Über ein Jahr geht das Theater; 63 Prozesstage habe ich
akribisch im MoPo-Minutenprotokoll nachgelesen und unzählige Hintergrundartikel
studiert.
Mein Interesse an der Causa Block wird aus drei Quellen
gespeist:
Erstens Lokalkolorit-Neugier and einer Promi-Familie, die
in Hamburg jeder seit Jahrzehnten kennt.
Zweitens tiefe Abneigung gegen die erzkonservative,
autoritäre und erzkatholische Fleischhandelsfamilie.
Drittens übergeordnetes politisches Interesse:
(….) Natürlich gehen die
Öffentlichkeit die Details eines schmerzhaften Sorgerechtsfalles auf dem Rücken
der Kinder nichts an. Solche Fälle kommen jedes Jahr myriadenfach vor und
sollen diskret behandelt werden.
Der Block-Fall aber ist von
öffentlichen Interesse. Nicht, weil die Beteiligten reich und berühmt sind.
Sondern weil Block und Delling gezielt die Öffentlichkeit suchten, um mit ihrer
Prominenz Gerichte zu beeinflussen. Es geht um die Frage, wie gleich Bürger vor
Gericht sind. Können Superreiche mit ihren Kontakten Urteile manipulieren? Was
sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Megaprominente für ihre privaten
Fehden a.) August Hanning, den ehemaligen Präsidenten des
Bundesnachrichtendienstes (BND) und ehemaligen Staatssekretär im Bundesministerium
des Innern, b) den Außenminister Sigmar Gabriel und c.) gar den Vizepräsidenten
des Bundestages Wolfgang Kubicki einspannen können, der sofort anbietet, seine
Amtsinsignien in die Waagschale zu werfen?
[….] In der Sorgerechtsaffäre
um zwei Kinder aus der Hamburger Unternehmerfamilie Block (Block House) hat
sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki offenbar deutlich stärker
engagiert als bisher bekannt. Diesen Schluss legen Handynachrichten nahe, die
der FDP-Politiker an Christina Block geschrieben hat, Tochter des
Block-House-Gründers Eugen Block und die Mutter der Kinder[…] Schon am
1. Januar 2024 schrieb Kubicki an die »liebe Frau Block«, er wünsche ein gutes
neues Jahr. »Und wenn es stimmt, was ich lese, alles Glück dieser Erde.« Es
folgte der bekannte Satz: »Wenn Recht zum Unrecht wird, wird Widerstand zur
Pflicht.«
Auf die Frage des SPIEGEL,
ob er damit eine Entführung befürworten wollte, erklärte Kubicki, er sei von
Beruf Strafverteidiger und »befürworte oder relativiere keine Straftaten«.[…]
In diesem Zusammenhang war am 2. Dezember 2021 ein Gerichtstermin in
Dänemark anberaumt. Im Vorfeld reagierte FDP-Mann Kubicki auf die Bitte der Mutter
um diplomatische Unterstützung. Kubicki versprach am 30. November: »Ich tue
mein Bestes.« Zwei Tage später teilte er mit, die »diplomatischen Vertretungen«
hielten es für »kontraproduktiv«, wenn ihre Leute im Gerichtssaal säßen. Er
könne aber selbst anreisen und ihr den Rücken stärken.
Kubicki verwies darauf, er
sei als Vizepräsident des Bundestages »protokollarisch ganz weit oben«. In
einer weiteren Nachricht teilte er mit, er »käme im Dienstwagen selbst«. […]
Kubicki betonte, seine Unterstützung für Christina Block »war und ist nicht
unzulässig«. Sie gehöre »zu den Aufgaben eines Abgeordneten«. Im Übrigen kenne
er Christina Block und ihren Partner, den Ex-Sportmoderator Gerhard Delling,
»aus einer Vielzahl von Veranstaltungen und Empfängen«. […]
(SPON, 21.03.2025)
Hier liegt ein für die
Öffentlichkeit relevanter Skandal vor, der mE nach einer gesetzlichen Regelung
verlangt. (….)
(Staatsinteresse, 15.08.2025)
Durch den gezielten Einsatz von Medien und Millionen,
nehmen sich die Blocks mehr Rechte und mehr juristische Möglichkeiten heraus,
als der 0815-Bürger. Sie können professionelle Geheimdienstler; Mossad-Leute
aus Israel engagieren und zu Straftaten animieren, um die Fakten zu schaffen,
die Christina und Eugen Block sich wünschen.
Die Blocks sind dementsprechend auch Gegenstand der aktuellen ausführlichen SPIEGEL-Titelgeschichte.
Hier wird die emotionale Dysfunktionalität des „Patriarchen“
und die zwangsläufige Entfremdung zu seinen drei Kindern zwar angesprochen, aber
kaum erwähnt, worin die mutmaßlichen Misshandlungen der Mutter und des Opas
lagen, so daß drei der vier Block-Kinder nicht nur bei ihrem Vater leben
wollen, sondern auch den Kontakt zu ihrer Mutter verweigern. Ebenfalls kaum
beachtet von den SPIEGEL-Autoren, werden die in Hamburg wohlbekannten
sadistischen Umgangsformen des Friedrich Block gegenüber seinen Untergebenen und
Enkeln.
(….) Der heute
83-Jährige stramm religiöse Patriarch Eugen ist stockkonservativ,
sympathisierte lange mit der CDU, bis sie ihm zu lasch wurde und er bereits
2013 erklärte, die AfD zu wählen. Über die Dekaden konnte ich ferner der Lokalpresse
entnehmen, wie fürchterlich Eugen im privaten Umgang sein muss.
Kaum hatte er Sohn Dirk an seine Seite in der
Geschäftsführung geholt, zerstritten sie sich coram publico. Eugen warf seinen
Sohn raus und behandelte ihn damit wie einen seiner bisher fast 20
Elysee-Hoteldirektoren. Das Hamburger Abendblatt schrieb vor 13 Jahren zu
Blocks 70. Geburtstag:
[….] Der 70-Jährige hat
innerhalb von 26 Jahren in seinem Hotel Grand Elysée in Hamburg 14 Direktoren
verbraucht. Mal ging es um die Dekoration in den Restaurants, mal um die Muster
auf den Salzstreuern. Oft vermutlich auch darum, dass der Hotelchef die Erwartungen
des Eigentümers nicht erfüllen konnte. "Der hat sich nicht genug
angestrengt", begründete Block einmal einem Rauswurf. Und pries den
Nachfolger in den höchsten Tönen. Spätestens bei Direktor Nummer acht kamen bei
Beobachtern Gedanken wie "mal sehen, wie lange der das jetzt schafft"
auf. […..]
(Daniela Stürmlinger, 08.07.2011)
Offenbar wird es im Alter immer schlimmer; Petitessen
reichen aus, um Wutanfälle des AfD-Mannes auszulösen. Nichts ist ihm gut genug,
alles kann er besser.
Natürlich wechselte er als einer der ersten, bereits im
April 2020 ins Covidioten-Lager.
[….] Eugen Block ist [….]
ein Selfmade-Mann, der an das Recht des Stärkeren glaubt. An den
Markt. An Gott. In einem alttestamentarischen Sinn. An Friedrich Merz. Mit
Mitgefühl hat er es nicht so. Das zeigten vor einigen Jahren schon seine
Äußerungen zur AfD (hat er mal gewählt, als „Korrektiv für diesen großen
Mischmasch von Politik“) und zum Islam („kann keinen Frieden bringen“). Und
jetzt also Corona. Block hat Briefe geschrieben, hat er dem „Spiegel“ erzählt.
An Scholz, Altmaier, Spahn, das RKI. Er hat „klargemacht“, sagt er, dass das
totale Einstellen des öffentlichen Lebens zum wirtschaftlichen Niedergang
führt“. [….] Und dann sagt Block dem „Spiegel“ einige Sätze, die auf so
bestechende Art entlarvend sind, dass es fast schon schmerzt, sie zu lesen:
„Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht. Ich warte immer noch auf
den seit Langem angekündigten Corona-Peak. Noch immer stehen die Krankenhäuser
halb leer. Mit den entstehenden Kosten hätte Herr Spahn seine
Intensivabteilungen verdoppeln können. Nein, er muss das ganze Volk wegsperren und
das Leben auf den Kopf stellen.“ [….] „Hören Sie auf mit der Panikmache, dann sterbe
ich eben drei Tage früher, na, und? Ich habe Gottvertrauen. Ich gehe danach zum
liebenden Gott.“ [….]
(Maik Koltermann, 18.02.2024)
Die vier Kinder seiner Tochter Christine hatten nichts zu
lachen bei Opa.
[….] Eugen Block gilt als
eigensinniger Charakter, der alles selbst macht und nur wenigen traut. Sogar
die Gardinen für seine Restaurants sucht er persönlich aus. Seine Enkelin Johanna
erzählt nun in Dänemark eine Geschichte, die für ihn typisch erscheint: Als
Johanna ihr Kinderzimmer neu einrichten wollte, habe ihr Eugen Block diesen
Wunsch abgenommen – und den Raum nach seinem Geschmack gestaltet. [….]
(Die Zeit, 01.02.2024) [….] [….]
[….] Es begann damit, dass Johanna, die
Älteste der vier Block-Geschwister, im Jahr 2021 (sie war damals 15) während
eines Sylt-Urlaubs ins nahe gelegene Dänemark zu ihrem Vater und dessen neuer
Frau ausriss. "Es ging einfach nicht mehr", sagt Johanna im Gespräch
mit der ZEIT. Sie habe mit ihrer Mutter über Freiheiten und Grenzen gestritten,
auch um einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt ging es, den die Mutter für
ihre Tochter wollte, den die Tochter aber ablehnte. Und immer wieder: zu viel
Strenge, zu hohe Erwartungen. Johanna
sagt: "Vier Tage pro Woche hatten wir Hobbys. Hockey, Ballett, Klavier,
Leichtathletik, Schwimmen, Flöte, dazu kam Nachhilfe. Hockeyspiele am Wochenende.
Und dann Verabredungen, die sie getroffen hat. Du hast nie freigekriegt. Du
durftest unter der Woche nie mal im Bett liegen. Am Wochenende wurden wir auch
früh geweckt, weil wir alle zusammen frühstücken sollten – fertig angezogen
natürlich." Sie selbst habe sich um die Geschwister kümmern, mit ihnen
Hausaufgaben machen, sie bekochen und ins Bett bringen müssen. Johanna sagt:
"Ich hatte viel zu viel Druck." [….] [….]. In den Akten ist die Rede davon,
manche der Kinder seien von ihrer Mutter auf den Hinterkopf geschlagen, die
Treppe hochgezogen, gelegentlich eingesperrt und über längere Zeit allein
gelassen worden. Die Mutter bestreitet das.
[…..] [……]
(Die Zeit, 01.02.2024) (….)
(Jesus hilft Hamburger Multimillionär, 22.02.24)
Mit Prozesstag 64 wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen,
weil anderenfalls Persönlichkeitsrechte verletzt werden könnten. Es geht
weiterhin heiß her; Block und ihr Promianwalt Ingo „Rasputin“ Bott, treiben die
Kammer mit ihrem aggressiven Vorgehen weiterhin zur Weißglut. Rasputin, (sowie
auch Patriarch Eugen über Medien und offene Briefe), greifen an jedem Prozesstag
die vorsitzende Richterin persönlich an. Offensichtlich mit der Absicht, einen
Eklat zu provozieren, einen Prozessabbruch herbeizuführen, oder in Revision zu
gehen.
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| Rasputin, Block |
Richterin Hildebrandt lässt die Attacken mit stoischer
Ruhe an sich abprallen. Aber auch Block selbst spielt nicht nach den Regeln. So
rief sie während des Prozesses, kurz vor den bedeutenden Zeugenaussagen der Ex-Mossad-Leute
in Israel an. Selbstverständlich ist Zeugenbeeinflussung verboten. Wollte
Christina Block die Aussagen manipulieren? Hat sie jemanden bedroht? Nein,
wehrte diese ab; sie habe nur Genesungswünsche übermitteln wollen.
Nun verstößt sie erneut gegen die Prozessregeln:
[….] bevor die
Öffentlichkeit aus dem Saal gebeten wird, lässt die Vorsitzende Richterin
Isabel Hildebrandt die eigentliche Bombe des Verhandlungstages platzen. Sie
spricht ohne Umschweife die Hauptangeklagte Block direkt an: Die
sachverständige Gutachterin hatte demnach am Montag dem Gericht gemeldet, dass
Block ihr außerhalb der Hauptverhandlung einen Briefumschlag mit Unterlagen zu
ihren Kindern gegeben hatte.
An sich ist das nichts
Außergewöhnliches, denn beide Elternteile hatten der Kinderpsychiaterin
Unterlagen zur Verfügung gestellt, um sie bei der Begutachtung der beiden
Kinder zu unterstützen. Das Brisante: Die Unterlagen, die Block der Gutachterin
zusteckte, enthielten nicht einfach Informationen zu den Kindern und ihrem
Leben bei der Mutter, sondern Beweisanträge und einen persönlichen Brief. Beide
Dokumente sind bislang nicht Aktenbestandteil im Prozess.
Ignorierte Block die
vorherige Androhung des Haftbefehls?
Für Hildebrandt steht damit
am Dienstag fest, dass das eine versuchte Einflussnahme auf die Sachverständige
war. Schon im November hatte die Richterin Block gedroht, sie werde einen
Haftbefehl gegen sie erlassen, sollte sie weiter auf Zeugen einwirken. Am
Dienstag wirft sie Block vor, genau das getan zu haben. In scharfem Tonfall
fordert Hildebrandt die Hauptangeklagte auf, den Vorfall irgendwie zu erklären.
[….] "Das ist ja nicht aus der Tasche gefallen", hakt sie
nach, und erinnert auch Bott an ihre Warnung im November. "Jetzt passiert
wieder so etwas, dass das ein Zufall sein soll, vermag ich schwer zu
glauben." Hildebrandt, die sich sonst selten in die Karten schauen lässt,
klingt ungewohnt aufgebracht. [….]
(Legal Tribune Online, 28.07.2026)
Es fügt sich perfekt ein in ein Bild von einer Familie,
die sich trumpesk außerhalb der Regeln wähnt.
[….] Ihr, Christina Block,
sei es allein darum gegangen, der Kinderpsychologin bei der Anamnese zu helfen,
also bei der Krankengeschichte der Kinder. Den Brief ihrer Bekannten habe sie
im Briefkasten gefunden und ungelesen mit in den Umschlag zu den Beweisanträgen
gelegt. So Christina Block.
Problem: Die Unterlagen in
dem ominösen Umschlag befassen sich überhaupt nicht mit der Gesundheit der
Kinder, sondern handeln vom Vater, und zwar in einer „ehrabschneidenden Weise“,
wie dessen Anwalt betont. Sollte der Vater Stephan Hensel im Gutachten möglichst
schlecht wegkommen? Nachdem Christina Block im Oktober 2023 bereits „Beweise“
für dessen Pädophilie bei der Polizei abgegeben hatte? Diese Daten hatten sich
schnell als gefälscht herausgestellt.
Die Kinderpsychologin
korrigiert dann auch prompt die Darstellung von Christina Block: Sie habe
tatsächlich um Unterlagen gebeten, allerdings um das Gesprächsprotokoll einer
Tochter. Das solle Ingo Bott ihr bitte noch einmal ausdrucken. Dass Christina
Block ihr in dem Umschlag auch Beweisanträge mitgegeben habe, habe sie
„überrascht“. Eine der beiden Frauen sagt also die Unwahrheit. Welche Konsequenzen die „versuchte
Verdunklungshandlung“ für Christina Block haben wird, muss die Kammer nun
entscheiden. „Ich habe bereits im November gesagt, dass jegliche Einflussnahme
zu unterbleiben hat, und nun das“, stellte die Vorsitzende fest. [….] Es ist nicht der erste Schuss vor
den Bug. Bereits im November 2025 hatte Isabell Hildebrandt sich mit deutlichen
Worten an Christina Block gewandt: „Wir werden nicht zögern, einen Haftbefehl
zu veranlassen, wenn Sie nicht aufhören, Zeugen zu kontaktieren“, sagte sie am
21. Verhandlungstag. Damals war der Verdacht aufgekommen, Christina Block habe
versucht, Druck auf israelische Zeugen auszuüben, um sie von einer Aussage
abzubringen. Außerdem hatte die Angeklagte damals zu einem älteren israelischen
Zeugen Kontakt aufgenommen und ihm „gute Besserung“ gewünscht. Für die Zukunft
hätten jegliche Kontaktaufnahmen zu unterbleiben, stellte die Vorsitzende
damals klar. [….]
(HH MoPo, 28.07.2026)
Man kann den Blocks nicht vertrauen. Christina Block
sollte endlich eingesperrt werden. Zumindest bis zum Prozessende, damit ihre
Zeugenbeeinflussungen gestoppt werden. Wir sprechen immerhin von einer Frau,
die mutmaßlich kinderpornographisches Material bei ihrem Exmann deponieren ließ
und anschließend zur Polizei ging, um ihn und seinen Anwalt anzuschwärzen.
[….] »Frau Block hat auf
plumpe Weise versucht, die Sachverständige zu manipulieren. Es ist nicht das
erste Mal, dass sie Dreck über meinen Mandanten auszukippen versucht.« […]
(Hensel-Anwalt Philip von der Meden)