Posts mit dem Label Merkel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Merkel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 12. Oktober 2026

Welche Partei geht als nächstes unter?

Bill Maher führte am Freitag den wichtigen Neologismus „general assholery“ ein, als er erklärte, wie Studentenverbindungen alles Schlechte verschlechtern.

Ich bin leider auch schon von „general assholery“ befallen, wenn ich an die CDUCSU denke. Den häßlichen Schwestern wünsche ich die Pest an den Hals, weil ich alles, wofür diese Vereine stehen, hasse und verachte. Ich wünsche den Schwarzen genauso den Untergang, wie den Gelben. Die Merz-CDU und Söder-CSU richten national und international so massiven Schaden an, zerstören so massiv Deutschlands Zukunft, daß ich sie nur zu gerne aus der bundesrepublikanischen Gleichung nähme.

Das Gedeihen und Verderben politischer Parteien lässt sich allerdings schlecht prognostizieren.

Nach dem totalen Scheitern der Westerwelle-FDP als Regierungspartei ab 2009 mit Generalsekretär Christian Lindner, flog sie 2013 aus dem Bundestag. Sie verlor knapp zehn Punkte, zwei Drittel ihrer Stimmen von 2009, während Angela Merkel auf 41,5% kletterte. Niemand brauchte diese unfähigen korrupten Lobbyisten mehr.

Aber 2017 war Linocchio auf einmal wieder mit fast elf Prozent im Bundestag. Im Februar 2025 schrumpften sich Lindner Lobby-Luschen rapide wieder unter die 5%-Hürde, verließen den Bundestag und mittlerweile 12 von 16 Landesparlamenten.

Im Frühsommer 2021 waren die Grünen mit 28% demoskopisch klar die stärkste Partei, schoben sich vor die CDUCSU; kurz sah es so aus, als könne die nächste Bundeskanzlerin Annalena Baerbock heißen. Im Juni 2021 lag die SPD bei 14%, jeweils rund zehn Punkte hinter CDU und Grünen. Angela Merkel würde entweder durch Laschet oder Baerbock ersetzt werden. So viel war klar. Ausnahmslos alle Zeitungen machten sich über die SPD lustig, die durch die Nominierung ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz ihren Untergang besiegelt habe. Der Mann habe keine Chance und solle gar nicht in die TV-Trielle eingeladen werden. Die SPD war am Ende ihrer Geschichte angekommen.

Nur drei Monate später wurden die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl stärkste Partei und Olaf Scholz Bundeskanzler.

Als nächstes waren 2024 Wagenknecht-Linken dran, die bei den Landtagswahlen reihenweise Ergebnisse mit einer Eins vorm Komma holten. 2025 würden sie dramatisch aus dem Bundestag ausscheiden und sich bald auflösen müssen. So sicher war ich mir, daß ich den verbliebenen vernünftigen Nicht-Putinella-Linken dringend empfahl, mit ihren Mandaten zur SPD-Fraktion überzutreten und bei den kommenden Wahlen als Sozis anzutreten. Im September 2024 war das BSW die frische neue Kraft, die in bundesweiten Umfragen bei 15% lag und daher mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der nächsten Bundesregierung angehören würde. An Superstar Wagenknecht käme niemand mehr vorbei.

Heute liegen die Linken trotz CDUCSU-Hasskampagne in allen bundesweiten Umfragen stabil zweistellig; sind in der Hauptstadt stärkste Partei; deutlich vor Grünen, CDU und AfD. Das BSW rangiert unter „Sonstige.“

Hüte Dich vor Prognosen; insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen.

Mir fehlt allerdings immer noch die Phantasie, um mir eine Zukunft für die inhaltlich vakuumierte Geronten-Pöbelpartei, der „letzten Amphore des deutschen Liberalismus“ vorzustellen. Wolfgang Kubicki ist ähnlich zukunftsträchtig, wie VHS-Videorekorder und Faxgeräte.

Viele alternde Journalisten geben sich alle Mühe, die FDP hochzuschreiben. Der Liberalismus dürfe nicht sterben.

Liberalismus ist gut, aber schon lange nicht mehr in der FDP zu finden, sondern bei SPD und Grünen. Die gelbe Pest hingegen ist a) radikal neoliberal, b) nationalistisch-AfD-affin und c) xenophob-populistisch.

All das findet man aber auch bei CDU, AfD, FW und CSU. Die FDP ist sinnlos.

Das Argument, die FDP werde noch für die Demokratie gebraucht, war spätestens am 4. März 2020 hinfällig, als Thomas Kemmerich der sechste Ministerpräsident des Freistaates Thüringen wurde und Kubicki den AFDP-Pakt bejubelte.

Den Hepatisgelben weine ich keine Träne nach und werde feiern, wenn sie im Herbst 2028 in Hessen aus ihrem letzten Parlament fliegt.

Das Ausscheiden der CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, sowie die öffentliche Lyse der CDU-Fraktion von Sachsen-Anhalt, das demoskopische Abrutschen in die Zehner-Zone lässt nun allerdings immer mehr Christ-Kondervative über das Ende ihrer Partei sinnieren.

[…] Das Gebaren der Christdemokraten und von Friedrich Merz macht fassungslos. Die AfD kommt ihrem Ziel, die Kanzlerpartei zu zerstören, näher.

 […] Aber fast noch mehr schmerzt es, der sachsen-anhaltischen CDU dabei zuzusehen, wie sie im Zeitraffer zerfällt. Sie ist eine Partei, die ihren Kompass verloren hat und dem Untergang entgegentrudelt.

Diese unstete Ratlosigkeit, dieses hilflose Herumirren, der unübersehbare Autoritätsverlust des Führungspersonals sind beileibe nicht nur die Probleme eines kleinen Landesverbands. Der CDU fehlt insgesamt eine Strategie im Umgang mit einer autoritär-rechtspopulistischen Partei wie der AfD. Das zeigt sich lokal und überregional.

Es gibt starke Anzeichen, die darauf hindeuten, dass in Sachsen-Anhalt einzelne CDUler die Rechtsextremen in geheimer Wahl mitgewählt haben. Der CDU-Kandidat wurde jedenfalls auch mit Stimmen der AfD gewählt; es soll Absprachen gegeben haben. […] Aber auch im Bund fehlt der CDU eine klare Linie. Als er noch für den Bundesvorsitz kandidierte, hatte Friedrich Merz verkündet, wer mit der AfD zusammenarbeite, dem drohe der Parteiausschluss. Und nun? Vermied er eine solche Ansage. Er äußerte sich nach dem dunklen Dienstag erst einmal 24 Stunden gar nicht, raunte dann, möglicherweise seien die zusätzlichen Stimmen für die Rechtsextremen ein Täuschungsmanöver von wem auch immer, und arbeitete sich überhaupt lieber an der Linkspartei ab, die er für den wachsenden Antisemitismus in Deutschland verantwortlich macht. […] 1933 stimmte die katholische Zentrumspartei, eine der Wurzeln der CDU und in eigentlich scharfer Opposition zur NSDAP stehend, am Ende doch für das „Ermächtigungsgesetz“. Der Rest ist Geschichte.  […..]

(Anna Lehmann, 10.10.2026)

Einerseits erwartete ich von Merz nie etwas anderes als Inkompetenz, Arroganz und Borniertheit. Andererseits staune ich schon noch über die Unprofessionalität.

Als ob die Stärke der AfD in einem Ost-Landtag VOLLKOMMEN ÜBERRASCHEND käme, als ob es bisher noch keine Verkumpelungen von CDUlern mit den Nazis gegeben hätte.

Aber scheinbar kam im Merz/Linnemann/Hoppermann-Konrad-Adenauer-Haus nie einer auf die Idee, sich zu überlegen, wie man darauf reagiert.

Eigentlich hat man für sowas Planungsabteilungen, die für den schlimmen Fälle eine Konzept in der Schublade haben. Aber die CDU watschelt mit verbundenen Augen und zugestopften Ohren einfach dem Abgrund entgegen. Kein Wunder, daß die auch nicht regieren können!

Meine „general assholery“ lässt mich den Untergang der CDU bejubeln. Ich wünsche und gönne Fritze Merz das totale Scheitern.

Aber anders, als bei der FDP halte ich es hier schon für ein valides Argument, bei der soziokulturellen Zusammensetzung des deutschen Souveräns eine konservative, aber demokratische Partei zu benötigen. Das Wählerpotential der spießigen Bürgerlichen, die Unternehmerinteressen und soziale Härten in Politik umgesetzt sehen wollen, ist eindeutig vorhanden. Die können nicht Linke, Grüne, Sozis wählen und sind eher bereit eine nicht demokratische konservativ-braune Alternative zu wählen. Eine Rumpf-CDU für die Amthors und Plosse und Kubans dieser Republik muss es geben, weil sie sich sonst  im Verein Braun33 einschreiben.

Ein totale Zerstörung der CDU kann ich mir rational also nicht wünschen. Irgendwie müssen die homophoben Fossillobbyisten sich fangen.

[…] Abrechnung mit dem Kanzler aus Bayern: Der frühere CSU-Chef Horst Seehofer wirft Merz einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust und verletzende Aussagen vor. […]. Jetzt hat Seehofer den aktuellen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kritisiert und eine dringende Kurskorrektur angemahnt.

„Friedrich Merz hat durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Das Sofortprogramm von CDU und CSU versprach an erster Stelle eine Senkung der Stromsteuer für alle – passiert ist nichts“, sagte Seehofer der Bild am Sonntag. […] Besonders scharf verurteilte er Merz' Aussagen über die Arbeitsmoral in Deutschland: „Aussagen, dass Deutsche zu wenig arbeiten und zu viel krankfeiern, verletzen die Menschen. Was sagen Sie damit einer Krankenschwester, die ohnehin schon Wochenend- und Nachtschichten schiebt?“, fragte Seehofer.

Der frühere Ministerpräsident von Bayern sprach auch über seine Erfahrungen in seiner oberbayrischen Heimatstadt Ingolstadt, dem Sitz des Autobauers Audi: „Bei Audi erlebe ich Arbeitnehmer, die gerne mehr arbeiten würden, denen man aber stattdessen Aufhebungsverträge anbietet.“ Die „pauschale Sprache“ des Bundeskanzlers gehe daher „völlig an der Realität vorbei“. […]

(Stephanie Munk, 11.10.2026)

Ich gönne Merz jeden Ärger von Herzen. Aber die Partei, die er als Vorsitzender gerade ruiniert, darf nicht vollständig kollabieren.

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Wir haben ein Problem, CDU

Am 06.09.2026 rauschte die regierende CDU unter CDU-Ministerpräsident Sven Schulze in Sachsen-Anhalt um 19,9 Punkte von 37,1% auf 17,2%. Die Nazis gewannen 23 Punkte und holten fast die absolute Sitzmehrheit.

Am 20.09.2026 rauschte die nicht regierende CDU in Mecklenburg-Vorpommern um 8,4 Punkte von 13,3% auf 4,9% und flog aus dem Landtag. Die Nazis gewannen 21,5 Punkte und wurden klar stärkste Partei.

Am 20.09.2026 rauschte die regierende CDU unter CDU-Bürgermeister Kai Wegner in Berlin um 9,4 Punkte von 28,2% auf 18,8%.

An den Ergebnissen ist nichts Überraschendes. Das passiert immer und in allen Demokratien, wenn Christdemokraten/Konservative die Rechtsextremen kopieren, ihre Forderungen übernehmen, sich ihrer Sprache anpassen. Wenn sie mit Rechtsaußen kuscheln, auf Minderheiten eindreschen und „den Feind“ links verorten.

Damit werden immer extremere Nazi-Narrative salonfähig. Den Nazi-Wählern wird von den vermeidlich anständigen Konservativen suggeriert, sie hätten berechtigte Motive, die man ernst nehme. Julia Klöcker, die Person im zweithöchsten Staatsamt Deutschlands, empfahl den Wählern ihre CDU als „demokratische Alternative zur AfD“ und demonstrierte damit in Reinkultur, wieso es so steil bergab geht mit ihrer Partei: Sie adelt die Nazis und glaubt, derart empowerte Wähler würden zukünftig lieber die Kopie statt des Originals ankreuzen.

Selbstverständlich funktioniert das nicht. Merz, Spahn, Frei, Klöckner haben die Merkel-CDU erfolgreich halbiert, im Zehner-Bereich eingenistet und die Nazis in den >30%-Bereich aufgeblasen.

Sie kapieren es aber immer noch nicht und schrumpfen, wie ihre Vorgängerpartei „Zentrum“ nach Hitlers Kanzlerschaft 1933, im Eiltempo ihrer Auflösung entgegen.

Wie der konservativen Zentrumspolitiker und Merz-Opa Josef Paul Sauvigny, arrangieren sich die ersten Ost-CDUler mit den Nazis, reichen ihnen die Hand, unterstützen sie offen. Mutmaßlich vier CDU-Abgeordnete in Magdeburg wählten den Nazi-Landtagspräsidenten und den Nazi-Vizelandtagspräsidenten mit und bekamen dafür im Gegenzug ebenfalls einen Vize-Posten, während Linke, Grüne und SPD leer ausgingen. Der Totalversager Merz zeigt sich unfähig, seine eigene Parei anzuzählen, schwurbelt stattdessen:

[…] Auf Nachfrage wagte sich Merz sogar an Verschwörungsmythen: False-Flag-Operationen, also verdeckte Manöver, die man einem Gegner anlastet, gebe es nicht nur im militärischen Bereich. Merz sprach von „mindestens zwei Fraktionen“, die die Demokratie unterminierten – und versuchte so auch die Linkspartei in Mithaftung zu nehmen, der er offenen Antisemitismus vorwarf. Grüne und SPD rief der Kanzler dazu auf, eine Bürgermeisterin der Linken in Berlin zu verhindern. Eine deutliche Ansage, die er an die Adresse seiner eigenen Partei in Sachsen-Anhalt vermied.  Dabei gibt es starke Indizien dafür, dass die AfD-Kandidaten in Magdeburg auch mit Stimmen der CDU gewählt wurden. Rausch erhielt in geheimer Wahl 48 Stimmen und damit 4 mehr, als die Fraktionen von AfD und BSW zusammen aufbringen. Der rechtsextreme Ideologe Hans-Thomas Tillschneider, der zum Vizepräsidenten gewählt wurde, erhielt 5 Stimmen, die rein rechnerisch nicht von der eigenen Fraktion stammen können.

Das BSW bestreitet, ihn gewählt zu haben. Neben Rausch und Tillschneider erhielt nur der CDU-Kandidat Carsten Borchert die nötigen Stimmen für das Amt des Vizepräsidenten. Der SPD-Kandidat Armin Willingmann fiel durch. Borcherts Wahlergebnis lässt nur den Schluss zu, dass er von AfD-Politikern mitgetragen wurde. Wäscht hier eine Hand die andere? Die Zeit berichtet von Absprachen zwischen CDU und AfD-Abgeordneten. […]

(taz, 07.10.2026)

Immer wieder führte ich aus, wieso die SPD in dieser Bundesregierung bleiben muss. Alle realistischen Alternativen wirken noch wesentlich düsterer als das was wir haben. Aber es könnte ein Punkt erreicht sein, an dem nicht die Sozialdemokraten entscheiden, sondern die CDU vor der Weggabelung „Demokratie oder Faschismus“ steht.  Wird sie die demokratische Seite, auf der auch Linke, Grüne und SPD stehen, wählen? Oder schlägt sie sich auf die Putineske BSW/AfD-Seite, um dort im Chor gegen Minderheiten zu hetzen?

Tritt letzteres ein, wären die SPD-Minister gezwungen, aus dem Merz-Kabinett zurück zu treten. Dieses Szenario wäre unter Angela Merkel undenkbar, aber die deutlich nach Braunau gerückte Merz-CDU ist eine andere Partei.

[…] Die erstmalige Wahl eines AfD-Politikers zum Präsidenten eines deutschen Landesparlaments beschert der Koalition aus Union und SPD ein neues Krisenthema. Die Sozialdemokraten warnen davor, dass vier mögliche Abweichler aus der CDU in Sachsen-Anhalt nun auch Ulrich Siegmund bei der im Dezember geplanten Wahl zum ersten AfD-Ministerpräsidenten der Bundesrepublik machen könnten. Auch in der Union steigt die Nervosität. […] Der neue Landtagspräsident Rausch antwortete dem rechtslastigen Portal Nius auf die Frage, ob er auch von vier CDU-Abgeordneten gewählt worden sei: „Ich weiß es, ja.“ Auf die Frage, ob diese auch Ulrich Siegmund in das Amt des Ministerpräsidenten verhelfen könnten, sagte Rausch: „Davon ist auszugehen.“ […] Siegmund hatte zuletzt angekündigt, er gehe fest davon aus, im Dezember im ersten Wahlgang die notwendige absolute Mehrheit zu erreichen. […] Die SPD-Spitze fordert deshalb von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ein Einwirken auf den CDU-Landesverband in Sachsen-Anhalt. „Dass der Kandidat der als gesichert rechtsextremistisch eingestuften AfD in Sachsen-Anhalt mit deutlich mehr als den AfD-Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt wurde, wirft sehr drängende Fragen auf“, erklärte Vizekanzler und SPD-Chef Lars Klingbeil in einer Stellungnahme. […] Die SPD-Abgeordneten waren am Dienstagabend nach einer Fraktionssitzung auf Initiative von Verteidigungsminister Boris Pistorius zum Berliner Bebelplatz gezogen. Am Ort der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten 1933 hatten sie die zusätzlichen Stimmen aus dem demokratischen Lager scharf kritisiert, man dürfe sich nicht zum Steigbügelhalter von Rechtsextremen machen. Am Ende stimmte Pistorius die deutsche Nationalhymne an.

Als Vorsitzender der CDU sei es die Verantwortung von Kanzler Merz, seine Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, dass diese Wahl „mit der historischen Verantwortung, die wir in der Demokratie alle haben (…), nicht vereinbar ist“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Wiebke Esdar dem Deutschlandfunk. […]

(SZ, 07.10.2026)

Nach der 2023er Berlin-Wahl, als die CDU fast elf Prozentpunkte hinzugewann, während SPD, Grüne und Linke alle im Vergleich zu 2021 verloren, war Giffeys Schritt in den CDU-Koalition nachvollziehbar; es war der offensichtliche Wählerwille. 

Eine Koalition aus drei Verlierern unter Ausgrenzung des offenkundig vom Souverän gewünschten Bürgermeisters Wegner, hätte der Demokratie schweren Schaden zugefügt.

[…]Es ist ein historischer Moment für Deutschland, dessen Eintreten dennoch immer klarer absehbar war: Die Brandmauer der Union zur AfD, die das politische Leben in Deutschland in den letzten Jahren maßgeblich geprägt hat, ist gefallen. An zahlreichen Grenzübergängen liegen sich in diesen Stunden Christdemokraten und Rechtsradikale freudig in den Armen. […] An der Mauer herrscht derweil ungläubige Euphorie: "Es ist einfach der Wahnsinn", jubelt ein CDU-Abgeordneter aus Sachsen-Anhalt, während er mit Hammer und Meißel große Stücke aus der Brandmauer schlägt. "Endlich wächst zusammen, was zusammen gehört!"  Nur wenige Meter weiter lässt eine Gruppe AfD-Anhänger die Sektkorken knallen und singt die Nationalhymne. "Wir sind heute eigentlich nur hier, um mal zu schauen, wie es da drüben so ist, bei der Union", meint eine Frau mit einer Wunderkerze in der Hand. […]

(Postillon, 07.10.2026)

Nach dem Ergebnis vom 20.09.2026, dem Magdeburger Nazi-Move der CDU, den vom Kanzler aufgebrachten Verschwörungstheorien und den tolldreisten Drohungen von Springer/CSU/NIUS, muss es RotRotGrün in Berlin werden. Die SPD kann einen Berliner CDU mit massivem Antisemitismusproblemnichts ins Bürgermeisteramt schieben. Es wäre ein suizidaler Zug gegen den Wählerwillen von SPD & Grünen.

 […] Mutmaßlich aber haben auch mehrere CDU-Abgeordnete mindestens den AfD-Landtagspräsidenten mitgewählt, was zur nächsten Erkenntnis führt: Die CDU hat ein viel größeres Problem als gedacht. Nach dem 6. Oktober kann niemand mehr sicher sagen, ob sie sich der AfD auf deren Weg in die Staatskanzlei entgegenstellen oder ihr doch heimlich die Tür öffnen möchte.

Sven Schulze, der glücklose CDU-Spitzenkandidat, hat sich nach dem Wahlfiasko überraschend den Fraktionsvorsitz gesichert. Doch diese CDU-Fraktion folgt ihm nicht. Schon Schulzes Ansage vor der Wahl des Landtagspräsidenten war so defensiv wie unentschlossen. Der Fraktionsvorstand habe Enthaltung empfohlen, weil es auf die Stimmen der CDU nicht ankomme. […] 

 Dieser Selbstverzwergung hat sich die Mehrheit der CDU-Fraktion verweigert, dies kann jeder erkennen, der die Grundrechenarten beherrscht. Fünf Enthaltungen gab es bei der Wahl des Landtagspräsidenten, das ist ein Drittel der Fraktion. Mehrere Abgeordnete kündigten intern an, gegen den AfD-Kandidaten zu stimmen. Andere dürften genau dort ihr Kreuz gemacht haben – auch wenn man das bei einer geheimen Wahl nie mit Sicherheit erfahren wird. Dies gilt auch für die Frage, ob die entscheidenden Stimmen für den AfD-Hardliner Hans-Thomas Tillschneider zum Landtagsvize nun vom BSW oder aus der CDU kamen. Was man dagegen sicher sagen kann: Die CDU-Fraktion ist nicht nur gespalten, sie kollabiert gerade. […] Für den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bildet all das eine hervorragende Ausgangsbasis für die Ministerpräsidentenwahl, die er Mitte Dezember plant. Wohlweislich nach dem CDU-Landesparteitag, auf dem eine neue Spitze gewählt werden soll. Gelingt der CDU dort kein personeller und inhaltlicher Neuanfang, dann kann sich die AfD von einem ihrer größten Ziele verabschieden, nämlich die CDU zu zerstören. Das übernimmt die dann schon selbst.  [….]

(Iris Mayer, 07.10.2026)

Die CDU ist nicht mehr zu retten.

Samstag, 12. September 2026

Fieser Franke

In acht Tagen droht der CDU-MeckPomm, immerhin der Kanzlerinnen-Landesverband, in dem Merz liebster Staatsminister Philipp Amthor* als stellvertretender Vorsitzender amtiert, die Vernichtung. Die starke SPD-Ministerpräsidentin Schwesig und taktisch Wählende, die nicht noch einmal die Nazis als stärkste Partei in einem Bundesland erleben wollen, könnten die Nordost-Merzisten unter 5% und damit aus dem Landtag drücken.

*seine eigene Website ist nicht up to date und verortet ihn immer noch als „Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung.“

Das Drama würde im Konrad-Adenauer-Haus nach mehr als bedröppelten Gesichtern verlangen.

[….] Desaströse Umfragen für CDU in Mecklenburg-Vorpommern [….] Die CDU ist schwer angeschlagen. Das Debakel von Sachsen-Anhalt hat die Partei in ihren Grundfesten erschüttert. Doch es könnte noch schlimmer kommen. Denn bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern droht den Christdemokraten ein historisch schlechtes Ergebnis. Selbst der Einzug in den Landtag ist nicht mehr sicher. [….] Die Lage der Partei in dem Bundesland sei nicht schön, sagte Marc Reinhardt jetzt dem Tagesspiegel. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef im Schweriner Landtag redete nicht um den heißen Brei herum: „Die Sorge vor dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde ist da.“ Auch der frühere Partei- und Fraktionschef der Landes-CDU, Eckhardt Rehberg, sah angesichts der Lage in den Umfragen „die Gefahr, dass die CDU aus dem Landtag Mecklenburg-Vorpommern herausfällt“. [….] Unterdessen sagte CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters gegenüber Welt-TV, dass sich die Partei durch die zunehmende Zuspitzung des Wahlkampfes und die anhaltende Kritik an der Bundesregierung „in einer ernsten Lage“ befinde. „Wir führen mittlerweile einen Existenzkampf.“ [….]

(Christian Stör, FR, 12.09.2026)




Die Umfragedaten sehen ohnehin ruinös aus für die CDU. Den Wahlkämpfern macht aber insbesondere zu schaffen, wie falsch die Demoskopen vor einer Woche nebenan in Sachsen-Anhalt lagen: Grüne und BSW wurden unterschätzt und die CDU massiv überschätzt. Sie schnitt fünf bis sechs Punkte schlechter ab, als alle Institute prognostiziert hatten.

Bemerkenswert unvorbereitet stand die CDU-Parteiführung da. Ganz offenkundig hatte niemand das Worst-Case-Szenario bedacht. Es gab keine Sprachregelung; nur lange Gesichter. Auch eine Woche später herrscht atemberaubende kognitive Dissonanz bei den C-Chefs:

[….] Die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat Bundeskanzler Friedrich Merz gegen Kritik verteidigt. Sie sehe natürlich, dass die sinkenden Umfragewerte für die Christdemokraten Fragezeichen hinterließen, sagte Hoppermann im Deutschlandfunk. "Aber wir sind auf dem richtigen Weg."  [….]

(Tagesschau, 12.09.2026)

Die CDU verliert 20 Prozentpunkte in Magdeburg, droht in Schwerin aus dem Landtag zu fliegen, den Regierender Bürgermeister-Posten der Hauptstadt an die Linke abzugeben und die Parteigeneralin hält das für den „richtigen Weg!“

Merz bemerkt es vermutlich nicht, weil er nie etwas merkt. Aber sein Kanzlerstuhl wackelt gewaltig.

Mit seinem untrüglichen Gespür für die Schwächen anderer Menschen, vermag es Markus Söder vortrefflich seinen unstillbaren Sadismus zu füttern. Er wird den D-Brüdern nie verzeihen, bei den letzten beiden Bundestagswahlen nicht selbst Kanzlerkandidat gewesen zu sein. Denn in einem steht er Fritze Merz in nichts nach: Auch Söder hält sich selbst zweifelsfrei für den Allergrößten, Allerbesten und Allerfähigsten. Ja, er spielt in der ersten politischen Liga des Bundes mit, aber daß ein anderer das mächtigste Regierungsamt innehat, quält den egomanen Franken über alle Maßen.

Auch wenn Merz und die Seinen ihr politisches Ende noch nicht erkennen; Söder tut das durchaus und bereitet sich vor. Das ist schon optisch klar zu erkennen. Er greift zu Ozempic und Rasierklinge, zähmt die Wildschwein-artigen Borsten auf seiner Birne, trägt Anzüge, statt ausgebeulter Lumpen. Vor allem aber verkneift er sich sein allerliebstes Hobby: Kein manisches Wurstfressen mehr.

Wenn der bayerische Foodblogger mit den ungepflegten Fingernägeln, seine Zähne nicht mehr in Döner, Big Macs und Bratwürste, sondern in Politik schlägt, besteht Anlass zu größter Sorge im Kanzleramt: Franci ante portas.

Söder will da rein.

Wie immer, verpackt er seine Boshaftigkeiten in Lob mit einer doppelten Bedeutung. Die CSZU stehe zu Merz, ABER…

[…] Für die CSU könne er ausschließen, dass es Wünsche nach einem Kanzlersturz gebe. »Von der CSU auf keinen Fall.« Allerdings könne er nicht für die Schwesterpartei sprechen. »Für die CDU bin ich nicht zuständig, da bin ich nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen«, so Söder.   Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Bundeskanzler sei, antwortete Söder: »Ja, er steht zu den Reformen.«  […]

(SPON, 12.09.2026)

Der fiese Franke ist der Meister des vergifteten Lobs. Immer wieder versucht er, Merz mit toxischem Applaus ins Aus zu treiben.

[….]  Und wenn er bei der großen Schwesterpartei auftritt, schwingt jedes Mal die Frage mit: Teilt Söder gegen den politischen Gegner aus? Oder stichelt er gegen Merz? Noch nicht ganz verziehen haben ihm einige CDU-Granden seinen Auftritt beim Deutschlandtag der Jungen Union im November.

Da hatte er treuherzig versichert, Merz nicht in den Rücken zu fallen im Rentenstreit, nur um sich dann doch auf die Seite der Parteijugend zu schlagen. Tags darauf aber sei es nur noch um die Mütterrente gegangen, sagen führende Christdemokraten, ein Herzensprojekt der CSU, das Milliarden kostet. »Unaufrichtig« und »schäbig« sind noch die freundlicheren Bewertungen.  […] Ein vergiftetes Lob hat Söder noch parat. Er finde es »okay«, wenn der Kanzler »noch freundlicher zur SPD« sei, um den Laden zusammenzuhalten. Aber er wolle dennoch sagen: »Wer hat die Wahl gewonnen? Wer ist die Nummer eins? Das ist die Union, nicht die SPD.« Da brandet Applaus auf bei den Delegierten. Söder spricht vielen aus dem Herzen. Während Merz tags zuvor den Delegierten noch erklärt hat, dass es keine Alternative gebe zu einer Koalition mit den Sozialdemokraten. [….]

(SPON, 22.02.2026)

Der Politsadist Söder versieht seine Loyalitätsbekundungen immer mit einer Spur Arsen, um den Gelobten zu schwächen.

[…]  Mit Blick auf einen etwaigen Kanzler-Wechsel sagte Söder: "Egal, wer jetzt sofort einrücken würde, wenn man die Alternativen durchspielt, der käme erst einmal mit den gleichen Problemen aus – mit einer SPD, die sich mit Reformen schwertut."

Auf die Frage, ob er, Söder, als Nachfolger bereit stünde, sollte Merz hinwerfen, die Vertrauensfrage stellen und diese schiefgehen, antwortete Söder ausweichend mit: "Es ist nicht seine Art, aufzugeben." Auf die Frage, ob die Bundesregierung bis 2029 halte, sagte Söder: "Ich hoffe es."

Söder hatte in den vergangenen Jahren wiederholt durchblicken lassen, dass er sich im Amt des Bundeskanzlers vorstellen könnte. Im Juli hatte er allerdings dem "Handelsblatt" auf die Frage gesagt, ob er noch einmal als Kanzlerkandidat zur Verfügung stehe, soll dies nötig sein: "Dieses Kapitel ist abgeschlossen. Die Frage stellt sich heute nicht - und sie wird sich auch in Zukunft nicht mehr stellen." Dennoch wird Söder vereinzelt in deutschen Medien aktuell mit einer möglichen Merz-Nachfolge in Verbindung gebracht - genauso wie Hendrik Wüst, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. […]

(NTV, 12.09.2026)

Für Söder gibt es nur einen richtigen Mann für das Kanzleramt: Ihn selbst.

Dienstag, 1. September 2026

Impudenz des Monats August 2026

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Habituell bin ich sehr konservativ (lat. conservare = bewahren, erhalten); ich sieze, mag klassische Musik, bin im Alltag ausgesprochen höflich, trage immer lange Hosen und Sakko, gehe lieber in Läden, als online zu bestellen, koche mit saisonalen frischen Zutaten, lese vorzugsweise Bücher, gewöhne mich schwer an neue Techniken. Mein erstes Klugtelefon schaffte ich mir 2018 an und erinnere mich fast täglich mit Grauen an den Tag im Jahr 2019, als meine VHS-Videorekorder plötzlich nicht mehr aufzeichnen konnten, weil das analoge Kabelsignal abgeschaltet war. Über die Jahrzehnte hatte ich eine perfekte Routine entwickelt, wie ich mit einer begrenzten Anzahl wiederbespielbarer VHS-Cassetten die Flut der +300 TV-Sender bewältige, sorgsam ausgesucht die für mich relevanten Sendungen aufzeichnete und mich gleichzeitig zwang, all die Reportagen und Dokus anzugucken, indem ich chronologisch Aufnahmekapazitäten schaffen musste.

An dem bedauerlichen Tag wurde ich aber gezwungen, einen digitalen Festplattenrekorder zu kaufen, den ich bis heute einmal wöchentlich programmiere, um alles aufzuzeichnen, das mich interessiert. Live kann ich nicht gucken, da ich daran gewöhnt bin, die Abspielgeschwindigkeit zu erhöhen und „vorzuspulen“. Aber die Festplatte ist viel zu groß; sie zwingt mich natürlich nicht hinreichend, neue Aufnahmen zu reduzieren. Und, viel schlimmer: Da es sich um kein analoges Band handelt, picke ich mir zunächst die Rosinen raus und wichtige informative Dokus bleiben liegen. All das raubt übrigens so viel Zeit, daß ich die aufgezeichneten Sendungen nie alle schaffe. Daher habe ich auch noch nie gestreamt. Offizielle tue ich das nicht, um Trump-affine US-amerikanische Anbieter zu boykottieren und um das Klima zu schonen, indem ich nicht zum Stromverbrauch der Server beitrage. Tatsächlich könnte ich aber keine einzige zusätzliche Serie in meine siebenmal 24 Stunden die Woche pressen. Ich wünschte, es würde alles für immer so bleiben, wie es war. Ich mag mich nicht verändern.

Glücklicherweise bin ich ein alter kinderloser Single-Mann, der sich solche Spleens leisten kann. Mein Privatleben kann ich gestalten, wie ich will, wenn ich damit niemanden störe.

Als politische Persönlichkeit ticke ich selbstverständlich ganz anders. Politischer Konservatismus ist ein Grundübel, das ich ablehne. Insbesondere in Deutschland warben die Konservativen mit ihrem Phlegma und ihren Beharrungskräften. Die bekanntesten CDU-Bundestagswahlslogans lauten „keine Experimente“, „die Karawane zieht weiter“ oder „Sie kennen mich“! Unglücklicherweise war das erfolgreich, weil sich der deutsche Michl vor allen Veränderungen fürchtet und diejenigen wählt, die ihnen versprechen, sie von allen Unsicherheiten und Zumutungen zu verschonen.

Ich kann sehr gut Streamingdienste und Klugtelefone aus meinem Schlafzimmer fernhalten. Wenn aber ein Regierungschef Neues aus Deutschland fernhält, führt das unmittelbar in eine Katastrophe, weil wird nicht als Single-Land auf diesem Planeten chillen, sondern von allen erdenklichen globalen Faktoren abhängig sind. Klima, Kriege, Handel, Tourismus, Kultur, Technik, Gesundheit und vieles andere mehr.

Daher ist die deutsche Veränderungsresistenz die Impudenz des Montags August 2026.

Es ist inzwischen eine legendäre Episode verfehlter deutscher Zukunftsgestaltung: 1981 (sic!) plante das sozialdemokratische Schmidt-Kabinett die Verlegung von Glasfaserkabeln in Deutschland. Aber die Deutschen wollten lieber den bräsigen Pfälzer Kohl als Kanzler, der die Pläne einstampfte und auf Kupferkabel setzte. Deutschland hat also durchaus innovative Phasen, in denen es technisch international vorn mitspielt. Zum Beispiel während der Schröder/Fischer-Regierung in der Windkraft und Solar-Branche.

Aber das geschieht immer nur unter SPD-Kanzlerschaften, die eher selten sind und vom Urnenpöbel gern durch bräsige Technik- und Zukunftsfeindlichkeit mit CDU-Kanzlern ersetzt wird.

Es ist pathologisch, wie CDU/FDP-Politiker mit der Wahl-Zustimmung der Bürger, immer wieder zum Schaden Deutschlands in die Vergangenheit steuern.

(….) Aus ideologischer Verblendung und/oder kurzfristiger Raffgier wollen Merz, Spahn und Reiche uns in den Hitzetod treiben. Nach dem Ende der ersten und einzigen rotgrünen Bundesregierung 2005, sorgte Merkels Lieblingsminister Altmaier in der Westerwelle-Merkel-Horrorregierung ab 2009 dafür, 60.000 Topjobs in der Windenergiebranche und 100.000 Jobs in der Solarbranche zu vernichten, um wieder auf billiges klimaschädliches russisches Gas zu setzen und sich in die Abhängigkeit von Putin zu begeben. Das passiert, wenn man Schwarz und Gelb wählt, Urnenpöbel.

[….] Die Reaktion insbesondere unionsgeführter Regierungen der vergangenen Jahrzehnte war verlässlich die gleiche: erst mal bremsen (egal, ob die anderen das auch tun). Deutschland setzte auf Kupferkabel statt Glasfaser, das mobile Internet galt lange als etwas alberne Spielerei, das Smartphone auch. Die Digitalisierung der Verwaltung steht als Ziel in jedem Koalitionsvertrag. Immer wieder.

Beim Thema künstliche Intelligenz war es das Gleiche: spätestens mit dem Sieg von AlphaGo gegen den Go-Meister Lee Sedol im Jahr 2016 hätte eigentlich klar sein müssen, dass gerade eine neue Ära der Technikgeschichte begonnen hat. Exemplarisch für die Bräsigkeit deutscher Regierungen im Umgang mit Transformationsprozessen war ein Satz des damaligen Wirtschaftsministers Peter Altmaier, gesprochen im Jahr 2018 bei einem der zahllosen, stets folgenlosen »Digitalgipfel«: Er freue sich auf eine Zukunft, scherzte Altmaier damals, in der ihm ein in Deutschland hergestellter Digitalbutler das Bier aus dem Kühlschrank hole. So stellen Unionsminister oft die Zukunft dar: wie die Vergangenheit, nur noch ein bisschen bequemer.

[….] Unionsgeführte Regierungen reden immer viel von Strategie und Veränderungswillen und tun gleichzeitig möglichst viel dafür, den armen Deutschen die Veränderung möglichst lang vom Leib zu halten. Verbrenner retten! Gasheizung erhalten! Man versucht jetzt, das absolut unausweichliche Ende des Verbrennungsprozesses als zentraler Energiequelle zu ignorieren, zu vertagen, zu bremsen, zu verschieben. Das wird sich ebenso rächen wie bei den Themen Digitalisierung, Internet, künstliche Intelligenz. Denn die anderen warten nicht. [….] Huch, Elektroautos! Huch, Batteriespeicher! Huch, Wärmepumpen! Huch, billiger Strom aus Sonne und Wind! Huch, China! Huch, exponentielles Wachstum!

Man kann gerade live beobachten, wie eine unionsgeführte Regierung erneut versucht, die Fehler der Vergangenheit sehenden Auges zu wiederholen. Die Parallelen sind verblüffend. Aber die geopolitischen Gefahren womöglich noch größer. [….]

(Prof. Christian Stöcker, 17.08.2025) (….)

(Zukunft brauchen wir nicht, 07.09.2026)

Die Schwarzen reagieren mit geradezu nekrophiler Todessehnsucht auf die Herausforderungen der Zukunft und verweigern stoisch moderne Lösungen.

[….] "5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig", sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) vor anderthalb Jahren. Mit dieser Aussage löste sie einen Sturm der Entrüstung aus. Doch, gerade an der Milchkanne – zum Beispiel in der Hightech-Landwirtschaft – müsse der neue Mobilfunkstandard der fünften Generation verfügbar sein, sagen ihre Kritiker. Oder in der Industrie, für smarte Städte oder für die Telemedizin. Also dort, wo der schnelle Austausch großer Datenmengen neue Technologien und Geschäftsmodelle ermögliche – künftig also eigentlich überall. […..]

(Heise 22.06.2020)

Stattdessen klammern sie manisch an 100 Jahre alten, gescheiterten Konzepten (Atomkraft, Otto-Motor) fest. Durch CDUCSU wurde Deutschland technisch international abgehängt. Aus US- oder asiatischer Sicht sind wir nur noch Lachnummern.

[…] Diese populistische Dummschwätzerei des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Markus Söder ist verantwortungslos. Denn sie schadet der deutschen Wirtschaft, vornehmlich der Autoindustrie. Und die hat schon genug Probleme.

Kurz vor dem Start der Internationalen Automesse in München tat sich Söder mit einem 10-Punkte-Plan hervor. Mit dem will er die für Deutschland so wichtige Autoindustrie retten, dürfte aber bei Realisierung genau das Gegenteil bewirken. Mit den meisten dieser zehn Punkte will Söder zurück in die Vergangenheit und das Verbrenner-Auto retten. Damit, das dürfte das Kalkül des Populisten Söder sein, möchte er den Geschmack der meisten deutschen Autofahrer treffen. […] „Stopp des Verbrennerverbots“, „CO₂-Zahlungen aussetzen“, „’Unrealistische‘ CO₂-Ziele neu formulieren“, „Keine Fahrverbote für Verbrennerautos“, „Kein Zwang zu Elektroautos“ – Fünf dieser zehn Punkte enthalten eigentlich dasselbe. […] Experten sind sich einig, dass Deutschland die Entwicklung hin zur E-Mobilität lange Zeit verschlafen hat und jetzt mit großer Verspätung zur Aufholjagd ansetzt. Der Grund dafür lag vor allem darin, dass die Politik hierzulande keinen eindeutigen Kurs vorgegeben hat. Immer wieder wurde – zu Zeiten der Ampel von der FDP – gebremst. Keinesfalls wollte man eindeutig auf die Entwicklung von Elektro-Fahrzeugen setzen. Der Verbrenner sollte unbedingt bleiben. […]

(Christoph Lütgert, 07.09.2025)

Leider betrifft der deutsche Beharrungswahn nicht nur Unions- und AfD-Politiker.

Wenn eine Kohlemine geschlossen werden soll, oder einer der großen Auto-Konzerne darüber nachdenkt, ein Werk stillzulegen, rasen Kommunal- und Landespolitiker jeder Couleur zu Hilfe, um das zu verhindern. Was einmal da war, soll unbedingt für immer bleiben. Auch wenn es sich um radikal klimaschädliche Methoden handelt oder überteuerte Verbrenner-Modelle gefertigt werden, die langfristig auf dem Weltmarkt keine Chance haben.

Das ist Gift für die Wirtschaft, aber auch langfristig für die Beschäftigten und das Klima. Natürlich sollen Arbeitsplatzverluste sozial abgefedert werden, aber statt auf stures „es soll alles so bleiben wie immer!“ zu setzen, sollte man sich überlegen, was man sinnvollerweise stattdessen an den Produktionsstandorten bauen könnte.

Klimatechnik, Wärmepumpen, Batteriespeicher, Maschinenbau für moderne grüne Wirtschaft, E-Mobilität, Drohnen – es gäbe so viele sinnvolle Richtungen, in die Industriepolitik weisen könnte.

Man mag den Wegfall geliebter deutscher Industrieprodukte bedauern. Aber mit der Herstellung von Videorekordern, kabelgebundenen Tastentelefonen, Faxgeräten, analogen Fotoapparaten, gedruckten Stadtplänen gibt es ebenso wenig eine ökonomische Zukunft, wie mit Braunkohlekraftwerken oder Ottomotoren.

CDU, CSU, BSW und AfD suggerieren aber genau das und bekommen dafür viel Wählerzuspruch. Es führt geradewegs ins Verderben. Wir sind nicht allein auf der Welt und haben somit nicht die Wahl, wie in meinen privaten vier Wänden auf Museums-Methoden zu setzen.

[….] Ich war von 2012 an acht Jahre Chinakorrespondent, bin jetzt nach Peking zurückgekehrt – […] Was Autos angeht, kamen mir die Menschen in China immer vor wie Amerikaner. Je größer, je auffälliger und bunter, desto besser. Wer es in den Jahren des Aufstiegs zu etwas gebracht hatte, kaufte sich das Beste, was das Budget hergab. Am liebsten einen Mercedes, einen Ferrari oder einen teuren Geländewagen – den Mercedes gern in Pink, den Ferrari in Giftgrün, den SUV mit einem Auspuff wie ein Ofenrohr.

Und wenn dann eines dieser Autos in Shanghai oder Shenzhen einen Kavalierstart hinlegte oder, vor möglichst vielen Bewunderern, genussvoll eingeparkt wurde – keine Spur von Naserümpfen wie im etablierten Europa. Begeisterte Anerkennung: »Hen ku, hen haokan!« – »Sehr cool, sieht super aus!«

So habe ich, bis vor sechs Jahren, das Verhältnis der Chinesen zu ihren Autos erlebt. Vor ein paar Wochen bin ich zurückgekehrt. »Das alte Peking«, hatte mich ein Freund gewarnt, »gibt es nicht mehr.« Das war eine Übertreibung, in vieler Hinsicht. Aber was Chinas Autokultur betrifft, stimmt es.

Sie fahren immer noch herum, die Mercedes, Ferraris und getunten SUV aus dem Westen. Sie fallen sogar auf – aber nicht mehr so sehr als Statussymbole einer zu Wohlstand gekommenen oberen Mittelschicht, sondern wie Dinosaurier aus einem zu Ende gehenden Autozeitalter.

Das Straßenbild in China hat sich völlig verändert. Man hört es, bevor man es sieht: Die Innenstädte sind messbar  leiser geworden – zum Teil, weil wegen der Immobilienflaute weniger gebaut wird, zum Teil, weil die öffentlichen Verkehrsnetze mittlerweile so dicht sind, dass weniger Leute selbst mit dem Auto fahren. Vor allem aber, weil die Zahl der Elektroautos so sprunghaft angestiegen ist.

Wenn man in Peking heute einen Zebrastreifen überquert, geht man oft an Kolonnen von E-Autos mit ihren grün-weißen Nummernschildern vorbei. Sie stehen lautlos vor der Ampel, und genauso lautlos bleibt es, wenn es grün wird und sie losfahren. Die alten Brummer mit den blauen Verbrennerkennzeichen werden immer weniger. Nach den einst dominanten westlichen Premiumautos muss man regelrecht suchen.

Stattdessen beherrschen so viele Marken und Modelle das Straßenbild, dass man selbst als Autofan den Überblick verliert. Nio, Arcfox, Aito, Maextro, Xiaomi, Yangwang und Dutzende andere – kleine, große, hässliche und schöne Autos, die außer ihrem Elektroantrieb vor allem eines verbindet: Es sind – bis auf wenige Ausnahmen – chinesische Fabrikate, und ihre Fahrer sehen sehr zufrieden aus. [….]

(Bernhard Zand, SPON-Peking, 01.09.2026)

Ein 1,4-Milliardenmenschen-Volk kann sich so schnell und so richtig wandeln. Die 0,08 Milliarden Deutschen verharren beleidigt in der Vergangenheit. Die Chinesen werden aber zu ihrem Glück auch nicht von den Fossil-Dinosauriern Reiche und Merz regiert.

[…]  Die Energiewende in China schreitet voran: Wie die Energiebehörde des Landes mitteilte, lagen Photovoltaikanlagen Stand Ende Juli mit 1.286 Gigawatt installierter Leistung erstmals vor Kohlekraftwerken. Deren installierte Leistung lag demnach - minimal geringer - bei 1.285 Gigawatt.

Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens entfiel auf Solaranlagen damit ein Anteil von 31,5 Prozent an der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität. China treibt den Ausbau von Stromgewinnung aus Sonnenenergie seit Jahren voran. Besonders im Westen und Nordwesten des Landes säumen Solarzellen ganze Landstriche. […]

(Tagesschau, 01.09.2026)

Sonntag, 23. August 2026

Die CDUCSU-Apokalypse

Ob mit dem Fritzekanzler, ob mit Wüst, Spahn oder Söder: Mit einem C-Kanzler sind wird verloren. Diese Fossil-Mägde und Knechte sind ethisch, charakterlich und intellektuell grundsätzlich ungeeignet, Deutschland aus dem Untergang zu führen. Im Gegenteil, mit den beiden Altmaier-Dellen und Merkels Gas-Kurs haben sie uns in das gegenwärtige Desaster geführt. Der nächste CDU-Kanzler machte es dann noch viel schlimmer, indem die zarten Pflänzchen der richtigen Ampel-Politik zertrampelt wurden.  Mit ihrem Dumm-Sprech vom „Heizungshammer“, „Technologieoffenheit“, „hocheffizienten Verbrenner“ und „grüner Bevormundung“ versetzen sie den kommenden deutschen Generationen genüsslich den Todesstoß.

Fast könnte man das deutsche Volk für eine derart destruktive Führung bedauern und in der Tat mehren sich Merz-Memes des Tenors „Deutschland hat besseres verdient“. Aber in Wahrheit haben wir offenbar genau das verdient, was Merz, Wildberger, Bär, Linnemann, Prien und Reiche und bieten. Diese Gestalten waren lange vor der Bundestagswahl bekannt. Ihre faktenwidrigen Aussagen waren bekannt. Ihre menschenverachtende Grundhaltung war bekannt. Ihre Voodoo-Ökonomiepläne, die in der Realität niemals funktionieren können (keine Schulden, massive Steuersenkungen, Ausgaben/Investitionen bei drastisch beschnittenen Einnahmen) waren bekannt. Das war und ist nicht nur Unsinn, sondern kam mit Ansage und wurde ausführlich in den Medien und von RRG widerlegt. Aber der Urnenpöbel entschied sich dennoch gegen Scholz, gegen Habeck und für Merz.

Es gibt nur eine Partei, die noch idiotischer, destruktiver und unverantwortlicher handelt: Die AfD. Und genau die will nun eine deutliche Mehrheit, nachdem sie sich anderthalb Jahre Merz angesehen hat, zur stärksten Kraft machen.

Hätten „wir“ wirklich eine bessere Regierung verdient, wiesen Umfragen jetzt überwältigenden RG- oder RRG-Mehrheiten aus. Die SPD könnte in der Kleiko die Reißleine ziehen und auf Neuwahlen abzielen. Aber dieses Volk will mit dem Kopf in die Klärgrube gedrückt werden, wirft sich Schwarzen und Braunen an den Hals, schickt sich an, in zwei Wochen das erste Bundesland seit 1945 wieder von Nazis regieren zu lassen.

Daran ändern ein paar lockere Sprüche des Fossil-Fritzes, der nach seiner vierwöchigen Auszeit doch den Klimawandel adressiert, nichts.

Zum Glück ist Christian Stöcker aus seinem Urlaub zurück und schenkt der CDU, die in Gestalt des Bundeskanzlers plötzlich den Klimawandel entdeckt, richtig ein:

[…] Raten Sie mal, aus welchem Text und welchem Jahr diese Prognosen für Europa stammen:

·        erhöhtes Risiko für Sturzfluten im Landesinneren,

·        häufigere Überschwemmungen  an den Küsten,

·        verstärkte Erosion,

·        Gletscherschwund,

·        Verringerung der Schneedecke und des Wintertourismus,

·        erheblicher Artenverlust,

·        hohe Temperaturen und Dürre  ,

·        reduzierte Wasserverfügbarkeit, reduziertes Wasserkraftpotenzial, reduzierter Sommertourismus,

·        reduzierte Ernteerträge,

·        wachsende Gesundheitsrisiken aufgrund von Hitzewellen  ,

·        Erhöhte Häufigkeit von Waldbränden  .

Die richtige Antwort lautet: Diese Passage über die Auswirkungen der Erderhitzung in Europa stammt aus einem Bericht des Weltklimarats IPCC von 2007  , er ist rund 19 Jahre alt. Heute werden diese Projektionen nicht nur Wirklichkeit, sie werden übertroffen. Wassermangel und Dürren etwa gab es im Jahr 2026 in weiten Teilen des Kontinents, nicht nur im Süden, wie der IPCC projizierte. Die Klimaforschung war und ist eben keineswegs »alarmistisch«, wie Kritikerinnen und Kritiker ihr gern vorwerfen – der IPCC ist eher übervorsichtig gewesen. Vieles geschieht schneller und schlimmer als erwartet.

Man hätte das wissen, sich darauf einstellen, entschlossener dagegen handeln können. Das ist bekanntlich und offenkundig nicht passiert.

Warum? Weil überall auf der Welt selbst jene Parteien, die den menschengemachten Klimawandel nicht leugnen, Politik für eine Welt angeboten haben, die längst nicht mehr existiert. Wir haben das stabile Holozän hinter uns gelassen, wir haben es zerstört. Laut davor gewarnt haben hierzulande stets vor allem die Grünen. Das hat zu der grotesken Situation geführt, dass ausgerechnet die selbst ernannten Vernunftparteien aus dem »bürgerlichen« Spektrum sinnvolle Klimapolitik und auch Klimaanpassung aus wahltaktischen Gründen bekämpft haben. Sie schreckten dabei auch vor offenkundiger Desinformation nicht zurück, insbesondere zu den Themen Heizen und Mobilität. [….]

(Christian Stöcker, 23.08.1982)

Es reicht nicht, den agierenden Schwarzen nur Bosheit und Käuflichkeit zu unterstellen. Ihr Kurs in den Untergang setzt auch enorme Dummheit voraus. Die Hamburger CDU lässt nach einem gescheiterten Anlauf im Landesparlament immer noch nichts unversucht, um den Klimaschutz zu verhindern, die ohnehin zu laschen Ziele auf den St. Nimmerleintag zu verschieben.

HH Abendblatt

[…] Der Bundeskanzler und Teile der Regierung führen auch in diesem Katastrophensommer noch das Gegenteil vor: Tausende Hitzetote, katastrophale Brände, verheerende Dürre, Niedrigwasser im Rhein, gigantische wirtschaftliche Schäden, erschöpfte Menschen – und der Kanzler macht vier Wochen Urlaub  .

In Personal gegossene Realitätsverweigerung

Die Union versucht jetzt seit etwa 20 Jahren, das Thema Klimakrise durch Aussitzen zu lösen. Das funktioniert bei einem immer weiter eskalierenden physikalischen Vorgang aber nicht. Die in dieser Hinsicht schlimmste Gruppierung ist die sogenannte Mittelstandsunion, die noch in diesem Mai einen »Abschied vom Dekarbonisierungsfetisch« (und viel anderen Unsinn) forderte. Die Vorsitzende dieser Gruppierung war bis vor Kurzem Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Das sagt alles, was man über die in Personal gegossene Realitätsverweigerung der Kanzlerpartei derzeit wissen muss. [….]

(Christian Stöcker, 23.08.1982)

Jetzt heulen die Bayern-Bauern ob ihrer verbrannten Ernten und leeren Kassen. Aber wurde der Bauernverband schon bei den Grünen vorstellig, um für seine Jahrzehntelange Hetze um Entschuldigung zu bitten? Haben sie etwa eingesehen, daß ökologische Landwirtschaft doch besser gewesen wäre und die Grünen die ganze Zeit Recht hatten? Schämen sie sich für ihre CSU-Funktionäre auf den Sitzen der Landwirtschaftsministerien?

Diese Menschen sind über alle Maßen erkenntnisresistent und verdienen genau die Regierung, die sie haben: Rainer, Merz, Reiche.

[…] Friedrich Merz zeigt sich im abgebrannten Hürtgenwald als Klimaaktivist – ohne Konsequenzen. Was ihm wirklich wichtig ist, verkündet er per „Bild“.

Ups, er hat es wirklich gesagt. Nicht nur erwähnt, als etwas, das ihn nicht interessiert. Sondern als etwas, das wichtig ist. „Das ist der Klimawandel“, sagte Friedrich Merz am Samstag bei seinem Besuch im Hürtgenwald, in dem fast eine Woche lang der bisher größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen gewütet hatte. Der Bundeskanzler legte sogar noch nach und versprach, alles zu tun, um den Klimawandel zurückzudrängen. Ist Merz auf seine alten Tage zum Seniorenbeauftragten der Fridays-for-Future-Bewegung geworden?

Leider nein. Und man muss es so formulieren: natürlich nicht. […] Ein Klimaaktivist ist der Kanzler noch lange nicht. Nicht nur, dass er vor Ort mit keinem Wort verriet, was genau er denn tun wolle, um die Klimakatastrophe, wenn schon nicht abzuwenden, so doch wenigstens aufzuhalten. Nein, er verkündete auch noch gleich via Bild, was bei ihm vor allem anderen steht: Wirtschaftswachstum. […]

(Gareon Asmuth, 23.08.2026)