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Donnerstag, 2. Juli 2026

Das rechtsreaktionäre Spiel

Nun muss ich leider meiner Abrechnung mit dem Trumpschen Fußball-Spektakel, noch ein Kapitelchen hinzufügen.

Nein, natürlich habe ich immer noch keine einzige Minute eines Spiels gesehen und werde auch nicht in eine sportliche Beurteilung einsteigen. Es interessiert mich auch nicht, wer Bundestrainer war, ist, bleibt, oder wird. Aber selbstverständlich halte ich die überbordende Schlagzeilenfülle zu dem Thema für absurd, angesichts der Megaprobleme der menschlichen Zivilisation, die wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Wenn sich Volk, Politik und Medien den „Leistungen“ einzelner Bällchentreter widmen, statt die tödlichen Auswirkungen der Klimakrise anzugehen, versteht man, wieso unsere Zivilisation dem Untergang geweiht ist.

Diese Meldung….

[….] In dem seit mehr als vier Jahren andauernden Ukrainekrieg sind einer Studie zufolge mehr als zwei Millionen Soldaten getötet, verletzt oder als vermisst gemeldet worden. »Die kombinierten russischen und ukrainischen Verluste haben zwei Millionen überschritten«, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Zentrums für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington. Den Großteil der Verluste tragen demnach die russischen Streitkräfte.

Seit Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 hat die russische Armee der Studie des CSIS zufolge rund 1,4 Millionen Verluste verzeichnet. Davon seien zwischen 400.000 und 450.000 russische Soldaten getötet worden. Die ukrainischen Streitkräfte hätten im selben Zeitraum hingegen zwischen 525.000 und 625.000 Verluste erlitten, darunter zwischen 125.000 und 150.000 Tote.  Die Zahl der russischen Todesopfer in der Ukraine sei "mehr als viermal so hoch wie alle US-Todesopfer in sämtlichen Kriegen seit dem Zweiten Weltkrieg zusammen«, heißt es in der CSIS-Studie. Zudem sei das Verhältnis von russischen zu ukrainischen Verlusten in der ersten Jahreshälfte 2026 vermutlich auf etwa acht zu eins gestiegen. [….]

(SPON, 02.07.2026)

….geht heute in den News unter zwischen all den Nagelsmann-Überschriften.

Die Millionen Opfer des Ukraine-Krieges überlässt man hingegen Bohlen und Putinella.

Nur, um sich einem moralisch untragbaren milliardenschweren Funktionärs-Event zu widmen, welches homophobe und misogyne Attacken fördert.


[….] Häusliche Gewalt und Fußball: Der Spieltag als Albtraum [….] Fußball kann aber auch Todesangst bedeuten. Studien in England zeigen, dass häusliche Gewalt an Spieltagen zunimmt. "Ich hatte Angst um mein Leben - ich dachte, er bringt mich um", erinnert sich Emma Bray. Sie hat selbst erlebt, wie ihr Ex-Partner Fußball als Ausrede nutzte, um ihr gegenüber gewalttätig zu werden, körperlich und emotional. [….] Emma ist kein Einzelfall. Die Nationale Statistikbehörde im Vereinigten Königreich schätzt die Zahl der Betroffenen von häuslicher Gewalt auf über 2,1 Millionen. Dass während eines Fußballspiels die Fälle in England steigen, haben in den vergangenen Jahren verschiedene Studien nachgewiesen - etwa in Manchester.

Wissenschaftler haben dort mithilfe von Polizeidaten die Auswirkungen von fast 800 Spielen von Manchester City und Manchester United ausgewertet. Das Ergebnis: Nach einem Spiel steigt die Zahl der gemeldeten Vorfälle an - in den ersten vier Stunden um fünf Prozent, alle zwei Stunden. Der stärkste Anstieg zeigt sich nach zehn bis zwölf Stunden. 16 Stunden nach einem Spiel verschwindet der Effekt. [….]

(Renée Severin, 23.08.2024)

Die stark ansteigende psychische, sexuelle und physische Gewalt während Fußballmeisterschaften durch die Zuschauer, Fan-Brutalität gegenüber der Familie, korreliert mit der Toleranz gegenüber gewalttätiger Spieler.

Vergewaltiger und Frauenschläger werden weder von Fans, noch von ihren Vereinen oder den internationalen Funktionären adäquat sanktioniert.

[……] Vorwürfe gegen WM-Spieler: Eine Branche schweigt [……] Der Fußball hat ein Systemproblem: Etliche Spieler, denen sexuelle Übergriffe gegen Frauen vorgeworfen werden, spielen auf der größten Bühne, die ihr Sport zu bieten hat. Wo bleibt der Kulturwandel?  [….]

(FAZ, 02.07.2026)

Die moralische Niedertracht der frustrierten deutschen Fußballfans, muss von den Minderheiten und Schwachen unserer Gesellschaft ausgebadet werden. Die Fußball-WM befördert rassistische Ausschreitungen.

[….] Nach dem deutschen Ausscheiden bei der WM häufen sich hierzulande rassistische Gewalttaten. Aus Chemnitz wird von Ausschreitungen berichtet. [….] Für Jonathan Tah steht der Fehlschuss sinnbildlich für das Scheitern. Dass er Deutschland in der Verlängerung mit einem Kopfballtreffer vermeintlich zum Sieg geführt hatte, der nach Videobeweis aberkannt wurde, zählt nach dem Abpfiff kaum noch. Ebenso rückt in den Hintergrund, dass auch Kai Havertz und Nick Woltemade ihre Elfmeter nicht verwandelten. Stattdessen richtet sich der öffentliche Zorn auf Tah. Für viele steht der Schuldige schnell fest – schließlich sei er angeblich „nicht deutsch“. Unter seinem Instagram-Beitrag häuften sich rassistische Beleidigungen und Anfeindungen.

Tah wurde in Hamburg geboren, seine Mutter ist Deutsche, sein Vater stammt aus der Republik Côte d'Ivoire. Dennoch sprechen ihm einige die Zugehörigkeit zu Deutschland ab. In rechten Kreisen taucht in diesem Zusammenhang oft der Begriff „Passdeutscher“ auf. Von einer „passdeutschen Fußballnationalmannschaft“ sprach die AfD-Bundestagsabgeordnete Christina Baum bereits 2022. Solche Narrative grenzen Spieler mit Migrationsgeschichte aus und schaffen einen Resonanzraum für rassistische Anfeindungen, die sich nach dem Schlusspfiff auch auf den Straßen entladen.

WM-Veranstaltungen werden zu Orten rechtsextremer Anfeindungen. So war es schon beim Spiel gegen die Elfenbeinküste. Beim Public Viewing in Berlin-Friedrichshain skandiert ein Zuschauer rassistische Parolen. Bei einem Autokorso in Kassel wird ein Hitlergruß aus dem Auto mit rechter Symbolik gezeigt. [….] Von einer rassistischen Verfolgungsjagd nach dem deutschen WM-Aus gegen Paraguay wird aus Chemnitz berichtet. [….] Schon während der TV-Übertragung, so das Recherchekollektiv, wurden Menschen rassistisch und antisemitisch beschimpft, Sitzplätze verweigert. [….] [….] Ein Zusammenhang zwischen dem Erstarken rechter Akteure, der politischen Instrumentalisierung des Fußballs und den rassistischen Vorfällen rund um die deutsche Nationalmannschaft liegt nahe. [….]

(Taz, 02.07.2026)

Es ist ein ekelhafter Sport, von dessen abscheulichen Seiten weder Spieler, noch Politiker, noch Funktionäre, noch Fans, noch begleitende Medien freizusprechen sind.

[….] Statt über die wahren Gründe für das blamable WM-Aus zu sprechen, werden Familientage und radelnde Ehefrauen vorgeschoben. Der deutsche Fußball ist und bleibt reaktionär. [….] Die vergangenen Tage haben gezeigt, wie reaktionär der deutsche Fußball immer noch ist. Ein paar Beispiele aus dem Boulevard gefällig?

    Lothar Matthäus kritisiert die sogenannten Familientage. »Frauen, Familien, alles war dabei«, durfte der Rekordnationalspieler bei der »Bild«-Zeitung erzählen. »Ich weiß nicht, warum man schon von Anfang an die ganzen Familien dabeihaben muss.«

    In anderen Berichten wird Bundestrainer Julian Nagelsmann dafür kritisiert, mit seiner Ehefrau zum Trainingsplatz geradelt zu sein. Und das Quartier in Winston-Salem war langweilig, auch das noch.

    Den erstaunlichsten Take liefert Bob Hanning, ebenfalls in der »Bild«. Hanning, ein Handballfunktionär, kritisiert ebenfalls die Familientage, die an den Tagen nach den Spielen stattgefunden haben, wo ohnehin Rehabilitation angesetzt war. Ausgerechnet der Mann, der 1000 Euro teure Versace-Pullover trägt, verknappt seine Kritik auf »Gucci, Gucci, Cappuccino« . [….] 

Um es an dieser Stelle einmal klar zu betonen: Die Nationalmannschaft hat gegen Paraguay verloren, weil sie ideenlosen, schlecht vorbereiteten und taktisch unzulänglichen Fußball gespielt hat. [….] Die zweite Komponente in dieser Matthäus-Hanning-Erzählung ist umso unerfreulicher: Die Frauen sind schuld, na klar, wer denn auch sonst?

ARD-Expertin Almuth Schult, vierfache Mutter und für einige Wochen in den USA, wurde vor der WM wiederholt gefragt, wie sie Familie und Beruf vereinbart. »Bastian Schweinsteiger wird auch nicht gefragt, wie er seine Kinder betreut«, lautete ihre verärgerte Antwort. [….]

(Marcus Krämer, SPON, 02.07.2026)

Natürlich weiß ich, daß es glühende Fußball-Fans, wie die beiden SPD-Generalsekretäre Kevin Kühnert und Tim Klüssendorf gibt, die ganz sicher nicht in ein homophobes, misogynes, gewalttätiges Raster passen. Die in jeder Hinsicht rühmliche Gegenteile der genannten abscheulichen Fußball-Begleiterscheinungen sind. Wieso sie sich für einen solchen „Sport“ begeistern, bleibt für mich völlig rätselhaft. Ich kann mir das nur mit einer Inselverarmung erklären, die wie bei Religiotie oder Homöopathie, offenkundig auch Fußballfans ergreifen kann.

[….]  Religiotie ist eine selten diagnostizierte (wenn auch häufig auftretende) Form der geistigen Behinderung, die durch intensive Glaubensindoktrination vornehmlich im Kindesalter ausgelöst wird. Sie führt zu deutlich unterdurchschnittlichen kognitiven Leistungen sowie zu unangemessenen emotionalen Reaktionen, sobald es um glaubensrelevante Sachverhalte geht.

 Bemerkenswert ist, dass sich Religiotie nicht notwendigerweise in einem generell reduzierten IQ niederschlägt: Religioten sind zwar weltanschaulich zu stark behindert, um die offensichtlichen Absurditäten ihres Glaubens zu erkennen, auf technischem oder strategischem Gebiet können sie jedoch (siehe Osama bin Laden) hochintelligent sein. Wie es „Inselbegabungen“ gibt (geistig behinderte oder autistische Menschen mit überwältigenden mathematischen oder künstlerischen Fähigkeiten), so gibt es offensichtlich auch „Inselverarmungen“ (normal oder gar hochintelligente Menschen, die in weltanschaulicher Hinsicht völlig debil sind).

Religiotie sollte daher als „partielle Entwicklungsstörung“ verstanden werden – ein Begriff, den der Entwicklungspsychologe Franz Buggle schon vor Jahren vorgeschlagen hat, um die spezifischen Denkhemmungen religiöser Fundamentalisten zu erfassen. [….] 

(Keine Macht den Doofen, s.42f)

Donnerstag, 14. Mai 2026

Deutschland unterstützt Russland

Ja, sicher, am 24.02.2022 habe ich die militärische Lage der Ukraine auch völlig falsch eingeschätzt. Als das riesige übermächtige Russland, die Atom-Supermacht losmarschierte.
Und auf der anderen Seite das kleine Problemland, dem wir erst mal mit 5.000 Helme aushelfen mussten.

Wenigstens bin ich Laie. Peinlicher war es natürlich für all die Militärexperten, Generäle und Obersten, die in den Talkrunden saßen und einen totalen Zusammenbruch der Ukraine innerhalb weniger Wochen voraussagten.

Gute vier Jahre wissen wir es besser: Die enorme Waffen-Übermacht auf dem Papier, bedeutet keineswegs einen ebenso klaren und schnellen Sieg auf dem Boden.

Das erlebt das stärkste Militär der Welt unter der glorreichen Führung des Very Stable Genius gerade im Iran: Der USA geht die Munition aus, der größte Flugzeugträger der Erde, die USS Gerald Ford, musste zu Reparaturen vom Golf abgezogen werden und die Mullah haben eine starke Verhandlungsposition.

[….] Dass die eigenen Siege gern größer dargestellt werden als sie sind, ist fast schon normal. Die Erfolgsmeldungen, die Amerikaner und Israelis wenige Tage nach Beginn des Krieges gegen die Islamische Republik Iran kundtaten, gehören aber in eine andere Kategorie. Nicht nur, weil sie so triumphaler nach Sieg an allen Fronten klangen. Sondern auch, weil sie nicht stimmten.

Die Mullah-Republik sei militärisch am Boden, die iranische Marine läge am Grund des Persischen Golfs, hatte US-Präsident Donald Trump wenige Tage nach Kriegsbeginn getönt. Militärisch gesehen habe die Islamische Republik „nichts mehr übrig.“ Auch die meisten der primär von Israel gefürchteten ballistischen Raketen habe man zerstört. Die Zerschlagung des iranischen Raketenprogramms war eines der erklärten Kriegsziele.

Rund 90 Prozent der unterirdischen Raketenstätten Irans sollen in Betrieb sein.

Den amerikanischen und israelischen Jets gingen die Ziele aus, klagte der US-Präsident. Irans Raketen seien „bis auf ein paar verstreute Überreste reduziert worden“. Ähnlich euphorisch formulierte es Verteidigungsminister Pete Hegseth, der den Titel „Kriegsminister“ trägt. Die USA und Israel hätten Irans Streitkräfte „dezimiert und auf Jahre kampfunfähig gemacht“.

Doch die Alliierten waren zu siegessicher. Iran besitze immer noch rund 70 Prozent seiner mobilen Raketenwerfer und fast zwei Drittel der Raketen selbst, berichtete die New York Times am Dienstag unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise. Ähnliche Zahlen hatte zuvor die Washington Post berichtet. Demnach haben die Iraner weiterhin jede Menge sowohl weitreichender ballistischer Geschosse als auch Kurzstreckenraketen und Marschflugkörper im Arsenal.  [….]

(Tomas Avenarius, 13.05.2026)

Die Todeszahlen, die Verletzten, die Zerstörungen in der Ukraine, sind tatsächlich so verheerend, wie vor vier Jahren für den Fall, daß sie sich mit allen Mitteln gegen Putin wehrt, prognostiziert wurde.

Bei einer sofortigen Ukrainischen Kapitulation im Jahr 2022, könnten heute noch viele Menschen leben, wäre die Infrastruktur noch intakt, wäre nicht das Klima massiv geschädigt worden.

Aber Russland gewinnt nicht militärisch.

Aber Russland wird selbst auch zerstört.

Aber Russland zahl selbst einen aberwitzigen Blutzoll von möglicherweise bis zu einer Million Menschenleben bisher.

Insbesondere veränderte sich aber unsere Sicht auf die Ukrainische Armee, die in den vergangenen Jahren Fähigkeiten entwickelte, von denen die Bundeswehr nur träumen kann.

Sie ist klar die stärkste Militärmacht Europas und ein gefragter Partner der Golf-Staaten, die vom Iran beschossen werden.

[….] Die Golfstaaten leiden im Iran-Krieg unter starkem Beschuss. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar sorgen sich um ihre Sicherheit. Präsident Selenskyj bietet ihnen die Expertise der Ukraine an.

Die Ukraine hat mit mehreren Golfstaaten eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung besiegelt. Bei einer Reise in die Region schloss der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entsprechende Abkommen zunächst mit Saudi-Arabien und dann mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Nach dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar wurden ukrainische Experten in die Region entsandt, um bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen zu helfen.  [….]

(NTV, 28.03.2026)

Im linken Schwurbelstan, bei Alice Schwarzer und Alice Weidel, bei Wagenknecht und BSW, bei AfD und Russlanddeutschen, wird immer noch nicht verstanden, daß die Ukraine das einzige ist, das zwischen uns und Putin steht. Auf Trumpmerica ist sicher kein Verlass, unsere eigene Bundeswehr immer noch ein Saftladen.

(….)  Schließlich verstieg [Tagesspiegel-Amerika-Mann Marschall] sich dazu, „Zwei ganz harte Sachen“ zu sagen (ab Minute 44:17):

[….] Ich verstehe nicht, warum wir in Deutschland und Europa irgendwelche Hoffnungen in Gespräche mit Putin setzen. Putin hat alle Abkommen gebrochen. Es spricht überhaupt nichts dafür, wenn es denn zu einem Abkommen käme, dass er das freiwillig einhalten würde. Und das zweite, wir sind einer so schrecklichen Situation, dass wir in einem Gewissenskonflikt sind, dass wir einerseits wünschen, dass der Krieg endet, damit Menschen nicht mehr sterben. Aber solange die Ukraine kämpft, ist das die sicherste Hindernis dafür, dass Putin die NATO Ostflanke angreift. Und ich meine vor allen Litauen, weil dort die Bundeswehr steht, dann wären wir im Krieg. Also, es ist wirklich ein Gewissenskonflikt. Es ist brutal das zu sagen, aber es liegt in unserem Interesse, dass dieser Krieg noch etwas weitergeht, damit wir eine glaubwürdige Abschreckung aufbauen können, damit nach dem Ukrainekrieg nicht ein Litauen Krieg folgt. [….]

(C.v. Marschall)

Wenn aber Russland die NATO-Mitglieder Litauen oder Estland angreifen sollte und daraufhin der Artikel 5 griffe, würde MAGAmerika uns mit hoher Wahrscheinlichkeit im Stich lassen und nicht seine Atomstreitmacht gegen Putin ins Feld führen.

Eine Anruferin war davon derartig entsetzt, daß sie ihre ursprünglich Frage zurück zog, um darauf erneut einzugehen (ab Minute 58:08):


[…] Während der Runde hat mich ein Satz sehr gestört von Herrn Marschall und zwar in dem er gesagt hat, ähm der Krieg könnte ruhig noch ein bisschen weitergehen in der Ukraine, weil sonst ähm würde man ein hohes Risiko eingehen. Und ich finde das ganz schlimm, so einen Satz in die Welt zu setzen, vor allen Dingen als Journalist, weil ich weiß nicht, ob er schon mal selber erlebt hat, wie es ist im Krieg die Menschen, die frieren, die hungern, die Ängste haben und da noch zu sagen, der könne ruhig noch ein bisschen weitergehen, der Krieg das leichtfertig und ich finde es erschütternd.   […]

(Anruferin aus Berlin)

Ich befürchte, hier klingt wieder das fatale Schwurbel-Hufeisen an: Putin-Fans, Rechtsradikale, Öko-Verwirrte, Denk-Amateure und durchaus sympathische Menschen, die sich einfach nur Frieden wünschen.

Aber der Zug ist leider abgefahren. Man kann jetzt nicht das Schießen und Morden beenden, indem man Putin einfach das gibt was er möchte, Donezk, Donbass, die am stärksten befestigten Ukrainischen Stellungen. Denn so viel wissen wir sicher; Putins Versprechungen sind genauso wertlos, wie Trumps. Er wird sich nicht in Zukunft bescheiden zurückhalten, wenn man ihm nur weit genug entgegenkommt. Das hat Chamberlain vergeblich mit Hitler versucht, das versucht Merz vergeblich mit Trump und das wird auch nicht mit Putin funktionieren.

[….] Ich verstehe völlig ihre Empörung, aber ich habe nicht gesagt, der kann noch ein bisschen weitergehen, sondern ich habe genau das getan, was sie von mir gefordert haben. Ich habe gesagt, wir sind in einem Gewissenskonflikt und dass ich jetzt etwas ganz Schreckliches sagen werde.

Das ist leider durch unser Verschulden, weil wir Abschreckung Militär über Jahre nicht ernst genommen haben, brauchen wir Zeit, um abschreckungsfähig zu werden. Und diese Zeit schenkt uns die Ukraine, solange sie kämpft. Ich weiß nicht, ob sie gerne lieber haben wollen, dass dieser Ukrainekrieg ganz schnell runtergeht und kommendes Jahr greift Putin die deutschen Soldaten in Litauen an. Ob sie das für die bevorzugenswerte Variante halten. Es ist ein moralischer und ein Gewissenskonflikt, aber wir müssen ihn offen aussprechen, natürlich in der gebotenen Einordnung, dass das etwas schreckliches ist, das so sagen zu müssen. Aber in diese Lage haben wir uns gebracht [….]

(C.v. Marschall)

Marschall mag persönlich nicht besonders liebenswert sein und auch nicht immer Recht haben. In diesem Fall aber schon. EU-Regierungschefs und Verteidigungsminister werden es nicht laut aussprechen, weil es so amoralisch und empörend ist. Aber ich vermute auch sehr stark, daß sie sich hinter verschlossenen Türen wünschen, der Ukraine-Krieg möge noch ein paar Jahre möglichst blutig weitergehen und dabei dem Kreml jeden Tag viel Geld, Waffen und Menschenleben kosten. Das ist im Moment unsere beste Möglichkeit, die russische Armee zu schwächen. Die Ukrainer zahlen ungerechterweise den tödlichen und perfiden Preis für uns. Da ist es das Mindeste, sie wenigstens finanziell, logistisch und mit allen Waffen, die wir haben, auszustatten. (….)

(Mehr Geld und mehr Waffen für die Ukraine, 25.01.2026)

Es dürfte der eine, aber womöglich wesentliche Verhinderungsgrund sein, der gegen eine CDU-AfD-Bundesregierung spricht: Selbst die meisten relevanten Politiker der CDU haben begriffen, wie wichtig die militärische und finanzielle Unterstützung für die Ukraine ist. Und sei es auch nur aus egoistischen Motiven, um der Bundeswehr Zeit zur Aufrüstung zu verschaffen.

Aber blöd, wie sie nun einmal sind, stärken die Fossil- und Uran-Jünger der CDUCSU dennoch Putin den Rücken.

[…] Ein Gas-Deal für Putins Kriegskasse[…] Ein Bundesunternehmen verhandelte 2023 mit einem Putin-Vertrauten über die Wiederaufnahme von LNG-Lieferungen - das zeigen NDR-Recherchen. Der Kreml gab das Geschäft frei, seitdem fließen Milliarden. […] Es ist eine vertrauliche Mission, Anfang April 2023. Egbert Laege, Chef der bundeseigenen Firma SEFE, ist eigens nach Dubai gereist. Der Mann, den er treffen will: Leonid Mikhelson, einer der reichsten Russen, Chef der Gasfirma Novatek und Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin. […]

SEFE-Chef Laege ist sich offenbar bewusst, dass sein Plan politisch heikel ist. Das deutet er in seinem internen Memo zum Treffen mit Mikhelson an. Aber es hält ihn nicht davon ab, die Gas-Gespräche voranzutreiben. Laege und Mikhelson wollen einen alten Vertrag aus dem Jahr 2015 wieder zum Leben erwecken, aus der Zeit, in der die SEFE noch Gazprom Germania hieß und ein Ableger des russischen Staatskonzerns Gazprom war. Weil die Bundesregierung die Gazprom Germania 2022 aber verstaatlicht, in SEFE umbenannt und dem Zugriff Russlands entzogen hat, boykottiert die russische Regierung die SEFE.

Mit Mikhelson scheint sich Laege schnell einig zu sein. Ein Ableger von Mikhelsons Firma Novatek soll bis 2038 LNG an die SEFE liefern. […] Lieferdaten legen nahe, dass die meisten Lieferungen seit 2023 tatsächlich nach Europa gingen. 2026 landeten laut einer Analyse der Organisation "Urgewald" in den ersten vier Monaten sogar 98 Prozent aller Exporte aus dem Yamal-Projekt in Europa. Die SEFE gilt seit der Wiederaufnahme der Lieferungen 2023 als einer der bedeutendsten Abnehmer. In Häfen wie Seebrügge oder Dünkirchen wird das Gas in Pipelines gespeist. Von dort aus strömt es wohl auch nach Deutschland. […] Bis 2027 aber wird das LNG noch in der EU anlanden - und die Milliarden noch weiter nach Russland fließen. […]

(Tagesschau, 13.05.2026)

Samstag, 2. Mai 2026

Im Kreml wird der Champagner wieder knapp.

Der militärische Zwerg Westeuropa weiß seit 2014, als die Krim annektiert wurde, seit 2016, als Trump gewählt wurde, seit 2020, als der Brexit vollzogen wurde, seit 2022, als Putin die Ukraine überfiel, seit 2024, als Trump wiedergewählt wurde, daß er endlich auf eigenen Füßen stehen muss. Der ökonomische Riese Westeuropa weiß, daß er eine gemeinsame Außenpolitik, eine gemeinsame Verteidigungspolitik und militärische Ressourcen unabhängig von der USA braucht, daß er endlich fähig werden muss, zumindest simple Dinge, wie Artilleriemunition und Drohen selbst herzustellen.

Russland, die Ukraine, der Iran schaffen all das unter erheblich schwierigeren Bedingungen. Im Krieg. Unter schweren Wirtschaftssanktionen. Mit viel weniger Geld. Mit viel weniger Menschen.

Die EU hingegen scheitert. Dafür zeichnet ein ganzer Strauß von Ursachen verantwortlich.

Die komplizierten Entscheidungswege, nationale Egoismen, Bürokratie, Idioten-Wähler, die europafeindliche Abgeordnete ins Straßburger Parlament schicken, inkompetentes Führungspersonal (Merz, Leyen), Lethargie, Begriffsstutzigkeit, russische U-Boote im Rat und generell eine gewaltige Menge Grund-Doofheit.

Natürlich möchte man auch in Deutschland nicht gern ein ökonomisch abgehängtes Protektorat Chinas sein, oder von russischen Truppen überrannt werden. Wenn es aber so käme, kann man nur sagen: Wohlverdient. Wenn die Europäischen Bürger sich von eigener Dummheit getrieben, ständig selbst ins Knie schießen, indem sie für den Brexit stimmen, 16 Jahre, Orbán wählen und die Dexit-Partei zur stärksten Partei in Deutschland machen, liegt ihnen offenbar nichts an Freiheit, Demokratie und Selbstständigkeit. Wie in Deutschland die AfD, wird auch in Frankreich mit der Rassemblement National (RN) ein antidemokratischer Putin-Büttel als stärkste politische Kraft gesehen.

Kaum ist Viktor Orbán Geschichte, poppen neben Robert Fico (Ministerpräsident der Slowakei) und Andrej Babiš (Ministerpräsident der Tschechischen Republik) mit dem Wahlsieg Rumen Radevs in Bulgarien die nächsten Kreml-Fans im europäischen Rat auf.

Vielleicht haben wir es einfach nicht verdient, als EU politisch zu überleben. Keiner zwingt uns, die vielen Anhänger des Kriegsverbrechers Putin in die europäischen Parlamente zu wählen.

2024, als wir noch einen klugen Bundeskanzler Scholz und einen klugen US-Präsidenten Biden hatten, vereinbarten die beiden Herren, die Verlegung einer US-Einheit mit weitreichenden Raketen und Marschflugkörpern nach Deutschland. Waffensysteme, die Moskau direkt treffen könnten und eine unmissverständliche Botschaft an den Kriegsherren Putin, der dem Vernehmen nach, sehr wütend war.

Dann aber entschieden sich die Wähler in Deutschland, doch lieber Merz als Bundeskanzler zu wollen. Dann aber entschieden sich die Wähler in den USA, doch lieber Trump als Präsidenten zu wollen.

Nachdem Trump vorgestern über eine Stunde mit Putin telefonierte, entschied er, genau diese Einheit mit den Moskau erreichenden Raketen und Marschflugkörpern, aus Deutschland abzuziehen! Kriegsminister und Kreuzritter Hegseth ist begeistert und befahl sogleich den Vollzug.

Für Putin könnte es wieder einmal nicht besser laufen.

Trump nimmt mit dem Irankrieg den Fokus von der Ukraine, unterminiert den Nachschub aus NATO-Staaten an Kiew und baut nun die Versicherungen gegen russische Bedrohungen in Europa ab! Die NATO ist schon fast tot.

 […..] Die Allianz braucht Amerika. Zwingend und in doppelter Hinsicht: Zum einen hängt die Abschreckungskraft der Nato gegenüber Russland von der Macht des amerikanischen Militärs ab, zum anderen von der Verlässlichkeit des amerikanischen Versprechens, dieses Militär im Ernstfall tatsächlich zur Verteidigung Europas einzusetzen. Artikel 5 des Nato-Vertrags verpflichtet die Mitgliedsländer zwar zu gegenseitigem Beistand. In der Praxis jedoch entscheidet der US-Präsident allein darüber. Sein Wort zählt. Wenn es glaubwürdig ist, zählt es alles. Wenn es nicht glaubwürdig ist, zählt es nichts.

Ein US-Präsident, der wie ein beleidigtes, trotziges Kind auf dem Spielplatz seine Schäufelchen und Förmchen einpackt, weil er auf ein anderes Kind sauer ist, stellt all das infrage. Donald Trump zeigt sowohl den Mitgliedern der Nato als auch deren Feinden, dass er launisch ist und willkürlich handelt. Dass er Amerikas Militär für bloße Verfügungsmasse hält, das er für persönliche Racheaktionen nutzen kann. Dass ihm die Sicherheit der europäischen Verbündeten nichts bedeutet, dass er Artikel 5 für sich als nicht bindend erachtet.

Wie verlässlich, wie glaubwürdig also ist die Sicherheitsgarantie noch, die die Nato allen ihren Mitgliedern gibt, wenn sie vom Wort dieses amerikanischen Präsidenten abhängt? Der Bundeskanzler sollte jetzt lieber nicht auf diese Frage antworten – gibt nur wieder Zoff.

In Moskau nimmt man das mit großer Befriedigung zur Kenntnis. Der russische Diktator Wladimir Putin muss gar nicht viel tun, um seinem Ziel, die Nato zu zerstören, immer näherzukommen. Trump macht die Arbeit für ihn: Er schwächt die Allianz politisch, indem er es den Verbündeten unmöglich macht, Verbündete zu sein. Keine europäische Regierung kann es sich innenpolitisch leisten, Trumps Forderung zu folgen und an seinem planlosen, rechtswidrigen Krieg gegen Iran teilzunehmen. […..] Aber in den Krieg gegen Teheran ziehen? Unmöglich. Trump demontiert lieber die Allianz, als das einzusehen. […..]

(Hubert Wetzel, 02.05.2026)

Selbstverständlich ist das völlig irrsinnig, was Trump tut.

Das wissen sogar die Republikaner im Kongress, die entsetzt sind. Da sich aber jeder von ihnen Testikel und Rückgrat entfernen ließ, müssen Trump und Putin sich nicht sorgen. Ernsthaften Wiederstand wird es nicht geben.

[….] Jetzt regt sich im US-Kongress Widerstand gegen die Abzugspläne - und zwar innerhalb von Trumps eigener Partei. In einem gemeinsamen, von der Nachrichtenagentur Reuters verbreiteten Statement erklärten die Republikaner Roger Wicker und Mike Rogers: »Wir sind sehr besorgt über die Pläne, eine US-Brigade aus Deutschland abzuziehen.« Wicker ist ein in Mississippi gewählter Senator, Rogers ist Mitglied des US-Repräsentantenhauses aus Alabama.

Die beiden US-Politiker forderten, dass eine bedeutende Veränderung an der Präsenz von US-Truppen in Europa unbedingt mit dem US-Kongress in Washington und den Verbündeten der USA abgesprochen werden müsse. Das Pentagon sei dazu verpflichtet, dem Hauptausschuss für Aufsicht und Rechenschaft im Repräsentantenhaus innerhalb der nächsten Tage und Wochen die möglichen Implikationen für die US-Abschreckungsstrategie und für die transatlantische Sicherheit zu erläutern. [….]

(SPON, 02.05.2026)

Wicker und Rogers sind politische Amöben, die sich nie wirklich gegen Trump stellen würden. Die mächtigen GOPer – Graham, Rubio, Johnson, Vance – erst recht nicht.

Mittwoch, 22. April 2026

Das Kind muss einen Namen haben

Leider wird das Sane-Washing von fast alles seriösen Medien betrieben. Sie berichten über Donald Trumps Äußerungen, als ob er ein normaler Präsident wäre. Seine Aussagen werden in gebräuchliche Worte transliteriert und dabei höchstens mit dem Hinweis versehen, er verwende vulgäre Ausdrücke. Sein Lieblingssender FOX kann die „Truths“ seines Messias‘ nicht zitieren, ohne ganze Passagen wegzupiepen.

Die rechten US-Sender kritisieren seinen Iran-Krieg gar nicht. In deutschen TV-Sendern drückt man sich um eine klare Bewertung bei der Zustandsbeschreibung.

Gibt es einen Waffenstillstand? Verhandlungen? Soll ein Deal, ein Abkommen erzielt werden? Sucht Trump einen Ausweg; hat er seine Ziele noch nicht erreicht, möchte die USA ihr Gesicht wahren? Ist Trump etwa ratlos?

Das Ringen um die richtigen Worte, wird durch die kontinuierlichen Wechsel der Begründung für den Angriff und die Kriegsziele erschwert.

Immerhin das ist Konsens in der deutschen Presse: Was auch immer Trump eigentlich wollte….

·        Netanjahu gefallen

·        Friedensnobelpreis

·        Von Epstein ablenken

·        Innenpolitisch punkten

·        Regime-Change

·        Verbesserungen für das Iranische Volk

·        Stopp der Uran-Anreicherung

·        Auslieferung des hochangereicherten Irans in die USA

·        Vernichtung des Iranischen Raketenprogramms

·        Obamas „Iran-Deal“ übertreffen

·        Israel und die Golf-Monarchien vor dem Iran schützen

… wurde nicht erreicht, weil die Trump-Administration ohne Plan und Kenntnis des Nahen Ostens losschlug. Es gab schlicht und ergreifend keine Strategie.

Im letzten Presseclub zum Thema „Gefährliche Mission: Was bringt ein Bundeswehr-Einsatz am Golf?“, einer wieder einmal sehr lehrreichen Runde, hörte ich von ZEIT-Korrespondent Michael Thumann kurioserweise das erste mal, eine korrekte Beschreibung: Die USA haben den Krieg verloren.

Alle vier Experten waren sich einig; das Iranische Regime ist nach acht Wochen sogar gestärkt, die Opposition demoralisiert und zu allem Übel hat Trump die Mullahs zu Schleusenwärtern von Hormus aufgewertet; ihnen damit ein Instrument in die Hand gegeben, die Welt zu erpressen. Die Lage ist so komplex, daß es viele Jahre komplizierter Verhandlungen braucht. Das bestmögliche Ergebnis wurde bereits mit dem „Iran-Deal“ von 2015 erzielt, welches aber Trump, in seiner ihm eigenen Idiotie, zerschlug und nun der Hybris erliegt, drei US-Greenhorns könnten es in 21 Stunden in Islamabad besser machen.

Trump, Vance, Kushner, Witkoff, Rubio und Lindsey Graham sind geistesgestört. Sie haben sich in einen unlösbaren Clusterfuck verrannt. Auch Atom-Supermächte können heute regionale Kriege verlieren und krachend daran scheitern, ihre Ziele durchzusetzen. 

[….] Die Mullahs feiern schon den Sieg [ ….] US-Präsident Trump verlängert die Waffenruhe, noch dazu ohne Frist – und das iranische Regime reagiert selbstbewusst wie lange nicht. Es stoppt in der Straße von Hormus mehrere Handelsschiffe. [….] In der Nacht zu Mittwoch jedenfalls feierte das iranische Regime Trumps Verlängerung wie einen Sieg.

Der US-Präsident, so die erwähnte Agentur Tasnim, glaube nicht mehr daran, „dass er mit Krieg etwas erreichen kann“. Daher suche Trump „einen Ausweg“. In Teheran wirken sie begeistert davon, dass die US-Regierung von sich aus eine weitere Phase der Waffenruhe ankündigt, und dies nur, damit die iranische Seite überhaupt zu Gesprächen erscheint. [….] Iran hat bisher, was das Atomprogramm betrifft, kaum ein Zugeständnis gemacht. Es hat sich von Trumps Seeblockade gegen die iranischen Häfen nicht dazu drängen lassen, nach Islamabad zu kommen und zu unterschreiben, was die Amerikaner verlangen. Etwa, dass Irans auf 60 Prozent angereichertes Uran außer Landes gebracht wird und dass das Regime auf mindestens 20 Jahre jedes Anreichern einstellt.

Am Mittwoch hieß es aus Teheran, dass man sich an Trumps Waffenruhe nicht gebunden fühle, da die US-amerikanische Blockade ein kriegerischer Akt sei. Wie zur Bestätigung beschoss die Revolutionsgarde ein Containerschiff nordöstlich von Oman und zerstörte wohl dessen Brücke. [….]

(Raphael Geiger, 22.04.2026)


Die USA haben diesen Krieg verloren. Dank Trump. Als Bestätigung lese man diese Aussage des chronischen Lügners:

[…] I’m winning a War, BY A LOT, things are going very well, our Military has been amazing and, if you read the Fake News, like The Failing New York Times, the absolutely horrendous and disgusting Wall Street Journal, or the now almost defunct, fortunately, Washington Post, you would actually think we are losing the War. [….]

Trump 20.04.2026

Das Hauptproblem der USA lautet Donald Trump.

Wie beim Kaiser ohne Kleider, sind fast alle Freunde der USA zu feige, die einfache Wahrheit auszusprechen und Trump zu sagen „Du hast verloren“.

Im Gegenteil, heimlich hoffte man, er werde doch irgendwie ein Regimechange in Teheran erreichen, die Nukleargefahr ein für alle Mal ausräumen, mogelte sich um eine völkerrechtliche Bewertung des Offensichtlichen herum. Neben Rutte fungiert Merz als peinlichste internationale Figur, indem er sich immer noch, seiner guten Beziehungen zu Trump rühmt.

[…]  Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht sich als einer der wenigen Politiker, die einen guten Zugang zu US-Präsident Donald Trump haben. Merz sagte beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin, er versuche trotz aller Kritik, zum amerikanischen Präsidenten ein vernünftiges persönliches Verhältnis zu haben, solange es eben möglich sei.  […]

(RND, 20.04.2026)

Der Sauerländer Simpel begreift es immer noch nicht und glaubt, er könne mit Schmeichelei Trump einhegen, ihm verlässlichen Zusagen abringen.

Es geht nicht MIT Trump. Es geht nur GEGEN Trump. Den Kriegsverlierer Trump, der gerade die US-Wirtschaft crasht und in den Umfragen abstürzt.

Niemand bestreitet, wie wichtig die USA militärisch und ökonomisch für die EU sind. Daher verstehe ich die Versuche, irgendwie mit Trump auszukommen. Aber nach 14 Monaten seiner zweiten Amtszeit ist das Experiment gescheitert.

Die EU muss nun auf die Methode Sanchez umschalten und der gesamten US-amerikanischen Öffentlichkeit zeigen, was man von ihrer Regierung hält; nämlich nichts! Schluß mit dem Appeasement. Her mit dem Klartext: Trump hat verloren!

[…] Trump kapituliert vor den Mullahs

Irans Regime sperrt sich gegen Verhandlungen. Donald Trump hat trotzdem eine unbefristete Waffenruhe ausgerufen. Der US-Präsident will raus aus Nahost, weiß aber nicht, wie. Er ist ein Opfer von vielen: Am Mittwochmorgen soll in Iran nach Medienberichten erneut ein Mann gehängt worden sein, die Behörden beschuldigen ihn, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad gearbeitet zu haben. Bereits am Montag hatte die Führung in Teheran zwei Männer wegen angeblicher Spionagevorwürfe hinrichten lassen.

Die Exekutionen lassen erahnen, was den Menschen in Iran in den kommenden Monaten bevorstehen dürfte: blanker Terror durch ein Regime, das durch den Konflikt mit den USA und Israel radikalisiert und ermutigt zugleich ist.

Als US-Präsident Donald Trump den Krieg gegen Iran vor bald zwei Monaten begann, da sollte es auch um die Iranerinnen und Iraner gehen. »Hilfe ist auf dem Weg« hatte Trump bereits im Januar versprochen, nachdem das Regime Massenproteste brutal niedergeschlagen hatte.

Von den Menschen in Iran ist in Washington längst keine Rede mehr. Stattdessen bewegt sich Trump jetzt auf die Mullahs zu. [….]

(SPIEGEL-Leitartikel von Maximilian Popp, 22.04.2026)

Trump wird es ohnehin nie begreifen und erst Recht nicht zugeben. Umso wichtiger ist es, den US-Medien aus allen europäischen Hauptstädten unmissverständlich zu erklären: IHR HABT VERLOREN!

Wadephul und Merz müssen sich irgendwoher ein Rückgrat ausleihen und ihren bisherigen Irrweg verlassen. Die Iranforscherin Diba Mirzaei am GIGA-Institut für Nahoststudien in Hamburg erklärt:

[….] SPIEGEL: US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, den Waffenstillstand mit Iran »auf unbestimmte Zeit« zu verlängern. Wie verkauft das iranische Regime diesen Schritt?

Mirzaei: Ganz klar als Sieg. Das Regime behauptet, die USA und auch Israel seien nicht in der Lage gewesen, ihre militärischen Ziele zu erreichen – deshalb hätten sie sich an den Verhandlungstisch setzen müssen. Zugleich betont die Führung in Teheran: Wir kontrollieren jetzt die Straße von Hormus und halten damit die Weltwirtschaft in der Hand. Der größte Triumph aus Sicht des Regimes ist aber, dass es überhaupt noch existiert. Viele hatten erwartet, dass gezielte Tötungen in der politischen und militärischen Führung das Ende der Islamischen Republik einleiten würden. Stattdessen sehen wir, dass sofort eine Nachfolge organisiert wurde und sich auch die neue Führung inzwischen relativ gefestigt präsentiert. [….] Interessant ist, dass Donald Trump angekündigt hat, die Waffenruhe zu verlängern – ohne ein Enddatum zu nennen. Das lässt viel Spielraum und könnte bewusst so vage gehalten sein, damit er einen Ausweg aus diesem Krieg findet. In Teheran wird das eindeutig als einseitige Erklärung wahrgenommen. Im Staatsfernsehen heißt es: Die Amerikaner sind bereit, die Waffenruhe zu verlängern – wir nicht. Und wenn wir in der Straße von Hormus bedrängt werden oder Israel im Süden des Libanon weiter vorgeht, dann haben wir die Mittel, zurückzuschlagen. [….] In der Region sehen wir eine Machtverschiebung zugunsten Irans. Dieser Krieg und die Tatsache, dass Iran so lange durchgehalten hat, haben gezeigt, dass Teheran die massiven Verteidigungsstrukturen der USA im Golf durchdringen und die Golfstaaten ernsthaft beschädigen kann. Iran kann die gesamte Region unter Druck setzen. Für die Golfstaaten bedeutet das, dass sie sich langfristig andere Verbündete suchen werden. Erste Tendenzen sehen wir in der Annäherung an Länder wie Pakistan oder die Türkei. Washington konnte sie nicht schützen und hat sich an die Seite Israels gestellt. Das werden die Golfstaaten nicht vergessen.  [….]

(SPON, 22.04.2026)