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Mittwoch, 8. April 2026

We’re all tired of this shit

Als ob man nicht genug Problem in der Welt hätte, um sich mühelos 24/7 mit aktuelle  politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Themen zu befassen.

Aber die elende orange Vollkatastrophe Trump, seine verbrecherischen Cronies Orbán, Netanjahu und Putin, sowie die hausgemachte Unfähigkeit Brüssels und Berlins, lassen einem keine Wahl.

Stets muss man, gebannt wie das Kaninchen vor der Schlange, gen Washington starren, um den neuesten potentiell weltzerstörenden Wahnsinn des US-amerikanischen Präsidenten zu verfolgen. Was wird Tangerine Turd heute wieder anrichten? Dabei hat man sich längst eine schwere Überdosis Trump zugeführt und kann das Gesicht einfach nicht mehr ertragen, die grotesk gestammelten Worte nicht mehr hören, den Gesamtpeinlichkeit nicht mehr verkraften.

Ich halte es nicht mehr aus, wie seine Project25-Apologeten um ihn herum, nicht müde werden, ihren buchstäblich stinkenden senilen Psychopathen zu bejubeln.

Heerscharen rechter Kommentatoren und Journalisten schwärmen nach jedem neuen großen verbalen Schiss in seine präsidialen Windeln aus, um sich als loyalste Trump-Bewunderer zu inszenieren.

Das gesamte US-amerikanische System ist Rott: Politik, Bildung, Medien, Wirtschaft, Justiz, Moral. Don Lemon gräbt bei seinen Straßenumfragen auf der Suche nach enttäuschten Trump-Wählern (die es wirklich in immer größerer Menge gibt), fatal verblödete Exemplare aus. Gebildete Männer in guter Kleidung, die sich zerknirscht über die Benzinpreise zeigen, aber voll von der Klugheit Trumps überzeugt sind.

Oder Männer, die unfähig sind, in Worte zu fassen, was Trump für die US-Präsidentschaft qualifiziere, aber die Alternative Kamala Harris sei nun einmal noch viel schlimmer.

Really?

Der Mann, der mit Genozid an 90 Millionen Menschen droht, darf aber nicht unterstützt werden. Es ist möglich, diesen weltgrößten Verbrecher und Lügner aufzuhalten, wie das Beispiel Grönland zeigte, wie seine gescheiterte Zoll-Kriegserklärung zeigte. Wie jetzt der isolierte Paria-Staat Iran zeigt, der sich im Alleingang gegen die übermächtige Trump-Armee behauptete und nach dem derzeitigen Verhandlungsstand, besser da steht, als vor dem Israelisch-US-amerikanischen Angriff am 28.04.2026.

[….] Kapitulationsaufforderung an die USA

Eines aber ist klar: Amerikas und Israels Kriegsziele wurden verfehlt. Das iranische Nuklearprogramm existiert weiter, das Raketen- und Drohnenprogramm ebenfalls. Das Regime ist noch an der Macht, nur ideologisch verhärtet. Die iranischen Proxies in der Region – Hisbollah, Huthis, schiitische Milizen im Irak – sind strukturell intakt. Wer glaubte, ein Luftkrieg könne eine Regionalmacht wie Iran brechen, hat sich geirrt. Und zu einem verlustreichen Bodenkrieg war Trump verständlicherweise nicht bereit. Der Krieg war von Anfang an strategisch nicht durchdacht. [….] Der US-Präsident [….]  hat Stunden vor der Einigung mit seinen wahnwitzigen Drohungen, Irans Zivilisation auszulöschen, die Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit amerikanischer Politik verstärkt. [….]

(Mathieu von Rohr, 08.04.2026)

  

Trump hat versagt, Chamenei hat sich durchgesetzt. Das Mullah-Regime ist gefestigt und wird künftig reich durch die „Hormus-Gebühren“. Die iranische Opposition liegt am Boden. Herzlichen Glückwunsch, Bibi und Taco!

[…. ] Sieht man sich den Plan näher an, wird klar, dass es eine Einigung unter Teherans Diktat wäre. Der Plan, der von dem von den Revolutionsgarden kontrollierten Medium Tasnim News veröffentlicht wurde, enthält nur Maximalforderungen, darunter die fortgesetzte Kontrolle der Straße von Hormus durch Iran, das Recht Irans auf Urananreicherung, die Aufhebung aller Sanktionen gegen Iran, die Aufhebung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der Internationalen Atomaufsichtsbehörde (IAEA) sowie die Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschließlich Libanons.

Teherans größter „Sieg“ in diesem Krieg dürfte die Entdeckung sein, dass es die Straße von Hormus und damit einen erheblichen Teil des Welthandels so mühelos gegen so wenig internationalen Widerstand jederzeit lahmlegen kann. [….] Trumps scheinbar strategieloses Vorgehen vergleichen selbst Kriegsbefürworter mit einer abgebrochenen Antibiotikatherapie, die den Krankheitserreger am Ende eher stärkt statt eliminiert. Auch Trumps Drohungen, die iranische „Zivilisation untergehen zu lassen“, spielten der antiamerikanischen Regimepropaganda direkt in die Hände.

Liberal und demokratisch eingestellte Iraner – die Mehrheit der Bevölkerung – müssen nun mit ansehen, wie diejenigen, die noch im Januar Tausende Demonstranten kaltblütig massakriert haben, ihren großen Sieg verkünden und sich als standfeste Beschützer der Nation inszenieren.  [….] Der großen Verlierer des Krieges und der Waffenruhe ist Irans Opposition, egal welchen Lagers. „Fuck it“, schrieb ein Iraner, der in der Vergangenheit an Aufständen gegen das islamistische Regime teilnahm, der taz, nur kurz nachdem Trump die Feuerpause bekanntgab. […]

(Teseo La Marca, 08.04.2026)

Staaten wie Frankreich oder Irland oder Dänemark, beweisen wie man sich mit Klugheit und Mut gegen den tobenden US-Clown durchsetzt. Mit Härte und Konsequenz.

Macron ließ dezent 129 Tonnen in den USA lagerndes französisches Gold zurück nach Paris holen. Nebenbei erzielt er damit einen Gewinn von 12,8 Milliarden Euro.

Einen weit größeren Goldhaufen – unfassbare 1.236 Tonnen – lässt Deutschland schön brav in New York unter Trumps Zugriff liegen.  Eine Tonne sind 130 bis 140 Millionen Euro wert. Konservativ gerechnet liegen also über 160 Milliarden Euro in deutschem Gold in US-Tresoren.

Aber Merz und Wadephul und Hardt und Dobrindt können habituell nicht anders, als vor Trump auf Knien zu rutschen.

[…] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Mittwoch mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Wie der SPIEGEL aus Regierungskreisen erfuhr, ging es in dem kurzen Gespräch um die vereinbarte Waffenruhe im Irankrieg, aber auch um das transatlantische Verhältnis. Trump hatte zuletzt wiederholt die Bundesregierung und den Kanzler dafür kritisiert, dass Deutschland sich nicht an der Öffnung der Straße von Hormus beteiligen wollte. Der US-Präsident drohte zudem mit einem Austritt aus der Nato. Dem Vernehmen nach bemühte sich Merz in dem Gespräch darum, seinen zunächst guten Draht zu Trump wiederaufzunehmen. Das Telefonat ging vom Kanzler aus.

Die Bundesregierung will einen Bruch im Nato-Bündnis unbedingt verhindern. Zudem möchte sie sicherstellen, dass die US-Regierung weiterhin die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland unterstützt. In den kommenden Tagen dürfte es weitere Wiederannäherungsbemühungen Berlins gegenüber Washington geben.  [….]

(SPON, 08.04.2026)

Die deutsche Regierung versagt und versagt und versagt. Wie die meisten Europäer.

[….] Europäische Spitzenpolitiker verfolgen den Krieg gegen Iran kommentarlos. Sie sind zu feige, sich deutlich gegen Trump und Netanjahu zu positionieren. [….] Wo war Europa? Was haben die EU-Politiker getan, um US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Iran zu stoppen und das Schlimmste zu verhindern? Diese Frage wird Bundeskanzler Friedrich Merz, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und viele andere europäische Politiker noch lange verfolgen. Denn sie haben nichts getan. Als Trump und Netanjahu den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg starteten, haben Merz und von der Leyen dafür sogar noch Verständnis gezeigt.

Als Trump drohte, das ganze Land auszuschalten, haben sie sich weggeduckt. Als er schließlich die Auslöschung der iranischen Zivilisation ankündigte, haben sie geschwiegen. Es war ein schändliches Schweigen. Die EU und ihre selbst ernannte Führungsmacht Deutschland haben auf ganzer Linie versagt. Wenn die USA und Iran nicht in letzter Minute einen Waffenstillstand ausgerufen hätten, wären die meisten EU-Außenpolitiker zu stillschweigenden Komplizen eines apokalyptischen Vernichtungskriegs geworden. [….] Selbst jetzt klingen die EU-Statements noch so, als würde nur der Iran Krieg führen. Auch Merz und von der Leyen halten sich an diese kafkaeske Sprachregelung. Einzig der spanische Regierungschef Pedro Sánchez redet Tacheles: Seine Regierung werde nicht jenen Beifall spenden, „die die Welt in Brand setzen, nur weil sie danach mit einem Eimer auftauchen“, erklärte er. Sanchez ist der Einzige, der die Ehre der EU verteidigt. Alle anderen haben sie womöglich irreparabel beschädigt. [….]

(Eric Bonse, 08.04.2026)

Man schämt sich so für Merz.

Freitag, 3. April 2026

Westen kaputt

Aus, Schluss, vorbei. Es hat einfach keinen Sinn mehr, sich verzweifelt an die schönen Zeiten der transatlantischen Partnerschaft zu klammern. Als Westeuropa und Nordamerika zusammen eine politische und militärische Einheit bildeten, als sie die Sehnsuchtsorte des globalen Südens waren. Als Washington der verlässliche Freund war, auf den man sich verlassen konnte, als man sich staunend an der kulturellen und ökonomischen kraft orientierte. Als die USA der Sehnsuchtsort der jungen Europäer waren. Als „der Westen“ die ERSTE Welt war, die nach Belieben die Zweite und Dritte dominierte.

Voll von Freunden war mir die Welt,   Als noch mein Leben licht war;

Nun, da der Nebel fällt,  Ist keiner mehr sichtbar.

So kam ich zu meinem US-Pass, weil meine Mutter als junge Frau die Nase voll hatte von der engstirnigen Adenauer-Erhard-Zeit, nach New York auswanderte und einen Amerikaner heiratete.

Es holperte natürlich immer mal. Kein Wunder. Denn die USA und Europa sind trotz der gemeinsamen Wurzeln sehr unterschiedlich. Das sollte man allerspätestens im November 2000 begriffen haben, als der intellektuelle Blindgänger George W. Bush, dem zweifellos hochqualifizierten und erfahrenen Al Gore vorgezogen wurde. Für die meisten Europäer war das nicht nachvollziehbar.

Aber wer die USA gut kannte, wunderte sich schon vor einem Vierteljahrhundert wenig, über den anti-intellektuellen Impetus des rural America. Die wollten keinen Typen, der Bücher liest, sich um globale Probleme kümmert und sich mit Details der politischen Probleme ferner Länder auskennt, von denen die meisten Amerikaner kaum jemals gehört hatten. Lieber einen Typen, der wie sie ist.

Welche Folgen es hat, einen Idioten ins Weiße Haus zu schicken, erlebte man bei den illegalen GWB-Kriegen, die 2003 zum Bruch mit der halben EU führten.

Michael Moore erklärte mir 2002 bei einer Lesung im Hamburger CCH, die US-Amerikaner sollten keine Kriege gegen Länder führen dürfen, die sich nicht auf einer Weltkarte finden können. Es war bitter unironisch, denn das legendär schlechte US-Schulsystem führt genau dazu: Geographie ist der Erzgegner der Masse der Amerikaner. Kaum einer kennt den Unterschied zwischen Ländern und Kontinenten, fast niemand kann auf einer Blindkarte erkennen, wo der Irak oder gar Afghanistan liegt. US-Highschool-Abgänger sind erheblich unterbelichteter als deutsche Abiturienten. Nach dem College destilliert sich allerdings eine Schicht aus Studenten der US-Elite-Unis hinaus, deren Niveau klar höher als das deutscher Universitäten ist. Daraus rekrutieren sich die vielen US-Nobelpreisträger und Top-Intellektuellen, die allerdings genau über den Hindukusch und Golf Bescheid wissen. Hochgebildete US-Amerikaner, die so weit weg vom gewöhnlichen Dorfbewohner in Texas oder Kansas oder South Carolina sind, daß sie von der breiten Masse misstrauisch betrachtet werden. Lesen ist verdächtig. Reisen ist verdächtig. Fremdsprachenkenntnis ist verdächtig.

Mit Trump II ist die Lage vollends eskaliert. Das größte Problem dabei ist nicht, daß Trump noch wesentlich dümmer und ungebildeter als GWB ist.

Das größte Problem ist auch nicht, daß Trump schwere mentale Probleme hat und dementsprechend idiotisch-impulsiv regiert. Das größte Problem ist, daß er es vermochte, seine Partei und alle Mitarbeiter intellektuell und moralisch zu kastrieren.

Niemand widerspricht ihm, niemand hält ihn auf, niemand stellt sich in den Weg. Es meldet noch nicht einmal jemand Bedenken an. Es gibt absolut nichts, das zu irrsinnig wäre. Die erbärmlichen Kabinettskriecher in den grotesk-großen Trumpschuhen lobpreisen und feiern ihn immer.

Auch und gerade, wenn er die USA, die Weltwirtschaft und den Frieden in die Tonne tritt.

[….] "Liberation Day"-Bilanz Trumps Zollkrieg entlarvt sich als Eigentor

Ein Jahr nach seinem "Liberation Day" sieht die Bilanz für US-Präsident Trump ernüchternd aus. In der Industrie sind Jobs weggebrochen und Trump muss amerikanischen Familien erklären, warum alles teurer wird. […]

(Constantin Röse, ARD-Finanzredaktion, 02.04.2026)

Aber der bisher größte Anschlag auf den Weltfrieden und die Weltwirtschaftsordnung erfolgte durch Trumps, weder durchdachten, geschweige denn durchgeplanten, Iran-Krieg, der sich nach fünf Wochen bereits als derartiges Desaster entpuppt, daß Trump hysterisch mäandernd versucht, anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. Dummerle Merz ging zunächst mit und stellte sich artig Arsch-küssend an die Seite des orangen Wüterichs.

Aber der Rest Europas scheint sich nun endgültig gegen Washington zu stellen.
Spanien, Italien und Österreich verweigern bereits Überflugrechte oder die Verwendung der US-Basen auf ihrem Staatsgebiet. Andere machen klare Ansagen.

[….] Dem US-Präsidenten warf Macron zugleich ein "Aushöhlen" der NATO vor. Der Wert der Allianz basiere auf dem Vertrauen der Mitgliedstaaten. "Wenn man jeden Tag Zweifel an seinem Engagement nährt, dann höhlt man die Substanz aus", so der französische Präsident.

Macron reagierte damit auf Trumps jüngste Aussagen in der britischen Zeitung The Telegraph. Darin hatte er die NATO erneut als "Papiertiger" bezeichnet und angedeutet, dass er einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis ernsthaft prüfe.

Wer ein Bündnis eingehe, müsse seinen Verpflichtungen gerecht werden, kritisierte Macron. Man könne nicht jeden Tag das Gegenteil dessen sagen, was man am Vortag gesagt habe. Es wäre sinnvoller, weniger zu reden und sich stattdessen für einen gerechten Frieden einzusetzen. [….]

(Tagesschau, 02.04.2026)

Der lächerliche Prolet im Oval Office reagierte auf seinem gewohnt unterirdischen Niveau, indem er sich öffentlich über Macrons Ehe lustig machte.

[…] Donald Trump kommt bei Emmanuel Macron mit Bitten um Militärhilfe im Irankrieg nicht weiter. Nun versucht es der US-Präsident mit Spott – und provoziert eine Antwort des französischen Staatschefs. […] Die Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem französischen Staatschef Emmanuel Macron nehmen weiter zu. Nachdem Trump über Macrons Ehe gespottet hatte, reagiert dieser nun spürbar genervt: »Die Bemerkungen sind weder elegant noch niveauvoll«, sagte Macron bei einem Besuch in Seoul. »Das verdient nicht mal eine Antwort«, fügte er hinzu.

Hintergrund: Trump hatte sich von europäischen Staaten wie Frankreich um Unterstützung im Krieg gegen Iran erhofft – war dabei jedoch auf Ablehnung gestoßen. In der Folge versuchte es der US-Präsident einmal mehr mit abwertenden Witzen. In einem Video von einem privaten Mittagessen am Mittwoch, das laut der Nachrichtenagentur AFP kurzzeitig auf dem YouTube-Kanal des Weißen Hauses zu sehen war, berichtete Trump in süffisantem Tonfall, wie er Macron vergeblich um Militärschiffe zur Sicherung der Meerenge von Hormus im Irankrieg gebeten habe.

»Ich rufe also Frankreich an, Macron, dessen Frau ihn extrem schlecht behandelt. Er erholt sich noch immer von ihrem rechten Schwinger an den Kiefer«, sagte Trump. Dann wartete er grinsend das Gelächter im Saal ab. […]

(SPON, 02.04.2026)

Es hilft alles nichts. Trumpmerica ist kein NATO-Partner mehr. Es ist bedauerlich, aber nicht mehr zu reparieren. Europa muss die Scheidung einreichen. Auch Merz muss das begreifen.

 […] Pedro Sánchez wollte noch etwas loswerden. Fast 20 Minuten lang hatte der spanische Ministerpräsident im Parlament schon gesprochen, unermüdlich an die schrecklichen Folgen des Irakkrieges erinnert: die 300.000 Todesopfer, die fünf Millionen Flüchtlinge, die wirtschaftlichen Konsequenzen für Europa.

Sánchez erzählte an diesem vergangenen Mittwoch, dass er im Februar 2003 als junger Mann selbst gegen den Krieg demonstrierte, gemeinsam mit Millionen anderen Spaniern. Und er warnte, dass sich der Albtraum von damals nun wiederholen werde. Der Irankrieg, das war an diesem Tag seine Botschaft, sei kein regionales Problem. Er könne verheerende Folgen für die gesamte Welt haben.

Doch zwischen all den großen Fragen brachte Sánchez eine erstaunlich konkrete Information unter. Seine Regierung habe dem amerikanischen Militär nicht nur verboten, die Militärbasen im Land für den Krieg zu nutzen. Man genehmige auch keine Überflüge amerikanischer Bomber und Jets. Jedenfalls nicht, wenn die Flüge dem Irankrieg dienten.

In Spanien fanden die Sätze zunächst kaum Beachtung. Erst Tage später, als die offenbar eigens unterrichtete Tageszeitung »El País« sie aufgriff, gingen sie um die Welt. Spanien sperrt Luftraum für die USA, meldeten die Agenturen. Und in Washington meldete sich Marco Rubio zu Wort.

Die USA hätten sich dazu verpflichtet, Spanien zu verteidigen, sagte der US-Außenminister. Und nun prahlten die Verbündeten sogar damit, seinem Land die Unterstützung zu verweigern. Nach dem Irankrieg müsse man die Nato »neu bewerten«.[…] Das westliche Verteidigungsbündnis durchläuft in diesen Tagen die schwerste Krise seit seinem Bestehen. […] Mittlerweile aber geht es um mehr. Der Krieg gegen Teheran ist für Trump ein strategisches Desaster. Seine Wut darüber lässt er an den Europäern aus – an jenen Partnern, die er vor Kriegsbeginn nicht einmal informierte.

Der Einsatz im Nahen Osten, sagte Trump jüngst im Oval Office, sei »ein Test für die Nato«. Die Europäer müssten nicht helfen, die Straße von Hormus zu öffnen. »Aber wenn ihr es nicht tut, werden wir uns daran erinnern.« Am Mittwoch legte der Präsident in einem Interview nach. Die Nato sei ein Papiertiger. Das wisse auch Putin. Er erwäge ernsthaft, dem Bündnis den Rücken zu kehren.

[…] Bei Trump kommt man mit Argumenten nicht weiter. Im schlimmsten Fall könnte er nun jenen Impulsen nachgeben, die er schon immer in sich trug. […] Die Europäer haben sich viel Mühe gegeben, um das zu verhindern. Beim letzten Nato-Gipfel sagten alle Mitglieder bis auf Spanien zu, ihre Verteidigungsbudgets deutlich anzuheben. Das niederländische Königspaar bespaßte Trump im königlichen Schloss. Nato-Chef Mark Rutte nannte ihn »Daddy«.[…]  

(SPON, 02.04.2026)

Mittwoch, 4. März 2026

Merz beerdigt uns.

Heute stieß ich auf eins der unendlich vielen Social Media-Phänomene, das ich noch nicht kannte: Touristen gehen in ein modernes Chinesisches Krankenhaus und werden innerhalb von 30 Minuten registriert, diagnostiziert, untersucht, mit Medikamenten versorgt und haben beim Verlassen des Krankenhauses bereits die vollständige Rechnung bezahlt, die auch ohne Versicherung nur wenige Euro beträgt.

Die Modernität und Effizienz sind absolut atemberaubend. Wir können unseren Rückstand niemals aufheben.

Es ist eine der unendlich vielen Geschichten, die uns zeigen, wie hoffnungslos das träge, dysfunktionale, demokratische, rückständige Europa abgehängt ist.

China hat uns technisch längst überholt und enteilt uns in Siebenmeilenstiefeln.

Daneben gibt es noch das nach Fläche mit Abstand größte Land der Welt, das eine nukleare Supermacht ist: Russland. Der dritte Player ist der ökonomische und militärische Riese USA. Als Nummer Vier schiebt sich das bevölkerungsreichts Land des Planeten – Indien – immer mehr in den Vordergrund.

Die kleinen Stümpernationen Europas werden unweigerlich von den genannten drei Großen zerquetscht werden; insbesondere wenn der ökomische Zwerg Russland in dem Power-Block BRICS aufgeht.

Deutschland, Frankreich, Italien, England, Spanien, Belgien, Holland, Polen und die noch Kleineren haben zwei Möglichkeiten:
Entweder in Rekordzeit von China plattgewalzt und kolonialisiert werden. Oder unser unvermeidbares Ende noch etwas länger aufzuschieben, indem wir auf unseren einzig verbliebenen Trumpf setzen: Die EU, also den Zusammenhalt Europas. Das bedeutet gemeinsames Handeln, gemeinsame Außenpolitik, gegenseitige Unterstützung gegenüber China, Russland, USA. Die EU-Staaten müssen miteinander solidarisch sein, Nationalismen abbauen, Kompetenzen an die Brüsseler Zentrale übergeben und endlich die Strukturen so reformieren, daß garstige Ex-Warschauer-Pakt-Staaten als Putin-Uboote nicht mehr mit ihren Vetos Europäische Politik talibanisieren können. Außenpolitisch und militärisch sind wir dann immer noch Zwerge, können bei AI und Software nicht mithalten. Aber wir sind immerhin 450 Millionen Menschen in der EU. Und 750 Millionen in ganz Europa. Wir sind (noch) eine ökonomische Großmacht und verfügen aufgrund unserer Kultur und Demokratie über eine große Anziehungskraft auf Touristen (noch).

Wenn alle Europäer an einem Strang ziehen, sind sie (noch) wichtig genug, um in Washington und Peking gehört zu werden.

Unglücklicherweise tun viele EU-Staaten das diametrale Gegenteil und folgen dem Brexit-Weg ins Verderben. Viel hängt von dem ökonomisch stärksten EU-Land ab, das auch die höchste Bevölkerungszahl hat. Dies wird allerdings unglücklicherweise gerade von Merz, Dobrindt, Reiche und Wadephul regiert, die unermüdlich daran arbeiten, Deutschland und die EU zu schwächen. Uns endgültig auf das technische Abstellgleis zu schieben. Verbrenner-Motor und Ölheizung lautet die CDUCSU-Zukunftsstrategie. Klar, man kennt die Gründe, die C-Politiker agieren als billige willige Fossillobbyhuren. Aber insbesondere beim Bundeskanzler geht das offenkundige Bemühen Deutschland zu schaden, so weit, daß man sich fragt, ob er bereits direkt für Putin/Xi arbeitet. Anderenfalls müsste er sehr sehr dumm sein.

Vor wenigen Tagen, als der Fritzekanzler in China weilte, warb er im ökonomischen Powerhouse nicht etwa für Deutschland, sondern prügelte zur Erheiterung seiner chinesischen Gastgeber auf das Land ein, das er regiert. Die verwenden nun den Bundeskanzler höchst selbst als Kronzeugen für die chinesische Überlegenheit.


[…] Ein Video von Friedrich Merz bekommt in China viel Aufmerksamkeit. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ). Konkret geht es um einen Clip, der den Kanzler nach dessen Chinareise bei einem CDU-Wahlkampfauftritt vergangene Woche im hessischen Volksmarsen zeigt. Dort hatte Merz gesagt: „Wir sind einfach nicht mehr leistungsfähig genug. Wenn Sie aus China kommen, meine Damen und Herren, dann haben Sie noch mal deutlicher das Gefühl, dass mit Work-Life Balance und vier-Tage-Woche der Wohlstand in unserem Land auf Dauer nicht zu erhalten ist, da müssen wir jetzt einfach mal ein bisschen mehr tun.“

Die englischsprachige Zeitung „Global Times“, die unter der Schirmherrschaft der Kommunistischen Partei Chinas steht, verbreitete den Videoausschnitt online. Der „FAZ“ zufolge habe sich allein der Hashtag „Der deutsche Bundeskanzler ist nach seiner Rückkehr aus China in Panik“ rund 48 Millionen Aufrufe erzielt.

Chinesische Medien interpretieren die Aussagen von Merz als Beleg für den Erfolg der chinesischen Wirtschaft. Die „Beijing Daily“, ebenfalls eine Zeitung der kommunistischen Partei, schreibt etwa, der Besuch von Merz in China habe „das europäische Verständnis von China aufgefrischt und das falsche Narrativ widerlegt, Chinas Spitzentechnologie werde durch Subventionen, ‚kostengünstige Nachahmung‘ oder gar ‚Plagiate‘ vorangetrieben“. Die Europäer hätten durch die Merz-Reise ein „pragmatisches, unternehmerisches, offenes und integratives China kennenlernen“ können.  […]

(Welt, 03.03.2026)

Wer so einen Kanzler hat, braucht keine Feinde mehr. Es ist – leider – sein Signature Move: Mit Verve das einzige zu zertrampeln, auf das wir noch bauen können – den Europäischen Zusammenhalt. Immer wieder poltert er gegen Brüssel, blockiert und verhindert. Siehe Lieferkettengesetz, siehe Verbrenner-Aus. Der Fritzekanzler kann nicht anders: Alles falsch machen, das man nur falsch machen kann.

Dummerle Merz liefert sich aber einen Kleinkrieg mit von der Leyen, bremst Brüssel aus. Wieder einmal ist es eine Kombination aus dem polternden Wesen und der sagenhaften Borniertheit des Fritzekanzlers. Er begreift die internationalen Zusammenhänge gar nicht.

(….) Für keinen EU-Staat ist die EU ökonomisch so essentiell, wie für den Mega-Exporteur Deutschland. Berlin müsste am meisten auf Einigkeit in Brüssel dringen.

Dummerle Merz hingegen macht das Gegenteil, blockiert EU-Vorhaben, kritisiert die Kommission öffentlich. (…)

(Wie Merz die EU zerstört, 06.08.2025)

Der Staatsmann Emmanuel Macron treibt völlig richtig und konsequent das Label „made in Europe“ voran. Merz grätscht nationalistisch rein, versucht zu blockieren, hintertreibt Macrons Bemühungen.

[…] Erst hat die EU-Kommission ihren Vorschlag immer wieder verschoben. Dann wurde er nach und nach verwässert. Nun könnte er sogar das erklärte Ziel verfehlen, Europas Aufholjagd in der Industriepolitik zu beschleunigen und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der EU zu fördern. Die Rede ist vom „Industrial Accelerator Act“, den die EU-Kommission nach quälendem deutsch-französischen Gezerre in Brüssel vorgestellt hat. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er unter der griffigen Formel „Buy European“ oder „Made in Europe“ bekannt geworden.

Die Grundidee ist ebenso simpel wie einleuchtend: Wenn EU-Staaten das Geld der Steuerzahler für öffentliche Beschaffung in die Hand nehmen, dann soll es in erster Linie europäischen Unternehmen und Produkten zugutekommen – und nicht amerikanischen oder chinesischen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat für diese Idee bei einem EU-Sondergipfel im Februar geworben.

Mehr als 1.100 europäische Konzernbosse und Firmenchefs haben einen entsprechenden Aufruf des ebenfalls französischen Industriekommissars Stéphane Séjourné unterschrieben. […]  Friedrich Merz stand von vornherein auf der Bremse. Für ihn sind offene Exportmärkte und „Made in Germany“ wichtiger als „Made in Europe“. Deshalb heißt es jetzt nur noch „Maybe“ – vielleicht. [….]

(Eric Bonse, 04.03.2026)

Der Sauerländer Simpel lässt die deutsch-französische Achse absterben und setzt stattdessen auf die faschistische Trump-Freundin Meloni.

Gestern in Washington versetzte er der EU seinen bisher schwersten Schlag.

[…] Donald Trump droht Madrid, Friedrich Merz stimmt mit ein: Der Auftritt des Kanzlers im Oval Office war beschämend. So kann er Europa nicht führen. […] Friedrich Merz reiste nach Washington, um Donald Trump bei Laune zu halten. Zumindest das hat er geschafft. Erfolgreich war der Besuch trotzdem nicht. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit ließ der Kanzler Spanien, einen EU-Partner, im Stich. Es war ein beschämender Moment, der Merz noch lange nachhängen wird.

Da saß der deutsche Kanzler also und lauschte den Tiraden des US-Präsidenten. Besonders regte sich Trump über jene Länder auf, in denen die USA zwar Militärbasen unterhalten – sie aber für den Angriff auf Iran nicht nutzen durften.

Der britische Premier Starmer (»kein Churchill«) bekam seine Wut zu spüren. Schlimmer noch traf es Pedro Sánchez. Spanien sei ein »schrecklicher« Verbündeter, sagte Trump. Man werde den Handel einstellen, vielleicht sogar ein Embargo verhängen. Und überhaupt: Schon die Verteidigungsausgaben habe Madrid nicht so sehr angehoben, wie er es den Nato-Ländern vorgegeben hatte.

Und Merz? Sagte lange nichts. Erst die Nachfrage eines deutschen Journalisten zwang ihn, Stellung zu nehmen.

Merz hätte Spanien in Schutz nehmen müssen – oder zumindest das Thema wechseln können. Stattdessen stimmte er in die Klage ein. Trumps Angaben seien »korrekt«, sagte er mit Blick auf die Verteidigungsausgaben. Spanien müsse das Ziel akzeptieren. […] America first, EU second. Das war die Linie des Kanzlers in Washington. Deutschland stand an der Seite des »Bully«, nicht an der des Opfers. […] In gewisser Weise ist Merz ein Wiederholungstäter. Im Dezember sagte er in Richtung Washington: »Wenn ihr mit Europa nix anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner.« Ein Ausrutscher, dachte man damals noch.

Merz’ Verrat reißt in Spanien alte Wunden auf. In der Eurokrise zwang Berlin Madrid zu einem Sparkurs, der eine Generation die Zukunftschancen kostete. Seitdem hegt so mancher Spanier den Verdacht, dass die Solidarität in Europa endlich ist – insbesondere dann, wenn deutsche Interessen berührt sind. Merz gibt diesem Gefühl neue Nahrung. […]

(Steffen Lüdke, 04.03.2026)

Die EU und insbesondere Macron springen Spanien zur Seite. Alle sind wütend auf Merz. Wenn man einen Kanzler hat, der so doof ist, daß er sich sogar von dem weltgrößten Doofkopf Trump ausmanövrieren lässt, kann man auch gleich aufgeben. So wird das hier nie mehr was.

[…] Merz war sich also durchaus der Fallstricke bewusst, die ihn erwarten. Und dennoch ist er erneut in die Falle getappt, sich von Trump dabei vereinnahmen zu lassen, wie dieser einzelne Länder gegeneinander ausspielt. Diesmal ließ Merz es zu, dass Trump über das EU-Land Spanien und über Großbritannien herzog, eins der wichtigsten sicherheitspolitischen Partner, während er Deutschland und Merz über den grünen Klee lobte. Wie konnte es dazu kommen? […] Den Klapser von Trump, als der auf eine Frage nach Zöllen für Deutschland scherzhaft sagt: „Wir werden sie hart treffen“, quittiert er noch lachend. Merz bleibt auch unbewegt, als Trump Großbritanniens Premierminister Starmer runtermacht, weil die Briten ihre Basis Diego Garcia zunächst nicht für US-Kampfbomber freigegeben haben – „kein Churchill“ –, und dann Spanien angreift. Seinen Handelsbeauftragten Jamieson Greer, der hinter Vance steht, fragt Trump rhetorisch: „Kann ich ein Embargo verhängen?“ Der: Das sei möglich.

Ein deutscher Journalist fragt Merz, was er davon halte. Der Kanzler könnte jetzt sagen, dass Spanien Teil der EU sei und die EU-Länder eine gemeinsame Handelspolitik betreiben, die auf Freihandel setzt. Aber Merz entscheidet sich dafür, Trump beizupflichten – man müsse Spanien von der 5-Prozent-Rüstungsquote der Nato überzeugen. Trump ist zufrieden. Merz’ Delegation schaut unbewegt, sein Sprecher hat hektische rote Flecken im Gesicht. [….]

(Anna Lehmann, 04.03.2026)

Und ich hielt mal Heinrich Lübke und Helmut Kohl für richtig blöd….

Samstag, 28. Februar 2026

Hobbystrategen am Golf

Als ich noch klein war, machte man es so. Es war so einfach.

Man erstellte eine kleine Tabelle, in der man die Anzahl der Panzer, Kampfjets, Raketen, Sprengköpfe von zwei Armeen oder zwei Pakten gegenüberstellte und wußte, wer stärker ist.

(….) Das war nicht bloß irgendein Unterrichtsstoff, den wir als junge Teenager im GMK- und Politik-Unterricht lernen mussten. Nein, die Akronyme SALT-I, SALT-II oder START waren so aktuell und politisch relevant, daß wir auch außerhalb der Schule über den Stand der Strategic Arms Limitation Talks der gesamten 1970er Jahre und die folgenden Strategic Arms Reduction Talks diskutierten. START-II wurde erst 1993 ratifiziert und sollte zwei Drittel der atomaren Sprengköpfe beseitigen, so daß Warschauer Parkt (WP) und Nato „nur noch“ jeweils 3.500 Nuklear-Explosionen zustanden.

Wir hatten 1983 alle „Wargames“ und „The Day After“ gesehen, konnten uns lebhaft vorstellen, wie schnell versehentlich ein Atomkrieg ausgelöst wurde und was so ein Atompilz konkret für die Menschen bedeutete.

Wie beim „Autoquartett“ in der Grundschule, kannten wir uns aus mit Mittelstrecken- und Interkontinentalraketen. Es war Unterrichtsstoff; eine SS20, bzw. RSD-10 Pioner, beschreiben zu können. SS steht hier für surface-to-surface „Boden-Boden“. Die Biester waren so furchterregend, weil sie mobil waren, kreuz und quer durch das riesige Warschauer-Pakt-Gebiet fuhren, nach dem entsprechenden Befehl aus dem Kreml quasi sofort in die Luft schossen, bei einer Reichweite von bis zu 7.000 km jeden Winkel Europas erreichten und zudem jeweils drei thermonukleare Gefechtsköpfe trugen. Es gab hunderte SS20, von denen die meisten in Belarus und der Ukraine umherfuhren. (…)

(Hofreiterisierung, 05.03.2026)

Als Kinder liebten wir das Brettspiel „Risiko“. Da war es ebenso einfach, Krieg zu spielen. Wer die größere Keule hatte, gewann.

In der echten Welt haben immer die USA mit ihrer riesigen Armee, den exorbitanten Militärausgaben, den Stützpunkten überall auf der Welt die größte Keule.

Deswegen gewannen die USA schließlich auch die großen Kriege der letzten Jahrzehnte: Vietnam, Nordkorea, Somalia, Irak, Syrien, Afghanistan…

Äh, Moment mal.

Offenkundig hält sie die Realität eines Krieges nicht an die Papierform der Waffenüberlegenheit. Kriege werden immer „hybrider“, asymmetrischer, werden auf mehr Ebenen gleichzeitig geführt. Die Kriegsparteien operieren nach unterschiedlichen Regeln, agieren als Stellvertreter für ganz andere „Player“, gehen ganz verschiedene Risiken ein, haben nicht gleich viel zu verlieren und können Verluste anders verkraften.

Am 24.02.2022 fielen wir zuletzt alle auf die einfachen tabellarischen Übersichten der Truppenstärken herein. Ich auch. Aber in schlechter Gesellschaft mit den Bundeswehr- und TV-Experten, die alle genau wußten, daß Russland in wenigen Wochen die gesamte Ukraine überrannt haben würde und Kiew nur die Kapitulation bliebe. Denn nicht nur war die russische Armee vielfach überlegen, Putin war auch skrupelloser, verfügte über Atomwaffen, die sicherlich die Europäer davon abhielten, die Ukraine mit direkten Waffenlieferungen zu unterstützen.

Vier Jahre später wissen wir, wie unsinnig all unsere Annahmen zu Kriegsbeginn waren.

Aber wir haben auch mindestens vier neue Erkenntnisse gewonnen:

·        Die Ukraine verfügt über die stärkste Armee Europas.

·        Russland kann mühelos beinahe alle EU-Sanktionen umgehen, hatte während der vergangenen Kriegsjahre stets ein deutlich größeres Wirtschaftswachstum als Deutschland.

·        Wir haben ein Interesse daran, daß der Ukraine-Krieg möglichst noch ein paar Jahre weitergeht.

[….] Ich habe gesagt, wir sind in einem Gewissenskonflikt und dass ich jetzt etwas ganz Schreckliches sagen werde.  Das ist leider durch unser Verschulden, weil wir Abschreckung Militär über Jahre nicht ernst genommen haben, brauchen wir Zeit, um abschreckungsfähig zu werden. Und diese Zeit schenkt uns die Ukraine, solange sie kämpft. Ich weiß nicht, ob sie gerne lieber haben wollen, dass dieser Ukrainekrieg ganz schnell runtergeht und kommendes Jahr greift Putin die deutschen Soldaten in Litauen an. Ob sie das für die bevorzugenswerte Variante halten. Es ist ein moralischer und ein Gewissenskonflikt, aber wir müssen ihn offen aussprechen, natürlich in der gebotenen Einordnung, dass das etwas schreckliches ist, das so sagen zu müssen. Aber in diese Lage haben wir uns gebracht [….]

(C.v. Marschall)

·        Putin kann offenbar mühelos hunderttausende tote Russen verkraften, ohne einen Hauch Widerstand gegen seinen Krieg im eigenen Volk zu spüren zu bekommen.

Nachdem heute Israel und die USA einen neuen illegalen – völkerrechtswidrigen - Krieg gegen den Iran lostraten, geht es aber wieder los: Medien listen säuberlich auf, was sie über die Waffen-Bestände des Irans und den angeblichen Mangel an Flugabwehrraketen auf Israelischer Seite wissen.


Diesmal werde ich gar nicht erst anfangen, mich an den Spekulationen über den Kriegsausgang oder die politische Zukunft des Irans zu beteiligen.

 
Daß man nur den Kopf der Schlange abschlagen müsse - Irans oberster Führer Ajatollah Chamenei soll bei den Luftangriffen der USA und Israels getötet worden sein – und anschließend vollzieht der Iran automatisch eine Blitzmetamorphose zu einer US-freundlichen Musterdemokratie nach westlichem Vorbild, scheint mir abwegig. Auf das Szenario des Todes Al Chameneis, ist der Iran natürlich vorbereitet, wie er generell auf Lustschläge vorbereitet ist und so organisiert ist, daß auch Teile des Regimes autark, ohne Befehle von oben, Krieg führen können.

Nur peinlich war heute, wie zu erwarten, Politazubi Merz, der wieder einmal außen vor war, sich anders als die UN, Spanien oder Norwegen nicht traute, Trump zu kritisieren und stattdessen zusammen mit den schwer angeschlagenen Starmer und Macron von der Seitenlinie meckerte.

[….] Nach den israelisch-amerikanischen Angriffen gegen Iran haben Deutschland, Frankreich und Großbritannien Gegenschläge der Regierung in Teheran kritisiert. "Wir verurteilen die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region auf das Schärfste. Iran muss seine willkürlichen Militärschläge unterlassen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Keir Starmer. [….]

Anders als Merz, Macron und Starmer verurteilte UN-Generalsekretär António Guterres auch die Anwendung von Gewalt durch die USA und Israel gegen Iran. Diese und die Vergeltungsmaßnahmen Irans unterminierten den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit, erklärte er. [….] Auch UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk kritisierte die Angriffe. "Ich verurteile die Militärschläge Israels und der Vereinigten Staaten von Amerika heute Morgen im gesamten Iran sowie die anschließenden Vergeltungsangriffe des Iran", erklärte er. Die Angriffe würden lediglich zu "Tod, Zerstörung und menschlichem Elend" führen. [….] Der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez verurteilte die Militäraktion der USA und Israels gegen Iran. Der einseitige Angriff stelle eine Eskalation dar und trage zu einer unsichereren und feindseligeren internationalen Ordnung bei, sagte er.  Norwegen verurteilte die Angriffe auf Iran als völkerrechtswidrig. Israel habe die Angriffe als Präventivschlag bezeichnet, was "jedoch nicht dem Völkerrecht entspricht", erklärte Norwegens Außenminister Espen Barth Eide der Nachrichtenagentur AFP. "Ein Präventivschlag würde das Vorliegen einer unmittelbaren Bedrohung voraussetzen", führte Eide aus. [….]

(Tagesschau, 28.02.2016)

Weiß das Sauerländer Dummerle nicht, wo Mar A Lago und Washington liegen? Nämlich außerhalb der Reichweite der Iranischen Revolutionsgarden? Daß Teheran natürlich stattdessen die US-Basen der Region angreift, die zu erreichen sind?

Glaubt der Fritzekanzler, ein vom eigenen Volk gehasstes, fanatisch religiöses Regime, würde die Luftschläge ohne Gegenwehr geschehen lassen?

Und nein, ich weiß selbstverständlich auch nicht, wie der Krieg ausgehen wird. Aber ich habe eine starke Vermutung: NICHT gut. Egal, welches Szenario letztlich eintritt.

[…..]  Der völkerrechtswidrige Angriff auf den Iran wird das Mullah-Regime kaum zu Fall bringen. Zwei andere Szenarien sind jetzt wahrscheinlicher.

 Militärs brauchen deutlich formulierte Kriegsziele. Was die USA und Israel mit ihrem Angriff auf den Iran bezwecken, ist jedoch alles andere als klar kommuniziert. US-Präsident Donald Trump wollte uns noch letzten Sommer davon überzeugen, dass das iranische Atomprogramm beim letzten US-Angriff auf den Iran praktisch „ausradiert“ worden sei. Sein Nahost-Gesandter Steve Witkoff argumentierte aber vor ein paar Tagen, dass der Iran eine Woche vor dem Bau der Atombombe stehe.

Dann redet Trump davon, dass die iranischen Raketen demnächst die USA erreichen könnten. Und nicht zuletzt spricht er vom Regimewechsel in Teheran und dass die Iraner sich nun selbst befreien könnten. Derartig breit angelegte Kriegsziele tragen das Rezept des Scheiterns schon in sich.

Es ist unwahrscheinlich, dass die heterogene iranische Protestbewegung in den nächsten Tagen in Teheran die Macht übernimmt. Zwei andere Szenarien sind als Ausgang wahrscheinlicher.

Das iranische Regime kommt im Doppelpack daher: mit der Macht der Mullahs, aber auch mit den Revolutionsgarden, die im Grunde eine klassische Militärdiktatur darstellen. Gut möglich, dass die Mullahs beseitigt werden und die Militärdiktatur oder einer ihrer Offiziere versucht, einen Alleingang zu starten. Das Land wäre dadurch stabilisiert – das ist nur nicht das, was die Protestbewegung im Sinn hat.

Das zweite Szenario wäre das von Chaos und Bürgerkrieg. Denn die Protestbewegung ist zwar stark und laut, aber das Regime hat trotzdem noch genug Unterstützer und Profiteure. Diesen Fortgang der Ereignisse fürchten die arabischen Nachbarn und die Golfstaaten, die keine Freunde des iranischen Regimes sind. Sie haben vor diesem Angriff auf den Iran gewarnt, genau mit dem Argument, dass eine ohnehin fragile Region so in noch mehr Instabilität gestürzt würde.  […..]

(Karim El-Gawhary, 28.02.2026)

Es gibt aber auch Gewissheiten bei diesem Kriegsbeginn: Netanjahu und Trump sind beides skrupellose Verbrecher. Beide lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Einer von ihnen ist zudem sagenhaft dumm und ungebildet.

Trump ist jede perfide Bösartigkeit zuzutrauen.

[….] Kurzanalyse: Trump und sein Geschwätz von gestern

Donald Trump verhehlt sein Ziel kaum: Sein Militärschlag gegen Iran soll zu einem Regimewechsel in Teheran führen. »An das große, stolze Volk von Iran [...] Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung« , forderte der Präsident in seiner Videoansprache nach den ersten Angriffen. »Dies wird wahrscheinlich eure einzige Chance für Generationen sein.«

Als er noch nicht im Weißen Haus saß, klang Trump ganz anders. 2011 etwa sagte er über Barack Obama: »Unser Präsident wird einen Krieg mit Iran beginnen, weil er absolut keine Fähigkeit hat, zu verhandeln.« Zwei Jahre später wiederholte er diese Prognose. Sie traf nie ein.  [….]

(US-Korrespondent Claus Hecking, 28.02.2026)

Dienstag, 24. Februar 2026

Doubling Down

 

Zu den Hauptcharakteristika eines echten Trump-Politikers gehören das permanente Lügen, erhebliche kriminelle Energie und die Fähigkeit des „Doubling Down.“

Der Begriff kommt aus dem Black Jack und bedeutet eigentlich, das Risiko zu verdoppeln.

Im Trumpismus veränderte sich die Bedeutung und wird nun verwendet, wenn sich jemand katastrophal blamiert hat und durch weitere Äußerungen/Taten seine Situation noch dramatisch verschlimmert.

Donald Trump selbst ist natürlich der König dieser Disziplin.

Ein gutes Beispiel dafür sind seine Behauptungen über die Senkung der Medikamentenpreise, die er um mehr als 100% drücken will.

Das ist an sich schon doppelt peinlich, weil eine Preissenkung von 100% bedeutet, sein Produkt umsonst abzugeben. Schon das wäre ökonomisch unmöglich.

Darüber hinaus illustriert Trump aber auch, simple Mathematik nicht zu verstehen.

Eine ungeheuerliche Peinlichkeit für ein selbsternanntes Business-Genie. Die einzig verbliebene Option, nach so einer globalen Maximal-Blamage, wäre es, sich ein tiefes Loch zu graben und darin für immer zu verschwinden. Eigentlich.

Aber Trump reagiert auch hier mit doubling down, indem er nun komplett absurde Prozent-Zahlen um sich wirft, damit auch wirklich jeder versteht, daß er ein Vollidiot ist, der nicht den geringsten Schimmer von Prozentrechnung hat.

Oder die Peinlichkeit der Olympischen Spiele. Erst inszeniert sich Trump mit einem AI-Video, als hätte er persönlich das Eishockey Finale gegen Kanada gewonnen. Dann war da noch die unfassbare Peinlichkeit seines FBI-Direktors Kash Patel, der sich komplett enthemmt saufend mit dem Männerteam in der Kabine feiern lässt. 

Was tut Trump? Er doubled down, indem er auch noch das Frauen-Team beleidigt.

[….] Wie Trump und sein FBI-Chef den Olympiasieg entwerten [….] Am Dienstag findet in Washington die State of the Union statt – die jährliche Grundsatzrede von US-Präsident Donald Trump zur Lage der Nation im Kongress – und Trump hat die US-Mannschaft eingeladen. Werden die US-Helden dort erscheinen? Auch das ist derzeit nicht klar.

In den sozialen Medien kursiert ein Video aus der Kabine der Olympiasieger nach deren Finalerfolg gegen Kanada, in dem zu sehen ist, wie Trump per Handy zugeschaltet ist, seine Glückwünsche zum Ausdruck bringt und die Einladung zur State of the Union ausspricht. Zudem waren Videos und Bilder zu sehen, wie FBI-Direktor Kash Patel mit den NHL-Profis in der Kabine feierte.

In den USA muss die Mannschaft viel Kritik einstecken. Für Patels Anwesenheit, der behauptet hat, von der Mannschaft eingeladen worden zu sein, aber vor allem, weil die Spieler einem misogynen Kommentar Trumps nichts entgegensetzten. Es würde ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn geben, wenn er die Frauenmannschaft nicht auch einladen würde. Haha, sehr lustig. Aber wer will es den Spielern in dem Moment des Triumphs verdenken, nichts erwidert zu haben? [….]  Das Finale verlief über weite Strecken sehr fair, die Stimmung auf den Rängen war knisternd. Die Jubelszenen unmittelbar nach der Schlusssirene zeigen, wie wichtig den Profis dieser Sieg war. [….] Mittlerweile wird fast nur noch über die Kabinenparty, das Telefonat mit Trump, das Lachen der Spieler und eine mögliche Reise ins Weiße Haus diskutiert, wie der Instagram-Account des Team USA  zeigt. [….]

(Markus Krämer, 24.02.2026)

Trumps nepotistische kriminelle Cronies, wie Charles Kushner, einer seiner Botschafter aus der Hölle, vermochte es innerhalb weniger Monate als Botschafter in Frankreich, nicht nur mehrfach von der Regierung einbestellt zu werden, sondern sich zur Persona Non Grata zu machen.

[….] Der US-Botschafter in Paris, Charles Kushner, ist nicht zu einer Vorladung im französischen Außenministerium erschienen. »Angesichts dieses offensichtlichen Unverständnisses für die grundlegenden Erwartungen an einen Botschafter« habe der französische Außenminister Jean-Noël Barrot darum gebeten, dass Kushner »keinen direkten Zugang mehr zu Mitgliedern der französischen Regierung erhält«, erklärte das französische Außenministerium. [….]

(SPON, 23.02.2026)

Ein US-Botschafter, dem der Zugang zur französischen Regierung blockiert wird. Das muss man erst mal schaffen.

Das permanente Doubling Down der Trump-Mannschaft flutet die Nachrichtenwelt mit so viel Scheiße, daß niemand mehr in der Lage ist, alles journalistisch aufzuarbeiten.

[….] „Es ist nicht die Aufgabe eines Botschafters, Unruhe in die nationale Politik zu bringen“, erklärte [Belgiens Regierungschef Bart] De Wever. White hat in den vergangenen Wochen eine schwere diplomatische Krise zwischen den USA und Belgien ausgelöst. [….] Die Verwerfungen begannen damit, dass Botschafter White der belgischen Justiz Antisemitismus vorwarf. [….]  

Das Ermittlungsverfahren wurde von einem Antwerpener Rabbi angestoßen, also aus der jüdischen Gemeinde heraus. Das hinderte White nicht daran, von einer „lächerlichen und antisemitischen Strafverfolgung“ zu sprechen. Er forderte auf sozialen Netzwerken den belgischen Staat auf, das Verfahren sofort einzustellen. Er tat das in Großbuchstaben, wie auch sein Chef Donald Trump gerne schreibt. Den belgischen Gesundheitsminister kritisierte White im Übrigen als Trump-Feind und außerdem als unhöflich.

Wie es in solchen Fällen diplomatische Gepflogenheit ist, bestellte das belgische Außenministerium den US-Botschafter ein. White wurde aufgefordert, den belgischen Staat und dessen Institutionen zu respektieren. In früheren Zeiten hätte sich ein Diplomat danach erst einmal ruhig verhalten. Aber in Zeiten von Donald Trump verstehen sich Botschafter offensichtlich als politische Aktivisten ihres Chefs und benehmen sich entsprechend.Die Lage eskalierte vergangene Woche, als Botschafter White auf Conner Rousseau losging, den Chef der flämischen Sozialdemokraten.  Rousseau hatte auf den sozialen Netzwerken geschrieben, das Vorgehen der Trump-Regierung gegen Flüchtlinge erinnere ihn immer mehr an die Hitler-Zeit. White forderte den jungen Sozialdemokraten ultimativ auf, sich zu entschuldigen. Und als der sich weigerte, verkündete der Botschafter: Rousseau dürfe fortan nicht mehr die USA besuchen. Er habe ein Einreiseverbot erwirkt. [….]

Belgien ist nicht das einzige Land in Europa, das sich gerade mit dieser speziellen Form der Trump-Diplomatie konfrontiert sieht. Einen schrillen diplomatischen Kasus leistet sich die US-Regierung auch in Frankreich. Ihr Botschafter in Paris, Charles Kushner, verärgerte die Franzosen [….] Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot verbat sich daraufhin „jede Instrumentalisierung des Dramas für politische Zwecke“. Man habe keine Lektionen zu politischer Gewalt nötig – „schon gar nicht von der reaktionären Internationalen“. [….]  Barrot berief Kushner für ein klärendes Gespräch ein, doch der Botschafter versetzte den Minister. Nun darf er zur Strafe keinen Kontakt mit Mitgliedern der Regierung haben.

Der 71-jährige Immobilienmilliardär Charles Kushner, Vater von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, hatte sich schon im vergangenen Sommer, kaum war er nach Paris gezogen, mit Frankreich angelegt. Er warf Macron vor, zu wenig gegen Antisemitismus im Land zu tun. Auch damals ignorierte er die Vorladung des Quai d’Orsay, des französischen Außenministeriums.

In Frankreich akzeptiert man die moralischen Unterweisungen Kushners auch deshalb nicht, weil er nur dank einer Begnadigung durch Trump überhaupt Botschafter werden konnte. Kushner saß einmal vierzehn Monate lang im Gefängnis. [….]

(SZ, 24.02.2026)

Donnerstag, 22. Januar 2026

Brauner Durchblick

Dunkelkatholik, AfD-Lautsprecher, Antisemit und Verschwörungstheoretiker David Berger zeigt uns auf seinem Blog täglich, was er unter seiner heißgeliebten „Catholica“ versteht: Permanente Hetze und Hass auf so ziemlich jeden. Der Urinduscher, der auch schon mehrfach von der AfD-Fraktion als Experte in den Bundestag geladen wurde, hasst insbesondere die linksgrünversifften Kirchenfeinde, wie Bätzing, Marx und Bergoglio. Letzterer war ein rotes Tuch für die katholischen Trumpianer.

Die extremsten katholischen Kritiker von rechts finden sich im afrikanischen Klerus, unter katholischen US-Republikanern (Vance, Gingrich, William Barr, Rudy Giuliani, Kellyanne Conway, Elise Stefanik, Matt and Mercedes Schlapp, die Kardinäle Dolan und Burke, Hardcore-Nazi Bannon) und den deutschen Ratzingerianern. Müller, Gänsi, Taxis-Gloria und natürlich David „der Urinduscher“ Berger, hassen Bergoglio wie die Pest.

Über Prevost gibt es bisher nur positive Vibes aus Dunkelkatholistan, obwohl dessen Verhältnis zu Trump, dem eigentlichen Gottkönig der braunen Blase, noch ungeklärt ist.

Aber wenigstens läßt Bob keinen Zweifel an seinen Ansichten zur Ehe für alle, dem Frauenpriestertum oder gar der Selbstbestimmung über seinen Körper und sein Leben. Da bleibt auch der aktuelle Papst radikal misogyn und homophob, zeigt gegenüber Leidenden und Sterbenden den gewohnten vollen katholischen Sadismus.  Deswegen kann er Macron nicht ausstehen: Einfach zu liberal und zu menschenfreundlich, der Mann! Prevost will den französischen Präsidenten mit allen diplomatischen Mitteln strafen und demütigen: Keine Privataudienz, kein Staatsempfang. Alle Brücken abbrechen, schallt der Pontifex Maximus gen Frankreich.

[….] Anders als für die Staatsoberhäupter Großbritanniens, Italiens, Deutschlands oder Spaniens habe Leo XIV. jedoch für Frankreichs Präsidenten keinen Termin eingeräumt. Der Papst persönlich habe angeordnet, die Anfrage abzulehnen. Es solle für Macron vorerst weder eine private Audienz noch eine Audienz im Range eines Staatsbesuchs geben.

Hauptgrund sei die Haltung des Franzosen bei den Themen Abtreibung und Sterbehilfe. Das französische Parlament hatte auf Betreiben Macrons im März 2024 ein »Recht auf Abtreibung« als Grundrecht in die französische Verfassung aufgenommen. Frankreich ist damit ein Vorreiter.

In der derzeit noch anhaltenden politischen Debatte über eine Legalisierung der Sterbehilfe setzt sich Macron massiv für eine Liberalisierung ein.

Papst nennt Schwangerschaftsabbrüche »Vernichtung von Leben«  [….]

(SPON, 21.01.2026)

Unnötig zu erwähnen, daß rigide Verbote, verklemmte katholische Sexualmoral, Blockade von Sexualaufklärung in den Schulen und der Kampf gegen „Planned Parenthood“ zu deutlich mehr Abtreibungen führen.

AfD-Berger hingegen durchschaut die wahren Hintergründe der vatikanischen Francophobie: Die schlimme Brigitte!

[…] Brigitte Macron Problem für das Verhältnis zum Vatikan

Für einen Skandal hatte bereits das Verhalten von Brigitte Macron bei dem Einweihungsgottesdienst der Kathedrale gesorgt. Infovaticana berichtete damals über einen offenen Brief des französischen Priesters Guy Pagès an Papst Leo XIV, in dem er eine kirchliche Intervention wegen eines schweren liturgischen Skandals fordert. Anlass ist die Wiedereröffnungsmesse der Kathedrale Notre-Dame am 8. Dezember 2024, bei der Brigitte Macron in einer Live-Übertragung die Kommunion in die Hand empfing.

Pagès kritisiert, dass die Kommunion öffentlich und kommentarlos ausgeteilt wurde, obwohl Brigitte Macron zivil verheiratet, geschieden und nach kirchlichem Recht nicht sakramental verheiratet sei. Zudem verweist er auf ihre öffentliche Unterstützung von Abtreibung, Euthanasie und LGBT-Positionen. Gemäß dem Kirchenrecht hätte sie daher nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen. Er wirft den Verantwortlichen der Messe vor, ihre Pflicht verletzt zu haben, die Kommunion diskret zu verweigern, um einen öffentlichen Skandal in der französischen Kirche zu verhindern.

Unvergessen natürlich auch das blasphemische Spektakel zur Eröffnung der Olympiade in Paris.  Ein Treffen zwischen Macron und Leo XIV. wäre daher „presque malsaine („beinahe ungesund“) geworden, erklärte Bischof Giovanni Cesare Pagazzi.   […..]

(David Berger, 20.01.2026)

Außerdem ist da noch das Weltverbrechen Kirchenfenster!


[…] Einer der Gründe für das Zerwürfnis zwischen Macron und dem Vatikan soll sein: Der von Macron angeordnete, vom Pariser Bischof willig vollzogene Austausch einiger auch nach dem Brand völlig intakter traditioneller Kirchenfenster in Notre-Dame. Papst Leo XIV. spricht in diesem Zusammenhang von einer schrecklichen „Travestie“. […..]

(David Berger, 20.01.2026)

Der politische Freund Weidels und Storchs brilliert eben nicht nur mit seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Corona und Klimawandel, sondern weiß auch Weltpolitik richtig zu deuten, weil in seinem "Philosophie Phimose"-Blog die reine Wahrheit gepachtet hat. 

Er kennt daher auch das wahre Wesen Trumps:

Der Mann ist eben "BRUTAL EHRLICH!"

Ja, das stimmt. Ehrlichkeit, Faktentreue und Zuverlässigkeit sind DIE Haupt-Charaktereigenschaften Trumps!

Berger, 22.01.2026

 


Nur die Wahrheit zählt bei dieser Präsidentschaft!

EHRLICH, SYMPATHISCH, GLAUBWÜRDIG!!!

Wer könnte sich dem nicht anschließen?

Mir war nie ein Politiker sympathischer, niemand je glaubwürdiger als dieser US-Präsident.

Aber man sollte auch nicht vergessen, wie enorm gebildet er ist, wie höflich. Und besonders augenfällig immer wieder seine BESCHEIDENHEIT!


[….] Q: what characteristic stands out in your mind?

Conway:  it's one that most of the media never associate with him and I would say it's humility!  with the gravity and responsibility of being president of the United States and commander-in-chief of our armed forces. Sir, I would say that that gravity responsibilities come a great deal of humility. The president understands the awesomeness of this job. [….]

You have a president who understands that there are people in need people who are suffering. People who are relying upon him to keep our country safe and prosperous and there's a great deal of that attaches to that.  [….]

(Kellyanne Conway)

Trump denkt nie an sich; er ist der vollkommene Altruist! Schön, daß die Christen das so klar erkennen und sich daher bereitwillig ihrem orangen Führer unterordnen: