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Samstag, 1. August 2026

Spaßvögel

Es gibt wirklich wenig zu lachen in der Welt. Heute vor fünf Jahren starb Martin Perscheid, den ich täglich vermisse. Loriot ist sogar schon 14 Jahre tot, findet aber immerhin in Fritze Merz einen Wiederkehrer.

[….]  Kennen Sie den? Den legendären Sketch, der vor fünf Jahrzehnten zum ersten Mal im Fernsehen ausgestrahlt wurde und zu den schönsten von Loriot gehört: »Zimmerverwüstung« oder »Das schiefe Bild«?

In der CDU scheinen sie ihn fast alle zu kennen. Die Funktionäre aus Präsidium und Vorstand, die ihn in diesen Tagen per WhatsApp verbreiten. Die Christdemokraten in den Landes- und Bezirksverbänden, in deren Chatgruppen der Sketch kursiert, und natürlich die Parteimitglieder ganz unten, auf der Kreis- und Ortsebene.

»Der Kanzler am Werk« wird dazugeschrieben. Und dann sieht man Loriot als Beamten im Außendienst in Mantel und Anzug im Wohnzimmer auf einem Sessel sitzen. »Sie möchten sich noch etwas gedulden«, vertröstet ihn das Dienstmädchen und stellt das Radio an, aus dem der »Piccolo Bolero« plärrt. Der Beamte muss warten, er langweilt sich, und da fällt ihm auf, dass eines der Bilder schief hängt. Damit nimmt das Unglück seinen Lauf.

Als er das Bild richten will, fällt ein zweites aus dem Rahmen und das dritte auf den Boden. Er kriecht hinter das Sofa und stößt dabei erst den einen, dann den anderen Beistelltisch um. Er rutscht auf dem Flokati aus, wirft den Couchtisch um, schließlich kracht das Geschirr aus dem Regal, es fällt um, erst das eine, dann das andere, und am Ende taumelt er, den linken Fuß im Flokati verheddert, aus dem verwüsteten Zimmer dem Dienstmädchen entgegen und stammelt: »Das Bild hängt schief.«

Ob das Tragische manchmal komisch sei, wollte der Journalist Gero von Boehm 1986 von Loriot wissen, und der antwortete, es sei sicher benachbart. Der Begriff der Tragik sei nur auf den »Begriff, unschuldig schuldig zu werden«, zurückzuführen, sagte Loriot: »Und das ist natürlich auch komisch. Wenn jemand etwas tut, was er in aller Unschuld tun wollte, und damit etwas Verheerendes anrichtet, ist das hart an der Komik.«

Deshalb wird das kurze Video in der CDU so oft geteilt. Weil nicht nur Tragik und Komik so enge Verwandte sind, sondern auch Komik und Lächerlichkeit. Und ist es nicht tragisch, komisch und gleichzeitig auch ein wenig lächerlich, wie Friedrich Merz den Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn nutzen wollte, seine müde Koalition mit einer großen Kabinettsumbildung endlich in Schwung zu bringen, und stattdessen eine breite Schneise der Verwüstung in seiner Partei hinterließ? [….]  In den vergangenen Tagen haben sie hilflos zusehen müssen, wie sich der Kanzler mit jedem Problem, das er lösen wollte, mindestens zwei neue einhandelte. Wie bei Loriot. Erst fällt das Bild aus dem Rahmen, dann kippt der Beistelltisch um, dann der Couchtisch, das Regal, und am Ende klebt auch noch der Flokati am Fuß. [….]

(Konstantin von Hammerstein, Christian Teevs 30.07.2026, DER SPIEGEL 32/2026)

Die konservative Realsatire ist das Beste, das der Welthumor derzeit zu bieten hat.

Sagenhaft, wie sich Trump und Merz durch die Tagespolitik dilettieren. Da müssen Extra3 und Heute Show nur die Kamera draufhalten und ernten Lachsalven. Das Publikum liegt am Boden und hält sich die Bäuche.

Besonders toll sind ihre religiotischen Brüder aus der Christfluencer Szene, die sich bibeltreu durch Social Media zappen und den erstaunten wichsaffinen Teens und Twens erklären, wie enttäuscht Jesus von ihnen ist, wenn sie mit der Nudel spielen, um ihren Nucleus accumbens und den Hypothalamus mit Dopamin und Oxytocin zu spülen. Gott mag das gar nicht und passt genau auf.

Die bemuskelten NoFab-Influencer aus dem angelsächsischen Sprachraum sind Comedy-Gold! Jedes Mal wenn sich „untenrum“ etwas bei ihnen etwas zu regen droht, reißen sie sich das Shirt vom Leib, schalten die Tiktok-Kamera ein und erzählen ihren horny followern, wie sie in Versuchung geführt werden, aber nun nach sechs Monaten, acht Monaten 14 Monaten, ohne Masturbation natürlich nicht rückfällig werden möchten und daher schnell ins Gym rasten, um sich mit Sport und Bibelkunde über Earpods zu derigieren.

Ihre germanischen Kollegen gehen kopflastiger vor und finden bei der gemeinsamen Exegese den Ausweg aus der Onanie.

Jesus und seine 12 Jünger gingen nicht ins Gym; sie bacchanalisierten ihre Triebe in reinen Männerrunden. Mann trug Kleid und Jesus sorgte für steten Nachschub von Hochprozentigem.

Dieser Form der All-male-Masturbationsprävention, also den antiken Darkroom, möchten wichswidrige US-Christfluencer nun mit frauenfreien Fitnessstudios nachahmen. THE LUST-FREE GYM. In Oklahoma.


[….] Men-only gyms seek to protect Christian men from lust[….] White conservative Christian men are rising up all over the nation to take their place at the top of their families, churches and communities.

We’re witnessing their rise to power through the Rededicate 250 events where men like Mark Driscoll called on young men “to get married, to build your business, to get into politics, and also to in every way empower your church to be the tip of the spear for the fight against evil.” [….] But of course, male-only voting booths, pulpits and annual conferences are one thing. How can men survive the daily grind of being around women and become the warrior kings the Doug Wilsons and Mark Driscolls of the world want them to be?

To reach that peak, the Christian manosphere believes men need to be in top physical and spiritual shape. So one way they’re proposing to accomplish that is through “lust-free” gyms. [….] These stories typically begin with men recounting their past indulgence in pornography, adultery and other vices.

“Why are we men’s only? Who are we?” asks Jeff Hambrecht, founder of Proverbs 27:17 Fitness in Oklahoma City. “In a nutshell, one of the No. 1 places affairs and infidelity occur, cheating, is the gym. Byproduct is someone who had an affair in my previous marriage. Doesn’t work out well for you fellas.” [….]

(baptistnews, 22.07.2026)

Eine tolle Idee, mit der sie schnell viral gingen.

Men-only gyms seek to protect Christian men from having self control and treating women with respect while indulging in homo*rotic Alpha femboy stuff

— Liberaltarian™ (@spatially) July 24, 2026

A bunch of h*rny, sweaty Christian men n*ked in the showers? What could go wrong? pic.twitter.com/HcuigS8HRt

— Maximum atheist (@Maximumatheist) July 23, 2026

Yeah, OK
That’s what’s gonna happen
🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣 pic.twitter.com/pUJfe7GLgy

— @Oh Jeff Fa Fa 🤣 (@convoyparody) July 26, 2026

pic.twitter.com/5MGrjhCo6T

— Ozzdog12-Polar Destroyer creator (@Ozzdog12) July 24, 2026

Y'all should just gouge your eyes out like the Bible tells you to do. https://t.co/tONqjbIBYn

— Sarah Ironside 💙 (@SarahIronside6) July 24, 2026

Oh yeah that’ll definitely prevent any lustful outbreaks thank god https://t.co/NmxUfQJ3Kx

— JJ in NH (@JustJoshinNH) July 23, 2026

Will Grindr be blocked in the gym as well? https://t.co/gsOzZGhg8z

— Pink Pony Club Sandwich 🦄 (@AJSolis9) July 23, 2026

 

Das funktioniert sicher ähnlich gut, wie im Vatikan, wo es bekanntlich auch keine Masturbation und keine Homosexualität gibt!

[….] To join, members must sign strict covenants pledging loyalty to traditional heteronormativity. The solution to avoiding women? Building a lavish, men-only fortress where sweaty, pumped-up guys can lift together, share their deepest vulnerabilities, hit the sauna, and intensely focus on each other’s spiritual and physical growth.

From a queer perspective, it’s absolute comedy gold. In their frantic effort to banish female distraction, these gym bros accidentally engineered the ultimate, high-intensity male bonding club.

Nothing says “strictly straight” quite like carving out a sacred space where men can gather in minimal clothing, admire physical strength, and build radical interpersonal intimacy – all while insisting it’s strictly for Jesus. But hey, if the path to working on their “struggles” requires building a dedicated brotherhood sanctuary complete with post-workout sauna sessions, who are we to judge their journey?  [….]

(TheFightMag, 28.07.2026)

Samstag, 11. Juli 2026

Womit Friedrich Merz seinen Terminplan füllt.

Der Bundeskanzler ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kann sich nicht persönlich um jeden Pipifax kümmern. Das Umschmeicheln der Überreichen, immer wieder Trumps Hintern küssen, permanent Arme, Schwache, Kranke, Minderheiten beschimpfen, dauernd zu lügen, kosten viel Zeit.

Busy, busy, busy. Da muss der Fritzekanzler Prioritäten setzten. Wenn 300 Millionen EU-Bürger massiven Ozon-Belastungen ausgesetzt werden und laut Robert-Koch-Institut 5.120 Menschen in Deutschland durch die Juni-Hitzewelle und nicht vorhandene Schutzpläne sterben, ist das eindeutig nicht relevant genug, um die kostbare Aufmerksamkeit des Regierungschef zu erregen. Für die Petitesse twittert sein Social Media-Team nicht!

[….] Nach der Hitzewelle Ende Juni, bei der etwa 4.100 Menschen gestorben sind, fordert die Grünen-Politikerin Lisa Badum einen Gedenktag für die Hitzetoten. „Es geht darum zu zeigen, dass die Klimakrise nichts Abstraktes ist oder nur weit entfernt in Pakistan und Bangladesch stattfindet, sondern bei uns zusätzliche Tote nach sich zieht“, sagte Badum der taz.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) tötete die Hitze in diesem Jahr bereits 4.400 bis 5.800 Menschen, darunter vor allem Menschen über 85. Das sind mehr als doppelt so viele Hitzetote wie im gesamten vergangenen Jahr. Zum Vergleich: Bei der durch den Klimawandel verschärften Ahrtal-Katastrophe im Jahr 2021 starben 135 Menschen, im Straßenverkehr kam es 2025 zu etwa 2.800 Todesfällen. [….] „Hitzetote sind unsichtbar, sie sterben in ihren Wohnungen oder in Pflegeheimen“, sagt Badum. Um Menschen zu schützen, seien politische Maßnahmen bei Klimaschutz und Hitzeanpassung nötig. „Aber ein Gedenktag ist als Symbol wichtig.“ [….]

(taz, 10.07.2026)

Doofe linksgrüne Spinner. Wie kann man nur so zimperlich wegen ein paar Tausend Toten sein? Dazu kommt dem Chef der Christenpartei kein Satz des Bedauerns über die Lippen.

 


Aber dafür arbeitet die Kanzlerpartei auch intensiv daran, die Erderhitzung durch Blockade der erneuerbaren Energien und Multimilliardengeschenke an die Fossillobby zu beschleunigen. Es sollen noch viel mehr Menschen in Deutschland durch Hitzewellen sterben.


[….] Die Hitzewelle im Juni hat über 5.000 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf eine halbe Milliarde Euro pro Tag. Manchen ist das offenbar nicht genug. [….]

(@michlalbrt.bsky.social, 11.07.2026)

[….] Eigentlich soll Deutschland im Jahr 2045 klimaneutral sein. Doch führende Vertreter aus Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik fordern nun mehr Zeit: Deutschland solle das europäische Datum 2050 übernehmen.

 

In der Diskussion um die Klimaneutralität Deutschlands werden Rufe nach einem Aufschub um fünf Jahre laut. Das derzeitige nationale Ziel der Dekarbonisierung bis 2045 sei nicht sinnvoll und sollte an das europäische Zieljahr 2050 angepasst werden, forderten unter anderem Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der Welt am Sonntag. [….] Nach Ansicht des Chefs der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Michael Vassiliadis, und des Vorstandsvorsitzenden von RWE, Markus Krebber, würde eine Verschiebung des Zieldatums eine Möglichkeit zur Entlastung der deutschen Industrie nach Jahren der Rezession und Stagnation bieten. [….] Der bisherige deutsche Sonderweg, fünf Jahre vor der Europäischen Union klimaneutral werden zu wollen, mache den Industriestandort nur teurer, ohne dem Klima zu nützen, so Krebber. [….] Auch der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sowie Gitta Connemann, Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung MIT und parlamentarische Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, sprachen sich für eine längere Zuteilung aus. [….]

(Tagesschau, 11.07.2026)

Des Kanzlers Zeitersparnis, indem er die Causa „Hitze“ aussitzt, verschafft ihm genügend Freiraum im Terminplan, damit er sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann.

Da ist zum Beispiel dieser hyperreiche junge Deutschrusse Alexander Zverev: 66 Millionen Dollar nahm er bisher durch Preisgelder ein und vermutlich noch mehr Geld durch seine Werbepartnerschaften mit Adidas, Rolex, Head oder Richard Mille. Ganz nach Merzens Geschmack, zahlt Zverev, wie es sich für einen deutschen Multimillionär gehört, gar keine Steuern! Indem er sich, wie so viele CDU-affine Megareiche in eine Steueroase abgesetzte; in seinem Fall Monaco.

Aber es gibt noch viel mehr, das den Bundeskanzler so für den Tennisspieler einnimmt: Die Frauen. Seit fünf Jahren führt er eine Partnerschaft mit der CDU-Influencerin Sophia Thomalla.

12 Jahre war Thomalla Mitglied der CDU, trat aber aus, als ihr die Weiber in der CDU zu woke wurden und es wagten, Vergewaltiger und Missbrauchstäter zu kritisieren.

[….] Während Markus Söder einst Franz Josef Strauß verehrte, fiebert so mancher junger Konservativer heute mit Sophia Thomalla mit. Statt Strauß-Poster überm Bett gibt’s heute Instagram-Likes, schließlich trat die Influencerin und Moderatorin vor rund zwölf Jahren der CDU bei. Doch schon bald könnten die Likes von Junge-Union-Mitgliedern schwinden: Die 34-Jährige hat öffentlich ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben.

Ausschlaggebend waren für das 34-jährige It-Girl offenbar nicht etwa der jüngste rhetorische Rechtsdrall von Parteichef Friedrich Merz. Wohl auch nicht die jüngsten Wahlergebnisse in Bayern und Hessen oder die Steuer- oder Wirtschaftspolitik der Union. Thomalla ärgerte sich stattdessen vor allem über den Umgang der CDU mit der Causa Rammstein. Eben jener Band, deren Frontman Till Lindemann sich derzeit schweren Machtmissbrauchsvorwürfen ausgesetzt sieht, diese jedoch bestreitet.

Das Fass zum Überlaufen brachte wohl ein frauenpolitischer Abend der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Die Christsoziale Dorothee Bär und die Christdemokratin Julia Klöckner diskutierten diese Woche über »Gewalt gegen Frauen – Das Schweigen brechen«. Dazu luden sie auch Shelby Lynn ein, die in den vergangenen Monaten besonders schwere Anschuldigungen gegen Rammstein und deren Sänger Till Lindemann erhoben hat. Lynn rechnete an dem Abend umfassend mit Machtstrukturen ab, die »weiße Cis-Männer« bevorzugten, wie unter anderem die »Berliner Zeitung « schrieb.

Thomalla schien das gar nicht zu passen. Sie, die von 2011 bis 2015 mit Lindemann liiert war, schrieb nun auf Instagram: »Den immer größer werdenden Realitätsverlust mancher Politiker möchte ich nicht weiter mittragen.«   [….]

(SPON, 12.10.2023)

Thomalla befindet sich auf der CDU-Linie von 1997, als Friedrich Merz die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe im Bundestag ablehnte! Merz findet sie toll und macht Wahlwerbung für den Verfassungsbrecher.

"Friedrich Merz ist jemand, der endlich was macht" jubiliert Zverevs Freundin im Frühstücksfernsehen. Hauptsache „Ausländer raus“!

[…] "Er geht das Risiko ein. Die SPD macht das, was sie am besten können: absolut gar nichts, sie schauen nur zu. Ich finde es bei Friedrich Merz gut, dass er sich endlich mal was traut."

Dass die Union im Bundestag zur Durchsetzung ihrer Vorschläge zur Migrationspolitik eine Mehrheit mit der AfD in Kauf genommen hat, findet Sophia Thomalla in Ordnung. Von Scholz' SPD hält Thomalla gar nichts: "Man hat sich klar gegen die Asylwende ausgesprochen. Das dann bedeutet: Wer das Thema Migration verändern will, muss Schwarz oder Blau wählen, was eine beschissene Wahl ist, wenn man zur CDU allein die AfD zur Alternative hat, die ja alle verhindern wollen."  [….]

(AZ, 25.02.25)

Bei ihrem neuen Freund ist die Dame mit dem Merzschen Frauenbild genau richtig.

[….] Zwei Ex-Freundinnen hatten in der Vergangenheit schwere Vorwürfe gegen Zverev erhoben:

·        2020 hatte ihm Olga Scharipowa physischen und mentalen Missbrauch vorgeworfen. Zverev wies das zurück, vor Gericht landete der Fall nicht. Nach drei Jahren teilte die Spielervereinigung ATP mit, dass eine unabhängige Untersuchung keine ausreichenden Beweise für die Vorwürfe gefunden habe.

·        Brenda Patea, die Mutter seines Kindes, hatte Zverev vorgeworfen, sie im Mai 2020 nach einem Streit im Treppenhaus an die Wand gedrückt und »kräftig« gewürgt zu haben. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte einen Strafbefehl gegen Zverev. Gegen die Geldstrafe von 450.000 Euro legte Zverev Einspruch ein. Im Juni 2024 endete der Fall nach drei Prozesstagen ohne Urteil. Details zur außergerichtlichen Einigung wurden nicht bekannt gegeben. Eine Sprecherin des Gerichts sagte: »Die Wahrheit bleibt offen.« Es gilt die Unschuldsvermutung.  [….]

(SPON, 10.06.2026)

Ein Mann nach dem Geschmack des Kanzlers. Er weiß mit Frauen UND Geld umzugehen. Und jammert nicht, wenn es mal etwas zu warm wird.

[….] Alexander Zverev steht im Wimbledon-Finale – und bekommt hohen Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz reist nach London. [….]

schon klingelt das Telefon seines Managers.

Am anderen Ende der Leitung: Bundeskanzler Friedrich Merz. „Er hat bei meinem Manager angerufen und gesagt, er komme mit seiner Frau vorbei. Also wird er da sein, wenn nicht gerade irgendwas Außergewöhnliches passiert“, sagte Zverev nach dem Halbfinale [….]

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Merz beim Hamburger meldet. Nach Zverevs French-Open-Triumph Anfang Juni hatte der CDU-Politiker bereits zum Hörer gegriffen. Drei Tage nach dem Paris-Sieg, bei einem Termin in Herzogenaurach, meldete sich der Kanzler telefonisch. „Er hat sich sehr über den Sieg gefreut und gesagt, dass er das Match auch gesehen und mitgefiebert hat. Das finde ich toll, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Zverev damals gegenüber Bild. Nun soll aus dem Telefonat ein persönliches Treffen werden – auf der größten Bühne des Tennissports. [….] Doch Zverev hat beim Treffen mit Merz noch eine ganz persönliche Angelegenheit im Sinn. Seine Großmutter Natalia Fateeva, 78 Jahre alt und beim French-Open-Triumph in Paris noch lautstark in der Box dabei, kann das Wimbledon-Finale nicht verfolgen. Ihr Visum ist abgelaufen, sie musste nach Sotschi zurückkehren. [….] „Sie hat leider einen russischen Pass. Vielleicht kann er mit einem Reisepass oder einem längeren Visum für sie helfen, und dann kann sie etwas länger bleiben, aber sie musste nach 90 Tagen zurück“, sagte Zverev laut Bild. [….]

(FR, 11.07.2026)

Merz ist nicht dafür bekannt, gegenüber Ausländern, die mit ihren Aufenthaltstiteln hadern, großzügig zu sein.

Aber mit Zverevs Geldbeutel und seiner vorbildlichen Polizeiakte….

Donnerstag, 2. Juli 2026

Das rechtsreaktionäre Spiel

Nun muss ich leider meiner Abrechnung mit dem Trumpschen Fußball-Spektakel, noch ein Kapitelchen hinzufügen.

Nein, natürlich habe ich immer noch keine einzige Minute eines Spiels gesehen und werde auch nicht in eine sportliche Beurteilung einsteigen. Es interessiert mich auch nicht, wer Bundestrainer war, ist, bleibt, oder wird. Aber selbstverständlich halte ich die überbordende Schlagzeilenfülle zu dem Thema für absurd, angesichts der Megaprobleme der menschlichen Zivilisation, die wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Wenn sich Volk, Politik und Medien den „Leistungen“ einzelner Bällchentreter widmen, statt die tödlichen Auswirkungen der Klimakrise anzugehen, versteht man, wieso unsere Zivilisation dem Untergang geweiht ist.

Diese Meldung….

[….] In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Ukrainekrieg sind einer Studie zufolge mehr als zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet worden. »Die kombinierten russischen und ukrainischen Verluste haben zwei Millionen überschritten«, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington. Den Großteil der Verluste tragen demnach die russischen Streitkräfte.

Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 hat die russische Armee der Studie des CSIS zufolge rund 1,4 Millionen Verluste verzeichnet. Davon seien zwischen 400.000 und 450.000 russische Soldaten getötet worden. Die ukrainischen Streitkräfte hätten im selben Zeitraum hingegen zwischen 525.000 und 625.000 Verluste erlitten, darunter zwischen 125.000 und 150.000 Tote.  Die Zahl der russischen Todesopfer in der Ukraine sei "mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen«, heißt es in der CSIS-Studie. Zudem sei das Verhältnis von russischen zu ukrainischen Verlusten in der ersten Jahreshälfte 2026 vermutlich auf etwa acht zu eins gestiegen. [….]

(SPON, 02.07.2026)

….geht heute in den News unter zwischen all den Nagelsmann-Überschriften.

Die Millionen Opfer des Ukraine-Krieges überlässt man hingegen Bohlen und Putinella.

Nur, um sich einem moralisch untragbaren milliardenschweren Funktionärs-Event zu widmen, welches homophobe und misogyne Attacken fördert.


[….] Häusliche Gewalt und Fußball: Der Spieltag als Albtraum [….] Fußball kann aber auch Todesangst bedeuten. Studien in England zeigen, dass häusliche Gewalt an Spieltagen zunimmt. "Ich hatte Angst um mein Leben - ich dachte, er bringt mich um", erinnert sich Emma Bray. Sie hat selbst erlebt, wie ihr Ex-Partner Fußball als Ausrede nutzte, um ihr gegenüber gewalttätig zu werden, körperlich und emotional. [….] Emma ist kein Einzelfall. Die Nationale Statistikbehörde im Vereinigten Königreich schätzt die Zahl der Betroffenen von häuslicher Gewalt auf über 2,1 Millionen. Dass während eines Fußballspiels die Fälle in England steigen, haben in den vergangenen Jahren verschiedene Studien nachgewiesen - etwa in Manchester.

Wissenschaftler haben dort mithilfe von Polizeidaten die Auswirkungen von fast 800 Spielen von Manchester City und Manchester United ausgewertet. Das Ergebnis: Nach einem Spiel steigt die Zahl der gemeldeten Vorfälle an - in den ersten vier Stunden um fünf Prozent, alle zwei Stunden. Der stärkste Anstieg zeigt sich nach zehn bis zwölf Stunden. 16 Stunden nach einem Spiel verschwindet der Effekt. [….]

(Renée Severin, 23.08.2024)

Die stark ansteigende psychische, sexuelle und physische Gewalt während Fußballmeisterschaften durch die Zuschauer, Fan-Brutalität gegenüber der Familie, korreliert mit der Toleranz gegenüber gewalttätiger Spieler.

Vergewaltiger und Frauenschläger werden weder von Fans, noch von ihren Vereinen oder den internationalen Funktionären adäquat sanktioniert.

[……] Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt [……] Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?  [….]

(FAZ, 02.07.2026)

Die moralische Niedertracht der frustrierten deutschen Fußballfans, muss von den Minderheiten und Schwachen unserer Gesellschaft ausgebadet werden. Die Fußball-WM befördert rassistische Ausschreitungen.

[….] Nach dem deutschen Ausscheiden bei der WM häufen sich hierzulande rassistische Gewalttaten. Aus Chemnitz wird von Ausschreitungen berichtet. [….] Für Jonathan Tah steht der Fehlschuss sinnbildlich für das Scheitern. Dass er Deutschland in der Verlängerung mit einem Kopfballtreffer vermeintlich zum Sieg geführt hatte, der nach Videobeweis aberkannt wurde, zählt nach dem Abpfiff kaum noch. Ebenso rückt in den Hintergrund, dass auch Kai Havertz und Nick Woltemade ihre Elfmeter nicht verwandelten. Stattdessen richtet sich der öffentliche Zorn auf Tah. Für viele steht der Schuldige schnell fest – schließlich sei er angeblich „nicht deutsch“. Unter seinem Instagram-Beitrag häuften sich rassistische Beleidigungen und Anfeindungen.

Tah wurde in Hamburg geboren, seine Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus der Republik Côte d'Ivoire. Dennoch sprechen ihm einige die Zugehörigkeit zu Deutschland ab. In rechten Kreisen taucht in diesem Zusammenhang oft der Begriff „Passdeutscher“ auf. Von einer „passdeutschen Fußballnationalmannschaft“ sprach die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum bereits 2022. Solche Narrative grenzen Spieler mit Migrationsgeschichte aus und schaffen einen Resonanzraum für rassistische Anfeindungen, die sich nach dem Schlusspfiff auch auf den Straßen entladen.

WM-Veranstaltungen werden zu Orten rechtsextremer Anfeindungen. So war es schon beim Spiel gegen die Elfenbeinküste. Beim Public Viewing in Berlin-Friedrichshain skandiert ein Zuschauer rassistische Parolen. Bei einem Autokorso in Kassel wird ein Hitlergruß aus dem Auto mit rechter Symbolik gezeigt. [….] Von einer rassistischen Verfolgungsjagd nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay wird aus Chemnitz berichtet. [….] Schon während der TV-Übertragung, so das Recherchekollektiv, wurden Menschen rassistisch und antisemitisch beschimpft, Sitzplätze verweigert. [….] [….] Ein Zusammenhang zwischen dem Erstarken rechter Akteure, der politischen Instrumentalisierung des Fußballs und den rassistischen Vorfällen rund um die deutsche Nationalmannschaft liegt nahe. [….]

(Taz, 02.07.2026)

Es ist ein ekelhafter Sport, von dessen abscheulichen Seiten weder Spieler, noch Politiker, noch Funktionäre, noch Fans, noch begleitende Medien freizusprechen sind.

[….] Statt über die wahren Gründe für das blamable WM-Aus zu sprechen, werden Familientage und radelnde Ehefrauen vorgeschoben. Der deutsche Fußball ist und bleibt reaktionär. [….] Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie reaktionär der deutsche Fußball immer noch ist. Ein paar Beispiele aus dem Boulevard gefällig?

    Lothar Matthäus kritisiert die sogenannten Familientage. »Frauen, Familien, alles war dabei«, durfte der Rekordnationalspieler bei der »Bild«-Zeitung erzählen. »Ich weiß nicht, warum man schon von Anfang an die ganzen Familien dabeihaben muss.«

    In anderen Berichten wird Bundestrainer Julian Nagelsmann dafür kritisiert, mit seiner Ehefrau zum Trainingsplatz geradelt zu sein. Und das Quartier in Winston-Salem war langweilig, auch das noch.

    Den erstaunlichsten Take liefert Bob Hanning, ebenfalls in der »Bild«. Hanning, ein Handballfunktionär, kritisiert ebenfalls die Familientage, die an den Tagen nach den Spielen stattgefunden haben, wo ohnehin Rehabilitation angesetzt war. Ausgerechnet der Mann, der 1000 Euro teure Versace-Pullover trägt, verknappt seine Kritik auf »Gucci, Gucci, Cappuccino« . [….] 

Um es an dieser Stelle einmal klar zu betonen: Die Nationalmannschaft hat gegen Paraguay verloren, weil sie ideenlosen, schlecht vorbereiteten und taktisch unzulänglichen Fußball gespielt hat. [….] Die zweite Komponente in dieser Matthäus-Hanning-Erzählung ist umso unerfreulicher: Die Frauen sind schuld, na klar, wer denn auch sonst?

ARD-Expertin Almuth Schult, vierfache Mutter und für einige Wochen in den USA, wurde vor der WM wiederholt gefragt, wie sie Familie und Beruf vereinbart. »Bastian Schweinsteiger wird auch nicht gefragt, wie er seine Kinder betreut«, lautete ihre verärgerte Antwort. [….]

(Marcus Krämer, SPON, 02.07.2026)

Natürlich weiß ich, daß es glühende Fußball-Fans, wie die beiden SPD-Generalsekretäre Kevin Kühnert und Tim Klüssendorf gibt, die ganz sicher nicht in ein homophobes, misogynes, gewalttätiges Raster passen. Die in jeder Hinsicht rühmliche Gegenteile der genannten abscheulichen Fußball-Begleiterscheinungen sind. Wieso sie sich für einen solchen „Sport“ begeistern, bleibt für mich völlig rätselhaft. Ich kann mir das nur mit einer Inselverarmung erklären, die wie bei Religiotie oder Homöopathie, offenkundig auch Fußballfans ergreifen kann.

[….]  Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht.

 Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen. [….] 

(Keine Macht den Doofen, s.42f)

Mittwoch, 17. Juni 2026

Mannschaftssport

Sechs Wochen Fußball-WM bei Trump haben echte Vorteile für mich.

(….)  Bekanntlich interessiere ich mich nicht für Sport und finde daher Olympische Spiele oder Fußball-WM immer ganz angenehm: Da präsentieren die Zeitungen große Sport-Strecken. In der SZ gibt es täglich sechs oder acht Seiten Sonderberichterstattung zu den Olympischen Spielen, die ich gleich ungelesen auf den Stapel für die Altpapiertonne wandern lasse.  Die täglich auf mich einprasselnde Informationsflut ist ohnehin nicht zu bewältigen; da bin ich froh über jeden Artikel, den ich auslassen kann. Wenn es gleich mehrere Seiten am Stück sind, umso besser. [….]

In der Idiotie-Hierarchie der Sportarten stehen für mich die Tiersportarten ganz oben, weil die Pferde natürlich gequält werden und es ökologisch vollkommen absurd ist, eine Flotte von Jumbo-Jets zu chartern, um sedierte Spring- oder Polopferde um die ganze Welt zu fliegen.
Anschließend kommen alle Mannschaftssportarten, weil es bei ihnen generell nicht um messbare sportliche Leistungen, sondern um Nationalismus geht.
Hoch absurd und an dritter Stelle der Sportidiotie sind die Tätigkeiten, die wie Formel1 oder Hochsee-Segeln oder Bobfahren nur für Multimillionäre möglich sind, weil das Sportgerät völlig unbezahlbar ist.

Generell erscheint mir Wintersport, Platz 4, eine Umdrehung absurder als die sommerlichen Aktivitäten, weil Trickski-Pisten, Bobbahnen oder Skiflugschanzen völlig unnatürlich sind, nicht nur zig Millionen Dollar kosten, sondern im höchsten Maße energiefressend und klimaschädlich sind. (….)

(Im Slope-Curling-Wahn, 09.02.2022)

(….)  Grundsätzlich finde ich Mannschaftssportarten abartiger als Individualsport, da immer eine nationalistische Komponente hineinspielt.

Der Fan kann sich bei Dutzenden verschiedenen Mitspielern nicht nach Sympathie orientieren, sondern feuert entlang der Staatsbürgerschaft an.

Widerlich und unsportlich.

Fußball interessiert mich so wenig wie die meisten anderen Sportarten, ist mir aber unsympathischer als die meisten, da er das Mediengeschehen so sehr dominiert. Von internationalen Newssender, über soziale Medien und renommierte überregionale Zeitungen bis zum trashigen Lokalblatt  - keiner verzichtet darauf Fußballmeldungen an prominenter Stelle zu bringen.

Damit wird mustergültig die Unfähigkeit des Menschen zum Gutsein demonstriert.

Statt sich auf wesentliches wie den Welthunger, Kriege, Massenflucht, Trump, Brexit und Klimakatastrophe zu konzentrieren, verschwendet Homo Demens seine Ratio damit einem eher primitiven Ballspiel zu folgen. (….)

(Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…, 16.10.2019)

Für Mannschaftssportarten begeistern sich primitivere Fans.

 […] Ich finde Fußball doof. Nein, ich finde Fußball grässlich – und ungemein langweilig. Ein Reigen alter Männer steht am Rand und schreit herum, viele mehr oder weniger junge Männer rennen auf einer Wiese herum, erst alle nach links, dann Ballverlust, dann wieder nach rechts, Ballverlust, wieder nach links.

[…] Fußballgucken finde ich, ist Ödnis in Vollendung, die überflüssigste Sache der Welt. Dann doch lieber Minigolfspielen, oder Monopoly, und das ist schon ganz schön schlimm öde.

Wer meine, wie ich finde, einzig vertretbare Grundeinstellung zum Fußball hat, bekommt ganz viel Lebenszeit geschenkt. Ganze Wochenenden verplempern Fußballbegeisterte an diese ungemein primitive Sportart. Dekaden an sinnlos verbrachter Lebenszeit kommen da zusammen.

[…] Dieses Spiel ist unästhetisch und ordinär. Schon der Klang, wenn der Ball getreten wird, macht mich übellaunig. Es ist ein zutiefst ordinäres Geräusch, es klingt so ähnlich wie die Schläge von Bud Spencer in den alten Prügelfilmen mit Terence Hill. Die Spieler haben keine Manieren, tun sich absichtlich weh, sind nicht nur furchtbar verschwitzt, sondern oft auch noch sehr verdreckt und vom Regen pitschenass und rotzen dauernd auf die Wiese. Manchmal sogar ins Nackenhaar eines Gegners. Das ist so unappetitlich. […]

(Christoph Schwennicke, 28. April 2013)

Da in Mannschaftssportarten Nationalismus und Rassismus beheimatet sind, fehlen Misogynie, Antisemitismus und Homophobie natürlich auch nicht.

(….) Nur die Macht der Masse erlaubt es dem Fußball weiterhin gesellschaftspolitisch hundert Jahre zurück zu hängen.

Frauen spielen de facto keine Rolle, es gibt nach wie vor weltweit keinen einzigen geouteten schwulen Spitzenspieler, weil das Fußballer-Milieu dumpf-intolerant ist, es wird dem Rassismus gefrönt und in jedem Stadion sind die Fanblocks von Nazis und Hooligans durchsetzt.

[….] Da darf man Schwule hassen, Schwarze mit Affenlauten diskriminieren, sexistisch rumgrölen, sich prügeln und natürlich auch antisemitisch poltern. (…)

(Wenn wir den Kampf gegen rechts ernst nehmen…, 16.10.2019)

Männer in Mannschaftssportarten stecken in einem bizarren Schwulenhass fest, weil sie ganz offensichtlich immer noch fürchterlich unter dem Klischee leiden, sie könnten sich in der Mannschaftskabine oder beim gemeinsamen Duschen „anstecken“. Hat man einen offen schwulen Mitspieler, steigt in ihrer schlichten Gedankenwelt die „Gefahr“ selbst auch für schwul oder für einen Homo-Toleranten gehalten zu werden, was gerade in der Welt der oft extrem religiösen Profi-Mannschaftssportler, immer noch einen schweren Makel darstellt.

[….] Christliche Baseball-Spieler protestieren gegen Pride-Spiel

 [….] Beim jährlichen "Pride Night"-Spiel des Baseball-Erstligateams San Francisco Giants am Freitag ist es zu einer sichtbaren Protestaktion durch mehrere Spieler des eigenen Teams gekommen. Vier der fünf Pitcher (Bällewerfer) weigerten sich entweder, die offiziellen Kappen mit dem in Regenbogen­farben gestalteten Vereinslogo zu tragen, oder versahen diese mit handschriftlichen religiösen Botschaften, die gegen queere Menschen gerichtet waren.

Die Pitcher Landen Roupp und JT Brubaker und der Reliever (Ersatzbällewerfer) Ryan Walker schrieben gut sichtbar den Verweis auf einen Bibelvers im Ersten Buch Mose (Verse 11-16 oder 12-16) auf die Vorderseite ihrer Kappen, direkt neben das Regenbogen-Logo. In dem Bibelvers verbündet sich Gott mit Noah nach der Sintflut und gibt dem Überlebenden den Regenbogen als Zeichen: "Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde", heißt es in Vers 13. Das Zitat steht als sichtbares Versprechen Gottes, dass die Erde nie wieder durch eine Flut zerstört wird. In der christlich-konservativen Community in den USA wird genau dieser Verweis gezielt genutzt, um zu signalisieren, dass der Regenbogen rein als religiöses Symbol Gottes zu verstehen sei – und queere Menschen das eigentlich göttliche Symbol missbrauchten. [….] Kritik gab es auch vom offen schwulen kalifornischen Landessenator Scott Wiener: Er erklärte, dieser Protest der christlichen Spieler sei besonders hinterhältig gewesen, weil er ausgerechnet am zehnten Jahrestag des Massakers im queeren "Pulse"-Nachtclub mit 49 Toten vorgefallen sei. "Um es klarzustellen: Diese Spieler hätten den Regenbogen-Bibelvers an jedem der anderen 364 Tage des Jahres zitieren können", schrieb der in San Francisco lebende Politiker auf X. [….] Auch in Deutschland haben sich christliche Sportler in der Vergangenheit abfällig über queere Menschen geäußert. Der deutsche Fußball-Nationalspieler Felix Nmecha teilte etwa 2023 ein transphobes Video eines amerikanischen Rechtsextremisten.

Da er ein guter Spieler ist, redete sein neuer Verein Borussia Dortmund die Queerfeindlichkeit seines Star klein [….]

(Queer.de, 16.06.2026)

Zum Glück finde ich solche Mannschaftssportarten ohnehin langweilig und würde das auch nicht angucken, wenn es sich um lauter aufgeklärte progressive sympathische Herren handelte. Es kostet mich also gar nichts, diese hochkorrupte Infantino/Trump-Fußball-WM zu boykottieren.

Aber bei den zig Millionen deutschen Fans muss man eine enorme Toleranz der Intoleranz diagnostizieren. Die Wahl der extrem homophoben Gastgeber-Länder Russland, Katar und Trumpistan spricht für sich.

Sonntag, 12. April 2026

Größenwahn

Natürlich unterstütze ich meine Partei, die SPD, immer gern. Insbesondere in Hamburg, dem stabilsten Bundesverband. Unter den 16 Länderregierungschefs ist Peter Tschentscher mit Sicherheit der beste und die im Vergleich mit anderen Stadtstaaten und Flächenländern überragenden Wirtschaftsdaten, zeigen es seit 2011 eindeutig. Rot kann es.

Zudem sind wir Hamburger eins der letzten Fleckchen der Bundesrepublik Deutschland, in der es keine breiten schwarzbraunen Mehrheiten gibt. Wir mögen Merz nicht, wir mögen die AfD nicht, wir mögen Ploß nicht.

Damit es auch so bleibt, gönne ich Tschentscher jeden Erfolg.

Mir gefällt, wie sich Hamburg in der Welt positioniert. Wir sind die zweitgrößte deutsche Stadt, kratzen an der Zwei-Millionen-Bewohner-Marke, haben eine starke Sogkraft, liberales politisches Klima, sind die klar internationalste deutsche Metropole. Wir haben die meisten Konsulate, die intensivsten Kontakte mit dem Ausland, waren durch den Hafen schon immer mehr mit der großen weiten Welt verbunden. Hier ist Multikulti ein enormer ökonomischer Booster. Man gibt sich weltläufig, aber protzt nicht. Wir sind eine sehr schöne Stadt, weil es zwei riesige Seen in der Mitte gibt, wir haben viel mehr Brücken als Venedig und stechen die anderen Millionen-Citys mit dem vielen Grün aus, das Touristen und Rückkehrer beim Landeanflug auf den Flughafen Fuhlsbüttel erstaunt.

Wir haben eine rein bürgerliche Tradition als Handelsplatz, waren nie Fürstensitz oder Hauptstadt. Hamburg entstand nicht zentralistisch zum Lobe eines Monarchen.

Wir sind keine Weltstadt mit Triumphbögen oder riesigen breiten Parade-Alleen.

Die CDU macht sich natürlich verächtlich darüber; den Sozis fehle der Weltstadtanspruch, sie planten zu kleinlich.

Aber, willkommen in der Wirklichkeit: Wir spielen nicht in der Liga der Giganten, stehen nicht in Konkurrenz zu Weltmetropolen, wie Rom, Paris, London, New York, Tokio. Wir sind kein Molloch, wie Moskau oder Peking.

Hamburg steht nach Bevölkerungszahl derzeit ungefähr auf Rang 206 der Millionenstädte.

Die letzten Olympischen Sommerspiele fanden/finden statt in:

 2008 Peking (22 Mio Einwohner)

2012 London (9 Mio Einwohner)

2016 Rio (6 Mio Einwohner)

2020/1 Tokyo (14 Mio Einwohner)

2024 Paris (13 Mio Einwohner)

2028 Los Angeles (13 Mio Einwohner)

In diese Liste der Großen, gehört Hamburg offenkundig nicht.

Umso bedauerlicher also, daß auch Peter Tschentscher nicht der Eitelkeit widerstehen kann, seinen Namen mit der Durchführung Olympischer Spiele zu verbinden.

Für die Stadtherren ist das immer attraktiv, weil der mögliche Zuschlag des IOC eine endlose Kette von Presse-Wohlfühlterminen, bei denen man sich international sonnen kann, mit sich bringt.

Wenn dereinst die katastrophal aus dem Ruder gelaufenen Kosten bilanziert werden, sind diejenigen, die sich um die Spiele bemühten, nicht mehr im Amt.

Für den erfolgsverwöhnten Hamburger Senat ergibt sich aber leider außer dem extrem korrupten und maximal amoralischen IOC, welches die Vergabe zu entscheiden hat, ein weiteres Problem: Sein Volk will nicht! Es hat jetzt schon genug vom Größenwahn und dem Leben auf einer gefühlten Dauerbaustelle. Stichwort Hafencity!

Als ich in den 1980ern als Teenager begann, Hamburg auf eigene Faust kennenzulernen, hatten wir nur gut 1,5 Millionen Einwohner. Hamburg wächst sehr stark, weil es im Gegensatz zu den AfD-geprägten Ost-Bundesländern höchst attraktiv ist. Wir mussten seither mehr als 400.000 zusätzliche Einwohner auf derselben Fläche unterbringen, während auch noch die Wohnfläche pro Einwohner größer wurde und in der fatalen CDU- und CDU/Grünen-Regierungszeit (2001-2011) der Wohnungsbau komplett eingestellt wurde und das städtische Immobilien-Tafelsilber privatisiert wurde. Natürlich steigen daher die Mieten, wenn auch deutlich weniger stark, als in Berlin, weil Bürgermeister Olaf Scholz ab 2011 „den Bau-Turbo zündete“. Hamburg macht Wohnungspolitik besser als andere Bundesländer, ist aber durch seine eigene Attraktivität und den Zuzug prinzipiell stärker unter Druck. Es liegt nahe, angesichts eines Mangel an Wohnraumes, mehr verfügbaren Wohnraum zu schaffen. In der Praxis ergeben sich dadurch aber auch enorme Nachteile:

·        Bauen ist eine ökologische Katastrophe und verursacht gewaltige Mengen CO2.

·        Bauen verschandelt die Stadt, weil es immer mehr Berton und weniger Grün wird.

·        Bauen erhitzt die Stadt.

·        Bauen ist extrem teuer.

·        Bauen schafft inzwischen nur noch die falschen Wohnungen; nämlich für die Masse Unerschwingliche.

·        Bauen macht unpopulär. Es gibt keinen einzigen Hamburger, der nicht durch die vielen Baustellen überall genervt ist.

Wir geraten als beim Bauen von simplen Wohnungen wirklich an unsere Grenzen. Dabei sind das architektonische Vorhaben, die wir eigentlich beherrschen. Großprojekte hingegen kann Deutschland ohnehin nicht. Die sind immer von enormen Verzögerungen und Vervielfachung der Kosten geprägt. Stuttgart21, BER lassen grüßen. Nur die Sanierung, nicht etwa der Neubau des Amtssitzes des Bundespräsidenten, kostet EINE MILLIARDE EURO! Eintausend Millionen, damit Schloß Bellevue wieder bewohnbar wird. Und das auch nur, weil es so eine bescheidene Variante wird.

[….] "Das soll hier keine Luxussanierung werden"

Insgesamt könnten also Kosten von rund einer Milliarde Euro entstehen. Man bereite sich auf Debatten zu diesen Zahlen vor, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. "Das soll hier keine Luxussanierung werden", verteidigt Dörte Dinger, Chefin des Bundespräsidialamtes, die Pläne. "Es wird das Notwendige gemacht. Auf vieles haben wir verzichtet, zum Beispiel im Bereich der Büroausstattung oder auf ein eigenes Pressezentrum."  [….]

(Tagesschau, 25.02.2026)

Aber leider bildet da auch Hamburg keine Ausnahme, wie die Elbphilharmonie zeigt.

Der spektakuläre „Elbtower“, steht als Ruine namens „kurzer Olaf“ traurig an den Elbbrücken, weil niemand weiterbauen will. Seit vielen Jahren wird über die dringend benötigte Erneuerung des 1974 fertiggestellten Wahrzeichens Köhlbrandbrücke diskutiert.

Offenkundig ist die 50 Jahre alte Hafenquerung aber unrettbar rott.

Gern hätten wir stattdessen einen Tunnel, der aber 7-8 Milliarden Euro kosten würde. Daher entschied sich der Senat für die vergleichsweise billige Variante eines Brückenneubaus. Das soll nur um die fünf Milliarden Euro verschlingen und bereits in 16 Jahren, also 2042 fertig sein.

Sofern Deutschland noch so lange existieren sollte, weiß ich schon, wie sich die GenAlpha über die Schätzung – 2042/5Mrd – amüsieren wird, wenn die neue Brücke endlich 2060 fertig wird und 100 Milliarden gekostet hat.

Wir können das nun einmal nicht und sollten, nicht unbedingt notwendige, Großbauprojekte unterlassen. Wenn wir einst als chinesisches Protektorat die Planung und Durchführung direkt aus Peking erhalten, kriegen wir auch wieder Großbauten.

Bürgermeister Tschentscher steht selbstverständlich nicht allein mit seinem Olympische-Spiele-Wahn. Die gesamte Hamburger Presse will das unbedingt, die Sportvereine machen Druck und außer der Linken sind auch alle Parteien eindeutig dafür. Wie überall. Auch der junge grüne Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause ist ein glühender Befürworter des Spiele in München, nachdem die Stadt 1972 schon einmal mit einem terroristischen antisemitischen Anschlag für immer als Negativbeispiel der Olympia-Geschichte eingeschrieben wurde.

Aber die Münchner sind begeistert und stimmten mit über 66% für die Bewerbung.

In Hamburg zeichnet sich das Gegenteil ab.

Schon einmal, im Jahr 2015, wurde in Hamburg eine Bewerbung von 51,6% durch Volksabstimmung abgelehnt. Elf Jahre später, am 31.05.2026, versucht es der Senat erneut mit einer Volksabstimmung über die Bewerbung für die Olympischen Spiele.

Aber die Zahlen sehen schlecht aus für die Befürworter.

Der Hamburger Abendblatt-Vizechef Matthias Iken kann es gar nicht fassen. Er geht ganz selbstverständlich davon aus, daß jeder FÜR die Spiele sein muss.

Wenn die Zahlen etwas anderes sagen, sind die Bürger seiner Ansicht nach fehlgeleitet und/oder schlecht informiert. Man muss sie nur endlich zur Raison bringen. Daß er selbst von seinen treuen konservativen Abendblattlesern ablehnende Zuschriften bekommt, kann er nicht fassen.

Aber auch der arme Peter Tschentscher müht sich noch verzweifelt den Trend zu drehen.

[…] Zuletzt sprachen sich knapp zwei Drittel der 16- bis 29-Jährigen für eine Hamburger Bewerbung aus. Aber die bloße Sympathie genügt nicht. Am 31. Mai muss diese Alterskohorte, die das in der Regel deutlich seltener als die Älteren macht, schon noch zur Wahlurne gehen. Beim Referendum entscheidet sich, ob Hamburg wirklich in den erst bundesweiten und dann vielleicht internationalen Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 einsteigt.

Das erklärt wohl, warum Tschentscher in den ersten Minuten seines rund 75-minütigen Olympia-Vortrags dafür wirbt, überhaupt an der Wahl teilzunehmen. Dem überwiegend älteren Publikum braucht er das eigentlich nicht zu erklären, es geht schließlich deutlich häufiger zu Wahlen. Das ist ja hier und will sich vor dem Referendum vom Bürgermeister anhören, wie er sich das mit Olympia vorstellt. Aber die Älteren sind, den Umfragen zufolge, deutlich skeptischer: Bei den über 60-Jährigen liegt die Zustimmung zu einer Bewerbung nur bei 34 Prozent.

Für die Skeptiker:innen hat der Bürgermeister nur Rosiges im Gepäck: Anders als bei früheren Austragungen würde bei den „moderneren“ Spielen nicht mehr eine ganze Stadt umgekrempelt werden; „nichts neu und extra für Olympia“ würde in Hamburg gebaut werden, wenn die Spiele hier stattfänden. […] Durch alle sieben Hamburger Bezirke tourt der Bürgermeister derzeit – eine Einladung an die Hamburger:innen, „sich von der Idee Olympischer und Paralympischer Spiele in Hamburg überzeugen zu lassen“. […] Es sei sogar ein „Muss“, dass sich Hamburg bewerbe, sagte er kürzlich. Denn sonst kämen viele städtische Projekte wohl gar nicht, da doch die Stadt von Fördermitteln abhängig sei – da stehe man hintenan, falls München, Berlin oder die Region Rhein-Ruhr den Olympia-Zuschlag erhalte. Ob man das schon als eine Art sanfte Erpressung verstehen mag – wer nicht für Olympia ist, ist auch gegen andere sinnvolle Entwicklungsprojekte -, sei dahingestellt. […]

(André Zuschlag, 09.04.2026)

Dabei geht es nicht nur um das Bauen und die Kosten.

Viele Menschen interessieren sich nicht für Sport-Megaveranstaltungen, die hauptsächlich als Pharma-Leistungsshow dienen und Funktionäre der übelsten Art reich machen. Außer der FIFA und Trumps Peace-Board gibt es kein unsympathischeres Gremium als das IOC. Ich will nicht, daß Hamburger Steuergelder in deren Taschen fließen!

[….] Hamburg hat etwas Besseres verdient.

NOlympia ist ein breites Bündnis von Menschen aller Lebensbereiche. Uns vereint die Überzeugung, dass Olympische & Paralympische Spiele für Hamburg mehr Probleme schaffen als Zukunftschancen eröffnen.

Moin Hamburg,

der Senat wirbt mit emotionalen Momenten und hautnahem Erleben der Wettkämpfe wie in Paris. Doch die Kehrseite und das Kleingedruckte werden ausgeblendet.

Wenn der Elefant Olympia in die Haushaltsbadewanne steigt, bleibt kein Wasser übrig: Jeder Euro, der in das 30-Tage-Megaevent fließt, fehlt zum Beispiel bei Bildung, Mobilität, Wohnungsbau und sozialen Einrichtungen

Im Durchschnitt lagen Olympiakosten mehr als doppelt so hoch wie vorher propagiert. Paris 2024 hinterließ Ausgaben für die öffentliche Hand von rund 6,7 Milliarden Euro. Selbst wenn es vor dem Referendum eine konkrete Finanzierungszusage des Bundes geben sollte, bliebe eine erhebliche Summe, die von der Stadt zu Lasten anderer Vorhaben finanziert werden müsste.

Mit der Bewerbung übergeben wir den Schlüssel der Stadt einem Eventveranstalter für Profisport. Dessen Priorität ist nicht Hamburgs Lebensqualität, sondern eine reibungslose TV-Show und die Steigerung seiner Einnahmen. Die 4,3 Milliarden Euro Einnahmen von Paris versteuerte das IOC nicht. Auch Hamburg müsste dem IOC Steuerfreiheit garantieren – zu Lasten Deutschlands und unserer Stadt.

Auf folgenden Absätzen zeigen wir nachvollziehbar, warum wir zu dem Schluss kommen:

Hamburg sollte NEIN zu Olympia sagen.  [….]

(NOlympia)