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Samstag, 13. Juni 2026

Es gibt keinen Widerstand

Weder das Volk, noch die Gerichte, noch der Kongress, noch die Parteien, noch die Presse oder die Wirtschaft halten Trump auf. Niemand packt ihn, bevor er wieder etwas absolut Idiotisches und Hochgefährliches anstellt.

Ausgerechnet dieser moralisch verkommene, intellektuell unterbelichtete, sadistische, selbstverliebte Serienpleitier vermochte es, 250 Jahre Demokratie in den USA auszuhebeln, die Gewaltenteilung zu schleifen, die Presse nahezu gleichzuschalten und sich auf nie dagewesene Weise selbst zu bereichern.

Er könnte tatsächlich die stärkste Wirtschafts- und Militärmacht der Erde in eine absolutistische Familien-Autokratie transformieren, in der seine halbdebilen Nachkommen für Generationen herrschen.

Könnte. Man muss aber den Konjunktiv verwenden, denn eins spricht dagegen:

Trump selbst. Er ist einfach zu dumm und merkt daher nicht, wie er sich immer wieder selbst ins Knie schießt, unnötig die US-Wirtschaft schwächt, das internationale Ansehen ruiniert und selbst seine treuesten Jünger gegen sich aufbringt.


Der Mann ist vollkommen auf den Kopf gefallen und verfügt international, sowie national über derart wenig Glaubwürdigkeit, daß nach seinen Ankündigungen eines „Peacedeals“ mit dem Iran, Medien bei den glaubwürdigeren Teheraner Nachrichtenagenturen und X-Accounts des Mullah-Regimes nachsehen, ob Trump nicht bloß wieder einmal phantasiert, wie er es inzwischen 39 mal öffentlich log!

[….] Donald Trumps Drohungen kommen oft in den frühen Morgenstunden. Vorgestern, 7.03 Uhr Eastern Time, postete der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social: »Der Bully des Nahen Ostens ist TOT.« Im März, es war gerade elf Minuten nach sechs, schrieb er: »Iran, das derzeit völlig fertiggemacht wird, hat sich entschuldigt und ergeben«.

Gestern, um 8.22 Uhr, eine neue Ankündigung: Die USA würden Iran noch am Abend »sehr hart angreifen.« Sie würden die Insel Charg einnehmen und die komplette iranische Ölindustrie unter amerikanische Kontrolle bringen, eine Operation, die ohne US-Bodentruppen nicht machbar wäre. [….] Am Abend ließ Trump die Öffentlichkeit dann wissen, er habe »den Krieg mit Iran beendet.« [….] Der Krieg im Nahen Osten, von Trump geplant als kurzer Siegeszug, dauert nun schon mehr als 100 Tage an. [….] Seit Wochen erklärt Trump, ein Abkommen sei binnen weniger Tage zu erwarten. Dann wieder kündigt er Eskalation an, droht mit Bomben und Bodentruppen. Den Zickzackkurs mag Trump als Strategie verkaufen – er zeigt aber vor allem, dass er keinen Plan hat. [….] Trumps Art, ständig zwischen hartem, feindlichen Gebaren und integrativeren Tönen zu wechseln, führe dazu, dass man ihm schlicht nicht mehr vertraue. »Ich halte ihn nicht für einen beeindruckenden Verhandler«, sagte der Harvard-Experte Robert Mnookin schon zu Trumps erster Amtszeit dem US-amerikanischen Radionetzwerk NPR. [….] Inzwischen gilt Trump weniger als geschickter Stratege, denn schlicht als erratisch und unverlässlich. [….]

(Spon, 12.06.2026)

CNN, 11.06.2026

Wer dreimal lügt, dem glaubt man nicht.

Wer 39 mal lügt, dem glaubt die iranische Führung nicht mehr.

Wer 30.000 mal allein in seiner ersten Amtszeit lügt, dem glauben immer noch 77 Millionen US-Amerikaner, die ihn am 05.11.2024 wiedergewählt haben. Aber die Amerikaner sind eben ein sehr dummes Volk.

Selbst die größten Idioten bemerken beim Tanken und beim Gang in den Supermarkt, wie enorm die Preise anziehen.

Sie mögen es nicht, wenn ihr heißgeliebter oranger Messias ihnen vorschwärmt, wie sehr er die auf 4,2% gestiegene Inflation liebe.


Wäre Trump nur ein kleines bißchen intelligenter als ein Strohballen, würde er Verständnis heucheln, Mitgefühl aussprechen, sich aus der Verantwortung stehen.

Bei derartig wohlgesonnenen Medien, bei einem so ergebenen Kongress, könnte er leicht den Konsumentenfrust überstehen.

Aber selbst mit seinem Kriegskurs kurz vor den Midterms die Benzinpreise in die Höhe zu jagen und dann die Inflation zu bejubeln, während er zu seinem 80. Geburtstag manisch sein Konterfei auf Geldscheine, in Pässe, auf Goldmünzen pressen lässt, verschreckt selbst MAGA-Fanatiker. Bisher nur einen kleineren Teil seiner erzloyalen Basis, aber die Preisexplosion an den Tankstellen geht erst richtig los.

[….] Führungskräfte aus der Öl- und Gasbranche haben das Weiße Haus gewarnt, dass die Benzinpreise in den kommenden Monaten stark anziehen könnten, da die Treibstoffvorräte auf kritisch niedrige Werte fallen [….] Branchenvertreter sagen, sie täten alles, um Alarm zu schlagen: Die Preise stünden kurz davor, in die Höhe zu schießen, weil die kommerziellen und staatlichen Vorräte, die Preissteigerungen bislang abgefedert hätten, sich rasch leerten, so mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen, die aus Angst vor Vergeltung durch die Regierung nur unter der Bedingung der Anonymität sprachen. Einige Bestände könnten binnen Wochen aufgebraucht sein, warnen die Manager – ausgerechnet in der Hochphase der sommerlichen Reisesaison. [….] Die Warnungen unterstreichen die wachsenden politischen und wirtschaftlichen Risiken für Präsident Donald Trump, während der Konflikt mit dem Iran in seinen vierten Monat geht – ohne erkennbare Anzeichen für einen diplomatischen Durchbruch, trotz wiederholter Vorhersagen des Weißen Hauses über Fortschritte.

CNN 11.06.2026

Schon jetzt sieht sich Trumps Regierung mit der höchsten Inflationsrate seit drei Jahren konfrontiert. Das hat zu einem deutlichen Rückgang seiner Zustimmung unter Wählern geführt und bei Republikanern die Sorge vor umfangreichen Verlusten bei den Zwischenwahlen verstärkt – Verluste, die dazu führen könnten, dass sie die Kontrolle über eine oder beide Kammern des Kongresses verlieren. [….] [….]

(FR, 12.06.2026)

Bitte immer weiter so, Trump!

Mittwoch, 8. April 2026

We’re all tired of this shit

Als ob man nicht genug Problem in der Welt hätte, um sich mühelos 24/7 mit aktuelle  politischen, ökonomischen und wissenschaftlichen Themen zu befassen.

Aber die elende orange Vollkatastrophe Trump, seine verbrecherischen Cronies Orbán, Netanjahu und Putin, sowie die hausgemachte Unfähigkeit Brüssels und Berlins, lassen einem keine Wahl.

Stets muss man, gebannt wie das Kaninchen vor der Schlange, gen Washington starren, um den neuesten potentiell weltzerstörenden Wahnsinn des US-amerikanischen Präsidenten zu verfolgen. Was wird Tangerine Turd heute wieder anrichten? Dabei hat man sich längst eine schwere Überdosis Trump zugeführt und kann das Gesicht einfach nicht mehr ertragen, die grotesk gestammelten Worte nicht mehr hören, den Gesamtpeinlichkeit nicht mehr verkraften.

Ich halte es nicht mehr aus, wie seine Project25-Apologeten um ihn herum, nicht müde werden, ihren buchstäblich stinkenden senilen Psychopathen zu bejubeln.

Heerscharen rechter Kommentatoren und Journalisten schwärmen nach jedem neuen großen verbalen Schiss in seine präsidialen Windeln aus, um sich als loyalste Trump-Bewunderer zu inszenieren.

Das gesamte US-amerikanische System ist Rott: Politik, Bildung, Medien, Wirtschaft, Justiz, Moral. Don Lemon gräbt bei seinen Straßenumfragen auf der Suche nach enttäuschten Trump-Wählern (die es wirklich in immer größerer Menge gibt), fatal verblödete Exemplare aus. Gebildete Männer in guter Kleidung, die sich zerknirscht über die Benzinpreise zeigen, aber voll von der Klugheit Trumps überzeugt sind.

Oder Männer, die unfähig sind, in Worte zu fassen, was Trump für die US-Präsidentschaft qualifiziere, aber die Alternative Kamala Harris sei nun einmal noch viel schlimmer.

Really?

Der Mann, der mit Genozid an 90 Millionen Menschen droht, darf aber nicht unterstützt werden. Es ist möglich, diesen weltgrößten Verbrecher und Lügner aufzuhalten, wie das Beispiel Grönland zeigte, wie seine gescheiterte Zoll-Kriegserklärung zeigte. Wie jetzt der isolierte Paria-Staat Iran zeigt, der sich im Alleingang gegen die übermächtige Trump-Armee behauptete und nach dem derzeitigen Verhandlungsstand, besser da steht, als vor dem Israelisch-US-amerikanischen Angriff am 28.04.2026.

[….] Kapitulationsaufforderung an die USA

Eines aber ist klar: Amerikas und Israels Kriegsziele wurden verfehlt. Das iranische Nuklearprogramm existiert weiter, das Raketen- und Drohnenprogramm ebenfalls. Das Regime ist noch an der Macht, nur ideologisch verhärtet. Die iranischen Proxies in der Region – Hisbollah, Huthis, schiitische Milizen im Irak – sind strukturell intakt. Wer glaubte, ein Luftkrieg könne eine Regionalmacht wie Iran brechen, hat sich geirrt. Und zu einem verlustreichen Bodenkrieg war Trump verständlicherweise nicht bereit. Der Krieg war von Anfang an strategisch nicht durchdacht. [….] Der US-Präsident [….]  hat Stunden vor der Einigung mit seinen wahnwitzigen Drohungen, Irans Zivilisation auszulöschen, die Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit amerikanischer Politik verstärkt. [….]

(Mathieu von Rohr, 08.04.2026)

  

Trump hat versagt, Chamenei hat sich durchgesetzt. Das Mullah-Regime ist gefestigt und wird künftig reich durch die „Hormus-Gebühren“. Die iranische Opposition liegt am Boden. Herzlichen Glückwunsch, Bibi und Taco!

[…. ] Sieht man sich den Plan näher an, wird klar, dass es eine Einigung unter Teherans Diktat wäre. Der Plan, der von dem von den Revolutionsgarden kontrollierten Medium Tasnim News veröffentlicht wurde, enthält nur Maximalforderungen, darunter die fortgesetzte Kontrolle der Straße von Hormus durch Iran, das Recht Irans auf Urananreicherung, die Aufhebung aller Sanktionen gegen Iran, die Aufhebung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der Internationalen Atomaufsichtsbehörde (IAEA) sowie die Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschließlich Libanons.

Teherans größter „Sieg“ in diesem Krieg dürfte die Entdeckung sein, dass es die Straße von Hormus und damit einen erheblichen Teil des Welthandels so mühelos gegen so wenig internationalen Widerstand jederzeit lahmlegen kann. [….] Trumps scheinbar strategieloses Vorgehen vergleichen selbst Kriegsbefürworter mit einer abgebrochenen Antibiotikatherapie, die den Krankheitserreger am Ende eher stärkt statt eliminiert. Auch Trumps Drohungen, die iranische „Zivilisation untergehen zu lassen“, spielten der antiamerikanischen Regimepropaganda direkt in die Hände.

Liberal und demokratisch eingestellte Iraner – die Mehrheit der Bevölkerung – müssen nun mit ansehen, wie diejenigen, die noch im Januar Tausende Demonstranten kaltblütig massakriert haben, ihren großen Sieg verkünden und sich als standfeste Beschützer der Nation inszenieren.  [….] Der großen Verlierer des Krieges und der Waffenruhe ist Irans Opposition, egal welchen Lagers. „Fuck it“, schrieb ein Iraner, der in der Vergangenheit an Aufständen gegen das islamistische Regime teilnahm, der taz, nur kurz nachdem Trump die Feuerpause bekanntgab. […]

(Teseo La Marca, 08.04.2026)

Staaten wie Frankreich oder Irland oder Dänemark, beweisen wie man sich mit Klugheit und Mut gegen den tobenden US-Clown durchsetzt. Mit Härte und Konsequenz.

Macron ließ dezent 129 Tonnen in den USA lagerndes französisches Gold zurück nach Paris holen. Nebenbei erzielt er damit einen Gewinn von 12,8 Milliarden Euro.

Einen weit größeren Goldhaufen – unfassbare 1.236 Tonnen – lässt Deutschland schön brav in New York unter Trumps Zugriff liegen.  Eine Tonne sind 130 bis 140 Millionen Euro wert. Konservativ gerechnet liegen also über 160 Milliarden Euro in deutschem Gold in US-Tresoren.

Aber Merz und Wadephul und Hardt und Dobrindt können habituell nicht anders, als vor Trump auf Knien zu rutschen.

[…] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Mittwoch mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Wie der SPIEGEL aus Regierungskreisen erfuhr, ging es in dem kurzen Gespräch um die vereinbarte Waffenruhe im Irankrieg, aber auch um das transatlantische Verhältnis. Trump hatte zuletzt wiederholt die Bundesregierung und den Kanzler dafür kritisiert, dass Deutschland sich nicht an der Öffnung der Straße von Hormus beteiligen wollte. Der US-Präsident drohte zudem mit einem Austritt aus der Nato. Dem Vernehmen nach bemühte sich Merz in dem Gespräch darum, seinen zunächst guten Draht zu Trump wiederaufzunehmen. Das Telefonat ging vom Kanzler aus.

Die Bundesregierung will einen Bruch im Nato-Bündnis unbedingt verhindern. Zudem möchte sie sicherstellen, dass die US-Regierung weiterhin die Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland unterstützt. In den kommenden Tagen dürfte es weitere Wiederannäherungsbemühungen Berlins gegenüber Washington geben.  [….]

(SPON, 08.04.2026)

Die deutsche Regierung versagt und versagt und versagt. Wie die meisten Europäer.

[….] Europäische Spitzenpolitiker verfolgen den Krieg gegen Iran kommentarlos. Sie sind zu feige, sich deutlich gegen Trump und Netanjahu zu positionieren. [….] Wo war Europa? Was haben die EU-Politiker getan, um US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Iran zu stoppen und das Schlimmste zu verhindern? Diese Frage wird Bundeskanzler Friedrich Merz, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und viele andere europäische Politiker noch lange verfolgen. Denn sie haben nichts getan. Als Trump und Netanjahu den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg starteten, haben Merz und von der Leyen dafür sogar noch Verständnis gezeigt.

Als Trump drohte, das ganze Land auszuschalten, haben sie sich weggeduckt. Als er schließlich die Auslöschung der iranischen Zivilisation ankündigte, haben sie geschwiegen. Es war ein schändliches Schweigen. Die EU und ihre selbst ernannte Führungsmacht Deutschland haben auf ganzer Linie versagt. Wenn die USA und Iran nicht in letzter Minute einen Waffenstillstand ausgerufen hätten, wären die meisten EU-Außenpolitiker zu stillschweigenden Komplizen eines apokalyptischen Vernichtungskriegs geworden. [….] Selbst jetzt klingen die EU-Statements noch so, als würde nur der Iran Krieg führen. Auch Merz und von der Leyen halten sich an diese kafkaeske Sprachregelung. Einzig der spanische Regierungschef Pedro Sánchez redet Tacheles: Seine Regierung werde nicht jenen Beifall spenden, „die die Welt in Brand setzen, nur weil sie danach mit einem Eimer auftauchen“, erklärte er. Sanchez ist der Einzige, der die Ehre der EU verteidigt. Alle anderen haben sie womöglich irreparabel beschädigt. [….]

(Eric Bonse, 08.04.2026)

Man schämt sich so für Merz.

Dienstag, 3. Februar 2026

Wenn der Souverän zu schwach ist

Falls ich jemals die Vorstellung von einer funktionierenden Demokratie mit einem schwarmschlauen Souverän hatte, ist das lange her.

Ich erinnere mich an den Gemeinschaftskundeunterricht in der 11. oder 12. Klasse, als es um den Systemvergleich BRD-DDR ging, unsere Lehrerin um Charakteristika, die wir damit assoziierten bat, die sie an die Tafel schrieb. Ich steuerte „Apathie“ auf der Demokratie-Seite bei, erntete abschätzige Blicke. Aber meine Lehrerin gab mir Recht und bat mich, das zu erläutern.

Damals kannte ich noch nicht den von Georg Schramm erfundenen Begriff „Urnenpöbel“, ahnte nicht welche Manipulations- und Ablenkungs-Möglichkeiten Privatfernsehen und Internet einst bieten werden.

Aber ich kannte die BILD, die Springer-Presse, hatte schon bei den Themen, die mich damals umtrieben – Volkszählung, Nachrüstung, Atomkraft – erlebt, auf welche massives Unwissen man bei Wählern stieß. Helmut Kohl und seine dicken konservativen Minus-Minister produzierten Skandale und Peinlichkeiten, während damals auf SPD-Seite hochseriöse faszinierende Figuren die politische Alternative bildeten. Dennoch wählte das Volk tumb 16 Jahren immer Kohl.

Schwarzgelb musste erst die Einkommensteuer auf 56% hochschrauben, die deutsche Einheit massiv verkacken und mit dem zukunftsnegierenden Rumwurschteln einen derartigen Reformstau anrichten, daß 1998 endlich genügend deutsche Michel aufwachten und die Vorstellung von Kohl in seinem 20. Amtsjubiläum verwarfen.

Linke Wähler sind in Deutschland a) strukturell in der Unterzahl und b) extrem aufmerksam und kritisch gegenüber ihren eigenen Leuten. Daher werden CDUler erstens eher zu Kanzlern und gewählt und bleiben zweitens auch länger im Amt, weil deren Wähler schon zufrieden sind, wenn nicht die Linken regieren.

Kohl, Roland Koch, Silvio Berlusconi, Angela Merkel wurden immer und immer wieder gewählt; mussten den Laden erst nachhaltig ruinieren, um abgewählt zu werden. (Merkel rettete sich durch ihren Verzicht 2021. Sie wäre aber, wenn sie gewollt hätte, sicher auch noch mal gewählt worden, hätte aber spätestens 2013 aufhören sollen.)

Meine US-amerikanischen Landsleute haben bekanntlich am 05.11.2024 Donald Trump wieder zu ihrem Präsidenten gewählt und beide Kammern des Kongresses mit Trumpanzee-absoluten Mehrheiten versehen. Die Jungwähler interessierten sich nicht genügend, um überhaupt abzustimmen und die Erstwähler wußten nichts über Trumps erste Amtszeit, hielten ihn als Business-Man aber für kompetenter, um die US-Wirtschaft anzukurbeln, als eine schwarze Frau! Es braucht schon sehr viel Apathie, um das Verhalten zu erklären.

USA Wahl 2020

Immerhin, nach zehn Jahren ganz oben auf der politischen Bühne, wird langsam auch für die ganz Doofen der Todeskuss des Donald sichtbar. Everything Trump touches dies.

Merz, Reiche und die anderen bornierten Fossil-Epigonen profitieren ebenfalls von der strukturell konservativen Wählerschaft und die Manipulation durch rechte Medien, russische Bots, Social-Media-Algorithmen. Die Stimmung ist gnadenlos rechts. Auf Bundesebe und in 14 von 16 Bundesländern zeigen alle Umfragen breite CDUCSU/AfD-Mehrheiten. In Bayern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt liegen die schwarzbraunen Umfragemehrheiten bei ~70%.

Was soll man von einem Souverän halten, wenn sieben von zehn Menschen ihr Heil bei Höcke, Merz und Söder suchen? 

Immerhin hilft auch hier die generelle politische Unfähigkeit der Konservativen auf die Sprünge.

Rechte können einfach nicht mit Geld umgehen und verstehen nichts von Wirtschaft! Wenn sie regieren, führen sie die Nation immer in Rezession und Rekordschulden – das ist eine allgemeine Regel, die auch auf Großbritannien und die USA zutrifft.


Merz ist das Paradebeispiel für diese Regel, indem er auf primitives Trickle-Down und Kosum-Killer-Methoden setzt, weil er denjenigen, die ihre Einkommen in die Nachfrage stecken, Geld wegnimmt und es dafür den Superreichen gibt, die es in Steueroasen außer Landes schaffen. Das funktioniert nicht und ist seit Jahrzehnten wissenschaftlich widerlegt. Frech schwurbelnd sagt Wirtschaftsstaatssekretärin Connemann dazu, „auch Wissenschaftler irren sich!“

Immerhin könnte die generell CDU/Tories/GOP-Doofheit dem Souverän ein bißchen auf die Sprünge helfen. 

 

Pünktlich zur heißen Phase der Landtagswahlkämpfe in Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg, geben Merzens Mannen alles, um ihre Partei unsympathisch zu machen.


[….] Die Deutschen gönnen sich Lifestyle-Teilzeit, feiern zu oft krank und bekommen zu viele Geldgeschenke vom Staat: Das ist der Vorwurf, mit dem Teile der Union gerade eine heftige Debatte über Leistungsbereitschaft und Leistungskürzungen losgetreten haben. Es geht um Fleiß, Faulheit und kostenlose Zahnarztbehandlungen. Und das kurz vor den ersten wichtigen Landtagswahlen in diesem Jahr. Ein klassisches Eigentor?

Hilft die Fleißdebatte den CDU-Wahlkämpfern – oder schadet sie ihnen? Einer, der eine ganz klare Antwort darauf hat, ist Dennis Radtke, Chef des CDU-Sozialflügels und damit innerparteilicher Gegenspieler des Wirtschaftsrats: „Jeder Wahlkämpfer für die CDU in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz muss sich auf die Zähne beißen angesichts solcher Ideen und Debatten.“ So wie es derzeit laufe, dürfe man sich nicht wundern, dass bei den Umfragen für die Union bundesweit bei 27 Prozent eine gläserne Decke eingezogen sei.

Zahnarzt selbst zahlen? Schnieder findet das „absurd“

Doch was denken die CDU-Wahlkämpfer selbst? Anruf in Mainz, wo Gordon Schnieder am 22. März gegen die SPD gewinnen und Regierungschef von Rheinland-Pfalz werden will. Der CDU-Spitzenkandidat ist maximal genervt. Die Forderung nach der Streichung von staatlichen Zahnarztleistungen weist er umgehend zurück. „Wir kriegen Deutschland nur nach vorne, wenn alle 80 Millionen mitmachen“, sagt Schnieder. „Mit der aktuellen Debatte verlieren wir viele Bürgerinnen und Bürger, die sich zu Recht Sorgen darüber machen, ob sie ihren Zahnarztbesuch nun privat zahlen müssen oder nicht. Diese Forderung ist absurd und rettet im Übrigen unsere Wirtschaft nicht.“ [….] Auch in Baden-Württemberg löst die Fleißdebatte Unmut aus. Unter Spitzenkandidat Manuel Hagel versucht die CDU, die Grünen am 8. März aus dem Ministerpräsidentenamt zu verdrängen – aktuell liegt sie mit 29 Prozent vorne. Möglich, dass sozialpolitisches Scharfschießen auch den Christdemokraten an der Basis im Ländle eher schadet. [….]

(HH Abla, 03.02.2026)

So gruselt sich sogar das konservative FUNKE-Abendblatt.

Viel Hoffnung kann man beim CDUAfD-affinen deutschen Volk nicht haben. Aber wenn Merz, Connemann und Reiche noch ein bißchen auf die Wähler einprügeln….

Montag, 22. Dezember 2025

Lügen bis der Arzt kommt

Gewohnheitsmäßig zu lügen, ist grundsätzlich etwas fragwürdig. Diesem Hobby nicht nur weiter zu frönen, wenn man zufällig gerade US-Präsident geworden ist, sondern sogar täglich mehr und abstruser zu lügen, verursacht Probleme in der Außenpolitik. Denn da trifft Donald Münchhausen notgedrungen Typen, die nicht in derselben orange geschminkten Lügen-Blase leben, sondern in ihren Heimatländern mit der schnöden Realität im Bunde sind.

Aber auch in Mutterland des politischen Unverstandes, stößt Trump offenbar an Grenzen. Sicher, seiner fanatischen Basis aus 77 Millionen Wählern, gefällt der garstige Lügenschwall, der kontinuierlich aus dem präsidentiellen Schandmaul quillt. Aber selbst einigen Republikanern fällt auf, wie wenig die hanebüchenen Phantastereien ihres senilen Messias mit den harten Fakten an der Supermarktkasse, oder der Tanksäule übereinstimmen.

(….)  Bemerkenswert ist nicht die kontinuierliche Eskalation des grotesk geschminkten Kriminellen. Bemerkenswert ist nicht die Empörung, die er damit in einer Hälfte der USA auslöst. Bemerkenswert ist nicht die Blase aus speichelleckenden Cronies, in der er lebt und die ihm 24 Stunden am Tag bestätigen, der Tollste aller Zeiten zu sein.

Bemerkenswert ist aber, daß Trump selbst inzwischen offenkundig wahrnimmt, wie sich die Daumen senken und er sich unter Zugzwang gesetzt sieht.

Er muss das ewige Feiern und Golfspielen unterbrechen, um seine Agenda zu verteidigen. Das ist nicht das Ende des Trumpismus. Thiel, Heritage-Foundation, Newscorps, Musk, Project 2025, eine korrumpierte Partei und 75 vollkommen verstrahlte GOP-Wähler stehen dafür, den Weg in die toxische, menschenfeindliche Autokratie weiter zu gehen. Aber es ist vorstellbar, vor Januar 2029 einen neuen Cultleader zu installieren. Alle Nachwahlen und kommunalen Abstimmungen, seit Trumps zweiten Amtsantritt, verloren die Republikaner dramatisch. Deswegen halte ich eine Absage der Midterms auch für weiterhin realistisch. Sollten aber in elf Monaten das House und ein Drittel des US-Senates neu gewählt werden, könnte bei genügender Unzufriedenheit, trotz der massiven Wahlbeeinflussung und speziell die Republikaner bevorzugender Wahlgesetze, der Kongress demokratisch geführt werden und damit dem Weißen Haus das Leben schwer machen.

[…] Natürlich gibt es Leute, die gut finden, was Trump macht. Aber Trump hat seinen Zenit schon überschritten. Die Republikaner im Kongress sind sehr besorgt, was die Midtermwahlen im November 2026 betrifft. Die MAGA-Bewegung beginnt, sich zu spalten. Es gibt Revolten, etwa bei den Republikanern in Indiana, die sich geweigert haben, die Wahlkreise neu zuzuschneiden. Es kommt immer dieser Moment, an dem die Leute beginnen, einen Präsidenten in seiner zweiten Amtszeit als lahme Ente zu sehen und über die Zeit danach nachzudenken. [….]

(John Bolton, 18.12.2025)  (….)

(Ein Freund weniger, 18.12.2025)

Es gelingt dem rassistischen Lügen-Imperator erstaunlich gut, die verhasste Faktenwelt aus seiner Umgebung fernzuhalten. An den Schaltstellen von Justiz, Politik, Wirtschaft und Presse, sind längst ihm hörige Fascho-Nazgûl installiert, die über jede anti-orange Blasphemie herfallen.

[….] Eine genauere Begründung lieferte der Sender zunächst nicht. Sharyn Alfonsi, eine an der Sendung beteiligte Journalistin, kritisierte daraufhin ihre Senderleitung in einer E-Mail an ihre Kollegen, aus der die »New York Times« zitiert: »Unsere Geschichte wurde fünfmal geprüft« hieß es darin. Sowohl die Rechtsabteilung als auch die Faktenchecker im Haus hätten den Beitrag freigegeben. »Er ist faktisch korrekt. Meiner Ansicht nach ist die jetzige Zurücknahme des Artikels, nachdem alle strengen internen Prüfungen abgeschlossen sind, keine redaktionelle, sondern eine politische Entscheidung.« [….] Weiss war erst im Oktober installiert worden und gilt als umstritten, viele Beobachter fürchteten im Vorfeld ein Umschwenken des Senders auf Trump-Linie. Dem Bericht der Zeitung zufolge hatte Weiss zahlreiche Bedenken an dem Stück angemeldet und Änderungen verlangt – unter anderem, dass die Reportage eine Stellungnahme der Trump-Regierung enthalten solle. So habe sie etwa ein Interview mit dem Hardliner Stephen Miller vorgeschlagen, Vizestabschef von Donald Trump.

CBS gehört zur Mediengruppe Paramount. Diese wiederum gehört seit dem Sommer der Familie des Softwaremilliardärs Larry Ellison, der als Trump-Unterstützer bekannt ist. Ebenfalls im Sommer hatte der Sender das Aus des Trump-kritischen Late-Night-Talkers Stephen Colbert für Mai 2026 bekannt gegeben. [….]

(SPON, 22.12.2025)

Diese Methoden liebt man besonders in Kentucky, einem der deep red states. Zuverlässig auf einem der beiden letzten Plätze bei allen Bildungs-Rankings der 50 US-Staaten. Wenige Staaten sind so dumm, arm und verblödet wie Kentucky – und daher auch so extrem Trumpesk.

Am 05.11.2024 holte Trump hier fast 65% der Stimmen, während Kamala Harris unter 34% blieb. 2016 waren es 63% Trump-Stimmen, 2020 noch 62%.

Für den tumben Bundesstaat sitzen derzeit fünf Republikaner und ein Demokrat im US-House. Seit 40 Jahren (sic) wählt Kentucky ununterbrochen den stramm konservativen Mitch McConnell in den US-Senat, der zuletzt (2020) 58% holte. Sein noch irrerer Kollege, US-Senator Rand Paul, seit 15 Jahren in Kentucky gewählt, holte zuletzt (2022) sogar 62%.

Das passiert, wenn man dumm und erzkonservativ ist, kontinuierlich MAGA mit Zweidrittelmehrheiten wählt: Absturz auf einen der letzten Plätzen bei allen ökonomischen Kenndaten.

Kentuckys Held Donald Trump bescherte nun auch der Kernindustrie des Staates, dem Whisky brauen, einen schönen Erfolg.

[….] Viel gibt es im Örtchen Clermont im US-Bundesstaat Kentucky nicht zu sehen. Außer, man interessiert sich für die Produktion von Whiskey: In Clermont befindet sich nämlich der Hauptstandort der bekannten Marke Jim Beam. Im kommenden Jahr soll dort allerdings nichts produziert werden. Wie die britische BBC berichtet, will Jim Beam die Whiskey-Herstellung in Clermont aussetzen.

Die Brennerei bleibe ein ganzes Jahr lang geschlossen [….], zitierte die BBC aus einer Erklärung des Herstellers. [….] Erst im Oktober hatte der Branchenverband der Kentucky Distillers’ Association (KDA) mitgeteilt , dass die Menge an Bourbon in den Lagerhäusern des Bundesstaates mehr als 16 Millionen Barrel – und damit einen Rekordwert – erreicht habe. [….] Als Grund für den hohen Lagerbestand gab KDA-Präsident Eric Gregory unter anderem die anhaltende »Unsicherheit über Zölle« an, die die Exporte stark reduziert hätten. Ohne US-Präsident Donald Trump, der für die von Gregory erwähnten Zölle verantwortlich ist, namentlich zu erwähnen, sagte der KDA-Chef weiter: »Genau wie man Bourbon nicht über Nacht herstellen kann, werden wir die Probleme, vor denen wir stehen, nicht über Nacht lösen können. Wir müssen weiterhin mit den politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden.«

Trump hatte in einer Serie von Ankündigungen viele Länder mit Strafzöllen überzogen. US-Firmen unterschiedlicher Branchen kämpfen seither auch mit Vergeltungszöllen auf ihre Waren. [….] [….]  In Kanada etwa gab es weitreichende Aktionen, mit denen Konsumentinnen und Konsumenten aufgefordert wurden, keine Produkte zu kaufen, die in den USA hergestellt werden. [….]

(SPON, 22.12.2025)

Gut gemacht, EU und Kanada. Mit Kentucky trifft ein Kaufboykott genau die Richtigen.

Aber die Hauptursache für den ökonomischen Kollaps sind natürlich die Trump-Zölle, die der Doppelt-Geschwollene (Ego und Füße) just wieder begeistert feiert.

[….] Trump bejubelt die Zölle, die seine Landsleute bezahlen müssen[….]

In der Weihnachtsbotschaft des Weißen Hauses verschweigt der Präsident, dass viele Amerikaner sich die für den Alltag notwendigen Dinge nicht mehr leisten können. Unterm Weihnachtsbaum stört die Wahrheit halt nur. [….] Dann verliest der Präsident die angeblich so frohe Botschaft: Die größte Steuersenkung in der Geschichte der Vereinigten Staaten habe er in diesem Jahr durchgesetzt; Hunderttausende illegale Migranten seien abgeschoben worden; und dann natürlich noch die Zolleinnahmen – seit Januar soll der Staat mehr als 235 Milliarden Dollar kassiert haben. Was für eine schöne Bescherung also für das amerikanische Volk? Wer’s glaubt! [….] Seit Donald Trump der Welt im April den Handelskrieg erklärt hat, wirken die Zölle in den USA wie eine Konsumsteuer. Bezahlt wird diese Steuer von den Amerikanerinnen und Amerikanern, die tagtäglich einkaufen. [….]

(Alexander Mühlauer, 22.12.2025)

Der ökonomische Rücksturz in die Weltwirtschaftskrise von 1930 reicht den Kentuckiern offenbar immer noch nicht. Bei ihnen genießt Dozy Don immer noch eine Zustimmungsrate von 59%. Die Verblödung ist groß im Whiskey-Staat. Dort muss es ökonomisch offenbar noch wesentlich weiter bergab gehen, bevor die Red Necks begreifen, was MAGA bei ihnen anrichtet. Aber da bin ich sehr optimistisch. Trump wird es sicher gelingen, die USA weiter in die Katastrophe zu schieben.

Sonntag, 25. Mai 2025

Kampf um die USA

So viel kann man bisher sicher sagen:
Trump ist kein Demokrat. Er macht sich systematisch daran, den Geist der US-Verfassung zu zerschlagen

Er wird dabei nicht von der Opposition, nicht von der Legislative, nicht von der Judikative, nicht von der Presse aufgehalten.

Trump vermochte es in den letzten neun Jahren, fast jeden republikanischen Abgeordneten, der nicht 100% den orangen Irrsinn unterstützt, aus seinem Amt zu werfen.

Nur noch eine Handvoll US-Senatoren der GOP wagten es, Zweifel anzumelden, als hochkorrupte und hochgefährliche Typen wie Hegseth oder RFK ins Kabinett aufrückten. Wer aber Widerspruch äußert, wird genau wie Staatsanwälte, Richter oder Journalisten, die Trump kritisieren, von der MAGA-Base mit Todesdrohungen überzogen.

[…..] EXCLUSIVE: Rep. Mark Pocan just blew the lid off a MAGA cover-up: FOUR Republican Senators switched their votes to confirm Trump’s cabinet after their families got death threats from MAGA lunatics. That’s not democracy. It’s terrorism - and it’s infecting the GOP from inside.  [….]

(@CalltoActivism, 23.05.2025)

Sie erwischen also selbst diejenigen, die bereit sind für demokratische Überzeugungen zu sterben, indem ihre Kinder, Eltern, Ehepartner attackiert werden.

Es ist wie in Action-Serien à la „Homeland“, wenn der Held von den bösen Buben erwischt wird und im Angesicht der zu erwartenden satanischen Folter trotzig und entschlossen „aus mir kriegt ihr nichts raus, ihr könnt mich foltern wie ihr wollt“ zischt. Und sein vermeidlicher Peiniger nonchalant antwortet, „keine Sorge, ich werde dir kein Haar krümmen“ um dann mit einem Handzeichen den Blick auf die im Nebenzimmer gefesselten kleinen Töchter des Helden freizugeben: „Ich werde SIE vor deinen Augen zu Tode foltern!“

Dem Sadisten und Sozipopathen Trump gefallen solche Methoden.

Liberale Institutionen leben in Angst und verstummen im vorauseilenden Gehorsam. Es ist ein einziges Trauerspiel, im Jahr 2025 abends meine einst so geliebten CNN-panels zu sehen, wenn zu jedem noch so abstrusen Trumpismus (wie beispielsweise dem Genozid-Vorwurf an Ramaphosa) seine Stiefellecker im Studio sitzen und gegenüber Laura Coates den Bullshit schönreden.

Liberale Schlachtschiffe, wie die Washington Post, die sich noch bis 2021 sehr kritisch mit Trump befassten, sind auf Linie gebracht. Auf Geheiß des Tech-Multimilliardärs Jeff Bezos wurde die gesamte WaPo-Redaktion in Trumps Mastdarm geschoben.

[….] in wahnwitzigem Tempo schreddert der Präsident den Rechtsstaat und das Wertesystem des Westens. „Ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet, aber es ist noch schlimmer“, sagt Martin Baron [WaPo-Chefredakteur bis 2021] an seinem Schreibtisch in der Provinz. Trump kam ihm immer wie ein aufstrebender Autokrat vor. Inzwischen fürchtet er, „dass die US-Institutionen, einschließlich der Presse, zerbrechlicher sind, als wir uns das vorgestellt haben“. [….] 2020 wandte sich die Zeitung noch klar gegen seinen Versuch der Wiederwahl und nannte ihn „den schlechtesten Präsidenten der Neuzeit“.  2024 blieb die Post das erste Mal seit 36 Jahren neutral – und bekam auch gleich Gesellschaft vom ebenfalls steinreichen Patrick Soon-Shiong, dessen Los Angeles Times sich auch nicht für die Demokratin Harris aussprechen durfte. [….]  Bezos, Soon-Shiong und andere Magnaten fürchteten wohl eher um ihre anderen, viel größeren Geschäfte.

Publikum und Belegschaft waren entsetzt. Es sei ein schrecklicher Fehler, schrieben 21 Kolumnisten der Washington Post in einem Statement. Eine unabhängige Zeitung könne auf die Unterstützung von Präsidentschaftskandidaten schon irgendwann verzichten. „Aber es ist nicht der richtige Zeitpunkt, wenn ein Kandidat Positionen vertritt, die die Pressefreiheit und die Werte der Verfassung direkt bedrohen.“

Das sei „Feigheit, mit der Demokratie als Opfer“, zürnte der vormalige Redaktionsleiter Baron auf X. Trump werde das als Einladung feiern, Bezos und andere weiter einzuschüchtern. „Beunruhigende Rückgratlosigkeit einer Institution, die für ihren Mut bekannt ist.“

Mehr als 300 000 Abos wurden bei der Washington Post seitdem storniert, genaue Zahlen gibt es nicht. Einige der prominentesten und Trump-kritischsten Kommentatoren gingen sofort, darunter Robert Kagan und Michele Norris. Und das war erst der Anfang.  Als Trump gewann, gratulierte ihm Bezos zu einem „außergewöhnlichen politischen Comeback“, spendierte eine Million Dollar für die Einstandsfeier und pilgerte zu dessen Strandpalast Mar-a-Lago nach Florida. Dort vereinbarte Bezos gleich eine Amazon-Doku über die First Lady Melania, die Lizenz lässt er sich laut Wall Street Journal vierzig Millionen Dollar kosten.

Bei Trumps Vereidigung im Kapitol saß er dann neben Musk, Zuckerberg und anderen Milliardären. Da versammelten sich Tech-Größen, die früher so liberal dahergekommen waren und den Aufschneider Trump verachtet hatten. Was Martin Baron bei diesen Bildern durch den Kopf ging? „Ich fand es ekelhaft“, sagt er. „Wenn man unabhängig ist, sollte man bei einer Amtseinführung nicht auf dem Podium sitzen.“ [….] Später durfte sich die US-Regierung in einem Gastbeitrag in der Washington Post selbst loben, der Autor: Vizepräsident J. D. Vance. „Das bestätigt nur, dass die Post dem Untergang geweiht ist“, lautete einer von Tausenden Leserkommentaren unter dem PR-Beitrag. [….]  

(Peter Burghardt, 18.05.2025)

Es gibt nur noch einzelne Journalisten mit Rückgrat, die da nicht mitmachen, aber die verlieren ihre Jobs.


Jake Tapper, das prominenteste CNN-Gesicht, macht unterdessen Furore mit einem Buch, in dem er zur größten Freude Trumps, vernichtend mit Joe Biden abrechnet.

[….] Ein Enthüllungsbuch zeigt eindringlich auf, wie es tatsächlich um Joe Bidens Gesundheitszustand bestellt war. Das Fazit ist vernichtend. Der CNN-Journalist Jake Tapper und der Axios-Journalist Alex Thompson dokumentieren in ihrem Buch „Original Sin“ (die deutsche Version titelt „Hybris: Verfall, Vertuschung und Joe Bidens verhängnisvolle Entscheidung“) Bidens kognitiven Verfall. Dafür führten die Reporter mehr als 200 Interviews mit Bidens innerem Zirkel und dokumentierten seine öffentlichen Auftritte. Dabei soll es mit Bidens Gesundheitszustand nicht erst kurz vor den US-Wahlen im November bergab gegangen sein.  [….]

(Simon Schröder, FR, 25.05.2025)

Es ist in wahren Wortsinn lebensgefährlich Trump zu widersprechen. Das wissen auch Bundesrichter und Staatsanwälte. Sie schweigen lieber. So wie Promis, Instagrammer, Influencer, Schauspieler, Sänger, Wissenschaftler. Einige sehr Bekannte haben aus Sorge um ihre Familien die USA verlassen, einige, sehr wenige (zB in Harvard) wehren sich. Noch.

Dabei bleibt nicht nur die öffentliche Kritik am Trump-Faschismus leise. Man schweigt auch privat, weil Big Tech mit Trump koaliert und inzwischen nahezu alle persönlichen Daten über jeden US-Bürger kennt. Die Republikaner ließen Musk und seinen DOGE-Team widerstandslos die intimsten Daten absaugen.

Zum extremen Gruseln empfehle ich dringend Klaus Klebers Dokumentation "Trump und das Silicon Valley – Staatsstreich der Tech-Milliardäre".

UNBEDINGT ANGUCKEN

[….] Das Konzept von "Flood the Zone with Shit", einst ausgerufen von Trump-Flüsterer Steve Bannon, zeigt Wirkung: Öffentlichkeit und Medien kommen nicht mehr hinterher. Sie schaffen es nicht, all die Falschbehauptungen, Gesetzesbrüche und Dummheiten ans Licht zu bringen und zu untersuchen, während die MAGA-Maschinerie weiter auf Hochtouren läuft. Anführer der digitalen Revolution – es sind fast ausschließlich Männer – bemannen die Trump-Administration mit ihren Leuten und mit Vize-Präsident JD Vance an der Spitze. Sie sollen dafür sorgen, dass alle Beschränkungen für ihre Unternehmen und Auftraggeber fallen. Projekte wie Krypto-Währungen, der Einsatz künstlicher Intelligenz in allen Bereichen von Wissenschaft, Wirtschaft und Militär, ungehemmte, unterschiedslose Verbreitung von News, Legenden und Behauptungen und rücksichtslose Ausbeutung natürlicher Ressourcen sollen die USA zur Übermacht des 21. Jahrhunderts machen. Sonst, so ihr Argument, wird China diese Position einnehmen.

Alles muss mit Hyper-Geschwindigkeit gehen, wie es der Über-Unternehmer Elon Musk vorgemacht hat. Innehalten, Nachdenken, gesellschaftliche Leitplanken sind für die Männer aus dem Silicon Valley bloß Hindernisse. Ethik und moralische Bedenken – etwa gegen Eugenik, Optimierung des menschlichen Erbguts – sind aus ihrer Sicht etwas für Feiglinge. Die westliche Welt soll die altmodische Abneigung gegen autokratische Führer überwinden. Denn Demokratie erscheint vielen Silicon-Valley-Unternehmern als zu langsam. Sie wollen die USA führen wie ihre Unternehmen – unter einem machtvollen Anführer. Noch hat sich Widerstand dagegen nicht formiert. Mahner aus Medien, Universitäten und NGOs blicken stattdessen hoffnungsvoll nach Europa – dort soll ihr Amerika ein Vorbild finden.   […]

(ZDF Presse, 19.05.2025)

 Die einzige Chance, Trump aufzuhalten, nachdem alle klassischen Säulen der USA versagen, bleibt nur noch Trumps ökonomische Ignoranz. Er ist hoffnungslos verblödet und versteht nichts von Wirtschaft.

[….] Wie kann zudem jemand, der angeblich Unternehmer war, so wenig von Wirtschaft verstehen? Trump will nun 50 Prozent Zoll auf alle Produkte aus der EU erheben; auch Apple droht er mit zusätzlichen Abgaben, sollte der Konzern seine Smartphones nicht endlich in den USA herstellen. Was er alles ignoriert: den Umstand, dass ein Handelsdefizit immer auch Ausdruck der Konsumfreude seiner Amerikaner ist; die internationale Arbeitsteilung, in der jedes Land das herstellt, was es besser oder billiger kann – eine Produktion von iPhones in den USA hätte zur Folge, dass sie unbezahlbar würden. Und so weiter.  Trump kapiert es möglicherweise nicht. Zum Schaden der Amerikaner und der Welt ist er auch noch stolz darauf.  [….]

(Detlef Esslinger, 23.05.2025)


Nur wenn Trump es vermag die gesamte US-Wirtschaft so sehr in den Abgrund zu ziehen, daß auch seine 77 Millionen MAGAs extrem leiden, hungern, ihre Jobs, ihre Häuser und Krankenversicherungen verlieren, gibt es eine Chance, daß diese nahezu völlig realitätsresistenten Fanatiker sich von ihrem Messias abwenden.

Donnerstag, 1. Mai 2025

Kommt doch noch der Aufschlag in der Realität?

Bevor Donald Trump Ende 2016 mit 2,5 Millionen StimmenMINDERHEIT zum US-Präsidenten gewählt wurde, wußte man natürlich schon einiges über ihn. Kannte seinen chronischen wirtschaftlichen Misserfolg, den Rassismus, den Sexismus, die Vulgarität, seine Unanständigkeit und natürlich das manische Lügen.

Es dauert aber bis nach seinem Amtsantritt im Januar 2017 bis ich tatsächlich die zwei entscheidende Faktoren seiner Lügerei begriff:

·        Er lügt keineswegs nur absichtsvoll, sondern auch völlig willkürlich, sich selbst widersprechend und für jeden offensichtlich. Er lügt nicht ökonomisch, sondern völlig inflationär.

·        Es schadet ihm bei seiner Anhängerschaft keineswegs als myriadenfach überführter Lügner dazustehen.

Das hatte ich bis 2015 nicht verstanden, daß ein so mächtiger Mann so extrem viel lügen kann, ohne dafür irgendeinen Preis zu zahlen. Aber es war wohl zu naiv, im Social Media Zeitalter noch von einer Wählerschaft auszugehen, die nicht gern verarscht wird.

Heute kennen wir natürlich alle auch den ideologischen Bannonschen Überbau, nach dem der öffentliche Raum so sehr mit Scheiße geflutet werden müsse, daß die faschistische Oligarchie sich in der Tarnung des ewigen Shitstorms immer besser etablieren kann.

Als Donald Trump im 2024er Wahlkampf People of Color, Immigranten, Queere und insbesondere Kamala Harris und Joe Biden mit vollkommen abstrusen Lügen überzog, wußte ich, anders als acht Jahre zuvor, daß es ihm eben nicht schaden würde.

Sondern daß er wertwolle Aufmerksamkeit generiert, wenn er vor den Fernsehkameras der Welt erklärt, Haitianische Einwanderer äßen den Amerikanern die Haustiere, die Katzen und Hunde weg. Daß Eltern morgens ihren gesunden Jungen in die Schule schickten und ihn/sie zum Mädchen zwangsoperiert nachmittags zurück bekämen. Es gibt nichts, das irrsinnig genug wäre, um von den Trumpanzees für zu irre gehalten zu werden, um ihn zu wählen.

Die sind ein sadopopulistischer religiöser Kult, der sich an jedem neuen Hassmärchen noch mehr ergötzt.

Für sie ist immer jemand anders Schuld. Social Media ist voll mit wütend pöbelnden Kultmitgliedern, die sich selbst entlarven und es selbst dann nicht merken, wenn man sie mit der Nase draufstößt. In Trump-Kostüme gehüllte Gestalten, die gegen „Obamacare“ wettern und dafür unbedingt den „Affordable Care Act“ (ACA) behalten wollten. Es handelt sich dabei allerdings bloß um zwei verschiedene Namen derselben Sache. Die GOPer wollten aber nichts akzeptieren, das an einen Schwarzen erinnert und so kam es zur Vereinigung der damals noch eigenständig hassenden Kongress-Republikaner, die seit Jahren immer wieder versuchten Obamacare zu Fall zu bringen und dem Neuling Trump.

Gerade ging ein Clip viral, in dem ein blondes „Trump Girl“ sich lautstark über die viel zu hohen Trump/Biden-Steuern echauffiert, dann darüber aufgeklärt wird, daß während der gesamten Biden-Präsidentschaft unverändert der 2017 geschlossene Trump-tax-code galt, aber dadurch nicht einen Millimeter von ihrer Verachtung für die Demokraten abrückt.


Also ja, weder überrascht es, noch schadet es Trump bei seiner fanatischen Basis, wenn er vollkommen dreist von um 97% gesunkenen Eierpreisen oder dem zunehmenden Kanadischen Tourismus in die USA prahlt.

Natürlich ist nichts davon wahr. In den ersten 100 Tagen Trump ging es in jeder Hinsicht nur bergab.

Dabei werden die drastischen Folgen erst noch kommen. Bisher erleben die Verbraucher noch gar nicht die hohen Zölle in den Läden, weil die Großhändler in Erwartung des Desasters ihrer Lagerbestände maximiert hatten.

[….] Sinkende Eier- und Spritpreise, Milliardeneinnahmen durch Zölle – vieles, was der US-Präsident in seiner ersten Bilanz preist, ist frei erfunden. [….] US-Präsident Donald Trump markierte die 100-Tage-Marke seiner zweiten Präsidentschaft mit einer Massenkundgebung in Michigan. Er selbst bezeichnet seine bisherige Amtszeit als die erfolgreichste in der Geschichte des Landes. Doch die Realität sieht aktuell anders aus. Seine Umfragewerte sind im Keller. Tausende Menschen protestierten in den vergangenen Tagen und Wochen in vielen Städten gegen die Politik seiner Regierung. Die US-Wirtschaft durchlebt dank Trumps Handelspolitik eine Achterbahnfahrt. Und auch Republikaner im Kongress äußern sich immer öfter kritisch.

Als Trump am Dienstag in Warren, Michigan, – einem Vorort von Detroit – die Bühne betrat, war dies alles kein Thema. [….] Der US-Präsident legte seine „Greatest Hits“ auf und wiederholte sein Versprechen einer goldenen Zeit für Amerika. Er sprach auch über eine Zukunft mit weniger Inflation, mehr Jobs und mehr Sicherheit für alle US-Bürger und er stichelte gegen Demokraten, inklusive Ex-Präsident Joe Biden und Vizepräsident Kamala Harris.

„Wir haben erst angefangen. Es ist nichts gegen das, was noch kommen wird“, sagte Trump unter dem tobenden Applaus seiner Anhänger. [….] Laut Trump seien seit seiner Amtseinführung die Preise für Eier und an den Tanksäulen stark gesunken. Beides entspricht nicht der Wahrheit. [….] Doch weder Trump noch die Anhänger, die immer wieder mit „USA, USA“-Rufen von sich hören machten, schien dies zu kümmern. [….] Der von Wirtschaftsexperten prognostizierte Preisanstieg, der aufgrund von Trumps Handelspolitik amerikanische Familien treffen wird, wird da einfach ignoriert. [….]

(Hansjürgen Mai, 30.04.2025)

Schon Helmut Kohl sprach einst die Worte „die Wirklichkeit ist anders als die Realität“. Möglicherweise kommt Trump also bei seinen Wählern noch lange damit durch, alles schön zu lügen.

Die gute Nachricht für seine Gegner ist allerdings die Geschwindigkeit des ökonomischen Absturzes der USA. Es sieht nach drei Monaten übler aus, als selbst Pessimisten befürchteten. Die gesamten US-Wirtschaft, die Trump von Biden in hervorragenden und stark wachsenden Zustand übernommen hatte, schmiert jetzt ab.

[….] Die US-Wirtschaft ist nach Angaben der US-Regierung von Januar bis März um 0,3 Prozent geschrumpft. [….] Es ist der erste Rückgang seit drei Jahren und eine deutlich negativere Entwicklung als von Analysten erwartet. Beeinflusst könnte der Abwärtstrend auch durch die aggressive und widersprüchliche Zollpolitik von US-Präsident Trump  sein – und den Anstieg der Importe, weil US-Unternehmen versuchten, schnellstmöglich noch Waren in die Vereinigten Staaten einzuführen.

In den drei Monaten davor lag das Wachstum noch bei 2,4 Prozent. [….] US-Beobachter verweisen darauf, dass US-Präsident Trump eine Wirtschaft übernahm, die trotz hoher Zinsen, die die US-Notenbank zur Bekämpfung der Inflation verhängt hatte, stetig wuchs. Seine unberechenbare Handelspolitik, darunter 145-prozentige Zölle für den Handel mit China, lähmte die Wirtschaft und drohte, die Preise zu erhöhen und die Verbraucher zu schädigen.

Die US-Aktienindex-Futures fielen als erste Reaktion auf das Bruttoinlandsprodukt, das schlechter ausfiel als erwartet. Ein Hinweis auf die Sorgen vor einer Verlangsamung der Konjunktur in der weltweit größten Volkswirtschaft. Laut einer von Reuters durchgeführten Umfrage unter Ökonomen war statt des Rückgangs ein Wachstum von 0,3 Prozent erwartet worden.

Dazu passend wurden im April deutlich weniger Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Beschäftigten nur um 62.000, wie der Arbeitsmarktdienstleister ADP in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg um 115.000 erwartet. [….]

(SPON, 30.04.2025)

Seine fanatischen MAGAs werden weiter zu IQ45-47 halten, die Realität negieren und für alle negativen Folgen andere als Trump verantwortlich machen.

Aber es gibt nicht nur solche schwer gehirngewaschenen Cult-Member. Viele Trump-Wähler sind auch nur moderate misogyne Rassisten, die keine schwarze Frau an der Staatsspitze wollten. Viele andere sind einfach dumm wie Bohnenstroh.

Ich denke voller Entsetzen eine College-Umfrage des Youtubers Joey Gentile vom 10.09.2024, als er vier Wochen vor der Wahl auf einem Universitätscampus in Florida Studenten nach ihrer Wahlabsicht befragte. Zukünftige Akademiker sollten deutlich liberaler und gebildeter als Durchschnittsamis sein. Aber selbst von denen, sind die meisten vollkommen politisch und ökonomisch unterbelichtet. Sie sind generell desinteressiert und plappern weitgehend die Märchen von Trumps enormer Wirtschaftskompetenz nach. Daher würden sie ihn auch wählen, obwohl ihnen weder Kamala, noch Donald gefielen. Schließlich wollten sie später mal „not broke“ sein.

Das waren keine fanatisierten Fans, sondern die typischen intellektuell retardierten fehlinformierten indolenten Amis. Nur Stroh im Kopf.

Bei denen habe ich doch eine KLEINE Hoffnung auf Einsicht aufgrund des Kollapses der US-Ökonomie. Es ist und bleibt die einzige Chance für die USA, endlich dazu zu lernen: Dass Business Genius Trump die Wirtschaft so dermaßen zusammen krachen lässt, daß die im Oktober 2024 befragten Studenten in Florida begreifen, einen schweren Fehler gemacht zu haben.

[….] Trump schreibt in einem Beitrag in den sozialen Medien, der Abschwung der US-Wirtschaft habe nichts mit seinen Zollkriegen zu tun. Der Republikaner prognostizierte vielmehr einen Aufschwung in den USA: "Wenn der Boom beginnt, wird er beispiellos sein. HABT GEDULD!!!" 
Laut Internationalem Währungsfonds (IWF)  werden sich die von Trump angezettelten Handelskonflikte jedoch nicht für die USA auszahlen. Im Gegenteil: Der IWF korrigierte jüngst seine Prognosen für die US-Wirtschaft drastisch nach unten. Demnach dürfte die US-Wirtschaft 2025 zwar noch um 1,8 Prozent und 2026 um 1,7 Prozent zulegen. Damit liegt die geschätzte Wachstumsrate aber um 0,9 beziehungsweise 0,4 Prozentpunkte unter der IWF-Prognose vom Januar, als Trump erneut ins Weiße Haus einzog.
  [….]

(SZ, 30.04.2025)

Noch reicht es nicht. Die Supermarktregale müssen erst richtig leer werden und Massen entlassen werden. 

Aber es sind ja erst drei Monate. Wenn Benzin 10 Dollar die Gallone kostet, Eier unerschwinglich werden und Millionen ihre Jobs verloren haben, wenn keine Touristen mehr nach Florida kommen, wenn die Amis merken, daß sie vom Rest der Welt wegen Trump gehasst werden, …

Dienstag, 22. April 2025

Schwerste Volksverdummung

Rund die Hälfte der Amis finden Trumps Politik immer noch gut.

Mehr Amerikaner sehen die USA jetzt „auf gutem Weg“, als zuletzt unter Joe Biden.

Das zeigt, wie völlig ungeeignet die durch rechtsradikale Fernsehsender und X/FB/Tiktok gehirngewaschenen Wähler für die Demokratie sind. 

Sie kannten schließlich Trump, den 34-fach verurteilten Verbrecher, zweifach impeachten Rassisten und Vergewaltiger, der zu einem gewalttätigen Staatsstreich auf das Kapitol aufgerufen hatte. Dennoch befand der US-Souverän, Donald Trump sei „besser für die Wirtschaft“, als eine schwarze Frau, unter deren Vizepräsidentschaft die Wirtschaft sich ausgesprochen positiv entwickelt hatte und das ökonomische Desaster der ersten Trump-Präsidentschaft repariert hatte.

Trumpanzees sind aber eben gerade keine, souverän die Fakten abwägenden Entscheider über die Zukunft der Nation, sondern in der großen Mehrheit debile Ungebildete. Nur gut 30% der US-Wahlberechtigten konnten sich am 05.11.2024 dazu aufraffen, für Harris, also gegen Trump zu stimmen. 70% war das egal, oder sie stimmten aktiv für Trump.

Es ist ebenfalls keine Frage der subjektiven Meinung, sondern objektiv messbar, was für ein ökonomisches Desaster Trump in kürzester Zeit anrichtet – also ausgerechnet dem Bereich, den 70% der Amis als seine Kernkompetenz ansehen.

So ganz, ganz langsam aber geht es bergab mit der Zuversicht in Trumps ökonomische Kompetenz. Denn Trumps Zoll-Irrsinn zieht die gesamte Weltwirtschaft in den Abgrund, wie just auch das IWF bestätigt.

[….] Das, was die IWF-Ökonomen in ihrer neuen Analyse veröffentlichen, durchaus dramatisch. Denn dieser zufolge wird das Wachstum der Weltwirtschaft demnächst deutlich zurückgehen. Der Grund ist die erratische Zoll- und Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Besonders betroffen sind die USA selbst.  Es zeigt sich also: Der Kurs von Trump ist so unvernünftig und zerstörerisch, dass er auch den USA selbst schaden wird. Zum einen fürchtet die Wirtschaft natürlich nichts so sehr wie Unsicherheit. Wenn hohe Zölle angekündigt, diese kurz danach für einige Zeit ausgesetzt, darauf wieder neue Ausnahmen gemacht werden – dann ist das Gift. Wenn Verlässlichkeit fehlt, wird niemand investieren und neue Fabriken bauen. [….] Noch bejubeln viele Unternehmerinnen und Unternehmer in den USA die Politik des Präsidenten. Was könnte Donald Trump zur Umkehr bewegen?   [….]

(Caspar Busse, SZ ,22.04.2025)

Selbstverständlich versuchen die Demokraten diese, sich verschlechternden Zahlen, für sich auszunutzen. Aber bekanntlich sind Zahlen und Fakten wenig effektiv, um damit Wahlentscheidungen zu beeinflussen. Anderenfalls Hätte Kamala Harris einen Erdrutschsieg gegen Trump einfahren müssen. Dennoch ist es richtig, wenn die Opposition versucht, sich dieses Themas zu bemächtigen.

Denn die klassischen gesellschaftlichen Kräfte, die Aktivisten, die Presse, die Bildungseinrichtungen, die Gewerkschaften verharren immer noch in einem Dornröschenschlaf. In Relation zur Gesamtbevölkerung von 340 Millionen Einwohnern, lassen sich kaum Protestler gegen die Rapid-Transformation in eine antidemokratische Trump-Diktatur auf den Straßen sehen.

[…..] Die Tesla-Aktie verlor zwar, stürzte aber nicht vollständig ab. Was schon merkwürdig ist, wenn man bedenkt, wie überschuldet diese Marke ist und dass sie mittlerweile von ganzen Ländern abgelehnt wird. Dass jede Woche Tausende gegen sie protestieren und sie noch immer von einem mit Ketamin vollgepumpten, peinliche Mützen tragenden Typ geführt wird. Seit ich einen Cybertruck mit eigenen Augen gesehen habe, wird mir immer klarer, wie viel masochistischer Glaube dem ganzen Tesla-Phänomen zugrunde liegt. Überhaupt zählt der Glaube in den USA mehr als Fakten. Egal, ob es um den Kapitalismus geht, um „Make America great again“ (Maga) oder sogar um den eigenen Ruin – Glaube, nicht Fakten. Magisches Denken, Grausamkeit und Zölle werden es schon richten.

Triumphierende Pseudo-Christen freuen sich auf die Theokratie. Christo-Faschisten wollen einen obligatorischen Glauben an die heterosexuelle weiße männliche Vorherrschaft und an wissenschaftliche Unkenntnis als Leitprinzip etablieren. Heiße niemals einen Fremden willkommen, liebe niemals andere wie dich selbst, sündige und dir wird vergeben, während alle anderen in der Hölle schmoren, selig sind die Reichen, denn sie werden das Himmelreich erben – das sind ihre auf den Kopf gestellten Gebote. Schon jetzt berauben sie Frauen, Indigene und trans Menschen der Gesundheitsversorgung und des Wahlrechts. Sie sehnen sich danach, die schlimmsten Fehler der Geschichte noch einmal zu begehen.

Alle, die am Tag von Trumps Amtsantritt ein Paradies erwarteten, müssen jetzt einfach ganz fest daran glauben, dass die Hölle gut für sie ist. Friss oder stirb wie der Schwächling, der du bist. Die Alternative lautet: Flucht. Um einen Satz zu zitieren, der manchmal Billy Wilder zugeschrieben wird: In den Dreißigerjahren landeten die pessimistischen Juden in Hollywood, die optimistischen endeten in Auschwitz.   […..]

(A.L. Kennedy, 19.04.2025)