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Samstag, 5. September 2026

Schöne Männer wollen Liebe

Geschenkt, daß sich Looksmaxxing-Männer mit Hämmern selbst ins Gesicht ballern, empfinde ich als ausgleichende Schmerz-Gerechtigkeit. Schließlich waren es zuvor überwiegend Frauen, die sich plastic-surgery-Prozeduren unterzogen. Von einigen männlichen honorable mentions, wie Michael Jackson, Mickey Rourke, Pete Burns abgesehen.

Nun aber kommt das Looksmaxxing auf breiter Front. Mann quält sich nicht nur im Gym und beim manischen Proteinpulver-Fressen, sondern will nun auch noch ein markant-optimiertes Gesicht dazu.

[….] Man würde zum Beispiel gern über die halb berufsjugendliche, halb kraftmeierische Kunstsprache lachen können, in der Teile der Trump-Regierung inzwischen Grenzpolitik und militärische Gewalt wie eine besonders testosteronlastige Lifestyle-Entscheidung klingen lassen. Der »Guardian«  analysierte dazu vor einigen Tagen einen Post des US-Verteidigungsministeriums. Auf X schrieb das Ministerium über den Stand des Irankriegs: »Low cortisol. Locked in. Lethalitymaxxing.«

Übersetzt in normales Deutsch heißt das ungefähr: ruhig bleiben, fokussiert sein, die eigene Tödlichkeit maximal hochfahren. Auch andere offizielle US-Regierungsaccounts »maxxen« inzwischen Dinge – die gute, amerikanische Lebensart zum Beispiel (»lifestylemaxxing«). [….] Die quatschig klingenden Vokabeln haben einen brutalen Hintergrund. Hinter ihnen steckt eine misogyne, hypermännliche Weltsicht, die das Leben als ständigen Kampf begreift – und die ihren Ursprung in der Szene der sogenannten Looksmaxxer hat. Was auf den ersten Blick wie eine Community allzu emsiger Beauty-Influencer klingen mag, ist eine männlich dominierte Onlinekultur, die in den vergangenen Monaten durch immer extremere Selbstzurichtungen, Widerwärtigkeit und eine aggressiv memefizierte Kunstsprache auffällig wurde. [….] Die Kernannahme der Looksmaxxer: Aussehen ist die einzige relevante Währung, wenn es um Status, Erfolg und letztlich den Wert eines Menschen geht. Deshalb muss der eigene Körper, sehr oft speziell das Gesicht, in Richtung Perfektion bearbeitet werden: Kieferlinie, Wangenknochen, Körperfettanteil, Haaransatz, Augenpartie – alles wird vermessen, bewertet, gerankt und zum Gegenstand eines endlosen Optimierungsprojekts erklärt.

»Softmaxxing« beschreibt dabei vermeintlich sanftere Maßnahmen, etwa eine bestimmte Zungenhaltung, um langfristig den Kiefer zu formen, oder exzessives Kaugummikauen, um das Gesicht markanter zu modellieren. »Hardmaxxing« bezeichnet dagegen drastischere Eingriffe: Kieferoperationen, Implantate, Steroide, extreme Appetitkontrolle. Die bizarrste Prozedur dürfte das sogenannte »Bone smashing« sein, bei dem sich Looksmaxxer mit einem Hämmerchen wiederholte Schläge auf Kiefer- oder Wangenknochen zufügen, um die Knochensubstanz leicht anzutrümmern und markanter nachwachsen zu lassen – eine überdrehte Idee von Männlichkeit soll nicht nur gelebt, sondern buchstäblich in den eigenen Schädel hineingehämmert werden. [….]

Looksmaxxing ist deshalb eng mit der Incel-Szene und jenem rechten Online-Männlichkeitsmilieu verbunden, das als Manosphere bekannt ist. Eine Gemeinsamkeit ist etwa die Art, mit der über Frauen gesprochen wird: Sie werden oft als »foids« bezeichnet, eine Form sprachlicher Entmenschlichung. Der Begriff ist die Kurzform von »female humanoids«, der Frauen als »menschenähnliche« Fremdwesen einsortiert. Andere Bezeichnungen wie »slayables« (»Erlegbare«) treiben diese Logik weiter. Frauen werden zur Beutefantasie in Slangform, sie sind keine Menschen mehr, sondern »etwas«, das man sich holen und bezwingen kann. [….] 

 

Looksmaxxer-Jargon ist für autoritäre Politik attraktiv. Er übersetzt politische Grundsätze in eine Frage körperlicher oder biologischer Wertigkeit. Nicht Argumente zählen, sondern Auftreten, Härte, Dominanz. Wer stark aussieht, muss auch stark agieren. Wer zögert, gilt schon als verdächtig weich. Mit ihren Begrifflichkeiten verwandeln die Looksmaxxer soziale Komplexität in Statuskampf. Statt pluraler Realität bietet diese Sprache eine simple Sortierung an: Sieger oder Loser. [….]

(Anja Rützel, 09.03.2026)

Looksmaxxer kommen also üblicherweise mit viel Schwurbel, Fascho und Misogynie daher.

Sie entstammen der gleichen braunen Brühe, wie die INCELS, involuntarily celibates, jene bumsaffine Jungmänner, die in den Kellern ihrer Mütter wohnen, charmant wie Jabba the hutt, auftreten und sich einbilden, aufgrund ihres XY-Chromosomensatz ein Recht auf sexuelle Verfügbarkeit der Frauenwelt hätten.

Nun ist der Wunsch nach Kopulationen bei hormongesteuerten Teen- und Twen-Jungs kein völlig neues Phänomen. Den gab es in meiner Jugend in den 1980ern, genauso wie in der meines Vaters, in den frühen 1950ern und mutmaßlich auch bei seinem Vater. Ich spreche nicht für alle Männer, nicht für alle sozialen Gruppen, nicht für alle sexuellen Vorlieben. Aber bisher reagierte die sich subjektiv untervögelt fühlende Männerwelt mehrheitlich, indem sie versuchte in irgendeiner Form für sich zu werben.

Daraus entstand eine ganze Kulturgattung von Minnesang über Flirt bis zu Date-Einladungen.

Neu im Zeitalter des Internets sind involuntarily untervögelte Männer, die sich nicht Frauen zuwenden, sondern lieber kriminellen Gurus, wie Andrew Tate, die den involuntarily celibates predigen, involuntarily Sex zu haben. Statt um Frauen zu werben, nun also Sex gegen den Willen der Frau, weil der eigene Sexwunsch moralisch dem Selbstbestimmungswunsche der Frauen übergeordnet wird. So einfach ist das.

Ihr vergewaltigendes Idol, das einst predigte, mit 500 Liegestützen erreiche man die mentale Stärke, um Frauen seinen Willen aufzuzwingen, hockt allerdings gegenwärtig im Knast von Miami. Also versammeln sich seine untervögelten und unterbelichteten Jünger nun vor dem Gefängnistor, um ihrem Idol mit männlichen Liegestütz-Wellen beizustehen.

Wer nicht ganz so muskulös ist, geht nun zum pheromone-maxxing über: Nicht mehr duschen, kein Deo, nie mehr die Klamotten in die Wäsche stecken, nie die Bettwäsche wechseln und Urin-Trinken!

Denn je mehr man stinkt, desto mehr kämen die männlichen Pheromone durch und machten die Stinker sexuell unwiderstehlich. Das sei die Alpha-Männlichkeit, nach der sich die Frauenwelt sehne.

Stolz präsentieren sich TikTioker, die sich seit Jahren nicht geduscht haben. Der Trend greift so weit um sich, daß Lehrer an US-Hochschulen vor ihren Vorlesungen bereits an die männlichen Studenten appellieren, doch bitte endlich wieder zu duschen, weil sich ihre Kommilitoninnen über die olfaktorischen Attacken beschweren.

Mir erschließt sich immer noch nicht ganz wieso Männer, die mehr (sexuellen) Kontakt mit Frauen möchten, nicht lieber auf Frauen hören, sich nach deren Wünschen richten, statt auf abstoßende Männer zu hören, die ihnen einreden, Sex gegen den Willen der Frauen, sei „die Lösung“. Aber ich wähle auch nicht Trump oder die AfD.

Montag, 31. August 2026

Mächtige rechte Schwule

Es war immer, ist und bleibt verdächtig, wenn heterosexuelle Männer ein geradezu manisches Verhältnis zur Homosexualität haben. Wenn sie hysterisch jede angeblich schwule Schwingung wahrnehmen, ihren Geschlechtsgenossen homophiles Verhalten attestieren und sich über alle Maßen empört, angesichts queerer Sichtbarkeit äußern.

Es reicht ein bißchen Küchenpsychologie, um zu ergründen, welche Ängste und Unsicherheiten zu Grunde liegen, wenn jemand so extrem auf eine Form der Liebe reagiert, die ihn (angeblich) nicht betrifft.

Homophobe „Schwule im Schrank“ verdienen Mitleid, weil ihr heimliches Leben, das ständige Unterdrücken von Gefühlen, die ständige Angst vorm Outing anstrengen.

Wenn aber Homophobie zu Schwulenhass wird, handelt es sich nicht mehr um eine Privatangelegenheit, sondern um eine Grausamkeit, die unsere Gesellschaft bekämpfen muss.

Es gibt keine exakten Zahlen, aber um die 40% der obdachlosen Jugendlichen in den USA sind queer. Ihr Anteil liegt also rund viermal höher, als statistisch zu erwarten wäre. Die Gründe dafür liegen natürlich im christlichen Hass; der Homophobie ihrer Elternhäuser. „Family Values“ sind familienfeindliche Werte, die Eltern nicht nur gegen ihre eigenen Kinder aufhetzen, sondern sie buchstäblich aus dem Haus jagen.

Hier handelt es sich bei der familiären Homophobie um eine Form der Grausamkeit gegen Jugendliche, die natürlich keine Privatsache mehr ist, sondern das Eingreifen des Staates erfordert.

Heimlich schwule Männer engagieren sich traditionell gern in extrem schwulenfeindlichen Vereinen, wie der katholischen Kirche oder den US-Republikanern, weil sich als lautstarker Schwulenhasser am sichersten vor Verdächtigungen und Entdeckung fühlen. Die Laufbahn als katholischer Geistlicher erscheint wegen des Zölibats und der Abwesenheit von Frauen gleich mehrfach attraktiv: Man umgeht die skeptischen Fragen, wieso man nicht in einer heterosexuellen Beziehung lebt, kein Interesse an Frauen zeigt und sich vorzugsweise unter gleichgesinnten Männern in Kleidern aufhält.

Im Vatikan ist die Schwulenquote so hoch, daß ganz selbstverständlich rund um den Petersdom Callboys ein- und ausgehen. Jeder ist an den allgegenwärtigen käuflichen Sex unter Männern gewohnt, jeder toleriert es, solange nur alle öffentlich lügen und niemand laut ausspricht, was jeder weiß.

Unter GOP-Toppolitikern ist es etwas schwieriger, weil „Junggesellen“ wie der jüngst verstorbene mächtige US-Senator Lindsey Grahamständig verdächtigt werden schwul zu sein.


 Immer wieder gingen Fälle von männlichen Sexworkern durch die Medien, die mutmaßlich von Graham angeheuert wurden. Selbstverständlich sind private sexuelle Vorlieben Tabu und es verbietet sich, andere Menschen zu outen.

Aber da gibt es eben diese eine Ausnahme; wenn es sich bei dem gegen seinen Willen Geouteten um eine mächtige Person handelt, die dezidiert schwulenfeindliche Politik macht.

Das war bei Graham ganz klar der Fall, wie das GAP - The GLAAD Accountability Project catalogs anti-LGBTQ rhetoric and discriminatory actions of politicians, commentators, organization heads, religious leaders, and legal figures, who have used their platforms, influence and power to spread misinformation and harm LGBTQ people – auflistet.

Ein mächtiger Mann, der über Jahrzehnte, brutal und unmenschlich gegen andere Queere vorging, hat den Schutz seiner sexuellen Privatsphäre verspielt.

Graham war aber beileibe kein Einzelfall. Wöchentlich verstricken sich prominente Republikaner, christliche Anführer und besonders viele MAGAs in schwule und pädophile Skandale.

In einem 80-Minuten Interview mit Luke Beasley sprach Präsidentensohn Hunter Biden das Thema offen an.

[…] The teasing followed Biden’s more pointed recent venture into queer politics. During a July appearance on the “I’ve Had It” podcast, he argued that Washington was controlled in part by a Republican “closetocracy” — closeted politicians who turn their internal conflict into anti-LGBTQ+ vitriol. “Everybody knows there is this closeted gay mafia, largely Republican, that exists in Washington, D.C.,” Biden said, as The Advocate previously reported. He argued that the politicians’ sexualities were relevant because their alleged hypocrisy affected how they wielded power.  [….]

(them, 28.08.2026)

Papst Ratzi sprach von der „Homo-Mafia im Vatikan“. Offenbar gibt es so etwas auch in Trumps GOP; die „Republican closetocracy”, eine leider höchst destruktive und gefährliche Gruppe, deren offenkundig schwule Mitglieder eben nicht so locker wie der (heterosexuelle) Hunter Biden mit dem Thema umgehen, sondern brutale queerfeindliche Politik umsetzen.

Bei republikanischen Großveranstaltungen bricht regelmäßig die schwule Sexdating-App Grindr wegen Überlastung zusammen, weil all die closeted Gays der radikal homophoben GOP, miteinander rammeln, wie die Karnickel.

[…] Love – or at least a spike of users on the gay dating app Grindr – was reportedly in the Milwaukee air this week while the Republican National Convention was in town.

Over 1,000 users reported a Grindr outage in the Milwaukee area around 4 p.m. on Tuesday, according to Downdetector, a website that collects online service status information.

The Grindr app also allegedly experienced problems in the Cream City on Thursday— the fourth and final day of the RNC — as well as in Chicago, Los Angeles, and New York. However, Grindr's official status updates show there hasn't been an outage since May.  […]

(Newsweek, 19.07.2024)

Mike Johnson, der nach Trump und Vance drittmächtigste Mann der USA, scheint eine Schlüsselfigur zu sein und fällt mit besonders radikalem öffentlichen Schwulenhass auf – so wie einst Mike Pence.

[….] Speaker of the House Mike Johnson’s homophobic and transphobic views can’t be overstated. He backed a measure barring transgender people from using bathrooms aligned with their gender identity in the U.S. Capitol; he has supported criminalizing gay sex, was an attorney for the far-right Alliance Defending Freedom, defended “gay conversion therapy” organizations like Exodus International; and the Human Rights Campaign dubbed him the “most anti-equality” speaker in U.S. history. Even Meghan McCain called the Trump ally a “raging homophobe.”

But his anti-LGBTQ+ beliefs and Johnson’s more than 25-year marriage to a woman, with whom he shares four children, haven’t stopped years of gay rumors from spreading about the vocal MAGA supporter.

The search term “Mike Johnson Grindr” started trending in 2025 when an anonymous man went viral on TikTok after making unsubstantiated claims that he had proof Johnson had a private Grindr profile and threatening to make it public unless the Trump administration released the Jeffrey Epstein files. No such evidence was produced. More rumors spread when Johnson admitted that he and his son monitor each other’s porn habits.  […]

(Advocate, 20.08.2026)

Der Mann ist absolut besessen von seinem Hass auf Schwule. Offiziell ist Mike Johnson natürlich weiterhin mit seiner Frau verheiratet, aber tatsächlich lebt der fromme Schwulenhasser mit „seinem Pastor“ in einem Washingtoner Townhouse.

Donnerstag, 27. August 2026

Unverheirateter Mann im Kleid wider die Queerness


 Wie rechtsradikal Stefan Oster, der 1965 in Amberg geborene Ordenspriester der Salesianer Don Boscos ist, bemerkte ich als Rudolf Gehring-Fan bereits kurz nachdem er 2014 Bischof von Passau wurde. Der religiöse Fanatiker Gehrig, mittlerweile beim ultraorthodoxen Religioten-Sender EWTN untergekommen, wurde zum kleinen jugendlichen Liebling des bayerischen Kirchenfürsten, traf sich immer wieder mit ihm, stellte 2017 für seinen EWTN-Knaller „Rudolf will’s wissen“ gleich fünf Interviewsendungen auf die Beine.

Es „matchte“ offenbar sofort. Der Jugendbischof und sein 28 Jahre jüngerer lediger Freund, begannen sogar an einem gemeinsamen Buch zu arbeiten, welches 2021 erschien.

Das in homöopathischer Stückzahl erschienene „Den ersten Schritt macht Gott: Über Erfüllung, Berufung und den Sinn des Lebens“ kam natürlich nie über die erste Auflage hinaus und schaffte es auf den Amazon Bestseller-Rang: Nr. 652.071.

Aber den auszölibatärten Stefan und seinen strammen Bewunderer Rudi kümmern gesellschaftliche Relevanz und finanzielle Erfolge genauso wenig, wie wissenschaftliche Fakten. Sie haben ja sich und befruchten sich gegenseitig. 

Das reicht ihnen. Den schwer reiche US-amerikanische EWTN-Mutterkonzern und die RKK, als größte Immobilienbesitzerin der Erde, im Rücken zu haben, hilft aber auch.

Und ihre gemeinsame Liebe zu Gott, die brüderliche Liebe unter Christen, schweißt sie zusammen. Natürlich nur rein platonisch. Alternde katholische Kirchenfürsten sind schließlich gar nicht dafür bekannt, erotisches Interesse an Jungs, bzw jungen Männern zu zeigen. Und Oster schon mal gar nicht. Der mag keine Homos.

[….] Der Bischof von Passau hat offenbar kein Problem damit, Homosexuelle in die Nähe von Kriminellen zu stellen. "Sogar zwischen den Mitgliedern einer Gangsterbande", schrieb Stefan Oster im Mai auf Facebook, "werden nicht selten 'Werte' wie Verlässlichkeit, gegenseitige Fürsorge oder Loyalität hoch geschätzt." Daher reiche der Hinweis auf solche Werte keinesfalls aus, um homosexuelle Partnerschaften zu akzeptieren.

Der 50-Jährige gibt sich als moderner Bischof, mit Smartphone und Internetauftritt, doch seine Karriere basiert auf Dogmatismus. "Die Kirche glaubt nämlich aufgrund der ihr geschenkten Offenbarung", schreibt Oster, "dass ausgelebte sexuelle Praxis ihren genuinen und letztlich einzig legitimen Ort in einer Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau hat, die beide offen sind für die Weitergabe des Lebens und die bis zum Tod eines der Partner einen unauflöslichen Bund geschlossen haben."  [….]

(Der Spiegel, 16.08.2015)

So wird man Bischof. So wird man zum EWTN-Liebling. So erwirbt man sich die Bewunderung des damals 21-Jährigen Rudis.

Er fühlt sich zwar generell unter Männern in bunten Kleidern, die nichts mit Frauen zu tun haben wollen, am wohlsten, aber nicht, wenn diese ihre bunten Kostüme beim CSD präsentieren.

[…] Entsetzen über Predigt in katholischer Kirche: Christopher Street Days laut Bischof Gefahr für die Demokratie[…] Stefan Oster hat in einer Predigt in Altötting queere Vielfalt attackiert. Er behauptet, sie entspreche nicht dem biblischen Menschenbild und fördere den Wunsch nach einer Diktatur.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat in einer Predigt in Altötting anlässlich Mariä Himmelfahrt über CSD-Teilnehmende gesprochen. Oster beschrieb die Entfernung der deutschen Gesellschaft vom biblischen Menschenbild als Gefahr für die Demokratie: Der Geistliche behauptete, „… dass andere Menschenbilder als unseres, noch dazu in aller möglichen Vielfalt, beinahe automatisch dazu tendieren, dass das Auseinander und Gegeneinander der verschiedensten Interessen zunimmt. Und damit zugleich der Ruf zunimmt nach der einfachen und schnellen Lösung durch eine starke Autorität an der Spitze, die sich durchsetzt und den Laden noch zusammenhält.“

Der 61-Jährige sagte, dass die beim CSD „offen zur Schau gestellten Lebensweisen, sexuellen Präferenzen und angeeigneten Identitäten“ zwar ein „Ausdruck der Freiheit der Menschen“ seien, den die Demokratie ermögliche. Der gemeine Christ müsse das achten, aber nicht „gut heißen“. Er glaube, „dass die geglaubte Nichtexistenz Gottes den Spielraum dessen, was im Kontext rund um Geschlecht und Gender möglich ist, massiv erweitert hat. Und dass das meiste davon gerade nicht dem biblischen Menschenbild entspricht“. […]

(Merkur, 25.08.2028)

Um es noch einmal klar zu stellen: Ich schätze Bischöfe und katholische Journalisten, die wie Steffi und Rudi, ihre Menschenverachtung klar ausdrücken.

Es hilft dabei, mehr Menschen zum Kirchenaustritt zu bewegen und mehrt die Hoffnung, diesem Kind€rf!ckerverein endlich die Gemeinnützigkeit und die finanzielle Förderung zu entziehen.

Nicht hilfreich sind hingegen Queere, die wie HUK oder das LSBT+Komitee, die radikal schwulenfeindlichen Positionen auch noch stärken, indem sie den Verein durch ihre Mitgliedschaft und ihre finanziellen Beiträge unterstützen.

[….] Der Passauer Bischof Stefan Oster hatte bei einer Predigt zu Mariä Himmelfahrt den Atheismus für CSDs verantwortlich gemacht und queere Menschen praktisch beschuldigt, durch ihre Existenz die Demokratie zu gefährden (queer.de berichtete). Das Katholische LSBT+ Komitee, ein Netzwerk für queere Gläubige, sowie der Passauer Bundestagsabgeordnete Luke Hoß (Linke) haben diese Äußerungen inzwischen scharf kritisiert. Hoß legte dem Bischof sogar den Rücktritt nahe.  Das Katholische LSBT+ Komitee bezeichnete die Äußerungen Osters als "abwegig" und kritisierte, dass Oster gerade jetzt sexuelle und geschlechtliche Minderheiten attackiert: "Queere Menschen werden in unserer Gesellschaft zunehmend angegriffen. Der Christopher-Street-Day stellt sich dem entgegen und steht für Sichtbarkeit, gesellschaftliche Akzeptanz, Freiheit und gleiche Rechte. Umso erschütternder ist, dass Bischof Oster kein Wort über den Anschlag auf den Berliner CSD verliert", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. "Dieser Angriff hätte eine klare Verurteilung und unmissverständliche Solidarität mit den Betroffenen erfordert. Wo Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung abgewertet, angegriffen oder ihrer Rechte beraubt werden, ist seine Stimme nicht zu hören." […..]

(Queer.de, 25.08.2026)

Jeder, der in der Gehrig-Oster-Kirche Mitglied bleibt, ist Teil des homophoben Problems. Es sollte keine Gemeinsamkeiten mit der RKK geben. Nur Widerstand.

[….]  Luke Hoß: „Queer sein ist normal. Leute, die das nicht einsehen wollen, wie Bischof Oster, sind die wahre Gefahr für Demokratie und friedliches Zusammenleben. Sie zahlen ein auf eine gesellschaftliche Stimmung, in der CSDs zunehmend angegriffen werden. Ein Rücktritt Osters ist, nach unzähligen Entgleisungen, mehr als überfällig.“

Hoß ruft weiter dazu auf, sich an CSDs, wie am Sonntag in Regen, zu beteiligen. Man sehe an diesem erschreckenden Beispiel, wie bitter notwendig der Kampf um gleiche Rechte und Würde sei.

Bereits in der Vergangenheit fiel Oster unangenehm auf: So kolportierte er unter anderem, dass das Ausleben von Homosexualität eine Sünde sei und befürworte deshalb die Enthaltsamkeit von homosexuell lebenden Menschen. Er sprach in diesem Kontext außerdem von "Heilung". 2015 nannte er ausgelebte Sexualität ausschließlich in der Ehe zwischen Mann und Frau als legitim und bezeichnete andere sexuellen Beziehungen als "Unzucht". […]

(Jakob Hagenberg, 24.08.2026)

Samstag, 1. August 2026

Spaßvögel

Es gibt wirklich wenig zu lachen in der Welt. Heute vor fünf Jahren starb Martin Perscheid, den ich täglich vermisse. Loriot ist sogar schon 14 Jahre tot, findet aber immerhin in Fritze Merz einen Wiederkehrer.

[….]  Kennen Sie den? Den legendären Sketch, der vor fünf Jahrzehnten zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt wurde und zu den schönsten von Loriot gehört: »Zimmerverwüstung« oder »Das schiefe Bild«?

In der CDU scheinen sie ihn fast alle zu kennen. Die Funktionäre aus Präsidium und Vorstand, die ihn in diesen Tagen per WhatsApp verbreiten. Die Christdemokraten in den Landes- und Bezirksverbänden, in deren Chatgruppen der Sketch kursiert, und natürlich die Parteimitglieder ganz unten, auf der Kreis- und Ortsebene.

»Der Kanzler am Werk« wird dazugeschrieben. Und dann sieht man Loriot als Beamten im Außendienst in Mantel und Anzug im Wohnzimmer auf einem Sessel sitzen. »Sie möchten sich noch etwas gedulden«, vertröstet ihn das Dienstmädchen und stellt das Radio an, aus dem der »Piccolo Bolero« plärrt. Der Beamte muss warten, er langweilt sich, und da fällt ihm auf, dass eines der Bilder schief hängt. Damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Als er das Bild richten will, fällt ein zweites aus dem Rahmen und das dritte auf den Boden. Er kriecht hinter das Sofa und stößt dabei erst den einen, dann den anderen Beistelltisch um. Er rutscht auf dem Flokati aus, wirft den Couchtisch um, schließlich kracht das Geschirr aus dem Regal, es fällt um, erst das eine, dann das andere, und am Ende taumelt er, den linken Fuß im Flokati verheddert, aus dem verwüsteten Zimmer dem Dienstmädchen entgegen und stammelt: »Das Bild hängt schief.«

Ob das Tragische manchmal komisch sei, wollte der Journalist Gero von Boehm 1986 von Loriot wissen, und der antwortete, es sei sicher benachbart. Der Begriff der Tragik sei nur auf den »Begriff, unschuldig schuldig zu werden«, zurückzuführen, sagte Loriot: »Und das ist natürlich auch komisch. Wenn jemand etwas tut, was er in aller Unschuld tun wollte, und damit etwas Verheerendes anrichtet, ist das hart an der Komik.«

Deshalb wird das kurze Video in der CDU so oft geteilt. Weil nicht nur Tragik und Komik so enge Verwandte sind, sondern auch Komik und Lächerlichkeit. Und ist es nicht tragisch, komisch und gleichzeitig auch ein wenig lächerlich, wie Friedrich Merz den Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn nutzen wollte, seine müde Koalition mit einer großen Kabinettsumbildung endlich in Schwung zu bringen, und stattdessen eine breite Schneise der Verwüstung in seiner Partei hinterließ? [….]  In den vergangenen Tagen haben sie hilflos zusehen müssen, wie sich der Kanzler mit jedem Problem, das er lösen wollte, mindestens zwei neue einhandelte. Wie bei Loriot. Erst fällt das Bild aus dem Rahmen, dann kippt der Beistelltisch um, dann der Couchtisch, das Regal, und am Ende klebt auch noch der Flokati am Fuß. [….]

(Konstantin von Hammerstein, Christian Teevs 30.07.2026, DER SPIEGEL 32/2026)

Die konservative Realsatire ist das Beste, das der Welthumor derzeit zu bieten hat.

Sagenhaft, wie sich Trump und Merz durch die Tagespolitik dilettieren. Da müssen Extra3 und Heute Show nur die Kamera draufhalten und ernten Lachsalven. Das Publikum liegt am Boden und hält sich die Bäuche.

Besonders toll sind ihre religiotischen Brüder aus der Christfluencer Szene, die sich bibeltreu durch Social Media zappen und den erstaunten wichsaffinen Teens und Twens erklären, wie enttäuscht Jesus von ihnen ist, wenn sie mit der Nudel spielen, um ihren Nucleus accumbens und den Hypothalamus mit Dopamin und Oxytocin zu spülen. Gott mag das gar nicht und passt genau auf.

Die bemuskelten NoFab-Influencer aus dem angelsächsischen Sprachraum sind Comedy-Gold! Jedes Mal wenn sich „untenrum“ etwas bei ihnen etwas zu regen droht, reißen sie sich das Shirt vom Leib, schalten die Tiktok-Kamera ein und erzählen ihren horny followern, wie sie in Versuchung geführt werden, aber nun nach sechs Monaten, acht Monaten 14 Monaten, ohne Masturbation natürlich nicht rückfällig werden möchten und daher schnell ins Gym rasten, um sich mit Sport und Bibelkunde über Earpods zu derigieren.

Ihre germanischen Kollegen gehen kopflastiger vor und finden bei der gemeinsamen Exegese den Ausweg aus der Onanie.

Jesus und seine 12 Jünger gingen nicht ins Gym; sie bacchanalisierten ihre Triebe in reinen Männerrunden. Mann trug Kleid und Jesus sorgte für steten Nachschub von Hochprozentigem.

Dieser Form der All-male-Masturbationsprävention, also den antiken Darkroom, möchten wichswidrige US-Christfluencer nun mit frauenfreien Fitnessstudios nachahmen. THE LUST-FREE GYM. In Oklahoma.


[….] Men-only gyms seek to protect Christian men from lust[….] White conservative Christian men are rising up all over the nation to take their place at the top of their families, churches and communities.

We’re witnessing their rise to power through the Rededicate 250 events where men like Mark Driscoll called on young men “to get married, to build your business, to get into politics, and also to in every way empower your church to be the tip of the spear for the fight against evil.” [….] But of course, male-only voting booths, pulpits and annual conferences are one thing. How can men survive the daily grind of being around women and become the warrior kings the Doug Wilsons and Mark Driscolls of the world want them to be?

To reach that peak, the Christian manosphere believes men need to be in top physical and spiritual shape. So one way they’re proposing to accomplish that is through “lust-free” gyms. [….] These stories typically begin with men recounting their past indulgence in pornography, adultery and other vices.

“Why are we men’s only? Who are we?” asks Jeff Hambrecht, founder of Proverbs 27:17 Fitness in Oklahoma City. “In a nutshell, one of the No. 1 places affairs and infidelity occur, cheating, is the gym. Byproduct is someone who had an affair in my previous marriage. Doesn’t work out well for you fellas.” [….]

(baptistnews, 22.07.2026)

Eine tolle Idee, mit der sie schnell viral gingen.

Men-only gyms seek to protect Christian men from having self control and treating women with respect while indulging in homo*rotic Alpha femboy stuff

— Liberaltarian™ (@spatially) July 24, 2026

A bunch of h*rny, sweaty Christian men n*ked in the showers? What could go wrong? pic.twitter.com/HcuigS8HRt

— Maximum atheist (@Maximumatheist) July 23, 2026

Yeah, OK
That’s what’s gonna happen
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 pic.twitter.com/pUJfe7GLgy

— @Oh Jeff Fa Fa 🤣 (@convoyparody) July 26, 2026

pic.twitter.com/5MGrjhCo6T

— Ozzdog12-Polar Destroyer creator (@Ozzdog12) July 24, 2026

Y'all should just gouge your eyes out like the Bible tells you to do. https://t.co/tONqjbIBYn

— Sarah Ironside 💙 (@SarahIronside6) July 24, 2026

Oh yeah that’ll definitely prevent any lustful outbreaks thank god https://t.co/NmxUfQJ3Kx

— JJ in NH (@JustJoshinNH) July 23, 2026

Will Grindr be blocked in the gym as well? https://t.co/gsOzZGhg8z

— Pink Pony Club Sandwich 🦄 (@AJSolis9) July 23, 2026

 

Das funktioniert sicher ähnlich gut, wie im Vatikan, wo es bekanntlich auch keine Masturbation und keine Homosexualität gibt!

[….] To join, members must sign strict covenants pledging loyalty to traditional heteronormativity. The solution to avoiding women? Building a lavish, men-only fortress where sweaty, pumped-up guys can lift together, share their deepest vulnerabilities, hit the sauna, and intensely focus on each other’s spiritual and physical growth.

From a queer perspective, it’s absolute comedy gold. In their frantic effort to banish female distraction, these gym bros accidentally engineered the ultimate, high-intensity male bonding club.

Nothing says “strictly straight” quite like carving out a sacred space where men can gather in minimal clothing, admire physical strength, and build radical interpersonal intimacy – all while insisting it’s strictly for Jesus. But hey, if the path to working on their “struggles” requires building a dedicated brotherhood sanctuary complete with post-workout sauna sessions, who are we to judge their journey?  [….]

(TheFightMag, 28.07.2026)

Samstag, 11. Juli 2026

Womit Friedrich Merz seinen Terminplan füllt.

Der Bundeskanzler ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kann sich nicht persönlich um jeden Pipifax kümmern. Das Umschmeicheln der Überreichen, immer wieder Trumps Hintern küssen, permanent Arme, Schwache, Kranke, Minderheiten beschimpfen, dauernd zu lügen, kosten viel Zeit.

Busy, busy, busy. Da muss der Fritzekanzler Prioritäten setzten. Wenn 300 Millionen EU-Bürger massiven Ozon-Belastungen ausgesetzt werden und laut Robert-Koch-Institut 5.120 Menschen in Deutschland durch die Juni-Hitzewelle und nicht vorhandene Schutzpläne sterben, ist das eindeutig nicht relevant genug, um die kostbare Aufmerksamkeit des Regierungschef zu erregen. Für die Petitesse twittert sein Social Media-Team nicht!

[….] Nach der Hitzewelle Ende Juni, bei der etwa 4.100 Menschen gestorben sind, fordert die Grünen-Politikerin Lisa Badum einen Gedenktag für die Hitzetoten. „Es geht darum zu zeigen, dass die Klimakrise nichts Abstraktes ist oder nur weit entfernt in Pakistan und Bangladesch stattfindet, sondern bei uns zusätzliche Tote nach sich zieht“, sagte Badum der taz.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) tötete die Hitze in diesem Jahr bereits 4.400 bis 5.800 Menschen, darunter vor allem Menschen über 85. Das sind mehr als doppelt so viele Hitzetote wie im gesamten vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Bei der durch den Klimawandel verschärften Ahrtal-Katastrophe im Jahr 2021 starben 135 Menschen, im Straßenverkehr kam es 2025 zu etwa 2.800 Todesfällen. [….] „Hitzetote sind unsichtbar, sie sterben in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen“, sagt Badum. Um Menschen zu schützen, seien politische Maßnahmen bei Klimaschutz und Hitzeanpassung nötig. „Aber ein Gedenktag ist als Symbol wichtig.“ [….]

(taz, 10.07.2026)

Doofe linksgrüne Spinner. Wie kann man nur so zimperlich wegen ein paar Tausend Toten sein? Dazu kommt dem Chef der Christenpartei kein Satz des Bedauerns über die Lippen.

 


Aber dafür arbeitet die Kanzlerpartei auch intensiv daran, die Erderhitzung durch Blockade der erneuerbaren Energien und Multimilliardengeschenke an die Fossillobby zu beschleunigen. Es sollen noch viel mehr Menschen in Deutschland durch Hitzewellen sterben.


[….] Die Hitzewelle im Juni hat über 5.000 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf eine halbe Milliarde Euro pro Tag. Manchen ist das offenbar nicht genug. [….]

(@michlalbrt.bsky.social, 11.07.2026)

[….] Eigentlich soll Deutschland im Jahr 2045 klimaneutral sein. Doch führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern nun mehr Zeit: Deutschland solle das europäische Datum 2050 übernehmen.

 

In der Diskussion um die Klimaneutralität Deutschlands werden Rufe nach einem Aufschub um fünf Jahre laut. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der Welt am Sonntag. [….] Nach Ansicht des Chefs der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, und des Vorstandsvorsitzenden von RWE, Markus Krebber, würde eine Verschiebung des Zieldatums eine Möglichkeit zur Entlastung der deutschen Industrie nach Jahren der Rezession und Stagnation bieten. [….] Der bisherige deutsche Sonderweg, fünf Jahre vor der Europäischen Union klimaneutral werden zu wollen, mache den Industriestandort nur teurer, ohne dem Klima zu nützen, so Krebber. [….] Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sowie Gitta Connemann, Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT und parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sprachen sich für eine längere Zuteilung aus. [….]

(Tagesschau, 11.07.2026)

Des Kanzlers Zeitersparnis, indem er die Causa „Hitze“ aussitzt, verschafft ihm genügend Freiraum im Terminplan, damit er sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann.

Da ist zum Beispiel dieser hyperreiche junge Deutschrusse Alexander Zverev: 66 Millionen Dollar nahm er bisher durch Preisgelder ein und vermutlich noch mehr Geld durch seine Werbepartnerschaften mit Adidas, Rolex, Head oder Richard Mille. Ganz nach Merzens Geschmack, zahlt Zverev, wie es sich für einen deutschen Multimillionär gehört, gar keine Steuern! Indem er sich, wie so viele CDU-affine Megareiche in eine Steueroase abgesetzte; in seinem Fall Monaco.

Aber es gibt noch viel mehr, das den Bundeskanzler so für den Tennisspieler einnimmt: Die Frauen. Seit fünf Jahren führt er eine Partnerschaft mit der CDU-Influencerin Sophia Thomalla.

12 Jahre war Thomalla Mitglied der CDU, trat aber aus, als ihr die Weiber in der CDU zu woke wurden und es wagten, Vergewaltiger und Missbrauchstäter zu kritisieren.

[….] Während Markus Söder einst Franz Josef Strauß verehrte, fiebert so mancher junger Konservativer heute mit Sophia Thomalla mit. Statt Strauß-Poster überm Bett gibt’s heute Instagram-Likes, schließlich trat die Influencerin und Moderatorin vor rund zwölf Jahren der CDU bei. Doch schon bald könnten die Likes von Junge-Union-Mitgliedern schwinden: Die 34-Jährige hat öffentlich ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben.

Ausschlaggebend waren für das 34-jährige It-Girl offenbar nicht etwa der jüngste rhetorische Rechtsdrall von Parteichef Friedrich Merz. Wohl auch nicht die jüngsten Wahlergebnisse in Bayern und Hessen oder die Steuer- oder Wirtschaftspolitik der Union. Thomalla ärgerte sich stattdessen vor allem über den Umgang der CDU mit der Causa Rammstein. Eben jener Band, deren Frontman Till Lindemann sich derzeit schweren Machtmissbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht, diese jedoch bestreitet.

Das Fass zum Überlaufen brachte wohl ein frauenpolitischer Abend der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Die Christsoziale Dorothee Bär und die Christdemokratin Julia Klöckner diskutierten diese Woche über »Gewalt gegen Frauen – Das Schweigen brechen«. Dazu luden sie auch Shelby Lynn ein, die in den vergangenen Monaten besonders schwere Anschuldigungen gegen Rammstein und deren Sänger Till Lindemann erhoben hat. Lynn rechnete an dem Abend umfassend mit Machtstrukturen ab, die »weiße Cis-Männer« bevorzugten, wie unter anderem die »Berliner Zeitung « schrieb.

Thomalla schien das gar nicht zu passen. Sie, die von 2011 bis 2015 mit Lindemann liiert war, schrieb nun auf Instagram: »Den immer größer werdenden Realitätsverlust mancher Politiker möchte ich nicht weiter mittragen.«   [….]

(SPON, 12.10.2023)

Thomalla befindet sich auf der CDU-Linie von 1997, als Friedrich Merz die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe im Bundestag ablehnte! Merz findet sie toll und macht Wahlwerbung für den Verfassungsbrecher.

"Friedrich Merz ist jemand, der endlich was macht" jubiliert Zverevs Freundin im Frühstücksfernsehen. Hauptsache „Ausländer raus“!

[…] "Er geht das Risiko ein. Die SPD macht das, was sie am besten können: absolut gar nichts, sie schauen nur zu. Ich finde es bei Friedrich Merz gut, dass er sich endlich mal was traut."

Dass die Union im Bundestag zur Durchsetzung ihrer Vorschläge zur Migrationspolitik eine Mehrheit mit der AfD in Kauf genommen hat, findet Sophia Thomalla in Ordnung. Von Scholz' SPD hält Thomalla gar nichts: "Man hat sich klar gegen die Asylwende ausgesprochen. Das dann bedeutet: Wer das Thema Migration verändern will, muss Schwarz oder Blau wählen, was eine beschissene Wahl ist, wenn man zur CDU allein die AfD zur Alternative hat, die ja alle verhindern wollen."  [….]

(AZ, 25.02.25)

Bei ihrem neuen Freund ist die Dame mit dem Merzschen Frauenbild genau richtig.

[….] Zwei Ex-Freundinnen hatten in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen Zverev erhoben:

·        2020 hatte ihm Olga Scharipowa physischen und mentalen Missbrauch vorgeworfen. Zverev wies das zurück, vor Gericht landete der Fall nicht. Nach drei Jahren teilte die Spielervereinigung ATP mit, dass eine unabhängige Untersuchung keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe gefunden habe.

·        Brenda Patea, die Mutter seines Kindes, hatte Zverev vorgeworfen, sie im Mai 2020 nach einem Streit im Treppenhaus an die Wand gedrückt und »kräftig« gewürgt zu haben. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte einen Strafbefehl gegen Zverev. Gegen die Geldstrafe von 450.000 Euro legte Zverev Einspruch ein. Im Juni 2024 endete der Fall nach drei Prozesstagen ohne Urteil. Details zur außergerichtlichen Einigung wurden nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin des Gerichts sagte: »Die Wahrheit bleibt offen.« Es gilt die Unschuldsvermutung.  [….]

(SPON, 10.06.2026)

Ein Mann nach dem Geschmack des Kanzlers. Er weiß mit Frauen UND Geld umzugehen. Und jammert nicht, wenn es mal etwas zu warm wird.

[….] Alexander Zverev steht im Wimbledon-Finale – und bekommt hohen Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach London. [….]

schon klingelt das Telefon seines Managers.

Am anderen Ende der Leitung: Bundeskanzler Friedrich Merz. „Er hat bei meinem Manager angerufen und gesagt, er komme mit seiner Frau vorbei. Also wird er da sein, wenn nicht gerade irgendwas Außergewöhnliches passiert“, sagte Zverev nach dem Halbfinale [….]

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Merz beim Hamburger meldet. Nach Zverevs French-Open-Triumph Anfang Juni hatte der CDU-Politiker bereits zum Hörer gegriffen. Drei Tage nach dem Paris-Sieg, bei einem Termin in Herzogenaurach, meldete sich der Kanzler telefonisch. „Er hat sich sehr über den Sieg gefreut und gesagt, dass er das Match auch gesehen und mitgefiebert hat. Das finde ich toll, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Zverev damals gegenüber Bild. Nun soll aus dem Telefonat ein persönliches Treffen werden – auf der größten Bühne des Tennissports. [….] Doch Zverev hat beim Treffen mit Merz noch eine ganz persönliche Angelegenheit im Sinn. Seine Großmutter Natalia Fateeva, 78 Jahre alt und beim French-Open-Triumph in Paris noch lautstark in der Box dabei, kann das Wimbledon-Finale nicht verfolgen. Ihr Visum ist abgelaufen, sie musste nach Sotschi zurückkehren. [….] „Sie hat leider einen russischen Pass. Vielleicht kann er mit einem Reisepass oder einem längeren Visum für sie helfen, und dann kann sie etwas länger bleiben, aber sie musste nach 90 Tagen zurück“, sagte Zverev laut Bild. [….]

(FR, 11.07.2026)

Merz ist nicht dafür bekannt, gegenüber Ausländern, die mit ihren Aufenthaltstiteln hadern, großzügig zu sein.

Aber mit Zverevs Geldbeutel und seiner vorbildlichen Polizeiakte….

Montag, 29. Juni 2026

Falsch abgebogen

Man hatte ihn natürlich mit positiven Vorurteilen bedacht; also letztlich mit unfairen Stereotypen bedacht:

Volker Beck, den mittlerweile 65-Jährigen, in Stuttgart geborenen Politiker.

Ein Grüner und mutiger Vorkämpfer gegen Peter Gauweilers diskriminierende AIDS-Politik, der sich intensiv für Schwulenrechte einsetzte und 2000 eine wesentliche Rolle spielte, um die „Bundesstiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ einzurichten, die sich um die Entschädigung von 1,7 Millionen Zwangsarbeiter aus über 100 Ländern kümmerte.

(Übrigens eine der wesentlichen Großtaten, für die man Bundeskanzler Schröder ewig dankbar sein muss, auch wenn der Mann heute von allen Linksgrünversifften pauschal gehasst wird.)

Natürlich wünschte ich so einem Politiker stets Erfolg und Anerkennung. Daher war ich bereit, ihm seine religiotische Inselverarmung zu verzeihen. Seine dümmliche Ausrede von 2016, er habe 0,6 Gramm „Meth“ nicht für sich gekauft, war schwach. Er hätte gleich dazu stehen sollen. Es war eine Bagatelle.

Schlimmer war schon sein 1988 erschienener Text zur „Entkriminalisierung der Pädosexualität“. Allerdings war es damals keine exklusive Meinung von ihm, sondern wurde in den 1970ern und 1980ern von Sexualwissenschaftlern durchaus diskutiert. Es galt zeitweilig als eine notwendige Liberalisierung des Sexualstrafrechts unter vielen. Man muss Beck zu Gute halten, den Irrtum bald erkannt zu haben und sich glaubhaft von dem Text distanziert zu haben.

Man kann einem Politiker Dekaden zurück liegende unsinnige Äußerungen nicht ewig vorhalten.

Auch hier würde ich für Milde plädieren, hätte Beck nicht 19 Jahre später in einem Interview auf abgeordnetenwatch.de versucht, sich a posteriori rein zu waschen, indem er behauptete, seinen brisanten Text von 1988 nicht autorisiert zu haben. Überhaupt habe der Herausgeber seine Worte verfälscht. Das war dreist von Volker Beck! Wie aber erst 2013 vom SPIEGEL enthüllt wurde, hatte der prominente Grüne die Öffentlichkeit belogen. Der Text war nicht verfälscht worden.

Aber 2013 war Becks Renommee ohnehin schon zertrümmert, weil ausgerechnet er, der Mann mit dieser problematischen Vergangenheit bezüglich der Unversehrtheit von Kindern, 2012 zum Wortführer der Religioten wurde, als es darum ging Babys und Kleinkinder zu quälen und zu verletzen.

Auf Kritik an seiner Haltung, reagierte er wie bei der Causa Pädokriminalität von 2007, mit dreisten Lügen perfiden Angriffen.

Es dauerte noch bis 2017, aber dann war endlich auch für die Grünen das Maß voll und sie kickten Beck aus dem Bundestag:

(….) Er gehörte vor Äonen zu den ersten Grünen und sitzt bereits seit 22 Jahren ununterbrochen im Bundestag.  Einen politischen Betrieb ohne sich selbst im Zentrum kann sich der in den sozialen Medien unfair und aggressiv auftretende Beck nicht vorstellen.

 Daher will auch er 2017 erneut in den Bundestag einziehen und damit weitere fünf Jahre Abgeordneter bleiben – damit hätte er 27 Jahre voll.

Beck greift in der persönlichen Auseinandersetzung zu perfiden Methoden.

Ich habe das selbst erlebt, als er mich auf Facebook auf widerlichste Art angriff.

So ein Verhalten mir gegenüber würde ich nicht zum generellen Kriterium gegen einen Politiker machen, aber in dem Fall ging Beck anschließend vor die Presse und an das Rednerpult des Bundestags um in unerträglicher Larmoyanz zu beklagen wie gemein alle zu ihm im Netz wären, obwohl er derjenige war, der so austeilte, daß ich fassungslos um einen Shitstorm gegen ihn bitten mußte.

(Das politische Ende, 04.03.2016)

Verblüffenderweise regt sich aber in seiner eigenen Partei Widerstand.

Nicht jeder ist glücklich mit Becks erneuter Kandidatur, da er inzwischen eine Menge Skandale ansammelte. Die Pädophiliedebatte von 2013, seine Crystal Meth-Affäre, sein ostentatives Engagement für die Genitalverstümmelung führen dazu, daß er keineswegs mehr sicher auf Platz 1 der NRW-Landesliste gesetzt wird. (….)

(Loslassen, 29.11.2016)

Seit dem September 2017 sind wir Volksvertreter Beck endlich los.  Spät genug, denn der Mann driftet immer mehr in fundamentalistische antifreiheitliche Sphären ab.  Er tut das wie immer mit dem typischen Beck-Spin, indem er anderen genau den extremistischen Unsinn unterstellt, dem er selbst frönt.  Vor drei Wochen kritisierte der schwere Religiot den Säkularismus nicht nur als antifreiheitlich, sondern verglich ihn gar mit Islamismus.

[….] Volker Becks Mär vom antifreiheitlichen Säkularismus

[…..] Es gibt Politiker, die können es nicht lassen, ihr Halbwissen öffentlich zu machen. So auch Volker Beck (B90/Die Grünen), der sich einmal mehr in eine Debatte einmischte, ohne auch nur die geringste Ahnung von der Materie zu haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Kölner Grünen-Politiker Volker Beck ungefragt zu Wort meldet und Dinge verkündet, die ebenso falsch wie unangebracht sind. Man erinnere sich: Als die Diskussion um die Beschneidung von unmündigen Jungen begann und noch kaum ein Argument ausgetauscht war, wedelte Volker Beck bereits mit der Antisemitismuskeule.

Nun hat sich Volker Beck wieder einmal mehr nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Als der Psychologe Ahmad Mansour bei Twitter auf ein ZEIT-Interview mit ihm zur neuen Islam-Initiative hinwies, antwortete Volker Beck: "Deshalb kann ich -bei aller Sympathie für Pluralität- die "Initiative Säkularer Islam" nicht unterstützen: 'Keine Kopftücher, keine Kreuze, keine Kippas' - das ist weder säkular noch neutral, es ist religionsfreiheitsfeindlich & richtet sich gegen das Grundgesetz." Damit zeigte er, wie wenig er von der Idee eines säkularen Staates begriffen hat und wie falsch er das Grundgesetz versteht.

Nun muss man dabei bedenken, dass Volker Beck lange Zeit der religionspolitische Sprecher seiner Partei war. Drum ist es umso peinlicher, dass er noch immer nicht begriffen hat, dass Religionsfreiheit auch die Freiheit von Religion meint.

Als die Diskussion um seinen Tweet an Fahrt aufnahm, legte er nach. Für ihn sei "der Säkularismus ist so antifreiheitlich wie der Islamismus".

Und anstatt wegen der erfolgten Kritik an dieser Meinung (und es ist nicht mehr als das) einmal innezuhalten und nachzudenken … er wäre nicht Volker Beck, wenn er sich nicht verrennen und noch einmal bestätigen würde, dass er keine Ahnung davon hat, wovon er redet: "Was ist daran unsachlich: der Säkularismus ist so antifreiheitlich wie der Islamismus. Die eigene Weltanschauung zur Norm für das Leben aller machen, s. Neutralitätsgesetz." […..]

(hpd, 11.12.2018)

Es bleibt nur die Frage, ob Beck bösartig oder vollkommen verblödet, oder beides ist.  Aber daß der „Erfahrungsjurist“ skrupellos und unbelastet jeder Fachkenntnis agiert, wissen wir spätestens seit er im Bundestag mit der Bibel in der Hand aus der Genesis zitierte und daraus das Recht ableitete kleinen Jungs am Penis herumzuschneiden.

Ein Grüner, der sich strikt gegen die UN-Kinderrechtscharta wendet und das Recht auf Unversehrtheit des Individuums aufgibt.

Nur die Religion kann einen zu so einer Perfidie treiben.   In dem Zusammenhang fällt es schwer nicht auf die Geschichte zu verweisen, die Beck immer von rechts vorgeworfen wird. Er hatte bekanntlich schon in den 80er Jahren mal ein Problem mit Kinderrechten und da sollte man doch meinen, er hätte gelernt bei dem Thema vorsichtig zu sein.

(….) Meiner Ansicht nach darf jeder seinen Penis ab- oder beschneiden, ihn tätowieren, piercen, operieren wie er will – vorausgesetzt man ist über 18! Kindern darf man nur am Penis rumschneiden, wenn es aus medizinischen Gründen notwendig sein sollte.

Man darf nicht an Penissen rumschneiden, um wie einst Herr Kellogg damit die vermeidlich unmoralische Masturbation zu verhindern, man darf nicht bei den jährlich rund 40.000 in Deutschland geborenen Babys mit unklarem Geschlecht den Penis amputieren, um sie zu Mädchen zu machen, weil eine überkommene Moral ein eindeutiges Geschlecht verlangt und schon gar nicht darf man aus religiösen Gründen Vorhäute von Kindern und Säuglingen abschneiden.

Herr Beck gehört zu den intensivsten Verteidigern der Säuglingsbeschneidung, argumentiert dafür irrerweise im Bundestag, indem er aus der mörderischen Genesis vorträgt und lügt darüber hinaus auch noch in perfider Weise über die Gefährlichkeit solcher Eingriffe.

„In den USA, wo die Beschneidung übliche Praxis ist, sterben mehr Jungen an der Zirkumzision als am plötzlichen Kindstod. Ganz zu schweigen von den 1.000 schwer verletzten Jungen, die jedes Jahr in den USA ihre ganze Eichel verlieren. Beschneidung ist richtig gefährlich – auch dann, wenn sie angeblich kunstgerecht durchgeführt wird.“
(Christian Bahls)

„Bei der Abwägung muss auch die Bedeutung des Eingriffs bewertet werden. Er ist in der Tat irreversibel, aber doch vergleichsweise gering – eine gesundheitliche Schädigung ist nicht die Folge..“
(Bundestagsrede von Volker Beck, 19.07.2012)


Beschnittene Männer berichten in Psychotherapien darüber, dass sie unter dem Gefühl leiden, es sei ihnen ohne ihr Einverständnis etwas weggenommen worden. In der Tat hat die Vorhaut wichtige erotische Funktionen: Sie erleichtert die Penetration und erhält die sexuelle Erregbarkeit. […] Die Entfernung der Vorhaut von Säuglingen ist buchstäblich einschneidender als die von Erwachsenen oder älteren Kindern. Da Vorhaut und Eichel bei fast allen Neugeborenen noch fest verwachsen sind, ähnlich wie Fingernägel mit dem Nagelbett, müssen diese beiden Strukturen zunächst einmal auseinandergerissen werden. Danach wird - je nach Methode - die Vorhaut längs abgeklemmt und eingeschnitten, mit einem Beschneidungsinstrument rundum für mehrere Minuten gequetscht und schließlich mit einem Skalpell amputiert. Die gesamte Operation dauert bis zu zwanzig Minuten. Obwohl in medizinischen Studien bewiesen wurde, dass die Neugeborenen extreme Schmerzen erleiden, ist eine adäquate Betäubung auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel.
(Prof. Wolfgang Schmidbauer)

Becks Feldzug gegen intakte Kinderpenisse ist zudem doppelt verwerflich, weil sie der UN-Kinderrechtskonvention widerspricht und gerade als Politiker, der Pädophilie-Legalisierungs-Vorwürfe an sich kleben hat, sollte sich nicht auch noch über die physischen Unversehrtheit von kleinen Jungs hinwegsetzen. (…..)

(Beck ist weg, 24.12.2018)

Volker Beck wollte sich damals mit 57 Jahren aber keineswegs aus der Öffentlichkeit zurück ziehen, sondern ging den Weg Kisslers und Matusseks nach ganz Rechts in die Religiotie. 2015 setzte er sich ausdrücklich für die Beibehaltung des „Kirchensteuersystem“ zu Gunsten der weltgrößten K!nderf!ckerveine ein.

Volker Beck wieder einmal mit aller Kraft gegen Menschenrechte und Verfassung.

[….]  Wir fordern die konsequente Trennung von Staat und Religion sowie die strikte Beachtung des Verfassungs­gebotes der welt­anschaulichen Neutralität des Staates!

Es muss endlich Schluss damit sein,

·        dass Bischofsgehälter aus dem allgemeinen Steuertopf bezahlt werden,

·        dass die Kirchen das Arbeitsrecht unterlaufen können,

·        dass katholische Missbrauchstäter der Strafverfolgung entgehen,

·        dass schwerstkranken Menschen das Recht verwehrt wird, selbstbestimmt zu sterben,

·        oder dass Frauen Zwangsberatungen über sich ergehen lassen müssen, wenn sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden!

Werden diese und andere Kirchen-Privilegien nicht abgeschafft, so lassen sich auch die politischen Bestrebungen der Islamverbände nicht stoppen, die für sich ebenfalls „religiöse Sonderrechte“ beanspruchen.

Wir erheben diese Forderungen im aktuellen Jahr ganz bewusst auch vor dem Hintergrund, dass der demokratische Rechtsstaat 2019 zwei große Verfassungs-Jubiläen feiern kann, nämlich 70 Jahre Grundgesetz sowie 100 Jahre Weimarer Verfassung. Denn hundert Jahre Verfassungsbruch sind mehr als genug: Es ist an der Zeit, die „Kirchenrepublik Deutschland“ hinter uns zu lassen und die deutsche Politik, die noch immer in einer christlichen Filterblase gefangen ist, mit allem Nachdruck dazu aufzufordern, die verfassungswidrige Diskriminierung religionsfreier Menschen zu beenden.  [….]

(IBKA, GBS, hpd, 2019)

Aus dem sehr ehrenhaften Anliegen, sich gegen Antisemitismus einzusetzen, wurde Beck 2022 schließlich zum Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft gewählt und läßt in dieser Funktion inzwischen jede Moral fallen.

Beck kennt keine Hemmungen mehr und unterstützt zum Schaden des Israelis die rechtsradikale Netanjahu-Regierung.

[…] Der Internationale Strafgerichtshof und die Kampagne gegen Israel

Bei den Haftbefehlen gegen Netanjahu und Gallant geht es um Politik und nicht um Recht […] Mit dem Haftbefehl gegen Netanjahu und Gallant hat der Internationale Strafgerichtshof dem Völkerrecht keinen Dienst erwiesen. […] Dass der Internationale Strafgerichtshof der anti-israelischen Kampagne in Teilen der Völkergemeinschaft nachgegeben hat, straft alle Argumente Lügen, mit denen wir Deutschen die Amerikaner zum Beitritt zu diesem Gremium überreden wollten. Der Gerichtshof und der Chefankläger haben sich vor allem über einen entscheidenden Mechanismus des Rom-Statuts einfach hinweggesetzt. […] Wenn der Strafgerichtshof sich so leichtfertig über die eigenen Statuten hinwegsetzt, sollten wir unser Verhältnis zum Internationalen Strafgerichtshof überdenken.   [….]

(VB, 21.11.2024)

Beck wieder einmal in Total-Opposition zu internationalem Recht!

Selbst innerhalb der proisraelischen Vereine sind Becks Mitstreiter entsetzt von ihm.

[….] Ex-DIG-Präsident Reinhold Robbe attackiert seinen Nachfolger Volker Beck und wirft ihm „fehlendes Mitgefühl für zivile Opfer im Gazastreifen“ vor.

Innerhalb der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) gibt es Streit über den Umgang mit der Gaza-Offensive von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der frühere DIG-Präsident Reinhold Robbe (SPD) sagte dem Tagesspiegel, der amtierende DIG-Präsident Volker Beck (Grüne) sei „inzwischen zum Sprachrohr der rechtsextremistischen israelischen Regierung geworden“.   [….]

(Tagesspiegel, 30.05.2025)

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete ist nicht der erste Fall von ehemals Linken oder Grünen, die inzwischen bis zur strammrechten AfD durchmarschiert sind und dort völkische Schwurbelei betreiben. Man denke nur an Vera Lengsfeld oder Angelika Barbe, Siegmar Faust, Oswald Metzger, Boris Palmer, Werner Molik, Michael Beleites.

Es wird aber Zeit für Banaszak und Brantner, sich über ein Parteiausschlussverfahren gegen den Grünen Beck Gedanken zu machen.

Wollen sie wirklich mit seinen extremen Positionen in Verbindung gebracht werden?

Volker Beck spricht sich auf Musks antidemokratischer Hetz-Plattform für die radikalsten AfD-Positionen aus.

[…..]  die AfD forderte, solche „radikalen Aufmärsche“ sofort zu verbieten, und der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, ging noch einen Schritt weiter: Man müsse „Wege prüfen, wie wir Iraner und andere Menschen aus der Region, die Anhänger der Islamischen Republik Iran sind, unabhängig von ihrem Pass ausweisen können“, schrieb er auf X.

Was seine Partei von seinen Abschiebefantasien hält, ist nicht bekannt: Die Grünen äußerten sich dazu bislang nicht. [….]

(Daniel Bax, 29.06.2026)

Natürlich gewinnt Beck auch neue Fans. Das sind allerdings Verschwörungstheoretiker und Nazis wie David Berger.

D. Berger, 29.06.2026

Liebe Grüne, den Kampf gegen AfD und den Rechtsextremismus kann man nicht glaubhaft führen, wenn man in den eigenen Reihen völkisch argumentierende Freunde eines mutmaßlichen Völkermordes freundlich beschweigt.