Posts mit dem Label Blagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Blagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 29. September 2026

Unprofessionalität

Die CDU ist eine große Partei.

Die Regierungspartei der drittgrößten Volkswirtschaft der Erde.

Die CDU hat 350.000 Mitglieder, stellte sechs von zehn Bundeskanzlern, die Hälfte der Bundespräsiden, regiert acht von 16 Bundesländern (+ Söder) und dominiert als stärkste Fraktion auch den Bundestag: 208 von 630 Sitzen. (CDU: 164, CSU: 44)

Daß unter so vielen Menschen auch allerlei Pfeifen zu finden sind, zumal es sich um eine obrigkeitshörige Ressentiment-Partei handelt, halte ich für völlig normal. CDU-Mitglieder verfügen alle über einen Grund-Cringe. Schon auf meinem Gymnasium in den 1980ern konnte ich die JU-Mitglieder äußerlich erkennen. Das sind auch phänotypisch eindeutig zuzuordnende Menschen, die so nicht in anderen Parteien vorkommen. Kuban, Amthor und Spahn sieht man die CDU an; sie könnten nicht bei der SPD oder den Grünen sein. 

Felix Behnke CDU Hamburg

 

CDUler sind sozial etwas unbeholfen sind nicht von ungefähr überdurchschnittlich häufig in etwas aufgedunsener Version in (schlagenden) Studentenverbindungen zu finden, in denen sie viel Bier saufen, einen bizarren Uniform-Kult kultivieren, um damit ihre chronische Untervögelung zu kompensieren.

Kuban

   

Dabei geht es mir gar nicht um politische Inhalte, sondern um die Art Mensch, die charakterliche Unbeholfenheit mit Blenden und Netzwerken aufwiegt. So einer kann (theoretisch) intelligent und politisch rein inhaltlich kompetent sein. Aber in der Kommunikation mit dem Wahlvolk und der Außenwirkung droht stets Unheil, weil ihm Empathie und Witz fehlt.

Aber auch das kann man in den Griff bekommen; schließlich sind Bundespolitiker keine Einzelkämpfer. Sie haben ein Team von Mitarbeitern. Ministerien verfügen über PR-Abteilungen, wichtige Politiker haben persönliche Sprecher, für den Bundeskanzler agiert ein ganzes Presseamt.

Ein 70-Jähriger muss wirklich nicht mit den aktuellen Jugendsprech auf Tiktok vertraut sein. Aber er muss fähig sein, das zu erkennen und Profis mit entsprechenden Kenntnissen finden, um das für ihn zu übernehmen.

Jeder Mensch kann sich mit der groben Küchenschere selbst das Haupthaar kürzen. Allerdings wird das Ergebnis in 98% der Fälle katastrophal aussehen. Daher hat der liebe Gott den Beruf des Friseurs erfunden. Sofern man nicht in der Pampa unter einem Stein lebt oder total verarmt ist, läßt man seine Rübe daher von einem Profi gestalten.

[….] Ende August wurde bekannt, was Bundeskanzler Friedrich Merz seit seinem Amtsantritt für Kosmetiker, Visagisten und Friseure abgerechnet hat: 12.501,30 Euro. Das Kanzleramt musste die Ausgaben öffentlich machen, […]

(SPON, 17.11.2025)

 Ich möchte eine arbeitsfähige Bundesregierung haben, die nicht ungepflegt international auftritt. Daher beklage ich mich nicht über derartige Kosten und befürworte die Anschaffung funktionierender moderner Regierungsjets und Dienstwagen. Es wird in unserer realen Neidgesellschaft immer einen Aufschrei geben, das sei alles viel zu teuer oder unnötig. Ganz egal, ob die Kosten 50% niedriger oder 20% höher wären.

Aber wieso lassen sich CDU-Politiker nicht effektiver bei ihrer Pressearbeit beraten? Hat Merz überhaupt Berater? Was macht Stefan Kornelius beruflich? Wie kann es möglich sein, daß niemand den Kanzler davon abhalten kann, dreimal pro Woche mit maximal verwirrenden und empörenden Schnellschüssen vorzupreschen („Wir müssen die Privatversicherungen abschaffen“), nur um anschließend all seine Unterlinge ausschwärmen zu lassen, um zu erklären, der Kanzler habe das, was er gesagt habe, so nicht gemeint („CDU stellt PKV nicht in Frage“).

Natürlich war Amthors Strandkorb-Aktion nichts anderes als eine Einladung zum Shitstorm auf das Kanzleramt.

Philipp Amthor sitzt nun neun Jahre im Bundestag, ist schwer skandalerprobt (Augustus Intelligence-Lobbyismus-Affäre). Muss er nicht inzwischen begriffen haben, wie triggernd er wirken kann? Wieso hat er nicht längst jemanden mit dem Kommunikationsgespür, das ihm selbst fehlt, eingestellt? Es handelte sich immerhin eine ZDF-Doku, an der die CDU aktiv mitwirkte. Wieso wurden die Bilder freigegeben? Wieso schrillten während der Aufnahmen nirgends die Alarmglocken? Weshalb hat niemand verhindert, daß diese Petitesse zum Skandal aufgeblasen wird, über den nun whole social Media lacht? 

[….] Jens Spahn ist auch seinen neuen Job schon wieder los. Der CDU-Politiker hat erst vor Kurzem sein Amt als Fraktionschef aufgeben müssen, weil er mit seinem Partner ein Kind von einer Leihmutter in den USA austragen ließ. Das widersprach nicht nur der Parteilinie, sondern auch dem, was Spahn selbst wiederholt als seine Überzeugung ausgegeben hatte.

Nun hat der Ex-Fraktionschef auch seinen Sitz im Haushaltsausschuss des Bundestags aufgegeben. Spahn hatte bei der Sitzung des wichtigsten Parlamentsgremiums gefehlt. Begründung war offenbar , er habe sich um sein krankes Kind kümmern müssen. Am selben Tag erschienen Fotos von ihm mit seinem Baby am Flughafen Olbia auf der Ferieninsel Sardinien. 

 [….]  Sein Abgeordnetenkollege Philipp Amthor ist zwar nicht seinen Job los, aber einen Strandkorb. Den hatte sich der Staatsminister im Kanzleramt anliefern lassen, um ihn auf dem Balkon neben seinem Büro aufzustellen. Das Ganze war in der Dokuserie »Inside CDU« des ZDF zu sehen. [….] Es nutzte nix, im Internet brach die übliche Empörungswelle los. Auf Instagram warfen Nutzer Amthor Überheblichkeit vor, einer sprach gar von »spätrömischer Dekadenz im Endstadium«. [….] Spahn begründete seinen Rückzug in einem Schreiben an die Fraktionskollegen damit, dass alles rund um »meine Person aktuell so politisiert ist, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein wird«. Schuld ist also nicht Spahn selbst, der aus angeblich familiären Gründen seine Pflichten als Abgeordneter nicht wahrnahm und dann auf einer Urlaubsinsel gesichtet wurde. Schuld ist die allgemeine Stimmung, die ihn leider nicht normal arbeiten lässt.

Es ist eine absurde Begründung. Aus ihr spricht die Arroganz eines Politikers, der glaubt, sich alles leisten zu können, ohne politisch dafür bezahlen zu müssen. Das funktionierte schon nicht mehr, als bekannt wurde, dass das Ehepaar Spahn eine Leihmutter beauftragt hatte. Ein Fraktionschef mit solch offenkundiger Doppelmoral war für die Unionsabgeordneten zu viel.

Spahn verkörpert die Überheblichkeit der Politik, Amthor ihre Verzagtheit. [….] Jetzt ist in der Partei ein Vakuum. Der CDU-Chef und Kanzler ist noch im Amt, weil seine Gegner sich nicht auf einen Nachfolger einigen können. Wer in der Union Führung sucht, der richtet den Blick nicht auf Friedrich Merz.   Solange das so bleibt, reichen Urlaubsfotos und Strandkörbe, um eine einst große Volkspartei zu erschüttern.  [….]

(Ralf Neukirch, 28.09.2026)

Wieso sind da keine Profis am Werk?

Wieso dieser unerträgliche Dilettantismus in der CDU?

Das betrifft erst Recht Jens Spahn, den binnen kurzer Zeit das zweite mal beweist, beratungsresistent zu handeln, indem er wegen Krankheit seine Teilnahme im Haushaltsausschuss absagte, während er in Wahrheit Familienurlaub auf Sardinien machte?

[…. ]  Am Ende wurde der Druck dann doch zu groß: Jens Spahn ist auch in dieser Woche wie schon in den Wochen davor wegen seines jüngsten Skandals von seinem aktuellen Amt zurückgetreten. Schon bald dürfte er einen neuen Posten erhalten, von dem er dann nächste Woche zurücktreten wird. […] Eigenen Angaben zufolge will Jens Spahn seine Zeit nun nutzen, um gemeinsam mit seiner Familie zur Ruhe zu kommen, bis er in ein, zwei Tagen einen neuen wichtigen Posten in der Bundesregierung bekommt.

Welchen Job Jens Spahn als Nächstes in den Sand setzen wird, ist noch unbekannt. Klar ist nur, dass er äußerst lukrativ sein und niemand nachvollziehen können wird, warum ausgerechnet Spahn ihn erhält.   [….]

(dpo, 28.09.2026)

Gibt es im dritten Jahrzehnt seiner steilen politischen Karriere immer noch niemanden unter seinen Mitarbeitern, der ihm sagt „du Jens, das könnte jetzt irgendwie schlecht ankommen beim Pöbel“?

[….] Jens Spahn war vergangene Woche am Flughafen von Sardinien fotografiert worden – während der Sitzungswoche im Bundestag. Die Bild hatte das Foto veröffentlicht und dann gelöscht – vorgeblich, weil es in einem privaten Rahmen aufgenommen worden sei. Bei einer Boulevardzeitung, deren Geschäftsmodell die Missachtung von Privatsphäre ist, ist das ein guter Witz.  Und es war zu spät. Nicht nur die Öffentlichkeit entrüstete sich über den Kurzurlaub während der Sitzungswoche, auch in der Unionsfraktion verlangten viele Konsequenzen. Diesem Druck gibt Spahn nun nach. Er hat angekündigt, sich auf die Arbeit im Wahlkreis zu konzentrieren. Hoffentlich ist ihm bewusst, dass dieser nicht Sardinien heißt, sondern Steinfurt I – Borken I. [….] Spahn begründet seinen Rückzug damit, dass „normales Arbeiten“ für ihn kaum möglich sei, und macht sich zum Opfer: Nicht sein Blaumachen ist in seinen Augen das Problem, sondern eine angebliche „Politisierung“ – was auch immer das bei einem Politiker sein soll.

Jens Spahn hat seine Karriere auch dem engen Draht zum Springer-Verlag zu verdanken. Beim Streit um seine Leihmutterschaft hoffte er zunächst, er könnte mit Kinderwagenfotos in der Bild die Herzen gewinnen. Nun ist auch sein Abstieg mit der Zeitung verbunden. Ohne das eilig gelöschte Foto vom Flughafen wäre es nicht so weit gekommen. Bei Springer scheint man sich uneins zu sein, ob man Spahn in Zukunft noch braucht, um etwa die schwarz-blauen Träume des Verlegers umzusetzen. Vorerst verliert Springer seinen wichtigsten Mann in der Spitzenpolitik.  […]

(Kersten Augustin, 28.9.2026)

Donnerstag, 10. September 2026

Polen ist verloren

Italien, Polen, Irland, Malta sind die katholischsten Länder Europas. Mein polnisch-stämmiger Vater sagte immer ‚alle Polen sind Katholiken, auch die Ungläubigen‘.

In einem, in der Tat so kulturkatholisch geprägten Land, wie Polen, ist es gar nicht so leicht festzustellen, wie hoch der Katholikenanteil tatsächlich noch ist und wie viele von ihnen den Glauben auch praktizieren.

Sicher sagen kann man aber, daß Polen seit 1978 und der spektakulären Wahl Karol Józef Wojtyłas zum Papst, als 99,9% der Polen vor Stolz platzten, enorm viel passiert ist.

Polens Wirtschaft wächst seit zwei Jahrzehnten stärker als die Deutsche. Die Polen sind all das, was Deutsche nicht sind: Jung, gut gebildet, optimistisch und digital. Polen boomt.

Für Andrzej Domański (*1981), Tusks Superminister für Finanzen und Wirtschaft,  sind das goldene Zeiten. Für die Katholische Kirche gilt das Gegenteil. Gebildete, selbstbewußte, optimistische Menschen sind Gift für Religionen, die muffige patriarchalische Vorschriften einer primitiven Hirtenkultur verkaufen.

Von nahezu 100%, sank der Katholikenanteil auf gegenwärtig rund zwei Drittel. Die Polen gucken genauer hin, was ihre Pfaffen treiben, sind weniger eingeschüchtert, lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Schlechte Zeiten für barocke Kleriker, die Wasser predigen, während sie bei Wein, Mann und Gesang bacchanalisieren. 

Da es in Polen besonders viele Pfarreien und besonders viele Geistliche gibt, sind auch die pädosexuellen Übergriffe auf Messdiener und schwulen Sexpartys unter Priestern häufig Thema in den Medien.

[….] Für die katholische Kirche ist die Angelegenheit maximal peinlich. Eigentlich sollen ihre Priester enthaltsam leben und sich ganz auf Gott konzentrieren, deshalb verbietet das sogenannte Zölibat katholischen Geistlichen die Ehe. Nicht weniger rigoros verhält sich der Vatikan zur gleichgeschlechtlichen Liebe: Homosexualität widerspreche dem Willen Gottes, so die Linie Roms, auch wenn es ein offenes Geheimnis ist, dass auch Männer der Kirche Sex miteinander haben. Doch in Polen wird ein Fall jetzt zum Aufreger – und das nur wenige Wochen vor der Parlamentswahl.

Anlass für die öffentliche Debatte ist eine Sexparty unter katholischen Priestern, die mit einem medizinischen Notfall endete. Das berichtet die Zeitung "Gazeta Wyborcza" unter Berufung auf einen der Partygäste. Demnach feierten die Geistlichen ihre Orgie in Dąbrowa Górnicza im Süden des Landes in einer kirchlichen Dienstwohnung. Auch ein Sexarbeiter sei angeheuert worden. "Die ganze Veranstaltung war rein sexueller Natur, die Teilnehmer nahmen alle Potenzmittel", zitiert die Zeitung ihre anonyme Quelle. "Dann geriet alles außer Kontrolle und der Sexarbeiter verlor das Bewusstsein." [….]. Fest steht nur, dass ein herbeigerufenes Rettungsteam zunächst nicht zu ihm durchkam: Wohl aus Furcht vor dem Skandal ließen die Priester die Sanitäter nicht ins Gebäude. Diese mussten erst die Polizei rufen, die den Helfern den Weg frei machte zu dem ohnmächtigen Sexarbeiter. [….]

Er bete dafür, dass Pfarrer Tomasz Z. von seiner sexuellen Orientierung geheilt werde, schreibt Bischof Kaszak weiter. Allein dieser Satz zeigt das extrem konservative Weltbild der katholischen Kirche in Polen. In Deutschland sind sogenannte Konversionstherapien zur "Behandlung" von Homosexualität seit 2020 verboten. Heikel ist die außer Kontrolle geratene Priesterorgie aber nicht nur für die polnische Kirche, die sich nach außen gerne als Hüterin einer strengen Sexualmoral darstellt. [….]

(T-online, 25.09.2023)

Das Suffraganbistum Sosnowiec wurde erst 1992 von Wojtyła gegründet, der es aus Teilen Erzbistümer Częstochowa und Krakau sowie des Bistums Kielce zusammenschusterte und es neben dem Bistum Radom dem Metropoliten von Tschenstochau unterstellte.

[….] Schwulenclubs und Leichenfunde

Es ist nicht der erste Skandal, der Sosnowiec, eine mittelgrosse Diözese im Südwesten des Landes, erschüttert. Im Jahr 2010 war der Interimsrektor des Priesterseminars von Sosnowiec in eine Auseinandersetzung in einem Schwulenclub verwickelt, blieb jedoch über ein Jahr lang in seinem Amt, auch nachdem der Fall in den polnischen Medien bekannt wurde.

Im März 2023 wurde die Leiche eines 26-jährigen Diakons mit Wunden entdeckt, die ein Verbrechen implizierten. Laut der örtlichen Staatsanwaltschaft soll ein 40-jähriger Priester für den Mord an dem Diakon verantwortlich gewesen sein – der Mann nahm sich daraufhin das Leben. Laut der Staatsanwaltschaft hätten die beiden seit einiger Zeit eine turbulente Beziehung geführt, wobei der Priester dem Diakon Drohbotschaften geschickt habe.  […]

(20 Minuten, 26.10.2023)

Wacław Tomasz Depo, der gegenwärtige Erzbischof von Częstochowa, empfand aber wenig Freude an den Skandalnudeln seiner schwul-fidelen Suffragandiözese Diecezja sosnowiecka, deren Bischof Kaszak seine Karriere Ende 2023 unrühmlich gegen die Wand steuerte.

[….] Mit nur 59 Jahren ist Bischof Grzegorz Kaszak zurückgetreten – zuvor sorgte eine angebliche Sexparty für Schlagzeilen. Ein Priester berichtet nun von einem moralischen Verfall der Diözese "seit vielen Jahren".

Das südpolnische Bistum Sosnowiec (Sosnowitz) steckt laut dem Warschauer Philosophieprofessor und katholischen Priester Andrzej Kobylinski in einer schweren Krise. [….] Papst Franziskus hatte am Dienstag den Amtsverzicht Kaszaks akzeptiert. [….] "Der moralische Verfall der Diözese dauere seit vielen Jahren an", so Kobylinski. "Man kann nur Mitleid mit den Gläubigen in Sosnowiec haben, dass sie in den vergangenen Jahren mit solch ungeheuren Sittenskandalen des Klerus im Bistum zu kämpfen hatten." Es müsse geklärt werden, warum sich Kaszak so lange im Amt habe halten können, so der Professor der Warschauer Kardinal-Wyszynski-Universität. [….]

(Katholisch, 25.10.2023)

Die ersten 30 Jahre der Diözese mochte das Prälaten-Rudelbumsen, Priesterseminaristen-Vergewaltigen und K1nderf1ck€n noch ungestört möglich gewesen sein für die südpolnische Geistlichkeit. Aber im Social Media-Zeitalter mit einer immer selbstbewußteren Bevölkerung, konnten Kaszak und Co ihren gut 600.000 Schäfchen (Katholikenanteil 94%) immer weniger Begeisterung entlocken.

2024 ernannte Bergoglio Artur Ważny zum neuen Bischof von Sosnowiec.

Als langjähriger bischöflich beauftragter Exorzist hätte Ważny eigentlich subtilere Methoden wählen können, um den Pädosexsumpf seiner 162 Pfarreien auszutrocknen. Stattdessen setzte er aber sehr profan eine Kommission ein. 

[….] Der neue Bischof des kriselnden polnischen Bistums Sosnowiec, Artur Wazny, hat noch vor seinem Amtsantritt am vergangenen Wochenende eine unabhängige diözesane Kommission eingerichtet, die den Missbrauch durch Kleriker in dem südpolnischen Bistum untersuchen soll. Laut einem Bericht des Internetportals ucanews.com von Dienstag soll es sich um die erste derartige Untersuchungskommission in der katholischen Kirche Polens handeln. Zur Begründung für seinen Schritt erklärte Wazny, dass es ihm "um die Wahrheit" gehe. Ohne Wahrheit seien die Liebe und die Mission der Kirche nicht möglich. Ziel müsse es sein, die Wahrheit zu erlangen, "auch wenn es sehr schmerzhaft ist, denn wir werden mit der Tatsache konfrontiert, dass bestimmte Dinge geklärt, bereinigt, gesühnt, bereut und neu begonnen werden müssen".

Laut dem Bericht ernannte Wazny eine pensionierte Staatsanwältin aus Kattowitz zur Vorsitzenden der Untersuchungskommission, auch dies sei für die Kirche in Polen eine Premiere. Zudem sollten dem Gremium auch Experten für weltliches und kirchliches Recht, für Geschichte und Archivwissenschaften, für Psychologie und Psychotherapie sowie für Kommunikation angehören.  [….]

(Katholisch, 27.06.2024)

Das hatte aber schon seine Gründe, die priesterlichen Perversionen lieber zu verschweigen, zu vertuschen und zu verleugnen. Findet zumindest ein heute 64-Jähriger Priester aus Sosnowitz, der nun die nächsten 14 Jahre im Knast sitzen wird.

Dabei hatte er „Glück“, denn die Staatsanwaltschaft hätte ihn gern für länger weggesperrt.

[….] Wegen sexuellen Missbrauchs von sieben Minderjährigen und Besitzes von Kinderpornografie ist ein Priester in Polen zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Die am Mittwoch vom Bezirksgericht im südpolnischen Sosnowiec verhängte Strafe ist nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft eine der härtesten, die in dem Land je in Sexualstrafverfahren gegen einen Geistlichen erging. Das Gericht sah insgesamt neun Übergriffe zwischen 2008 und 2024 als erwiesen an, berichtet die Nachrichtenagentur KNA.

Der Richter untersagte dem Priester zudem lebenslang jede berufliche oder sonstige Tätigkeit, bei der er mit Kindern zu tun hätte. Der 64-jährige Verurteilte muss den Opfern laut dem noch nicht rechtskräftigen Urteil insgesamt rund 90.000 Euro Entschädigung zahlen. Er hatte als Gemeindepfarrer gearbeitet und an Schulen Religion unterrichtet. [….] Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess nach eigenen Angaben eine noch härtere Strafe gefordert. Einzelheiten nannte sie aber nicht, weil das Gericht die Öffentlichkeit vom gesamten Verfahren ausschloss.  [….]

(Kathpress, 10.09.2026)

Dienstag, 8. September 2026

Lethargie in Berlin

Man wünscht sich weniger Populismus und Aktionismus von „der Politik“.

Man hätte lieber Politiker, die mit kühlem Kopf entscheiden, die erst einmal nachdenken, bevor sie irgendwelche vorschnellen martialischen Ansagen in die Welt hinausmerzen.

Noch erstaunlicher sind aber jahrelange Ignoranz und Untätigkeit in Berlin. Der vorgestrige, wieder sehr sehenswerte Presseclub zum Thema „Drohnen, Sprengstoff, Sabotage: Wie reagieren auf Russlands Angriffe?“ wies erstaunt daraufhin, wie seit sechs Jahren, spätestens ab dem Februar 2022 landauf, landab gefordert wird, Deutschland müsse eine Drohnenabwehr aufbauen. Fähig werden, Drohnen nicht nur zu erkennen, sondern auch zu stoppen. Das Zuständigkeitschaos müsse dringend beendet werden.

Geschehen ist aber so gut wie nichts. Nach anderthalb Jahren im Amt hat der zuständige Innenminister nur eine markige Ansage, aber keine Taten vorzuweisen.

„Laut einer Analyse, die dem WDR, NDR und der SZ vorliegt, haben die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern allein im laufenden Jahr 165 Sabotageverdachtsfälle registriert.“ Die Bundesregierung reagiert darauf mit einem knackigen Schulterzucken. Ihr gelang es nicht, auch nur eine einzige dieser Drohnen abzufangen. Nur ein couragierter Busfahrer, der zufällig am Leipziger Flughafen spazierte, konnte bisher eine der hunderten russischen Drohnen mit einen geschickten Fußkick abfangen.

[….] Am Flughafen Leipzig/Halle stoppte kein Abwehrsystem die Sprengstoff-Drohne, sondern ein Mann im Nachtdienst. Jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft.

Ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle hat eine mit Sprengstoff bestückte Drohne mit einem Fußtritt aus der Luft geholt. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamts bemerkte er das Fluggerät in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn "Südpiste". Es befand sich demnach nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Die Bundespolizei untersuchte den Gegenstand anschließend mit einem Sprengstoffroboter und entfernte den Zünder.  [….]

(T-online.de, 06.08.2026)

Ein ähnliches Bild beim Klimaschutz und der gleichzeitig notwendigen Klimaanpassung. Zu den 15.000 Hitzetote dieses Sommers in Deutschland schweigt der Kanzler. Offenbar sieht niemand im Kanzleramt Handlungsbedarf. Keine Notwendigkeit Kindergärten, Schulen, Altersheime, Pflegeeinrichtungen, Kurkliniken und Krankenhäuser mit Klimaanlagen auszustatten. Wo andere Länder, wie Frankreich, längst gehandelt haben, herrscht in Deutschland einfach nur Lethargie.

Die Großstädte Paris, London, Kopenhagen werden massiv transformiert.

Sogar Warschau wurde in den letzten Jahren großflächig entsiegelt und mit Bäumen bepflanzt, um die Bewohner vor Hitze zu schützen und die Lebensqualität zu verbessern.

[….]  Bäume. Auf einmal ist die Innenstadt voll davon. Links und rechts der Marszałkowska wechseln sich Laubbäume mit Blumenbeeten und Büschen ab. In der Mitte wurde eine weitere Allee aus Ulmen und Linden angelegt, sie begleitet die Straßenbahn. Neben dem breiten Fußweg verläuft nun auch ein großzügiger Radweg. Die Autofahrer mussten Platz abgeben, jeweils zweispurig in jede Richtung dürfen sie trotzdem noch fahren.

Und es gibt Sitzbänke. Alle paar Meter. Ganz klassische, manchmal einzelne Stühle, dann wieder ganze Sitzlandschaften. Alle besetzt. Als hätten knapp zwei Millionen Hauptstadtbewohner nur darauf gewartet, sich endlich mal im trubeligen Zentrum gegenüber vom Warschauer Kulturpalast in den Schatten neuer Bäume setzen zu können. Die neu gepflanzten Bäume sind bis zu zehn Meter hoch und können schon allein stehen, ohne Stützen.

Gefühlt begegnet man täglich einer neuen Pflanze [….]

(Viktoria Großmann, 30.08.2026)

Nur in Merzland passiert rein gar nichts. Wie auch bei Wärmepumpen, E-Mobilität und Digitalisierung, reagiert Berlin mit maximaler Schläfrigkeit auf die sich rasant verändernde Welt.

Friedrich, der Lethargische tut nichts. Jedenfalls nicht, das Notwendige.

Da passt es perfekt ins Bild, wie Deutschlands Schüler im internationalen Vergleich weiter massiv verblöden, weil die notwendigen Investitionen ins Bildungssystem ausbleiben.

[….] Das Smartphone, speziell: Social Media ruiniert die Lesekompetenz, die Schere zwischen stärkeren und schwächeren Schüler*innen vergrößert sich – und was dabei alles andere als hilfreich ist: ein früh aussortierendes Schulsystem. Das sind vielleicht die bemerkenswertesten Ergebnisse der neuen Pisa-Studie der Gesellschaft für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD. Deutschland schneidet in den drei getesteten Feldern Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz, wie auch schon bei der letzten Pisa-Erhebung 2022, in etwa beim Durchschnittswert der rund 90 teilnehmenden Länder ab – am schlechtesten mit Platz 26 in Mathematik.

Allerdings sind die Ergebnisse so schlecht wie noch nie: Rund 20 Prozent der 15-Jährigen erreicht in allen drei getesteten Kompetenzen nicht mal mehr ein Basisniveau – also etwa das Verstehen einfacher Texte. In den Naturwissenschaften liegt man erstmals seit 2006 knapp unter dem OECD-Durchschnitt.

„So schlecht wie noch nie“, fasste Studienleiter Samuel Greiff von der Technischen Universität München die Ergebnisse am Dienstag zusammen. In Mathematik bedeuteten fehlende Basiskompetenzen etwa, dass „Jugendliche keine einfache Prozentrechnung mehr durchführen können, zum Beispiel, um herauszufinden, ob sich ein Rabatt im Supermarkt lohnt“.

„Ohne Zweifel besorgniserregend“ nannte auch Bildungsministerin Karin Prien (CDU) die Ergebnisse. Aus deutscher Sicht sei insbesondere beunruhigend, dass es einen anhaltend stabilen „Trend nach unten“ gebe und „die soziale Schere weiter aufgehe“. [….] Am größten sind die Leistungsunterschiede – sprich: am ungerechtesten sind die Schulsysteme – in Luxemburg und den USA. Aber auch Deutschland kommt nicht gut weg: [….] Als Gegenbeispiel nennen die Bildungsforscher*innen Finnland oder Island, wo die Schulwahl fast überhaupt keinen Einfluss auf das Abschneiden der Jugendlichen hat. In beiden Ländern lernen Kinder, im Gegensatz zum deutschen Schulsystem, lange gemeinsam.

Ein bisschen Licht im langen Pisa-Schatten 2025 wollte die Bildungsministerin dann aber doch noch erkennen: Anders als vor 25 Jahren sei man „nicht mehr überrascht“ von den schlechten Ergebnissen und wisse, was zu tun sei. [….] 

(Anna Klöpper, 08.09.2026)

Super. Immerhin keine Überraschung. Wir wissen seit 25 Jahren, wie dysfunktional das deutsche Bildungssystem ist. Da können wir also beruhigt weiterhin untätig die Hände in den Schoß legen.


Noch ein Thema, das beim Kanzler der Milliardäre und Fossillobbyisten keine Priorität genießt. Dieser Kanzler kann es einfach nicht.

Mit sicherem Griff ins Klo sucht er die falschen Themen und vernachlässigt das wirklich Wichtige.

[….] Bildung muss endlich Priorität haben[….] Deutsche Schülerinnen und Schüler schneiden im Lesen und Rechnen schlechter ab denn je. Für Bund und Länder gibt es keine Ausreden mehr. Denn im Ausland läuft es besser. [….] Das ist bedenklich. Denn es bedeutet, dass es eine historisch hohe Zahl an Kindern im Land gibt, die im Alltag oder im späteren Berufsleben erhebliche Probleme haben dürften. Und dass im Bildungssystem in seiner jetzigen Form zu viele Talente verloren gehen, auf die Deutschland aber nicht verzichten kann. Die Wirtschaft im demografischen Wandel braucht gut gebildeten Nachwuchs, klar. Aber vor allem benötigt unsere Gesellschaft aufgeklärte junge Menschen, die die Demokratie mit Leben füllen.

Die Ergebnisse der neuen Pisa-Studie sind besonders deshalb erschreckend, weil sie alles andere als überraschend kommen, sie schreiben einen klaren Trend fort: Zieht man Linien zwischen den deutschen Testwerten von 2012 bis 2025, dann fallen diese seither konstant ab. Die entscheidende Frage ist also: Warum haben die zuständigen Politiker es so lange nicht geschafft, dieses einfache Liniendiagramm richtig zu interpretieren und entsprechend zu handeln? [….]

(Vinzent-Vitus Leitgeb, 08.09.2026)

Samstag, 5. September 2026

Schöne Männer wollen Liebe

Geschenkt, daß sich Looksmaxxing-Männer mit Hämmern selbst ins Gesicht ballern, empfinde ich als ausgleichende Schmerz-Gerechtigkeit. Schließlich waren es zuvor überwiegend Frauen, die sich plastic-surgery-Prozeduren unterzogen. Von einigen männlichen honorable mentions, wie Michael Jackson, Mickey Rourke, Pete Burns abgesehen.

Nun aber kommt das Looksmaxxing auf breiter Front. Mann quält sich nicht nur im Gym und beim manischen Proteinpulver-Fressen, sondern will nun auch noch ein markant-optimiertes Gesicht dazu.

[….] Man würde zum Beispiel gern über die halb berufsjugendliche, halb kraftmeierische Kunstsprache lachen können, in der Teile der Trump-Regierung inzwischen Grenzpolitik und militärische Gewalt wie eine besonders testosteronlastige Lifestyle-Entscheidung klingen lassen. Der »Guardian«  analysierte dazu vor einigen Tagen einen Post des US-Verteidigungsministeriums. Auf X schrieb das Ministerium über den Stand des Irankriegs: »Low cortisol. Locked in. Lethalitymaxxing.«

Übersetzt in normales Deutsch heißt das ungefähr: ruhig bleiben, fokussiert sein, die eigene Tödlichkeit maximal hochfahren. Auch andere offizielle US-Regierungsaccounts »maxxen« inzwischen Dinge – die gute, amerikanische Lebensart zum Beispiel (»lifestylemaxxing«). [….] Die quatschig klingenden Vokabeln haben einen brutalen Hintergrund. Hinter ihnen steckt eine misogyne, hypermännliche Weltsicht, die das Leben als ständigen Kampf begreift – und die ihren Ursprung in der Szene der sogenannten Looksmaxxer hat. Was auf den ersten Blick wie eine Community allzu emsiger Beauty-Influencer klingen mag, ist eine männlich dominierte Onlinekultur, die in den vergangenen Monaten durch immer extremere Selbstzurichtungen, Widerwärtigkeit und eine aggressiv memefizierte Kunstsprache auffällig wurde. [….] Die Kernannahme der Looksmaxxer: Aussehen ist die einzige relevante Währung, wenn es um Status, Erfolg und letztlich den Wert eines Menschen geht. Deshalb muss der eigene Körper, sehr oft speziell das Gesicht, in Richtung Perfektion bearbeitet werden: Kieferlinie, Wangenknochen, Körperfettanteil, Haaransatz, Augenpartie – alles wird vermessen, bewertet, gerankt und zum Gegenstand eines endlosen Optimierungsprojekts erklärt.

»Softmaxxing« beschreibt dabei vermeintlich sanftere Maßnahmen, etwa eine bestimmte Zungenhaltung, um langfristig den Kiefer zu formen, oder exzessives Kaugummikauen, um das Gesicht markanter zu modellieren. »Hardmaxxing« bezeichnet dagegen drastischere Eingriffe: Kieferoperationen, Implantate, Steroide, extreme Appetitkontrolle. Die bizarrste Prozedur dürfte das sogenannte »Bone smashing« sein, bei dem sich Looksmaxxer mit einem Hämmerchen wiederholte Schläge auf Kiefer- oder Wangenknochen zufügen, um die Knochensubstanz leicht anzutrümmern und markanter nachwachsen zu lassen – eine überdrehte Idee von Männlichkeit soll nicht nur gelebt, sondern buchstäblich in den eigenen Schädel hineingehämmert werden. [….]

Looksmaxxing ist deshalb eng mit der Incel-Szene und jenem rechten Online-Männlichkeitsmilieu verbunden, das als Manosphere bekannt ist. Eine Gemeinsamkeit ist etwa die Art, mit der über Frauen gesprochen wird: Sie werden oft als »foids« bezeichnet, eine Form sprachlicher Entmenschlichung. Der Begriff ist die Kurzform von »female humanoids«, der Frauen als »menschenähnliche« Fremdwesen einsortiert. Andere Bezeichnungen wie »slayables« (»Erlegbare«) treiben diese Logik weiter. Frauen werden zur Beutefantasie in Slangform, sie sind keine Menschen mehr, sondern »etwas«, das man sich holen und bezwingen kann. [….] 

 

Looksmaxxer-Jargon ist für autoritäre Politik attraktiv. Er übersetzt politische Grundsätze in eine Frage körperlicher oder biologischer Wertigkeit. Nicht Argumente zählen, sondern Auftreten, Härte, Dominanz. Wer stark aussieht, muss auch stark agieren. Wer zögert, gilt schon als verdächtig weich. Mit ihren Begrifflichkeiten verwandeln die Looksmaxxer soziale Komplexität in Statuskampf. Statt pluraler Realität bietet diese Sprache eine simple Sortierung an: Sieger oder Loser. [….]

(Anja Rützel, 09.03.2026)

Looksmaxxer kommen also üblicherweise mit viel Schwurbel, Fascho und Misogynie daher.

Sie entstammen der gleichen braunen Brühe, wie die INCELS, involuntarily celibates, jene bumsaffine Jungmänner, die in den Kellern ihrer Mütter wohnen, charmant wie Jabba the hutt, auftreten und sich einbilden, aufgrund ihres XY-Chromosomensatz ein Recht auf sexuelle Verfügbarkeit der Frauenwelt hätten.

Nun ist der Wunsch nach Kopulationen bei hormongesteuerten Teen- und Twen-Jungs kein völlig neues Phänomen. Den gab es in meiner Jugend in den 1980ern, genauso wie in der meines Vaters, in den frühen 1950ern und mutmaßlich auch bei seinem Vater. Ich spreche nicht für alle Männer, nicht für alle sozialen Gruppen, nicht für alle sexuellen Vorlieben. Aber bisher reagierte die sich subjektiv untervögelt fühlende Männerwelt mehrheitlich, indem sie versuchte in irgendeiner Form für sich zu werben.

Daraus entstand eine ganze Kulturgattung von Minnesang über Flirt bis zu Date-Einladungen.

Neu im Zeitalter des Internets sind involuntarily untervögelte Männer, die sich nicht Frauen zuwenden, sondern lieber kriminellen Gurus, wie Andrew Tate, die den involuntarily celibates predigen, involuntarily Sex zu haben. Statt um Frauen zu werben, nun also Sex gegen den Willen der Frau, weil der eigene Sexwunsch moralisch dem Selbstbestimmungswunsche der Frauen übergeordnet wird. So einfach ist das.

Ihr vergewaltigendes Idol, das einst predigte, mit 500 Liegestützen erreiche man die mentale Stärke, um Frauen seinen Willen aufzuzwingen, hockt allerdings gegenwärtig im Knast von Miami. Also versammeln sich seine untervögelten und unterbelichteten Jünger nun vor dem Gefängnistor, um ihrem Idol mit männlichen Liegestütz-Wellen beizustehen.

Wer nicht ganz so muskulös ist, geht nun zum pheromone-maxxing über: Nicht mehr duschen, kein Deo, nie mehr die Klamotten in die Wäsche stecken, nie die Bettwäsche wechseln und Urin-Trinken!

Denn je mehr man stinkt, desto mehr kämen die männlichen Pheromone durch und machten die Stinker sexuell unwiderstehlich. Das sei die Alpha-Männlichkeit, nach der sich die Frauenwelt sehne.

Stolz präsentieren sich TikTioker, die sich seit Jahren nicht geduscht haben. Der Trend greift so weit um sich, daß Lehrer an US-Hochschulen vor ihren Vorlesungen bereits an die männlichen Studenten appellieren, doch bitte endlich wieder zu duschen, weil sich ihre Kommilitoninnen über die olfaktorischen Attacken beschweren.

Mir erschließt sich immer noch nicht ganz wieso Männer, die mehr (sexuellen) Kontakt mit Frauen möchten, nicht lieber auf Frauen hören, sich nach deren Wünschen richten, statt auf abstoßende Männer zu hören, die ihnen einreden, Sex gegen den Willen der Frauen, sei „die Lösung“. Aber ich wähle auch nicht Trump oder die AfD.

Dienstag, 28. Juli 2026

Lock her up

Über ein Jahr geht das Theater; 63 Prozesstage habe ich akribisch im MoPo-Minutenprotokoll nachgelesen und unzählige Hintergrundartikel studiert.

Mein Interesse an der Causa Block wird aus drei Quellen gespeist:

Erstens Lokalkolorit-Neugier and einer Promi-Familie, die in Hamburg jeder seit Jahrzehnten kennt.

Zweitens tiefe Abneigung gegen die erzkonservative, autoritäre und erzkatholische Fleischhandelsfamilie.

Drittens übergeordnetes politisches Interesse:

(….) Natürlich gehen die Öffentlichkeit die Details eines schmerzhaften Sorgerechtsfalles auf dem Rücken der Kinder nichts an. Solche Fälle kommen jedes Jahr myriadenfach vor und sollen diskret behandelt werden.

Der Block-Fall aber ist von öffentlichen Interesse. Nicht, weil die Beteiligten reich und berühmt sind. Sondern weil Block und Delling gezielt die Öffentlichkeit suchten, um mit ihrer Prominenz Gerichte zu beeinflussen. Es geht um die Frage, wie gleich Bürger vor Gericht sind. Können Superreiche mit ihren Kontakten Urteile manipulieren? Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn Megaprominente für ihre privaten Fehden a.) August Hanning, den ehemaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und ehemaligen Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, b) den Außenminister Sigmar Gabriel und c.) gar den Vizepräsidenten des Bundestages Wolfgang Kubicki einspannen können, der sofort anbietet, seine Amtsinsignien in die Waagschale zu werfen?

[….] In der Sorgerechtsaffäre um zwei Kinder aus der Hamburger Unternehmerfamilie Block (Block House) hat sich Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki offenbar deutlich stärker engagiert als bisher bekannt. Diesen Schluss legen Handynachrichten nahe, die der FDP-Politiker an Christina Block geschrieben hat, Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block und die Mutter der Kinder[…] Schon am 1. Januar 2024 schrieb Kubicki an die »liebe Frau Block«, er wünsche ein gutes neues Jahr. »Und wenn es stimmt, was ich lese, alles Glück dieser Erde.« Es folgte der bekannte Satz: »Wenn Recht zum Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.«

Auf die Frage des SPIEGEL, ob er damit eine Entführung befürworten wollte, erklärte Kubicki, er sei von Beruf Strafverteidiger und »befürworte oder relativiere keine Straftaten«.[…] In diesem Zusammenhang war am 2. Dezember 2021 ein Gerichtstermin in Dänemark anberaumt. Im Vorfeld reagierte FDP-Mann Kubicki auf die Bitte der Mutter um diplomatische Unterstützung. Kubicki versprach am 30. November: »Ich tue mein Bestes.« Zwei Tage später teilte er mit, die »diplomatischen Vertretungen« hielten es für »kontraproduktiv«, wenn ihre Leute im Gerichtssaal säßen. Er könne aber selbst anreisen und ihr den Rücken stärken.

Kubicki verwies darauf, er sei als Vizepräsident des Bundestages »protokollarisch ganz weit oben«. In einer weiteren Nachricht teilte er mit, er »käme im Dienstwagen selbst«. […] Kubicki betonte, seine Unterstützung für Christina Block »war und ist nicht unzulässig«. Sie gehöre »zu den Aufgaben eines Abgeordneten«. Im Übrigen kenne er Christina Block und ihren Partner, den Ex-Sportmoderator Gerhard Delling, »aus einer Vielzahl von Veranstaltungen und Empfängen«. […]

(SPON, 21.03.2025)

Hier liegt ein für die Öffentlichkeit relevanter Skandal vor, der mE nach einer gesetzlichen Regelung verlangt. (….)

(Staatsinteresse, 15.08.2025)

Durch den gezielten Einsatz von Medien und Millionen, nehmen sich die Blocks mehr Rechte und mehr juristische Möglichkeiten heraus, als der 0815-Bürger. Sie können professionelle Geheimdienstler; Mossad-Leute aus Israel engagieren und zu Straftaten animieren, um die Fakten zu schaffen, die Christina und Eugen Block sich wünschen.

Die Blocks sind dementsprechend auch Gegenstand der aktuellen ausführlichen SPIEGEL-Titelgeschichte.

Hier wird die emotionale Dysfunktionalität des „Patriarchen“ und die zwangsläufige Entfremdung zu seinen drei Kindern zwar angesprochen, aber kaum erwähnt, worin die mutmaßlichen Misshandlungen der Mutter und des Opas lagen, so daß drei der vier Block-Kinder nicht nur bei ihrem Vater leben wollen, sondern auch den Kontakt zu ihrer Mutter verweigern. Ebenfalls kaum beachtet von den SPIEGEL-Autoren, werden die in Hamburg wohlbekannten sadistischen Umgangsformen des Friedrich Block gegenüber seinen Untergebenen und Enkeln.

(….)  Der heute 83-Jährige stramm religiöse Patriarch Eugen ist stockkonservativ, sympathisierte lange mit der CDU, bis sie ihm zu lasch wurde und er bereits 2013 erklärte, die AfD zu wählen.  Über die Dekaden konnte ich ferner der Lokalpresse entnehmen, wie fürchterlich Eugen im privaten Umgang sein muss.

Kaum hatte er Sohn Dirk an seine Seite in der Geschäftsführung geholt, zerstritten sie sich coram publico. Eugen warf seinen Sohn raus und behandelte ihn damit wie einen seiner bisher fast 20 Elysee-Hoteldirektoren. Das Hamburger Abendblatt schrieb vor 13 Jahren zu Blocks 70. Geburtstag:

[….] Der 70-Jährige hat innerhalb von 26 Jahren in seinem Hotel Grand Elysée in Hamburg 14 Direktoren verbraucht. Mal ging es um die Dekoration in den Restaurants, mal um die Muster auf den Salzstreuern. Oft vermutlich auch darum, dass der Hotelchef die Erwartungen des Eigentümers nicht erfüllen konnte. "Der hat sich nicht genug angestrengt", begründete Block einmal einem Rauswurf. Und pries den Nachfolger in den höchsten Tönen. Spätestens bei Direktor Nummer acht kamen bei Beobachtern Gedanken wie "mal sehen, wie lange der das jetzt schafft" auf.   […..]

(Daniela Stürmlinger, 08.07.2011)

Offenbar wird es im Alter immer schlimmer; Petitessen reichen aus, um Wutanfälle des AfD-Mannes auszulösen. Nichts ist ihm gut genug, alles kann er besser.

Natürlich wechselte er als einer der ersten, bereits im April 2020 ins Covidioten-Lager.

[….] Eugen Block ist [….] ein Selfmade-Mann, der an das Recht des Stärkeren glaubt. An den Markt. An Gott. In einem alttestamentarischen Sinn. An Friedrich Merz. Mit Mitgefühl hat er es nicht so. Das zeigten vor einigen Jahren schon seine Äußerungen zur AfD (hat er mal gewählt, als „Korrektiv für diesen großen Mischmasch von Politik“) und zum Islam („kann keinen Frieden bringen“). Und jetzt also Corona. Block hat Briefe geschrieben, hat er dem „Spiegel“ erzählt. An Scholz, Altmaier, Spahn, das RKI. Er hat „klargemacht“, sagt er, dass das totale Einstellen des öffentlichen Lebens zum wirtschaftlichen Niedergang führt“. [….] Und dann sagt Block dem „Spiegel“ einige Sätze, die auf so bestechende Art entlarvend sind, dass es fast schon schmerzt, sie zu lesen: „Die Herrschaften haben angstgetrieben Panik gemacht. Ich warte immer noch auf den seit Langem angekündigten Corona-Peak. Noch immer stehen die Krankenhäuser halb leer. Mit den entstehenden Kosten hätte Herr Spahn seine Intensivabteilungen verdoppeln können. Nein, er muss das ganze Volk wegsperren und das Leben auf den Kopf stellen.“ [….]  „Hören Sie auf mit der Panikmache, dann sterbe ich eben drei Tage früher, na, und? Ich habe Gottvertrauen. Ich gehe danach zum liebenden Gott.“ [….]

(Maik Koltermann, 18.02.2024)

Die vier Kinder seiner Tochter Christine hatten nichts zu lachen bei Opa.

[….] Eugen Block gilt als eigensinniger Charakter, der alles selbst macht und nur wenigen traut. Sogar die Gardinen für seine Restaurants sucht er persönlich aus.  Seine Enkelin Johanna erzählt nun in Dänemark eine Geschichte, die für ihn typisch erscheint: Als Johanna ihr Kinderzimmer neu einrichten wollte, habe ihr Eugen Block diesen Wunsch abgenommen – und den Raum nach seinem Geschmack gestaltet.  [….]

(Die Zeit, 01.02.2024)   [….]  [….]

 [….] Es begann damit, dass Johanna, die Älteste der vier Block-Geschwister, im Jahr 2021 (sie war damals 15) während eines Sylt-Urlaubs ins nahe gelegene Dänemark zu ihrem Vater und dessen neuer Frau ausriss. "Es ging einfach nicht mehr", sagt Johanna im Gespräch mit der ZEIT. Sie habe mit ihrer Mutter über Freiheiten und Grenzen gestritten, auch um einen sechsmonatigen Auslandsaufenthalt ging es, den die Mutter für ihre Tochter wollte, den die Tochter aber ablehnte. Und immer wieder: zu viel Strenge, zu hohe Erwartungen.  Johanna sagt: "Vier Tage pro Woche hatten wir Hobbys. Hockey, Ballett, Klavier, Leichtathletik, Schwimmen, Flöte, dazu kam Nachhilfe. Hockeyspiele am Wochenende. Und dann Verabredungen, die sie getroffen hat. Du hast nie freigekriegt. Du durftest unter der Woche nie mal im Bett liegen. Am Wochenende wurden wir auch früh geweckt, weil wir alle zusammen frühstücken sollten – fertig angezogen natürlich." Sie selbst habe sich um die Geschwister kümmern, mit ihnen Hausaufgaben machen, sie bekochen und ins Bett bringen müssen. Johanna sagt: "Ich hatte viel zu viel Druck." [….]  [….]. In den Akten ist die Rede davon, manche der Kinder seien von ihrer Mutter auf den Hinterkopf geschlagen, die Treppe hochgezogen, gelegentlich eingesperrt und über längere Zeit allein gelassen worden. Die Mutter bestreitet das.   […..]  [……]

(Die Zeit, 01.02.2024) (….)

(Jesus hilft Hamburger Multimillionär, 22.02.24)

Mit Prozesstag 64 wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, weil anderenfalls Persönlichkeitsrechte verletzt werden könnten. Es geht weiterhin heiß her; Block und ihr Promianwalt Ingo „Rasputin“ Bott, treiben die Kammer mit ihrem aggressiven Vorgehen weiterhin zur Weißglut. Rasputin, (sowie auch Patriarch Eugen über Medien und offene Briefe), greifen an jedem Prozesstag die vorsitzende Richterin persönlich an. Offensichtlich mit der Absicht, einen Eklat zu provozieren, einen Prozessabbruch herbeizuführen, oder in Revision zu gehen.

Rasputin, Block

Richterin Hildebrandt lässt die Attacken mit stoischer Ruhe an sich abprallen. Aber auch Block selbst spielt nicht nach den Regeln. So rief sie während des Prozesses, kurz vor den bedeutenden Zeugenaussagen der Ex-Mossad-Leute in Israel an. Selbstverständlich ist Zeugenbeeinflussung verboten. Wollte Christina Block die Aussagen manipulieren? Hat sie jemanden bedroht? Nein, wehrte diese ab; sie habe nur Genesungswünsche übermitteln wollen.

Nun verstößt sie erneut gegen die Prozessregeln:

[….] bevor die Öffentlichkeit aus dem Saal gebeten wird, lässt die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt die eigentliche Bombe des Verhandlungstages platzen. Sie spricht ohne Umschweife die Hauptangeklagte Block direkt an: Die sachverständige Gutachterin hatte demnach am Montag dem Gericht gemeldet, dass Block ihr außerhalb der Hauptverhandlung einen Briefumschlag mit Unterlagen zu ihren Kindern gegeben hatte.

An sich ist das nichts Außergewöhnliches, denn beide Elternteile hatten der Kinderpsychiaterin Unterlagen zur Verfügung gestellt, um sie bei der Begutachtung der beiden Kinder zu unterstützen. Das Brisante: Die Unterlagen, die Block der Gutachterin zusteckte, enthielten nicht einfach Informationen zu den Kindern und ihrem Leben bei der Mutter, sondern Beweisanträge und einen persönlichen Brief. Beide Dokumente sind bislang nicht Aktenbestandteil im Prozess.

Ignorierte Block die vorherige Androhung des Haftbefehls?

Für Hildebrandt steht damit am Dienstag fest, dass das eine versuchte Einflussnahme auf die Sachverständige war. Schon im November hatte die Richterin Block gedroht, sie werde einen Haftbefehl gegen sie erlassen, sollte sie weiter auf Zeugen einwirken. Am Dienstag wirft sie Block vor, genau das getan zu haben. In scharfem Tonfall fordert Hildebrandt die Hauptangeklagte auf, den Vorfall irgendwie zu erklären. [….] "Das ist ja nicht aus der Tasche gefallen", hakt sie nach, und erinnert auch Bott an ihre Warnung im November. "Jetzt passiert wieder so etwas, dass das ein Zufall sein soll, vermag ich schwer zu glauben." Hildebrandt, die sich sonst selten in die Karten schauen lässt, klingt ungewohnt aufgebracht. [….]

(Legal Tribune Online, 28.07.2026)

Es fügt sich perfekt ein in ein Bild von einer Familie, die sich trumpesk außerhalb der Regeln wähnt.

[….] Ihr, Christina Block, sei es allein darum gegangen, der Kinderpsychologin bei der Anamnese zu helfen, also bei der Krankengeschichte der Kinder. Den Brief ihrer Bekannten habe sie im Briefkasten gefunden und ungelesen mit in den Umschlag zu den Beweisanträgen gelegt. So Christina Block.

Problem: Die Unterlagen in dem ominösen Umschlag befassen sich überhaupt nicht mit der Gesundheit der Kinder, sondern handeln vom Vater, und zwar in einer „ehrabschneidenden Weise“, wie dessen Anwalt betont. Sollte der Vater Stephan Hensel im Gutachten möglichst schlecht wegkommen? Nachdem Christina Block im Oktober 2023 bereits „Beweise“ für dessen Pädophilie bei der Polizei abgegeben hatte? Diese Daten hatten sich schnell als gefälscht herausgestellt.

Die Kinderpsychologin korrigiert dann auch prompt die Darstellung von Christina Block: Sie habe tatsächlich um Unterlagen gebeten, allerdings um das Gesprächsprotokoll einer Tochter. Das solle Ingo Bott ihr bitte noch einmal ausdrucken. Dass Christina Block ihr in dem Umschlag auch Beweisanträge mitgegeben habe, habe sie „überrascht“. Eine der beiden Frauen sagt also die Unwahrheit.  Welche Konsequenzen die „versuchte Verdunklungshandlung“ für Christina Block haben wird, muss die Kammer nun entscheiden. „Ich habe bereits im November gesagt, dass jegliche Einflussnahme zu unterbleiben hat, und nun das“, stellte die Vorsitzende fest.  [….] Es ist nicht der erste Schuss vor den Bug. Bereits im November 2025 hatte Isabell Hildebrandt sich mit deutlichen Worten an Christina Block gewandt: „Wir werden nicht zögern, einen Haftbefehl zu veranlassen, wenn Sie nicht aufhören, Zeugen zu kontaktieren“, sagte sie am 21. Verhandlungstag. Damals war der Verdacht aufgekommen, Christina Block habe versucht, Druck auf israelische Zeugen auszuüben, um sie von einer Aussage abzubringen. Außerdem hatte die Angeklagte damals zu einem älteren israelischen Zeugen Kontakt aufgenommen und ihm „gute Besserung“ gewünscht. Für die Zukunft hätten jegliche Kontaktaufnahmen zu unterbleiben, stellte die Vorsitzende damals klar.  [….]

(HH MoPo, 28.07.2026)

Man kann den Blocks nicht vertrauen. Christina Block sollte endlich eingesperrt werden. Zumindest bis zum Prozessende, damit ihre Zeugenbeeinflussungen gestoppt werden. Wir sprechen immerhin von einer Frau, die mutmaßlich kinderpornographisches Material bei ihrem Exmann deponieren ließ und anschließend zur Polizei ging, um ihn und seinen Anwalt anzuschwärzen.

[….] »Frau Block hat auf plumpe Weise versucht, die Sachverständige zu manipulieren. Es ist nicht das erste Mal, dass sie Dreck über meinen Mandanten auszukippen versucht.«  […]

(Hensel-Anwalt Philip von der Meden)

Samstag, 25. Juli 2026

Apocalypse Now

Abgesehen davon, daß ich selbst keine Kinder, Neffen oder Nichten habe, mache ich mir ohnehin keine allzu großen Sorgen, was „unsere“ Enkel uns einst vorwerfen könnten, weil ich Homo Demens in seiner finalen Phase sehe.

Das Anthropozän kam schnell und endet auch eher als andere Erdzeitalter, indem sich die Verursacher des Klimatods weiter Teile von Flora und Fauna, selbst ausmerzen.

Für den Planeten Erde ist das eine willkommene Befreiung. Versucht hatte er es mehrmals und die Hominiden auf wenige Tausend Exemplare weltweit drücken können.

(….) Offenkundig wehrte sich der Planet in den letzten anderthalb Millionen Jahren gegen die Hominidenplage aus Homo erectus, Homo heidelbergensis und Homo antecessor und war mehrmals fast erfolgreich! Nur ganz wenige dieser zweibeinigen Erreger schafften es, sich irgendwo festzusetzen und wollten einfach nicht verschwinden. Verdammt; die paar Tausend hätte die Erde wirklich auch noch schaffen können und sich damit das bald folgende elende Anthropozän ersparen können.  (…)

(Planet im Pech, 08.09.2023)

In Frankreich, Italien und Spanien wüten Waldbrände apokalyptischen Ausmaßes.

[….]  Die Behörden sprechen von einem Feuer »beispiellosen Ausmaßes«. Mehr als 1200 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Fast 200.000 Menschen sind wegen der Brände bislang in Frankreich evakuiert worden, darunter etwa 167.000 im Departement Gironde rund um Bordeaux sowie 31.000 im benachbarten Departement Landes. Allein 57.000 davon mussten ihre Häuser und Wohnungen in der Nacht zum Samstag verlassen. Unter den Evakuierten sind auch viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d’Arcachon. [….]

(SPON, 25.07.2026)

[…] Spanien-Waldbrände „nicht zu löschen“: „Unsere Priorität gilt eurem Leben - euer Leben zu retten“ Spanien-Waldbrände „nicht zu löschen“: „Unsere Priorität gilt eurem Leben - Spanien hat wegen verheerender Waldbrände erstmals den nationalen Notstand ausgerufen. Über 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Update vom 25. Juli, 22:10 Uhr: Wegen der schweren Feuer rief die Regierung für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Region Ávila den Notstand aus. Wie das spanische Innenministerium auf der Plattform X mitteilte, mussten inzwischen 59.488 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere 28.262 Menschen waren demnach von den Bränden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder Häuser aber wegen der Lage nicht verlassen.

Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der Einsatzkräfte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die Priorität bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schützen.  […]

(FR, 25.07.2026)

In Deutschland betrachtete man lange Zeit, „Klima-Anpassung“ und „Klimaschutz“ als gegensätzliche Ziele:

Wer sich durch gedämmte Häuser und Klimaanlagen vor Hitze schützt, muss sich ja nicht damit abmühen, Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen.

Wer durch intensive Klimaschutzmaßnahmen die Planetenoberfläche davor bewahrt, sich immer mehr aufzuheizen, muß kein Vermögen für Wärmepumpen, Hitzeschutz und Waldbrandbekämpfung ausgeben.

CDU und Grüne belauerten sich. Wer das eine tue, verhindere das andere.

Und so verplemperte Homo Demens die Dekaden. Für 2026 läßt sich nun eindeutig feststellen: Wir brauchen BEIDES! Klimaanpassung, weil jetzt schon Myriaden Menschen an den Folgen der Hitze sterben UND Klimaschutzmaßnahmen, weil es sonst so heiß wird, daß ohnehin kein Leben mehr möglich ist.

Der deutsche Fritzekanzler und seine Fossillobbyministerin Reiche wählen aber beim Thema „Klimaschutz oder Klimaanpassung“ einen anderen Weg: Weder des eine, noch das andere, noch beides. Sondern: Weder noch!

Man präsentiert sich in Abendrobe auf „Hitlers Hügel“und straft die Todesopfer der Brände und der Hitze mit Nichtachtung.

CDU und CSU auf den Spuren Trumps, der ebenfalls alles unternimmt, möglichst viel Kohlendioxid in die Atmosphäre zu blasen, jeden Klimaschutz zu verhindern und die Fossilkonzerne mit Milliardengewinnen zu segnen.

 […] About 70 million people in the US are set to face excessive heat advisories as dangerously hot temperatures scorch much of the country’s southern and central states.

The third major “heat dome” event to hit the US in the past month is gathering strength over the weekend, spanning a vast swathe of the country, from the Gulf of Mexico coast to the Great Plains and the midwest.

Temperatures of 95-105F (35-40C) are expected, with some areas of the south-western US desert potentially reaching 120F (48C). The elevated heat is expected to linger into the coming week, held in place by the heat dome, which is when a high-pressure atmospheric system acts as a sort of lid, trapping heat in place over a region for days or even weeks.  [….]

(Guardian, 25.07.2026)

Ein Glück, bald ist Schluß mit Homo Demens. Er brät sich selbst aus der Erdgeschichte aus.

Dann kann die Erde wieder gemütlich existieren und diesen unerfreulichen winzig kurzen Wimpernschlag von zwei Millionen Jahren Menschheitsgeschichte, (verglichen mit den 14 Milliarden Erd-Lebenszeit), als diese Mistkerle sich wie verrückt vermehrten, endlich abhaken. In den letzten 300.000 Jahren rammelte Homo Demens ohne Unterlass, aber damit ist bald Schluß und wir sind alle Asche. 

(….)  Die Erde ist gewissermaßen das bescheidene Vorstadtmodell des Universums. 

Am Rande der Galaxie, chillt sie als mittelgroße Kugel, in mittlerer Entfernung um die Sonne. Das tut sie seit 4,6 Milliarden Jahren; ist also ein echter Best-Ager. Die nächsten 500 Millionen Jahre wird ohnehin nichts passieren. Ab einem Alter von gut fünf Milliarden Jahren, wird es aber sukzessive wärmer, weil die Sonne peu à peu mehr Energie abgibt. Noch zwei, drei Milliarden Jahre, dann liegt die Oberflächentemperatur bei durchschnittlich +70 bis + 80°C. Die Ozeane sind vollständig verkocht. Wenn der dann natürlich nicht mehr „Blaue Planet“ nullt, also 10 Milliarden Jahre alt wird, beginnt auch langsam die große solare „Roter Riese“-Show, bei der schließlich die Erdmaterie im Alter von etwa 12 Milliarden Jahren von der Sonne verschluckt wird. Das Erd-Rentenalter, so ab ca 13,5 oder 14 Milliarden Jahre, kann man sich als ein gemütliches Chillen als planetarer Restnebel um einen Weißen Zwerg, vorstellen.

Die allerlängste Zeit bleibt die Erde völlig unbewohnt. Ob irgendetwas auf ihr herumkraucht, wird der Erde herzlich egal sein. Die Lebewesen, die überhaupt lange da sind, um bemerkt zu werden; Farne, Bakterien oder Eishaie zB; gliedern sich ganz freundlich in die gerade aktuelle Natur ein und stören nicht weiter. (…)

(Planet im Pech, 08.09.2023)