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Dienstag, 28. Juli 2026

Lock her up

Über ein Jahr geht das Theater; 63 Prozesstage habe ich akribisch im MoPo-Minutenprotokoll nachgelesen und unzählige Hintergrundartikel studiert.

Mein Interesse an der Causa Block wird aus drei Quellen gespeist:

Erstens Lokalkolorit-Neugier and einer Promi-Familie, die in Hamburg jeder seit Jahrzehnten kennt.

Zweitens tiefe Abneigung gegen die erzkonservative, autoritäre und erzkatholische Fleischhandelsfamilie.

Drittens übergeordnetes politisches Interesse:

(….) Natürlich gehen die Öffentlichkeit die Details eines schmerzhaften Sorgerechtsfalles auf dem Rücken der Kinder nichts an. Solche Fälle kommen jedes Jahr myriadenfach vor und sollen diskret behandelt werden.

Der Block-Fall aber ist von öffentlichen Interesse. Nicht, weil die Beteiligten reich und berühmt sind. Sondern weil Block und Delling gezielt die Öffentlichkeit suchten, um mit ihrer Prominenz Gerichte zu beeinflussen. Es geht um die Frage, wie gleich Bürger vor Gericht sind. Können Superreiche mit ihren Kontakten Urteile manipulieren? Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Megaprominente für ihre privaten Fehden a.) August Hanning, den ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und ehemaligen Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, b) den Außenminister Sigmar Gabriel und c.) gar den Vizepräsidenten des Bundestages Wolfgang Kubicki einspannen können, der sofort anbietet, seine Amtsinsignien in die Waagschale zu werfen?

[….] In der Sorgerechtsaffäre um zwei Kinder aus der Hamburger Unternehmerfamilie Block (Block House) hat sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki offenbar deutlich stärker engagiert als bisher bekannt. Diesen Schluss legen Handynachrichten nahe, die der FDP-Politiker an Christina Block geschrieben hat, Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block und die Mutter der Kinder[…] Schon am 1. Januar 2024 schrieb Kubicki an die »liebe Frau Block«, er wünsche ein gutes neues Jahr. »Und wenn es stimmt, was ich lese, alles Glück dieser Erde.« Es folgte der bekannte Satz: »Wenn Recht zum Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.«

Auf die Frage des SPIEGEL, ob er damit eine Entführung befürworten wollte, erklärte Kubicki, er sei von Beruf Strafverteidiger und »befürworte oder relativiere keine Straftaten«.[…] In diesem Zusammenhang war am 2. Dezember 2021 ein Gerichtstermin in Dänemark anberaumt. Im Vorfeld reagierte FDP-Mann Kubicki auf die Bitte der Mutter um diplomatische Unterstützung. Kubicki versprach am 30. November: »Ich tue mein Bestes.« Zwei Tage später teilte er mit, die »diplomatischen Vertretungen« hielten es für »kontraproduktiv«, wenn ihre Leute im Gerichtssaal säßen. Er könne aber selbst anreisen und ihr den Rücken stärken.

Kubicki verwies darauf, er sei als Vizepräsident des Bundestages »protokollarisch ganz weit oben«. In einer weiteren Nachricht teilte er mit, er »käme im Dienstwagen selbst«. […] Kubicki betonte, seine Unterstützung für Christina Block »war und ist nicht unzulässig«. Sie gehöre »zu den Aufgaben eines Abgeordneten«. Im Übrigen kenne er Christina Block und ihren Partner, den Ex-Sportmoderator Gerhard Delling, »aus einer Vielzahl von Veranstaltungen und Empfängen«. […]

(SPON, 21.03.2025)

Hier liegt ein für die Öffentlichkeit relevanter Skandal vor, der mE nach einer gesetzlichen Regelung verlangt. (….)

(Staatsinteresse, 15.08.2025)

Durch den gezielten Einsatz von Medien und Millionen, nehmen sich die Blocks mehr Rechte und mehr juristische Möglichkeiten heraus, als der 0815-Bürger. Sie können professionelle Geheimdienstler; Mossad-Leute aus Israel engagieren und zu Straftaten animieren, um die Fakten zu schaffen, die Christina und Eugen Block sich wünschen.

Die Blocks sind dementsprechend auch Gegenstand der aktuellen ausführlichen SPIEGEL-Titelgeschichte.

Hier wird die emotionale Dysfunktionalität des „Patriarchen“ und die zwangsläufige Entfremdung zu seinen drei Kindern zwar angesprochen, aber kaum erwähnt, worin die mutmaßlichen Misshandlungen der Mutter und des Opas lagen, so daß drei der vier Block-Kinder nicht nur bei ihrem Vater leben wollen, sondern auch den Kontakt zu ihrer Mutter verweigern. Ebenfalls kaum beachtet von den SPIEGEL-Autoren, werden die in Hamburg wohlbekannten sadistischen Umgangsformen des Friedrich Block gegenüber seinen Untergebenen und Enkeln.

(….)  Der heute 83-Jährige stramm religiöse Patriarch Eugen ist stockkonservativ, sympathisierte lange mit der CDU, bis sie ihm zu lasch wurde und er bereits 2013 erklärte, die AfD zu wählen.  Über die Dekaden konnte ich ferner der Lokalpresse entnehmen, wie fürchterlich Eugen im privaten Umgang sein muss.

Kaum hatte er Sohn Dirk an seine Seite in der Geschäftsführung geholt, zerstritten sie sich coram publico. Eugen warf seinen Sohn raus und behandelte ihn damit wie einen seiner bisher fast 20 Elysee-Hoteldirektoren. Das Hamburger Abendblatt schrieb vor 13 Jahren zu Blocks 70. Geburtstag:

[….] Der 70-Jährige hat innerhalb von 26 Jahren in seinem Hotel Grand Elysée in Hamburg 14 Direktoren verbraucht. Mal ging es um die Dekoration in den Restaurants, mal um die Muster auf den Salzstreuern. Oft vermutlich auch darum, dass der Hotelchef die Erwartungen des Eigentümers nicht erfüllen konnte. "Der hat sich nicht genug angestrengt", begründete Block einmal einem Rauswurf. Und pries den Nachfolger in den höchsten Tönen. Spätestens bei Direktor Nummer acht kamen bei Beobachtern Gedanken wie "mal sehen, wie lange der das jetzt schafft" auf.   […..]

(Daniela Stürmlinger, 08.07.2011)

Offenbar wird es im Alter immer schlimmer; Petitessen reichen aus, um Wutanfälle des AfD-Mannes auszulösen. Nichts ist ihm gut genug, alles kann er besser.

Natürlich wechselte er als einer der ersten, bereits im April 2020 ins Covidioten-Lager.

[….] Eugen Block ist [….] ein Selfmade-Mann, der an das Recht des Stärkeren glaubt. An den Markt. An Gott. In einem alttestamentarischen Sinn. An Friedrich Merz. Mit Mitgefühl hat er es nicht so. Das zeigten vor einigen Jahren schon seine Äußerungen zur AfD (hat er mal gewählt, als „Korrektiv für diesen großen Mischmasch von Politik“) und zum Islam („kann keinen Frieden bringen“). Und jetzt also Corona. Block hat Briefe geschrieben, hat er dem „Spiegel“ erzählt. An Scholz, Altmaier, Spahn, das RKI. Er hat „klargemacht“, sagt er, dass das totale Einstellen des öffentlichen Lebens zum wirtschaftlichen Niedergang führt“. [….] Und dann sagt Block dem „Spiegel“ einige Sätze, die auf so bestechende Art entlarvend sind, dass es fast schon schmerzt, sie zu lesen: „Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht. Ich warte immer noch auf den seit Langem angekündigten Corona-Peak. Noch immer stehen die Krankenhäuser halb leer. Mit den entstehenden Kosten hätte Herr Spahn seine Intensivabteilungen verdoppeln können. Nein, er muss das ganze Volk wegsperren und das Leben auf den Kopf stellen.“ [….]  „Hören Sie auf mit der Panikmache, dann sterbe ich eben drei Tage früher, na, und? Ich habe Gottvertrauen. Ich gehe danach zum liebenden Gott.“ [….]

(Maik Koltermann, 18.02.2024)

Die vier Kinder seiner Tochter Christine hatten nichts zu lachen bei Opa.

[….] Eugen Block gilt als eigensinniger Charakter, der alles selbst macht und nur wenigen traut. Sogar die Gardinen für seine Restaurants sucht er persönlich aus.  Seine Enkelin Johanna erzählt nun in Dänemark eine Geschichte, die für ihn typisch erscheint: Als Johanna ihr Kinderzimmer neu einrichten wollte, habe ihr Eugen Block diesen Wunsch abgenommen – und den Raum nach seinem Geschmack gestaltet.  [….]

(Die Zeit, 01.02.2024)   [….]  [….]

 [….] Es begann damit, dass Johanna, die Älteste der vier Block-Geschwister, im Jahr 2021 (sie war damals 15) während eines Sylt-Urlaubs ins nahe gelegene Dänemark zu ihrem Vater und dessen neuer Frau ausriss. "Es ging einfach nicht mehr", sagt Johanna im Gespräch mit der ZEIT. Sie habe mit ihrer Mutter über Freiheiten und Grenzen gestritten, auch um einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt ging es, den die Mutter für ihre Tochter wollte, den die Tochter aber ablehnte. Und immer wieder: zu viel Strenge, zu hohe Erwartungen.  Johanna sagt: "Vier Tage pro Woche hatten wir Hobbys. Hockey, Ballett, Klavier, Leichtathletik, Schwimmen, Flöte, dazu kam Nachhilfe. Hockeyspiele am Wochenende. Und dann Verabredungen, die sie getroffen hat. Du hast nie freigekriegt. Du durftest unter der Woche nie mal im Bett liegen. Am Wochenende wurden wir auch früh geweckt, weil wir alle zusammen frühstücken sollten – fertig angezogen natürlich." Sie selbst habe sich um die Geschwister kümmern, mit ihnen Hausaufgaben machen, sie bekochen und ins Bett bringen müssen. Johanna sagt: "Ich hatte viel zu viel Druck." [….]  [….]. In den Akten ist die Rede davon, manche der Kinder seien von ihrer Mutter auf den Hinterkopf geschlagen, die Treppe hochgezogen, gelegentlich eingesperrt und über längere Zeit allein gelassen worden. Die Mutter bestreitet das.   […..]  [……]

(Die Zeit, 01.02.2024) (….)

(Jesus hilft Hamburger Multimillionär, 22.02.24)

Mit Prozesstag 64 wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, weil anderenfalls Persönlichkeitsrechte verletzt werden könnten. Es geht weiterhin heiß her; Block und ihr Promianwalt Ingo „Rasputin“ Bott, treiben die Kammer mit ihrem aggressiven Vorgehen weiterhin zur Weißglut. Rasputin, (sowie auch Patriarch Eugen über Medien und offene Briefe), greifen an jedem Prozesstag die vorsitzende Richterin persönlich an. Offensichtlich mit der Absicht, einen Eklat zu provozieren, einen Prozessabbruch herbeizuführen, oder in Revision zu gehen.

Rasputin, Block

Richterin Hildebrandt lässt die Attacken mit stoischer Ruhe an sich abprallen. Aber auch Block selbst spielt nicht nach den Regeln. So rief sie während des Prozesses, kurz vor den bedeutenden Zeugenaussagen der Ex-Mossad-Leute in Israel an. Selbstverständlich ist Zeugenbeeinflussung verboten. Wollte Christina Block die Aussagen manipulieren? Hat sie jemanden bedroht? Nein, wehrte diese ab; sie habe nur Genesungswünsche übermitteln wollen.

Nun verstößt sie erneut gegen die Prozessregeln:

[….] bevor die Öffentlichkeit aus dem Saal gebeten wird, lässt die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt die eigentliche Bombe des Verhandlungstages platzen. Sie spricht ohne Umschweife die Hauptangeklagte Block direkt an: Die sachverständige Gutachterin hatte demnach am Montag dem Gericht gemeldet, dass Block ihr außerhalb der Hauptverhandlung einen Briefumschlag mit Unterlagen zu ihren Kindern gegeben hatte.

An sich ist das nichts Außergewöhnliches, denn beide Elternteile hatten der Kinderpsychiaterin Unterlagen zur Verfügung gestellt, um sie bei der Begutachtung der beiden Kinder zu unterstützen. Das Brisante: Die Unterlagen, die Block der Gutachterin zusteckte, enthielten nicht einfach Informationen zu den Kindern und ihrem Leben bei der Mutter, sondern Beweisanträge und einen persönlichen Brief. Beide Dokumente sind bislang nicht Aktenbestandteil im Prozess.

Ignorierte Block die vorherige Androhung des Haftbefehls?

Für Hildebrandt steht damit am Dienstag fest, dass das eine versuchte Einflussnahme auf die Sachverständige war. Schon im November hatte die Richterin Block gedroht, sie werde einen Haftbefehl gegen sie erlassen, sollte sie weiter auf Zeugen einwirken. Am Dienstag wirft sie Block vor, genau das getan zu haben. In scharfem Tonfall fordert Hildebrandt die Hauptangeklagte auf, den Vorfall irgendwie zu erklären. [….] "Das ist ja nicht aus der Tasche gefallen", hakt sie nach, und erinnert auch Bott an ihre Warnung im November. "Jetzt passiert wieder so etwas, dass das ein Zufall sein soll, vermag ich schwer zu glauben." Hildebrandt, die sich sonst selten in die Karten schauen lässt, klingt ungewohnt aufgebracht. [….]

(Legal Tribune Online, 28.07.2026)

Es fügt sich perfekt ein in ein Bild von einer Familie, die sich trumpesk außerhalb der Regeln wähnt.

[….] Ihr, Christina Block, sei es allein darum gegangen, der Kinderpsychologin bei der Anamnese zu helfen, also bei der Krankengeschichte der Kinder. Den Brief ihrer Bekannten habe sie im Briefkasten gefunden und ungelesen mit in den Umschlag zu den Beweisanträgen gelegt. So Christina Block.

Problem: Die Unterlagen in dem ominösen Umschlag befassen sich überhaupt nicht mit der Gesundheit der Kinder, sondern handeln vom Vater, und zwar in einer „ehrabschneidenden Weise“, wie dessen Anwalt betont. Sollte der Vater Stephan Hensel im Gutachten möglichst schlecht wegkommen? Nachdem Christina Block im Oktober 2023 bereits „Beweise“ für dessen Pädophilie bei der Polizei abgegeben hatte? Diese Daten hatten sich schnell als gefälscht herausgestellt.

Die Kinderpsychologin korrigiert dann auch prompt die Darstellung von Christina Block: Sie habe tatsächlich um Unterlagen gebeten, allerdings um das Gesprächsprotokoll einer Tochter. Das solle Ingo Bott ihr bitte noch einmal ausdrucken. Dass Christina Block ihr in dem Umschlag auch Beweisanträge mitgegeben habe, habe sie „überrascht“. Eine der beiden Frauen sagt also die Unwahrheit.  Welche Konsequenzen die „versuchte Verdunklungshandlung“ für Christina Block haben wird, muss die Kammer nun entscheiden. „Ich habe bereits im November gesagt, dass jegliche Einflussnahme zu unterbleiben hat, und nun das“, stellte die Vorsitzende fest.  [….] Es ist nicht der erste Schuss vor den Bug. Bereits im November 2025 hatte Isabell Hildebrandt sich mit deutlichen Worten an Christina Block gewandt: „Wir werden nicht zögern, einen Haftbefehl zu veranlassen, wenn Sie nicht aufhören, Zeugen zu kontaktieren“, sagte sie am 21. Verhandlungstag. Damals war der Verdacht aufgekommen, Christina Block habe versucht, Druck auf israelische Zeugen auszuüben, um sie von einer Aussage abzubringen. Außerdem hatte die Angeklagte damals zu einem älteren israelischen Zeugen Kontakt aufgenommen und ihm „gute Besserung“ gewünscht. Für die Zukunft hätten jegliche Kontaktaufnahmen zu unterbleiben, stellte die Vorsitzende damals klar.  [….]

(HH MoPo, 28.07.2026)

Man kann den Blocks nicht vertrauen. Christina Block sollte endlich eingesperrt werden. Zumindest bis zum Prozessende, damit ihre Zeugenbeeinflussungen gestoppt werden. Wir sprechen immerhin von einer Frau, die mutmaßlich kinderpornographisches Material bei ihrem Exmann deponieren ließ und anschließend zur Polizei ging, um ihn und seinen Anwalt anzuschwärzen.

[….] »Frau Block hat auf plumpe Weise versucht, die Sachverständige zu manipulieren. Es ist nicht das erste Mal, dass sie Dreck über meinen Mandanten auszukippen versucht.«  […]

(Hensel-Anwalt Philip von der Meden)

Samstag, 25. Juli 2026

Apocalypse Now

Abgesehen davon, daß ich selbst keine Kinder, Neffen oder Nichten habe, mache ich mir ohnehin keine allzu großen Sorgen, was „unsere“ Enkel uns einst vorwerfen könnten, weil ich Homo Demens in seiner finalen Phase sehe.

Das Anthropozän kam schnell und endet auch eher als andere Erdzeitalter, indem sich die Verursacher des Klimatods weiter Teile von Flora und Fauna, selbst ausmerzen.

Für den Planeten Erde ist das eine willkommene Befreiung. Versucht hatte er es mehrmals und die Hominiden auf wenige Tausend Exemplare weltweit drücken können.

(….) Offenkundig wehrte sich der Planet in den letzten anderthalb Millionen Jahren gegen die Hominidenplage aus Homo erectus, Homo heidelbergensis und Homo antecessor und war mehrmals fast erfolgreich! Nur ganz wenige dieser zweibeinigen Erreger schafften es, sich irgendwo festzusetzen und wollten einfach nicht verschwinden. Verdammt; die paar Tausend hätte die Erde wirklich auch noch schaffen können und sich damit das bald folgende elende Anthropozän ersparen können.  (…)

(Planet im Pech, 08.09.2023)

In Frankreich, Italien und Spanien wüten Waldbrände apokalyptischen Ausmaßes.

[….]  Die Behörden sprechen von einem Feuer »beispiellosen Ausmaßes«. Mehr als 1200 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Fast 200.000 Menschen sind wegen der Brände bislang in Frankreich evakuiert worden, darunter etwa 167.000 im Departement Gironde rund um Bordeaux sowie 31.000 im benachbarten Departement Landes. Allein 57.000 davon mussten ihre Häuser und Wohnungen in der Nacht zum Samstag verlassen. Unter den Evakuierten sind auch viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d’Arcachon. [….]

(SPON, 25.07.2026)

[…] Spanien-Waldbrände „nicht zu löschen“: „Unsere Priorität gilt eurem Leben - euer Leben zu retten“ Spanien-Waldbrände „nicht zu löschen“: „Unsere Priorität gilt eurem Leben - Spanien hat wegen verheerender Waldbrände erstmals den nationalen Notstand ausgerufen. Über 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Update vom 25. Juli, 22:10 Uhr: Wegen der schweren Feuer rief die Regierung für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Region Ávila den Notstand aus. Wie das spanische Innenministerium auf der Plattform X mitteilte, mussten inzwischen 59.488 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere 28.262 Menschen waren demnach von den Bränden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder Häuser aber wegen der Lage nicht verlassen.

Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der Einsatzkräfte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die Priorität bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schützen.  […]

(FR, 25.07.2026)

In Deutschland betrachtete man lange Zeit, „Klima-Anpassung“ und „Klimaschutz“ als gegensätzliche Ziele:

Wer sich durch gedämmte Häuser und Klimaanlagen vor Hitze schützt, muss sich ja nicht damit abmühen, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.

Wer durch intensive Klimaschutzmaßnahmen die Planetenoberfläche davor bewahrt, sich immer mehr aufzuheizen, muß kein Vermögen für Wärmepumpen, Hitzeschutz und Waldbrandbekämpfung ausgeben.

CDU und Grüne belauerten sich. Wer das eine tue, verhindere das andere.

Und so verplemperte Homo Demens die Dekaden. Für 2026 läßt sich nun eindeutig feststellen: Wir brauchen BEIDES! Klimaanpassung, weil jetzt schon Myriaden Menschen an den Folgen der Hitze sterben UND Klimaschutzmaßnahmen, weil es sonst so heiß wird, daß ohnehin kein Leben mehr möglich ist.

Der deutsche Fritzekanzler und seine Fossillobbyministerin Reiche wählen aber beim Thema „Klimaschutz oder Klimaanpassung“ einen anderen Weg: Weder des eine, noch das andere, noch beides. Sondern: Weder noch!

Man präsentiert sich in Abendrobe auf „Hitlers Hügel“und straft die Todesopfer der Brände und der Hitze mit Nichtachtung.

CDU und CSU auf den Spuren Trumps, der ebenfalls alles unternimmt, möglichst viel Kohlendioxid in die Atmosphäre zu blasen, jeden Klimaschutz zu verhindern und die Fossilkonzerne mit Milliardengewinnen zu segnen.

 […] About 70 million people in the US are set to face excessive heat advisories as dangerously hot temperatures scorch much of the country’s southern and central states.

The third major “heat dome” event to hit the US in the past month is gathering strength over the weekend, spanning a vast swathe of the country, from the Gulf of Mexico coast to the Great Plains and the midwest.

Temperatures of 95-105F (35-40C) are expected, with some areas of the south-western US desert potentially reaching 120F (48C). The elevated heat is expected to linger into the coming week, held in place by the heat dome, which is when a high-pressure atmospheric system acts as a sort of lid, trapping heat in place over a region for days or even weeks.  [….]

(Guardian, 25.07.2026)

Ein Glück, bald ist Schluß mit Homo Demens. Er brät sich selbst aus der Erdgeschichte aus.

Dann kann die Erde wieder gemütlich existieren und diesen unerfreulichen winzig kurzen Wimpernschlag von zwei Millionen Jahren Menschheitsgeschichte, (verglichen mit den 14 Milliarden Erd-Lebenszeit), als diese Mistkerle sich wie verrückt vermehrten, endlich abhaken. In den letzten 300.000 Jahren rammelte Homo Demens ohne Unterlass, aber damit ist bald Schluß und wir sind alle Asche. 

(….)  Die Erde ist gewissermaßen das bescheidene Vorstadtmodell des Universums. 

Am Rande der Galaxie, chillt sie als mittelgroße Kugel, in mittlerer Entfernung um die Sonne. Das tut sie seit 4,6 Milliarden Jahren; ist also ein echter Best-Ager. Die nächsten 500 Millionen Jahre wird ohnehin nichts passieren. Ab einem Alter von gut fünf Milliarden Jahren, wird es aber sukzessive wärmer, weil die Sonne peu à peu mehr Energie abgibt. Noch zwei, drei Milliarden Jahre, dann liegt die Oberflächentemperatur bei durchschnittlich +70 bis + 80°C. Die Ozeane sind vollständig verkocht. Wenn der dann natürlich nicht mehr „Blaue Planet“ nullt, also 10 Milliarden Jahre alt wird, beginnt auch langsam die große solare „Roter Riese“-Show, bei der schließlich die Erdmaterie im Alter von etwa 12 Milliarden Jahren von der Sonne verschluckt wird. Das Erd-Rentenalter, so ab ca 13,5 oder 14 Milliarden Jahre, kann man sich als ein gemütliches Chillen als planetarer Restnebel um einen Weißen Zwerg, vorstellen.

Die allerlängste Zeit bleibt die Erde völlig unbewohnt. Ob irgendetwas auf ihr herumkraucht, wird der Erde herzlich egal sein. Die Lebewesen, die überhaupt lange da sind, um bemerkt zu werden; Farne, Bakterien oder Eishaie zB; gliedern sich ganz freundlich in die gerade aktuelle Natur ein und stören nicht weiter. (…)

(Planet im Pech, 08.09.2023)

Samstag, 18. Juli 2026

Gibt es einen schwulen Andenpakt?

Am dritten Tag der „Leihmutter-Affäre Spahn“ haben sich so ziemlich alle öffentlichen Figuren zur der Causa geäußert.

99% der Artikel und Reels beginnen mit der pronatalen Feststellung, man gönne ihm persönlich sein Glück, gefolgt von einer Lobeshymne über Kinderwunsch, Kinderkriegen, Kinder im Allgemeinen. Nichts wird in Deutschland so hartnäckig positiv geframt, wie die Vermehrung.

Als ob nicht die Überbevölkerung des größte plantare Problem überhaut wäre. Als ob nicht die Familie auch Hort von Missbrauch und Gewalt wäre.

Anschließend wird das Thema Homosexualität abgefrühstückt: Natürlich habe man nichts gegen Schwule und Homosexuelle könnten genauso gute Eltern, wie Heterosexuelle sein.

(Das sehe ich anders! Ich glaube, Schwule und Lesben sind im Durchschnitt bessere Eltern, als Heterosexuelle, weil alle ihre Kinder Wunschkinder sind, die nur geborenen werden, wenn sie wirklich gewollt sind und die Eltern ihnen volle Aufmerksamkeit widmen. Heterosexuelle werden hingegen dauernd auch ungewollt schwanger oder reproduzieren sich lediglich, weil es die gesellschaftlichen Normen von ihnen erwarten. Kinder „passieren“ ihnen durch Unfälle, Suff oder Launen. Auch wenn sie eigentlich gar keine Lust haben, Eltern zu werden. Gleichgeschlechtliche Paare hingegen müssen einen viel höheren Aufwand betreiben, um schwanger zu werden.)

Der dritte immer wieder mitfühlend angesprochene Aspekt, ist das Schicksal der ungewollten Kinderlosigkeit. Gern mit dem Hinweis darauf, es treffe Heteros genauso, wie Homos. Auch Frau/Mann-Konstellationen wären manchmal auf Leihmütter angewiesen.

Alle drei Themen NERVEN MICH, weil sie für den Fall Spahn irrelevant sind. Sie spielen keine Rolle bei der moralischen und politischen Bewertung seines Handelns.

Es geht hingegen um Glaubwürdigkeit, die Heuchelei, daß ausgerechnet ein Politiker, der persönlich, aber auch dessen Partei intensiv dafür streitet, Leihmutterschaft zu kriminalisieren, selbst eine Leihmutter in Anspruch nimmt. Weil er reich und mächtig ist und die Regeln nicht für ihn gelten sollen.

Die Öffentlichkeit wird gerade bei Spahn so getriggert, weil er ein Wiederholungstäter ist, der immer wieder für sich Freiheiten und Sonderrechte herausnahm, die er anderen niemals gönnt. Nun plötzlich reiben sich die Konservativen verwundert die Augen:

Das ist natürlich jetzt blöd, schließlich ist Jens Spahn bekannt für seine absolute Glaubwürdigkeit!  Er ist die Inkarnation der Ehrlichkeit.
Sympathisch und altruistisch. Deswegen ist er ja auch so ungeheuer populär beim Volk.  Man muss ihn einfach lieben!

Inhaltlich ist der Fall klar: Indem die CDU an Spahn festhält, ihn demonstrativ auf dem zweitwichtigsten Posten belässt, betreibt sie wieder einmal massive Wahlkampfhilfe für die AfD und alle demokratieverachtenden Populisten, die sowieso alle Politiker für korrupt und verlogen halten.

Interessanterweise sind die Reihen innerhalb von CDU und CSU nicht sehr geschlossen. Üblicherweise wagt sich niemand mit Kritik an Spahn nach vorn, weil er seit 24 Jahren im Bundestag sitzt und als begnadeter Netzwerker über jeden irgendwelche despektierlichen Informationen im Giftschrank hat. Weil so viele ihm einen Gefallen schulden. Mit ihm will man sich nicht anlegen.

Aber nun könnte eine Welle des Unmuts losbrechen.

[….] Es hatte alles so nett angefangen für ihn. "Ein Baby für Jens Spahn" lautete die Titelzeile der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. "Es ist eine Nachricht voller Liebe, Glück und einer großen Veränderung", beginnt die exklusive Homestory im Blatt. Fast eine Seite ist sie lang, große Fotos der lachenden Papas Jens Spahn und Daniel Funke, sein Ehemann.

Einen Tag später ist aus der frohen Botschaft für Jens Spahn ein großes politisches Problem geworden. Denn die beiden haben ihr Kind von einer Leihmutter in den USA austragen lassen. In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Und die Union, deren Fraktionschef Spahn im Bundestag ist, will unbedingt, dass das so bleibt.

Zu sagen, dass es in CDU und CSU seit der Nachricht rumort, wäre heillos untertrieben. Unverständnis, Entsetzen, auch Wut – das trifft es eher. Es gibt erste Unionspolitiker, die Spahns Rücktritt fordern. Trotz der Sommerpause, in der sich die Koalition eigentlich Ruhe verordnet hat, wird es brenzlig für Spahn. Ein erfahrener Politiker, der sich nicht namentlich zitieren lassen möchte, sagt t-online: "In der CSU herrscht schiere Fassungslosigkeit."  […]

(Johannes Bebermaier, 17.07.2026)

Interessant ist, wer in diesem Shitstorm nach vorn springt, um für Spahn zu kämpfen.

Der sehr rechte Döpfner-Journalist Paul Ronzheimer macht einen Leihmutterpodcast mit Spahn, der mit enormen Aufwand über alle Springer-Kanäle verbreitet wird.

Der sehr rechte AfD-Anwalt Ralf Höcker springt beim rechtsradikalen „Kontrafunk“ für Spahn in die Bresche.

Natürlich gibt es unter Rechten und Rechtsextremen prozentual genauso viele Schwule, wie überall sonst in der Gesellschaft. Aber es ist schon auffällig, daß sich nun die schwulen ganz Rechten als erstes vor Spahn stellen.

Gibt es womöglich einen schwarzbraunen Homo-Andenpakt, in dem sich erzkonservative Strippenzieher versprochen haben, sich stets öffentlich zu verteidigen und nie um dasselbe Amt zu kämpfen?

Ich will ungern verschwörungstheoretisieren, aber das sind schon erstaunlich viele schwule Rechte/Rechtsextreme, die zusammen klüngeln: Jens Spahn (CDU), Peter Thiel (GOP), Richard Grenell (GOP), sein Ehemann Matt Lashey (GOP), Dave Rubin (rechter Podcaster), Michael Mronz, Daniel Funke, Peter Kurth (CDU/AfD), Stefan Evers (CDU), Hendrick Streeck (CDU), Sepp Müller (CSU), David Berger (AfD), Ralf Höcker (AfD), Paul Ronzheimer (BILD),…

Ronzheimers Springer-Verlag überhäuft jetzt demonstrativ den Rechtsextremen Thiel mit Ehrungen, nachdem dessen geheime Klüngelei mit Jens Spahn ans Licht kam.

[….] Jens Spahn bestätigt Teilnahme an Veranstaltungen von Peter Thiel

Der heutige Unions-Fraktionschef Spahn hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren fünfmal an Veranstaltungen der „Dialog“-Organisation des US-Tech-Milliardärs Peter Thiel teilgenommen. [….]

(Deutschlandfunk, 19.06.2026)

Oder es ist reiner Zufall, daß alle die rechten Skandaloniker ins Spahns Umfeld schwul sind.

Freitag, 17. Juli 2026

Politikerverdrossenheitsgenerator Spahn


„Quod licet Iovi, non licet bovi”

 (Was Jupiter erlaubt ist, ist dem Ochsen nicht erlaubt)

Besser als Jens Spahn kann man Politiker- und Demokratieverdrossenheit nicht fördern: Immer wieder fordert und fördert der Mann strenge Regeln mit drastischen Konsequenzen für die Betroffenen. Regeln für andere, die für ihn aber nicht gelten sollen.

Kein amtierender deutscher Politiker hat sich ungestraft selbst so die Taschen vollgestopft, wie Jens Spahn. Keine Konsequenzen für ihn.

Kein amtierender deutscher Politiker hat ungestraft so viele Steuermilliarden verplempert, wie Jens Spahn. Keine Konsequenzen für ihn.

Kein amtierender deutscher Politiker zeigt so ungeniert seine Heuchelei, wie Jens Spahn bei seiner Familienplanung. Keine Konsequenzen für ihn.

Der Mann, der sich als konservativer Christ, als Gesundheitsminister und CDU-Vertreter strikt gegen Leihmutterschaft einsetzt, bekommt ein Kind von einer Leihmutter. Weil er reich ist. Weil er über dem Gesetz steht. Weil er mit jeder miesen Nummer durchkommt.

[…] Spahn gegen Leihmütter

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Forderung der FDP nach einer zumindest teilweisen Legalisierung der Leihmutterschaft zurückgewiesen. Durch das im Embryonenschutzgesetz festgelegte Verbot habe der Gesetzgeber im Interesse des Kindeswohls die Eindeutigkeit der Mutterschaft gewährleisten wollen, heißt es in der Antwort von Spahns Ministerium  [….]

(SZ, 06.04.20)

Immerhin sind diesmal alle sauer – von ganz links bis ganz rechts. Die Konservativen in der CDU, die Kirchenvertreter, die Linksgrünversifften:

[….]  Der evangelische Theologe und ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Peter Dabrock, nannte es „bedenklich, wenn einer der mächtigsten Menschen der Republik sich in diese rechtliche Grauzone begibt“. Öffentliche Personen wie Spahn hätten auch eine öffentliche Verantwortung: „Es bleibt ein Gefühl der Betrübnis, dass sich jemand da etwas herausnimmt, weil er das Geld, die Position, die Möglichkeit dazu hat“, sagte der Erlanger Theologie-Professor dem Evangelischen Pressedienst. „Ich tue mich schwer mit der hier offenkundigen Diskrepanz zwischen dem Politiker, der Regeln für andere mitgestaltet, und der Privatperson, die das überhaupt nicht schert.“ [….]

(SZ, 16.07.2026)

Da es sich um einen der ihren, einer der Superreichen handelt, gratulieren die erzkonservative Bundestagspräsidentin Klöckner und der erzkonservative Bundeskanzler Merz. Sie treten nur nach unten.

[….]  Grünen-Bundestagsabgeordnete und Ärztin Paula Piechotta (39) ist sauer und sagt in BILD: „Spahn als Politiker verbietet Millionen Deutschen in ihrem Privatleben, was er sich selbst gönnt. Das ist klassische Doppelmoral und einer von vielen Gründen, warum ganz Deutschland Jens Spahn hasst. Man duldet ja auch keinen SPDler in der Bundesregierung, der zu Hause Zimmermädchen unter Mindestlohn beschäftigt.“ […]

Erst vor vier Monaten, als die von Spahn bezahlte Leihmutter längst schwanger war, applaudierte er auf dem CDU-Bundesparteitag der Feststellung: „Angesichts ethischer, rechtlicher und praktischer Bedenken gegenüber Leihmutterschaft bekräftigt die CDU Deutschlands ihre Forderung, Leihmutterschaft – auch in altruistischen Modellen – in Deutschland weiterhin zu verbieten, um Missbrauch, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken zu verhindern.“

 Ein strenge Regel für den Plebs mit Kinderwunsch, über die sich Spahn ganz selbstverständlich hinwegsetzt, wenn es ihn persönlich betrifft.

[….] „Nach dem Bundesbeauftragen für Sucht und Drogen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, ist nun der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, über eine Leihmutterschaft Vater geworden. Beide sind nicht nur prominente Vertreter der CDU, sondern haben darüber hinaus auch wichtige politische Funktionen inne. Deshalb geht ihre private Entscheidung über ihre persönliche Lebenssituation weit hinaus. Noch vor wenigen Jahren hat Jens Spahn sich gegen die Legalisierung der Leihmutterschaft ausgesprochen. Wäre es da nicht nur konsequent, bei sich dieselben Maßstäbe anzulegen, die man auch für die Bürger anlegt? Beide Politiker haben durch ihr Verhalten – wenn auch ungewollt – dem Ansehen unserer Rechtsordnung einen erheblichen Vertrauensverlust zugefügt, da sie den Eindruck erwecken, dass für unsere politischen Entscheidungsträger offenbar andere Maßstäbe gelten als für den Bürger.“ […]

(Susanne Wenzel, Christdemokraten für das Leben)

Die besonders Konservativen und besonders Christlichen in der CDU sind genervt von Spahn, weil er sonst immer auf ihrer Seite steht.

[….] Hubert Hüppe hat sich schon als Bundestagsabgeordneter intensiv mit dem Thema beschäftigt. Heute ist er Chef der Senioren-Union. »Wir haben als CDU den klaren Beschluss des Bundesparteitages, dass wir Leihmutterschaft ablehnen«, sagte Hüppe dem SPIEGEL. »Die CDU war die Partei, von der man sagte, dass sie bei dem Thema am deutlichsten ist.«

Er sei »persönlich geschockt« gewesen von der Nachricht über Spahns Elternschaft, so Hüppe. »Ich hatte gehofft, das würde nicht stimmen. Natürlich kann ich verstehen, dass jeder Mensch den Wunsch auf ein Kind hat, auch homosexuelle Paare, aber es geht darum, ob man Frauen instrumentalisiert.«  [……]

(SPON, 16.07.2026)

Es ist wie bei Trump, wie bei Merz und eben auch bei Spahn: Ich wundere mich schon lange nicht mehr darüber, daß sie sind, wie sie sind. Daß sie täglich neue Ungeheuerlichkeiten produzieren. Aber ich staune immer noch, wie ungehindert sie damit durchkommen. Daß sie niemand stoppt, die Bürger sie nicht abwählen, ihre Parteien sich nicht gegen sie wenden.

[….] Dass Jens Spahn und sein Ehemann jetzt ein Kind haben, ist grundsätzlich eine schöne Nachricht für die beiden. Das gilt unabhängig davon, wie dieses Kind auf die Welt gekommen ist. [….] Wie sie jedoch zu ihrem Glück gekommen sind, ist politisch und moralisch verwerflich. Heuchlerisch wird es, wenn Spahn dies als private Angelegenheit abtut, obwohl er politisch jahrelang gegen die Möglichkeit der Leihmutterschaft stand. Ein Kind »auf Bestellung« ist in Deutschland verboten. Spahn und sein Mann haben ihren Sohn von einer Leihmutter in den USA austragen lassen, was dort rechtlich möglich ist. Auch der biologisch nicht verwandte Elternteil des Babys kann in Deutschland dann als Vater anerkannt werden.

»Homosexuelle sind keine schlechteren Eltern als Heterosexuelle«, sagt das Paar der »Bild«-Zeitung – was richtig ist, aber nichts mit der Leihmutterschaft zu tun hat. Auch heterosexuelle Paare nutzen diese Option. Es gibt zahlreiche andere Modelle, wie gleichgeschlechtliche Paare ein Kind bekommen können. Denkbar wäre eine Adoption oder eine Co-Parentschaft — für schwule Männer etwa mit einem lesbischen Pärchen. [….] Spahn selbst und seine CDU stemmen sich deswegen seit Jahrzehnten gegen eine Legalisierung. »Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht«, schrieb Spahn 2015 im »GQ«-Magazin, als der italienische Designer Domenico Dolce mit Elton John über die Frage in einen öffentlichen Streit geriet. [….] Zumal es nicht das erste Mal ist, dass Spahn den Eindruck vermittelt, für ihn gälten andere Regeln als für andere. Man denke nur zurück an das Jahr 2020, als der damalige Gesundheitsminister öffentlich wegen der Pandemie vor geselligen Treffen warnte, zugleich aber an einem privaten Spendendinner in Leipzig teilnahm. [….]

(Tim Lehmann, Spon, 16.04.2026

Lehmann spricht einen weiteren besonders verwerflichen Spahn-Move an: Die falsche Instrumentalisierung von Homophobie.

Es gibt einen besonderen Platz in der Hölle für Jussie Smollett, Gil Ofarim, Nikolas Puschmann, Frauen, die Vergewaltigungsvorwürfe erfinden und eben auch Jens Spahn.

(….) Aber es ist keine Petitesse, die Ofarim in Leipzig unterlief, sondern eins der größten moralischen Tabus überhaupt, welches weltweit für Aufmerksamkeit sorgte. Um Aufmerksamkeit für sich zu generieren, andere Menschen fälschlich der Vergewaltigung, Homophobie, des Antisemitismus zu bezichtigen, verdient einen besonderen Platz in der Hölle, Nicolas Puschmann!

(….) Gestern kam es zum Prozess und es kam erheblich schlimmer als erwartet. Puschmann begab sich offenbar auf Ofarim-Smollett-Pfade!

Er war volltrunken, aggressiv und unangenehm. Den gesamten homophoben Aspekt dachte er sich aus. Als er einen Platzverweis kassierte, rastete er komplett aus, pochte auf seine Prominenz und schrie:  Das lasse ich mir von einer fetten Sau, die noch nie im Leben gefickt hat, nicht bieten!

[….] Christian Lange ist der Verteidiger des Security-Chefs und sagt aus, dass sein Mandant am 03. Dezember 2021 zum Weihnachtsmarkt gerufen wurde, weil zwei Personen einen Wasserschlauch abgerissen hätten: Puschmann und sein Begleiter wurden dann dort angetroffen und passten auf die Beschreibung. Daraufhin habe er einen Platzverweis ausgesprochen. Es kam zum Streit und sein Mandant habe in Notwehr gehandelt: „Er hat ihn nicht mit der Faust geschlagen, sondern hat ihn lediglich mit der Hand von sich gestoßen und das in Notwehr, nachdem seitens des Anzeigenden nach ihm geschlagen worden ist.“ [….] Renata Behneke hat einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt und wird hautnah Zeugin der Auseinandersetzung zwischen Nicolas Puschmann und dem Sicherheitsbeauftragten. Im RTL-Interview erinnert sie sich: „Der Herr Puschmann hat sich daneben benommen. Er war stark alkoholisiert und wollte den Platz nicht verlassen und hat den Security-Mann aufs übelste beleidigt.“

Außerdem erzählt Renata Behneke: „Herr Puschmann sagte immer wieder. ‘Du weißt nicht, wer ich bin’ und hat ihn als fette Wanze betitelt“. Der Angeklagte soll dabei sehr ruhig geblieben sein: „Der Security-Mann hat immer gesagt, mir egal wer du bist - wer sich nicht benimmt, verlässt den Platz“. Dann soll Nicolas Puschmann den Sicherheitsbeauftragten angegriffen haben. „Herr Puschmann hat seine letzte Kraft genommen und ist auf den Security los, der sich dann letztendlich gewehrt hat. Und Herr Puschmann ist dann gestürzt.“  [….]

(RTL, 24.01.2023)

Der Security-Mitarbeiter wurde selbstverständlich freigesprochen und erwägt zivilrechtliche Schritte, weil er als vermeidlich Homophober keine Job mehr in Hamburg bekam.

Ich hoffe, es gibt einen besonderen Platz in der Trash-TV-Hölle für Puschmann. Er hat es allen echten Opfern von homophober Gewalt schwerer gemacht, weil nun alle homophoben Blogs, Kirchen, AfD-Politiker den Fall Puschmann als Argumentations-Ass zu ziehen werden, damit man den Opfern nicht glaubt.

Schande über Puschmann! Pfui!

(…..)   Einen ähnlichen Bärendienst leistete Gil Ofarim, der sich in Leipzig gekränkt fühlte, weil er am CheckIn des Westin Luxushotels nicht sofort als Superpromi erkannt wurde, darauf anfing rumzupöbeln, die Lobby verlies, draußen seinen David-Stern hervorkramte und über seine Social-Media-Kanäle jammerte, er sei antisemitisch beleidigt worden.

[….]  Doch der Musiker lässt sich nicht beruhigen, im Gegenteil. Folgt man der Darstellung der beiden Hotelangestellten, wird er nun ausfallend und redet sich in Rage. Ein Zeuge in der Lobby beschreibt Ofarim später gegenüber der Polizei als »frech«. Der Künstler sei an diesem Abend der einzige Gast gewesen, der sich über den langsamen Check-in beschwert habe. Videoaufnahmen zeigen, wie Ofarim im Streit mit den Armen gestikuliert und sich beidhändig auf dem Schalter aufstützt. Laut Sophie G. spricht er von einer »Frechheit«. Schließlich droht Ofarim, den Vorgang online zu thematisieren, das werde dann viral gehen – so schildern es sowohl Markus W., als auch seine beiden Kolleginnen sowie zwei Gäste direkt hinter dem Musiker. Vermutlich ist es jener von den Kameras festgehaltener Moment, in dem Ofarim die Hände mit schwungvollen Bewegungen ineinanderklatscht, wohl begleitet von den Worten: »Dann geht das auf Facebook und Instagram, bamm, bamm, bamm.«  [….]

(DER SPIEGEL, 31.03.2022)

Was für einen Bärendienst erweist Ofarim damit den Juden, die tatsächlich unter antisemitischen Anfeindungen leiden. Ihnen wird nun aber etwas weniger geglaubt werden.

[….] Als Gil Ofarim erklärte, er sei antisemitisch angegangen worden, glaubte auch ich ihm. Heute weiß ich es besser. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen, die Diskriminierung beklagen, nicht geglaubt werden sollte – im Gegenteil.  [….]

(Samira El Ouassil, 07.04.2022)

Ähnlich katastrophal verhielt sich der schwule, schwarze Schauspieler Jussie Smollett, der eine schwulenfeindliche Attacke auf sich inszenierte, um als Opfer Ruhm und Schlagzeilen zu bekommen.

[….]  Schauspieler Jussie Smollett zu 150 Tagen Gefängnis verurteilt. Er soll eine homophobe Attacke auf sich selbst vorgetäuscht haben: Nun muss Schauspieler Jussie Smollett für knapp fünf Monate in Haft – und eine hohe Geldsumme zahlen. [….]

(SPON, 11.03.2022)

Erbärmlich! Was für einen Bärendienst erweist Smollett Myriaden Schwulen in den USA, die wirklich homophob angefeindet werden und deren Berichten man nun skeptischer gegenüberstehen wird.

Im Sexualstrafrecht ist die „Falschbeschuldigung als Vergewaltiger“ regelrecht zum Mythos geworden, auf den sich tatsächliche Vergewaltiger nur allzu gern beziehen. (…)

(Bärendienste, 12.04.2022) (….)

Die „Schwulenkarte“ zu ziehen, um die Kritiker seiner Heuchelei in eine homophobe Ecke zu drängen, ist hochgradig verwerflich. Da herrscht Einigkeit von BILD bis SZ, von CSU bis Linke, von FAZ bis taz.

Da herrscht Einigkeit vom PP-Verschwörungstheoretiker bis EMMA. Das erlebt man auch nicht alle Tage.

[….] Nachdem Hendrik Streeck (CDU) ein Baby von einer Leihmutter gekauft hat, hat nun auch Jens Spahn in den USA geshoppt. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU hatte sich den Kampf dagegen auf die Fahnen geschrieben. Und nun? [….]

„Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‚Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.‘“ – Das sagte Daniel Funke, der Ehemann von Jens Spahn, der BILD-Zeitung.

[….] Es geht nicht um Elternschaft! Es geht um Menschenhandel, Herr Spahn!

Leihmutterschaft ist in Deutschland gesetzlich verboten – aber das scheint Jens Spahn nicht zu stören. Könnte er sich eigentlich auch eine Niere im Iran kaufen? Dort ist Organhandel auch nicht verboten. Mal konkret: Darf ein deutscher Politiker die deutsche Rechtslage ohne Probleme und mit Rückendeckung seiner Partei, ja vom deutschen Bundeskanzler unterlaufen? Scheinbar ja. Noch dazu darf er sich von der Bild-Zeitung bejubeln lassen. „Gott freut sich über jedes Kind.“ Der Zynismus kennt keine Grenzen!

Da kauft also der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Kind. Ausgerechnet ein Mitglied von den Parteien, die sich den Kampf gegen Leihmutterschaft im Koalitionsvertrag ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben haben und dafür eintreten, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten bleibt – weil es Menschenhandel ist. [….] Laut UN nimmt Leihmutterschaft weltweit zu. Der globale Markt wurde 2023 auf fast 15 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2033 die 100 Milliarden erreichen. Leihmütter erhalten davon in der Regel zwischen zehn und 25 Prozent der Gesamtzahlung. Die kann in der Ukraine bei 30.000 Euro liegen oder in den USA bei 120.000 Dollar. Der größte Teil des Geldes geht an Agenturen und Anwälte. [….] Spahn und sein Mann ziehen nun die „Homosexuellen-Karte“. „Homosexuelle sind keine schlechteren Eltern als Heterosexuelle“, sagen sie der BILD.

Doch darum geht es nicht. Es geht nicht um schwule Eltern. Es gibt auch Heterosexuelle, die Kinder bei Leihmüttern kaufen.

Es geht nicht um Elternschaft! Es geht darum, dass Frauen und Kinder zur Ware gemacht werden, Herr Spahn! Es geht um Menschen, die bestellt und verkauft werden. [….]

(Annika Ross, EMMA, 15.07.2026)

Beim Thema Leihmutterschaft, die meiner Ansicht nach legalisiert gehört, aber von Emma-Feministinnen und rechtskonservativen Christen gleichermaßen abgelehnt wird, geht es keineswegs um Homosexualität oder Heterosexualität. Spahn könnte mit einer Frau verheiratet sein und handelte gleichermaßen moralisch verkommen, wenn er sich über die Regeln für andere hinwegsetzt.

Sein Schwulsein ermöglicht ihm allerdings, mit seinen falschen Anschuldigungen, noch tiefer zu sinken.

Ich verachte und verabscheue Jens Spahn. Ich wünsche ihm kein persönliches Glück. Ich halte sein politisches Wirken für fatal und demokratieschädigend. Er schadet dem Volk, er schadet Deutschland mit fast allem, das er tut. Mir fällt nur ein Aspekt von Spahns Persönlichkeit ein, gegen den ich wirklich gar nichts habe: Daß er rein zufällig schwul ist.