Sonntag, 29. März 2026

Die Chaos-Agenten

Wenn man Deutschland sehr feindlich gesonnen wäre und das bevölkerungsreichste, wirtschaftlich dominierende EU-Land irgendwie niederringen wollte, ohne militärische Gewalt anzuwenden, macht man das am besten wie in so einem Hollywood-Alien-Verschwörungsfilm. Man tauscht einfach die wichtigsten politischen Entscheidungsträger durch fiese Formwandler/Echsenmenschen/Parasiten aus.

Diese agieren fürderhin unauffällig aus dem Inneren des Systems. Täuschen Business As Usual vor, treffen aber in Wahrheit jede Entscheidung strikt nach dem Kriterium, den größtmöglichen Schaden anzurichten. So löst sich das ganze System scheinbar von selbst auf, ohne daß es eines äußeren Aggressors bedarf.

Das mag verschwörungstheoretisch klingen, wird aber längst professionell eingesetzt. So konnte ich einen atheistischen Top-Agenten unter dem ALIAS „Woelki“ als Kölner Metropolit einschleusen und sehe nun begeistert zu, wie er Jahr für Jahr Myriaden Kirchensteuer-Pflichtige aus der Kirche treibt. Er ist der wertvollste Säkularisierungsagent, den meine atheistische Weltverschwörung, tief im Herzen des Katholizismus einschleusen konnte und der bis heute sein systematisches Kirchenzerstörungswerk fortsetzt: Die Kölner Doppel-Null Rainer-Maria W.

(….) Eine solcher Leuchtturm ist der Kölner Held mit dem kleinen Hut, der es als atheistischer Top-Agent vermag, im Alleingang Myriaden zahlenden Kirchenmitglieder aus der RKK zu vertreiben.

(….) Unser wertvollster Agent, ein schwerer Zerstörer der TVE-Mixa-Klasse, bleibt nach der der Beförderung Ratzingers am 31.12.2022 weiterhin der Kölner Metropolit.

(….) Umso erfreulicher, daß Papst Franziskus mit Rainer Maria Kardinal Woelki, 66, am 11. Juli 2014 einen so wirkungsmächtigen Säkularisierungsbeschleuniger zum wichtigsten und reichsten deutschen Metropoliten machte. Als Kölner Erzbischof vermochte es Woelki, erst in Köln und dann bundesweit, die Terminvergabe für Kirchenaustrittsgesuche kollabieren zu lassen! Dank seiner Leistung unterschritten protestantische und katholische Kirche zusammen bereits 2022 die 50% Grenze und stellen nun erstmals seit vielen Jahrhunderten eine Minderheit in Deutschland.

Woelki ist mein Held und ich werde ihm für seinen Einfallsreichtum immer dankbar sein.

Langsam steigen in mir aber Sorgen um meinen Helden auf. Könnte mir nach Dyba, Mixa, TVE und Meisner etwa auch Woelki vorzeitig genommen werden?

Es spricht eigentlich wenig dafür, denn der Stellvertreter Gottes setzte ihn mit seiner unfehlbaren Weisheit nach einer kurzen Zeit des hochbezahlten Chillens (mit B11 auf Steuerzahlerkosten) am Aschermittwoch, dem 2. März 2022, wieder in seine Amtsgeschäfte ein. Ein Unfehlbarer kann nicht irren und daher wäre es schwierig für Matteo Bruni, den Direktor der Pressestelle des Heiligen Stuhls, wenige Wochen später zu erklären, Bergoglio habe da wohl Mist gebaut und nun müsse Woelki doch gehen.

Aber die braven Kölner Katholiken sind in derartiger Aufruhr gegen ihren verhassten Kardinal, daß selbst die treuesten der Treuen, Geistliche, wie Laien; jede Zusammenarbeit mit dem Kardinal verweigern.

Ein Oberhirte, der so verachtet wird, daß noch nicht mal Katholische Priester mit ihm zusammen gesehen werden wollen, ist für mich persönlich zwar äußerst amüsant, aber ich mache mir ernsthafte Sorgen, der Vatikan könnte doch noch einknicken und den Mann absägen. [….] [….] Welch ein Dilemma für den Vatikan. Köln ist nach dem Bistum Rom die zweitreichste Diözese dieses Planeten. Geldströme sind wichtig und so kann Bergoglio nicht zusehen, wie dieser Säkular-Agent die Gläubigen verjagt. Er muss Woelki abberufen, wenn er nicht ganz Deutschland dem Atheismus vorwerfen will.

Der Papst hat aber andererseits bereits entschieden, Woelki im Amt zu lassen. Würde er sich auf Druck des Fußvolkes umentscheiden, wäre das ein ungeheuerlicher Präzedenzfall, der seine umfassende Allmacht unwiederbringlich ramponierte. Wenn das Schule macht, könnten überall auf der Welt, Gläubige ihren Bischof boykottieren, bis sie einen anderen bekommen. Also kann Bergoglio Woelki gar nicht abberufen.  (…..)

(Sorge um Köln, 07.09.2022)

Zum Glück ist der Kardinal der Herzen, Eminenz Woelki weiterhin aktiv uns einfallsreich. Mit diabolischer Perfidie setzt er den Opfern und Zeugen des sexuellen Missbrauchs durch seine Priester zu.

Ein ähnlicher Erfolg gelang den Linksgrünversifften mit ihrem CDU-Doppellnuller Kai Wegner, der höchst effektiv mit einer Kaskade aus Peinlichkeiten und immer mehr aufgeflogenen Lügen, die Wahlchancen der Berliner CDU ruiniert.

Die Doppelnullagenten Woelki und Wegner dienen offenkundig einem edlen Zweck und verdienen unser aller Dankbarkeit.

Aber wer hat eigentlich die Sabotage-Bots Dobrindt, Söder, Spahn, Weimer, Reiche und Merz eingeschleust?
Und wieso werden sie nicht enttarnt? Agieren die nicht viel zu auffällig? Müsste man nicht auch in der CDUCSU längst misstrauisch geworden sein? Ist es nicht viel zu offensichtlich und plump, wie jeder in seinem Bereich daran arbeitet, das für Deutschland allerschlimmste Ergebnis zu erreichen?
Wie Weimer geradezu handstreichartig, die gesamte deutsche Kulturszene plattmachen will?
Wie Dobrindt auf die dringend benötigte Zuwanderung von mindestens 400.000 Menschen pro Jahr blockiert, indem er Deutschland immer unattraktiver macht und die Fachkräfte vergrault?

Wie Reiche geradezu manisch auf Öl und Gas umsteuert, während Deutschland aus geopolitischen, klimatischen und ökonomischen Gründen genau das Gegenteil tun müsste? Wie sie aktiv die parasitären Fossilkonzerne fördert? Auf mehr Benzinverbrauch und mehr CO2-Emissionen dringt?


[….] Bundesministerin gegen Übergewinnsteuer

Katherina Reiche dringt auf Erhöhung der Pendlerpauschale

Mit den Worten „Die Ökonomie kennt keine Übergewinnsteuer, und die Ökonomie kennt auch keine Übergewinne“ lehnt Reiche eine Belastung der Ölkonzerne ab. Sie stellt sich damit gegen Finanzminister Klingbeil. [….]

(Taz, 28.03.2026)

Wie Merz in atemberaubender Frequenz den Zusammenhalt der Bevölkerung zerschlägt?

(….) Er ist für alle Bürger zuständig und sollte nicht mehr, wie ein garstiger Parteiführer, alle anderen niedermachen soll. Stadtbild. Leute zu faul. Kein deutsches Brot in Tansania. Keiner will in Belém sein. Zahnarzttermine nur für Syrer. Homosexualität ("Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht –, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion."). Vergewaltigung in der Ehe soll straffrei sein. Frauen müssen für Abtreibungen bestraft werden; Männer nicht. (…)

(Der Kanzler sinkt jeden Tag tiefer, 25.03.2026)

Wie Merz 1.000 geliehene Milliarden Euro kontraproduktiv dafür umleitet, mehr klimazerstörende Gase zu produzieren? (Flugbenzinsteuerbefreiung, Agrardieselsteuer, Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale, Ölheizung,..)

 

Wieso fällt keinem auf, daß der Bundeskanzler offenbar von einem feindlichen Wechselbalg ersetzt wurde, der nun mit der diebischen Freude eines Deutschland-hassenden Metamorphs die Axt an unsere Zukunft anlegt?

[….] Die Grünen im Bundestag haben Erwägungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert, Kohlekraftwerke womöglich länger am Netz zu lassen. „Kanzler Merz sollte sich nicht an den alten Möhren festklammern, sondern besser seine Energieministerin zum Arbeiten bringen“, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michael Kellner, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. „Was Deutschland braucht, sind neue gesicherte Stromleistungen über wasserstofffähige Gas-Kraftwerke und Batteriespeicher“.

Merz hatte am Freitag den Fahrplan für den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis spätestens 2038 infrage gestellt. „Wir werden möglicherweise laufende Kohlekraftwerke länger am Netz lassen müssen“, sagte er bei einer Veranstaltung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.  [….]

(Tagesspiegel, 28.03.2026)

So dreist wurde ein Amtseid nie konterkariert.

Freitag, 27. März 2026

Trumpfantino

Fußball ist ganz schlimm; aber Fußball-Weltmeisterschaften ersparen viel Zeit; dazu wurde hier schon alles gesagt.

Da Christoph Schwennicke im April 2013 Fußball so wunderbar charakterisiert hat, muß ich das in einzelnen nicht selbst formulieren, sondern schließe mich dem an und lese seine Suada noch einmal genüsslich.

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.

[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.

Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.

[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)

Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber es soll hier niemanden etwas vorgeschrieben werden. So wie ich das Recht habe, auf Fußball zu verzichten, darf natürlich jeder andere so viel Fußball spielen, so viel Fußball angucken, wie er möchte.

Es wäre allerdings fairer, diejenigen, die sich nicht dafür interessieren, rennenden Multimillionären hinterher zu glotzen, auch nicht zur Finanzierung heranzuziehen.

Für die Übertragungsrechte der letzten Fußball-WM in Katar, zahlten öffentlich-rechtliche Sender von unseren Gebühren einen üppigen dreistelligen Millionenbetrag an die hochkorrupte Infantino-FIFA.

Über 200 Millionen Euro für eine Männer-WM; an der mehr als 85% der Deutschen kein oder wenig Interesse zeigten.

Die Fußballweltmeisterschaft 2026 ist aber nicht nur wegen der absurden Finanzierung zu Lasten einer nicht interessierten Mehrheit zu kritisieren.

Inzwischen wandelte sich die US-Veranstaltung zu einer antidemokratischen, menschenfeindlichen Propagandabekundung. Gianni Infantino, Boss der FIFA, die von der UEFA getragen wird, die vom DFB getragen wird, der von alle deutschen Fußballvereinen getragen wird, stellt sich demonstrativ unterstützend hinter den Kriegstreiber, Vergewaltiger, Kinderquäler, Rassisten, Lügner, Sadisten, Verbrecher und Kriminellen Donald Trump.

[….] Eine britische Menschenrechtsorganisation wirft dem FIFA-Präsidenten Infantino wegen dessen Verhältnis zu US-Präsident Trump Verstöße gegen den Ethikkodex des Fußball-Weltverbands vor. Die Organisation FairSquare schickte nach der vielfach kritisierten Verleihung des neuen FIFA-Friedenspreises an Trump bei der Auslosung für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr einen Beschwerdebrief an die Ethikkommission der FIFA. Konkret wirft die Organisation, die sich unter anderem mit Sportpolitik und Rechten von Arbeitern befasst, dem Schweizer Infantino eine Verletzung der politischen Neutralität vor. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte FairSquare die eingereichte Beschwerde und sprach von vier Brüchen der FIFA-Regeln durch Infantino in den vergangenen Monaten.

Unter anderem bezieht sich FairSquare auf einen Instagram-Beitrag von Infantino am 9. Oktober, in dem der 55-Jährige im Zuge des Israel-Konflikts schrieb, dass Trump „für sein entschlossenes Handeln zweifellos den Friedensnobelpreis“ verdiene. Die Organisation beruft sich auf den vierten Artikel der FIFA-Statuten, in denen es heißt, dass der Weltverband politisch neutral bleiben müsse.  […..]

(Deutschlandfunk, 09.12.2025)

Der FIFA-Mann kennt keinerlei Schamgefühl und trat sogar mit roter Trump-Eselskappe in seinem berüchtigten Despoten-Rat auf.

[….] Die FIFA geht eine Partnerschaft mit dem von US-Präsident Donald Trump gelenkten "Friedensrat" ein. [….] Der erste Aufschlag gehörte dem Präsidenten der FIFA. Bei Instagram verkündete Gianni Infantino am frühen Donnerstagabend deutscher Zeit (19.02.2026), dass der von ihm geführte Verband und das vom US-Präsidenten diktatorisch geführte "Board of Peace" eine "wegweisende" Partnerschaft unterzeichnet hätten. [….] Ein paar Stunden später meldete die FIFA dann offiziell die "Strategische Partnerschaft".   [….]

(Sportschau, 21.02.2026)

Trump und die FIFA tun gar nicht erst so, als ob sportliche Fairness irgendeine Rolle spielte. Es soll einen Veranstaltung für Reiche und Weiße werden. Tickets kosten bis zu 14.000 Euro und die FIFA will rund eine Milliarde Euro allein mit Tickets einnehmen. Durch Lizenzen, Werbung, Merchandising und Übertragungsrechte, raffen Infantino und die FIFA ein Vielfaches an sich.

Der Klima-, Demokratie-, Kultur- und Weltwirtschaftskiller Trump sorgt unterdessen dafür, daß die People Of Color draußen bleiben.

[….] Fans from several countries participating in this summer’s World Cup must deposit up to $15,000 in bond payments to be granted a tourist visa to enter the United States, [….] The “Visa Bond Pilot Program” relates to 50 countries, five of which have qualified for the World Cup. The policy has impacted nationals from Algeria, Cape Verde, Senegal and the Ivory Coast since January 21 this year. Last week, World Cup participants Tunisia were among the countries added to the list, which comes into effect from April 2. Cape Verde — an archipelago of only 525,000 people — has qualified for the men’s World Cup for the first time in its history.

A U.S. State Department spokesperson told The Athletic that all applicants, regardless of age, are subject to the same legal standards and must demonstrate they qualify for and intend to comply with the terms of a visa. They added that those who depart the U.S. in a timely fashion before their visa expires will recover their money, while they also said the visa bond requirement is not retroactive and does not apply to holders of existing valid visas. [….] FIFA president Gianni Infantino has repeatedly claimed this summer’s men’s World Cup in the U.S., Canada and Mexico will be the “most inclusive” in the competition’s history. [….]

(The Athletic, 25.03.2026)

Wer Trump und Infantino, also die FIFA und die GOP unterstützt, indem er an der WM teilnimmt, Fanartikel kauft, den Übertragungen Einschaltquoten beschert, Tickets kauft, oder in die USA reist, macht sich mitschuldig.

Donnerstag, 26. März 2026

Das ideale Missbrauchs-Umfeld

Wer pädosexuell veranlagt ist, wer ephebophil, bzw hepephil veranlagt ist, hat zunächst einmal Pech. 

[….] Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz und bedeutet, dass man sich sexuell zu Kindern mit einem vorpubertären Körperschema hingezogen fühlt. Körperlichen Merkmale sind beispielsweise fehlende Scham- und/ oder Achselbehaarung, kleine Genitalien, was meist auf Kinder bis ca. 11 Jahren zutrifft. Menschen mit einer hebephilen Neigung empfinden das jugendliche (pubertäre) Körperschema als sexuell ansprechend. In diesem Alter sind die Geschlechtsteile beispielsweise schon leicht entwickelt und Brustansätze erkennbar.

Wie bei jeder Präferenz ist auch bei der Pädo- und Hebephilie der Wunsch nach sexueller Lustbefriedigung nur ein Teil der Sexualität, denn auch der Beziehungsaspekt spielt eine zentrale Rolle. Für viele Betroffene ergibt sich ein Leidensdruck dadurch, dass die gewünschte Sexualität nicht ausgelebt werden kann. [….]

(BMJ, kein Täter werden)

Ich verfüge über nicht genügend Expertise, um zu beurteilen, ob solche Triebe angeboren sind, oder ob sie durch zugefügtes Leid erst ausgelöst werden können. Haben Missbrauchsopfer eine höhere Tendenz, als Erwachsene selbst zu Tätern zu werden? Gibt es einen statistisch relevanten Zusammenhang, oder ist das nur Halbwissen aus US-Krimiserien: Sexualstraftäter, die als Kind selbst vergewaltigt wurden? Erschwerend kommt hinzu, daß die Grenzen sehr schwimmend sind. Auch Menschen, deren sexuelle Präferenz weitgehend auf Erwachsene ausgerichtet sind, können offenbar zu Kindervergewaltigern werden.

[….] Pädophilie und Hebephilie sind keinesfalls mit sexuellem Kindesmissbrauch gleichzusetzen. Dennoch muss beachtet werden, dass eine solche Neigung einem Missbrauch vorausgehen kann und deswegen eine gute Verhaltenskontrolle unerlässlich ist.

Die Mehrheit des sexuellen Kindesmissbrauchs geht von Menschen aus, die eigentlich sexuell auf erwachsene Sexualpartner ausgerichtet sind. Nur die Minderheit der Taten gehen auf eine pädophile Motivation zurück.

Schätzungen zufolge sind 12% der Taten sexuellen Kindesmissbrauchs der Justiz bekannt und somit im juristischen Hellfeld. [….]

(BMJ, kein Täter werden)

Wie hoch ist eigentlich die Anzahl derjenigen Menschen, die ausschließlich oder zusätzlich zu Erwachsenen auch von Kindern und Jugendlichen sexuell so erregt werden, daß sie fähig wären ihnen Gewalt anzutun? Die Schätzungen reichen von 0,8 über 3 bis 9% der Männer.

[….] Sexuelle Präferenz

Die sexuelle Präferenz sind die individuellen sexuellen Vorlieben eines Menschen. Sie setzt sich zusammen aus:

    Dem Geschlecht des gewünschten Sexualpartners (weiblich, männlich, *)

    Dem Körperlicher Entwicklungsstadium des gewünschten Sexualpartners (kindlich, jugendlich, erwachsen)

    Der Art des gewünschten sexuellen Kontaktes (sexuelle Praktiken)

Die Präferenz lässt sich am besten durch die Fantasien erschließen, die ein Mensch kurz vor seinem Orgasmus hat. Sie sagt daher auch nur bedingt etwas über das Verhalten des Menschen aus – die Fantasien müssen sich nicht in die Tat umsetzen. Sexuelle Präferenzen können unterschiedlich exklusiv ausgebildet sein. Das bedeutet, dass nicht bei allen Menschen nur genau ein Schema erregend wirken kann, sondern mehrere Präferenzen nebeneinander existieren können.

Vermutlich entwickelt sich die sexuelle Präferenz in der Pubertät anhand verschiedener Faktoren, wie Geschlechtshormone und andere biopsychosoziale Einflüsse. Wissenschaftlich ist die Entwicklung der Präferenz jedoch noch nicht geklärt.

Sexuelle Präferenz ist Schicksal und nicht Wahl. Niemand entscheidet sich aktiv für oder gegen seine Neigung. [….]

(BMJ, kein Täter werden)

Es gibt enorm viele Opfer; aber die meisten werden offenbar nie bekannt.

[….] In Deutschland wurden im Jahr 2024 16.354 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch angezeigt. Das Dunkelfeld ist aber um ein Vielfaches größer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass bis zu eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland bereits sexuelle Gewalt durch Erwachsene erfahren mussten oder erfahren. Das sind rund ein bis zwei Kinder in jeder Schulklasse. Viele dieser Fälle gehen nicht in die Kriminalstatistik ein, weil sie nie zur Anzeige gebracht werden, und bilden sich auch ansonsten nicht im polizeilichen Hellfeld ab.  [….]

(Missbrauchsbeauftragte des Bundesregierung)

Da die entsprechende Veranlagung für Täter weit verbreitet ist, kommen die Täter aus allen Schichten. Aber mit der entsprechenden Prävalenz werden die meisten Menschen nicht zu Tätern, sondern sind offenbar fähig, ihre Triebe zu kontrollieren, Trigger zu meiden; sind sich also bewußt darüber, ihre Neigung nicht ausleben zu dürfen.

[….] Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen wird überwiegend von Männern und männlichen Jugendlichen begangen. Sie stammen aus allen sozialen Schichten, können hetero-, bi- oder homosexuell sein und unterscheiden sich äußerlich nicht von anderen Männern.

Missbrauch durch Frauen wird seltener erkannt oder benannt – unter anderem, weil ihn viele für unwahrscheinlicher halten oder bagatellisieren. Entsprechend wurde über Täterinnen in Deutschland bislang nur wenig geforscht. Eine aktuelle repräsentative Umfrage in Deutschland zeigt, dass ca. 10 % der Betroffenen von sexualisierter Gewalt durch eine erwachsene Frau missbraucht wurden. Eine qualitative Studie, die Berichte von Betroffenen und von Zeug*innen ausgewertet hat, zeigt: Frauen missbrauchen nicht nur gemeinsam mit einem männlichen Partner, sondern auch als Einzeltäterinnen. Sowohl Täter als auch Täterinnen missbrauchen Kinder aller Geschlechter, jedoch missbrauchen Frauen eher Jungen, während Männer eher Mädchen missbrauchen.

Es gibt kein einheitliches Täterprofil und keine typische Täterpersönlichkeit. Die Motive sind vielfältig. Studien zur Täterarbeit zeigen: Strukturelle Macht – etwa durch Hierarchien, Abhängigkeiten oder Altersunterschiede – ist häufig Voraussetzung für die Tat, aber nicht zwingend deren Motiv. Täter und Täterinnen suchen nicht immer bewusst Dominanz, sondern handeln oft aus dem Wunsch nach Nähe, Anerkennung, Vertrautheit oder Selbstwirksamkeit. Die Vermeidung eigener Ohnmachtsgefühle kann ebenfalls eine Rolle spielen. Aus Sicht der Betroffenen jedoch ist sexualisierte Gewalt immer eine Erfahrung von Machtlosigkeit – sie erleben die Tat als massiven Übergriff, als Ausdruck von Gewalt und Dominanz Bei Täter und Täterinnen, die Missbrauchsdarstellungen konsumieren, stehen wiederum andere Motive im Vordergrund: Hier zeigen sich Muster wie Suchtverhalten, das Sammeln solcher Darstellungen oder die Suche nach einem ‚Kick‘. Bei einigen Tätern und wenigen Täterinnen kommt eine sexuelle Fixierung auf Kinder hinzu (Pädosexualität).

Internationale Zahlen und Fakten

2024 wurden weltweit über 20,5 Millionen Meldungen zu Verdachtsfällen von digitaler sexualisierter Gewalt an  Kindern und Jugendlichen bei NCMEC registriert. 29,2 Millionen Meldungen zu sexueller Ausbeutung im Netz wurden 2024 weltweit verzeichnet, mit besonders starkem Anstieg von Fällen des Handels mit Minderjährigen zur sexuellen Ausbeutung (+55 % im Vergleich zu 2023).

Die Studie des Childlight Global Institute35 aus 2025 liefert neue Erkenntnisse über das Ausmaß von sexualisierter Gewalt offline und online. Für den Bericht „Into the Light Index on Global Child Sexual Exploitation and Abuse“-wurden unter anderem 48 Studien aus 19 Ländern in Westeuropa ausgewertet. Demnach wurden 7 % aller Kinder in Westeuropa (rund fünf Millionen) vor ihrem 18. Lebensjahr vergewaltigt oder sexuell missbraucht; 1 von 7 Kindern in Westeuropa berichten über ungewollte sexuelle Interaktionen sowie Grooming im Internet. 1 von 5 Kindern in Westeuropa wurde sexuellen Inhalten gegen ihren Willen ausgesetzt. [….]

(Missbrauchsbeauftragte des Bundesregierung)

Offenkundig werden Männer (und weniger Frauen) zu Tätern, wenn sie in den entsprechenden Machtstrukturen, die Gelegenheit haben.

Das Paradebeispiel dafür ist die Trump/Epstein-Blase aus superreichen weißen Männern, die sich auch noch „beruflich“ damit beschäftigen, junge Frauen und Mädchen sexuell zu bewerten. Eine besonders abscheuliche Rolle spielen dabei die in den USA weit verbreiteten Kinder-Schönheitsmeisterschaften, in denen schon Dreijährige grotesk sexualisiert präsentiert werden. Diese „Beauty-contests“ scheinen ein nationales Pädosex-Triggerprogramm zu sein, in dem völlig skrupellose Eltern ihre eigenen Kleinkinder dazu drillen, Opfer sexueller Gewalt zu werden.

Am Ende stehen erwachsenen Menschen, denen jedes Unrechtsbewusstsein fehlt; die sich wie Pädo-INCELS berufen fühlen, Kinder zu missbrauchen.

[….] I moved on her, and I failed. I'll admit it. I did try and fuck her. She was married. And I moved on her very heavily. In fact, I took her out furniture shopping. She wanted to get some furniture. I said, "I'll show you where they have some nice furniture." I took her out furniture—I moved on her like a bitch. But I couldn't get there. And she was married. Then all of a sudden I see her, she's now got the big phony tits and everything. She's totally changed her look. [….]    I better use some Tic Tacs just in case I start kissing her. You know I'm automatically attracted to beautiful—I just start kissing them. It's like a magnet. Just kiss. I don't even wait. And when you're a star, they let you do it. You can do anything. Grab 'em by the pussy. You can do anything.  [….]

(45. und 47. US-Präsident Donald Trump Access Hollywood)

Trump hat in diesem Fall tatsächlich Recht. Wenn man ein Star ist, lassen sie einen das tun. Das beweisen seine beiden gewonnenen Wahlen zum mächtigsten Mann der Welt – nachdem diese Aussagen bekannt waren.

Wer nicht Multimillionär und/oder US-Präsident ist, findet andere Gelegenheiten, pädo-, bzw hepephile Triebe in die Tat umzusetzen. Das beste Biotop dazu bieten Religionsgemeinschaften, in denen die Geistlichen Autorität über Kinder ausüben und von den Erwachsenen nicht in Frage gestellt werden.

[…] Susanne Heinrich trägt vor, wie der 58-Jährige das Vertrauen zweier Buben, deren Väter gerade verstorben waren, als Pfarrer ausgenutzt und sie mehrfach sexuell missbraucht haben soll. Einmal soll der Seelsorger sogar mit den Jugendlichen nach München gefahren sein und sie auf dem Oktoberfest mit Bier abgefüllt haben, um sich später im Hotelzimmer an den nahezu bewusstlosen jungen Männer zu vergreifen. Vor dem Landgericht München I will R. nun „Verantwortung übernehmen“, wie er sagt.

Die Taten, die dem Angehörigen des katholischen Ordens „Deutsche Provinz der Pauliner“ vorgeworfen werden und die er zum Prozessauftakt auch einräumt, liegen mehr als 20 Jahre zurück. Es ist zu vermuten, dass die beiden jungen Männer das Geschehene lange Zeit verdrängt hatten – bis sich einer von ihnen wieder erinnerte, jahrelang mit sich kämpfte und schließlich Anzeige bei der Polizei erstattete.

Zu besagter Tatzeit, etwa 2004 bis 2005, war Michal R. als Seelsorger in eine kleine Gemeinde im Breisgau bei Freiburg entsandt. Im Dachgeschoss des Pfarrheims hatte er einen Raum eingerichtet, in dem er sich mit männlichen Jugendlichen seines Pfarrverbandes traf. Dazu besorgte der Pfarrer Alkohol, man schaute Videos, feierte, rauchte – bei heruntergelassenen Rollos. Bei den mehrmals wöchentlich stattfinden Treffen soll sich der Angeklagte „den angetrunkenen oder betrunkenen Jugendlichen auch körperlich“ genähert haben, so die Anklageschrift.

Unter diesen Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren befanden sich auch die später geschädigten Robert L. und Peter V. (Namen geändert). Der Vater von Robert L. war gerade gestorben, als der Pfarrer gezielt Kontakt zu L. suchte und fragte, ob er nicht Ministrant in seiner Kirche werden wolle. Er lud den 14-Jährigen ins Dachzimmer ein, machte ihm teure Geschenke wie einen Computer oder eine Snowboardausrüstung und inszenierte sich laut Staatsanwaltschaft als Vaterersatz. „Sie haben behauptet, sie hätten mit dem Opfer eine Beziehung geführt“, hält eine Gutachterin im Prozess dem Angeklagten vor. Dazu schweigt er.

Auch Peter V. hatte seinen Vater verloren. Und Michal R. tauchte bei der evangelischen Trauerfeier uneingeladen auf. Er lud den Heranwachsenden zu den Saufgelagen im Dachzimmer ein. Wenn die Jugendlichen jeweils alleine mit dem Pfarrer und betrunken waren, soll  er sich an ihnen vergriffen, Nacktfotos angefertigt und sie begrapscht haben. Einem erklärte er laut Anklage, dass Sexualkontakte zwischen Männern zum Erwachsenwerden dazu gehören würden. […]

(Susi Wimmer, 26.03.2026)

Für Pfaffen gilt immer noch: Es ist wie ein Magnet. Einfach abküssen, ich warte gar nicht ab. Und wenn du ein Priester bist, lassen sie dich es tun. Als Priester kannst du alles tun. Ihren Schniedel grabschen. Du kannst alles tun.

Mittwoch, 25. März 2026

Der Kanzler sinkt jeden Tag tiefer

Es ist und bleibt sein Signature Move.

Merz IST so. Er ist ein zutiefst von Hass und Vorurteilen zerfressener Mann. Misogynie, Xenophobie, Homophobie stecken ihm tief in den Knochen.

[….]  Nach langem Schweigen äußert sich der Kanzler erstmals zu sexualisierter digitaler Gewalt. Dabei gibt er Ausländern die Schuld und belehrt eine Grüne.

In seiner ersten Äußerung zum Fall Fernandes/Ulmen hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch im Bundestag einer Frau die Welt erklärt.

Im Rahmen der Regierungsbefragung hatte ihn die zunächst die Grünen-Abgeordnete Lena Gumnior zu einer Stellungnahme aufgefordert. „Die Frauen in diesem Land diskutieren seit Tagen über das große Problem von Gewalt gegen Frauen im Internet“, sagte sie. Sie wünschten sich einen Kanzler, der „genau in solchen Momenten nicht schweigt“. An Merz gerichtet fragte sie: „Warum haben Sie sich bisher nicht geäußert?“

„Frau Kollegin, darf ich zunächst einmal festhalten, dass nicht nur die Frauen in diesem Land über dieses Thema diskutieren und sprechen, sondern auch viele Männer“, antwortete Merz. Er gehöre dazu.

„Und ich weiß nicht, wie lange Sie dem Deutschen Bundestag schon angehören“, fuhr Merz in Richtung der Abgeordneten fort, kurzzeitig unterbrochen von einem Raunen im Plenarsaal. Und weiter: Er könne nur aus der letzten Wahlperiode sagen, dass der Bundestag „mit den Stimmen meiner Fraktion, die ich damals geführt habe, auf meinen Wunsch hin“ ein Gewaltschutzgesetz verabschiedet habe. Tatsächlich dürfte Merz damit das Gewalthilfegesetz gemeint haben. [….]

Merz gibt „Zuwanderern“ die Schuld 

 

 [….] Merz gab zunächst an, dass es „eine explodierende Gewalt in unserer Gesellschaft“ gebe. „Dagegen müssen wir gemeinsam etwas tun“, fügte er hinzu. Man müsse aber auch über die Ursachen sprechen.

Dann benannte der Kanzler Menschen mit Migrationshintergrund als Sündenböcke: „Und dann müssen wir auch ansprechen, dass ein beachtlicher Teil dieser Gewalt aus den Gruppen der Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland kommt. Auch das gehört zur Vollständigkeit des Bildes dazu“, sagte Merz, der 1994 erstmals ein Bundestagsmandat errang und 1997 gegen einen Gesetzentwurf stimmte, mit dem Vergewaltigung in der Ehe als Straftatbestand ins Gesetzbuch aufgenommen werden sollte. Täter sexualisierter Gewalt finden sich meist im familiären oder sozialen Nahumfeld. Und Ulmen stammt gebürtig aus Rheinland-Pfalz.

Später in der Debatte griff der Grünen-Abgeordnete Robin Wagener den Kanzler für dessen Äußerungen an. „Als Mann schäme ich mich dafür, wie wenig Empathie und klare Entschlossenheit Sie angesichts der krassen sexualisierten Gewalt zum Ausdruck bringen“, sagte er. Merz erwiderte, diese Bemerkung sei dem Grünen unbenommen, doch er empfinde sie als „ehrenrührig“. [….]

(Tobias Schulze, 25.03.2026)

 

Daß sein genereller Ausländerhass tief in ihm verankert ist, ist das eine.

Bemerkenswert ist aber auch, dass er immer noch so gar keine Reflexkontrolle hat und bei jedem Thema, ohne Nachzudenken, auch als erstes raushauen muss:  "Die Ausländer sind Schuld!" Fast unnötig zur erwähnen, aber selbstverständlich stimmen seinne Aussagen nicht. Ich weiß nicht, ob er bewußt lügt, oder unwissentlich und ungeprüft Falschaussagen loslässt. Es ist definitiv ein Muster, das sich durch seine politische Karriere zieht.

[…] Seit den 60ern liegt der gefährlichste Ort für Frauen im eigenen Zuhause. Auch nach 2015 stammen die Täter meist aus dem direkten Umfeld, häufig Partner, oft Deutsche. Wenn Friedrich Merz von „explodierender Gewalt“ spricht und Migration betont, bleibt dieser Befund auffällig randständig. [….]

(DAK62, 25.03.2026)

Der Fritzekanzler versteht immer noch seinen Job nicht! Er ist für alle Bürger zuständig und sollte nicht mehr, wie ein garstiger Parteiführer, alle anderen niedermachen soll. Stadtbild. Leute zu faul. Kein deutsches Brot in Tansania. Keiner will in Belém sein. Zahnarzttermine nur für Syrer. Homosexualität ("Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht –, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.")

Diese sagenhafte Erkenntnisresistenz erweist sich eingemeißelt in seiner Persönlichkeit. Immer wieder kassiert der Regierungschef Shitstorms für seine proletenhaften verletzende Rüpeleien, aber er ist völlig unfähig, dazu zu lernen.

Politisch habe ich Merz schon in den 1990ern scharf abgelehnt.

Aber inzwischen scheint mir ebenfalls sicher zu sein: Merz ist dumm.

Man kann sich leider nur zu gut vorstellen, wie bei der Familie Merz, zu Hause im Sauerland, nach zwei Flaschen Rotwein am Küchentisch gesprochen wird, wenn die Kulturbanausen (Merz hält Weimer) unter sich sind, gesprochen wird. Höhnisch, herablassend, besserwisserisch, verurteilend. Das ist schon unsympathisch genug. Aber bedauerlicherweise spricht der nüchterne Merz auf großer politischer Bühne genauso. 

Als Bürger dieses Landes weiß ich nicht, ob ich mich mehr für den Kanzler und seine C-Minister schämen soll, oder für das Volk, welches immer wieder, zuletzt in Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg, deutliche absolute Mehrheiten für den schwarzbraunen Block wählt. Offenkundig wollen die meisten Deutschen von solchen Gestalten wie Spahn, Söder, Dobrindt, Reiche, Weimer, Prien, Merz, oder gar noch Schlimmeren (Höcke, Weidel) regiert werden.

Als US-Amerikaner und Deutscher kenne ich den Prozess schon aus den USA: Unseriöse Geronten regieren und ruinieren die eigene Nation: Kulturkampf, Fossillobby-Hörigkeit, Hass auf Minderheiten, Xenophobie, drastische Umverteilung von unten nach oben. Aber gerade „die kleinen Leute“, denen es am meisten an den Kragen geht, wählen entweder gar nicht, oder sie wählen gegen ihre Interessen rechts.

Dabei kann man hüben wie drüben wissen, wie toxisch diese rechtslastige wissenschaftsfeindliche Politik ist. Die Wähler entscheiden aber sehr dumm für dumme Parteien mit dummen Politikern.

[….] Union und AfD: Die Union ist unbelehrbar [….] CDU-Chef Merz hatte mal versprochen, die AfD zu halbieren. Bislang erreicht er das Gegenteil. Als AfD light führt der Weg direkt in den Abgrund. [….] Friedrich Merz war mal als CDU-Chef angetreten, um die AfD zu halbieren. Tatsächlich aber hat er sie verdoppelt. Die extrem Rechten haben in den vergangenen Wochen gleich zweimal ihren Rekord für ein westdeutsches Flächenland gebrochen. Sie reichen an eine bisher gläserne Decke von 20 Prozent im Westen, im Osten sind sie vielerorts stärkste Kraft und deutlich über der kritischen Schwelle der Sperrminorität. Die AfD bekommt immer mehr Mittel an die Hand, um die Demokratie weiter zu zersetzen. Das Konzept der Union dagegen lautet nach wie vor: CSU, rechte Politik, Kulturkampf, Kürzungen bei Projekten der Demokratieförderung.

Wenn man sich stärker mit Rechtsextremismus beschäftigt, fühlt man sich mit der CDU unter Merz, als würde man in den vergangenen Jahren einen Frontalzusammenstoß in Zeitlupe erleben. Sämtliche Studienergebnisse, sogar die der Union nahestehenden Konrad-Adenauer-Stiftung sagen: rechte Politik stärkt das Original. Aber was macht die CDU? Sie verhandelt mit den Taliban über Abschiebungen, greift die kritische Zivilgesellschaft an, weist Geflüchtete an den Grenzen rechtswidrig zurück, kooperiert im EU-Parlament mit der AfD und füttert einen Kulturkampfminister durch, der linke Buchläden mithilfe des Inlandsgeheimdienstes von der Preisträgerliste cancelt und Gendern verbietet.

Doch Deutschland braucht keinen antilinken Kulturkampf und keine restriktive Migrationswende – es braucht eine Wende der Christdemokraten in diesem Land. Denn die haben in den vergangenen vier Jahren mit einem regelrechten Konjunkturprogramm flächendeckend den Rechtsextremismus auf das höchste Niveau nach 1945 befördert. Merkt die CDU eigentlich noch was? [….] Die Union hat mit ihrem bodenlosen Rechtskurs gegen Geflüchtete, Arme und EU-Recht bereits viel zerstört – und läuft geradewegs in die Falle der AfD. Genau das plant die AfD. Ihr erklärtes Ziel ist es, mit Kulturkampf einen Keil zwischen Union und die anderen demokratischen Parteien zu treiben und langfristig die CDU zu marginalisieren. Solange die Union AfD-Politik mit ein paar Abstrichen macht, also rechtswidrige Migrationspolitik und neoliberalen Sozialabbau, befeuert sie exakt das Geschäftsmodell der AfD. [….] 

Wie oft soll das eigentlich noch gesagt werden? Irgendwann muss man also davon ausgehen, dass die Union das absichtlich tut und langfristig eben doch mit den extrem Rechten zusammenarbeiten will – so wie sie das in Brüssel schon mehrfach getan hat. [….] Tatsächlich tritt die Union derzeit auch noch der kritischen Zivilgesellschaft in der fragilen Lage vors Schienbein: Sie will das Förderprogramm „Demokratie leben“ zusammenstreichen. Die AfD kann ihr Glück kaum fassen und freut sich unterdessen schon auf die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt im September. Engagierten Menschen, die sich dort gegen den Rechtsextremismus positionieren, schiebt die Union einen Stock in die Speichen. [….]

(Gareth Josweg, 25.03.2026)

Man muss selbstverständlich Wahlentscheidungen akzeptieren. Daher noch mal ganz klar: Ich rüttele keineswegs an den Ergebnissen der Landtags- und Bundestagswahlen, stelle die Zusammensetzungen der Parlamente nicht in Frage. Meinungsfreiheit und Wahlfreiheit stehen nicht zur Debatte.

Aber die Klugheit der Wahlentscheidungen kann man selbstverständlich diskutieren.

Nach meiner Meinung ist es dem Allgemeinwohl aber enorm abträglich CDUCSUAFDP zu wählen. Es ist dumm.

Dienstag, 24. März 2026

Trumps Clusterfuck

Das ist natürlich schon recht unangenehm: Wenn der mächtigste Mann der Welt und Oberbefehlshaber der mächtigsten Armee des Planeten, einem 48h-Ultimaten stellt und anderenfalls die komplette Energieversorgung eines 90-Millionen Volkes zerbomben will.

Andererseits handelt sich eben um Taco – Trump Always Chickens Out. Die ganze Welt weiß mittlerweile; auf das Wort dieses Vollidioten ist nur insofern Verlass, daß er es morgen wieder brechen wird.

[….] Wars, unlike illegal tariffs, cannot be switched on and off to meet a president’s whims or to permanently shore up free-falling markets.

So the key question following President Donald Trump’s suspension of threatened strikes against Iran’s power plants is not whether he’s had another TACO (“Trump always chickens out”) moment.  It’s whether Trump can get out of his war on Iran, even if he wants to.

After days of oscillating rhetoric, Trump signaled a first potential de-escalation in the conflict Monday, when he cited 15 points of agreement in what he said were productive talks with Iran. Tehran said there’d been no dialogue. [….]

(Stephen Collinson, 24.03.2026)

Unglücklicherweise stehen ihm seine Kabinettsmitglieder in Punkto Selbstüberschätzung und Borniertheit in nichts nach.

Und so stecken die christlichen Herren im Oval Office die Welt in Brand, während sie durch militärische Abenteuer irrlichtern.

[…..] Trump erlag in diesem Konflikt drei zentralen Irrtümern:

·        Er setzte darauf, dass mit Khamenei die gesamte Führung Irans fallen würde. Nach einem Bericht der »New York Times« sollen ihn die Israelis in dieser Annahme bestärkt haben. Demnach habe der israelische Auslandsgeheimdienst erfolglos einen Plan verfolgt, parallel zum Krieg einen Aufstand gegen das iranische Regime anzuzetteln. Inzwischen sind laut »New York Times« jedoch sowohl israelische als auch amerikanische Geheimdienste zu dem Schluss gekommen, dass die Führung in Teheran zwar militärisch geschwächt, jedoch politisch gefestigt ist.

·        Er hat unterschätzt, wie empfindlich Iran die Weltwirtschaft treffen kann, insbesondere durch die Blockade der Straße von Hormus. Nur wenige Tage vor Kriegsbeginn sagte Trumps Energieminister Chris Wright in einem Interview, er sei nicht besorgt, dass ein möglicher Krieg mit Iran die Ölversorgung beeinträchtigen könnte. Schließlich hätte sich auch der Zwölftagekrieg nicht negativ auf die Märkte ausgewirkt. Nun konstatiert die Internationale Energieagentur die »größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes«.

·        Er glaubte, weitgehend ohne Verbündete auskommen zu können. Trump plante für einen kurzen Einsatz. Jetzt sieht es so aus, als könnten über Wochen, wenn nicht über Monate, Kräfte gebraucht werden, die den Verkehr in der Straße von Hormus absichern. Eine Aufgabe, die die Amerikaner und Israelis wohl nicht allein schultern könnten.

  [….] Dass Trump inzwischen wohl selbst ahnt, dass er sich und sein Land in eine Sackgasse manövriert hat, erkennt man auch daran, dass seine Kommunikation immer erratischer wird. Erst am Wochenende drohte er damit, iranische Kraftwerke bombardieren zu lassen, sollte die Führung in Teheran die Straße von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden öffnen. Am Montag verlängerte er das Ultimatum um fünf Tage. Zugleich behauptete er, die USA und Iran verhandelten über eine »vollständige Beilegung« des Konflikts, was das iranische Regime umgehend dementierte.

Wie im Ukrainekonflikt, wo Trump den Kriegsparteien ebenfalls wiederholt Ultimaten stellte, nur um sie tatenlos verstreichen zu lassen, sind auch seine Adressen an die Führung in Teheran in erster Linie Ausdruck der eigenen Ratlosigkeit. [….]

(Maximilian Popp, 23.03.2024)

Die Rat- und Ahnungslosigkeit merkt sehr schön daran, wie hartnäckig falsch die GOP-Idioten den Begriff „The Ayatollah“ verwenden; nämlich als Synonym für den obersten Führer/Präsident/Kanzler. Sie begreifen ganz offensichtlich nach all der  Beschäftigung mit dem Iranischen Herrschersystem immer noch nicht, was ein Ayatollah ist.

Schon in Trumps erster Amtszeit blamierten sich die Top-Republikaner mit ihrem Unwissen.

(….)  Der arme Irre vergleicht wie viele andere Republikaner nun Trumps Rechte mit „Iran’s Ayatollah“. Die Talkingpoints verbreiten sich rasend schnell.

Twitter may ban me for this but I willingly accept that fate: Your decision to permanently ban President Trump is a serious mistake.    The Ayatollah can tweet, but Trump can’t. Says a lot about the people who run Twitter.

(Lindsey Graham @LindseyGrahamSC, 9. Jan. 2021)

So the ayatollah, and numerous other dictatorial regimes can have Twitter accounts with no issue despite threatening genocide to entire countries and killing homosexuals etc... but The President of the United States should be permanently suspended.

Mao would be proud.

(Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr, 9. Jan. 2021)

Get this! If you want to follow Iran’s Ayatollah, he’s now got MULTIPLE Twitter feeds. In multiple languages. Italian has just been launched, so the message of hate can be fully understood! […..]

(Donald Trump Jr. @DonaldJTrumpJr, 9. Jan. 2021)

Das kleine Dummerle regt sich ganz fürchterlich auf.

Und bringt da allerhand Historisches durcheinander.      Aber es war ja noch nie das Hellste der Trump-Blagen. Und deren IQ liegt im Durchschnitt ohnehin nur kurz über Zimmertemperatur.

Bekanntlich hassen die Trumps den Iran, aber das liegt ausschließlich daran, daß sie Rassisten sind und das Iran-Abkommen bekämpfen, welche von dem schwarzen Präsidenten Obama mitbeschlossen wurde.

Sie wissen allerdings ganz offensichtlich gar nichts über den Iran.

Wen meinen sie eigentlich mit „The Ayatollah“? Es gibt über 5000 Ayatollahs.

Den Imam Ali Chamenei, den Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte und das Quasi-Staatsoberhaupt des Iran?

Oder vielleicht den Hodschatoleslam Hassan Rouhani, den 7. Präsidenten der Islamischen Republik Iran?

Mal abgesehen davon, daß Chamenei und Rouhani, anders als Trump die amerikanischen Wahlergebnisse anerkennen, keine 30.000 Lügen verbreiteten und auch nicht zum Sturm auf das US-Kapitol anstifteten, sollten Graham und der kleine Trump sich erst mal mit der komplizierten Iranischen Verfassung beschäftigen und darüber hinaus einen Blick auf die geistlichen Ränge des schiitischen Glaubens, der „Zwölferschia“ werfen.

Ganz an der Spitze steht der Mardschaʿ-e Taghlid, quasi der schiitische Papst.  (Der letzte Mardschaʿ-e Taghlid Hossein Ali Borudscherdi starb 1961).

Knapp darunter steht die Großajatollahs oder Ajatollah al-Ozma. Sie entsprechen am ehesten katholischen Kardinälen; es gibt insgesamt 23 Stück, von denen die meisten sehr betagt sind.

 Iran  […..]

    Dschavad Gharavi Aliari (1935–)

    Kazem al-Haeri (1938–)

    Sadiq Hosseini Schirasi (1942–)

Irak

    Morteza Hosseini Fayaz (1928–)

    Ali as-Sistani (1930–)

Pakistan

    Muhammad Hussain Nadschafi (1932–)

Afghanistan

    Mohaqiq Kabuli (1928–)

    Muhammad Asif Muhsini (1935–)

Unter den Großayatollahs stehen die Ajatollahs, vergleichbar mit Bischöfen, die diesen Titel aber auch erst nach jahrzehntelangen theologischen Studien an einer schiitischen Universität erhalten.

Über 5000 Männer tragen diesen Titel im Iran, allein knapp 100 in offiziellen Staatsämtern.  Die klerikale Rangfolge fächert sich nach unten immer breiter aus.

[…..] Hodschatoleslam […..] ist ein islamischer Gelehrtentitel, der heute vor allem im Bereich der Zwölfer-Schia Verwendung findet.  […..] In der Titel-Rangordnung der modernen Zwölfer-Schia ist Hodschatoleslam oberhalb der Titel Fādil und ʿAllāma und unterhalb von Ajatollah angesiedelt. […..][…..]. […..]

(Wiki)

Aber das nur am Rande erwähnt.  Mit Sicherheit wissen Trump und Graham nichts darüber.

(Ausgetwittert, 10.01.2021)

Daß Menschen wie Trump oder Reiche wegen ihrer eigenen Blödheit die US-amerikanische, bzw deutsche Ökonomie zerstören, ist schon ärgerlich genug. Aber daß sie sehenden Auges in die Katastrophe schlittern, obwohl sie von allen Experten gewarnt wurden und Zusammenhänge nicht wahrnehmen können, die bereits jeder Schüler kennt, macht es unerträglich.

Aber es geht noch schlimmer:  Hier kommt der Urnenpöbel ins Spiel, der hartnäckig solche zukunftsfeindlichen Saurons in ihre Ämter wählt.

Der Souverän entscheidet sich freiwillig für eine Kakistokratie, wählt also die Dümmsten zu ihren obersten Anführern.

[…] Donald Trump ist ein Meister darin, mit Absicht oder durch Ignoranz und Dummheit schwere Krisen zu erzeugen, die er dann irgendwie gelöst bekommt, um schließlich einen Sieg zu verkünden, den „niemand für möglich gehalten“ habe.

Im Fall des Irankrieges ist es so weit noch nicht. Zunächst hat Trump mit der Androhung, die zivile Energie-Infrastruktur Irans zu zerbomben, eine Eskalationsstufe angedeutet, die nicht nur eine weitere eklatante Verletzung des Völkerrechts wäre, sondern die Weltwirtschaft noch tiefer ins Chaos stürzen würde. […] Als Trump am Montag auf dem Flugfeld von Palm Beach in Florida vor die TV-Kameras trat, war es, als sähe man sein Hirn auf der Suche nach irgendeinem Rettungsanker live dahinschmelzen. Niemand habe vorhersehen können, dass Iran einfach seine Nachbarländer beschießen werde, behauptete Trump – dabei war das so ziemlich das Erste, was absolut alle Analysten vorhergesagt hatten, genau wie die Blockade der Straße von Hormus. Die Meerenge wäre bald geöffnet und könne dann gemeinschaftlich kontrolliert werden, sagte Trump, und zwar vielleicht von ihm selbst und „dem Ajatollah“, wer auch immer das sein werde, man habe ja ganz viele umgebracht. Aber mit irgendwem werde sich ein Deal machen lassen, der dann für alle gut sei. […] Ein paar Stunden später dann befand sich Trump bereits im Schuldabwehrmodus für das gesamte Schlamassel des Irankrieges: Bei einem weiteren Presseauftritt, bei dem unter anderem Verteidigungsminister Pete Hegseth am Tisch saß, stichelte Trump, der sei es doch gewesen, der zuerst gesagt habe, dass „wir es tun“ sollten. Ein Kindergarten entscheidet über den dritten Weltkrieg. […] Trump will ja immer in die Geschichte eingehen, und er ist auf dem besten Wege dazu. Als dümmster Kriegsherr der modernen USA. [….]

(Bernd Pickert, 24.03.2026)

Was für ein Geschenk für die islamische Killer-Republik Iran! Das mächtigste Land des Planeten zum Kriegsgegner zu haben, sollte eigentlich ein Todesstoß sein. Aber der weltgrößte Polit-Idiot Trump offenbart Teheran höchstpersönlich, wie man ihm am meisten wehtun kann: Hormus sperren. Dazu hebt er die Ölimportsanktionen auf, so daß der Iran seinen Kriegskassen füllen kann und signalisiert Chamenei Jr. ‚mach dir keine Sorgen, falls ich mal wüste Drohungen ausstoße: Ich plappere nur sinnloses Zeug vor mich hin und setze das nie um!‘

Gegen Trump und Hegseth wirken die Schildbürger wie hochkompetente strategische Genies.

[…] Was erschwert für den Iran die Rückkehr an den Verhandlungstisch?

Zum einen tiefes Misstrauen. Das Duo Steve Witkoff/Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn, ist aus iranischer Sicht verbrannt. Beide Hobby-Diplomaten, ohne jede tiefe Expertise in der zentralen Atomfrage, waren mit ausschlaggebend dafür, dass Trump am 27. Februar grünes Licht für die Militär-Mission „Epischer Zorn“ gab. [….] Warum scheut Trump die Befreiung der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln?

Weil sämtliche Experten sagen, dass dies ohne den Einsatz von US-Soldaten am Boden nicht funktionieren kann. Bevor Kriegsschiffe die Öl- und Frachtschiffe via Konvoi durch die Meerenge begleiten können, müssten zunächst die Küsten „gesäubert und gesichert“ werden. Wenn die aus Japan und anderen Regionen abkommandierten Spezialeinheiten der Marines (rund 7000 Soldaten) demnächst in iranischen Gewässern anlanden und – als Faustpfand – die für Teheran wichtige Öl-Export-Insel Kharg einnehmen würden, seien hohe Verluste auf US-Seite wahrscheinlich. Von Teheran angedrohte Vergeltungsmaßnahmen auf Energieeinrichtungen und Meerwasserentsalzungsanlagen der Anrainerstaaten würden den Energieschock weltweit erheblich verschlimmern und echtes Chaos über den Nahen Osten hinaus auslösen. Davon würde sich Trump politisch acht Monate vor den Zwischenwahlen im Kongress „nicht wieder erholen“, sagen parteiunabhängige Analysten in Washington. […..]

(Dirk Hautkapp, 25.03.2026)

Trumps Hybris und Borniertheit haben den vollständigen Nahost-Clusterfuck angerichtet, aus dem es nun keinen Ausweg mehr gibt.

[….] Der Krieg als Instant-Phänomen: Heute kalt anrühren, morgen genüsslich den Sieg verkünden. So führt Donald Trump seinen Iran-Krieg. Und wundert sich, wenn es in der vierten Woche nicht mehr so läuft, wie es in den ersten Tagen aussah. Deshalb mäandert der US-Präsident jetzt hilflos vor und zurück, macht sich international zum Gespött.

Erst sagt er, die feindliche Marine sei versenkt, die Luftwaffe zerstört, die Raketen vernichtet und der Krieg fast zu Ende. Dann wieder droht er mit der Zerstörung der Energie-Infrastruktur des Landes, weil der Gegner nicht einknickt. Er verkündet ein Ultimatum und verschiebt dann dessen Ende. Souveräne Kriegsführung sieht anders aus; wer sich an ihr versucht, sollte vorher wissen, was er erreichen will.

Dass die Teheraner Führer die Waffen nicht strecken würden, war zu erwarten – die Islamische Republik kämpft ums Überleben. Daher blockieren die Revolutionswächter die Straße von Hormus, lassen den Ölpreis nach oben schnellen, die Börsenkurse in den Keller sacken. Offensichtlich reichen zwei US-Flugzeugträger und das weitere Aufgebot nicht aus, eine Meerenge von 50 Kilometern Breite offen zu halten. Das hätte Trump wissen können; seine Generale und Admirale haben gewarnt.  […]

(Thomas Avenarius, 24.03.2026)

Montag, 23. März 2026

Was Cem-Odos Gueler sagt!

Die linke Influencer-Blase nervt mich gerade so sehr. Nach dem erneuten SPD-Desaster, schreien sie alle „Klingbeil muss weg!“

Als SPD-Mitglied hätte ich auch lieber einen charismatischen hochintelligenten Parteichef des Formats Schmidt/Bahr/Brandt/Engholm. Aber solche kantigen Typen gibt es nicht mehr. In keiner Partei. Das lässt die Social-Media-Welt mit ihren Blasen und Echokammern gar nicht mehr zu.

Pistorius soll übernehmen, schreien sie auch alle; insbesondere nachdem seine Ex-Freundin Schröder-Köpf dies ventiliert. Der dahinter stehende Gedanke ist offensichtlich: Pistorius steht seit Jahren an der Spitze der Beliebtheitsskala.

Aber es sprechen zwei gewichtige Punkte dagegen: Pistorius ist, erstens, kein Generalist. Er beschäftigt sich bisher gar nicht mit den Mega-Themen Steuern, Finanzen, Soziales, Wirtschaft, Klima, Energie, Rente, Gesundheit. Seine Beliebtheit würde schnell in sich zusammenschnurren, wenn er hier Kürzungen und schmerzliche Kompromisse mit der CDUCSU verkünden müsste. Noch gewichtiger ist der zweite Punkt: Pistorius will nicht Chef werden, lehnt das kategorisch ab.

Das will niemand, der nicht suizidal oder masochistisch veranlagt ist.

[….] Vor wenigen Jahren, als die Machtzirkel der SPD noch einem Piranhabecken glichen, wären beide wohl schon längst weggebissen worden. Doch die Ideenlosigkeit der So­zi­al­de­mo­kra­t*in­nen ist nun vor allem personell bedingt: Es scheint schlicht niemanden zu geben, der den Griff zur Macht wagt. [….]

(Cem-Odos Gueler, 23.03.2026)

RICHTIG!

Außerdem solle die SPD nun endlich linke Politik machen. Keine Sozialkürzungen. Sie habe ihre Anhänger verraten, biete die Arbeitern nichts mehr, sie mache zu viel CDU-Politik.

Ich wünschte, es wäre so, denn das könnte man ändern.

Aber leider wählen gerade diejenigen, die auf soziale Leistungen und faire Steuergesetze angewiesen sind, gegen ihre Interessen.

[….] Die AfD schafft es zunehmend, bei Arbeitern massiv zu punkten. Und bei denjenigen, die laut Infratest dimap über sich selbst sagen, ihre finanzielle Lage sei schlecht. [….] In Rheinland-Pfalz waren laut dem Umfrageinstitut die Themen Wirtschaft, soziale Sicherheit und Bildung entscheidend. Also genau die Themen, die jener Gruppe besonders wichtig sein müssten. Doch in diesen Bereichen schreiben die Befragten der SPD oder der CDU mehr Kompetenz zu.

Zudem hat die rheinland-pfälzische AfD im Wahlkampf kaum über diese unterprivilegierte Wählergruppe gesprochen. Im offiziellen Werbespot ging es um Abschiebungen, um eine angebliche Finanzierung von Antifa-Gruppen durch die Regierung, um Windräder, die weggesprengt werden sollten, und um Corona. Nur günstiges Wohnen wird einmal erwähnt, sonst nichts aus den als besonders relevant erachteten Themenfeldern. Auch Wirtschaft spielte keine Rolle.  Selbst im Programm der AfD kommt das Wort »Arbeitslose« nicht vor, auch nicht »arbeitssuchend«. Armut kommt nur einmal vor, bei Alleinerziehenden. [….] Auch sonst steckt im Programm kaum etwas für Menschen, die wenig verdienen, im Gegenteil. Die rheinland-pfälzische AfD will beispielsweise, dass Geschäfte bis Mitternacht geöffnet haben können statt bis 22 Uhr – was Mehrarbeit für Verkäuferinnen und Verkäufer bedeutet.

Vielmehr wird dem argentinischen Präsidenten Javier Milei gehuldigt. Also jenem Mann, der die Staatsausgaben so radikal kürzte, dass die Zahl der Wohnungslosen allein zwischen 2024 und 2025 um knapp 30 Prozent stieg. Der Generalsekretär der Vereinigung der Staatsangestellten, Rodolfo Aguiar, schätzte vor einem halben Jahr zudem, dass die Armutsrate in Argentinien inzwischen bei 62 Prozent liege. Laut AfD bringt Mileis Kurs jedoch »Wohlstand für alle«.[….]

(Ann-Katrin Müller, 23.03.2026)

Die These, die SPD müsse nur linkere Politik machen, dann werde sie auch wieder gewählt, stimmt (bedauerlicherweise) nicht. Im Gegenteil, diejenigen, die am meisten unter nicht sozialer Politik leiden, wählen rechts!

Man kann in ökologischen, klimapolitischen, ökonomischen sozialen Fragen recht klar definieren, was richtige und vernünftige Politik ist.

Selbstverständlich wäre es schlau, wenn Deutschland den 1998 von Schröder und Trittin eingeschlagenen Weg – ökologische Steuerreform, Windkraft, Photovoltaik – konsequent fortgeschritten wäre und heute völlig unabhängig von Gas- und Öl-Importen wäre, über billige erneuerbare Energie verfügte und nicht 80 Milliarden Euro jedes Jahr den Fossil-Multis in den Rachen werfen müsste.

Das haben Rot und Grün aber seither auch immer den Wählern genau so erklärt. Aber der Urnenpöbel will nicht und wählte rechts! Für Verbrenner, für Ölheizung, gegen Tempolimit.

Seit 20 Jahren haben Grüne, SPD und Linke eine Bürgerversicherung im Wahlprogramm, um die Zweiklassenmedizin abzuschaffen. Das könnte längst implementiert sein. Aber die Wähler haben immer eine Mehrheit dagegen gewählt, immer dafür gesorgt, daß mit CDU, CSU, FDP mindestens eine Partei rechnerisch an der Bundesregierung beteiligt sein muss, die fest im Mastdarm der Privatkrankenkassen-Lobby verankert ist und kategorisch eine Krankenversicherung für alle ablehnt.

Die Wähler haben die Möglichkeit, mit der LINKEn eine Partei in die Regierung zu schicken, die völlig unverdächtig ist, soziale Einschnitte zu machen. Die scheiterte aber just zweimal an der 5%-Hürde.

Nur 12% der Wähler finden die CDUCSU-Bürgergeld-Kürzungen zu streng. Soziale Grausamkeiten sind populär.

[…]     Eine große Mehrheit findet strengere Sanktionen in der Grundsicherung richtig. [….] Auf das Bürgergeld folgt im Sommer die Grundsicherung. Aber nicht nur der Name wird geändert. Auf die etwa 5,5 Millionen Leistungsbezieher kommen strengere Regeln zu. Die Reform der schwarz-roten Koalition sieht unter anderem vor: Wer die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter verweigert, muss deutlich stärkere Kürzungen hinnehmen als bisher. Die aktuelle MDRfragt-Umfrage zeigt: 79 Prozent der mehr als 22.000 Teilnehmenden aus Mitteldeutschland halten solche strengeren Sanktionen in der neuen Grundsicherung für richtig, um Menschen in Arbeit zu bringen.

Eine geplante Regel für die neue Grundsicherung lautet: Wer arbeiten könnte und sich trotz drei Aufforderungen nicht beim Jobcenter meldet, soll gar kein Geld mehr bekommen. 82 Prozent der Befragten halten diese Härte in der geplanten Grundsicherung für angemessen. Außerdem sollen Mütter und Väter nach Geburt schneller als bisher wieder nach Arbeit suchen müssen: 70 Prozent der MDRfragt-Teilnehmenden halten diese Regel für angemessen. Und noch eine neue Härte in der Grundsicherung war Thema in unserer Umfrage: 74 Prozent befürworten die geplante Obergrenze für Mietzahlungen.  [….]

(MDR, 11.03.2026)

Ich wünschte wirklich, es wäre anders. Aber Neid und Missgunst sind in einer riesigen Mehrheit so verbreitet, daß eine SPD mit einem Plädoyer für mehr soziale Leistungen nichts gewinnen kann.

Die weltpolitische Lage lässt aber ohnehin keinen Spielraum für Koalitionskabale. Das schmerzt mich am meisten, weil ich die von Weimer, Spahn, Merz, Reiche, Wadephul, Söder eingeschlagene ökonomische und Energie-politische Richtung für absolut fatal halte.

[….]  Wegen der globalen Lage mit dem Krieg in Iran und der sich anbahnenden massiven Wirtschaftskrise zeigten sich beide SPD-Chefs aber manövrierunfähig. „Wir werden nicht die zweitgrößte Regierungspartei in ein Chaos stürzen und in einen Prozess gehen, wo wir uns um uns selbst drehen und uns nicht um das Land kümmern“, sagte Klingbeil. [….]

(Cem-Odos Gueler, 23.03.2026)

AUCH RICHTIG!

Klingbeil und Bas haben im Moment einfach nicht den Handlungsspielraum, den mancher aus dem wütenden erweiterten RRG-Influencer-Lager anmahnt!

 Mit 16% kann man gegen eine übermächtige CDUCSU (das war der Wählerwille!) nicht 100% des SPD-Wahlprogramms durchsetzen.

Man kann mit den Nazis ante portas auch nicht die Regierungskoalition verlassen, weil die Bundesregierung dann noch viel weiter nach Rechtsaußen rücken würde.

Man kann angesichts der dramatischen Weltlage mit zwei Kriegen, die massive Auswirkungen auf uns haben, nicht rechtfertigen, die deutsche Regierung lahm zu legen.

Es ist ein absoluter Clusterfuck, in dem die SPD nur verlieren kann.