Posts mit dem Label Obama werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Obama werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 11. Oktober 2026

Die barbarischen Staaten von Amerika.

Mein Vater war US-Amerikaner, ich habe die US-amerikanische Staatsbürgerschaft (und werde sie leider auch nicht los), aber an das Leben in New York erinnere ich mich so gut wie gar nicht mehr, weil ich noch so jung war, als meine Familie nach Deutschland übersiedelte.

Unser Hausarzt machte sich Sorgen, um meine sprachliche Entwicklung. Bilingualität könne Kindergehirne schaden, man solle darauf achten, nur noch deutsch mit mir zu sprechen. Unglaublich, aber das war damals offenkundig der Wissensstand der Medizin. Für meine Eltern war es gar nicht leicht, weil mein Vater damals kein einziges Wort deutsch sprach und sich meine Eltern untereinander bis zu ihrem Tod nur auf Englisch unterhielten. Nach meiner Erinnerung fühlte ich mich nicht wie ein Ausländerkind, obschon ich durchaus einige englische Begriffe verwendete, von denen ich aber teilweise erst mit 10, 15, oder 20 Jahren Verzögerung begriff, daß es dafür andere deutsche Worte gibt, als die von mir Verwendeten. It is „Grown Ups Hour“ war das Signal für uns Kinder ins Bett zu gehen, „Tesa“ hieß bei uns „Scotch Tape“. „Ice Box“ wurde „Iceschrank“ und so weiter.

Am meisten prägte mich aber die immerwährende Sehnsucht meiner Mutter nach Amerika. Sie war einst aus voller Überzeugung aus dem kleinen, engen, spießigen Deutschland in die USA ausgewandert. In die große weite Welt. In unserer Wohnung, am Auto prangten die ikonischen „I Love New York“-Aufkleber bis heute verwende ich das Lawry's Seasoned Salt, das früher jeder, der in die USA flog, in größeren Mengen in seinem Gepäck für uns nach Hamburg bringen musste.

Mein Vater, der gebürtige Amerikaner, fand es aufregend in Europa zu leben. Er flog zwar regelmäßig in die USA, sagte aber immer demonstrativ „schön, wieder zu Hause zu sein“, wenn man ihn am Hamburger Flughafen in Empfang nahm. Meine Mutter hingegen haderte gemäß der alten „Konvertiten sind die Schlimmsten“-Erkenntnis damit in Deutschland; sie war anders als mein Vater oder ich, keine Amerikanerin durch den bloßen Zufall der Geburt, sondern US-Amerikanerin aus Neigung, obwohl sie nie die Staatsbürgerschaft bekam.

Ich wuchs also mit einem verklärten „in Amerika ist alles besser“-Bild auf und meine Mutter erwartete von mir, als Teenager oder spätestens zum Studieren, ebenfalls in die USA zu gehen. Das hatten meine deutschen Cousins auch alle getan und mir war es durch den US-Pass nun wirklich in die Wiege gelegt.

Aber als ich in das Alter kam, war Ronald Reagan, der global Cowboy, US-Präsident. Mit SDI wollte er den Sternenkrieg entfesseln und läutete die konservative Revolution ein. Meine Schule hatte eine US-Partner-Highschool und alle aus meiner Klasse, die dort waren, berichteten von dem unterirdischen Bildungsniveau. Deutschland sollte mit neuen US-Atomraketen Pershing II übersät werden, ich wurde politisch, ging auf die großen Friedensdemonstrationen und war, wie alle jungen Teenager aufmüpfig, stellte alles in Frage, das meine Mutter vorlebte. Da sie Amerika so liebte, fand ich Amerika natürlich erst Recht scheiße. Die übliche rebellische Phase der Kinder; das wußte sie schon. Aber mit meinem pauschalen „USA = Scheiße“ konnte ich meine Mutter höchst erfolgreich triggern. Nicht nur, weil es das Land traf, das sie so liebte, sondern weil sie zu Recht der Meinung war, ich solle mir das erst mal in Ruhe ansehen, bevor ich urteile. Daher würde sie mich auch finanziell unterstützten, wenn ich dort auf ein College gehen wolle.

Men bedenke, es war die Zeit vor Internet und Klugtelefon, sogar vor dem Kabel-Fernsehen. Über die USA wurde man nur durch Lesen und Reportagen im ZDF und ARD informiert. Von den US-Verwandten kamen Fotos, Briefe und Päckchen. Aber wir sprachen nur sehr selten mit ihnen, weil Ferngespräche astronomisch teuer waren. Richtig kennenlernen konnte man NY nur, indem man dort eine Weile lebte.

Hätte ich das mal getan, denke ich heute. Aber damals war ich viel zu uneinsichtig. Ich konnte nicht zugeben, im Unrecht zu sein und hatte auch wirklich keine Lust dazu.

Spätestens in meinen Twen-Jahren wurde mein Blick differenzierter. Ich begriff, was für eine heterogene Angelegenheit die USA sind, wie ungerechtfertigt es ist, ausgerechnet „die Amis“ über einen Kamm zu scheren. Ich lernte amerikanische Dinge zu schätzen, die sie einfach besser können: Musik, TV. Bis heute ist es undenkbar, daß Deutsche so hochwertige Unterhaltung, wie Sopranos, Breaking Bad, Six Feet Under, House Of Cards, Northern Exposure, Shameless produzieren könnten.

Da meine Mutter und ich längst von den Bäumen heruntergeklettert waren, sprach sie auch mit ehrlicher Empörung über die Gewalttätigkeit in den USA. Die durch Religion und Homeschooling weit verbreitete Verblödung der jungen Amerikaner. Den Waffenwahn, die Amokläufe, die Todesstrafe, die Vorliebe für Cage-Fights, die Akzeptanz von Folter, die geheuchelte Außenpolitik, die militärischen Attacken, auf jede politische Bewegung in der Welt, die einem Reagan oder Bush nicht gefiel.

Wir konnten es einfach nicht fassen, als schließlich, nach einer monatelangen peinlichen internationalen Shitshow, der intellektuelle Al Gore zurückzog und im Januar 2001 der völlig unterbelichtete Depp GWB US-Präsident wurde.

Am 11.September 2001 flogen dann unser aller Herzen der USA zu. Ausgerechnet in unserer Familienheimat, dem von meiner Mutter so heiß geliebten Manhattan. Ausgerechnet in Hamburg hatten einige der Attentäter sich vorbereitet.

Noch erstaunlicher war aber, wie die GWB-Administration es vermochte, in den nächsten anderthalb Jahren die überwältigende internationale Sympathie in ihr Gegenteil zu verkehren. Schließlich geschah das Undenkbare, ausgerechnet die stets so treue Bundesrepublik Deutschland sagte im UN-Sicherheitsrat „Nein“ zu den US-Plänen. Der Kanzler schmiedete Gegenallianzen, der deutsche Außenminister schleuderte den Amis sein berühmtes „Excuse me, I am not convinced“ entgegen. Unheard. Alles wußten es: Washington log. Aber Washington setzte sich  - wieder einmal – über das internationale Recht hinweg, griff den an 9/11 völlig unschuldigen Irak an und schaffte genau das tödliche Chaos, das jeder Experte prognostiziert hatte. Die US-Regierung erfüllte den größten Wunsch der Al Kaida: Es gab weltweit schwere Terrorattacken gegen US-Bürger, das Ansehen Amerikas sank auf den Tiefpunkt.

Der beste Freund meiner Eltern, ein jüdischer schwuler Drehbuchautor in NY, weinte gar in Telefonaten mit meiner Mutter vor Entsetzen über GWB: „What is he doing to our country?“

Das war nun eindeutig eine USA, die noch nicht einmal meine Mutter mehr schönreden konnte.

Meine Eltern starben versöhnt mit den USA, in der Obama-Zeit, mit dem endlich die Barbarei, der Rassismus überwunden zu sein schien.

Was für eine Fehleinschätzung, der auch einer der größten deutschen US-Fans aufsaß: SPIEGEL-Korrespondent Marc Pitzke, der vor über 30 Jahren nach New York auswanderte und sich zu einem so renommierten USA-Experten mauserte, daß er auch in US-Nachrichtensendern als Fachmann auftritt. Es war genau umgekehrt; die Wahl Obamas fachte den tödliche antidemokratische Furor und Rassismus der Christen und Konserevativen erst richtig an!

[…] »Ich glaube, wir haben alle einen großen Fehler gemacht, als Obama gewählt wurde. Alle haben gedacht, jetzt ist es eine neue Ära für Amerika, der Rassismus ist zu Ende.« […]  »Amerika hat einen schwarzen Präsidenten gewählt. Das Land ist jetzt versöhnt und genau das Gegenteil ist eingetroffen.«

»Obama im Weißen Haus, das ist natürlich etwas, was es noch nie gegeben hatte und es war das erste Mal, dass die schwarze Community hier in Harlem, aber nicht nur hier, sondern im ganzen Land, sich anerkannt fühlte, sich gesehen fühlten, dass man endlich tatsächlich mit an die Macht kam und nicht immer nur zusehen musste, wie andere die Macht hatten.«

»Die Obama-Jahre waren so eine falsche Idylle. Wir haben alle gedacht, dass wir diese ganze Zeit nach 9/11, diese Zeit der Verbissenheit und dieses falschen Patriotismus hinter uns lassen können. Und Obama hat aber genau das Gegenteil bewirkt. Nicht durch seine Taten und seine Aktionen, sondern einfach durch seine Präsenz und seine Existenz. Denn mit Obama hat sich der rassistische Unterbau von Amerika erst recht vereint. Und dahinter versteckte sich nicht nur politisches, sondern auch soziales und gesellschaftliches Denken. Dass sie sagen, es kann nicht sein, dass dieses Land von einem Schwarzen begeht wird. Und so entwickelt sich dann die Tea Party. Aus der Tea Party entwickelt sich Trump und die MAGA-Bewegung und dann kippt das alles in die andere Richtung zurück und den Salat haben wir heute noch.« [….]

(Marc Pitzke, SPIEGEL-Korrespondent)

Sein Abgesang auf sein Amerika gehört für mich zu den ganz großen journalistischen Stücken des Jahres. Kraftvolle Untergangsprosa.

[…] Selbst New York City, mein Zuhause, ist manchmal nur noch eine Kulisse der Reminiszenzen, zusammengehalten von Tesa und Sekundenkleber. Der Süden der USA wird bald ein unbewohnbarer Backofen sein, der Westen abgebrannt, die Küste untergegangen, doch der Klimawandel, glaubt man der Regierung, sei ein Schwindel. Verschwörungserzählungen sind das neue Dogma, Realität ist Fake News, Chaos regiert.  Leute verschwinden spurlos, verschleppt in Massenlager oder repressive Schurkenstaaten, die dafür bezahlt werden, in geheimen Deals mit der Trump-Regierung. Familien, Karrieren, Hoffnungen werden zunichtegemacht. Kinder hungern, Kranke sterben, Alte dämmern in Armut. Kapitalismus im Endstadium.

Die Ursünden der Nation sind wieder salonfähig. Rassismus, Sexismus, Homophobie, Geldgier, Patriarchat, religiöser Fanatismus. Am meisten leiden Minderheiten, denen man Menschenrechte nimmt, die sie so hart erkämpft haben. Die Barbarei der Politik sickert ins tägliche Leben, ein psychologischer »Trickle-down-Effekt«. Die Wärme, die ich lange spürte, selbst in den kalten Straßen von New York, die Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft, die uns auch und gerade in harten Tagen aneinandergebunden haben, weichen zusehends den Charakterzügen unseres digitalen Egotrips: Bosheit, Grausamkeit, Gewalt.

Und über all dem (und dem Gesetz) thront Donald Trump, Imperator von eigenen Gnaden, umringt von Hofschranzen, Mitläufern und Oligarchen. […]

(Marc Pitzke, 08.10.2026)

Er kann dort nicht mehr bleiben.

Ja, ein hochgefährlicher zerstörerischer, debiler, rassistischer Lügner ist US-Präsident und reißt die Welt in den Abgrund. Aber schlimmer ist das große Versagen aller US-Institutionen und insbesondere der republikanischen Partei, die es nicht fertig bringt, den amerikanischen Sauron aus dem Oval Office zu zerren.

Das hässliche Amerika, die gewalttätige Nation ging mit dem Trumpismus in eine echte Barbarei über. Zivilisatorische Errungenschaften werden geschleift, Humanismus abgeschafft.

Trump verbündet sich offen mit dem Kriegsverbrecher Wladimir Putin.

Trump wettert gegen die von Putin angegriffenen und ermordeten Menschen.

Trumpmerica betrachtet das internationale Recht als Feind.

[….] Weitreichende US-Sanktionen Das Weltstrafgericht steht jetzt auf derselben US-Liste wie das Sinaloa-Kartell

Die USA verschärfen ihre Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof. Betroffen sollen künftig auch Unternehmen sein, die Geschäftsbeziehungen mit dem Gericht in Den Haag haben. Droht der Institution das Aus?  [….]

(SPON, 10.10.2026)

Die USA sind die Nation des Bestialismus.

[…] Unter Trump begeben die USA sich auf das Niveau des IS[…] Der Präsident und sein Verteidigungsminister wollen die Erschießung eines Mörders per Livestream übertragen. Sie bestehen also darauf, ihr Land weiter zu verrohen. […] Am 19. August 2014 verbreitete der Islamische Staat ein Video, es war nur dreißig Sekunden lang und etwas verwackelt. Zu sehen war der US-Journalist James Foley, kniend. Dahinter zwei maskierte Männer, einer hielt einen Säbel. Der Henker holte aus, schlug zu. Die Welt war entsetzt. Später sperrten große Plattformen die Kanäle des IS, um die Verbreitung solch barbarischer Propaganda-Videos zu unterbinden. […] Nun wollen die USA selber ein derartiges Video produzieren. Und sie gehen sogar noch weiter: Die ganze Welt soll am 3. Dezember per Livestream verfolgen können, wie Nidal Hasan von einem Erschießungskommando getötet wird. […]  

 


Öffentliche Hinrichtungen sind aus Ländern wie Iran oder Saudi-Arabien bekannt - aus Ländern mit einem ohnehin archaischen Rechtsverständnis. In den Verfassungen moderner demokratischer Staaten ist die Menschenwürde als unantastbar verankert - eine Idee, die mit einem Hinrichtungsspektakel nicht zu vereinbaren ist. In den USA verspricht der 8. Zusatzartikel der Verfassung  eigentlich Schutz vor „grausamen und ungewöhnlichen Bestrafungen“.  Das hält Verteidigungsminister Pete Hegseth nicht von seinem Vorhaben ab. Ihm gefällt das Außergewöhnliche und Brutale. „Das haben wir seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gemacht“, sagt er stolz, und Donald Trump spricht von „endgültiger Gerechtigkeit“. Mit Gerechtigkeit aber hat die Inszenierung einer Hinrichtung als Spektakel nichts zu tun. Wer einen Menschen im Augenblick seines Todes zur Schau stellt, will vor allem eines: seine eigene Grausamkeit demonstrieren. Das war beim IS nicht anders. […] Außenminister Marco Rubio sagte vor kurzem, die nationalen Interessen der USA bildeten die Grenze des Völkerrechts, diese gingen immer vor. Trumps Gönner Elon Musk bezeichnet Empathie als „Schwäche der westlichen Zivilisation“. […]

(Charlotte Walser, 10.10.2026)

Mittwoch, 23. September 2026

Schummeln oder Schande

Die Midterms, also die US-Kongresswahlen genau zwei Jahre nach einer Präsidentenwahl, sind fast immer ein riesiges Problem für den Amtsinhaber, weil die Enttäuschten ihrem Ärger Luft machen, aber aufgrund der traditionell niedrigeren Wahlbeteiligung, die Fans des Präsidenten zu Hause bleiben.

Deswegen hielt ich es auch immer für den Kardinalfehler Barack Obamas, in seinen ersten beiden Amtsjahren so sehr auf Konsens zu setzen. Es schien, als wolle er alles versuchen, um die von der Wahl eines schwarzen US-Präsidenten mit exotischem Namen geschockten Republikanern, zu überzeugen, nicht der Antichrist zu sein. Er warb um sie, versuchte Gräben zuzuschütten, wollte die politische Spaltung Washingtons überwinden. Um der gemeinsamen Sache Willen, solle man an einem Strang ziehen.

Um starke „bipartisan“ Zeichen zu setzen, berief er mit Veteranenminister Robert A. McDonald, Verkehrsminister Ray LaHood, sowie den Verteidigungsministern Robert

Gates und Chuck Hagel sogar vier Republikaner in sein demokratisches Kabinett.

Um seine Kompromissbereitschaft zu demonstrieren, schonte er die GOP, indem er für seine wichtigsten Vorhaben nicht die im November 2008 gewählte überwältigende demokratische Kongressmehrheit – 59% im House, 60% im Senat – nutzte.

Aber natürlich erreichte er damit bei den Konservativen gar nichts. Obamas Kompromiss-Signale wurden als Schwäche gewertet und gnadenlos ausgenutzt.

Nach zwei Jahren verloren die Demokraten bei den Midterms 64 Sitze im House und gleich sieben US-Senatoren. Nun hatten die Republikaner in einer Kammer die Möglichkeit zur Totalblockade und nutzen diese reichlich. 

Auch Donald Trump erlebte zwei Jahre, nachdem er 2016 mit knapp drei Millionen Stimmen WENIGER als Hillary Clinton zum US-Präsidenten gewählt wurde, bei seinen ersten Midterms ein Desaster.

Die Demokraten bekamen 10 Millionen Stimmen mehr, gewannen 41 Sitze im House dazu und damit erstmals nach acht Jahren wieder eine Mehrheit; 235:200 Stimmen.

Bei den Senatswahlen verzerrt das absurde US-Mehrheitswahlrecht die Ergebnisse besonders extrem: Die Demokraten erhielten 18 Millionen Stimmen mehr, lagen sagenhafte 20% vor den Republikanern, die damit sogar ihre Mehrheit von 53% auf 55% ausbauen konnten.

In sechs Wochen finden Trumps zweite Midterms statt. Diesmal könnte es noch deutlich übler für ihn ausgehen, als 2018, weil das Volk höchst unzufrieden mit der Wirtschaft ist. Enorme Preissteigerungen und Rekord-Dieselpreise treffen seine Kernwählerschaft besonders hart: Trucker, Farmer, Ungebildete, Bluecollar-Worker, Niedrigverdiener.

Selbst für die Dümmsten wird offenkundig, was Trumps vollmundige Versprechen – Preissenkungen an Tag Eins seiner Präsidentschaft, Ukrainekrieg in 24 Stunden beenden, wert waren; nämlich nichts! 

Die MAGAnomics sind ein totaler Fehlschlag; Krankenkassenbeiträge steigen um bis zu 1.300 Dollar im Monat, die Hypotheken werden teurer, Shopping bei Wal Mart unbezahlbar.

Die Umfragedaten für die GOP sind desaströs.

Seine persönlichen Zustimmungswerte im freien Fall. Das vielleicht größte Alarmzeichen sind dabei die beiden Wählergruppen, die ihm vor zwei Jahren den Wahlsieg bescherten: Unabhängige, die nicht an Kamala Harris‘ Wirtschaftskompetenz glaubten und Latinos.

Aber sie wenden sich nun massiv ab.

All das spricht natürlich für einen demokratischen Erdrutschsieg; eine perfect blue wave, bei der die Mehrheit in beiden Kongresskammern zurück geholt wird.

Aber die Republikaner sind vorbereitet. Das Wahlsystem bevorteilt sie ohnehin extrem. Rechnerisch können sie bis zu ZEHN PROZENTPUNKTE hinten liegen und dennoch die Wahlen gewinnen.

 Gerrymandering und votersuppression machen es möglich. Republikanischen Bundestaaten erließen hunderte neue Wahlgesetze, um die Stimmabgabe demokratischer Wähler zu verhindern.

[….] Die Dirty Tricks der Demokratie - Wahlmanipulation in den USA

Seit der Präsidentschaftswahl 2020 wurden in den USA, zumeist von Republikanern, hunderte Gesetzentwürfe eingebracht, die vielen Bürgern das Wählen noch schwerer machen sollen. Die Furcht vor einem Verlust der Demokratie ist groß.

Gestritten wird um Standorte von Wahllokalen, Öffnungszeiten, Ausweispflichten, Möglichkeiten zur Briefwahl. In Georgia ist es künftig sogar eine Straftat, Wählern in einer Warteschlange Wasser zu geben. Experten vom Brennan Center for Justice sprechen von einem "Programm zur Wahlsabotage“.

Zugleich bemühen sich immer mehr Aktivisten vom rechten Rand um Posten in den Wahlämtern. "Dieser Kampf muss gewonnen“, sagt der ehemalige Trump-Berater Steve Bannon. Man werde sich das Land "Dorf für Dorf zurückholen“.  [….]

(WDR, 2022)

Trump und seine GOP-Jünger werden mit Sicherheit versuchen zu betrügen.

[…] Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist zum ersten Mal seit Beginn ihrer Wahlbeobachtung nicht zu einer US-Bundeswahl eingeladen worden.

Washingtons Entscheidung zu den Midtermwahlen im November sei eine »deutliche Abkehr von einer bewährten demokratischen Praxis« und stehe »nicht im Einklang mit den Verpflichtungen« der OSZE-Teilnehmerstaaten, erklärte die Organisation am Mittwoch.  Seit 2002 waren OSZE-Beobachter eigenen Angaben zufolge bei insgesamt zwölf Wahlen auf US-Bundesebene im Einsatz, darunter sechs Kongresszwischenwahlen. »Ich bedauere die Entscheidung der Vereinigten Staaten zutiefst«, so der Präsident der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, Pere Joan Pons. [….]

(SPON, 23.09.2026)

Mit allen kriminellen Mitteln wird sich der orange Autokrat gegen faire und Wahlen wenden. Die apathischen Amerikaner machen es mit, weil sie die Demokraten auch nicht mögen.

Die Unzufriedenheit mit Trump mag maximal hoch sein, aber da die Amerikaner nie die Kraft fanden, ihn aus dem Amt zu verbannen, hat er nun die Mittel in der Hand, sich erfolgreich gegen eine Abwahl zu sperren.

Samstag, 29. August 2026

Wie sich der Blick auf Trump veränderte.

Das gehört zu den Dingen, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann: Vor elf Jahren, als sich Donald Trump um die GOP-Präsidentschaftskandidatur bewarb, hielt man dieses Ansinnen für einen PR-Stunt. 

Der notorische Pleitier und Frauenheld suchte offenbar nach medialer Aufmerksamkeit, um seine Marke „Trump“ noch bekannter zu machen. Er würde aber schnell die Lust verlieren und ohnehin, ob der offensichtlichen Chancenlosigkeit, bald aus dem Vorwahlprozess ausscheiden. Was hatte der pöbelnde Rüpel bar jedes politischen Wissens, schon einem Vollprofi wie Jeb Bush, aus der Doppelpräsidenten-Dynastie, entgegenzusetzen?

Nahezu täglich produzierte er so ungeheuerliche Lügen, Vulgaritäten und Attacken weit unter der Gürtellinie, daß er nun aber wirklich aus dem Rennen ausscheiden müsse. Andere, wie zB John Edwards, hatten schon für viel kleinere Affären ihre Karriere endgültig beenden müssen.

Aber es gab auf der politischen Bühne auch noch nie einen Menschen, der dermaßen selbstverliebt und gleichzeitig so völlig schamlos war. Er blieb einfach und faszinierte durch dieses ostentative Ignorieren aller politischen Gepflogenheiten, immer mehr primitive US-Amerikaner. Nachdem der Favorit Jeb Bush aus dem Rennen ausgeschieden war, erschien seine offizielle Nominierung erstmals möglich. 

  

Ich diskutierte damals mit meine US-amerikanischen Verwandten/Freunden, ob wir Trump oder Cruz mehr hassen, wer beim Wahlvolk unbeliebter wäre und ob der Texaner oder der New Yorker als Präsident gefährlicher wäre.

Damals fürchtete ich mich mehr vor Ted Cruz, hielt ihn für gemeiner, weil er intelligenter als Trump ist.

Potus Trump würde, ähnlich wie GWB, gar nicht so recht verstehen, was vor sich geht, viel urlauben und golfen und als Kasper zu PR-Terminen erscheinen, während die USA eigentlich von den Routiniers des republikanischen Establishments regiert werden würde. Und das müsse gar nicht schlecht sein, betonten konservative Analysten.

Und dann kam der Tag, als der unwahrscheinliche Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl von 2016 satte 2,5 Millionen Stimmen weniger als Hillary Clinton bekam und damit die Wahl gewann.

Trump trat sein Amt genauso unvorbereitet an, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump benahm sich genauso schlecht, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump war genauso dumm, wie wir alle es erwartet hatten.

Unerwartet war aber das Ausmaß seiner Gefährlichkeit.

Unerwartet war die Instabilität der politischen Institutionen der USA.

Unerwartet war, wie es Trump trotz einer unendliche Kette politischer Peinlichkeiten gelang, auch die selbstbewußtesten Alphamänner der Partei auf Linie zu bringen. 

Die US-Senatoren Rubio, Vance, Graham, Cruz, die sich alle selbst für Präsidentenmaterial halten/hielten und Trump extrem scharf attackiert hatten, krochen schließlich alle in seiner toxischen Flatulenz-Wolke umher und können gar nicht mehr damit aufhören seinen Hintern zu küssen.

Und genauso verbalisiert es Trump hochzufrieden auch öffentlich: They all kiss my ass.

In den folgenden zehn Jahren arbeitete ich mich täglich an Trump ab, überzog ihn mit allen Verwünschungen und Beschimpfungen, die mir verbal zur Verfügung stehen. Unterdessen wurde der gewindelte Geront kontinuierlich immer gefährlicher, vermochte es sogar, in den vier Jahren nach seiner verlorenen Wahl 2020 immer toxischer zu werden, der US-Demokratie immer mehr Schaden zuzufügen.

Spätestens nach dem 20.Januar 2025 dürfte klar sein, daß wir mit Donald Trump den toxischsten Parasiten der menschlichen Zivilisation erleben. Er zerstört alles: Demokratie, Frieden, die Weltgesundheit, das Klima, die Nato, die internationalen Institutionen, das Verhältnis zu den US-Alliierten, das Bildungssystem, die US-Army, ja sogar die Gebäude, Denkmäler, Naturschutzparks bis hin zum Weißen Haus, dessen gesamter Ostflügel niedergerissen wurde.

Mit vier Aspekten kann man Trumps destruktives Verhalten erklären:
Dummheit, Bösartigkeit, Psychose, Senilität.

Auf ihn trifft alles zu; in den letzten zehn Jahren stellte sich nur die Frage, wie stark was davon jeweils sein Handeln bestimmt. Und natürlich, wie man ihn stoppen und zur Rechenschaft ziehen könnte. Man hatte Hoffnungen auf die Demokraten, das Parlament, die Presse, die Impeachments, die Justiz und schließlich die Wähler gesetzt. Alle versagten, alle prallten an dem Teflon-Kriminellen ab.

Nach so langer Zeit, möchte ich heute das ewige Analysieren der Trumpschen Bösartigkeit beenden. Es hat keinen Sinn. Seine fanatischen Jünger mögen seine Borniertheit, seinen Egoismus, seine Lügen nicht erkennen. Aber für jeden Menschen bei Verstand, ist es vollkommen offensichtlich, daß Trump mental nicht geeignet ist, US-Präsident zu sein. Er ist nicht nur eine theoretische Gefahr für die USA und die Welt, nein er setzt sein Zerstörungswerk schon lange in der Praxis um. Darüber kann es keine zwei Meinungen mehr geben.

Ich wäre inzwischen sogar möglicherweise bereit, ihm Strafunmündigkeit einzuräumen, weil er geistig einfach zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Statt Prozessen und Knast, tut es auch eine Gummizelle in einem Pflegeheim.

Das ganz große Drama Amerikas und der Welt, ist für mich nicht mehr die Tatsache, daß Trump amtiert, sondern die Schande der Republikanischen Partei, die ihn über ein Impeachment oder Artikel 25 absetzen könnte und es nicht tut, sondern lieber sehenden Auges, die Nation in die Hölle stürzen lässt.

Mittwoch, 22. Juli 2026

Die verblödeten Säufer

Glücklich und stolz präsentierten der US-Präsident und sein Kriegsminister schon im März 2026 die Ergebnisse des von ihnen am 28.02.2026 begonnenen Krieges mit dem Iran:

Ein historischer und überwältigender Sieg, das iranische Militär total zerstört, wir haben jedes Kriegsziel erreicht, der Iran wird auf Jahre nicht mehr in der Lage sein, andere Länder anzugreifen.

Dabei lernt man schon als Teenager im Geschichtsunterricht an so vielen Beispielen, wie schnell und siegesgewiss ein Krieg begonnen wird. Das ist einfach. Ein, zwei kleine Lügen präsentiert und schon geht es los.

Beim Thema „Kriegsbeginn“ blickt die USA auf eine Kette von Lügen zurück.

So geht es immer los; als Erstes stirbt die Wahrheit.
Der „Tonking-Zwischenfall“ (US-Lüge, um den Vietnamkriegseintritt zu rechtfertigen), die „Iraker töten Kuwaitische Babies"-Meldung (US-Lüge, um den Irakkriegseintritt 1991 zu rechtfertigen) und die Massenvernichtungswaffen (US-Lüge, um den Irakkriegseintritt 2003 zu rechtfertigen) lassen grüßen. Erst lügen, um Aktionen zu rechtfertigen und wenn Tatsachen geschaffen worden sind, klammheimlich zurück rudern.

Aber die Schwierigkeiten beginnen erst nach der ersten Siegeswelle. Schon Hitler überrollte heute vor genau 85 Jahren die Sowjetunion so schnell, daß dieses unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ geführte gewaltige Kriegsverbrechen, welches 27 Millionen Tote auf der Seite Stalins forderte, schnell mit einer Siegesparade in Moskau enden sollte. Es kam bekanntlich anders.

Inzwischen wissen wir alle, was asymmetrische Kriegsführung ist, wie brutal effektiv Terror, Guerilla-Taktiken, religiöser Fanatismus oder auch nur ein paar entschlossene Technik-Freaks mit Drohnen und IT-Kenntnissen die größten Armeen aufhalten können.

„Auf dem Papier“ schien die Sache klar zu sein, als Hitler am 22.07.1941 mit über drei Millionen  Soldaten, über 4.000 modernen Panzern und fast 5.000 Flugzeugen gegen die marode Rote Armee mit ihren rostigen Geschützen losrollte.

„Auf dem Papier“ musste die unendlich überlegene US-Army gegen Vietnam, gegen Korea, gegen den Irak 1991, gegen Afghanistan 2001, gegen den Irak 2003 überwältigend siegen.

„Auf dem Papier“ musste die Rote Armee 1979 das steinzeitliche Afghanistan schnell niederwalzen.

„Auf dem Papier“ sollte Putin die Ukraine 2022 in wenigen Wochen unterjocht haben.

Man kommt so schnell rein und so langsam wieder raus.

Eigentlich weiß man das. Deswegen haben die US-Administrationen Clinton, Obama und Biden sich auch immer klar Netanjahus Forderungen nach einem Irankrieg widersetzt. Sie alle wußten um die Gefahr, die von Teheran ausging. Sie alle hätten liebend gern das Mullah-Regime beseitigt, um den Nahen Osten zu stabilisieren und die Unterdrückung des iranischen Volks zu beenden.

Aber jeder, der nicht total bekloppt ist, kennt ein paar Grunddaten zum Iran:
Fast fünfmal so groß wie Deutschland, 90 Millionen Einwohner, militärisch alptraumhafte Topographie, Millionen bis an die Zähne bewaffnete Revolutionsgardisten und eine geostrategische Lage, die prädestiniert dazu ist, Chaos zu stiften und den US-Verbündeten zu schaden.

Es mussten schon ein extrem dummer US-Präsident und ein völlig debiler Kriegsminister kommen, um dennoch den Iran anzugreifen und sich ernsthaft einzubilden, man könne „die Sache“ allein mit Luftschlägen erledigen, ohne die eigenen Soldaten mit „boots on the ground“ zu gefährden.

Aber das noch debilere US-Volk setzte erneut Trump ins Weiße Haus und damit mittelbar auch Kriegsminister Hegseth und Sicherheitsberater/Außenminister Rubio.

Die drei bringen gemeinsam eine sagenhafte Dummheit auf die Waage. Die kritische Morologie-Masse wird locker übertroffen und so kam es am 28.02.2026 zur Explosion der Idiotie. Und zu den schnellen Siegesmeldungen. Iran sei so verzweifelt, daß der Krieg nun fast vorbei wäre; der Iran bettele um einen Deal. Jetzt aber wirklich! Verkündete Trump inzwischen 40 mal.


Wenn bloß nicht die lästige Realität wäre!

Die Straße von Hormus ist praktisch zu. Die Huthies, Irans Proxies im Süden Arabiens, versuchen die Meerenge ‌Bab al-Mandab, der Zugang zum Roten Meer zu schließen, indem sie Handelsschiffe unter Feuer nehmen.

Es sind absehbar eingesetzte Daumenschrauben. Damit musste man rechnen. Außer, man ist wirklich sehr dumm und borniert.

Das Desaster ist nun da. Der Iran-Krieg läuft weiter. Der Irankrieg nimmt die Weltwirtschaft in Geiselhaft. Der Irankrieg wird insbesondere für Trump zu teuer – politisch, finanziell und ökonomisch.

Der Krieg, der doch im März schon vollständig gewonnen war.


[….] Jetzt stecken die USA im nächsten Endloskrieg [….] Am Dienstag dieser Woche machte Donald Trump unmissverständlich klar, wohin für ihn die Reise geht. Man sei mit dem Iran "noch lange nicht fertig", sagte der US-Präsident vor Reportern im Weißen Haus. Er kündigte an, man werde die Gegend um den unterirdischen Nuklearkomplex am Pickaxe Mountain "sehr, sehr schwerwiegend" angreifen. [….] Wenige Stunden später flogen amerikanische Kampfflugzeuge erneut Angriffe auf Ziele rund um Teheran. Es war die elfte Bombennacht in Folge. Am Mittwoch legte Trump dann nach und drohte explizit damit, künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießen würde.

Dass der US-Präsident nun sogar ein Verüben von Kriegsverbrechen ankündigt, ist nur das jüngste und deutlichste Zeichen dafür, dass vom Waffenstillstand kaum noch etwas übrig ist. Nicht einmal mehr Rhetorik. [….] Wie jeder Krieg sprengt auch dieser die regulären Haushaltspläne. Im Pentagon wächst laut US-Medienberichten die Sorge, dass die für die Operation notwendigen Etats bereits in wenigen Wochen erschöpft sein könnten. Das Weiße Haus fordert deshalb zusätzliche 67 Milliarden Dollar vom Kongress. [….]

 

[….] Zwar stand die Republikanische Partei nach den ersten Angriffen noch weitgehend geschlossen hinter dem Präsidenten. Diese Einigkeit begann aber bereits nach einigen Wochen zu bröckeln, als klar wurde, wie sehr die Folgen auch die amerikanischen Wählerinnen und Wähler treffen.

Bei einer öffentlichen Anhörung in dieser Woche im Senat fuhr der republikanische Senator John Kennedy Verteidigungsminister Pete Hegseth (ebenfalls Republikaner) ungewöhnlich scharf an und verlangte mehrfach endlich "klare Antworten" zur Strategie der Regierung. [….] Je länger der Konflikt dauert, desto schwieriger dürfte es für republikanische Abgeordnete werden, einen immer teureren Krieg ohne klares Enddatum ihren Wählern gegenüber zu rechtfertigen. Am 3. November finden die Zwischenwahlen statt.  [….]

Trump war mit dem Versprechen angetreten, die Energiekosten deutlich zu senken. Innerhalb von 18 Monaten wollte er etwa die Strompreise halbieren. Diese Frist ist nun abgelaufen. Das Ergebnis: Die Preise sind um 18 Prozent gestiegen. Maßgeblicher Grund dafür sind die Auswirkungen des Iran-Krieges [….]

Nach Einschätzung des israelischen Geheimdienstes hat Teheran Tausende Uran-Zentrifugen tief in die unterirdische Anlage am Pickaxe Mountain verlegt.  Die amerikanischen Geheimdienste haben diese Einschätzung geprüft, weshalb Trump wohl die Bombardierung dieses Gebiets auch angeordnet hat. Experten weisen allerdings darauf hin, dass die Anlage Hunderte Meter tief im Fels liegt und selbst für die stärksten bunkerbrechenden Bomben eine enorme Herausforderung darstellt.

Darum steht Trump bei seinem propagierten zentralen Anliegen in einem strategischen Dilemma. Luftangriffe allein könnten möglicherweise nicht ausreichen, um die verbliebene Nuklearinfrastruktur des Iran dauerhaft auszuschalten. Sollte das Material tatsächlich tief verborgen oder bereits an weitere Orte verteilt worden sein, könnten Bodentruppen notwendig werden, um die Kontrolle zu erlangen.  Für eine solche Aktion aber gibt es wiederum keinen gesellschaftlichen und politischen Rückhalt. Mit Bodentruppen würde Donald Trump ein weiteres entscheidendes MAGA-Wahlversprechen brechen: keine verlustreichen, endlosen Kriege. [….]

(Bastian Brauns, 22.07.2026)

Niemand weiß, wie die USA aus dieser von Trump angezettelten Katastrophe wieder rauskommen könnte. Noch nicht einmal der USA wohlgesonnen denkende Analysten wissen weiter, weil niemand die Kriegsziele Trumps kennt. Insbesondere Trump selbst nicht, der sich dauernd selbst wiederspricht, Chaos anrichtet und täglich neuen Unsinn postet. Seine relevanten Kabinettsmitglieder sind nicht besser.


Der rechtsradikale Alkoholiker und Gotteskrieger setzt nun also auf Genderaffirmation: Seine jungen Muskelsoldaten sollen mit Testosteron-Spritzen männlicher werden.

Donnerstag, 18. Juni 2026

Brandmauer abgebrannt.

Die CDUCSU erreicht einen neuen außenpolitischen Tiefpunkt.

Wer bei Youtube  „Send them back EU“ in das Suchfenster eingibt, bekommt haufenweise rechtsradikale Accounts präsentiert – von der AfD, FPÖ oder beispielsweise der Reform UK – die grölend jubelnde Nazis und Konservative zusammen feiern sieht.


Europas Rechtsradikale im Glück, weil sie die EVP unter dem Vorsitz des CSU-Mannes Manfred Webers vollständig auf Faschismus-Linie brachten.

[….] Die #CDU/CSU machen mit den Rechtsextremisten im #EU-Parlament erneut gemeinsame Sache und stimmen für so genannte „Return Hubs“. Das ist ein beschönigender Begriff für „Konzentrationslager“ in Drittstaaten, in denen Menschen eingepfercht werden und in denen Asyl- und #Menschenrechte nicht überprüfbar sind. - Ein schwarzer Tag für #Europa. Und ein weiterer Kipppunkt für die CDU/#CSU  [….]

(Marc Raschke, 17.06.2026)

Alle Schwüre, die der Kanzler und CDU-Parteivorsitzende zur Abgrenzung zu den Nazis leistete, sind nun endgültig Makulatur. Friedrich Brüning lügt und reicht den Faschisten die Hand. Mit dem seit 100 Jahren bekannten Ergebnis: Schrumpfung der Konservativen, Salonfähigkeit der menschenrechtswidrigen Themen, immer stärker werdende Nazis, Bröckeln der Demokratie.

[…] Auf der Dachterrasse des EU-Parlaments in Straßburg sollen Sicherheitsbeamte am Mittwoch eine Feier zur neuen EU-Abschiebepolitik von AfD-Vertretern und anderen extrem rechten Abgeordneten beendet haben. Wie es aus dem Parlament heißt, habe der Sicherheitsdienst des Parlaments offenbar wegen der Lautstärke die Zusammenkunft aufgesucht, dann sei die Feier »schnell zu Ende« gewesen. Linke Politiker sprechen von einer »Abschiebeparty« der Rechtsextremen. […] Am Donnerstag gab es im Plenum im Zusammenhang mit der Feier am Vorabend eine Beschwerde. Ein Abgeordneter beklagte den hohen Alkoholkonsum extrem rechter Parlamentarier in der Plenarwoche. […] »Dass Rechte ihren Rassismus mit Alkohol auf der Dachterrasse des EP feiern, ist einfach nur eklig«, sagte Linksfraktionschef Martin Schirdewan dem SPIEGEL. Bei dieser Ansammlung von »Menschenrechtsfeinden darf die AfD natürlich nicht fehlen und zecht fröhlich mit ihren Kumpels mit«. Durch solche Ereignisse »wird die Würde des Parlaments massiv beschädigt, und deshalb fordere ich die Parlamentspräsidentin Metsola auf, solche rassistischen Events in Zukunft konsequent zu unterbinden«.

»Hinter dem Slogan ›Send them back‹ steckt eine rassistische Ideologie«, sagte der Grünenabgeordnete Erik Marquardt. »Es ist widerwärtig zu feiern, dass bald minderjährige Migranten ins Gefängnis gesteckt werden können.« Parlamentspräsidentin Metsola sollte »solche Veranstaltungen umgehend unterbinden«.[…]

(Timo Lehmann, 18.06.2026)

In der Innenpolitik war es schon länger offensichtlich. Nun aber zeigen die CDU-Politiker Merz und Wadephul auch außenpolitisch völlig ungeniert den Schulterschluss mit Faschisten.

Während sich Angela Merkel heute demonstrativ mit dem Demokraten Barack Obama trifft, unterwirft sich Merz willig dem Demokratiezerstörer Trump.

Die Merz-CDU kennt weder Scham noch Berührungsängste.

[…] Und plötzlich klang es im Hohen Haus der Europäischen Union wie auf einer Demonstration von Rechtsextremisten: »Send them back! Send them back!« wurde am Mittwoch gerufen, mitten im Sitzungssaal des EU-Parlaments. […] Wenige Sekunden zuvor hatten die Konservativen im Europarlament, zu denen auch CDU und CSU gehören, gemeinsam mit Rechten, Liberalen und anderen Abgeordneten die schärfsten Abschieberegeln  in der Geschichte der EU beschlossen. […] Die rechtsextreme ESN-Fraktion, in der die AfD die größte Gruppe ist, hatte den Änderungen zugestimmt – und erhob sich jubelnd von ihren Plätzen. Die AfD-Abgeordneten Arno Bausemer, Alexander Jungbluth, Irmhild Boßdorf und Siegbert Droese skandierten mit. […]  Sicher, sie durften im Vorfeld die Neuregelungen mit beraten, auch das war schon eine Grenzüberschreitung seitens der Konservativen, aber entscheidend waren die Rechtsextremisten bei dieser Entscheidung auf europäischer Ebene nicht.

Sie feierten dennoch. Denn sie feierten die Inhalte. Und darüber sollten, ja müssen sich die Konservativen, die immer wieder betonen, dass sie mit der völkischen, rassistischen und menschenverachtenden AfD aus Deutschland nichts zu tun haben wollen, Gedanken machen.

Gibt es ein Hadern, ein Nachdenken, wenn Rechtsextremisten die neue Richtlinie feiern, als hätten sie ihr eigenes Programm umgesetzt? Und wenn sie die Würde des hohen Hauses so beschädigen?

Bei CDU und CSU ist bislang nichts dazu zu hören. […] Doch während die CDU und CSU die Migrationspolitik auf Bundes- und auf europäischer Ebene massiv verschärfen, ist die AfD so erfolgreich wie nie zuvor, könnte ab Herbst das erste Mal auf Länderebene regieren.

Verwunderlich ist das nicht. Die Politik der Union hat die AfD zuletzt normalisiert. Denn sie hat, wenn auch ungewollt, das fatale Signal an ihre Wählerschaft gesendet, dass die AfD recht haben könnte – ausgerechnet bei ihrem Hauptthema Migration.

Dabei sollte man meinen, dass auch bei der Union inzwischen angekommen ist, dass ihr Plan, die AfD zu halbieren oder zumindest einzuhegen, indem sie besonders harte Migrationspolitik macht, nicht aufgeht. […]

(Ann-Katrin Müller, 18.06.2026)

Die stolze Demonstration von Gemeinsamkeiten mit den Nazis häuft sich bei CDUCSU-Toppolitikern gerade auffällig.

[…] CDU-Europaabgeordnete fordern zusammen mit der AfD die EU-Kommission auf, den Gewässerschutz zurückzufahren. Lob gibt's von der Pharmalobby. […] Konservative, Rechte und extrem Rechte im EU-Parlament haben die EU-Kommission aufgefordert, eine ambitionierte Wasserschutzregel abzuschwächen. Mit der sogenannten Kommunalbwasserrichtlinie, abgekürzt als „Karl“ bekannt, sollen sogenannte Mikroschadstoffe aus dem Abwasser geholt werden, darunter auch Ewigkeitschemikalien (PFAS).

Im Kern geht es bei Karl darum, dass Pharma- und Kosmetikkonzerne die Verbesserung von Kläranlagen mitbezahlen sollen, „Herstellerverantwortung“ genannt. Denn Karl verpflichtet Klärwerke, die das Abwasser von mehr als 150.000 Menschen säubern, zu einer neuen, vierten Reinigungsstufe, die Mikroschadstoffe und PFAS aus dem Wasser filtern soll. […] Das EU-Parlament hat sich nun dafür ausgesprochen, die Herstellerverantwortung so lange auszusetzen, bis die Auswirkungen der Richtlinie „umfassend überprüft“ sind. Dafür stimmte ein großer Teil der konservativen EVP inklusive der Unionsabgeordneten sowie die drei Fraktionen rechts der EVP, darunter auch die meisten AfD-Abgeordneten im EU-Parlament. Gegen die Aufweichung von Karl stimmten vor allem Sozialdemokrat*innen, Grüne und Linke. […] Ohne die Herstellerverantwortung „landet die Rechnung allein bei Kommunen, Verbrauchern und dem Mittelstand“, warnt Karsten Specht vom VKU. […] (Jonas Waack, 18.06.2026)

Der CDU-Außenminister imitiert ebenfalls deutlich sichtbar nationalistische Trump-Politik.

[…] Mit der »Rheinischen Post« sprach der CDU-Politiker über die Friedensbemühungen in der Ukraine und den Mittleren Osten. Wirkliche Neuigkeiten hatte Wadephul da nicht zu verkünden, aber dann lenkte die Interviewerin das Gespräch auf mögliche Konsequenzen aus der gescheiterten deutschen Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

[…] Wadephul wurde gefragt, was er zu Forderungen sage, Deutschlands Gelder für die Uno zu kürzen. […] Dann aber fügte Wadephul hinzu: »Natürlich wird sich der Bundestag im Haushalt einzelne Engagements genauer anschauen. Es kann nicht sein, dass wir einer der größten Beitragszahler sind und bei manchen Entscheidungen, auch im personellen Bereich, nicht berücksichtigt werden.« […] Das klingt wie eine Drohung, die deutschen Beiträge zurückzuschrauben oder zumindest zu überprüfen. Eine bemerkenswerte Kurskorrektur. […] […] Scharfe Kritik kam aus der Opposition. Die außenpolitische Sprecherin der Grünenfraktion im Bundestag, Deborah Düring, sagte dem SPIEGEL: »Dass sich Union und Wadephul nach der verlorenen Wahl immer noch wie beleidigte Leberwürste aufführen, ist unwürdig.« Statt mit Kürzungen bei den Uno-Beiträgen zu drohen, müsste Deutschland die Vereinten Nationen gerade jetzt auch finanziell stärken. »Denn das multilaterale System, von dem wir seit Jahrzehnten profitieren, steht durch Donald Trump, Wladimir Putin und Autokratien weltweit unter Beschuss. Wir müssen jetzt mehr denn je als verlässlicher Partner auftreten«, so Düring. […] Ob Wadephuls Klagen über mangelnde Repräsentation die Sympathiewerte Deutschlands wieder erhöhen, darf bezweifelt werden.  [….]

(SPON, 18.06.2026)

Zum Mitschämen. Statt an der Seite der Demokraten zu stehen und die Faschisten zu bekämpfen, rutschen CDUCSU der AfD auf allen Vieren schleimspurziehend hinterher.