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Donnerstag, 3. September 2026

Kreative Katholiban

Diese extrem schrägen ultrarechten verschwörungstheoretischen Katholiban sind für mich ,wie die sprichwörtliche tote Qualle am Strand.

Man weiß, daß sie irgendwie ekelig und glibberig sind, wie sie aussehen. Aber dennoch latscht man hin, um sie sich genau anzugucken.

So geht es mir beispielsweise mit den Covidioten David Berger, Gloria Thurn-Taxis und Bernhard Freienstein. Es gibt natürlich noch mehr von ihnen, Matthias Matussek, Martin Lohmann, Trixi Storch etc.

 

Ich weiß, daß ich bei ihnen nur widerliche Hetze gegen Minderheiten, antisemitische Codes, Homophobie und AfD-Propaganda übelster Weise finde.

Aber dennoch klicke ich die Irren an, weil eine schauderhafte Faszination damit einhergeht, zu verfolgen, wie quer zur Realität ihre Hirne arbeiten.

Die „Argumentationen“ sind immer wieder derartig schräg, daß ich mir bis heute nicht sicher bin, ob sie mit der hervorgerufenen Empörung gezielt Aufmerksamkeit erringen wollen, oder ob sie den totalen Schwachsinn, den sie absondern, womöglich selbst glauben.

Jedes reale oder auch bloß empfundene Übel, wird Linken, Grünen, Atheisten, „Altparteien“ und natürlich den üblichen „dunklen Mächten im Hinterzimmer“, an die Verschwörungstheoretiker glauben, in die Schuhe geschoben.

Abhilfe und Besserung gibt es nach Ansicht aller drei Maximal-Spinner nur, indem man streng den Lehren der katholischen Kirche folgt und AfD wählt.

In ihre debilen Braun-Blase sind Katholizismus und völkischer AfD-Faschismus nahezu synonym.

Man soll sich der AfD ergeben, so wie man sich auch nach der RKK zu richten hat. Jede Abweichung vom katholischen Katechismus führt ins Chaos. Deswegen darf man die Kirche nicht kritisieren und hat sich devot Gottes Willen zu fügen.

Lustigerweise wenden sich immer wieder real existierende katholische Bischöfe und offizielle RKK-Gremien gegen die AfD.

[…] Vor der Landtagswahl im deutschen Sachsen-Anhalt am Sonntag haben mehrere römisch-katholische Bischöfe zum wiederholten Mal ablehnende Haltung ihrer Kirche gegenüber der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) betont.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Heiner Wilmer, sagte, die rechtspopulistische Partei attackiere die Grundwerte und hintergehe den demokratischen Staat. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch betonte, dass völkischer Nationalismus nicht mit der Position der Kirche vereinbar sei. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe) sagte Wilmer, dass Christinnen und Christen für Nächstenliebe und Menschenwürde stünden, insbesondere für die Schwächsten der Gesellschaft.

„Dazu gibt es keine Alternative, weder in Deutschland noch anderswo“, betonte der Münsteraner Bischof. Die im Parteinamen formulierte Alternative für Deutschland sei „eine Gesellschaft, in der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie eingeschränkt werden“, so DBK-Vorsitzender und Bischof von Münster Wilmer.  [….]

(ORF, 03.09.2026)

Was also tun, wenn man wie David, Gloria und Bernhard glühender katholischer AfD-Fan ist und sich gleichzeitig immer wieder gegen Kirchenkritik, Apostaten, Ketzer, Pharisäer ausspricht? Wenn man immer wieder verlangt, niemand dürfe sich gegen die RKK stellen?

Ganz einfach. In dem Fall greifen sie zur größtmöglichen Inkonsequenz und fallen selbst über Kirche, Bischöfe und Papst her. Die befänden sich alle auf Irrwegen, hätten keine Ahnung, und wären dem Liberalismus anheimgefallen.

Den wahren Glauben, den reinen Katholizismus, kennen sie nämlich immer nur ganz exklusiv selbst. Dann irren eben alle anderen.

Ich mach‘ mir die Welt, wididiwitt, wie sie mir gefällt.

Montag, 31. August 2026

Mächtige rechte Schwule

Es war immer, ist und bleibt verdächtig, wenn heterosexuelle Männer ein geradezu manisches Verhältnis zur Homosexualität haben. Wenn sie hysterisch jede angeblich schwule Schwingung wahrnehmen, ihren Geschlechtsgenossen homophiles Verhalten attestieren und sich über alle Maßen empört, angesichts queerer Sichtbarkeit äußern.

Es reicht ein bißchen Küchenpsychologie, um zu ergründen, welche Ängste und Unsicherheiten zu Grunde liegen, wenn jemand so extrem auf eine Form der Liebe reagiert, die ihn (angeblich) nicht betrifft.

Homophobe „Schwule im Schrank“ verdienen Mitleid, weil ihr heimliches Leben, das ständige Unterdrücken von Gefühlen, die ständige Angst vorm Outing anstrengen.

Wenn aber Homophobie zu Schwulenhass wird, handelt es sich nicht mehr um eine Privatangelegenheit, sondern um eine Grausamkeit, die unsere Gesellschaft bekämpfen muss.

Es gibt keine exakten Zahlen, aber um die 40% der obdachlosen Jugendlichen in den USA sind queer. Ihr Anteil liegt also rund viermal höher, als statistisch zu erwarten wäre. Die Gründe dafür liegen natürlich im christlichen Hass; der Homophobie ihrer Elternhäuser. „Family Values“ sind familienfeindliche Werte, die Eltern nicht nur gegen ihre eigenen Kinder aufhetzen, sondern sie buchstäblich aus dem Haus jagen.

Hier handelt es sich bei der familiären Homophobie um eine Form der Grausamkeit gegen Jugendliche, die natürlich keine Privatsache mehr ist, sondern das Eingreifen des Staates erfordert.

Heimlich schwule Männer engagieren sich traditionell gern in extrem schwulenfeindlichen Vereinen, wie der katholischen Kirche oder den US-Republikanern, weil sich als lautstarker Schwulenhasser am sichersten vor Verdächtigungen und Entdeckung fühlen. Die Laufbahn als katholischer Geistlicher erscheint wegen des Zölibats und der Abwesenheit von Frauen gleich mehrfach attraktiv: Man umgeht die skeptischen Fragen, wieso man nicht in einer heterosexuellen Beziehung lebt, kein Interesse an Frauen zeigt und sich vorzugsweise unter gleichgesinnten Männern in Kleidern aufhält.

Im Vatikan ist die Schwulenquote so hoch, daß ganz selbstverständlich rund um den Petersdom Callboys ein- und ausgehen. Jeder ist an den allgegenwärtigen käuflichen Sex unter Männern gewohnt, jeder toleriert es, solange nur alle öffentlich lügen und niemand laut ausspricht, was jeder weiß.

Unter GOP-Toppolitikern ist es etwas schwieriger, weil „Junggesellen“ wie der jüngst verstorbene mächtige US-Senator Lindsey Grahamständig verdächtigt werden schwul zu sein.


 Immer wieder gingen Fälle von männlichen Sexworkern durch die Medien, die mutmaßlich von Graham angeheuert wurden. Selbstverständlich sind private sexuelle Vorlieben Tabu und es verbietet sich, andere Menschen zu outen.

Aber da gibt es eben diese eine Ausnahme; wenn es sich bei dem gegen seinen Willen Geouteten um eine mächtige Person handelt, die dezidiert schwulenfeindliche Politik macht.

Das war bei Graham ganz klar der Fall, wie das GAP - The GLAAD Accountability Project catalogs anti-LGBTQ rhetoric and discriminatory actions of politicians, commentators, organization heads, religious leaders, and legal figures, who have used their platforms, influence and power to spread misinformation and harm LGBTQ people – auflistet.

Ein mächtiger Mann, der über Jahrzehnte, brutal und unmenschlich gegen andere Queere vorging, hat den Schutz seiner sexuellen Privatsphäre verspielt.

Graham war aber beileibe kein Einzelfall. Wöchentlich verstricken sich prominente Republikaner, christliche Anführer und besonders viele MAGAs in schwule und pädophile Skandale.

In einem 80-Minuten Interview mit Luke Beasley sprach Präsidentensohn Hunter Biden das Thema offen an.

[…] The teasing followed Biden’s more pointed recent venture into queer politics. During a July appearance on the “I’ve Had It” podcast, he argued that Washington was controlled in part by a Republican “closetocracy” — closeted politicians who turn their internal conflict into anti-LGBTQ+ vitriol. “Everybody knows there is this closeted gay mafia, largely Republican, that exists in Washington, D.C.,” Biden said, as The Advocate previously reported. He argued that the politicians’ sexualities were relevant because their alleged hypocrisy affected how they wielded power.  [….]

(them, 28.08.2026)

Papst Ratzi sprach von der „Homo-Mafia im Vatikan“. Offenbar gibt es so etwas auch in Trumps GOP; die „Republican closetocracy”, eine leider höchst destruktive und gefährliche Gruppe, deren offenkundig schwule Mitglieder eben nicht so locker wie der (heterosexuelle) Hunter Biden mit dem Thema umgehen, sondern brutale queerfeindliche Politik umsetzen.

Bei republikanischen Großveranstaltungen bricht regelmäßig die schwule Sexdating-App Grindr wegen Überlastung zusammen, weil all die closeted Gays der radikal homophoben GOP, miteinander rammeln, wie die Karnickel.

[…] Love – or at least a spike of users on the gay dating app Grindr – was reportedly in the Milwaukee air this week while the Republican National Convention was in town.

Over 1,000 users reported a Grindr outage in the Milwaukee area around 4 p.m. on Tuesday, according to Downdetector, a website that collects online service status information.

The Grindr app also allegedly experienced problems in the Cream City on Thursday— the fourth and final day of the RNC — as well as in Chicago, Los Angeles, and New York. However, Grindr's official status updates show there hasn't been an outage since May.  […]

(Newsweek, 19.07.2024)

Mike Johnson, der nach Trump und Vance drittmächtigste Mann der USA, scheint eine Schlüsselfigur zu sein und fällt mit besonders radikalem öffentlichen Schwulenhass auf – so wie einst Mike Pence.

[….] Speaker of the House Mike Johnson’s homophobic and transphobic views can’t be overstated. He backed a measure barring transgender people from using bathrooms aligned with their gender identity in the U.S. Capitol; he has supported criminalizing gay sex, was an attorney for the far-right Alliance Defending Freedom, defended “gay conversion therapy” organizations like Exodus International; and the Human Rights Campaign dubbed him the “most anti-equality” speaker in U.S. history. Even Meghan McCain called the Trump ally a “raging homophobe.”

But his anti-LGBTQ+ beliefs and Johnson’s more than 25-year marriage to a woman, with whom he shares four children, haven’t stopped years of gay rumors from spreading about the vocal MAGA supporter.

The search term “Mike Johnson Grindr” started trending in 2025 when an anonymous man went viral on TikTok after making unsubstantiated claims that he had proof Johnson had a private Grindr profile and threatening to make it public unless the Trump administration released the Jeffrey Epstein files. No such evidence was produced. More rumors spread when Johnson admitted that he and his son monitor each other’s porn habits.  […]

(Advocate, 20.08.2026)

Der Mann ist absolut besessen von seinem Hass auf Schwule. Offiziell ist Mike Johnson natürlich weiterhin mit seiner Frau verheiratet, aber tatsächlich lebt der fromme Schwulenhasser mit „seinem Pastor“ in einem Washingtoner Townhouse.

Donnerstag, 27. August 2026

Unverheirateter Mann im Kleid wider die Queerness


 Wie rechtsradikal Stefan Oster, der 1965 in Amberg geborene Ordenspriester der Salesianer Don Boscos ist, bemerkte ich als Rudolf Gehring-Fan bereits kurz nachdem er 2014 Bischof von Passau wurde. Der religiöse Fanatiker Gehrig, mittlerweile beim ultraorthodoxen Religioten-Sender EWTN untergekommen, wurde zum kleinen jugendlichen Liebling des bayerischen Kirchenfürsten, traf sich immer wieder mit ihm, stellte 2017 für seinen EWTN-Knaller „Rudolf will’s wissen“ gleich fünf Interviewsendungen auf die Beine.

Es „matchte“ offenbar sofort. Der Jugendbischof und sein 28 Jahre jüngerer lediger Freund, begannen sogar an einem gemeinsamen Buch zu arbeiten, welches 2021 erschien.

Das in homöopathischer Stückzahl erschienene „Den ersten Schritt macht Gott: Über Erfüllung, Berufung und den Sinn des Lebens“ kam natürlich nie über die erste Auflage hinaus und schaffte es auf den Amazon Bestseller-Rang: Nr. 652.071.

Aber den auszölibatärten Stefan und seinen strammen Bewunderer Rudi kümmern gesellschaftliche Relevanz und finanzielle Erfolge genauso wenig, wie wissenschaftliche Fakten. Sie haben ja sich und befruchten sich gegenseitig. 

Das reicht ihnen. Den schwer reiche US-amerikanische EWTN-Mutterkonzern und die RKK, als größte Immobilienbesitzerin der Erde, im Rücken zu haben, hilft aber auch.

Und ihre gemeinsame Liebe zu Gott, die brüderliche Liebe unter Christen, schweißt sie zusammen. Natürlich nur rein platonisch. Alternde katholische Kirchenfürsten sind schließlich gar nicht dafür bekannt, erotisches Interesse an Jungs, bzw jungen Männern zu zeigen. Und Oster schon mal gar nicht. Der mag keine Homos.

[….] Der Bischof von Passau hat offenbar kein Problem damit, Homosexuelle in die Nähe von Kriminellen zu stellen. "Sogar zwischen den Mitgliedern einer Gangsterbande", schrieb Stefan Oster im Mai auf Facebook, "werden nicht selten 'Werte' wie Verlässlichkeit, gegenseitige Fürsorge oder Loyalität hoch geschätzt." Daher reiche der Hinweis auf solche Werte keinesfalls aus, um homosexuelle Partnerschaften zu akzeptieren.

Der 50-Jährige gibt sich als moderner Bischof, mit Smartphone und Internetauftritt, doch seine Karriere basiert auf Dogmatismus. "Die Kirche glaubt nämlich aufgrund der ihr geschenkten Offenbarung", schreibt Oster, "dass ausgelebte sexuelle Praxis ihren genuinen und letztlich einzig legitimen Ort in einer Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau hat, die beide offen sind für die Weitergabe des Lebens und die bis zum Tod eines der Partner einen unauflöslichen Bund geschlossen haben."  [….]

(Der Spiegel, 16.08.2015)

So wird man Bischof. So wird man zum EWTN-Liebling. So erwirbt man sich die Bewunderung des damals 21-Jährigen Rudis.

Er fühlt sich zwar generell unter Männern in bunten Kleidern, die nichts mit Frauen zu tun haben wollen, am wohlsten, aber nicht, wenn diese ihre bunten Kostüme beim CSD präsentieren.

[…] Entsetzen über Predigt in katholischer Kirche: Christopher Street Days laut Bischof Gefahr für die Demokratie[…] Stefan Oster hat in einer Predigt in Altötting queere Vielfalt attackiert. Er behauptet, sie entspreche nicht dem biblischen Menschenbild und fördere den Wunsch nach einer Diktatur.

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat in einer Predigt in Altötting anlässlich Mariä Himmelfahrt über CSD-Teilnehmende gesprochen. Oster beschrieb die Entfernung der deutschen Gesellschaft vom biblischen Menschenbild als Gefahr für die Demokratie: Der Geistliche behauptete, „… dass andere Menschenbilder als unseres, noch dazu in aller möglichen Vielfalt, beinahe automatisch dazu tendieren, dass das Auseinander und Gegeneinander der verschiedensten Interessen zunimmt. Und damit zugleich der Ruf zunimmt nach der einfachen und schnellen Lösung durch eine starke Autorität an der Spitze, die sich durchsetzt und den Laden noch zusammenhält.“

Der 61-Jährige sagte, dass die beim CSD „offen zur Schau gestellten Lebensweisen, sexuellen Präferenzen und angeeigneten Identitäten“ zwar ein „Ausdruck der Freiheit der Menschen“ seien, den die Demokratie ermögliche. Der gemeine Christ müsse das achten, aber nicht „gut heißen“. Er glaube, „dass die geglaubte Nichtexistenz Gottes den Spielraum dessen, was im Kontext rund um Geschlecht und Gender möglich ist, massiv erweitert hat. Und dass das meiste davon gerade nicht dem biblischen Menschenbild entspricht“. […]

(Merkur, 25.08.2028)

Um es noch einmal klar zu stellen: Ich schätze Bischöfe und katholische Journalisten, die wie Steffi und Rudi, ihre Menschenverachtung klar ausdrücken.

Es hilft dabei, mehr Menschen zum Kirchenaustritt zu bewegen und mehrt die Hoffnung, diesem Kind€rf!ckerverein endlich die Gemeinnützigkeit und die finanzielle Förderung zu entziehen.

Nicht hilfreich sind hingegen Queere, die wie HUK oder das LSBT+Komitee, die radikal schwulenfeindlichen Positionen auch noch stärken, indem sie den Verein durch ihre Mitgliedschaft und ihre finanziellen Beiträge unterstützen.

[….] Der Passauer Bischof Stefan Oster hatte bei einer Predigt zu Mariä Himmelfahrt den Atheismus für CSDs verantwortlich gemacht und queere Menschen praktisch beschuldigt, durch ihre Existenz die Demokratie zu gefährden (queer.de berichtete). Das Katholische LSBT+ Komitee, ein Netzwerk für queere Gläubige, sowie der Passauer Bundestagsabgeordnete Luke Hoß (Linke) haben diese Äußerungen inzwischen scharf kritisiert. Hoß legte dem Bischof sogar den Rücktritt nahe.  Das Katholische LSBT+ Komitee bezeichnete die Äußerungen Osters als "abwegig" und kritisierte, dass Oster gerade jetzt sexuelle und geschlechtliche Minderheiten attackiert: "Queere Menschen werden in unserer Gesellschaft zunehmend angegriffen. Der Christopher-Street-Day stellt sich dem entgegen und steht für Sichtbarkeit, gesellschaftliche Akzeptanz, Freiheit und gleiche Rechte. Umso erschütternder ist, dass Bischof Oster kein Wort über den Anschlag auf den Berliner CSD verliert", heißt es in einer Stellungnahme des Verbandes. "Dieser Angriff hätte eine klare Verurteilung und unmissverständliche Solidarität mit den Betroffenen erfordert. Wo Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder sexuellen Orientierung abgewertet, angegriffen oder ihrer Rechte beraubt werden, ist seine Stimme nicht zu hören." […..]

(Queer.de, 25.08.2026)

Jeder, der in der Gehrig-Oster-Kirche Mitglied bleibt, ist Teil des homophoben Problems. Es sollte keine Gemeinsamkeiten mit der RKK geben. Nur Widerstand.

[….]  Luke Hoß: „Queer sein ist normal. Leute, die das nicht einsehen wollen, wie Bischof Oster, sind die wahre Gefahr für Demokratie und friedliches Zusammenleben. Sie zahlen ein auf eine gesellschaftliche Stimmung, in der CSDs zunehmend angegriffen werden. Ein Rücktritt Osters ist, nach unzähligen Entgleisungen, mehr als überfällig.“

Hoß ruft weiter dazu auf, sich an CSDs, wie am Sonntag in Regen, zu beteiligen. Man sehe an diesem erschreckenden Beispiel, wie bitter notwendig der Kampf um gleiche Rechte und Würde sei.

Bereits in der Vergangenheit fiel Oster unangenehm auf: So kolportierte er unter anderem, dass das Ausleben von Homosexualität eine Sünde sei und befürworte deshalb die Enthaltsamkeit von homosexuell lebenden Menschen. Er sprach in diesem Kontext außerdem von "Heilung". 2015 nannte er ausgelebte Sexualität ausschließlich in der Ehe zwischen Mann und Frau als legitim und bezeichnete andere sexuellen Beziehungen als "Unzucht". […]

(Jakob Hagenberg, 24.08.2026)

Montag, 17. August 2026

Der Weg zu Gott - Teil II

Ich glaube nicht an Gott.

Ich glaube, die an Gott glauben, glauben auch nicht an Gott. Sie glauben nur zu glauben, ohne ihrem Glauben wirklich zu glauben.

Glaubten sie an den allmächtigen, allwissenden Beschützer, gäbe es keine Blitzableiter auf kirchlichen Gebäuden. Glaubten die Gläubigen wirklich ihren Glauben, hätten sie keine teuren Krankenversicherungen. Glaubten die Gläubigen wirklich ihren Glauben, bräuchten sie keine Impfungen, keine Türschlösser, keine Airbags, keine Schwimmwesten, keine Fahrradhelme.

Glaubte der Papst wirklich seinen Glauben, könnte er die Schweizer Garde auflösen und führe nicht im Panzerglas-Auto umher.

Es ist nicht nur fehlendes Gott-Vertrauen, sondern der grundsätzliche Glaube in Gottes Fähigkeiten als Allmächtiger.

Margot Käßmann, die den Bundeswehreinsatz am Hindukusch beklagte („nichts ist gut in Afghanistan!“) und stattdessen empfahl, mit den Taliban zu beten, fuhr als Bischöfin in Hosen, mit modischer Kurzhaarfrisur und der Bibel in der Hand, nie wirklich nach Kandahar, weil sie in Wahrheit natürlich auch nicht an Gottes Allmächtigkeit glaubt und weiß, daß selbst sie als Top-Klerikerin, eben nicht beschützt würde und den Trip nicht lebend überstünde.

Sie weiß, daß Gott es entweder nicht kann, nicht weiß, in welcher Gefahr Kässi schwebt oder aber so bösartig ist, ihr gar nicht helfen zu wollen. 

HH Abla 17.08.2026

So werden Gott nur die Wunder und Glücksfälle – vom wiedergefundenen Autoschlüssel, über den Lottogewinn bis zur Spontanremission einer aggressiven Krebs-Art – zugeschrieben, die ohnehin im Bereich der Wahrscheinlichkeit lagen. Gott wird nur das zugetraut, das ohnehin passieren könnte. Ihm wird nur das gedankt, was im realistischen Bereich des Zufalls liegt.

Kein Gläubiger glaubt, Gott wäre wirklich allmächtig und daher wird auch nicht für „Wunder“ gebetet, die biologisch unmöglich sind. Kein Gläubiger glaubt, Gott ließe amputierte Gliedmaßen nachwachsen, bringe die vor Jahren verstorbene Mutter zurück, könne a posteriori den Holocaust ungeschehen machen, würde dem geliebten Familiendackel die Fähigkeit verleihen zu sprechen.

Kein Gläubiger betet für derartige Dinge, die gar nicht passieren können. Denn dafür müssten sie wirklich glauben, ihr Gott wäre allmächtig. Aber das glauben sie eben nicht und sind damit auch nicht wirklich gläubig, weil Gott per Definition als Erschaffer des Universums nicht eingeschränkt mächtig sein kann, sonst wäre er kein Gott.

Theodizee: Wenn Gott alles kann, alles weiß und gut ist, gäbe es kein Leid auf der Welt. Da es aber Leid gibt, ist Gott entweder nicht gut, nicht allwissend, oder alleskönnend und kann daher kein Gott sein.

Um diese fundamentale Einsicht drücken sich die Gläubigen, die glauben zu glauben, indem sie ihn gar nicht erst mit Wünschen konfrontieren, die Allmächtigkeit voraussetzen.

Um diese fundamentale Einsicht drücken sich die Gläubigen, die glauben zu glauben, indem sie ständig beten, um Gott auf Dinge aufmerksam zu machen, die er ohnehin wüßte, wenn er allwissend wäre.

Um diese fundamentale Einsicht drücken sich die Gläubigen, die glauben zu glauben, indem sie Opfer bringen und damit an Gottes Güte zweifeln, indem sie versuchen, ihn durch Einhaltung frommer Regeln, Gottesdienstbesuche, Kirchensteuern oder Pilgerfahrten zu bestechen.

Tatsächlich führen Pilgerreisen erstaunlich oft sehr konkret zu Gott ins Jenseits.

[…] Bei einem schweren Busunfall in Ungarn sind zwölf Menschen aus Polen ums Leben gekommen und zehn schwer verletzt worden. Das teilte der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar am Sonntag mit. In dem Bus befanden sich polnischen Angaben zufolge Pilger auf dem Rückweg aus dem katholischen Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. […] Auch die polnischen katholischen Bischöfe drückten ihre Trauer über den Vorfall aus. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Tadeusz Wojda, teilte mit, er bete für das ewige Leben der tragisch gestorbenen Unfallopfer und die Genesung der Verletzten.   [….]

(KNA, 16.08.2026)

Man sollte also Gott einfach nicht so mit der Beterei auf den Sack gehen, obwohl er natürlich schon weiß, daß ihm auf sein Gehänge getreten wird, weil es vorbestimmt ist. Vermutlich nerven ihn daher Gebete, Gottesdienste und Pilgerreisen umso mehr.

Diese ganze Pilgerreiserei ist dem Allmächtigen möglicherweise ohnehin zu penetrant.

Wenn Christen in Busladungen anrücken, fühlt sich der Mann im Himmel gestört.

Muß man verstehen. In seinem Alter. Dank seiner Superkräfte, kann er sich aber auch mal dieser lästiger Bittsteller entledigen, wenn sie zu sehr nerven.

[….] Tragisches Ende einer Pilgerfahrt: Bei einem schweren Busunglück am ungarischen Plattensee sind in der Nacht zu gestern 19 Reisende aus Polen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Kinder. [….]  Der Reisebus aus Lublin war auf dem Weg zum Marien-Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. […..]

(HH Abla, 02.07.2002)

[….] Mindestens 13 Menschen sind am Freitag beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen nahe dem ostpolnischen Bialystok ums Leben gekommen.

Elf der Opfer sind Jugendliche, die auf Pilgerfahrt unterwegs zum Wallfahrtsort Tschenstochau waren. [….]

(FAZ, 30.09.2005)

[….]  Pilgerfahrt in den Tod: Ein Bus mit polnischen Pilgern ist am Sonntag in den französischen Alpen in ein Tal gestürzt und ausgebrannt[….] 26 Insassen starben. Die anderen 25 wurden schwer verletzt. Vielen von ihnen wurden nur wenig Überlebenschancen eingeräumt. „Die Opfer mit schweren Verbrennungen wurden mit Hubschraubern zu Spezialkliniken in Marseille und Lyon transportiert“, teilte die Präfektur mit. [….] „Überall liegen Leichen. Das ist wie das Ende der Welt. So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte ein Augenzeuge dem Sender France-Info. Mehrere Opfer wurden von den Fluten der Romanche mitgerissen und konnten erst nach stundenlanger Suche geborgen werden.

[….] Die jetzt verunglückten 49 polnischen Pilger und zwei Busfahrer waren auf der Rückreise von einer Tour zu katholischen Pilgerorten in Frankreich und auf der iberischen Halbinsel. Sie hatten die Nacht in Notre-Dame-de-la-Salette etwa 50 Kilometer südlich von Grenoble verbracht. Dort findet gerade eine Begegnung von Priestern und Gläubigen aus Polen, Russland, der Ukraine, Großbritannien und Frankreich statt. [….]

(dpa, 22.07.2007)

[….] Tödliches Ende einer Pilgerfahrt. Auf dem Rückweg von dem portugiesischen Marien-Wallfahrtsort Fátima sind bei einem Busunglück im Osten des Landes 15 Rentner getötet und 23 verletzt worden, 5 von ihnen schwer. Die 60 bis 75 Jahre alten Opfer, allesamt Portugiesen, gehörten der Seniorengruppe einer Erwachsenen- Universität an. [….]

(Handelsblatt, 06.11.2007)

[….] Tödliches Ende einer Pilgerreise. Ein voll besetzter Reisebus rast auf einer Autobahn in der Nähe von Neapel in ein Stauende und stürzt von einer Brücke. Mindestens 38 Menschen kommen ums Leben.

[….] Die Reisegruppe hatte eine Pilgerreise in den Ort Pietrelcina unternommen und befand sich auf der Rückreise nach Neapel. [….]

(taz, 29.07.2013)

[…] Tragisches Ende einer Pilgerreise: Bei einem Busunglück sind im Südosten Spaniens mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 40 weitere Insassen des Busses wurden verletzt. Das Unglück war der schwerste Busunfall in Spanien seit mehr als zehn Jahren.

Der Bus war in der Nacht in der Nähe von Murcia von der Fahrbahn abgekommen und eine 15 Meter tiefe Böschung hinabgestürzt. Die Ursache ist noch unklar. Die Insassen des Busses waren auf dem Rückweg von einer Pilgerreise nach Madrid.

Der 36-jährige Gemeindepfarrer, der die Reise organisiert hatte, war nach Angaben der Rettungsdienste unter den Toten. [….]

(Stuttgarter Zeitung, 09.11.2014)

[….]  Pilgerreise in Madagaskar. [….] Bei einem schweren Busunglück auf dem afrikanischen Inselstaat Madagaskar sind 21 Menschen ums Leben gekommen und 118 verletzt worden.

An Bord seien junge Christen auf dem Weg zu einem Jahrestreffen gewesen. [….]

(Blick, 01.08.2017)

Aber auch die Kirchen selbst sind nicht gerade sicher. Gott ist berüchtigt für seine Launen.

[….] Tödlicher Granaten-Angriff in Diplomaten-Kirche. Die Terroristen stürmten während der Predigt ins Gotteshaus und warfen Handgranaten: Bei einer Terror-Attacke auf eine Ausländer-Kirche in Islamabad sind mindestens fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Amerikaner. [….]

(Spon, 17.03.2002)

[….] Bei einer blutigen Geiselnahme in einer irakischen Kirche sind in der Nacht zum Montag 55 Menschen ums Leben gekommen. Die ehemalige Umweltministerin und christliche Aktivistin, Pascale Warda, sagte, 50 Christen seien in der Sajjidat-al-Nadscha-Kirche getötet worden. Mit ihnen starben fünf Geiselnehmer und mehrere Angehörige der Sicherheitskräfte. [….]

(Welt, 01.11.2010)

[….] Beim Einsturz einer Kirche in Uyo im Süden von Nigeria sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Regionale Medien gaben die Zahl der Todesopfer zwischen 50 und 200 an.

Die amtliche Agentur NAN berichtete am späten Samstagabend von insgesamt 60 Toten, andere Agenturen von bis zu 200. Auch Stunden nach dem Unglück bargen Suchmannschaften Opfer aus den Trümmern des Gotteshauses, das am Samstagmittag aus noch unbekannter Ursache während eines Gottesdienstes eingestürzt war.

Augenzeugen berichteten, das noch im Bau stehende Gebäude sei mit Gläubigen voll besetzt gewesen. Rund 30 Minuten nach Beginn des Gottesdienstes sei zunächst das Dach eingestürzt, ehe das gesamte Gebäude zusammenfiel. [….]

(BZ, 11.12.2016)

[….] Tödlicher Unfall in der Kirche Santa Croce in Florenz. Herabfallende Steine haben einen spanischen Touristen in der berühmten Kirche Santa Croce in Florenz erschlagen. Die Kirche wurde nach dem tragischen Unglück geschlossen. [….]

(BR24, 19.10.2017)

[….] Bluttat im Gottesdienst – Texas trauert um 26 Tote

[….] Pastor Frank Pomeroy ist an diesem Sonntag nicht in der Kirche. Aber seine 14-jährige Tochter sitzt im Gottesdienst. Es ist Mittag in Sutherland Springs im US-Bundesstaat Texas. Draußen steigt in diesem Moment ein Mann aus einem Auto. Er ist ganz in schwarz gekleidet, trägt eine kugelsichere Weste. In seiner Hand hält er ein Gewehr. Er schießt. Dann betritt er das Gotteshaus. Er schießt weiter. Mindestens 26 Menschen sterben. Zahlreiche weitere werden verletzt. Das jüngste Opfer ist fünf Jahre alt, das älteste 72. [….]

(dpa, 06.11.2017)

[…..] Tote nach Attentat auf Gottesdienst in Nigeria. Mindestens 16 Menschen sind bei einem Attentat im Süden Nigerias gestorben. Nach dem Neujahrsgottesdienst haben Unbekannte das Feuer auf die Gläubigen eröffnet – wer die Täter waren, ist noch unklar. […..]

(katholisch.de, 02.01.2018)

[….] Ruanda: 16 Tote nach Blitzeinschlag während Gottesdienst. Ein Blitz hat in Süden Ruandas während des Gottesdienstes in einer Kirche eingeschlagen. 16 Menschen starben, mehrere wurden verletzt. [….]

(Morgenpost, 11.03.2018)

Was will uns Jesus („Gott ist Liebe“) mit all den Massakrierten im Gottesdienst eigentlich sagen?  Offenbar ist es lebensgefährlich christliche Gottesdienste zu besuchen.

Vorzeitig zu fliehen, kann aber auch tragisch enden.

[…] Drama am Rande eines Gottesdienstes in Glinde bei Hamburg: Zwei Kinder sind am Freitagmittag in ein Regenrückhaltebecken gefallen und untergegangen. […] Stundenlang kämpften die Ärzte um ihr Leben – vergeblich. […] Nach ersten Erkenntnissen hatten die Kinder (5 und 6 Jahre alt) einen großen Gottesdienst in einem nahegelegenen Hotel verlassen, mit dem Hinweis, auf die Toilette zu müssen. […] In dem Hotel habe eine europaweite Veranstaltung einer afrikanischen christlichen Gemeinschaft mit etwa 300 Teilnehmern stattgefunden, so der Feuerwehrsprecher. Der anwesende Priester habe nach dem Unfall die Seelsorge übernommen. Zwei Frauen, vermutlich die Mütter der Kinder, seien kollabiert und ebenfalls ins Krankenhaus gebracht worden, sagte der Sprecher. […]

(Mopo, 11.08.18)

G*tt kann aber mit seinen Christenschafen noch froh sein. Denn die Luschis beten immer weniger, gehen seltener auf Pilgerreisen und in Gottesdienste.

Samstag, 8. August 2026

Schwule im Kleiko-Pech

Mit der Merz-Regierung kehrte auch die Homophobie in die erste Reihe der deutschen Politik zurück. Der Kanzler selbst mit seiner langen Geschichte schwulenfeindlicher Äußerungen, seine Familienministerin Karin Prien und die zweitmächtigste Person im Staate, Julia Klöckner, ließen kaum einen Tag vergehen, an dem sie nicht der queeren Community signalisierten „wir mögen euch nicht!“






Das ist Agendasetting. Das macht den gewalttätigen Homohass bei den Nazis salonfähig. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Durch die abfälligen xenophoben Äußerungen der CDUCSUler, fühlt sich der rechte Bodensatz der Gesellschaft animiert, reale Gewalt gegen Migranten auszuüben.

Durch die abfälligen homophoben Äußerungen der CDUCSUler, fühlt sich der rechte Bodensatz der Gesellschaft animiert, reale Gewalt gegen Queere auszuüben.

Kurioserweise startete ausgerechnet dieser verhängnisvolle Bundestag mit drei queeren Menschen an den Spitzen der drei größten Fraktionen.

Natürlich verleugnet Alice Weidel ihre queere Identität und trägt die homophobe Ausrichtung ihrer faschistischen Partei mit.

Aber es blieb ein letzter Rest Hoffnung bezüglich der Ausrichtung der Regierungskoalition, weil die beiden wichtigsten Unterhändler für die Mehrheitsbeschaffungen, die beiden Fraktionschef Miersch und Spahn selbst schwul sind.

Letzterer wurde aber aus der ersten Politreihe verdrängt; ein überfälliger Schritt.

Sein Nachfolger, der in der Fraktion wesentlich beliebtere Thorsten Frei, der heute übrigens Geburtstag hat (53 Jahre), ist da eine ganze andere Nummer.

Geboren in der Baden Württembergischen Provinz Bad Säckingen, lebt und denkt der Mann bis heute, wie der erzkatholischer Provinzler, der er ist: Engstirnig, fremdenfeindlich, homophob.

Queere Rechte haben für den Volljuristen Frei nichts im Grundgesetz zu suchen.

[…] Die SPD hatte nach dem Anschlag auf den Berliner CSD die Forderung nach einer Gesetzesanpassung erneut befeuert […]. Konkret geht es um Artikel 3 im Grundgesetz. Derzeit heißt es in dem Verfassungsartikel: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." 1994 wurde noch hinzugefügt: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Eine Verfassungsänderung bräuchte eine Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat.

Im September 2025 hatte der Bundesrat auf Betreiben des Landes Berlin mehrheitlich beschlossen, den Artikel 3 um den Zusatz "sexuelle Identität" zu erweitert. Die Gesetzesinitiative wurde dann in den Bundestag eingebracht, nach über zehn Monaten aber noch immer nicht behandelt.   Am 9. Oktober fand die erste Lesung eines textidentischen Gesetzentwurfs der Grünen statt. […] Queere Organisationen fordern bereits seit Jahrzehnten einen Schutz im Grundgesetz – für die Merkmale "sexuelle und geschlechtliche Identität" oder zumindest "sexuelle Identität".

Auch alle demokratischen Parteien im Bundestag mit Ausnahme der Union unterstützen bereits seit Jahren eine entsprechende Reform, um einen Rückfall in alte Zeiten unwahrscheinlicher zu machen. Hintergrund ist, dass der Anti-Schwulen-Paragraf 175, den das Bundesverfassungsgericht 1957 in seiner Nazifassung noch ausdrücklich für rechtens erklärt hatte, erst im Jahr 1994 abgeschafft wurde. Allein in der Bundesrepublik wurden nach diesem Paragrafen mehr als 50.000 Männer verurteilt. Angesichts des Erstarkens der queerfeindlichen AfD besteht die Befürchtung, in alte Zeiten zurückzufallen. Dies könne, so die Hoffnung, mit einem Schutz in der Verfassung verhindert oder zumindest abgemildert werden können. […]

(Queer.de, 08.08.2026)

Man weiß nicht so genau, ob Frei und die Mehrheit seiner Fraktion diskriminierte, bespuckte, beschimpfte, geschlagene, drangsalierte, belästigte, verletzte, verängstigte, getretene, getötete queere Menschen in Deutschland einfach „nur“ egal sind, oder ob sie es sogar wohlwollend in Kauf nehmen.

Jemand wie Merz kann nicht anders. Seine Schwulenfeindlichkeit sitzt tief in ihm und bricht in Interviews einfach aus ihm raus, weil er sich generell nicht beherrschen kann und zu dämlich ist, die Konsequenzen seines Gequatsches zu bedenken.

Fraktionschef Frei halte ich aber für weniger impulsiv; er wählt seine Worte bedachter. Ich kann es nicht beweisen, vermute aber, daß er schlicht und ergreifend abwägt: Schadet oder nutzt queerfreundliche Politik der CDU? Gewinnen sie durch eine Grundgesetzänderung und die begleitenden Diskussion mehr Wähler auf der liberalen Seite, oder vertreiben sie damit konservative C-Wähler zur AfD? Dabei wird er sich für Letzteres entscheiden.

[…] ABLA: Sind Sie offen für die Forderung der SPD, ein Verbot von Diskriminierung wegen sexueller Identität im Grundgesetz zu verankern? Auch die queere Community fordert dies nach dem CSD-Anschlag.

FREI: Ich halte das nicht für notwendig. Den Wunsch der queeren Community nach diesem symbolischen Schritt kann ich verstehen. Aber das würde unsere Verfassung überfrachten. […] 

ABLA: Sollte Bundestagspräsidentin Julia Klöckner beim nächsten CSD doch die Regenbogenflagge auf dem Parlament hissen? […]

FREI: Motto-Flaggen gehören nicht auf den Reichstag. Auf offiziellen Staatsgebäuden sollten zwei Flaggen wehen, die unser Wertefundament beschreiben: Das ist Schwarz-Rot-Gold, und das ist die Europa-Flagge. Schwarz-Rot-Gold sind die Farben der Demokratie in Deutschland. Sie stehen für Einigkeit und Recht und Freiheit. Europa ist unsere Wertegemeinschaft. Dahinter sollten sich alle Menschen, die in Deutschland leben, versammeln können. […]

ABLA: Ist der Fall Spahn ein Anlass, die Regeln für Leihmutterschaft zu ändern?

FREI: Ich sehe keinen Änderungsbedarf. Ich spüre ein solches Bedürfnis auch in der Fraktion nicht. […]

(FUNKE Interview mit Thorsten Frei, 08.08.2026)

Donnerstag, 6. August 2026

Ukraine-Eskalation

Man macht es sich fast immer viel zu einfach, wenn man mit dem Wissen von heute, Jahre zurück liegende Entscheidungen kritisiert.

Natürlich kann man a posteriori oft beurteilen, was damals falsch gemacht wurde.

Aber oft wird man automatisch dazu verlockt, anzunehmen, man hätte es früher genauso klar erkannt.

Deswegen gucken die Leute so gern Quizshows mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten. Während der Fragestellung rätseln sie ähnlich, wie der in all seiner Ahnungslosigkeit vorgeführte Kandidat. Mit der Verkündigung der richtigen Antwort, ist aber der Zustand des Nichtwissens ausradiert. Man kann sich nun nicht mehr vorstellen, die falsche Antwort gegeben zu haben. Es ist ein psychologischer Schutzmechanismus, anschließend zu glauben, man hätte es auch schon kurz vorher gewußt. Das aktiviert das Belohnungssystem im Nucleus accumbens mit einem kleinen Dopaminschub, man fühlt sich schlauer, als der Depp im TV, der (auch) nicht vorher richtig tippte.

Deswegen ist es leicht, heute festzustellen, man hätte gleich im Februar 2022 der Ukraine Taurus, schwere Panzer und Raketen liefern müssen.

Nun wissen wir aber, wie erstaunlich die Ukraine gegen das auf dem Papier übermächtige Russland durchhält.

2022 ahnte das niemand. Keiner der wirklichen Militärexperten und schon gar nicht die Millionen Hobbystrategen zu Hause.

Wir alle dachten nicht daran, daß Putin viereinhalb Jahre später immer noch weit von Kiew entfernt stehen könnte und viele Hunderttausende tote russische Soldaten zu beklagen hätte.

Das lässt sich zum großen Teil auf Fähigkeiten des Ukrainischen Militärs zurückführen, die aber erst im Laufe des Krieges entwickelt wurden. Im Februar 2022 hielten wir Deutschland für ein Hightechland, welches der armen rückständigen Ukraine zwar Ersatz für ihre eigenen rostigen antiken Panzer liefern könne, aber dann bestünde die große Gefahr, Putin zu sehr zu reizen, so daß er den Krieg eskaliere. Daher der elegantere Weg: Die hochspezialisierten schlauen deutschen Offiziere sollten die dummerhaften Ukrainer, die nichts vom Krieg verstünden, ausbilden, damit diese sich gegen die moderne Armee Russlands selbst verteidigen könnten.

Eine Menge kapitaler Fehleinschätzungen. Tatsächlich ist eher die deutsche Bundeswehr ein untauglicher Schrottplatz mit unerfahrenen Soldaten. Die Ukraine verfügt heute hingegen nicht nur über die stärkste Armee Europas, mit der sie klar unsere Schutzmacht ist. Die Ukraine, nicht die USA!

 Ukrainische Soldaten und Offiziere verfügen über so viel Knowhow bei der Drohnen- und Raketenabwehrtechnik, daß sie als Berater der Trillionen-reichen Golfmonarchien angeheuert wurden, nachdem Bibi und Taco den Iran angriffen.

Die Deutsche Bundeswehr hat mehr Geld zu Verfügung, als die Ukrainische Armee. Das ist aber auch alles. Wie sind schwächer und dümmer.

Aber die frisch ins Amt gestartete Ampel machte damals auch vieles richtig, das heute verdrängt und natürlich nicht geschätzt wird.

Es war notwendig und strategisch meisterlich von Olaf Scholz, stets die anderen NATO-Staaten und Europäer ins Boot zu holen. Es wäre der Worst Case gewesenen, wenn es Putin damals gelungen wäre, die Westeuropäer auseinander zu dividieren. Außerdem verfügten damals nur die USA über unbedingt benötige Aufklärungstechnologie und Munition. Umso bedeutender, wie Scholz den engen Schulterschluss zu Joe Biden suchte.

Es war ebenfalls richtig, nicht sofort schweres Gerät aus Bundeswehrbeständen in die Ukraine zu liefern, weil das damals beim Deutschen Volk absolut nicht vermittelbar gewesen wäre. Niemand wollte sich damals mit dem Gedanken anfreunden, in einen direkten Konflikt mit Russland zu geraten.

Schon die Lieferung von Kleinwaffen wurde 2022 so argwöhnisch beäugt, daß es einen Aufstand gegen die Ampel mit triumphierenden Russland-Freunden (BSW, AfD, Kretschmer) gegeben hätte, wenn Scholz damals schon „alles“ gen Osten geschickt hätte. Gegen die russischen Soldaten, von denen schon einmal, an gleicher Stelle, 27 Millionen durch deutsche Waffen getötet wurden!

Die Befürchtungen des damaligen SPD-Kanzlers, schwerere, modernere Waffen würden zu einer Eskalation des Konflikts führen, andere Länder mit hinein ziehen, bestätigte sich ebenfalls.

Zweifellos IST der Krieg mittlerweile eskaliert. Die Ukraine trifft Ziele im Herzen Russlands, versenkt russische Handelsschiffe, stellt eine echte Bedrohung für die Russen dar. Aber der schwer getroffene und sicher auch durch den militärischen Misserfolg gedemütigte Putin, eskaliert entsprechend. 
Er brachte es fertig, die russische Wirtschaft gegen die inzwischen drastischen EU-Sanktionen zu immunisieren, neue Bündnisse zu schließen – BRICS, China, Trump, Nordkorea – die Waffenproduktion deutlich effektiver zu machen, als die Europäische.

Eine russische Schattenflotte agiert weltweit und die Luftschläge treffen immer perfider Wohngebiete, töten gnadenlos ukrainische Zivilisten.

Selbstverständlich wurde der Krieg, genau wie von Scholz antizipiert, längst in die westeuropäischen Länder getragen. Wir befinden uns bereits mitten in einem hybriden Krieg mit Russland, das unsere Infrastruktur und unsere Demokratie massiv angreift.

Das wird nicht weniger werden und Deutschland kann sich kaum verteidigen. Die meisten kennen das Wort „Kritis“ gar nicht und taugliche Konzepte zum Schutz derselben existieren nicht.

[….] Am Flughafen Leipzig wird neben einem ukrainischen Transportflieger eine Drohne mit Sprengstoff gefunden, der Flugverkehr war in der Nacht zu Mittwoch unterbrochen. Die Polizei schließt einen gezielten Sabotageakt nicht aus.

Der Flughafen Leipzig ist in der Nacht zum Mittwoch womöglich nur knapp einer Katastrophe entgangen. Kurz vor Mitternacht war zunächst ein „unbekanntes Flugobjekt“ in der Nähe des Flughafens gesichtet worden. Anschließend sei ein verdächtiger Gegenstand nahe der Südpiste gefunden worden. Die Bundespolizei habe diesen mit einem Sprengstoffroboter begutachtet, teilte die Polizeidirektion Leipzig am Morgen mit.

Nach Recherchen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR handelte es sich bei dem entdeckten Objekt tatsächlich um eine präparierte Drohne. Sie soll sich in unmittelbarer Nähe eines Transportflugzeugs der ukrainischen Antonow-Airlines befunden haben, von denen sich gestern vier Flieger auf dem Feld befanden. Ein Mitarbeiter des Flughafens soll die Drohne entdeckt haben. Wie aus einer vertraulichen Lagemeldung der Polizei hervorgeht, sei an dem Gerät eine „unbekannte Masse“ angebracht gewesen, bei der es sich womöglich um Sprengstoff handele. In der Masse habe sich „ein Zünder“ befunden.

Der Flughafen Leipzig gilt als Drehscheibe für Rüstungsgüter

Derweil haben die Ermittler im Laufe des Mittwochs festgestellt, dass es sich bei der Masse tatsächlich um Sprengstoff handelte. Nach Informationen von SZ, NDR und WDR verlief ein erster Test auf Nitrate erfolgreich. Nitrate können ein Hinweis auf Sprengstoff sein. Zudem fanden die Experten bei einer weiteren Untersuchung Spuren vom PETN und Semtex. Eine hochexplosive Mischung, wie sie auch das Militär nutzt. Das Gemisch ging nur deshalb nicht hoch, weil der Zünder offenbar abgerissen war. Auch das haben die Untersuchungen der Ermittler ergeben.  […..]

(Süddeutsche Zeitung, 05.08.2026)

Heute wissen wir, wie die Ukraine „im Spiel“ bleibt. Und helfen dabei finanziell, weil das unsere westeuropäische Sicherheit garantiert.

So lange ein heißer Krieg gekämpft wird, Myriaden Russen, Ukrainer und Nordkoreaner sterben, ist der Kreml beschäftigt. Solange wird er vermutlich nicht auch noch Litauen oder Polen angreifen.

Aber bis heute gibt es kein Rezept und keine Zielvorstellung der EU, was eigentlich passieren soll, wenn irgendwann einmal die Waffen schweigen. Niemand spricht aus, wie Sicherheitsgarantien aussehen könnten. Denn dafür müsste die Ukraine de facto der NATO beitreten und genau das ist bei vielen NATO-Mitgliedsstaaten auf gar keinen Fall durchsetzbar. Daher setzen wir auch einen möglichst langen teuren Krieg für Putin.


Ein Krieg, der aber eben NICHT auf demselben Niveau verharrt, sondern kontinuierlich weiter eskaliert.  Jetzt mag Kiew militärische überraschend gut dastehen, aber Putin hat noch viele weitere gemeine Giftpfeile im Köcher. Aufgeben wird Russland ganz offensichtlich auch nicht.

[….] Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill hat den Bau der russischen Atombombe religiös begründet. „Russlands Atombombe entstand auch durch die Gebete des hl. Seraphim von Sarow“, sagte er laut dem Portal OrthodoxTimes am Wochenende bei einem Gottesdienst.

[….] In seiner Predigt bezeichnete Patriarch Kyrill den heiligen Seraphim von Sarow als Russlands spirituellen Beschützer. Der Heilige habe dazu beigetragen, den orthodoxen Glauben in einer Zeit zu bewahren, die von der Ausbreitung des Atheismus geprägt war.

Sarow spielte für das sowjetische Atomprogramm eine wichtige Rolle, erklärte der Patriarch: „Die Wissenschaftler, die hier in Sarow gearbeitet haben, haben unsere russische Atombombe entwickelt, die den Feind daran gehindert hat, Pläne zur Zerstörung und Versklavung unseres Vaterlandes umzusetzen.“ Durch die Arbeit von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Arbeitern sei Russland Gottes Gnade und Barmherzigkeit offenbart worden, so der Patriarch weiter. [….] Kyrill bezog sich auf Gespräche mit russischen Physikern und Wissenschaftlern und sagte, viele von ihnen glaubten, dass „die Entwicklung einer so mächtigen Waffe an diesem Ort kein Zufall war, sondern zum Teil durch die Gebete unseres verehrten und gottesfürchtigen Vaters Seraphim von Sarow zustande kam.“ [….]

(ORF, 04.08.2026)

Putin könnte noch zehn oder 15 Jahre Präsident bleiben. Oder morgen tot umfallen. Wie es nach ihm in Russland weiter geht, vermag aber niemand zu sagen. Wir wissen es einfach nicht. Es kann durchaus noch schlimmer kommen für Westeuropa.