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Freitag, 25. September 2026

Whataboutism für Prien, Thadeusz und Schuster

Der kriminelle Benjamin Netanjahu säße mit hoher Wahrscheinlichkeit im Gefängnis, wenn ihn nicht seine Immunität als Regierungschef schützte. Seine Ehefrau Sara und sein rechtsradikaler Sohn Jair stehen ihm kaum nach und könnten ebenfalls im Knast landen.

Der Israelische Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit klagte ihn 2019 wegen Bestechlichkeit, Betrugs und Untreue in jeweils drei Fällen an: Der „Bezeq-Affäre“, der „Jediʿot-Affäre“ und der „Sara Geschenk-Affäre.“

Die meisten Völkerrechtler glauben zudem, er sei als Regierungschef verantwortlich für einen Genozid an den Palästinensern. Südafrika reichte 2023 Klage vor dem Internationalen Gerichtshof gegen Israel ein. Der Internationale Strafgerichtshof erließ 2024 einen Haftbefehl gegen Netanjahu wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Seither eskalierte Netanjahu immer weiter. Seine rechtsradikalen Minister geben abscheulichste eliminatorische Äußerungen öffentlich von sich, mit denen sie ihren perfiden Sadismus, ihre Freude am Töten, nicht verhehlen.

Angesichts des Grauens in Gaza, wandelte sich Bibisrael zum Paria der Weltgemeinschaft. Wenn Bibi in der UNO spricht, zeigen die Delegierten, wie sie ihn verachten.

Als Freund Israels bereitet es mir geradezu physische Schmerzen, was Netanjahu seinem Land antut, wie er Israels Ansehen vollkommen ruiniert, jedes Vertrauen in den Staat zerschlug. Viele Israelis sehe es ebenso und wanderten aus, so daß es in Goa, den USA, Australien und vielen europäischen Hauptstädten wachsende Gemeinden liberaler Exil-Israelis gibt. Unglücklicherweise hat das fatale Folgen für die in Israel verbleibenden Staatsbürger, die immer mehr nach rechts rücken, da die Liberalen wegziehen, immer mehr fanatische Siedler aus der Diaspora kommen und sich die Ultraorthodoxen vermehren wie die Karnickel.

Einen eindrucksvollen Beleg für das desaströse Wirken Netanjahus bietet der Meinungsumschwung bei Israels engstem Verbündeten, den USA. Hier war die tiefe Freundschaft zu Israel über Jahrzehnte Staatsraison, Israel war in der gesamten amerikanischen Bevölkerung enorm beliebt und konnte sich auf die bedingungslose Unterstützung beider Parteien verlassen. Das ist vorbei.

Die bekannten jüdischen Polit-Influencer der USA – Brian Tyler Cohen, Aaron Parnas, Matt Bernstein, Josh Greene, Dash Dobrowski, David Pakman – sind allesamt entsetzt von Israels Politik und der Netanjahu-Regierung. Sie alle stellen sich ausdrücklich hinter die Forderung Zohran Mamdanis, den Israelischen Ministerpräsidenten in NY verhaften zu lassen.

Deutschland sollte angesichts der Geschichte nicht ausgerechnet an der Spitze der internationalen Israel-Kritiker stehen. Aber demonstrativ ganz stumm zu bleiben und Israel weiter Waffen zu liefern, ist feige, peinlich und dumm.

[….]  Der Saal applaudiert – bis auf die Delegation aus Berlin. Wie feige. […] Der heutige israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat schon 2017 seinen „Entscheidungsplan“ veröffentlicht. Die einfache Losung darin: Sieg durch Siedlung. Mehr Siedlungen sind gleich mehr Land sind gleich weniger Palästinenser. Den Palästinensern bleiben demnach drei Wege: sich unterwerfen, auswandern oder bekämpft werden. […] Die Welt sieht hin. Deutschland sieht weg. Und merkt nicht, wie allein es ist.

Wie alleine, das zeigte der erste Tag der UN-Generaldebatte in New York. Die Kritik an der Siedlungspolitik im Westjordanland und an der Zerstörung im Gazastreifen zog sich am Dienstag durch den Saal. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich die Zweistaatenlösung vor unseren Augen auflöst“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Die Delegierten applaudierten. Die deutsche Delegation um Außenminister Johann Wadephul (CDU) nicht.

Dabei bekennt sich Berlin sonst stets zur Zweistaatenlösung. Doch wenn jemand ausspricht, dass diese gerade zerstört wird, rührt die Bundesregierung keine Hand. Nicht einmal für leichten Beifall. […]

(Sina-Maria Schweikle, 23.09.2026)

Ich schäme mich außerordentlich für Merz, Söder und Klöckner, für die deutschen Bibi-Fanminister Prien, Dobrindt und Wadephul, die nach Jerusalem pilgern, um Israels Politik zu adeln.

Es spricht also alles dafür, maximal über Israels Politik verärgert zu sein, Israelische Regierungsmitglieder zu sanktionieren. Von einer demokratischen Zivilgesellschaft erwarte ich heftige Proteste gegen die Zerstörung Gazas.

All das rechtfertigt aber keinen Antisemitismus. Antisemitismus ist niemals zu rechtfertigen. Aber man kann scharfe Israel-Kritik durchaus ohne Antisemitismus anbringen. Beides lässt sich trennen. Es kann nicht überraschen, wenn im Eifer der Emotionen, gerade bei Menschen mit palästinensischen Wurzeln, die notwendige Grenze immer mal wieder überschritten wird. Ich halte das für menschlich verständlich. Aber Profi-Politikern darf das niemals passieren.

(….) Es ist falsch, Israel-Kritik und Judenhass zu verquicken. Es gibt in Israel viele Bibi-Kritiker und es gibt unter den Israelischen Staatsbürgern viele Atheisten, aber auch Christen und Muslime.  Dummerle Merz weiß das natürlich nicht.   (….)  Merz plappert bar jeder Grundkenntnis antisemitische Codes von der „Judenfahne“ nach.

[….] Totalausfall von Friedrich Merz: [….]

Der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat mit gleich mehreren Äußerungen in seiner letzten Wahlkampfrede für Empörung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er die israelische Fahne als „Judenfahne“ und verbreitete Lügen über die Demonstrant:innen, die gerade im ganzen Land gegen rechts auf die Straße gehen. Nicht nur in den sozialen Medien hagelte es Kritik.  Wörtlich stelle Merz in seiner Rede bei der Wahlkampf-Abschlussveranstaltung in München die rhetorische Frage, wo der „Aufstand der Anständigen“ geblieben sei, „als in diesem Land Palästinenserflaggen geschwenkt wurden, ‚From the River to the Sea‘ gesungen wurde, als Judenfahnen, als Fahnen des Staates Israel verbrannt wurden?“ [….] Die Berliner Grünen-Politikerin Bettina Jarasch kommentierte das am Wahlsonntag auf X: „‚Judenfahnen‘, Herr @FriedrichMerz? Echt jetzt? Noch alle Tassen im Schrank?“, schrieb die Spitzenkandidatin ihrer Partei bei der vergangenen Landtagswahl in der Hauptstadt. […] Laut der International Holocaust Remembrance Alliance stellt es eine Form von Antisemitismus dar, den Staat Israel mit dem Judentum gleichzusetzen. In rechtsextremen Kreisen ist es weit verbreitet, die israelische Fahne als „Judenfahne“ zu bezeichnen. [….]

(Daniel Bax, 23.02.2025)

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der Mann, der sich von Amtswegen auskennen sollte, debakuliert sogar noch peinlicher als sein Herr. […] [….]  (….)
(Wieso ich mich so sehr für Deutschland schäme, 18.08.2025)

Wir, die deutschen Wähler, wußten das alles und schickten dennoch Fritze Merz ins Kanzleramt.

Und ja, selbstverständlich ist es doppelt unfair, alle Israelis für Bibi und sein Kabinett in Haftung zu nehmen. Darüber hinaus auch noch alle Juden für Israel in Haftung zu nehmen.

Aber niemand kann davon überrascht sein, daß genau das passiert. Bibi Netanjahu gilt als der international am meisten gehasste Regierungschef. Natürlich strahlt das auf das Image aller Israelis aus, gefährdet alle Juden in der Welt, auch wenn sie als säkulare Staatsbürger Netanjahu verachten und in London leben. Oder wenn sie gar keine Verbindungen zum Staat Israel haben und als atheistische Deutsche Dein ganz normaler Nachbar sind. (….)
(Antiamerikanismus, Antisemitismus, Islamophobie, 14.04.2026)

Es existiert viel zu viel Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft. Die übelsten judenfeindlichen Stereotype aus finsterste NS-Zeiten sind in allen Parteien zu Hause – am meisten bei AfD und CDU, am wenigstens bei den Linken.

Es verstört zutiefst, wenn CDU-Ministerin Prien, Josef Schuster, der Präsident des Zentralrates der Juden und der Ungeheuerlichste von allen, Jörg Tadeusz vom RBB, im Land Berlin eine Regierung der CDU fordern und das ausgerechnet mit linkem Antisemitismus begründen.

[….] Nach dem Linken-Wahlsieg in Berlin übt der Zentralrat der Juden scharfe Kritik: Er warnt SPD und Grüne vor einer Regierungszusammenarbeit und sieht den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Gefahr.

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin warnt der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, Grüne und SPD davor, der Partei zur Regierung zu verhelfen. „SPD und Grünen muss klar sein: Wer der Linken Berlin den Weg in eine Landesregierung und damit ins Rote Rathaus ebnet, gefährdet unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und das jüdische Leben in der Hauptstadt“, teilte Schuster mit. Es zeige sich „ein systematisches Muster“, bei dem Antisemitismus in Teilen der Partei verharmlost und „als vermeintlicher politischer Aktivismus getarnt“ werde, so Schuster.   [….]

(STERN, 22.09.2026)

  

[…]  Bildungsministerin Prien hat die SPD und die Grünen vor einer Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin gewarnt.

"Jüdinnen und Juden können sich in Berlin nicht mehr sicher fühlen", wenn Spitzenkandidatin Eralp Regierende Bürgermeisterin der Stadt werde, so Prien in der ARD-Sendung maischberger.  Die CDU-Politikerin mit jüdischen Wurzeln bezog sich dabei auf den Umgang der Linken mit Vorwürfen wegen Antisemitismus. Sie erwarte nun Klarheit von Grünen und SPD "gegenüber einer radikalen Linken, die es hier in Berlin gibt. [….]

(Tagesschau, 22.09.2026)

[….] Der Beitrag, der wirklich Angst gemacht hat, war der Kommentar von Jörg Thadeusz vom RBB in den Tagesthemen. Ob die Parteispitzen von SPD und Grünen wirklich zum nächsten Gedenken an die Befreiung von Auschwitz erscheinen wollten, fragte er rhetorisch, „wenn sich Vertreter ihrer Parteien in Berlin mit dieser Linkspartei verbünden“. Und dann verwendete Thadeusz, der sich selbst als Teil der „vernünftigen Mitte“ bezeichnete, wie nebenbei die Parole „Wehret den Anfängen“ – um vor einer Berliner Landesregierung unter Elif Eralp zu warnen.

Für Thadeusz und andere Teile des „vernünftigen“ Bürgertums sind offenbar die Linken die neuen Nazis. Das ist eine Zäsur. Und zwar nicht nur, weil genau dieses Bürgertum den Nationalsozialismus einst ermöglichte, indem es wegsah, tolerierte, mitmachte. Oder, weil im Holocaust auch Zehntausende Kommunist:innen, Sozialist:innen, Anarchist:innen und Sozialdemokrat:innen ermordet wurden. Sondern weil es den Grundkonsens der Bundesrepublik angreift, mit den Lehren aus Auschwitz verantwortungsvoll umzugehen.  [….]

(Timm Kühn, 23.09.2026)

Eine sagenhafte Unverschämtheit! Insbesondere von CDU-Mitglied Prien, die in der Nachfolgepartei der Hitler-Enabler aktiv ist. Die Partei, die einen NSDAP-Mann als Kanzler und Parteivorsitzenden (Kiesinger) wählte und den NS-Verbrecher und Wegbereiter der „Nürnberger Rassegesetze“ Hans Globke als zentrale Figur im CDU-Bundekanzleramt einsetzte. Zehn Jahre war er Kanzleramtschef. Das stört Prien nicht, aber sie wütet gegen die SPD, die gegen Hitler stimmte, sie wütet gegen die Linken, deren Vorgänger von den Nazis ins KZ gebracht wurden.

Priens Partei ist nach der AfD die antisemitischste des Bundestags. Ihr eigener Parteichef und Bundeskanzler fällt immer wieder mit ungeheuerlichen antijüdischen Stereotypen auf. Nicht die Linken, nicht die Grünen, nicht die Sozis.

Der CDU-Generalsekretär Lukas Krieger in Berlin faselt NS-Sprech.

[….] In dem Video wird ein Hakenkreuz-Abzeichen gezeigt, anschließend blickt Krieger in die Kamera und sagt: »Ich denke, dass wir uns darum kümmern müssen, dass wir in Deutschland auch wieder als Deutsche erkennbar sind, dass Deutschland deutsch bleibt und wir gegen den jüdischen Bolschewismus durchaus vorgehen.« [….] [….]

(Marten Brehmer 15.07.2026)

Schämen Sie sich gar nicht, Prien?

[….] Es brauchte nicht lange, bis der braune Mist dann jetzt bei der CDU an die Oberfläche gespült wurde. Das Internet vergisst halt nicht. Da ist etwa der heutige #Generalsekretär der CDU-Berlin, der - noch etwas jünger - in einem Video sagte, dass man gegen den „jüdischen Bolschewismus“ vorgehen und sich darum kümmern müsse, dass Deutsche in Deutschland auch erkennbar seien.

Auch kam jetzt heraus, dass in #Sachsen die CDU mit der A*D zusammen verhindert hat, dass Stolperstein für das Gedenken an jüdische Opfer des #Holocaust verlegt werden. Und wenig überraschend, da aus diverser Forschungsarbeit zum Thema #Antisemitismus bekannt: Laut einer Bertelsmann-Studie aus 2025 ist fast jeder dritte CDU-Anhänger der Meinung, #Juden hätten auf der Welt zu viel Einfluss; bei Anhängern der Links-Partei „nur“ jeder fünfte.

Inzwischen ist es so weit, dass jüdische Berliner:innen (darunter die bekannten Autorinnen Eva Menasse und Deborah Feldman und die Philosophin Susan Neiman) in einem offenen Brief die Angriffe auf die Linkspartei kritisieren und vor allem die „#Instrumentalisierung“ von Antisemitismus für parteitaktische Spielchen anprangern. Müssen wir uns mal vorstellen: Im Land der Täter hat es Rechtsdeutschland also so weit getrieben, dass Jüdinnen und Juden, die sie durch die bizarre Debatte in Bedrängnis gebracht haben, aufstehen und „Stop!“ rufen.

Auch die Intellektuelle Marina Weisband, die als Jüdin mit großem #Unverständnis auf die Debatte schaut, schreibt auf BlueSky, das sei alles „so offensichtlich vorgeschoben, dass es beleidigend ist.“ Und weiter: „Haben wir denn nicht genug ertragen, dass wir jetzt auch noch für CDU-Politik herhalten müssen?“ Man müsse sich klar machen, dass der Schutz von Juden nicht der Grund für diese Angriffe auf die Linke sei. „Von Rechts ist es der Schutz von Großkonzernen mit viel #Immobilienbesitz. Und von weiter Rechts ist es der Schutz vor einer RRG-Mehrheit, die ein A*D-Verbotsverfahren ermöglicht.“

Je mehr man darüber nachdenkt, desto schäbiger ist es: #Rechtsdeutschland opfert einmal mehr die Unversehrtheit von Jüdinnen und Juden für seine eigenen Macht-Interessen. Und parallel dazu nimmt gerade in #Sachsen-Anhalt die erste gesichert rechtsextremistische Landesregierung Gestalt an. […]

(Marc Rschke, 24.09.2026)

Die Priensche CDU ist es, die im Bundestag am Gedenktag zur Auschwitz-Befreiung mit den Nazis zusammen stimmt.

Die Priensche CDU ist es, die den gesichert rechtsradikalen Faschisten in Sachsen-Anhalt die Regierungsverantwortung schenkt.

Die Priensche CDU ist es, die in Berlin 20 Millionen Euro zur Antisemitismusbekämpfung zweckentfremdete und an ihre eigenen Parteifreunde verschob.

Die Priensche CDU und Prien selbst ist es, die massiv Demokratieförderungsprojekte zur Bekämpfung des Antisemitismus streicht.

Die Priensche CDU ist es, die zusammen mit den Nazis das Gedenken an die jüdischen NS-Opfer sabotiert.

[….] Stadträte von AfD und CDU wollen die Verlegung sogenannter Stolpersteine in Heidenau im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Zukunft ablehnen. In einem fraktionsübergreifenden Beschlussantrag gemeinsam mit dem »Bündnis Oberelbe für mehr Demokratie« (BOD) fordern Vertreter der beiden Parteien, Stolpersteine »im öffentlichen Straßen- und Gehwegbereich« künftig abzulehnen. [….] Viele Bürger, Angehörige und Initiativen würden diese Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus als »nicht angemessen« empfinden, heißt es weiter. [….] Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) äußert sich in einem offenen Brief  entsetzt über den Antrag und fordert die Stadträte der CDU auf, ihre Beteiligung zurückzuziehen. »Die geplante Einrichtung eines unspezifischen Gedenkortes auf dem Friedhof birgt die Gefahr, Erinnerung räumlich auszulagern und so aus der alltäglichen öffentlichen Wahrnehmung zu verbannen.«

Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova, warnte in der »taz«, dass ein solcher zentraler Gedenkort nicht dem Erinnern diene, sondern dem Vergessen. [….] Die Geschäftsführerin der Stiftung, Katja Demnig, reagierte laut »Sächsischer Zeitung«  fassungslos auf den Vorstoß aus Heidenau. Es sei wichtig, dass im öffentlichen Stadtbild an die Menschen erinnert werde, die dort »gelacht, gewirkt und gelebt« hätten und deren normales Leben dort auf einen Schlag beendet worden sei. Ein Gedenken auf einem Friedhof am Stadtrand hält sie für ein »absolutes No-Go«.  […..]

(SPON, 24.09.2026)

Schämen Sie sich, Prien!

Wer im Sinne der Juden in Berlin denkt und den Antisemitismus bekämpfen will, muss die CDU von der Regierungsbank schubsen und auf RotRotGrün setzen.

Mittwoch, 23. September 2026

Schummeln oder Schande

Die Midterms, also die US-Kongresswahlen genau zwei Jahre nach einer Präsidentenwahl, sind fast immer ein riesiges Problem für den Amtsinhaber, weil die Enttäuschten ihrem Ärger Luft machen, aber aufgrund der traditionell niedrigeren Wahlbeteiligung, die Fans des Präsidenten zu Hause bleiben.

Deswegen hielt ich es auch immer für den Kardinalfehler Barack Obamas, in seinen ersten beiden Amtsjahren so sehr auf Konsens zu setzen. Es schien, als wolle er alles versuchen, um die von der Wahl eines schwarzen US-Präsidenten mit exotischem Namen geschockten Republikanern, zu überzeugen, nicht der Antichrist zu sein. Er warb um sie, versuchte Gräben zuzuschütten, wollte die politische Spaltung Washingtons überwinden. Um der gemeinsamen Sache Willen, solle man an einem Strang ziehen.

Um starke „bipartisan“ Zeichen zu setzen, berief er mit Veteranenminister Robert A. McDonald, Verkehrsminister Ray LaHood, sowie den Verteidigungsministern Robert

Gates und Chuck Hagel sogar vier Republikaner in sein demokratisches Kabinett.

Um seine Kompromissbereitschaft zu demonstrieren, schonte er die GOP, indem er für seine wichtigsten Vorhaben nicht die im November 2008 gewählte überwältigende demokratische Kongressmehrheit – 59% im House, 60% im Senat – nutzte.

Aber natürlich erreichte er damit bei den Konservativen gar nichts. Obamas Kompromiss-Signale wurden als Schwäche gewertet und gnadenlos ausgenutzt.

Nach zwei Jahren verloren die Demokraten bei den Midterms 64 Sitze im House und gleich sieben US-Senatoren. Nun hatten die Republikaner in einer Kammer die Möglichkeit zur Totalblockade und nutzen diese reichlich. 

Auch Donald Trump erlebte zwei Jahre, nachdem er 2016 mit knapp drei Millionen Stimmen WENIGER als Hillary Clinton zum US-Präsidenten gewählt wurde, bei seinen ersten Midterms ein Desaster.

Die Demokraten bekamen 10 Millionen Stimmen mehr, gewannen 41 Sitze im House dazu und damit erstmals nach acht Jahren wieder eine Mehrheit; 235:200 Stimmen.

Bei den Senatswahlen verzerrt das absurde US-Mehrheitswahlrecht die Ergebnisse besonders extrem: Die Demokraten erhielten 18 Millionen Stimmen mehr, lagen sagenhafte 20% vor den Republikanern, die damit sogar ihre Mehrheit von 53% auf 55% ausbauen konnten.

In sechs Wochen finden Trumps zweite Midterms statt. Diesmal könnte es noch deutlich übler für ihn ausgehen, als 2018, weil das Volk höchst unzufrieden mit der Wirtschaft ist. Enorme Preissteigerungen und Rekord-Dieselpreise treffen seine Kernwählerschaft besonders hart: Trucker, Farmer, Ungebildete, Bluecollar-Worker, Niedrigverdiener.

Selbst für die Dümmsten wird offenkundig, was Trumps vollmundige Versprechen – Preissenkungen an Tag Eins seiner Präsidentschaft, Ukrainekrieg in 24 Stunden beenden, wert waren; nämlich nichts! 

Die MAGAnomics sind ein totaler Fehlschlag; Krankenkassenbeiträge steigen um bis zu 1.300 Dollar im Monat, die Hypotheken werden teurer, Shopping bei Wal Mart unbezahlbar.

Die Umfragedaten für die GOP sind desaströs.

Seine persönlichen Zustimmungswerte im freien Fall. Das vielleicht größte Alarmzeichen sind dabei die beiden Wählergruppen, die ihm vor zwei Jahren den Wahlsieg bescherten: Unabhängige, die nicht an Kamala Harris‘ Wirtschaftskompetenz glaubten und Latinos.

Aber sie wenden sich nun massiv ab.

All das spricht natürlich für einen demokratischen Erdrutschsieg; eine perfect blue wave, bei der die Mehrheit in beiden Kongresskammern zurück geholt wird.

Aber die Republikaner sind vorbereitet. Das Wahlsystem bevorteilt sie ohnehin extrem. Rechnerisch können sie bis zu ZEHN PROZENTPUNKTE hinten liegen und dennoch die Wahlen gewinnen.

 Gerrymandering und votersuppression machen es möglich. Republikanischen Bundestaaten erließen hunderte neue Wahlgesetze, um die Stimmabgabe demokratischer Wähler zu verhindern.

[….] Die Dirty Tricks der Demokratie - Wahlmanipulation in den USA

Seit der Präsidentschaftswahl 2020 wurden in den USA, zumeist von Republikanern, hunderte Gesetzentwürfe eingebracht, die vielen Bürgern das Wählen noch schwerer machen sollen. Die Furcht vor einem Verlust der Demokratie ist groß.

Gestritten wird um Standorte von Wahllokalen, Öffnungszeiten, Ausweispflichten, Möglichkeiten zur Briefwahl. In Georgia ist es künftig sogar eine Straftat, Wählern in einer Warteschlange Wasser zu geben. Experten vom Brennan Center for Justice sprechen von einem "Programm zur Wahlsabotage“.

Zugleich bemühen sich immer mehr Aktivisten vom rechten Rand um Posten in den Wahlämtern. "Dieser Kampf muss gewonnen“, sagt der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon. Man werde sich das Land "Dorf für Dorf zurückholen“.  [….]

(WDR, 2022)

Trump und seine GOP-Jünger werden mit Sicherheit versuchen zu betrügen.

[…] Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist zum ersten Mal seit Beginn ihrer Wahlbeobachtung nicht zu einer US-Bundeswahl eingeladen worden.

Washingtons Entscheidung zu den Midtermwahlen im November sei eine »deutliche Abkehr von einer bewährten demokratischen Praxis« und stehe »nicht im Einklang mit den Verpflichtungen« der OSZE-Teilnehmerstaaten, erklärte die Organisation am Mittwoch.  Seit 2002 waren OSZE-Beobachter eigenen Angaben zufolge bei insgesamt zwölf Wahlen auf US-Bundesebene im Einsatz, darunter sechs Kongresszwischenwahlen. »Ich bedauere die Entscheidung der Vereinigten Staaten zutiefst«, so der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Pere Joan Pons. [….]

(SPON, 23.09.2026)

Mit allen kriminellen Mitteln wird sich der orange Autokrat gegen faire und Wahlen wenden. Die apathischen Amerikaner machen es mit, weil sie die Demokraten auch nicht mögen.

Die Unzufriedenheit mit Trump mag maximal hoch sein, aber da die Amerikaner nie die Kraft fanden, ihn aus dem Amt zu verbannen, hat er nun die Mittel in der Hand, sich erfolgreich gegen eine Abwahl zu sperren.

Samstag, 19. September 2026

Der Erektionskontrolleur

Sie waren vorgewarnt und so hielt die gleichgeschlechtliche Kopulations-App Grindr  bei der  2026 Republican National Convention “Trumpapalooza”, am 09. Und 10. September 2026, diesmal dem Ansturm all der closeted GOPer (Gay Old Party) stand. So gerade eben.

Die Parteitagsregie machte es der Homobumshilfe allerdings zusätzlich schwer, indem sie bei einer Hetz-Collage gegen den liberalen und ultra-erfolgreichen Polit-Blogger Hasan Piker, unter Myriaden öffentlich zugänglichen Fotos das einzige, das ihn in Unterhosen zeigt, herausfischten.

[….] Hasan Piker was shocked to discover his bulge was on display for everyone to see at the Republican National Committee's midterm convention.

A photo of the left-wing political commentator posing in his underwear was shown on a more than 25-foot-tall display screen in front of a convention center full of conservative politicians in Dallas, Texas, on Sept. 9.

Piker reacted to the RNC using his nearly nude selfie on opening day of the convention while watching footage of the event on a livestream.

“Oh my god, what is going on? No, no, no, no, ” the popular influencer said.

"Nooo!" he added while laughing. "They f*cking posted the meat pic! Nooo! Yo! They posted the meat pic at the f*cking Trumpalooza!” [….]

(Ariel Messman-Rucker Sep 10, 2026)

Die chronisch untervögelten GOPer wurden spitz, wie Nachbars Lumpi und begannen kollektiv nach Piker-Nacktbildern zu googeln. 

[….] For many analysts, the Republicans’ attempt to discredit the activist backfired. Jessica Tarlov, a Democratic political strategist, said on the program The Five on conservative Fox News that the moment amounted to ”a bunch of betas standing around looking at a half-naked socialist.” A huge number of internet users did not miss it, either. Google searches for “Hasan Piker shirtless” rose 5,000%.  […..]

(Marita Alonso, 16.09.2026)

Lindsey Graham ist zwar tot, aber er war bei Weitem nicht die einzige Klemmschwester der Republikaner.

(….) Graham war aber beileibe kein Einzelfall. Wöchentlich verstricken sich prominente Republikaner, christliche Anführer und besonders viele MAGAs in schwule und pädophile Skandale.

In einem 80-Minuten Interview mit Luke Beasley sprach Präsidentensohn Hunter Biden das Thema offen an.

[…] The teasing followed Biden’s more pointed recent venture into queer politics. During a July appearance on the “I’ve Had It” podcast, he argued that Washington was controlled in part by a Republican “closetocracy” — closeted politicians who turn their internal conflict into anti-LGBTQ+ vitriol. “Everybody knows there is this closeted gay mafia, largely Republican, that exists in Washington, D.C.,” Biden said, as The Advocate previously reported. He argued that the politicians’ sexualities were relevant because their alleged hypocrisy affected how they wielded power.  [….]

(them, 28.08.2026)

Papst Ratzi sprach von der „Homo-Mafia im Vatikan“. Offenbar gibt es so etwas auch in Trumps GOP; die „Republican closetocracy”, eine leider höchst destruktive und gefährliche Gruppe, deren offenkundig schwule Mitglieder eben nicht so locker wie der (heterosexuelle) Hunter Biden mit dem Thema umgehen, sondern brutale queerfeindliche Politik umsetzen. (….)

(Mächtige rechte Schwule, 31.08.2026)

Natürlich weiß ich nicht, ob der mit seinem „Pfarrer“ zusammenlebende Mike Johnson schwul ist, ob JD Vance erotische Gefühle für Sofas hegt, ob Donald Trump von seiner Ivanka träumt, oder ob der Kriegsminister Hegseth homophilen Gedanken nachgeht.

Aber ganz offensichtlich mag Pete Hegseth keine Frauen, blockiert ihre Beförderung und ist stattdessen geradezu besessen von muskulösen Männerkörpern. Er verlangte gleich am Anfang seiner Amtszeit von den Offizieren, sie müssten schlank sein und sich die Bärte abrasieren.

Im Juli 2026 legte er nach und empfahl, seine Kämpfer mit Testosterontherapien zusätzlich zu bemuskeln.

[…] US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will sicherstellen, dass die Soldaten über "die richtigen Testosteronwerte" verfügen. So könnten sie Bestleistung erbringen. […] Wenn US-Soldaten 30 geworden sind, sollen künftig ihre Testosteronwerte getestet werden. Dies werde im Rahmen einer bereits bestehenden jährlichen Gesundheitsuntersuchung stattfinden, kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem Internet-Video an.

[…] Hegseth begründete die Maßnahme damit, dass der "einzelne Kämpfer" immer der wichtigste taktische Vorteil der USA sein werde. Er sprach von einer "heiligen Pflicht", diesen Vorteil zu bewahren. Deshalb müsse man ständig nach neuen Wegen suchen, um die Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheit der Soldaten zu optimieren, folgerte Hegseth.  [….]

(Deutsche Welle, 16.07.2026)

Von pummeligen oder sonstigen nach seinem Geschmack unsexy Soldaten will Trumps Krieger verschont bleiben. Die dürfen ihm noch nicht einmal unter die Augen kommen.

[….] Schmale Taille ist Pflicht: Pentagon will offenbar nur »makellose« Soldaten bei anstehender Rede von Pete Hegseth[…] Für jene Soldaten, die an der »State of the Force«-Rede von Verteidigungsminister Pete Hegseth am 30. September teilnehmen, hat das Pentagon offenbar genaue Vorstellungen. Laut einem Bericht des »Wall Street Journal«  wies das US-Verteidigungsministerium seine Kommandeure an, Soldaten nur unter bestimmten Voraussetzungen für die Teilnahme an der Rede zu nominieren.

Die Veranstaltung am 30. September folgt ein Jahr nach einer ähnlichen Rede, zu der Hegseth die obersten Generäle und Admirale des Landes an einer der größten Basen des US Marine Corps versammelt hatte. Damals polterte er, es dürfe »keine bärtigen Typen« oder »dicken Generäle« mehr geben. […] In einer am Dienstag an Kommandeure der Armee gesendeten E-Mail, die der Tageszeitung vorliegt, sucht das Pentagon nach Soldaten, die bestimmte »körperliche Anforderungen« erfüllen. Sie müssten etwa dem von der Armee festgelegten Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße entsprechen, die Fitnesstests der Armee bestehen und eine »makellose« äußere Erscheinung sowie »einwandfreie Pflege- und Uniformstandards (ohne Ausnahme)« aufweisen.

Ferner würden einige Kandidaten ausgewählt, die die Gelegenheit erhalten, gemeinsam mit dem 46-jährigen Verteidigungsminister zu trainieren. Diese müssten über eine »nachgewiesene Führungsqualität und professionelle Persönlichkeit« verfügen. […]

(SPON, 16.09.2026)

Das Aussehen seiner Soldaten – jung, schlank, muskulös, bartlos, fit – zu optimieren, reicht dem Chef-GOPer aber immer noch nicht.

In einer neuen Richtline befasst sich das Pentagon nun mit der Libido und Erektionsfähigkeit der US-Soldaten. Ja, ich weiß, nach all den Jahren, meint man immer noch, solche Meldungen müssten Satire-Redaktionen entspringen. Aber es ist die Trump-Realität.

Der Kampf gegen schlaffe Penisse wird zur echten Obsession des US-Kriegsministers.

[….] The initiative, first announced in a July memo by Defense Secretary Pete Hegseth, is part of the agency’s Warfighter Performance Optimization program, which Hegseth announced in May.

On Sept. 3, the Pentagon temporarily rescinded its published clinical guidance for a new, mandatory testosterone-deficiency screening policy, with an official telling Reuters, [….] According to the new document’s executive summary, symptoms of low testosterone include “reduced libido, loss of spontaneous morning erections, erectile dysfunction, diminished energy and physical performance, impaired concentration, reduced muscle mass, and depressed mood.”  [….]

(Air Force Times, 18.09.2026)

Das Wahlrecht für Frauen hält Hegseth für verzichtbar, lieber kümmert er sich um die Morgen-Erektionen seiner Krieger.

[….] The Pentagon has released new guidance requiring male troops 30 and older to be screened for low testosterone, including questions about libido, erectile dysfunction and “loss of spontaneous morning erections.”  […]

(Meidas Toch 19.09.2026)

Unverständlicherweise scheint der US Penisminister trotz seiner vorbildlichen Themensetzung irgendwie ein bißchen unbeliebt zu sein.

Sorgen in Austin

Texas ist so amerikanisch, daß es immer wieder ernsthafte separatistische Bestrebungen gibt, da den Texanern der Rest der USA zu liberal, zu woke; eben zu unamerikanisch wird.

Man sagt nicht nur „alles in Texas ist größer“, sondern der Staat selbst ist riesig.

Der Lone Star State ist flächenmäßig mit knapp 700.000 km2 (doppelt so groß wie Deutschland) die Nummer Zwei nach Alaska. Ebenfalls an Nummer Zwei (hinter Kalifornien mit 40 Millionen Einwohner) rangiert man mit 29 Millionen Texanern hinsichtlich der Bevölkerungszahl.

Einen weiteren zweiten Platz erreicht Texas mit 2,7 Billionen Dollar BIP bei der Wirtschaftskraft und spielt damit in etwa in der Liga Frankreich.

Beim BIP/Kopf reicht es noch zum guten Mittelfeld, in der Lebenserwartung nur noch zu Platz 32/50.

Bemerkenswert ist die fast 100 Jahre alte Entscheidung, sich von den anderen US-Stromnetzen zu trennen und ein autarkes texanisches Netz zu unterhalten, so daß bei Stromengpässen der notorisch maroden Südstaaten-Netzen keine Hilfen der anderen Bundesstaaten möglich sind.

Insbesondere ist Texas aber eine politische Größe für die Trumpublikaner. 270 Stimmen beträgt die magische Anzahl, die ein Kandidat im „electoral college“ erreichen muss, um US-Präsident zu werden. Allein 40 „the winner takes it all“-Stimmen hat Texas zu vergeben. Das letzte mal demokratisch wählten die Texaner im Jahr 1976 für Jimmy Carter; im folgenden halben Jahrhundert gewann immer der GOP-Kandidat: Reagan, Bush, Dole, Bush, McCain, Romney, Trump, Trump, Trump. Seit 1995 wurden immer republikanische Gouverneure gewählt. 

Der letzte nicht republikanisch US-Senator aus Texas war im Jahr 1993 der nur wenige Monate amtierende Bob Krueger.

Und so stellte Texas für die letzten GOP-Männer GWB und Taco immer eine sichere Bank dar.

Ein erster Schock für die Republikaner ereignete sich 2018, als der liberale Demokrat Beto O’Rourke gegen Ted Cruz bei dem Kampf um den US-Senatoren-Posten auf 48,3% zu 50,9% heran kram. Beto O’Rourke versuchte dann 2022  Texanischer Gouverneur zu werden; unterlag aber mit 43,8%. 2024 gewann der hochumstrittene korrupte Lügner Cruz gegen Colin Allred erneut mit 53%.

Aber es ziehen zunehmend jüngere urbane Menschen aus reichen blue states wie Kalifornien, wegen der niedrigeren Lebensunterhaltungskosten nach Texas. Außerdem entstehen viele Job ist in der Solarkraft- und Windenergiebranche, weil erneuerbare Energien trotz der Fossilbeschwörungen der rechtsextremen texanischen Politiker enorm wachen, da das alte Stromnetz marode ist, die Sonne sehr viel scheint und sich mit regenerativen Energien mehr Geld verdienen lässt.

Ganz langsam verändert sich Texas vom solid red state in Richtung violett.

Die ständigen Mass-shootings, die Kriege, die Homophobie, die Korruption, die massakrierten Schulkinder, die notorische Pädosexualität der texanischen GOPer stören die Bewohner des Lone Star States nicht.  Aber die explodierenden Benzin- und Lebensmittelpreise stoßen sauer auf, so daß Donald Trump mittlerweile selbst in Texas unbeliebt ist.

[….] Trump's approval rating is net negative in Texas, according to pollster calculations. Though Trump is not on the ballot, midterms are usually seen as a referendum on the presidency.

Morning Consult rolls up its poll results over a three-month period to calculate the state approval rating. Surveys conducted April 1-June 30 found 45% of registered voters in Texas approve of Trump's job performance, compared to 52% who disapprove.

The Economist uses weekly YouGov polls to make projections of the state-level approval ratings. In Texas, Trump is also in the red by a margin of 22 percentage points, according to The Economist.

Trump's average approval rating nationally sits at 38% approval and 59% disapproval as of Aug. 27, according to the New York Times polling aggregator.  [….]

(USA Today 27.08.2026)

Was jahrelang unvorstellbar war, könnte am 03.11.2026 eintreten; daß nämlich der junge fromme frische Demokrat James Tallarico gegen den skandalumwitterten GOP-Amtsinhaber und Trumpisten Ken Paxton gewinnen könnte.

[….]  Im TV gestrichenes Interview von Jimmy Kimmel erreicht zehn Millionen YouTube-Aufrufe

Jimmy Kimmel erhob schwere Vorwürfe gegen die US-Medienaufsicht, weil sein Interview mit dem Demokraten James Talarico nicht im Fernsehen ausgespielt wurde. Im Internet interessierte der Clip jedoch enorm.

Wer Unliebsames unterdrückt, macht es manchmal umso bekannter: Nach angeblichen Drohu
ngen der US-Medienaufsicht Federal Communications Commission (FCC) hatte US-Moderator Jimmy Kimmel das Interview mit dem Senatskandidaten der Demokraten in Texas, James Talarico, aus seiner TV-Show gestrichen – und bei YouTube veröffentlicht. Mehr als zehn Millionen Mal wurde das 21-minütige Gespräch seither dort aufgerufen, deutlich häufiger als andere Clips aus der jüngsten Zeit, wie etwa das Interview mit dem Schauspieler Andrew Garfield (1,1 Millionen Aufrufe).
[….]

(SPON, 15.09.2026)

Auch der ultrarechtsradikale langjährige Texanische Gouverneur Greg Abbott muss um sein Amt fürchten.

[….] Republikanische Hochburg wackelt: Hinojosa führt erstmals in Umfrage gegen Gouverneur Abbott

Texas-Gouverneur Abbott gerät unter Druck: Neue Umfragen zeigen die Demokratin Hinojosa im Aufwind – und ein Rennen, das enger wird als je zuvor.

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sieht sich laut zwei neuen Umfragen zum Gouverneursrennen, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, einer zunehmend hart umkämpften Herausforderung durch die demokratische Abgeordnete des Bundesstaatsparlaments Gina Hinojosa gegenüber. Texas galt lange als republikanische Hochburg, scheint jedoch bei den diesjährigen Zwischenwahlen zu einem stärker umkämpften Staat zu werden.

Demokraten hoffen, dass die sinkenden Zustimmungswerte von Präsident Donald Trump ihnen ermöglichen könnten, das politische Schlachtfeld im November zu erweitern. Texas unterstützte Trump 2024 zwar noch mit einem Vorsprung von 14 Punkten und hat seit den 1990er-Jahren keinen Demokraten mehr in ein landesweites Amt gewählt, doch die Dynamik verschiebt sich langsam.  [….]

(FR, 18.09.2026)

Montag, 31. August 2026

Mächtige rechte Schwule

Es war immer, ist und bleibt verdächtig, wenn heterosexuelle Männer ein geradezu manisches Verhältnis zur Homosexualität haben. Wenn sie hysterisch jede angeblich schwule Schwingung wahrnehmen, ihren Geschlechtsgenossen homophiles Verhalten attestieren und sich über alle Maßen empört, angesichts queerer Sichtbarkeit äußern.

Es reicht ein bißchen Küchenpsychologie, um zu ergründen, welche Ängste und Unsicherheiten zu Grunde liegen, wenn jemand so extrem auf eine Form der Liebe reagiert, die ihn (angeblich) nicht betrifft.

Homophobe „Schwule im Schrank“ verdienen Mitleid, weil ihr heimliches Leben, das ständige Unterdrücken von Gefühlen, die ständige Angst vorm Outing anstrengen.

Wenn aber Homophobie zu Schwulenhass wird, handelt es sich nicht mehr um eine Privatangelegenheit, sondern um eine Grausamkeit, die unsere Gesellschaft bekämpfen muss.

Es gibt keine exakten Zahlen, aber um die 40% der obdachlosen Jugendlichen in den USA sind queer. Ihr Anteil liegt also rund viermal höher, als statistisch zu erwarten wäre. Die Gründe dafür liegen natürlich im christlichen Hass; der Homophobie ihrer Elternhäuser. „Family Values“ sind familienfeindliche Werte, die Eltern nicht nur gegen ihre eigenen Kinder aufhetzen, sondern sie buchstäblich aus dem Haus jagen.

Hier handelt es sich bei der familiären Homophobie um eine Form der Grausamkeit gegen Jugendliche, die natürlich keine Privatsache mehr ist, sondern das Eingreifen des Staates erfordert.

Heimlich schwule Männer engagieren sich traditionell gern in extrem schwulenfeindlichen Vereinen, wie der katholischen Kirche oder den US-Republikanern, weil sich als lautstarker Schwulenhasser am sichersten vor Verdächtigungen und Entdeckung fühlen. Die Laufbahn als katholischer Geistlicher erscheint wegen des Zölibats und der Abwesenheit von Frauen gleich mehrfach attraktiv: Man umgeht die skeptischen Fragen, wieso man nicht in einer heterosexuellen Beziehung lebt, kein Interesse an Frauen zeigt und sich vorzugsweise unter gleichgesinnten Männern in Kleidern aufhält.

Im Vatikan ist die Schwulenquote so hoch, daß ganz selbstverständlich rund um den Petersdom Callboys ein- und ausgehen. Jeder ist an den allgegenwärtigen käuflichen Sex unter Männern gewohnt, jeder toleriert es, solange nur alle öffentlich lügen und niemand laut ausspricht, was jeder weiß.

Unter GOP-Toppolitikern ist es etwas schwieriger, weil „Junggesellen“ wie der jüngst verstorbene mächtige US-Senator Lindsey Grahamständig verdächtigt werden schwul zu sein.


 Immer wieder gingen Fälle von männlichen Sexworkern durch die Medien, die mutmaßlich von Graham angeheuert wurden. Selbstverständlich sind private sexuelle Vorlieben Tabu und es verbietet sich, andere Menschen zu outen.

Aber da gibt es eben diese eine Ausnahme; wenn es sich bei dem gegen seinen Willen Geouteten um eine mächtige Person handelt, die dezidiert schwulenfeindliche Politik macht.

Das war bei Graham ganz klar der Fall, wie das GAP - The GLAAD Accountability Project catalogs anti-LGBTQ rhetoric and discriminatory actions of politicians, commentators, organization heads, religious leaders, and legal figures, who have used their platforms, influence and power to spread misinformation and harm LGBTQ people – auflistet.

Ein mächtiger Mann, der über Jahrzehnte, brutal und unmenschlich gegen andere Queere vorging, hat den Schutz seiner sexuellen Privatsphäre verspielt.

Graham war aber beileibe kein Einzelfall. Wöchentlich verstricken sich prominente Republikaner, christliche Anführer und besonders viele MAGAs in schwule und pädophile Skandale.

In einem 80-Minuten Interview mit Luke Beasley sprach Präsidentensohn Hunter Biden das Thema offen an.

[…] The teasing followed Biden’s more pointed recent venture into queer politics. During a July appearance on the “I’ve Had It” podcast, he argued that Washington was controlled in part by a Republican “closetocracy” — closeted politicians who turn their internal conflict into anti-LGBTQ+ vitriol. “Everybody knows there is this closeted gay mafia, largely Republican, that exists in Washington, D.C.,” Biden said, as The Advocate previously reported. He argued that the politicians’ sexualities were relevant because their alleged hypocrisy affected how they wielded power.  [….]

(them, 28.08.2026)

Papst Ratzi sprach von der „Homo-Mafia im Vatikan“. Offenbar gibt es so etwas auch in Trumps GOP; die „Republican closetocracy”, eine leider höchst destruktive und gefährliche Gruppe, deren offenkundig schwule Mitglieder eben nicht so locker wie der (heterosexuelle) Hunter Biden mit dem Thema umgehen, sondern brutale queerfeindliche Politik umsetzen.

Bei republikanischen Großveranstaltungen bricht regelmäßig die schwule Sexdating-App Grindr wegen Überlastung zusammen, weil all die closeted Gays der radikal homophoben GOP, miteinander rammeln, wie die Karnickel.

[…] Love – or at least a spike of users on the gay dating app Grindr – was reportedly in the Milwaukee air this week while the Republican National Convention was in town.

Over 1,000 users reported a Grindr outage in the Milwaukee area around 4 p.m. on Tuesday, according to Downdetector, a website that collects online service status information.

The Grindr app also allegedly experienced problems in the Cream City on Thursday— the fourth and final day of the RNC — as well as in Chicago, Los Angeles, and New York. However, Grindr's official status updates show there hasn't been an outage since May.  […]

(Newsweek, 19.07.2024)

Mike Johnson, der nach Trump und Vance drittmächtigste Mann der USA, scheint eine Schlüsselfigur zu sein und fällt mit besonders radikalem öffentlichen Schwulenhass auf – so wie einst Mike Pence.

[….] Speaker of the House Mike Johnson’s homophobic and transphobic views can’t be overstated. He backed a measure barring transgender people from using bathrooms aligned with their gender identity in the U.S. Capitol; he has supported criminalizing gay sex, was an attorney for the far-right Alliance Defending Freedom, defended “gay conversion therapy” organizations like Exodus International; and the Human Rights Campaign dubbed him the “most anti-equality” speaker in U.S. history. Even Meghan McCain called the Trump ally a “raging homophobe.”

But his anti-LGBTQ+ beliefs and Johnson’s more than 25-year marriage to a woman, with whom he shares four children, haven’t stopped years of gay rumors from spreading about the vocal MAGA supporter.

The search term “Mike Johnson Grindr” started trending in 2025 when an anonymous man went viral on TikTok after making unsubstantiated claims that he had proof Johnson had a private Grindr profile and threatening to make it public unless the Trump administration released the Jeffrey Epstein files. No such evidence was produced. More rumors spread when Johnson admitted that he and his son monitor each other’s porn habits.  […]

(Advocate, 20.08.2026)

Der Mann ist absolut besessen von seinem Hass auf Schwule. Offiziell ist Mike Johnson natürlich weiterhin mit seiner Frau verheiratet, aber tatsächlich lebt der fromme Schwulenhasser mit „seinem Pastor“ in einem Washingtoner Townhouse.