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Donnerstag, 30. Juli 2026

Gegenwart und Zukunft gleichzeitig

In diesem Jahrtausend war ich noch nie im Kino und Streamingdienste nutze ich auch nicht. Da kommen einige Gründe zusammen. Ich bin Sozialphobiker, sitze nicht gern eng an eng mit fremden Menschen, wenn ich meine Freizeit gestalte.

Kinos sind mir außerdem viel zu laut, weil ich als Single in einer extrem hellhörigen Stadtwohnung seit Jahrzehnten gewöhnt bin, mich sehr leise zu verhalten. Ich hadere mit der Filmmusik, die mich fast immer stört und natürlich bin ich als alter weißer Cis-Mann, vielen aktuell sehr beliebten Filmgenres entwachsen.

Ich kann und will alles aus dem Marvell-Universum nicht ertragen; ich verweigere die Beschäftigung mit kleinen Strumpfhosen-Männchen aus US-amerikanischen Teenie-Comics. Noch schlimmer sind für mich jede Art von Animationsfilmchen. Es mag intolerant sein, aber für mich ist das Kleinkinderprogramm; ich will erwachsene reale Menschen sehen, wenn ich mich schon auf Fiktion einlasse.

Bezüglich der Streamer bestreite ich selbstverständlich nicht, dort Serien von hoher Qualität vorzufinden, dich auch angucken würde.

Aber da gibt es den aberwitzigen ökologischen Fußabdruck. Streaming verursacht mittlerweile um die 10% der globalen Triebhausgase. Eine Stunde Netflixen verursacht ungefähr so viel CO2, wie ein Kilometer mit dem Auto zu fahren. Ich will nicht durch mein Verhalten den Energieverbrauch der riesigen Serverfarmen der Plattform-Infrastruktur erhöhen. Außerdem möchte ich Dienste wie Apple oder Amazon schon deswegen nicht nutzen, weil das die an Trumps Hintern klebenden antidemokratischen rechten Tech-Multimilliardäre noch reicher und mächtiger macht.

Schließlich ist da noch mein miserables Zeit-Management. Die herkömmlichen Medien; Zeitungen, Bücher, stationäres Fernsehen; liefern schon weit mehr Unterhaltung, als ich in 24 Stunden pro Tag unterbringen kann. Als Beleg mögen meine Stapel von immer noch originalverschweißten DVDs und VHS-Videocassetten (sic!) dienen. So viel Stoff, der mich genügend interessierte, um das alles zu kaufen und dennoch hatte ich bisher nicht die Zeit/Muße, das alles anzugucken.

Den Rest gab mir mein Klugtelefon, welches ich im zarten Alter von 50 anschaffte und das trotz gegenteiliger Bemühungen, jeden Tag einen relevanten Teil meiner Zeit klaut.

Vor ein paar Tagen, gab es einen der eher seltenen Momente, in denen ich mich gezielt vom Politfrust/Weltschmerz ablenken wollte. Mit einem Action-Reißer, der auf VOX lief: „Furiosa, A Mad Max Saga“ (2024) von George Miller. Das Prequel zu „Mad Max: Fury Road“ (2015). 

Ich stehe ein bißchen auf Endzeit-Stories, weil darin die Ordnung der Zivilisation entfallen ist und sich die pure menschliche Leben zeigt. Das CliFi-Genre wird in unserer multi-prä-apokalyptischen Gegenwart immer mehr zur Dokumentation.

Die Handlung, laut Wikipedia:

[….]  Nachdem Kriege und Katastrophen große Teile der Welt unbewohnbar gemacht haben, kämpfen die verbliebenen Menschen um die wenigen Ressourcen. Einer der wenigen fruchtbaren Orte ist eine Oase inmitten des Outbacks, das Grüne Land. Von dort wird das Mädchen Furiosa von Eindringlingen entführt. Furiosas Mutter nimmt die Verfolgung auf und kann einige Entführer töten, jedoch nicht verhindern, dass ihre Tochter zu Dementus gebracht wird, dem Anführer einer nomadischen Bikergang. Seine Versuche, dem Mädchen den Standort des grünen Landes zu entlocken, schlagen fehl. Schließlich lässt Dementus Furiosas Mutter, die bei dem Versuch, ihr Kind zu befreien, gefangen genommen wurde, vor ihren Augen foltern und töten. Anschließend adoptiert Dementus das Kind, das er fortan „Little D“ nennt. [….]

Eigentlich wußte ich schon, „das wird nichts“, als Chris Hemsworth mit albern aufgeklebter Hexennase auftauchte und als so einer Art schwuler Sadisten-Villain seine wallende Haarpracht in den Wüstenwind hing. Nur noch übertroffen von der hoffnungslos dilettierenden Titeldarstellerin Anya Taylor-Joy, die als kampferprobte Heldin in etwa so glaubwürdig ist, wie ich als CDU-Abgeordneter wäre.

War das schlecht! Und dazu immer wieder Splatter-Elemente detailreich ausgeleuchtet. Ich empfinde aber keinen Spaß daran, mir anzusehen, wie geknechtete leidenden, hungernde Menschen auf alle erdenklichen Arten gemartert und getötet werden. Man nenne mich einen cineastischen Banausen, aber das ist nun einmal nichts für mich.  Muss ja auch nicht sein.

Dann wechsele ich eben wieder in die reale Welt der Nachrichtensendungen, der Zeitungen und harten Fakten. 

Die ikonographischen Bilder der Brände in Spanien, Italien und Frankreichsehen schon farblich genauso apokalyptisch aus, wie die australischen Furiosa-Werbeplakate.


[….] Waldbrände in Frankreich und Spanien: Es fühlt sich an wie Science-Fiction, aber Europa ist in der neuen Klimarealität angekommen

Die Menschen im französischen Département Gironde müssen sich fühlen, als wären sie in einem Science-Fiction-Roman gelandet. Cli-Fi nennt sich dieses literarische Genre, das die Klimakrise ins Zentrum seiner Geschichten rückt. Die Bücher spielen in einer Zukunft, in der Waldbrände zur Regel geworden sind und sich die Menschen nach Abkühlung und sauberer Luft sehnen, wie nach einem fernen Märchenland.

Frankreich hat in der Realität nun bereits drei Hitzewellen hinter sich, die laut Übersterblichkeits-Statistik 5800 Menschen das Leben kosteten. Nun wütet ein Waldbrandinferno im Südwesten des Landes, am Sonntag rückten die Feuer bis auf 15 Kilometer an die Metropole Bordeaux heran. Nur, weil die Winde drehten, musste die Stadt nicht evakuiert werden. Noch ist die Gefahr nicht gebannt.

Wer nie vor einem Waldbrand fliehen musste, kann sich die nackte Angst der Betroffenen kaum vorstellen. Aus der Gironde häufen sich die Augenzeugenberichte von Menschen auf der Flucht. Sie erzählen von der Angst, zu ersticken, es mit dem Auto nicht mehr rechtzeitig durch das Flammenmeer zu schaffen. »Der Geruch des Feuers wurde immer stärker, es war, als sei die Flamme schon direkt neben mir, der Hals fing an zu kratzen, und als die Asche vom Himmel fiel, wussten wir: Wir müssen weg«, erzählt ein Anwohner dem TV-Sender BFM. Viele griffen im letzten Moment nur noch nach ihren Papieren, alles andere blieb zurück. Rund um Bordeaux campieren seit Tagen Tausende in Notunterkünften. Die meisten wissen nicht, ob es ihr Zuhause noch gibt.

Die Feuer könnten noch Wochen weiterbrennen: Schon für Mittwoch sind in der Region wieder 35 Grad vorhergesagt, kein Wölkchen am Himmel – von den Rußwolken abgesehen. Erschreckend gut ins Bild der Cli-Fi-Romane passt auch die aktuelle Analyse von Klimaforschenden: Die Dürre in vielen europäischen Regionen sei weniger durch fehlenden Regen entstanden als durch extreme Temperaturen, heißt es beim Netzwerk World Weather Attribution . Diese seien durch den Klimawandel deutlich wahrscheinlicher und intensiver geworden – der Zusammenhang ist eindeutig.   [….]

(Susanne Götze, 28.07.2026)

So wie Trump längst „House of Cards“ überholt hat, überholt die Realität auch Mad Max.

Samstag, 25. Juli 2026

Apocalypse Now

Abgesehen davon, daß ich selbst keine Kinder, Neffen oder Nichten habe, mache ich mir ohnehin keine allzu großen Sorgen, was „unsere“ Enkel uns einst vorwerfen könnten, weil ich Homo Demens in seiner finalen Phase sehe.

Das Anthropozän kam schnell und endet auch eher als andere Erdzeitalter, indem sich die Verursacher des Klimatods weiter Teile von Flora und Fauna, selbst ausmerzen.

Für den Planeten Erde ist das eine willkommene Befreiung. Versucht hatte er es mehrmals und die Hominiden auf wenige Tausend Exemplare weltweit drücken können.

(….) Offenkundig wehrte sich der Planet in den letzten anderthalb Millionen Jahren gegen die Hominidenplage aus Homo erectus, Homo heidelbergensis und Homo antecessor und war mehrmals fast erfolgreich! Nur ganz wenige dieser zweibeinigen Erreger schafften es, sich irgendwo festzusetzen und wollten einfach nicht verschwinden. Verdammt; die paar Tausend hätte die Erde wirklich auch noch schaffen können und sich damit das bald folgende elende Anthropozän ersparen können.  (…)

(Planet im Pech, 08.09.2023)

In Frankreich, Italien und Spanien wüten Waldbrände apokalyptischen Ausmaßes.

[….]  Die Behörden sprechen von einem Feuer »beispiellosen Ausmaßes«. Mehr als 1200 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Fast 200.000 Menschen sind wegen der Brände bislang in Frankreich evakuiert worden, darunter etwa 167.000 im Departement Gironde rund um Bordeaux sowie 31.000 im benachbarten Departement Landes. Allein 57.000 davon mussten ihre Häuser und Wohnungen in der Nacht zum Samstag verlassen. Unter den Evakuierten sind auch viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d’Arcachon. [….]

(SPON, 25.07.2026)

[…] Spanien-Waldbrände „nicht zu löschen“: „Unsere Priorität gilt eurem Leben - euer Leben zu retten“ Spanien-Waldbrände „nicht zu löschen“: „Unsere Priorität gilt eurem Leben - Spanien hat wegen verheerender Waldbrände erstmals den nationalen Notstand ausgerufen. Über 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Update vom 25. Juli, 22:10 Uhr: Wegen der schweren Feuer rief die Regierung für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Region Ávila den Notstand aus. Wie das spanische Innenministerium auf der Plattform X mitteilte, mussten inzwischen 59.488 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere 28.262 Menschen waren demnach von den Bränden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder Häuser aber wegen der Lage nicht verlassen.

Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der Einsatzkräfte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die Priorität bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schützen.  […]

(FR, 25.07.2026)

In Deutschland betrachtete man lange Zeit, „Klima-Anpassung“ und „Klimaschutz“ als gegensätzliche Ziele:

Wer sich durch gedämmte Häuser und Klimaanlagen vor Hitze schützt, muss sich ja nicht damit abmühen, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.

Wer durch intensive Klimaschutzmaßnahmen die Planetenoberfläche davor bewahrt, sich immer mehr aufzuheizen, muß kein Vermögen für Wärmepumpen, Hitzeschutz und Waldbrandbekämpfung ausgeben.

CDU und Grüne belauerten sich. Wer das eine tue, verhindere das andere.

Und so verplemperte Homo Demens die Dekaden. Für 2026 läßt sich nun eindeutig feststellen: Wir brauchen BEIDES! Klimaanpassung, weil jetzt schon Myriaden Menschen an den Folgen der Hitze sterben UND Klimaschutzmaßnahmen, weil es sonst so heiß wird, daß ohnehin kein Leben mehr möglich ist.

Der deutsche Fritzekanzler und seine Fossillobbyministerin Reiche wählen aber beim Thema „Klimaschutz oder Klimaanpassung“ einen anderen Weg: Weder des eine, noch das andere, noch beides. Sondern: Weder noch!

Man präsentiert sich in Abendrobe auf „Hitlers Hügel“und straft die Todesopfer der Brände und der Hitze mit Nichtachtung.

CDU und CSU auf den Spuren Trumps, der ebenfalls alles unternimmt, möglichst viel Kohlendioxid in die Atmosphäre zu blasen, jeden Klimaschutz zu verhindern und die Fossilkonzerne mit Milliardengewinnen zu segnen.

 […] About 70 million people in the US are set to face excessive heat advisories as dangerously hot temperatures scorch much of the country’s southern and central states.

The third major “heat dome” event to hit the US in the past month is gathering strength over the weekend, spanning a vast swathe of the country, from the Gulf of Mexico coast to the Great Plains and the midwest.

Temperatures of 95-105F (35-40C) are expected, with some areas of the south-western US desert potentially reaching 120F (48C). The elevated heat is expected to linger into the coming week, held in place by the heat dome, which is when a high-pressure atmospheric system acts as a sort of lid, trapping heat in place over a region for days or even weeks.  [….]

(Guardian, 25.07.2026)

Ein Glück, bald ist Schluß mit Homo Demens. Er brät sich selbst aus der Erdgeschichte aus.

Dann kann die Erde wieder gemütlich existieren und diesen unerfreulichen winzig kurzen Wimpernschlag von zwei Millionen Jahren Menschheitsgeschichte, (verglichen mit den 14 Milliarden Erd-Lebenszeit), als diese Mistkerle sich wie verrückt vermehrten, endlich abhaken. In den letzten 300.000 Jahren rammelte Homo Demens ohne Unterlass, aber damit ist bald Schluß und wir sind alle Asche. 

(….)  Die Erde ist gewissermaßen das bescheidene Vorstadtmodell des Universums. 

Am Rande der Galaxie, chillt sie als mittelgroße Kugel, in mittlerer Entfernung um die Sonne. Das tut sie seit 4,6 Milliarden Jahren; ist also ein echter Best-Ager. Die nächsten 500 Millionen Jahre wird ohnehin nichts passieren. Ab einem Alter von gut fünf Milliarden Jahren, wird es aber sukzessive wärmer, weil die Sonne peu à peu mehr Energie abgibt. Noch zwei, drei Milliarden Jahre, dann liegt die Oberflächentemperatur bei durchschnittlich +70 bis + 80°C. Die Ozeane sind vollständig verkocht. Wenn der dann natürlich nicht mehr „Blaue Planet“ nullt, also 10 Milliarden Jahre alt wird, beginnt auch langsam die große solare „Roter Riese“-Show, bei der schließlich die Erdmaterie im Alter von etwa 12 Milliarden Jahren von der Sonne verschluckt wird. Das Erd-Rentenalter, so ab ca 13,5 oder 14 Milliarden Jahre, kann man sich als ein gemütliches Chillen als planetarer Restnebel um einen Weißen Zwerg, vorstellen.

Die allerlängste Zeit bleibt die Erde völlig unbewohnt. Ob irgendetwas auf ihr herumkraucht, wird der Erde herzlich egal sein. Die Lebewesen, die überhaupt lange da sind, um bemerkt zu werden; Farne, Bakterien oder Eishaie zB; gliedern sich ganz freundlich in die gerade aktuelle Natur ein und stören nicht weiter. (…)

(Planet im Pech, 08.09.2023)

Donnerstag, 16. Juli 2026

Relikte aus grauer Vorzeit

Der walisische „Professor des Raps“ Ren Gill, womöglich der begabteste Musiker der Gegenwart, vermag es, fundamentale Zusammenhänge poetisch zu verbalisieren. Der religiös geprägte Bibelkenner sagt in seinem Song „Seven Sins“, wie Menschen aus ihren Schmerzen, Ängsten und Ungewissheiten Religionen ersannen.

[….]  Empires tumble - rubbles and dust

The universe shrinks and the planets combust (Bla)

In God we trust

God tied a noose to his neck and he walked to the edge and he jumped

Angels wept

I bear witness watching the whole thing unfold from my bed

A bed where I never deep rest

A bed where I'm always depressed

A bed with a human oppressed

A bed for the tomb where I slept

A bed in this room that's a womb for this mess

Sick boi, bitten by a tick boy*, tell me how it feels to be buried while you breathe (Bla)

Stones and sticks, boy, pain is a gift, boy, hard to make a stand when you crawl on your knees and I kneel

I kneel at the altar of my own disease and I beg

I begged the sky for mercy, mercy never came, life did me dirty

Thirty-three and hurting, cursing

Jesus died at thirty-three and still, my sins are lurking

Gears are turning, future stays uncertain

Surgeon incision, murder ambition

(Fear of the unknown preserves a religion

Denounce the gods where my body went missing) [….]

(Seven Sins by Ren)

*(Mit 19 Jahren erkrankte Ren durch einen Zeckenbiss schwer an Lyme-Borreliose, die 13 Jahre nicht erkannt und fehldiagnostiziert wurde, ihn barbarisch leidend mit extrem hohen Dosen Psychopharmaka fütterte und Autoimmunkrankheiten auslöste.


Wie die 3.000 bis 5.000 Religionen der Menschheit aus der Not geboren wurden, weil man von unerklärlichen Leiden und Unglücken heimgesucht wurde, erscheint psychologisch nachvollziehbar.

Mit dem Siegeszug der Wissenschaft, der sich stets erweiternden Erkenntnis, der allgemeinen Bildung, verschwanden die meisten Religionen von diesem Planeten.

Wissen ist der Feind des Glaubens, je dümmer, desto religiöser.

Die weltweit erfolgreichste Religion, das Christentum, vermochte sich insbesondere deswegen so stark in der menschlichen Kultur festzusetzen, weil sie 1.000 Jahre „finsteres Mittelalter“ prägte, in dem Klugheit bestraft und Erkenntnis getötet wurde. Aufklärer, Heliozentristen, Wissenschaftler wurden von der herrschenden religiotischen Klasse getötet, verbrannt, verbannt.

Wären die Kirchen nicht global so erfolgreich damit gewesen, die Klügsten zu töten, die besten Denker zu massakrieren, andere Kulturen auszurotten, hätten wir womöglich schon um 900 n. Chr. den Buchdruck gehabt, 1.000 n. Chr. Mädchen in Schulen, Frauen in Universitäten geholt, 1.200 n. Chr die Industrialisierung erlebt und wären 1.500 n. Chr. zum Mond geflogen.

Vielleicht wären im Jahr 2.000 globale Probleme, wie Überbevölkerung, Klimaerhitzung, Krieg und Krankheit längst überwunden worden.

Nicht alle Religionen wirken gleichermaßen toxisch auf des Volk. Es liegt in der Natur der Sache, daß polytheistische Systeme toleranter sind.

Der Tiefschlag für die menschliche Entwicklung dürfte der Monotheismus sein, der rund 1.400 Jahre vor der Geburt Jesu, von Pharao Echnaton und seiner noch berühmteres Frau Nofretete erfunden, aber anschließend auch wieder zerschlagen wurde.

Endgültig durchsetzen konnte sich der Monotheismus mit den Abrahamitischen Ideologien, von denen drei bis heute als „Weltreligionen“ angesehen werden.

In ihnen befindet sich eine derartig starke Intoleranz durch den „Wir sind besser als ihr“-Gedanken, daß viele Jahrhunderte Krieg, Massenmord und Genozid ermöglicht wurden. Die Zugehörigkeit zu einer der abrahamitischen Religionen erfordert Despektierlichkeit gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen. Die kann sich bestenfalls in Desinteresse äußern, erscheint aber auch in Form von Intoleranz und kann bis zum massenhaften Mord-Zwang eskalieren. Auch hier erwiesen sich die christlichen Kirchen als Brutalste unter Brutalen: Auto-Dafés, Hexenverbrennung, Inquisition, Missionierung, Kolonialisierung, weltweiter Sklavenhandel, Kreuzzüge, Genozide, Holocaust – stets im Namen des Herren.

Und wir sind nicht damit fertig; auch heute bringen Christliche Strukturen Kriegstreiber und Killer, wie Trump, Hegseth, Graham oder Putin hervor: Gewaltherrscher, die ihre Machtbasis im Christentum haben.

[….]  Ab dem Alter von 30 Jahren sollen in den USA künftig die Testosteronwerte von Soldaten getestet werden. Dies werde im Rahmen einer bereits bestehenden jährlichen Gesundheitsuntersuchung stattfinden, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Video auf der Plattform X an.

[….]  Hegseth begründete die Maßnahme damit, dass der „einzelne Kämpfer“ immer der wichtigste taktische Vorteil der USA sein werde. Er sprach von einer „heiligen Pflicht“, diesen Vorteil zu bewahren. Deshalb müsse man ständig nach neuen Wegen suchen, um die Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit der Soldaten zu optimieren, folgerte Hegseth.  […..]

(HH MoPo, 15.07.2026)

Das Judentum ist mit rund 15 Millionen Anhängern eine Zwerg-Religion in der apokalyptischen Triade des Abrahamismus. Muslime (1,9 Milliarden) und Christen (2,3 Milliarden) spielen in einer ganz anderen Liga, weil Juden eine höchst sympathische Besonderheit aufweisen: Sie missionieren nicht, zwingen keine Un- oder Andersgläubigen auch jüdisch zu werden. Sie kolonisierten nie, führten nie Angriffskriege, um durch Zwang zu bekehren.

Wer von sich aus zum Judentum konvertieren möchte, wird der Tradition entsprechend, zunächst mehrfach abgewiesen.

Ich rechne es dem Judentum ohne jeden Sarkasmus hoch an, daß es mich in keiner Weise je dazu zwang, mich ebenfalls jüdischen Religionsregeln zu unterwerfen.

Im atheistischen, weit überwiegend konfessionsfreien Hamburg, darf ich am Karfreitag nicht tanzen oder bestimmte Kinofilme sehen, weil die Christen in Deutschland immer noch so mächtig sind, ihre abstrusen Bräuche auch der Mehrheit der Ungläubigen aufzuzwingen. Widerlich.

Juden sind für mich ganz klar die Nettesten unter den drei monotheistischen Groß-Ideologien von heute.

Das heißt aber selbstverständlich nicht, daß gläubige Juden unter sich, besonders die Orthodoxen und erst recht die Ultraorthodoxen, nicht auch völlig gaga agieren. Der Pleonasmus „Ultraorthodox“ beinhaltet schon den Wahnsinn, der bedauerlicherweise politisch im Netanjahu-Kabinett prominent vertreten ist.

[….] Das israelische Parlament hat gestern Abend in dritter und letzter Lesung ein Gesetz verabschiedet, das das Studium religiöser Texte zu einem „Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ erklärt und ihm damit eine Art Verfassungsrang einräumt. In der Praxis wird das Gesetz dazu dienen, ultraorthodoxen Juden mehr Möglichkeiten zu geben, den Militärdienst zu verweigern.  In den letzten beiden Lesungen stimmten 63 Knesset-Abgeordnete für den entsprechenden Gesetzentwurf, 52 waren dagegen.   [….]

(ORF, 13.07.2026)

Der Hightech-Staat Israel, weltweit führend bei Software-Entwicklung und biogenetischen Techniken, liefert sich dem antiwissenschaftlichen Mittelalter aus.

[….] „Schande!“ rufen Oppositionsmitglieder am Dienstag in der Knesset im Chor dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu entgegen. Bei der Abstimmung selber ist dieser dann nicht anwesend. Und am Dienstagabend verabschiedet seine rechtsreligiöse Regierung dann ohne ihn das umstrittene Gesetz.

Es geht, wie so oft in diesen Tagen in Israel, um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe. Dem verabschiedeten Gesetz zufolge können Strenggläubige nun nicht mehr festgenommen werden, wenn sie sich dem Wehrdienst entziehen. [….] Das Gesetz ist Teil einer ganzen Reihe von Vorhaben, die die Regierung noch vor der Sommerpause der Knesset und vor den Parlamentswahlen Ende Oktober durchbringen will. Viele davon sind Zugeständnisse an die ultraorthodoxen Koalitionspartner Netanjahus. Einen Tag vor dem Gesetz zur Einberufung wurde etwa das sogenannte Thora-Gesetz beschlossen, das das Studium religiöser Texte offiziell zu einem „Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel“ erklärte. [….] Die Auseinandersetzung um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe sorgt schon seit Jahren für Wirbel. In den letzten Monaten hat sich die Situation zugespitzt. Immer wieder blockierten die Strenggläubigen in ihrer klassischen Kluft – schwarze Anzüge und Hüte, weiße Fäden an ihren Hosenbeinen – wichtige Straßen und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Unter liberalen und säkularen Israelis stoßen die Proteste auf großen Unmut, genauso wie die in den letzten Tagen verabschiedeten Gesetze. In ihren Augen trügen sie, die Liberalen und Säkularen, die selber oder deren Kinder als Sol­da­t*in­nen dienen, die Kosten für die zahlreichen Kriege, während die Regierung ihre schützende Hand über die Ultraorthodoxen halte.

Auch das israelische Militär kritisiert das Gesetz scharf. Es stehe „eindeutig in Widerspruch“ zu dem, was die israelische Armee benötige, sagte Militärchef Eyal Zamir. Derzeit gelten schätzungsweise 72.000 ultraorthodoxe Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren als wehrpflichtig. Die Armee hat in den letzten Monaten wiederholt betont, dass sie angesichts der anhaltenden Kriege an mehreren Fronten dringend 12.000 neue Rekruten benötige.  [….]

(Judith Poppe, 15.07.2026)

Der Religiotenkampf zwischen Liberalen, Rechtsextremen, Militärs und Ultraorthodoxen in Israel dürfte weitergehen.

[…] Erst gestern hatte Israels Parlament ein Gesetz verabschiedet, das Ultraorthodoxe faktisch von der Wehrpflicht befreit - jetzt stoppt der Oberste Gerichtshof es vorerst. Ultraorthodoxe Politiker sind empört.

Es ist ein Paukenschlag, der Israel in eine tiefe Verfassungskrise stürzt: Nur wenige Stunden, nachdem das israelische Parlament ein umstrittenes Schutzgesetz für ultraorthodoxe Wehrdienstverweigerer verabschiedet hatte, kassierte der Oberste Gerichtshof die Regelung per einstweiliger Verfügung wieder.  [….]

(Tagesschau, 15.07.2026

 

Samstag, 11. Juli 2026

Womit Friedrich Merz seinen Terminplan füllt.

Der Bundeskanzler ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kann sich nicht persönlich um jeden Pipifax kümmern. Das Umschmeicheln der Überreichen, immer wieder Trumps Hintern küssen, permanent Arme, Schwache, Kranke, Minderheiten beschimpfen, dauernd zu lügen, kosten viel Zeit.

Busy, busy, busy. Da muss der Fritzekanzler Prioritäten setzten. Wenn 300 Millionen EU-Bürger massiven Ozon-Belastungen ausgesetzt werden und laut Robert-Koch-Institut 5.120 Menschen in Deutschland durch die Juni-Hitzewelle und nicht vorhandene Schutzpläne sterben, ist das eindeutig nicht relevant genug, um die kostbare Aufmerksamkeit des Regierungschef zu erregen. Für die Petitesse twittert sein Social Media-Team nicht!

[….] Nach der Hitzewelle Ende Juni, bei der etwa 4.100 Menschen gestorben sind, fordert die Grünen-Politikerin Lisa Badum einen Gedenktag für die Hitzetoten. „Es geht darum zu zeigen, dass die Klimakrise nichts Abstraktes ist oder nur weit entfernt in Pakistan und Bangladesch stattfindet, sondern bei uns zusätzliche Tote nach sich zieht“, sagte Badum der taz.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) tötete die Hitze in diesem Jahr bereits 4.400 bis 5.800 Menschen, darunter vor allem Menschen über 85. Das sind mehr als doppelt so viele Hitzetote wie im gesamten vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Bei der durch den Klimawandel verschärften Ahrtal-Katastrophe im Jahr 2021 starben 135 Menschen, im Straßenverkehr kam es 2025 zu etwa 2.800 Todesfällen. [….] „Hitzetote sind unsichtbar, sie sterben in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen“, sagt Badum. Um Menschen zu schützen, seien politische Maßnahmen bei Klimaschutz und Hitzeanpassung nötig. „Aber ein Gedenktag ist als Symbol wichtig.“ [….]

(taz, 10.07.2026)

Doofe linksgrüne Spinner. Wie kann man nur so zimperlich wegen ein paar Tausend Toten sein? Dazu kommt dem Chef der Christenpartei kein Satz des Bedauerns über die Lippen.

 


Aber dafür arbeitet die Kanzlerpartei auch intensiv daran, die Erderhitzung durch Blockade der erneuerbaren Energien und Multimilliardengeschenke an die Fossillobby zu beschleunigen. Es sollen noch viel mehr Menschen in Deutschland durch Hitzewellen sterben.


[….] Die Hitzewelle im Juni hat über 5.000 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf eine halbe Milliarde Euro pro Tag. Manchen ist das offenbar nicht genug. [….]

(@michlalbrt.bsky.social, 11.07.2026)

[….] Eigentlich soll Deutschland im Jahr 2045 klimaneutral sein. Doch führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern nun mehr Zeit: Deutschland solle das europäische Datum 2050 übernehmen.

 

In der Diskussion um die Klimaneutralität Deutschlands werden Rufe nach einem Aufschub um fünf Jahre laut. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der Welt am Sonntag. [….] Nach Ansicht des Chefs der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, und des Vorstandsvorsitzenden von RWE, Markus Krebber, würde eine Verschiebung des Zieldatums eine Möglichkeit zur Entlastung der deutschen Industrie nach Jahren der Rezession und Stagnation bieten. [….] Der bisherige deutsche Sonderweg, fünf Jahre vor der Europäischen Union klimaneutral werden zu wollen, mache den Industriestandort nur teurer, ohne dem Klima zu nützen, so Krebber. [….] Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sowie Gitta Connemann, Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT und parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sprachen sich für eine längere Zuteilung aus. [….]

(Tagesschau, 11.07.2026)

Des Kanzlers Zeitersparnis, indem er die Causa „Hitze“ aussitzt, verschafft ihm genügend Freiraum im Terminplan, damit er sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann.

Da ist zum Beispiel dieser hyperreiche junge Deutschrusse Alexander Zverev: 66 Millionen Dollar nahm er bisher durch Preisgelder ein und vermutlich noch mehr Geld durch seine Werbepartnerschaften mit Adidas, Rolex, Head oder Richard Mille. Ganz nach Merzens Geschmack, zahlt Zverev, wie es sich für einen deutschen Multimillionär gehört, gar keine Steuern! Indem er sich, wie so viele CDU-affine Megareiche in eine Steueroase abgesetzte; in seinem Fall Monaco.

Aber es gibt noch viel mehr, das den Bundeskanzler so für den Tennisspieler einnimmt: Die Frauen. Seit fünf Jahren führt er eine Partnerschaft mit der CDU-Influencerin Sophia Thomalla.

12 Jahre war Thomalla Mitglied der CDU, trat aber aus, als ihr die Weiber in der CDU zu woke wurden und es wagten, Vergewaltiger und Missbrauchstäter zu kritisieren.

[….] Während Markus Söder einst Franz Josef Strauß verehrte, fiebert so mancher junger Konservativer heute mit Sophia Thomalla mit. Statt Strauß-Poster überm Bett gibt’s heute Instagram-Likes, schließlich trat die Influencerin und Moderatorin vor rund zwölf Jahren der CDU bei. Doch schon bald könnten die Likes von Junge-Union-Mitgliedern schwinden: Die 34-Jährige hat öffentlich ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben.

Ausschlaggebend waren für das 34-jährige It-Girl offenbar nicht etwa der jüngste rhetorische Rechtsdrall von Parteichef Friedrich Merz. Wohl auch nicht die jüngsten Wahlergebnisse in Bayern und Hessen oder die Steuer- oder Wirtschaftspolitik der Union. Thomalla ärgerte sich stattdessen vor allem über den Umgang der CDU mit der Causa Rammstein. Eben jener Band, deren Frontman Till Lindemann sich derzeit schweren Machtmissbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht, diese jedoch bestreitet.

Das Fass zum Überlaufen brachte wohl ein frauenpolitischer Abend der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Die Christsoziale Dorothee Bär und die Christdemokratin Julia Klöckner diskutierten diese Woche über »Gewalt gegen Frauen – Das Schweigen brechen«. Dazu luden sie auch Shelby Lynn ein, die in den vergangenen Monaten besonders schwere Anschuldigungen gegen Rammstein und deren Sänger Till Lindemann erhoben hat. Lynn rechnete an dem Abend umfassend mit Machtstrukturen ab, die »weiße Cis-Männer« bevorzugten, wie unter anderem die »Berliner Zeitung « schrieb.

Thomalla schien das gar nicht zu passen. Sie, die von 2011 bis 2015 mit Lindemann liiert war, schrieb nun auf Instagram: »Den immer größer werdenden Realitätsverlust mancher Politiker möchte ich nicht weiter mittragen.«   [….]

(SPON, 12.10.2023)

Thomalla befindet sich auf der CDU-Linie von 1997, als Friedrich Merz die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe im Bundestag ablehnte! Merz findet sie toll und macht Wahlwerbung für den Verfassungsbrecher.

"Friedrich Merz ist jemand, der endlich was macht" jubiliert Zverevs Freundin im Frühstücksfernsehen. Hauptsache „Ausländer raus“!

[…] "Er geht das Risiko ein. Die SPD macht das, was sie am besten können: absolut gar nichts, sie schauen nur zu. Ich finde es bei Friedrich Merz gut, dass er sich endlich mal was traut."

Dass die Union im Bundestag zur Durchsetzung ihrer Vorschläge zur Migrationspolitik eine Mehrheit mit der AfD in Kauf genommen hat, findet Sophia Thomalla in Ordnung. Von Scholz' SPD hält Thomalla gar nichts: "Man hat sich klar gegen die Asylwende ausgesprochen. Das dann bedeutet: Wer das Thema Migration verändern will, muss Schwarz oder Blau wählen, was eine beschissene Wahl ist, wenn man zur CDU allein die AfD zur Alternative hat, die ja alle verhindern wollen."  [….]

(AZ, 25.02.25)

Bei ihrem neuen Freund ist die Dame mit dem Merzschen Frauenbild genau richtig.

[….] Zwei Ex-Freundinnen hatten in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen Zverev erhoben:

·        2020 hatte ihm Olga Scharipowa physischen und mentalen Missbrauch vorgeworfen. Zverev wies das zurück, vor Gericht landete der Fall nicht. Nach drei Jahren teilte die Spielervereinigung ATP mit, dass eine unabhängige Untersuchung keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe gefunden habe.

·        Brenda Patea, die Mutter seines Kindes, hatte Zverev vorgeworfen, sie im Mai 2020 nach einem Streit im Treppenhaus an die Wand gedrückt und »kräftig« gewürgt zu haben. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte einen Strafbefehl gegen Zverev. Gegen die Geldstrafe von 450.000 Euro legte Zverev Einspruch ein. Im Juni 2024 endete der Fall nach drei Prozesstagen ohne Urteil. Details zur außergerichtlichen Einigung wurden nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin des Gerichts sagte: »Die Wahrheit bleibt offen.« Es gilt die Unschuldsvermutung.  [….]

(SPON, 10.06.2026)

Ein Mann nach dem Geschmack des Kanzlers. Er weiß mit Frauen UND Geld umzugehen. Und jammert nicht, wenn es mal etwas zu warm wird.

[….] Alexander Zverev steht im Wimbledon-Finale – und bekommt hohen Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach London. [….]

schon klingelt das Telefon seines Managers.

Am anderen Ende der Leitung: Bundeskanzler Friedrich Merz. „Er hat bei meinem Manager angerufen und gesagt, er komme mit seiner Frau vorbei. Also wird er da sein, wenn nicht gerade irgendwas Außergewöhnliches passiert“, sagte Zverev nach dem Halbfinale [….]

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Merz beim Hamburger meldet. Nach Zverevs French-Open-Triumph Anfang Juni hatte der CDU-Politiker bereits zum Hörer gegriffen. Drei Tage nach dem Paris-Sieg, bei einem Termin in Herzogenaurach, meldete sich der Kanzler telefonisch. „Er hat sich sehr über den Sieg gefreut und gesagt, dass er das Match auch gesehen und mitgefiebert hat. Das finde ich toll, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Zverev damals gegenüber Bild. Nun soll aus dem Telefonat ein persönliches Treffen werden – auf der größten Bühne des Tennissports. [….] Doch Zverev hat beim Treffen mit Merz noch eine ganz persönliche Angelegenheit im Sinn. Seine Großmutter Natalia Fateeva, 78 Jahre alt und beim French-Open-Triumph in Paris noch lautstark in der Box dabei, kann das Wimbledon-Finale nicht verfolgen. Ihr Visum ist abgelaufen, sie musste nach Sotschi zurückkehren. [….] „Sie hat leider einen russischen Pass. Vielleicht kann er mit einem Reisepass oder einem längeren Visum für sie helfen, und dann kann sie etwas länger bleiben, aber sie musste nach 90 Tagen zurück“, sagte Zverev laut Bild. [….]

(FR, 11.07.2026)

Merz ist nicht dafür bekannt, gegenüber Ausländern, die mit ihren Aufenthaltstiteln hadern, großzügig zu sein.

Aber mit Zverevs Geldbeutel und seiner vorbildlichen Polizeiakte….

Dienstag, 7. Juli 2026

Immer heißer mit der Merz-Regierung.

US-Amerikaner verstehen es nicht und staunen bei Europa-Besuchen über nicht vorhandene Klimaanlagen.

Ich kenne das schon seit Dekaden von den Besuchen meiner US-Verwandten, die augenrollend und kopfschüttelnd bis heute davon berichten, wie sie in Deutschland in Restaurants und Einkaufzentren, ja sogar in Bahnen und Bussen ohne Klimaanlage saßen.

Im Jahr 2026 höre ich immer wieder von US-Reisevloggern im Europaurlaub, wie sehr sie unter der unerwarteten Hitze hier leiden, obwohl sie doch selbst aus noch heißeren Staaten wie Florida oder Arizona stammten.

Aber dort ist es eben „nur“ draußen heiß. Wer es nicht mag, kann der Hitze sehr leicht ausweichen, weil nahezu alle Gebäude und Fahrzeuge runtergekühlt sind.

Dauerhitze, Schlafzimmer, die auch nachts nicht unter 30°C erreichen, sowie komplizierte Fenster-Regelungen („Auf Kipp“) überfordern US-Touristen.

Ich denke, es gibt zwei wesentliche Gründe für den spärlichen Einsatz von Klimaanlagen in Europa.

Der hohe Energieverbrauch schreckt uns ab, weil Energie teuer ist und wir auch aus Umweltschutzgründen darauf konditioniert sind, immer Energie zu sparen.

Bis vor zwei Jahrzehnten, waren heiße Tage von über 30°C in Mittel- und Nordeuropa selten; über 40°C in Deutschland unvorstellbar.

Als ich vor zwei Wochen völlig aufgelöst schwitzend bei meinem Zahnarzt auf dem Stuhl saß, sagte er mitfühlend am Ende der Sitzung. Ja, er sei auch schon von Mitarbeitern darauf angesprochen worden, ob er die Praxis nicht mit einer Klimaanlange ausstatten wolle. „Aber wir haben ja hier in Hamburg nur ein oder zwei wirklich warme Tage im Jahr!“

Über die kognitive Dissonanz konnte ich nach zehn glühend heißen Tagen bis zu 39°C bereits im Juni nur staunen. Vorurteile über das „kalte und regnerische Norddeutschland“ halten sich erstaunlich lange, auch wenn schon die gesamte sichtbare Vegetation braun verbrannt ist und hunderte Hitzetote in Deutschland zu beklagen sind.

[…] Mehr Tote durch Hitze als durch Verkehr

Schon bevor die Hitzekuppel Deutschland tropischen Temperaturen aussetzte, war die hitzebedingte Sterblichkeit hierzulande hoch, zeigt ein Monitoring.

Wenn Hitze tödlich ist: In der Bundesrepublik sind in diesem Jahr bislang 810 Menschen hitzebedingt verstorben – und zwar schon bevor im Juni die große Heißwelle begann. Wie aus dem Monitoring-Bericht des Robert Koch Instituts zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht, starben demnach 40 junge Menschen, 500 Hitzeopfer waren älter als 85.

„Der aktuelle Bericht umfasst Schätzungen der hitzebedingten Sterbefälle im Zeitraum der Kalenderwochen 15 bis 25“, heißt es beim Robert Koch Institut. Der letzte Tag war also der 21. Juni. Die neuen Höchstwerte bei den Temperaturen wurden größtenteils in der letzten Juniwoche erreicht – am vergangenen Freitag waren es 41,3 Grad im Saarland, am Samstag 41,5 Grad im Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, bevor am Sonntag das Thermometer in der Brandenburger Lausitz auf 41,7 Grad kletterte. Die Opfer dieser Hitzewelle werden erst im nächsten RKI-Bericht aufgelistet, der in 11 Tagen erscheint.

Wobei „aufgelistet“ nicht ganz korrekt ist: „Auf dem Totenschein steht normalerweise Hitze nicht als Ursache“, erklärt Henny Annette Grewe vom Public Health Zentrum Fulda. Eine Ausnahme sei der „Hitzeschlag“, also das Zusammenbrechen des Kreislaufes mit Organversagen – was an heißen Tagen beispielsweise immer wieder auf Baustellen vorkommt.

„Normalerweise stehen andere Ursachen wie Herzstillstand oder Lungenversagen auf den Totenscheinen“, sagt die Professorin, die seit vielen Jahren zum Einfluss des Klimawandels auf unser Gesundheitssystem forscht.   [….]

(Nick Reimer, 02.07.2026)

Die deutschen Hitzetoten stellen für die Merz-Regierung ganz offensichtlich keinerlei Anlass dar, um ihre Klimaaufheizungs-Politik zu überdenken. Vielleicht aber die enormen ökonomischen Schäden, die mit der Aufheizung Europas einhergehen.

[…] Kein Kontinent erwärmt sich so schnell wie Europa - und die Folgen des Klimawandels sind deutlich zu spüren. Zu diesem Schluss kommt der Europäische Klimazustandsbericht. Wie Celeste Saulo, die Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie, betonte, werden Hitzewellen immer häufiger und heftiger. 2025 habe es langanhaltende Hitzewellen vom Mittelmeer bis zum Polarkreis gegeben.

Teile Europas reichen in die Arktis hinein. Die erwärmt sich schneller als der Rest der Welt, so Samantha Burgess, Vize-Direktorin des EU-Programms Copernicus. "Gebiete des nördlichen und östlichen Europas erlebten ihr heißestes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen, darunter Länder wie das Vereinigte Königreich, Norwegen und Island."

Die hohen Temperaturen begünstigten im vergangenen Jahr ungewöhnlich frühe Waldbrände. Mehr als eine Million Hektar Land verbrannten.

CO2-Emissionen 2025 wegen Waldbränden auf Rekordhoch

Die größten Waldbrände gab es im Sommer in Spanien und Portugal. Dadurch stiegen auch die CO2-Emissionen auf die höchsten jemals für Europa verzeichneten Werte.

Der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 ist maßgeblich für den menschengemachten Klimawandel verantwortlich. Um das international vereinbarte Ziel zu erreichen, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu beschränken, müsste der Verbrauch der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas rasch sinken.

Der Klimabericht zeigt weiter, dass auch die europäischen Meere zu warm sind. Ihre Oberflächentemperatur ist so hoch wie nie. Marine Hitzewellen wirken sich negativ auf Pflanzen und Tiere unter Wasser aus. Der Klimawandel wirkt sich auch auf die Flüsse aus. 70 Prozent der Flüsse in Europa führten weniger Wasser als gewöhnlich.  […..]

(Tagesschau, 29.04.2026)

Ich weiß nicht, wie lange diese Bundesregierung Hitzeschutzpläne und Klimaschutz noch verbummeln wird, aber in diesem (noch) reichen Industriestaat werden wir unser Klimaanlagen-Fremdeln aufgeben. Ohne geht es zukünftig nicht mehr.

Die hohen Anschaffungspreise werden mit der Massenproduktion sinken und der Energieverbrauch ist akzeptabel, wenn man Wind- oder Solarstrom verwendet.

Leider sind ausgerechnet die konservativen Fossillobbyisten, die immer von „Technologieoffenheit“ sprechen, sehr TECHNOLOGIEVERSCHLOSSEN, wenn es um Wärmepumpen geht, weil sie nur in Richtung Verbrennermotoren, Atomspaltung und Gaskraftwerken offen sind.

[….] Kulturkampf in der Hitzewelle: Wer erklärt den Rechten, dass Klimaanlagen Wärmepumpen sind?

[….] Bei der »Welt« aus dem Hause Springer erklärte der »Chefreporter Wissenschaft«, der seit vielen Jahren gegen Klimaschutz und Klimaschützer wettert, dass die Deutschen ein verqueres Verhältnis zum Klimawandel hätten. Das führe dazu, »dass die beste Technik verschmäht wird«.

Grüne und Linke hatten in Frankreich darauf hingewiesen, dass mehr Klimaanlagen besonders in dicht bebauten Innenstädten für noch mehr Hitze im Außenbereich sorgen werden, weil sie warme Luft ins Freie blasen . Die AfD setzte noch einen drauf: Der »Klimawahn«, behauptet die rechtsextreme Partei nun, führe »zu mehr Hitzetoten« und zwar durch »ideologische Baufehler wie den Verzicht auf Klimaanlagen«.

Kurz: Die Leute, die gestern noch behauptet haben, die Erhitzung sei kein Problem, erklären jetzt die Leute für doof, die sich nicht auf die Erhitzung vorbereitet haben. Und die Leute, die gestern noch die Wärmepumpe verteufelt haben, erklären jetzt ausgerechnet die für doof, die seit Jahren für Klimaanlagen werben – denn Klimaanlagen sind Wärmepumpen. Man kann heute ein dummes Haus bauen: mit Gasheizung. Oder ein schlaues: mit Wärmepumpe/Klimaanlage. Aber auch in einer kleinen Mietwohnung lassen sich Balkonkraftwerk und Klimagerät kombinieren.

Leute mit Gasheizung behaupten gern: Das geht nicht

Wer sich heute eine Wärmepumpe in einen Neubau einbaut – das sind zum Glück, der mittlerweile wissenschaftlich aufgearbeiteten Kampagne aus dem Hause Axel Springer  für Gas- und Ölheizungen zum Trotz, die meisten – kann damit auch kühlen. Das geht auch mit einer Fußbodenheizung. Dann kühlt eben der Boden, entweder passiv oder aktiv. Ersteres funktioniert mit jeder Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpe , sogar mit Modellen, die nicht speziell dafür ausgelegt sind. Dazu wird die Kälte des Wassers oder des Erdreichs über den Wärmetauscher ins Haus geleitet. Mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe, wie sie hierzulande verbreitet ist, kann man nur aktiv kühlen: Man dreht die Funktion der Wärmepumpe gewissermaßen um. Sie entzieht dem Haus Wärme und gibt sie nach außen ab.

Ich kenne diverse Haushalte, die dank ihrer Fußbodenheizung hervorragend durch die Hitzewelle kamen. Dass das nicht funktioniert, wird in sozialen Medien derzeit gern behauptet – von Leuten mit Gas- oder Ölheizung. [….] All das erfordert allerdings eine Regierungspolitik, die die fortschreitende Erhitzung endlich als Problem anerkennt. Und sie nicht, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius vergangene Woche, als »Wetter« abqualifiziert . Die Realitätsverweigerung muss endlich aufhören – und dazu gehört auch, dass man endlich wirklich Klimaanpassung betreibt.  […]

(Prof. Christian Stöcker, 05.07.2026)

Anders als arme und auf Landwirtschaft basierende Länder, haben wir in Deutschland den Luxus, uns technologisch auf den Klimawandel einstellen zu können und dabei gleichzeitig klimaschützend zu agieren.

Theoretisch zumindest.

In der Praxis stehen allerdings die völlig verblödeten, zerstörerischen Fossillobbyknechte der C-Parteien dagegen.

Merzen konservative Minister haben eine bemerkenswerte Fähigkeit entwickelt, stets die kontraproduktivste und dümmste Maßnahme zu propagieren.

[….] Die Bundesregierung will bei Zuschüssen für Wärmepumpen und andere klimafreundliche Heizungen deutlich kürzen. Die Förderung für den Heizungstausch soll umgebaut werden, dabei sollen im Finanzplanzeitraum bis 2030 rund 2,1 Milliarden Euro ‌eingespart werden. [….] Die Höhe der maximal förderfähigen Kosten von derzeit 30.000 Euro etwa für den Einbau einer Wärmepumpe soll ab kommendem Jahr sinken. [….] Außerdem sinkt der Klimabonus von derzeit weiteren 20 Prozent Förderung für den Austausch einer noch funktionstüchtigen, mindestens 20 Jahre alten Heizung ab kommendem Jahr alle sechs Monate um vier Prozentpunkte. 2029 würde diese Förderung demnach auslaufen. [….]

(SPON, 07.07.2026)

Schildbürgerstreich? Realsatire? Kognitive Dissonanz?

Es fällt schwer, die sich selbst verstärkenden Merzschen Idiotien noch in Worte zu fassen.

[…] Flusswärmepumpen erfordern hohe Investitionen; große Anlagen kosten über 100 Millionen Euro. Auch deshalb sind sie in Deutschland bislang eine Rarität. Doch vielerorts ändert sich das gerade. […] Keine Stadt ist damit so weit wie Mannheim. Bereits vor drei Jahren hat Ingenieur Hack hier eine erste Pilotanlage ans Netz gebracht. Sie brummt nur 50 Meter von der aktuellen Baustelle entfernt und beliefert rund 3500 Mannheimer Haushalte verlässlich mit Wärme. Die neue, größere Anlage soll weitere Zehntausende Haushalte auf einen Schlag grün machen, die noch durch die Abwärme der Kohleverbrennung versorgt werden – die klimaschädlichste Form der Energieerzeugung.

Experten wie Hack sehen in Flüssen die saubere Alternative. Das ganze Jahr über sind sie warm genug, um als Wärmequelle zu dienen – ob sie 20 oder nur 5 Grad messen. [….]  Hack, der sich seit Jahren mit der Technik beschäftigt, hält sie für den »Gamechanger« der deutschen Wärmewende. […] Flusswärmepumpen verbrauchen keine Rohstoffe wie Steinkohle und kein Erdgas. Sie stoßen null CO₂ aus. Das Einzige, was die Pumpen benötigen, so Hack, sei Wasser aus Flüssen wie dem Rhein und Strom – bestenfalls Ökostrom, erzeugt mit Solarpaneelen oder Windrädern. […] Zwar schieße die Regierung in Berlin rund ein Drittel der Kosten zu – doch erschwere die schwarz-rote Regierung an manchen Stellen die längst beschlossene Energiewende. Clemens nennt als Beispiel unter anderem das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz, das in seiner jetzigen Form mehr verunsichere als Planungssicherheit schaffe. […] Ähnlich gefrustet zeigt sich auch der Oberbürgermeister von Mannheim, Christian Specht (CDU). […]

Auf die Frage, ob er Gegenwind spüre, antwortet Specht: »Massiv.« Gerade aus Berlin.  [….]

(SPON, 07.07.2026)