozern an Israel zu missbilligen, zwar mit 59 zu 40 Stimmen ab. Doch dass sich 40 demokratische Senatoren für einen Lieferhalt aussprechen, ist bemerkenswert. Das sind mehr als 80 Prozent der Fraktion. Im November 2024 hatte ein ähnlicher Entwurf von Sanders lediglich 18 Jastimmen mobilisiert. Der Senator nannte  das jüngste Ergebnis eine »Verschiebung«, die »widerspiegelt, wo das amerikanische Volk steht«.

  

Laut einer Umfrage  des Pew Research Center aus dem März, dem Monat nach dem Angriff auf Iran, haben parteiunabhängig 60 Prozent der Amerikaner ein negatives Bild von Israel. Unter Menschen, die den Demokraten zuneigen, sind es 80 Prozent. Es ist ein starker Anstieg im Vergleich zu früheren Erhebungen. Er geht mit einem Vertrauensverlust gegen Netanyahu einher. [….]  »In der Machtstruktur der amerikanischen Politik, auch im Kongress, ist die Idee weitverbreitet, dass Kritik an Israel antisemitisch sei«, hatte der frühere demokratische Abgeordnete Andy Levin vor der jüngsten US-Wahl dem SPIEGEL gesagt. Wie Bernie Sanders ist Levin Jude und ein Kritiker der Netanyahu-Regierung. Eine große Rolle spiele die Lobbygruppe AIPAC (American Israel Public Affairs Committee). Sie gibt in Wahlkämpfen Millionen aus , um Konkurrenten von Kandidaten zu unterstützen, die ihrer Ansicht nach nicht proisraelisch genug sind. Bestimmte Positionen seien deshalb im Diskurs faktisch »nicht erlaubt«. Er sei »dämonisiert« worden, sagte der Ex-Synagogenvorsitzende Levin, der sich selbst als Zionisten bezeichnet. [….] Nicht nur aus Trump-Abneigung zweifeln viele Amerikaner daran, dass der Konflikt in ihrem Interesse ist und nicht eher in Israels. In der aktuellen Pew-Umfrage sagten auch 41 Prozent der den Republikanern zugewandten Befragten, sie blickten negativ auf Israel. Bei Konservativen unter 50 Jahren sind es sogar 57 Prozent. [….]

(Cornelius Dieckmann, 17.04.2026)

Es ist selbst für Trumps Verhältnisse ein enormes Desaster, das er mit diesem Krieg angefangen hat.

Oder wie er es selbst ausdrückt:

[….]  Trump fantasiert vom „perfekten“ Krieg [….] bezeichnet. Bei einem Auftritt in Las Vegas verteidigte Trump am Donnerstag seine Wirtschaftspolitik und rechtfertigte den Militäreinsatz. „Wir übertreffen alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land Iran“, prahlte Trump. [….] Trump behauptete: „Der Krieg in Iran verläuft reibungslos.“ Und: „Er dürfte ziemlich bald zu Ende sein.“ Trotz steigender Energiepreise, Tod und Zerstörung sowie Sorgen über die Zukunft der Nato und des Nahen Ostens sei der Krieg „perfekt gewesen“, sagte Trump und lobte dabei die Stärke des US-Militärs. [….]

(taz, 17.04.2026)

Donnerstag, 16. April 2026

Das wollen die Wähler definitiv nicht – Teil II

Nachdem ich mich gestern dem demoskopischen Niedergang der sehr rechten CDUCSU widmete, nun ein kleiner Blick auf das Spektrum links der Mitte.

Was wollen eigentlich die Wähler, die nicht rechtsideologisch, xenophob oder destruktiv denken? Mit der Merz-Kleiko sind sie – verständlicherweise – extrem unzufrieden. Sie wollten aber bei der letzten Bundestagspartei partout nicht die bis dahin stärkste Bundestagspartei SPD und bis dahin klar dominierende Kraft des RRG-Lagers wählen. Die Sozis stürzten bekanntlich auf 16,4% ab.

Die Signale des Souveräns an die Sozialdemokraten sind so widersprüchlich, daß sie als Wählerauftrag völlig unbrauchbar sind.

Der größte Hass schlägt der SPD entgegen, wenn sie sich nicht gegen CDUCSU-Pläne durchsetzt und vermeidlich „rechte Politik abnickt“. Das einzige Mittel, mit dem sich die SPD-Fraktion in der Regierung besser durchsetzen kann – nämlich mehr Sitze – beschnitt derselbe Wähler aber massiv.

Der Wählerwille an das Willy-Brandt-Haus lautet also: Seid sehr stark und seid sehr schwach!

Koalitionen und Kompromisse sind die Wesensart unserer parlamentarischen Demokratie. Allein der Wähler bestimmt das Kräfteverhältnis in der Regierungskoalition.  Dieses wurde am 23. Februar 2025 wie folgt festgelegt: 120 Sitze SPD und 208 Sitze CDUCSU. Das bedeutet, die CDUCSU soll sich, gemäß des Wählerwillens, in zwei von drei Fällen durchsetzen. Dabei handelt es sich bereits um die aus linker Perspektive günstigste Regierungskoalition. Es existiert ebenfalls eine rechnerisch stärkere schwarzbraune Mehrheit aus CDUCSU (208) und AfD (152) mit 360 von 630 Stimmen.

Angesichts des Stärken-Verhältnisses von ~ 2:1 (Union zu Sozis) in der Koalition, konnte die SPD mit sieben von 17 Ministerien, überproportional viel erreichen. Mit lediglich 16% stellt sie drei „große“ Minister (Klingbeil, Bas, Pistorius); mit Hubig sogar ein viertes „klassisches Ministerium“.

Letztlich können Gesetze aber nur beschlossen werden, wenn sie eine Mehrheit im Plenum bekommen. 120 von 630 Sitzen sind keine Mehrheit, liebe SPD-Hasser von links.

Wenn das Parlament wie heute, mehrheitlich dagegen stimmt, Schwarzfahrer ins Gefängnis zu stecken, obwohl die eigene SPD-Justizministerin diese Idee angeschoben hatte, tobt wieder die linke Wut. „Verräter“ schallt es durch die linken Blasen. Und ja, auch ich ärgere mich natürlich, weil Gefängnisstrafen absurd teuer für den Staats sind.

Aber, willkommen zurück in der Realität. Die SPD regiert in einer Koalition, in der selbstverständlich „Koalitionsdisziplin“ herrschen muss. Anderenfalls könnte man sich das Vorhaben schenken. Die stärkste Fraktion würde alle Minister stellen (sofern sie jemals eine Kanzlermehrheit zusammenbekäme, aber dafür stünden die Nazis bereit), SPD (sowie Linke und Grüne) hätten gar keinen Einfluss mehr und Merz müsste sich bei jedem Gesetz neue Mehrheiten suchen. Chaos und Unregierbarkeit wären garantiert. Es muss also Koalitionsverträge geben. Die Koalitionsabgeordneten, die rechtlich nur ihrem eigenen Gewissen verpflichtet sind, also niemals gezwungen werden dürfen, wie sie abstimmen, wissen aber um den Wert des vertragstreuen Verhaltens. Sie können in Einzelfällen davon abweichen; wie es einige schwarze Abgeordnete im Fall Brosius-Gersdorf taten. Aber dies führt zu schweren Beben der Koalition. Man kann das nur ganz selten tun, wenn die Koalition nicht platzen soll. Also sind alle Abgeordneten immer wieder „gezwungen“ für eine Maßnahme zu stimmen, die sie eigentlich ablehnen. Oder gegen einen Gesetzesentwurf zu stimmen, den sie befürworten. Das ist das Wesen des Kompromisses, den unsere Verfassung immer dann erzwingt, wenn der Wähler keine absoluten Mehrheiten verteilt. Es ist also kein „Verrat“, wenn eine Partei gegen ihre eigenen Interessen stimmt, sondern notwendig und richtig für das Wohl des Volkes. Ein „Verrat“ an den Prinzipien wäre es, wenn die SPD mit absoluter Mehrheit allein regierte und ohne Koalitionszwang, rechte Politik umsetzte. Absolute SPD-Mehrheiten gab es im Bund aber in den letzten hundert Jahren nicht. Die Sozis müssen immer Kompromisse suchen.

Jeder einzelne Abgeordnete ist dabei gefordert zu bestimmen, wo seine persönliche Grenze liegt. Es gibt selbstverständlich Dinge, die so wenig mit dem Gewissen zu vereinbaren sind, daß man dem Koalitionsdruck widersteht. Der Wähler ist gefordert, seine Volksvertreter so auszuwählen, daß sie diese Gewissensentscheidungen treffen. Wenn man sich dem Koalitionswillen verweigert, weil man wie bei der Besetzung des Verfassungsgerichts sinisteren rechtsradikalen Verschwörungsblogs folgt, führt das zu schweren Erschütterungen des Vertrauens, belastet die Zusammenarbeit im Kabinett enorm.

Das muss aber nicht so sein. Es gibt immer wieder einzelne Abgeordnete, die ausführlich mit ihrem eigenen Gewissen ins Gericht gehen, gegen die eigene Regierung stimmen und dieses Verhalten in persönlichen Erklärungen nachvollziehbar begründen. Dies ist honorig und wird allgemein akzeptiert. Dabei geht es aber eher um grundsätzliche ethische Erwägungen oder Fragen von Krieg und Frieden. Nicht ums Schwarzfahren!

Es sind die gleichen Leute, die auf Bluesky empört auf die SPD eindreschen, weil sie entlang der Koalitionslinie gegen die Schwarzfahr-Entkriminalisierung stimmte, die ebenfalls allergisch auf jeden Streit in der Regierung reagieren.

Auch das ist der (linksliberale) Wählerwille: Die Regierung darf auf keinen Fall streiten und die SPD soll auf jeden Fall ihren Willen erstreiten.

Sie darf nicht brav abnicken und darf nicht aufmucken, während sie aber unbedingt endlich gegen Merz und Dobrindt aufmucken soll und nicht immer so brav sein soll.

Die Harmoniesucht breiter Wählerschichten scheint im politischen Betrieb unangebracht und hochgradig naiv. Dafür sind diese Leute Spitzenpolitiker, daß sie mit allen legalen und parlamentarischen Methoden die Agenda, für die sie gewählt wurden, durchsetzen. Die sympathischen Eigenschaften, die ich mir von einem persönlichen Freund wünsche – Sensibilität, Zurückhaltung, Empathie – sind hinderlich im Bundestag. Erfolgreiche Volksvertreter müssen persönliche Robustheit, Hartnäckigkeit, Penetranz, Misstrauen, Eitelkeit mitbringen. Sie müssen ins Rampenlicht drängen, dürfen nicht zimperlich sein. Sympathisch ist das nicht und es muss Grenzen geben. Es besteht keine Notwendigkeit, unanständig mit Mitarbeitern umzugehen, andere zu demütigen, wie es viele Politsadisten der CDUCSU gern tun. Söder, Seehofer, Kohl, Merz, Reiche und insbesondere Schäuble waren/sind legendär für ihren perfiden Umgang mit „Parteifreunden“. Ihnen bereitet es sadistische Freude, andere „fertig zu machen“. Solche Charaktere sind bei RRG glücklicherweise seltener, aber die Sozis müssen natürlich charakterlich robust genug sein, um tagtäglich mit den Spahns und Klöckners und Merzens umzugehen.

Der Souverän wünscht sich in allen Umfragen „Klartext-Politiker“, die schonungslos die Wahrheit sagen und nicht in wolkigen Phrasen daherreden. Politiker sollen durchsetzungsstark handeln.

Aber Politiker, die so sprechen – wie Peer Steinbrück – werden nicht gewählt, sondern lieber die Konkurrentin Merkel, von der man bis heute nicht weiß, was sie eigentlich wollte, weil sie nur wolkige Allgemeinplätzchen von sich gibt.

Noch schlimmer ergeht es Politikern, die so handeln, wie gewünscht. Die sich nicht ängstlich wegducken, sondern tatsächlich vieles umsetzen – wie Gerhard Schröder – die werden gehasst und abgewählt.

Insbesondere in den Merkel-Koalitionen I, III und IV war die SPD legendär dafür, still, effektiv und fleißig, die Koalitionsvorhaben abzuarbeiten. Ihre Minister waren die Kraftzentren des Kabinetts. Gedankt wurde es ihnen nie. Lieber läuft der Urnenpöbel den unseriösen Schreihälsen Merz, Söder und den AfDlern hinterher. Die werden gewählt, obwohl sie in der Praxis gar nicht liefern.

Am letzten Wochenende, in der Villa Borsig, machte sie SPD alles richtig.

Hinter den Kulissen, Auge in Auge mit den CDUCSU-Vertretern wurden die Samthandschuhe ausgezogen. Sie stritt energisch, beharrte auf ihren Essentials, konnte die größten Brutalitäten der Union abwehren. Es ging zu, wie bei den Kesselflickern.

[….] Beim Spitzentreffen zwischen CDU, CSU und SPD am Wochenende in der Villa Borsig waren die Konflikte offenbar deutlich grundlegender als bisher bekannt. Sogar ein Abbruch und eine Vertagung der Verhandlungen am Tegeler See hatten zeitweise im Raum gestanden, [….] Das hätte bedeutet, dass die Koalition nach stundenlangen Gesprächen ohne Ergebnis auseinandergegangen wäre. Weil aber allen Beteiligten klar gewesen sei, dass man ohne Entlastungssignal nicht vor die Bürgerinnen und Bürger hätte treten können, habe man sich am Ende zusammengerauft, heißt es aus Regierungskreisen. [….]  Aus der Union war während der Verhandlungen über die »Bild« die Forderung lanciert worden, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu reduzieren und einen Karenztag einzuführen. Beides gilt innerhalb der SPD als inakzeptabel, die Forderung wurde als Provokation gewertet. Auch hatte die Union die Abschaffung des gesetzlichen Feiertages am 1. Mai ins Spiel gebracht. Sozialdemokraten nahmen das als Affront wahr. [….] Umgekehrt war die SPD unter anderem bei der Gesundheitsreform nicht bereit, konkrete Reformzusagen zu machen, wie die Union sie sich gewünscht hätte. Auch das Beharren der SPD auf eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne hat aus Unionssicht die Verhandlungen unnötig verkompliziert. SPD-Chef Lars Klingbeil sei getrieben von den Parteilinken und Gewerkschaften, lautet ein Vorwurf.

Die SPD besteht darauf, dass es eine Zusage von Bundeskanzler Friedrich Merz gegeben habe: Würde die EU eine entsprechende Regelung zur Übergewinnsteuer beschließen, würde man sie mittragen. Am Ende fand dieser Kompromiss auch Eingang ins Verhandlungsergebnis. [….]

(SPON 14.04.2026)

Der Streit fand genau dort satt, wo er hingehört: Auf der Sachebene, nicht zur Inszenierung vor den Kameras. Die SPD konnte, relativ zu ihren mickrigen 16%, viel erreichen und verhielt sich auch anschließend mustergültig.

Sachlich und ruhig vertritt sie jetzt die gefundenen Kompromisse.

Die Wähler regieren mit purem Undank.

Die SPD sei nur ein willfähriger Anhang der CDU. „Danke für nichts“.

Die SPD wird dafür gehasst, wenn sie streitet, die SPD wird dafür gehasst, wenn sie nicht streitet.