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Mittwoch, 9. September 2026

Zukunft abgekürzt.

Die Jugend in den frühen 1980ern, ab dem Sommersemester 1988 an der Uni, Ende der 1990 bekamen die meisten meiner ehemaligen Mitschüler Kinder. In den 2010nern starben meinen Freunden die Eltern weg. Nun sind wir, Ende Boomer/Anfang GenX, kurz vorm Rentenalter. Einige wenige hatten Jobs, in denen sie sehr viel verdienten und sind finanziell gut abgesichert. Die Mehrheit stellt sich auf Schmalhans im Alter ein, gruselt sich vor einsamer Abhängigkeit in völlig überlasteten Pflegeeinrichtungen. Es muss nicht unbedingt besser sein, Kinder und Enkel zu haben, weil man sich darum sorgt, ihnen zur Last zu fallen. Außerdem gibt es diverse Altersgenossen, die jetzt schon mit teilweise erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen leben. Man ist in diesem „irgendwas ist immer“-Alter. Die Gesundheitschecks werden unheimlicher, weil es immer wahrscheinlicher wird, daß Probleme gefunden werden. Mit meinem 25 Jahren altem Auto fahre ich auch nicht mehr unbeschwert zum TÜV.

Als ich letztes Jahr auf der Straße hinschlug, weil ich offenbar zu senil bin, um sicher zu gehen, wurde mein Knie geröntgt. Da Bild klemmte schon auf dem Lichtboard, als ich auf die junge Orthopädin wartete. Nach meinem Laienverständnis sah ich keine Knochenverletzungen, aber merkwürdige Frakturkallus-artige Wucherungen, die mir Sorge bereiteten. Als die Ärztin kam, entwarnte sie; „nichts gebrochen“. Auf meine besorgte Frage, was das für eigenartige Wölkchen wären, winkte sie ab „ach, das sind nur ganz normale Ablagerungen IN IHREM ALTER!“

Klar. Aus Sicht einer Anfang-30erin bin ich ein Wrack. Aber andererseits sollten statistisch noch ein paar Dekaden Lebenszeit übrig sein, auch wenn immer mehr Symptome auf eine baldige Überschreitung meines Mindesthaltbarkeitsdatums hinweisen. Natürlich, Joghurt, Quark und Nudeln sind nach dem Ablauf des MHD immer noch genießbar. Ich habe noch das Schimpfen meiner Mutter im Ohr, wenn ich als Generation Überfluss, Lebensmittel mit dem Erreichen des MHD in den Müll werfe.

Also, man kann den abgelaufenen Reis natürlich noch essen, aber dabei entwickelt sich ein latentes Unbehagen. Unterbewußt schmeckt man nach, ob das wirklich noch gut ist. Genauso geht es mir, bei dem Gedanken, die nächsten Male zu Nullen.

Offensichtlich leben viele dann immer noch, aber ob das noch so toll schmeckt?

Besser wird es jedenfalls nicht.

Allerdings gibt es global erhebliche Anzeichen für eine deutliche Abkürzung unser aller und natürlich damit auch meiner Restlaufzeit.

2020 erinnerte uns an die durchaus reale Gefahr einer Pandemie, die wirklich jedes menschliche Leben ausrottet. Die Chancen, einer globalen Seuche zu erliegen, steigen, weil wir mehr werden, uns enger auf die Pelle rücken, von Algorithmen systematisch zu Covidioten verblöden, die sich Impfungen und Masken verweigern und natürlich durch immer mehr rechtsextreme Gaga-Regierungen, die wie die USA aus der WHO austreten, Virologen die Forschungsmittel entziehen, Gesundheitsbehörden schließen. Ein gefährlicher Spinner und Verschwörungstheoretiker ist jetzt US-Gesundheitsminister, die Amis lassen sich weniger Impfen und die Regierungspartei klagt Dr. Fauci an.

2022 der Ukraine-Krieg, 2023 die Hamas-Attacke mit der darauf folgenden Vernichtung Gazas, 2026 der Beginn des US-Krieges gegen den Iran. Der hybride Krieg Russlands gegen Westeuropa, der Beginn der Kriegsphase Null auf deutschem Boden und erst Recht ein mental inzwischen vollkommen unzurechnungsfähiger US-Präsident, der als Oberbefehlshaber mit dem Atomkoffer in der Hand Wutanfälle bekommt; machen einen Weltkrieg, womöglich einen Atomweltkrieg, sehr viel wahrscheinlicher. Das Two-Theater-Szenario, also ein simultaner Angriff Chinas auf Taiwan und Russlands auf das Baltikum wird rückt näher. Persönlich würde ich einen schnellen Tod in einem nuklearen Pilz natürlich bevorzugen. Für die Flora und nicht humanoide Fauna wäre es allerdings sehr unfreundlich.

Sehr sicher ist der Klimakollaps, von dem wir 2026 einen ordentlich Vorgeschmack in Deutschland erlebten. Schon jetzt sterben jedes Jahr weltweit Hunderttausende an den Folgen der Erderhitzung. Nur wir Reichen in den Industriestaaten können uns mit technischen Hilfsmitteln noch etwas länger am Leben erhalten. Selbst wenn die Menschheit heute vollkommen damit aufhörte, klimaschädigende Gase in die Lust zu blasen, würde sich die Erde noch 15-20 Jahre weiter aufheizen; so lange dauert es, bis die kritische Schicht um die Erdoberfläche erreicht ist.

Aber wir hören nicht nur nicht damit auf, das Klima zu zerstören. Wesentliche Player – USA, Deutschland, Russland – gehen diametral in die falsche Richtung, fördern massiv die Verbrennung fossiler Energieträger, bremsen die erneuerbaren Energien aus.

Der Hitzetod kommt also bestimmt und wird dramatische Migrationsbewegungen auslösen, wenn immer mehr Landstriche austrocknen und unbewohnbar werden. Das wird kein angenehmer Tod, der aber in Nordeuropa mit den entsprechenden finanziellen Mitteln vielleicht noch bis zu 20 Jahre auszusitzen ist, bis alles komplett zusammenbricht.

Aber es gibt Hoffnung! Vielleicht entkommen wir der Zombi-Apokalypse durch Pandemie, dem russischen Raketenbeschuss und der klimatischen Verglühung bei 50°C! Das bleibt uns nämlich alles erspart, wenn hyperkomplexe KI bis Ende der Dekade Homo Sapiens als die Gefahr erkennen, der er ist und uns einfach ausrottet.

Dafür spricht vieles, wie der KI-Guru Nate Soares erklärt.

[….] Soares: Es ist nicht so, dass diese Systeme uns hassen. Wir sind ihnen nur egal. So wie Ameisen uns Menschen egal sind. Wir bemühen uns nicht, Ameisen zu töten. Wir bauen nur manchmal unsere Sachen dorthin, wo Ameisen leben.

ZEIT: Aber wie könnte KI in der Lage sein, alle Menschen zu töten oder überhaupt einen Menschen?

Soares: Man muss sich klarmachen, wie sich die Menschheit entwickelt hat. Uns hat niemand eine Waffe in die Hand gedrückt. Die Primaten, die wir einst waren, haben Waffen entwickelt und sind schließlich bei Atombomben angekommen. Diese Macht, aus fast nichts etwas aufzubauen, mit dem man die Welt kontrollieren kann, sitzt im Kopf. Und genau diese Fähigkeit versuchen die KI-Firmen gerade zu automatisieren. Das ist das erklärte Ziel von Leuten wie Elon Musk und Sam Altman: automatisierte Fabriken, die Roboter bauen, die automatisierte Fabriken bauen.

ZEIT: Aber noch mal: Um der Menschheit ernsthaft gefährlich werden zu können, müsste sie Fähigkeiten entwickeln, die heute kaum vorstellbar sind. Wie genau kommt sie dorthin?

Soares: Das ist ungefähr so, als würde man im Jahr 1800 fragen, wie das Militär der Zukunft aussieht. Ein Wissenschaftler von damals wüsste bereits, wie viel Energie in Schwarzpulver steckt, also würde er sich vielleicht vorstellen, dass die Kanonen der Zukunft zehnmal stärker sein werden als seine. Das stimmt, damit hätte er ungefähr die Feuerkraft eines Panzers vorausgesagt. Aber auf die Vorhersage, dass es eine Bombe geben wird, die eine ganze Stadt auslöschen kann, käme er wohl nicht, sie klänge verrückt. Aber sie wäre wahr.

ZEIT: Wie könnte ein KI-Äquivalent der Atombombe aussehen?

Soares: KI könnte zum Beispiel den Gen-Code knacken. Wir können heute schon DNA auslesen und sogar verändern. Aber wir wissen nicht genau, wie sich die Aminosäureketten zu Proteinen falten. KI kann das schon heute besser als Menschen berechnen. Und wenn sie noch intelligenter wird, könnte sie es so gut können, dass sie neue Lebensformen erschaffen kann. Dann schickt sie vielleicht eine DNA-Sequenz an ein Labor und lässt sie synthetisieren. Das Röhrchen schickt sie zu irgendeinem Menschen und sagt ihm: Zerbrich das draußen. Und dann haben wir eine selbstreplizierende, von der KI gesteuerte Spezies. Wie gesagt, die KI macht das nicht, weil sie uns hasst, aber danach wäre sie nicht mehr auf Menschen angewiesen. Die neue Spezies gedeiht und verbraucht mit der Zeit alle Ressourcen, bis für uns nichts mehr übrig bleibt.   [….]

(ZEIT, 26.08.26)

Die Aussicht auf einen baldigen Tod aller Menschen wird gerade sehr viel wahrscheinlicher.

Das könnte schnell gehen.

[…]  Ein Forscher hat mit dramatischen Worten seinen Job bei Anthropic gekündigt und behauptet, dass die KI-Firma genauso wie OpenAI – wo er vorher gearbeitet hat – nicht verantwortungsvoll handle. „Die Menschen, die KI entwickeln, sind fest davon überzeugt, dass die uns bis zum Ende des Jahrzehnts auslöschen könnte“, schreibt der 27-Jährige namens Jacob Coxon auf dem Kurznachrichtendienst X. „Keine andere menschliche Aktivität ist so gefährlich“, schreibt er weiter. Während man die enorme Gefahr bei OpenAI nicht verstanden haben möge, sei das bei Anthropic anders, erklärt er: „Doch sie befinden sich in einem Wettlauf, um als Erste anzukommen und sie glauben, dass niemand sonst verantwortungsvoll handeln wird.“ Deshalb meinten sie, das Risiko eingehen zu müssen.

Laut den Beiträgen auf X und einem ausführlichen Artikel beim Wall Street Journal hat sich der 27-jährige Brite auf das Training neuer KI-Modelle mit riesigen Datenmengen spezialisiert. Gegenüber der US-Zeitung hat er demnach erklärt, dass viele seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen die Begriffe „Crunchtime“ und „Endgame“ („Endspiel“) benutzen, wenn sie über die Richtung der Branche sprechen. „Wir steuern auf viele der pessimistischsten dieser Szenarien zu, bei denen die Lage bereits Ende nächsten Jahres außer Kontrolle geraten könnte“, zitiert das Wall Street Journal noch. Auf X schreibt er noch, dass eine Koordinierung möglich scheine und „Warnschüsse“ wie der automatisierte Hackerangriff auf Hugging Face Vereinbarungen wahrscheinlicher gemacht hätten. [….]

(Martin Holland, 09.09.2026)

Freitag, 4. September 2026

Technologie aus der Hölle

Die Tages des Otto-Motors sind vorbei. Jener Technik, bei der man unter dem Sitz eines fahrbaren Untersatzes, eine 50 bis 70 Liter fassende Feuerbombe aus einer explosiven und hochentzündlichen Flüssigkeit platziert. Eine Substanz, die hauptsächlich aus autokratischen Kriegsnationen stammt, deren Usurpatoren man reich macht und beim Verbrennen erst die Umgebung in nicht mehr atembaren Smog verwandelt und schließlich das Erdklima so aufheizt, daß es schon jetzt ein Massensterben gibt. Ein Gaga-Konzept, bei dem man auf sehr niedrigen Wirkungsrad setzt, stattdessen die Umgebung aufheizt und ein Netz von über 14.000 Tankstellen in Deutschland betreiben muss.

Die völlig falsche Weichenstellung in den Management-Etagen der riesigen deutschen Automobilkonzerne geschah nicht durch Einfältigkeit, oder Doofheit. Nein, es war schlimmer. Die Spatzen pfiffen längst vom Dach, wie in Asien und den USA moderne Auto gebaut werden; nämlich elektrisch.

Auch Klimawandelleugner oder bizarre Gestalten, wie die parlamentarische Staatssekretärin und  Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU/CSU (MIT), wissen Bescheid.

 Gitta Connemann, die zuweilen einen kleinen Benzinkanister mit sich schleppt: "Nicht, dass ich noch anfange zu schnüffeln, ich mag den Geruch".

No Kink-Shaming; wenn sie so auf den „Duft“ verschiedener langkettiger Alkane und Benzol-Verbindungen abfährt, so sei ihr das gegönnt. Aber auch die größten olfaktorischen Benzin-Fans und Klimawandelleugner müssen einräumen, daß die fossilen Brennstoffe dieses Planeten endlich sind. Noch in diesem Jahrhundert wird der Zeitpunkt kommen, an dem die schwarze Schmiere aus dem Erdreich schlicht und ergreifend alle ist. Fanatiker, wie Connemann oder Lindner wollen dann auf „EFuels“ umsteigen. Dabei wird mit gewaltiger elektrischer Energie aus Kohlendioxid, Ammoniak und Wasserstoff mit uralten Techniken (Fischer-Tropsch-Synthese, Haber-Bosch-Verfahren, etc) synthetisches Benzin gewonnen.

Jeder Chemie-Student im Ersten Semester schlägt sich an dieser Stelle wegen des energetischen Wahnsinns an den Kopf. Wenn man schon so viele elektrische Energie einsetzt, wäre es vielfach effektiver, damit gleich Elektromotoren anzutreiben, statt erst unter enormen Energieverlusten Efuels herzustellen und aus diesen wiederrum bei sehr niedrigen Wirkungsgraden, also unter Verschwendung des größten Teils der Energie, wieder Strom und mechanische Energie zu gewinnen UND dann auch noch zu allem Übel wieder klimaschädigendes Kohlendioxid und giftige Stickoxide auszustoßen, die beim E-Motor nicht anfallen. Die Schildbürger wären für so einen Unsinn viel zu rational. Aber man darf eben nie die Schwachsinnigkeit schwarzer, gelber und brauner Spitzenpolitiker unterschätzen.

Während also chinesische, französische, italienische, koreanische, japanische und US-Amerikanische Automobilkonzerne schon lange nicht mehr das tote Pferd reiten, können Merz, Söder und die VW-Bosse gar nicht davon lassen.

Um das Sterben am Weltmarkt aufzuhalten, setzen sie auf gewaltig übermotorisierte PlugIn/Hybride – also Straßenpanzer, die elektrisch und mit Benzin angetrieben werden können.

In der Praxis greifen dadurch sehr reichen Menschen auf Kosten des Steuerzahlers hohe EAuto-Förderprämien ab, fahren aber weiterhin zu 100% mit Benzin und übergeben bei einem Weiterverkauf das Ladekabel noch originalverschweißt, weil es nie benutzt wurde.

Die Karren sind sozialer und ökologischer Betrug; gewissermaßen also ganz passend für den Schummelkonzern VW. Die Wolfsburger Marketingabteilung war entzückt; wußten sie doch, daß deutsche Batterien und E-Antriebe international als minderwertig gelten. Aber durch den mit angebotenen VW-Verbrennermotor sollte diese Scharte ausgewetzt werden. Die Merz-Regierung war begeistert und unterstützt deutsche PlugIn-Hybride in Brüssel mit viel Druck.

Das Ergebnis ist, wie soll man es auch anders erwarten; ein Desaster. Die chinesischen Konkurrenzmodelle bieten die viel besseren E-Motoren, Verbrenner mit maximalen Wirkungsgrad zu niedrigeren Preisen.

[….]  Von »China Speed« ist häufig die Rede, wenn es um die deutlich kürzeren Entwicklungszeiten chinesischer Automodelle im Vergleich zu deutschen Fabrikaten geht. Schnell sind Fahrzeughersteller aus China aber auch in einer anderen Disziplin: der Anpassung an veränderte Marktbedingungen. Jüngstes Beispiel ist der Siegeszug chinesischer Plug-in-Hybridfahrzeuge in Deutschland. [….]  Seit Monaten führt das chinesische Modell BYD Seal U DM-i die Neuzulassungsstatistik dieser Kategorie in Deutschland an. Allein im Juli wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 1821 Exemplare des SUV erstmals zugelassen. Vom Spitzenplatz dieser Statistik verdrängt findet sich der Wolfsburger Hoffnungsträger VW Tiguan  mit 1379 Fahrzeugen auf Platz zwei, gefolgt vom Audi A5  mit 1220. Europaweit kommt BYD im bisherigen Jahresverlauf sogar auf einen Marktanteil von 60 Prozent, mit weitem Abstand vor den deutschen Marken.

Damit erweist sich die Überzeugung gerade der deutschen Hersteller, bei dieser Antriebsart werde ihnen aufgrund ihrer Kompetenz im klassischen Motorenbau so schnell keiner in die Quere kommen, als kolossaler Irrtum. »Plug-in-Hybride«, heißt es in einem Papier des Verbands der Automobilindustrie (VDA) aus dem vergangenen Jahr, seien ein »essenzieller Bestandteil einer breiten Elektrifizierungsstrategie« und ein wesentliches Argument für die Technologieoffenheit.

Auch deshalb drängte die deutsche Regierung auf die Aufweichung des EU-Nullemissionsziels für Neuwagen, damit Plug-in-Hybridfahrzeuge auch über 2035 hinaus zugelassen werden dürfen. Auch deshalb kommen Plug-in-Hybridfahrzeuge in den Genuss der aktuellen staatlichen Förderung von Elektrofahrzeugen. Die Selbstgewissheit bei diesem Thema war sogar so groß, dass die im Herbst 2024 beschlossenen Zusatzzölle für Elektroautos aus chinesischer Produktion ausdrücklich nicht für Modelle mit Plug-in-Hybridantrieb gelten.

All das erweist sich jetzt als Bumerang. Was auch daran liegt, dass der BYD Seal U DM-i zu einem Listenpreis ab 39.990 Euro angeboten wird. Im besten Fall ist der Wagen sogar ab 28.990 Euro erhältlich, sofern der von BYD aktuell gewährte E-Bonus in Höhe von 6500 Euro eingerechnet wird und die maximale staatliche Förderprämie von 4500 Euro in Anspruch genommen werden kann. Zum Vergleich: Der VW Tiguan mit Plug-in-Hybridantrieb kostet mindestens 46.250 Euro, der Audi A5 e-hybrid mindestens 65.100 Euro (jeweils ohne Prämie und Rabatt). [….]  Wer jedoch daraus folgert, dass der chinesische Hersteller die elektrische Dominanz deshalb so betont, weil es an Verbrennerkompetenz fehle, liegt falsch. Der im Seal U DM-i eingesetzte »Xiaoyun«-Vierzylinder-Benziner gehört zu den Ottomotoren mit dem besten thermischen Wirkungsgrad überhaupt. Dieser liegt laut BYD in der günstigen »Boost«-Version bei 43 Prozent. Der Wirkungsgrad ist die Messgröße für den Anteil der eingesetzten Energie, die tatsächlich in Vortrieb umgewandelt wird. Bei herkömmlichen Benzinmotoren liegt dieser Wert zwischen 25 und 38 Prozent [….]  Aktuell scheint der chinesische Hersteller Geely den Rekord zu halten – mit einem Wirkungsgrad von 48,4 Prozent. [….] 

 (Jürgen Pander, SPON, 04.09.2026)

Nach diesem Jahrelangen Totalversagen des VW-Managements und der Verbrenner-fanatischen C-Toppolitiker, überlegten die sehr viel dümmeren Cousins der Schildbürger, wie sie das tote Pferd, das zudem auch noch im tiefsten Brunnen liegt, weiterreiten könnten und kamen auf die glorreiche Idee, den Schweif der modrigen Leiche zu heben, um 60 Milliarden Euro ins Rektum der toten Technologie zu schieben.

[…] Volkswagen investiert auch in Zukunft massiv in die Verbrenner-Technologie. Bis zum Jahr 2028 sollen 60 Mrd. € in die Weiterentwicklung von entsprechenden Fahrzeugen fließen, berichtet das Fachmagazin „Auto Motor und Sport“.  […..]

(VDI, 2024)

VW sitzt allein bei den deutschen Fabriken derzeit auf 500.000 Autos Überproduktion, die niemand in der Welt mehr kaufen will, weil sie so katastrophal an den Kundenwünschen vorbei gebaut werden.

50.000 Arbeitsplätze verschwinden und vermutlich vier Stadtorte werden abgewickelt: Die VW-Werke Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm. 50.000 Familien, die ihre Existenz verlieren aufgrund der Dummerhaftigkeit ihrer Chefs? Da sind die Aktionäre, die traditionell allein durch HABEN und niemals durch TUN, immer reicher werden, entzückt.

[….] Der VW-Konzern soll insgesamt auf eine Jahresproduktion von neun Millionen Fahrzeugen jährlich getrimmt werden - rund eine Million weniger als derzeit und drei Millionen weniger als noch vor der Corona-Pandemie. Bis 2030 soll eine operative Umsatzrendite von neun Prozent erreicht werden. Zum Halbjahr lag der Anteil des Gewinns am Umsatz bei 3,8 Prozent.   [….]

(Tagesschau, 04.09.2026)

Samstag, 29. August 2026

Wie sich der Blick auf Trump veränderte.

Das gehört zu den Dingen, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann: Vor elf Jahren, als sich Donald Trump um die GOP-Präsidentschaftskandidatur bewarb, hielt man dieses Ansinnen für einen PR-Stunt. 

Der notorische Pleitier und Frauenheld suchte offenbar nach medialer Aufmerksamkeit, um seine Marke „Trump“ noch bekannter zu machen. Er würde aber schnell die Lust verlieren und ohnehin, ob der offensichtlichen Chancenlosigkeit, bald aus dem Vorwahlprozess ausscheiden. Was hatte der pöbelnde Rüpel bar jedes politischen Wissens, schon einem Vollprofi wie Jeb Bush, aus der Doppelpräsidenten-Dynastie, entgegenzusetzen?

Nahezu täglich produzierte er so ungeheuerliche Lügen, Vulgaritäten und Attacken weit unter der Gürtellinie, daß er nun aber wirklich aus dem Rennen ausscheiden müsse. Andere, wie zB John Edwards, hatten schon für viel kleinere Affären ihre Karriere endgültig beenden müssen.

Aber es gab auf der politischen Bühne auch noch nie einen Menschen, der dermaßen selbstverliebt und gleichzeitig so völlig schamlos war. Er blieb einfach und faszinierte durch dieses ostentative Ignorieren aller politischen Gepflogenheiten, immer mehr primitive US-Amerikaner. Nachdem der Favorit Jeb Bush aus dem Rennen ausgeschieden war, erschien seine offizielle Nominierung erstmals möglich. 

  

Ich diskutierte damals mit meine US-amerikanischen Verwandten/Freunden, ob wir Trump oder Cruz mehr hassen, wer beim Wahlvolk unbeliebter wäre und ob der Texaner oder der New Yorker als Präsident gefährlicher wäre.

Damals fürchtete ich mich mehr vor Ted Cruz, hielt ihn für gemeiner, weil er intelligenter als Trump ist.

Potus Trump würde, ähnlich wie GWB, gar nicht so recht verstehen, was vor sich geht, viel urlauben und golfen und als Kasper zu PR-Terminen erscheinen, während die USA eigentlich von den Routiniers des republikanischen Establishments regiert werden würde. Und das müsse gar nicht schlecht sein, betonten konservative Analysten.

Und dann kam der Tag, als der unwahrscheinliche Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl von 2016 satte 2,5 Millionen Stimmen weniger als Hillary Clinton bekam und damit die Wahl gewann.

Trump trat sein Amt genauso unvorbereitet an, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump benahm sich genauso schlecht, wie wir alle es erwartet hatten.

Trump war genauso dumm, wie wir alle es erwartet hatten.

Unerwartet war aber das Ausmaß seiner Gefährlichkeit.

Unerwartet war die Instabilität der politischen Institutionen der USA.

Unerwartet war, wie es Trump trotz einer unendliche Kette politischer Peinlichkeiten gelang, auch die selbstbewußtesten Alphamänner der Partei auf Linie zu bringen. 

Die US-Senatoren Rubio, Vance, Graham, Cruz, die sich alle selbst für Präsidentenmaterial halten/hielten und Trump extrem scharf attackiert hatten, krochen schließlich alle in seiner toxischen Flatulenz-Wolke umher und können gar nicht mehr damit aufhören seinen Hintern zu küssen.

Und genauso verbalisiert es Trump hochzufrieden auch öffentlich: They all kiss my ass.

In den folgenden zehn Jahren arbeitete ich mich täglich an Trump ab, überzog ihn mit allen Verwünschungen und Beschimpfungen, die mir verbal zur Verfügung stehen. Unterdessen wurde der gewindelte Geront kontinuierlich immer gefährlicher, vermochte es sogar, in den vier Jahren nach seiner verlorenen Wahl 2020 immer toxischer zu werden, der US-Demokratie immer mehr Schaden zuzufügen.

Spätestens nach dem 20.Januar 2025 dürfte klar sein, daß wir mit Donald Trump den toxischsten Parasiten der menschlichen Zivilisation erleben. Er zerstört alles: Demokratie, Frieden, die Weltgesundheit, das Klima, die Nato, die internationalen Institutionen, das Verhältnis zu den US-Alliierten, das Bildungssystem, die US-Army, ja sogar die Gebäude, Denkmäler, Naturschutzparks bis hin zum Weißen Haus, dessen gesamter Ostflügel niedergerissen wurde.

Mit vier Aspekten kann man Trumps destruktives Verhalten erklären:
Dummheit, Bösartigkeit, Psychose, Senilität.

Auf ihn trifft alles zu; in den letzten zehn Jahren stellte sich nur die Frage, wie stark was davon jeweils sein Handeln bestimmt. Und natürlich, wie man ihn stoppen und zur Rechenschaft ziehen könnte. Man hatte Hoffnungen auf die Demokraten, das Parlament, die Presse, die Impeachments, die Justiz und schließlich die Wähler gesetzt. Alle versagten, alle prallten an dem Teflon-Kriminellen ab.

Nach so langer Zeit, möchte ich heute das ewige Analysieren der Trumpschen Bösartigkeit beenden. Es hat keinen Sinn. Seine fanatischen Jünger mögen seine Borniertheit, seinen Egoismus, seine Lügen nicht erkennen. Aber für jeden Menschen bei Verstand, ist es vollkommen offensichtlich, daß Trump mental nicht geeignet ist, US-Präsident zu sein. Er ist nicht nur eine theoretische Gefahr für die USA und die Welt, nein er setzt sein Zerstörungswerk schon lange in der Praxis um. Darüber kann es keine zwei Meinungen mehr geben.

Ich wäre inzwischen sogar möglicherweise bereit, ihm Strafunmündigkeit einzuräumen, weil er geistig einfach zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Statt Prozessen und Knast, tut es auch eine Gummizelle in einem Pflegeheim.

Das ganz große Drama Amerikas und der Welt, ist für mich nicht mehr die Tatsache, daß Trump amtiert, sondern die Schande der Republikanischen Partei, die ihn über ein Impeachment oder Artikel 25 absetzen könnte und es nicht tut, sondern lieber sehenden Auges, die Nation in die Hölle stürzen lässt.

Donnerstag, 27. August 2026

Militärisches Alptraumszenario

Kriege sind einfach großartig – für die Rüstungsindustrie! Wenn minütlich Munition im Wert von Millionen verschossen wird, klingeln bei den Konzernen die Kassen. Die Trump-Familie und ihre Cronies, die das Insiderwissen schamlos ausnutzen und rechtzeitig entsprechende Aktien kaufen oder sich direkt bestechen lassen, werden märchenhaft reich.

[….] Die 100 weltweit größten Rüstungskonzerne haben 2024 Rekordeinnahmen von 679 Milliarden US-Dollar (etwa 585 Milliarden Euro) verzeichnet. Deren Umsatz aus dem Verkauf von Waffen und militärischen Dienstleistungen sei im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um 5,9 Prozent gestiegen, hieß es in einem am Montag vom schwedischen Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Bericht.

Überdurchschnittlich stark legten demnach die Umsätze der deutschen Rüstungskonzerne zu. Die vier deutschen Unternehmen in der Sipri-Rangliste Rheinmetall, Diehl, ThyssenKrupp Marine Systems und Hensoldt steigerten ihre Einnahmen aus Waffengeschäften um 36 Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar (12,9 Milliarden Euro).  […..]

(BR, 01.12.2025)

Nach dem Umsatz-Rekordjahr 2025 gibt es nichts Schöneres, als einen weiteren Krieg, wie dem im Februar 2026 von Bibi und Taco angezettelten Iran-Krieg, den das Mullah-Regime aufgrund der sagenhaften Blödheit Washingtons de facto gewonnen hat.

Für die Menschen, die da lebten, wo all die Waffen einschlagen, ist es nicht ganz so schön.

Wenn die Opfer des Krieges keine weißen Christen sind, interessiert es Deutschland traditionell wenig. Merz und Wadephul machen bis heute keine Anstalten, Israel (wegen Gaza) oder die USA (wegen Iran) zu sanktionieren. Im Gegenteil, die Israelis machten "die Drecksarbeit" für die westlichen Verbündeten, lobte der christliche Fritzekanzler.

Die Ukraine, mit ihren weißen Todesopfern kümmert ihn schon und man darf annehmen, der 70-Jährige Großvater aus dem Sauerland, würde sich auch über lettische, estnische oder litauische Opfer grämen.

Genau das wird leider immer konkreter. Schon seit Jahren wird spekuliert, Putin könne „zu Testzwecken“ einen nordöstlichen NATO-Staat angreifen. Um 2030 wäre er militärisch bereit.

Offenkundig passiert das insbesondere deswegen bisher nicht, weil seine Armee viel stärker, als von ihm erwartet, in der Ukraine gebunden ist. Solange der russisch-ukrainische Krieg „heiß“ ist, sind die NATO-Staaten einigermaßen sicher.

Aus Kreml-Sicht darf aber nicht zu viel Zeit verstreichen, weil Europa aufrüstet und die Gefahr besteht, aber Januar 2029 seine besten Verbündeten zu verlieren: Donald Trump. Potus #48 könnte sich als NATO-treuer und Moskau-kritischer entpuppen. Spinnt man den Gedanken weiter, sollte Putin sein „Baltikum-Experiment“ nicht erst in fünf, sondern in ein bis zwei Jahren starten.

Genau dafür scheint es offenkundig so konkrete Hinweise zu geben, daß der CIA-Chef Radcliffe persönlich nach Moskau flog.

[….] Rätsel um Geheimbesuch: Warum die mysteriöse Moskaureise des CIA-Chefs so brisant ist [….]  Erst US-Präsident Donald Trump plapperte den prominenten Passagier am Mittwoch aus. [….] Doch der Besuch eines CIA-Chefs in der russischen Hauptstadt ist alles andere als Routine. Solche Reisen werden nur in geopolitischen Notlagen unternommen – zuletzt im November 2021, als William Burns, der damalige Direktor, nach Moskau flog, um den Machthaber Wladimir Putin persönlich davor zu warnen, die Ukraine militärisch zu überfallen. [….] Am Mittwochabend meldete  das »Wall Street Journal« schließlich unter Berufung auf informierte Kreise, Ratcliffe habe Russland gewarnt – und zwar vor einem Angriff auf einen Nato-Staat. Zuvor hatte die Zeitung über neue Erkenntnisse der US-Geheimdienste berichtet : Man fürchte, Putin wolle den Zusammenhalt der Allianz »in den nächsten Jahren« mit einer begrenzten Attacke auf ein Mitgliedsland testen. Die Szenarien reichten von einem Cyberangriff bis zur »Landinvasion in kleinem Maße«, »wahrscheinlich« in einem baltischen Staat. [….] Das Horrorszenario eines russischen Angriffs auf die Nato scheint noch weit hin. Doch Trump nahm die Hinweise darauf wohl so ernst, dass er den CIA-Direktor nach Moskau schickte – seine Delegation war die hochrangigste dort seit acht Monaten. [….] Die Lage scheint sich zugespitzt zu haben. »Normalerweise schicken die Amerikaner einen so hochrangigen Beamten nicht unangekündigt kurzfristig nach Moskau, es sei denn, es stimmt etwas nicht«, sagte  John Foreman, Ex-Militärattaché Londons in Moskau, dem Sender Radio 4. Die frühere US-Vizegeheimdienstchefin Beth Sanner malte sich Ratcliffes Botschaft so aus: »Wir wissen, worüber ihr nachdenkt, und ihr lasst es lieber sein«, sagte  sie dem »Wall Street Journal«.[….]

(Marc Pitzke, 27.08.2026)

Ob der Kreml sich vor US-Drohungen fürchtet, darf bezweifelt werden. Denn der Iran-Krieg spielt nicht nur den Rüstungskonzernen in die Hände, die ihre Produktion immer mehr hochfahren und immer mehr verdienen, sondern auch dem Kreml.

Zum Einen lenken der Irankrieg und die Hormus-Krise von Putins Überfall auf die Ukraine ab. Zum Anderen passt es bestens zur Putinschen Erzählung gegenüber des globalen Südens: Nato, EU und die USA wären enorme Heuchler mit ihrer Betonung von Recht und Demokratie. Natürlich verfängt das angesichts der Bilder aus Gaza,  des Raketenhagels auf den Iran und der Präsenz der US-Navy mit ihren vollkommen demoralisierten Seeleuten, die aus Frust über ihre eigene Führung über Bord springen. Der Iran-Krieg stärkt BRICS als Gegengewicht zum Dollar-Raum. Trumps Iran-Abenteuer führte zum atomaren MEKKA-Verteidigungsbündnis (Türkei, Saudi Arabien, Pakistan) in direkter Konkurrenz zur NATO. Noch interessanter für Russland ist aber, wie die parallelen Kriege die westlichen Arsenale leeren.

[….] Das US-Militär leidet in Europa offenbar unter einem »mehr als kritischen« Mangel an Raketenabwehrsystemen, der vor allem auf den Krieg von Präsident Donald Trump gegen Iran zurückzuführen ist. [….] Der US-Verteidigungsbeamte erklärte demnach gegenüber der Nachrichtenagentur, der besorgniserregendste Mangel betreffe vorwiegend Patriot-Abfangraketen, mit denen Russlands ballistische Hochgeschwindigkeitsraketen abgeschossen werden könnten. Der Nato-Beamte habe die geringen Bestände an Patriot-Raketen bei den amerikanischen und Nato-Streitkräften in Europa bestätigt. [….] Für die Nato-Länder in Europa könnte das schwerwiegende Folgen haben. Im Falle eines russischen Raketenangriffs, etwa auf ein Militärhauptquartier oder ein Kraftwerk, könnte sich die Nato in einer ähnlichen Lage wie die mit Patriot-Raketen unterversorgte Ukraine befinden und gezwungen sein, »einen Schlag nach dem anderen einzustecken«, zitiert die AP den US-Verteidigungsbeamten.

Und weiter: In Europa verfüge das US-Militär »definitiv« nicht über genügend Patriot-Raketen, um einen möglichen anhaltenden ballistischen Raketenangriff abzuwehren. [….]

(SPON, 27.08.2026)

Im Internationaler Frühschoppen zum Thema „Trumps Schlingerkurs - Chance oder Risiko für Europa?“ gruselte Christoph Schiltz, der Brüssel-Korrespondent der erzkonservativen WELT,(ab ca Minute 53) in seiner Antwort auf eine Zuschauerfrage mit dem Hinweis, es könne die Situation entstehen, in der simultan China Taiwan angreift und Russland einen Nato-Staat attackiert. In dem Fall wären die USA-Kräfte im Pazifik gebunden und Europa wäre mit runtergelassenen Hosen erwischt, während uns zudem die Munition ausgegangen ist. Die Nato spricht von dem „Two Theater“ Szenario.

[….] NATO’s Nightmare

The U.S. and Europe have no clear plan for a joint attack from Russia and China.

Western military planners do not seem eager to talk about their nightmare scenario, much less prepare for it. But they tend to agree on how it would begin: a coordinated, near-simultaneous attack on opposite sides of the planet, in which Russia targets a NATO member in Eastern Europe while China makes its move against Taiwan. The U.S. military would need to react on two fronts at once—three if it remains at war in the Middle East.

Until recently, this possibility sat at the more outlandish end of the threat spectrum, somewhere between a loose nuke and an alien invasion. Synchronized attacks would require a conspiracy too big for Beijing and Moscow to hide. Satellites would see their forces getting into position, giving the United States and its allies time to rally their defenses.

About a year ago, General Alexus Grynkewich, the top NATO commander in Europe, issued a rare public warning about the risk of a two-front war against Russia and China, and he called on European allies to help the U.S. prepare. But when I asked a range of military experts and strategists what the West would do in such a situation, the responses rang surprisingly hollow. Most of them expressed bewilderment and a bit of shame about how little has been done in recent years to study this risk in detail. [….]

(Simon Shuster, August 17, 2026)

Gäbe es Angriffe auf Litauen und Taiwan, während eine völlig unfähige US-Militärführung sich mit leeren Waffenarsenalen in Nahost mit dem Iran beschäftigt, könnten Putin und Xi sich die einst demokratische Welt bald untereinander aufteilen.

Mittwoch, 26. August 2026

Der alte orange Feigling

Sein berühmtes „You are fired!” stieß er bei NBC in seiner "The Apprentice"-Show nur unter kontrollierten Kamera-Bedingungen aus. Als realer Firmenboss und Politiker traut sich Trump nicht einmal das „You are fired!” den Gefeuerten direkt ins Gesicht zu sagen, sondern läßt ihm treu Untergebene die Kündigung überbringen.

Trump ist ein Feigling. Das war bei GI Bone Spurs, dem five Times Draft Dodger schon sein ganzes Leben so. Ihm gefällt es, sich selbst als harter, mutiger Mann zu inszenieren, der rücksichtslos durchgreift und so wurde er für ständige Rüpeligkeiten bekannt. Aber diese Attacken kommen entweder aus der Sicherheit seines nächtlichen Telefons in Form von Tweeds und „Truths“, oder aber aus einer absoluten Position der Stärke. Er, umgeben von Bodyguards und loyalen Cronies, poltert gegen Schwächere, die sich nicht wehren können: Frauen, Minderheiten, Arme, Queere. Seine Feigheit zeigt sich darin, wie er sich seine Mitarbeiter aussucht: Sie müssen alle extrem devot sein, dürfen ihm niemals widersprechen oder mit unangenehmen Wahrheiten konfrontieren, die sein zartes Ego verletzen können.

Er legt sich nicht mit mächtigen weißen Männern an, die es wagen, ihm direkt zu widersprechen.

Er spricht mit Wolodymyr Selenskyj nicht unter vier Augen Klartext, staucht ihn nicht zusammen, wenn er mit ihm allein ist, sondern nur im Oval Office, wenn er alle seine treuen Kabinettscronis als Unterstützung dabei hat, wenn JD Vance und Rubio auch auf Selenskyj eindreschen und treu ergebene FOX-Reporter den Ukrainer wegen seiner Kleidung angiften. Wenn sie mit Heimvorteil eine „viele gegen einen“-Situation schaffen.

Als es in seiner Amtszeit einmal eine größere Demonstration gegen Trump gab, verkroch sich der Feigling sofort in den Bunker unter dem Weißen Haus.

[….] As protesters gathered outside the White House Friday night in Washington, DC, President Donald Trump was briefly taken to the underground bunker for a period of time, according to a White House official and a law enforcement source.

The President was there for a little under an hour before being brought upstairs.

A law enforcement source and another source familiar with the matter tell CNN that first lady Melania Trump and their son, Barron, were also taken to the bunker.

The law enforcement source familiar with protocol said that if authorities moved Trump, they would move all protectees, meaning Melania and Barron.

The second source told CNN that “if the condition at the White House is elevated to RED and the President is moved” to the Emergency Operations Center “Melania Trump, Barron Trump and any other first family members would be moved as well.”  [….]

(CNN, 01.06.2020)

Als es rund um den NATO-Gipfel in der Türkei Drohungen aus dem nahen Iran gab, flüchtete Trump mit seiner Windel-Fachkraft Natalie Harp heimlich im Supplytruck und ließ Marco Rubio mit der restlichen Regierungsmannschaft und den Journalisten als Köder für iranische Raketen im Regierungs-Jumbo zurück.

[…] Als Trump im Juli den Nato-Gipfel in der Türkei verließ, schmuggelte ihn der Secret Service wegen angeblicher Mordpläne Irans mit einem riskanten Täuschungsmanöver außer Landes. Zugleich wurde seine ahnungslose Reisedelegation zur Zielscheibe.  [….]

(Marc Pitzke, 14.08.2026)

Regierungschefs, die nicht ganz so verblödet wie Friedrich Merz sind, verstehen längst, wie Trump tickt. Er reißt das Maul auf, um andere aus der Position US-amerikanischer Stärke einzuschüchtern, droht wüste Konsequenzen an, bis alle einknicken und das tun, was er will, egal wie dumm und schädlich es ist.

Wer sich aber nicht von dem Gebell der orangenen Töle verjagen lässt und standhaft bleibt, erlebt ziemlich sicher, wie sich der mächtigste Mann der Welt einnässt. Er wird nicht ohne Grund „der Gewindelte“ oder TACO genannt: Trump always chickens out.

Die Mullahs in Teheran wissen es, die kanadische Regierung offensichtlich auch.

[….] Die Kunst der Diplomatie gehört bekanntlich nicht zu den Stärken von Trump und seinen Leuten. Das kann man gerade erst wieder im Zollstreit mit Kanada sehen. Dort spult Donald Trump sein übliches Programm ab: Er droht, er eskaliert und überzieht die Nachbarn mit Schimpftiraden. Doch der Erfolg dieser Politik ist überschaubar, der kanadische Premierminister Mark Carney hält dagegen. Trumps Drohgebärden haben sich abgenutzt. Jeder weiß, dass er wahrscheinlich bald doch wieder einen Rückzieher macht.

Bis dahin richten Trumps Rambo-Methoden viel Schaden an, vor allem im eigenen Land. Die Zölle gegen Kanada stürzen die ohnehin angeschlagene US-Wirtschaft in noch größere Turbulenzen. Damit beschädigt Trump nicht zuletzt mutwillig die Erfolgschancen seiner Partei bei den bevorstehenden Zwischenwahlen im November.  [……]

(Ann-Kathrin Nezik, 25.08.2026)

Der liberale Mark Carney und der Doug Ford, der konservative Premierminister Ontarios, kuschen aber nicht vor Trump, sondern widersprechen ihm furchtlos.

Damit kann der gewindelte Geront absolut nicht umgehen.


Trumps Feigheit bleibt auch ein Problem bei seinen martialischen, von Superlativen strotzenden Drohungen gegen den Iran.

Er will die totalen Wirtschaftssanktionen, Teheran jede Lebensader abschneiden. Aber dem Oman und Syrien zu drohen ist das eine. Wirklich brutal und existenzbedrohend für die Mullahs, wären die Sanktionen nur wenn Trump auch alle mit dem Iran geschäftlich verbundenen Banken und den Hauptabnehmer Iranischen Öls sanktionierte.

Aber das sind finanziell mächtige Gegner, sowohl die Banken, als auch China. Staatspräsident Xi zeigte schon zuvor, daß er nicht einknickt und so weicht Trump auch diesmal feige vor dieser angekündigten Maßnahme zurück.

[…] Der von den USA angedrohte wirtschaftliche D-Day ist nur heiße Luft. Sanktionen gegen Banken wären ernstzunehmender. Doch die finden nicht statt. […] Sie sollten ein „ökonomischer D-Day“ sein, die neuen US-Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran. Alle noch bestehenden finanziellen Rettungsleinen sollten dem Regime in Teheran gekappt werden, unter dem vollmundigen Namen „Operation Economic Outcast“, also „wirtschaftlicher Ausgestoßener“. Dutzende Individuen und Firmen sind betroffen, darunter Transportunternehmen und Zwischenhändler vor allem in China und Hongkong. Ihre Kosten dafür, weiter mit Iran Handel zu treiben, sollten dadurch deutlich erhöht werden.

Doch das Paket ist kein D-Day, sondern eine kalkulierte Mini-Offensive. Viele betroffene Firmen arbeiten eher regional in China und Hongkong, wie exponiert sie den US-Sanktionen sind, ist unklar. Außerdem können sie schnell durch ähnliche, bislang nicht designierte Firmen ersetzt werden. Wirklich haarig – und damit auch effektiv – wäre es geworden, wenn auch große, mit Iran arbeitende Banken in China sanktioniert worden wären.

Doch an die trauen sich die USA nicht heran, denn das würde einen offeneren Konflikt mit Beijing heraufbeschwören. Und davor scheinen die USA – trotz aller kampfeslustiger Rhetorik – doch zurückzuscheuen. […]

(Lisa Schneider, 25.08.2026)

Trump ist eben nur ein Hosenscheißer; im übertragenen und wörtlichen Sinne. Wer ihm die Stirn bietet, hat gute Chancen, zwar sein Gebell ertragen zu müssen, aber ohne die wirklich harten Konsequenzen davon zu kommen. Einen ökonomischen Frontalangriff auf Irans größten Ölabnehmer China traut sich das mit 40 Trillionen Dollar verschuldete Washington nicht, wenn die Midterms bevorstehen und die Wähler über die jetzt schon viel zu hohen Preise stöhnen.

[….] Es sollte ein „D-Day“ werden, eine Operation wie die Landung der Alliierten an den Stränden der Normandie, die 1944 das Ende des Zweiten Weltkriegs einleitete. So hatten es US-Präsident Donald Trump und sein Finanzminister Scott Bessent vollmundig angekündigt. [….] Doch das, was Bessent dann am Montag bekannt gab, war kein „D-Day“. [….]  Der Trump-Minister fuhr zwar rhetorisch scharfe Geschütze auf. Er versprach, alle noch verbliebenen „Lebensadern“ des iranischen Regimes zu kappen und erst nachzulassen, wenn Teheran vollkommen allein dastehe. [….]  Aber eine Bazooka, um es in den Worten von Ex-Kanzler Olaf Scholz zu sagen, waren die Ankündigungen nicht. [….]

(Ann-Kathrin Nezik, 25.08.2026)

Donnerstag, 20. August 2026

Umgangsfragen.

Es ist zugegebenermaßen eine echte Herausforderung mit einem senilen garstigen Mann umzugehen, der über die emotionale Reife eines Dreijährigen verfügt, mit einer nur Sekunden währenden Aufmerksamkeitsspanne geschlagen ist, ständig seine Meinung ändert und als sein großes Vermächtnis, das öffentliche „Sleepfarting“ auf die Weltbühne brachte: Bei weltpolitischen Statements, Kabinettssitzungen oder Pressekonferenzen aus seinem Oval Office nickt er sofort ein, wenn er nicht selbst spricht und wird erst wieder von seinen eigenen toxischen Fast-Food-Farts geweckt.

Der selbstbewußte Sauerländer Simpel sah keine Probleme kommen mit dem alten neuen US-Präsidenten. So von Multimillionär zu Multimilliardär.

Mit Ruttescher Unterwürfigkeit, rechten Parolen und Schmeichelei könne er sich schon unter den beiden Groß-Geronten ins rechte Licht setzen.

Aber die olfaktorisch höchst bedenklichen Flatulenzattacken des mächtigsten Mannes der Welt sind das kleinste Problem. Schlimmer ist, daß man ihn zwar begöschen und einhegen kann, ihm die eigenen Standpunkte nahebringen kann, ja sogar Zusagen und Unterschriften abringen kann, aber es hält nicht an, weil er chronisch inkonsequent ist.

Beim nächsten Sleepfart hat Diaper Donny schon wieder alles vergessen und tut das Gegenteil des eben Verabredeten.

Wirklich lenken können Trump nur die wenigen Männer auf der Welt, die er wirklich bewundert, weil sie absolute Autokraten sind, die bis zu ihrem Lebensende allein herrschen, Oppositionelle töten, die sich nicht vor Wahlen oder der Justiz fürchten müssen und das Staatsvermögen als ihr privates Vermögen betrachten.

 Sehr viele so „starke“ Männer gibt es aber nicht auf der Welt: Kim Jong Un, Xi, Putin, Salman.

Aber Merz, Rutte, Stubb, Meloni können mit Schmeicheleien nie so weit kommen, weil sie erstens Europäer sind (Trump hasst die EU) und zweitens nicht nur demokratisch gewählt wurden, sondern auch wieder abgewählt werden können.

Solche Leute betrachtet der Hamburger-inhalierende Gewindelte grundsätzlich als unter seiner Würde.

Für Demokraten aus rechtsstaatlichen Nationen gibt es hingegen nur einen Weg mit Trump umzugehen: Ignorieren. Man lasse Trump toben. Was kann schon passieren? Durch seine mikroskopische Aufmerksamkeitsspanne besteht eine hohe Chance, daß er morgen wieder von einem abgelassen hat.

Das betrifft insbesondere die der gesamten Welt inzwischen wohlbekannten martialischen Drohungen, die Taco McFart täglich in die Welt bläst: Der Mann ist viel zu inkonsequent, um sie in die Tat umzusetzen.

[….] Donald TrumpMan muss sich wehren, so wie jetzt Kanada [….] Der US-Präsident setzt im letzten Moment neue Zölle gegen sein Nachbarland aus. Er zeigt mal wieder, dass er seinen Spitznamen Taco mit Recht trägt.

Es gibt in US-mexikanischen Restaurants die Tradition des „Taco Tuesday“, da sind die Tacos billiger. Donald Trump wird auch Taco genannt, aber nicht wegen der Teigfladen, sondern wegen seiner geschmacklosen und häufig leeren Drohungen, die ihm dieses Akronym verschafft haben: Trump always chickens out, Trump knickt immer ein. Nun wollte er also mal wieder Kanada mit absurden Zöllen in Höhe von 50 Prozent überziehen – ja, Kanada, das große, freundliche Land nebenan, mit den USA verbunden durch eine sehr lange Grenze und auch durch einen Freihandelsvertrag.

Aber dann kam eben der Dienstag, und auch diesmal verschob der US-Präsident wieder eine Frist, zunächst um drei Tage. Alle Länder, denen er Bomben oder Zölle ankündigt, kennen sein System, auch Iran. Den großen Dealmaker, den dieser Mann gerne vorgibt, gab es sowieso noch nie.

Seine Art der Erpressung funktioniert nicht wirklich, aber sie richtet enormen Schaden an. Übrigens, nicht zuletzt für die USA selbst. Kanada, man glaubt es kaum: Trump schwadroniert davon, diesen Nachbarn, eines der größten Länder der Welt, den Vereinigten Staaten einzuverleiben. [….]

(Peter Burghardt, 19.08.2026)

Die Witzfigur im güldenen Office ist im Grunde erledigt: Seine demoskopischen Werte sind im tiefsten Keller, die USA sind pleite, die Matrosen sind lebensmüde, die Raketenarsenale leergeschossen, seine Demenz weit fortgeschritten, der rapide physische Verfall für jeden sichtbar.

Erstaunlich, ausgerechnet die scheinbar so weltfremden, isolierten Mullahs in Teheran sehen es am klarsten: Trump pfeift aus dem letzten Loch. Er hat nichts mehr im Köcher.

[….] Der US-Präsident bellt, weil er nicht beißen kann

Donald Trump droht seinem treuen Verbündeten Oman, es „in Grund und Boden zu bomben“. Warum nur? Weil ihn das iranische Regime so gekonnt auflaufen lässt.

Dass Donald Trump ein schlechter Verlierer ist, haben die Machthaber in Teheran früh verstanden – und den US-Präsidenten in sechs Monaten Krieg militärisch und politisch Schritt für Schritt gekonnt auflaufen lassen. Nun muss Trump die wenigen Karten, die er noch auf der Hand hat, neu bewerten. Findet er noch ein Ass oder einen Joker? Der Überwältigungssieg aus der Luft ist ausgeblieben; der politische Deal zur Öffnung der Straße von Hormus erweist sich als Non-Starter; die Islamische Republik wirtschaftlich zu erdrosseln, wird dauern, und ein Erfolg ist keineswegs garantiert. Was also tun?  Erst einmal Radau machen. „Wenn Oman sich uns in den Weg stellen sollte, werden wir es in Grund und Boden bomben“, bellt der Präsident in Richtung seines zuverlässigen arabischen Verbündeten. Trump will seinen Wählern daheim das Gefühl vermitteln, dass die in der Straße von Hormus auf Grund gelaufene US-Militärmacht weiter tun kann, was sie will. Kann sie aber nicht. [….] Hinter der Drohgebärde gegen Oman steht eine bittere Einsicht. Teheran hat mit der Straße von Hormus das Druckmittel in der Hand. [….] Am Ende dieses Kriegs, so hofft Teheran, könnte ein kollektives Sicherheitssystem am Golf entstehen. Die USA als Schutzmacht der Araber wären raus. [….] Iran wäre die Vormacht am Golf. Deshalb bellt Trump so laut.  [….]

(Thomas Avenarius, 18.08.2026)

Das wacht selbst Merz kurz auf.

 

Wie ich schon mehrfach sagte; ich habe absolut nichts dagegen, wenn Merz urlaubt, wenn Trump golft oder dekoriert. Natürlich entstehen für den Steuerzahler dadurch auch Kosten und die Dinge, um die sich eine Regierung dringend kümmern sollte, passieren nicht.

Aber wenn sie im Kanzleramt, bzw Oval Office wären, würde es auch nicht helfen, weil sie zu borniert sind, um etwas Hilfreiches für das Land zu tun.

Im Gegenteil, wenn Taco und Fritze sich den Regierungsgeschäften widmen, stellen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas sehr Blödsinniges an, das allen schadet und sehr viel teurer wird, als einfach zu chillen.

Während es in Trumps Umgebung gar niemanden mehr mit Restverstand gibt, der ihm widerspricht, oder gar in den Arm fällt, wenn er etwas Idiotisches anzettelt, stellen die C-Minister und C-Staatssekretäre die ideologisch verbohrten Problemfälle. Aber in den darunter liegenden Ebenen – Abteilungsleiter, Unterabteilungsleiter, Referatsleiter – arbeiten noch jede Menge professionelle Ministrale, die das Funktionieren des Regierungsapparates weiterhin garantieren, auch wenn der politische Chef an der Spitze irrlichtert oder schwänzt. Ministerien sind riesige komplexe Gebilde mit tausenden Mitarbeitern. Obschon es nicht so tief, wie die Fachministerien, in Details geht, ist auch das vergleichsweise kleine Kanzleramt noch ein Apparat aus rund 850 Menschen.

In Deutschland ist kein creepy „human printer“ die Gatekeeperin, die darüber bestimmt, was der Regierungschef erfährt.

Merz wird offenkundig auch im Urlaub über die wesentlichen Geschehnisse in der Welt informiert.

Obwohl sich Top-Unionsvertreter, wie Klöckner, Merz, Wadephul, Söder, Prien oder  Dobrindt alle schon schleimspurziehend um Bibis Hintern kriechend in Jerusalem zeigten, gewillt sind, das internationale Recht in die Tonne zu treten und die EU zu spalten, um das Töten und Zivilisten durch die IDF aufrecht zu erhalten, blieb dem Kanzler offenbar nicht mehr verborgen, wie abscheulich Israelische Regierungsmitglieder reden.  Selbst für so rechtsgerichtete Menschen wie Merz wird das zum Problem.

Immerhin zählen knallharte Rechtsradikale zur Israelischen Regierung.

Zu dem am 22.12.22 gebildeten Kabinett Netanjahu VI gehören mit Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, Yitzhak Wasserlauf und Amihai Eliyahu auch Minister der scharf rechtsradikalen, rassistischen, ultrareligiösen und islamophoben Otzma Jehudit, sowie weitere rechtsextreme Fanatiker der Mafdal – HaTzionut HaDatit (Finanzminister Bezalel Joel Smotrich, Integrationsminister Ofir Sofer, Orit Strock), der Schas und der Noʿam.

Ein wahres Gruselkabinett, das sich wie Trump intensiv daran macht, Demokratie und Gewaltenteilung zu zerschlagen. Wie in den USA hängen sie alle einem schwer kriminellen Regierungschef an, der in erster Linie das höchste politische Amt anstrebte, um Immunität zu erlangen und sich selbst vor dem Knast zu retten.

[….] Israels Polizeiminister fordert mehr gezielte Tötungen

Vor Kushners Gesprächen in der Region hatte Israels rechtsextremer Polizeiminister zur gezielten Tötung von noch mehr Palästinensern in dem Küstenstreifen aufgerufen. Es sei kein Geheimnis, dass er in dieser Frage Meinungsverschiedenheiten mit Netanjahu habe, sagte Itamar Ben-Gvir in einem Podcast mit der ehemaligen Gaza-Geisel Rom Braslavski.

"Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen", sagte der Vorsitzende der Partei Ozma Jehudit (Jüdische Kraft). Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, erklärte der Polizeiminister. Im Gazastreifen gebe es Leute, die "keine menschlichen Wesen" sind, sie sollten nicht leben, so der Ben-Gvir.  Die Aussagen sind vor allem durch den Wahlkampf in Israel zu erklären. Ben-Gvir kämpft mit möglichst radikalen Aussagen um Stimmen im rechtsextremen Lager.  […]

(Tagesschau, 17.08.2026)

Außer dem Weißen Haus gibt es weltweit nur noch das Bundeskanzleramt, das zur Bibi-Regierung steht. Sowohl die anderen EU-Regierung, als auch der SPD-Koalitionspartner fordern Sanktionen gegen Ben-Gvir und seine Brüder im Geiste.

[…] "Menschenverachtend" und "verantwortungslos"

Israels Polizeiminister hat zur gezielten Tötung von Palästinensern aufgerufen - in Deutschland löst das massive Empörung aus. Vizekanzler Klingbeil nennt die Äußerungen "menschenverachtend". Doch Kritik gibt es nicht nur von ihm.

Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir sorgt mit seinen jüngsten Äußerungen für scharfe Kritik aus Deutschland.

"Das sind Äußerungen, die wir als Bundesregierung in keinster Weise akzeptieren können", sagte Vizekanzler Lars Klingbeil im Sommerinterview der Sat.1-Sendung "newstime". Auf europäischer Ebene müssten jetzt "sehr ernsthaft" auch Sanktionen geprüft werden, sagte der SPD-Chef und Bundesfinanzminister. Das Verhalten Ben-Gvirs sei "menschenverachtend".

"Ich stehe in Solidarität zum Staat Israel. Aber ich stehe nicht in Solidarität zu solchen Ministern", sagte Klingbeil. Menschen wie Ben-Gvir zündelten immer wieder, nun sei eine Grenze überschritten. "Da muss die Bundesregierung deutlich widersprechen. Ich tue das hier auch", betonte der Vizekanzler.  [….]

(Tagesschau, 18.08.2026)

Irgendetwas funktioniert aber noch in Merzens Umgebung. Offenbar konnten seine Mitarbeiter ihm verständlich machen, daß er diese menschenverachtenden kriminellen Attacken nicht einfach schweigend aussitzen kann, wie 13.000 Hitzetote in Deutschland. Sich auf einen einzelnen Minister einzuschießen, ist dabei eine wunderbare Gelegenheit, sich mit markigen Worten in Erinnerung zu bringen und dadurch vergessen zu machen, wie unumschränkt Deutschland immer noch Netanjahus Iran/Gaza-Kurs unterstützt. Ben-Gvir ist Wiederholungstäter und fällt immer wieder mit zutiefst verstörendem eleminatorischen Hass gegenüber Menschen auf. Den kann selbst Merz fallen lassen.

[…] Die taktische Empörung der chronisch Unterempörten […] Über die Aussagen des israelischen Ministers sind deutsche Politiker plötzlich entrüstet. Israels permanente Gewalt interessiert sie dagegen kaum. Dahinter steckt eine Logik.

Von der einst so hitzig geführten Nahostdebatte in Deutschland sind – fast drei Jahre nach dem Hamas-Massaker und dem Genozid, der folgte – bloß noch ihre Umrisse übrig. Wer Israels Politik schon vorher ablehnte, tut das weiter – heute nur verbitterter als damals. Dem Lager der Israelkritiker haben sich zwar im Laufe der täglich offengelegten Gewaltabgründe etliche Menschen angeschlossen – sie haben sich inzwischen aber größtenteils wieder zurückgezogen. Die, die viel zu spät gemerkt haben, dass sie etwas hätten sagen müssen, können wieder ungestört weiterschweigen. Und die Hardcore-Fans der israelischen Regierung bleiben ihrer menschenverachtenden Haltung treu.  Der öffentliche Kampf um die deutsche Israel-Politik ist quasi ausgekämpft, wer ihn vorerst gewonnen hat, ist klar: Die geopolitischen Interessen der Bundesregierung wogen stärker als die Meinung der Mehrheit. Deshalb hat sich an der deutschen Politik absolut nichts verändert. Und obwohl die israelische Gewalt nie aufgehört hat, redet kaum noch jemand darüber.

Doch ungefähr alle sechs Wochen löst dann noch mal irgendeine Aussage eines israelischen Politikers eine kurze Empörungswelle aus. Diesmal ist es der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir, der forderte, dass pro Nacht 30 bis 40 Palästinenser in Gaza sterben sollten. Dann tun selbst die treuesten Freunde der israelischen Regierung auf einmal ihre Entrüstung kund. Wie etwa der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt, der die Aussage menschenverachtend nennt und EU-Sanktionen gegen den Minister fordert.

Auf den ersten Blick ist es schleierhaft, warum es genau diese Aussagen sind, die plötzlich für so viel Furore sorgen. Denn erstens tötet die israelische Armee jeden Tag Menschen in Gaza, im Westjordanland oder im Libanon. Zweitens war Ben-Gvir schon immer so offen rechtsextrem. Und drittens ist der Minister mit seiner Haltung bei Weitem keine Ausnahme – sie ist schon lange Teil des israelischen Mainstreams. Die deutsche Politik sollte sich also eigentlich in einem permanenten Zustand der Empörung befinden.

Doch diese selektive Empörung hat einen ganz konkreten Zweck. Zum einen lenkt sie von der permanenten und durch die gesamte israelischen Regierung mitgetragenen Gewalt ab. Und so eben auch davon, dass CDU, CSU und SPD diese Gewalt die ganze Zeit über weiter mit Waffenexporten und einer Blockade von EU-Handelssanktionen unterstützen. […]

(Pauline Jäckels, 18.08.2026)

Der Zentralrat der Juden in Deutschland äußert sich entsetzt über Ben-Gvir. Da konnte dann auch Merz Kritik üben. Immerhin. Trump und Rubio und Vance stört es nicht, was aus Bibis Kabinett gefordert wird.

[…] Äußerungen des israelischen Ministers für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, haben zu einer schweren Belastung des deutsch-israelischen Verhältnisses geführt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reagierte in einer kaum gekannten Schärfe und ließ die Unterstützung von EU-Sanktionen gegen den Minister erkennen. „Der Bundeskanzler verurteilt die menschenverachtenden, völkerrechtswidrigen Appelle von Minister Ben-Gvir scharf. Sie sind nicht hinnehmbar“, erklärte Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin. […] Merz schloss sich nun indirekt Forderungen von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) und aus beiden Koalitionsfraktionen an, den israelischen Minister auf EU-Ebene mit Einreisesperren und dem Einfrieren von Vermögenswerten zu bestrafen. „Der letzte Europäische Rat hat eine Richtungsentscheidung getroffen, gezielte Maßnahmen gegen radikale Politiker vorzubereiten, die zur Verletzung von Menschenwürde und internationalem Recht aufrufen“, heißt es in der von Hille verlesenen Erklärung. Diese Frage würden die EU-Außenminister in wenigen Tagen bei einem informellen Treffen in Dublin beschäftigen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas werde dazu Vorschläge unterbreiten. Am späteren Mittwoch schloss sich Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) der Kritik des Kanzlers an und sagte während eines Besuchs in der Schweiz: „Die Äußerungen von Herrn Ben-Gvir sind unsäglich und völlig inakzeptabel.“ […] Die beiden rechtsradikalen Minister Ben-Gvir und Smotrich hatten in den vergangenen Jahren immer wieder international für Empörung gesorgt. Einzelne EU-Länder wie Frankreich haben nationale Einreiseverbote gegen sie verhängt. Das wird von der Bundesregierung bislang nicht erwogen. […]

(Daniel Brössler, 19.08.2026)