Mittwoch, 1. April 2026

Impudenz des Monats März 2026

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Ist es Bosheit, ist es Strategie, ist es generelle Unfähigkeit, ist es Dummheit oder ist es alles zusammen?
Genau weiß man es immer noch nicht.

Aber es gibt inzwischen auch einige Gewissheiten über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz:

·        Er steuert die deutsche Ökonomie zielgerichtet in den Abgrund.

·        Er stärkt kontinuierlich die AfD.

·        Er lügt sehr gern.

·        Er ist absolut erkenntnisresistent, lernt nicht dazu.

·        Er bringt keinen internationalen Auftritt unfallfrei über die Bühne.

·        Er hat sein Mundwerk nicht unter Kontrolle.

Daher, auch wenn er schon ein mehrfacher Preisträger ist, erhält Merz auch diesmal die Auszeichnung als Impudenz des Monats.

Es ist schlimmer als bei Helmut Kohl oder Heinrich Lübke. Jedes Mal, wenn Merz vor ein Mikrophon tritt, zittert man mit, was er diesmal wohl Peinliches sagen wird. Jedes Mal wieder scheitert er rhetorisch. Jedes Mal wieder müssen seine Helferlinge Tage und Wochen damit zubringen, der Öffentlichkeit zu erklären, was er eigentlich gemeint haben könnte.

 Jedes Mal wieder steht er noch blamierter da. Jedes Mal wieder schämt man sich für den Tölpel, der so offensichtlich in jeder Hinsicht hoffnungslos von seinem Amt überfordert ist. Jedes Mal wieder ärgert man sich über die Wähler, die diesen Blackrock-Trottel Olaf Scholz oder Robert Habeck vorzogen. Jedes Mal wieder staunt man, daß der Sauerländer Geront in der Lage ist, die schlimmsten Erwartungen zu übertreffen.

Da lädt sich Merz einen ehemaligen Al Kaida-Kommandanten ins Kanzleramt und schafft es, neben Ahmed al-Sharaa als der deutlich unseriösere Mann zu enden. Ich habe es so satt! Keine Woche, in der Merz nicht erneut mit Anlauf in einen Fettnapf springt!

Man kommt gar nicht mehr hinterher mit den Kanzler-Kommunikations-Debakeln.

Man fasst es nicht, wieso das CDU-Präsidium ihn gewähren lässt.

Man staunt, wie ein alter Mann über so wenig Schamgefühl verfügen kann und sich offenbar immer noch selbst für fabelhaft hält, während er ein Desaster nach dem nächsten anrichtet.

Es ist Dunning-Kruger im Endstadium.

[….] Die rhetorischen Schnitzer des Friedrich Merz [….] Doch immer wieder sorgt Merz’ Spontaneität auch für Verwirrung. Weil er vorprescht, zuspitzt oder unüberlegt formuliert – und damit selbst Partner oder andere Regierungschefs vor den Kopf stößt.

So war es auch mit den Sätzen, die Merz in dieser Woche in der Pressekonferenz mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa in Berlin sagte. »In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das sind auch, ist der Wunsch von Präsident Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren.«

Will Merz, dass 80 Prozent der Syrer in ihre Heimat zurückkehren? Will es Sharaa? Der jedenfalls widersprach: Die Zahl 80 Prozent stamme gar nicht von ihm. Die Verwirrung war wieder einmal groß. [….]

Der Kanzler hat sich im ersten Jahr seiner Amtszeit eine ganze Reihe verbaler Schnitzer geleistet, die zum Teil diplomatische Folgen hatten. Ein Überblick.

Der Brasilien-Ärger

Im November reiste Merz zur Uno-Klimakonferenz ins brasilianische Belém . Als er später an anderer Stelle über diesen Aufenthalt erzählte, sagte der Kanzler, keiner der mitgereisten Journalisten habe dort länger bleiben wollen als nötig: »Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, … wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.« [….]

Der Brot-Nachleger

Kurz darauf verkündete Merz bei einem Besuch einer Brotmanufaktur in Hamburg, er habe bei einem Aufenthalt im afrikanischen Land Angola beim Gipfel der Afrikanischen und Europäischen Union »ein ordentliches Stück Brot« vermisst. »Was man am deutschen Brot hat, merkt man immer wieder, wenn man im Ausland ist. Gestern Morgen in Luanda am Frühstücksbuffet hab’ ich gesucht, wo ist ein ordentliches Stück Brot – und keins gefunden.« [….] Der Stadtbild-Shitstorm [….]

Die Mercosur-Irritation

Im Oktober irritierte Merz auf dem EU-Gipfel. Der Kanzler verkündete einen Durchbruch, eine Einigung der 27 Mitgliedstaaten beim wichtigen Mercosur-Handelsabkommen mit mehreren südamerikanischen Staaten. »Es gibt aus den Mitgliedstaaten jetzt keine Vorbehalte mehr. Es ist erledigt. Es ist durch.« Der Weg für das Abkommen sei frei, so Merz zur großen Verwunderung anderer europäischer Staats- und Regierungschefs, die ihm prompt widersprachen. [….]

Die »Drecksarbeit«-Debatte

Im Juni kommentierte Merz den völkerrechtlich umstrittenen Angriff Israels auf Militäreinrichtungen in Iran mit dem Satz: »Das ist die Drecksarbeit, die  Israel macht, für uns alle.« Dass Zivilisten gestorben waren und dass nicht klar war, inwieweit Israel sein Ziel erreichen würde, darüber sprach der Kanzler nicht. [….]

Die Partner-Panne

Im Dezember kommentierte Merz die neue amerikanische Sicherheitsstrategie der US-Regierung um Präsident Trump. »Manches darin ist für uns aus der europäischen Sicht inakzeptabel«, sagte der Kanzler. [….] Seine Botschaft an die USA sei vielmehr: »Ihr braucht auf der Welt auch Partner, und einer der Partner kann Europa sein. Und wenn ihr mit Europa nichts anfangen könnt, dann macht wenigstens Deutschland zu eurem Partner«, sagte Merz. [….]

Der Spanien-Eklat

Als der deutsche Kanzler jüngst zu Besuch im Weißen Haus in Washington war, zürnte Trump in Merz’ Beisein: Spanien sei ein »schrecklicher« Verbündeter. Man werde den Handel einstellen, vielleicht sogar ein Embargo verhängen. [….] Und Merz? Verteidigte nicht etwa den Partner Spanien, sondern pflichtete Trump auf Nachfrage bei.  [….]

(Anna Reimann, 01.04.2026)

Das sinnfreie Plappern des Sauerländer Münchhausens wäre schon an sich schlimm genug, weil er sich nicht um Fakten schert. Aber zu allem Übel entspringt seine wirres Gerede fast immer einem xenophoben, perfiden Impuls, der gegen Schwächere oder Minderheiten gerichtet ist.

[…] Den Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Friedrich #Merz plant mit einem Terroristen eine Massendeportation von über 700.000 Menschen. - Nichts anderes ist es, was der Sauerland-Trump da jetzt mit dem syrischen Machthaber in Berlin ausgehandelt hat. Bzw. ausgehandelt haben will, denn besagter #Machthaber sagt nun, dass die Idee von Merz kam, nicht von ihm. Merz gerät in Erklärungsnot, blamiert Deutschland.

Was für ein fatales Signal. Noch vor wenigen Monaten zeigte sich Außenminister #Wadephul (immerhin auch CDU) erschrocken über die Lage in #Syrien. Sein Fazit: In dieses zerstörte Land könne man keine Menschen zurückschicken. Und nun die wundersame Kehrtwende? Typisch CDU: Ohne Werte, ohne Rückgrat einfach den CDU-typischen #Rassismus ausleben und gut integrierte Menschen aus einem Arbeitsmarkt reißen, der dauerhaft händeringend Fachkräfte sucht.

Das ist so clever, wie aus einem #Schiff mit löchrigem Rumpf jene Stöpsel zu ziehen, mit denen man die Löcher notdürftig geflickt hatte, um den Untergang zu verhindern. Und man zieht sie nur, weil einem die #Herkunft dieser Stöpsel nicht gefallen. - So blind kann nur sein, wer ideologisch komplett vernagelt ist.

Nun tritt die CDU/CSU Männer, #Frauen und Kinder in ein kaputtes Land zurück, das immer noch von Anschlägen geprägt und von einem #Regime geführt wird, das bis vor kurzem auf internationalen Terrorlisten stand. Das passt aber in die CDU/CSU-Linie, die kein Problem damit hat, z.B. auch mit Taliban zu paktieren.

Allein diese Ereignisse zeigen, wie getrieben Merz von seinem Rassismus ist; wohlwissend, dass damit kein Problem in #Deutschland gelöst wird. Nicht mal das mit der A*D, der er mit solchen Vorstößen nur einmal mehr den Hof macht. Ganz ehrlich: Friedrich Merz ist die Abrissbirne unserer #Gesellschaft. Und eine reale Gefahr für unser Land. [….]

(Marc Raschke, 01.04.2026)

Man kreist geistig noch um die unfassbar dumme xenophobe und misogyne Einlassung des Kanzlers zum Fall Fernandes./.Ulmen, da zertrümmert er schon das nächste Porzellan. Wird uns nicht irgendwann einmal wenigstens eine Woche gegönnt, in der man sich nicht für Friedrich Merz in Grund und Boden schämen muss?

[….] Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) möchte, dass ein Großteil der Syrerinnen und Syrer in Deutschland wieder in ihr Heimatland zurückkehrt. Das sagte Merz am Montag im Zuge des Besuchs des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin. Dazu planen die beiden Länder, eine gemeinsame „Taskforce“ einzurichten. Etwa 950.000 Syrerinnen und Syrer leben in Deutschland [….] „In der längeren Perspektive der nächsten drei Jahre, das ist auch der Wunsch von Präsident Scharaa gewesen, sollen rund 80 Prozent der in Deutschland jetzt sich aufhaltenden Syrerinnen und Syrer zurück in ihr Heimatland kehren“, so der Bundeskanzler. Doch was machen diese Menschen in Deutschland überhaupt?

[….] Im Dezember 2024 (letzter beobachteter Stichtag) waren 111.000 der syrischen Geflüchteten in Arbeit. 34.000 waren arbeitslos, 22.000 nicht-arbeitslose erwerbsfähige Personen. [….] Von den 111.000 Beschäftigten Ende 2024 arbeiteten 98 Prozent sozialversicherungspflichtig, zahlten also Beiträge. Auf der anderen Seite sind von den 2017 noch über 200.000 Menschen, die staatliche Leistungen bezogen, Ende 2024 nur noch 70.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte übrig. [….] [….] Insgesamt sind laut Arbeitsagentur knapp 300.000 Syrerinnen und Syrer in Arbeit (Stand April 2025). Knapp 250.000 waren als arbeitssuchend gemeldet. [….]  Das Durchschnittsalter der Syrerinnen und Syrer in Deutschland beträgt laut Institut der Deutschen Wirtschaft 27 Jahre, ein großer Teil der 950.000 Syrerinnen und Syrer in Deutschland sind Kinder. Und etwa die Hälfte der Beschäftigten ist auf Fachkraftniveau, gut zehn Prozent auf Spezialistenniveau.  […..]

(FR, Moritz Maier, 01.04.2026)

Mit ihrem al-Sharaa-Move verbindet die Impudenz des Monats März 2026 gleich drei ihrer Kern-Charakterzüge: Lügen, ausländerfeindlich hetzen und der Wirtschaft schaden.

[…]  Es scheint allerdings unwahrscheinlich, dass eine bedeutende Zahl der Syrer*innen tatsächlich freiwillig geht. Sie haben sich über die vergangenen zehn Jahre in Deutschland eingelebt, haben Freund*innen gefunden, Jobs angetreten und Familien gegründet – warum sollten sie freiwillig in ein Land zurückgehen, dass vom Krieg verwüstet und ihnen weitgehend fremd geworden ist? 2025 gingen nur 6.500 Syrer*innen freiwillig zurück.

Tatsächlich ist ein bedeutender Teil der Syrer*innen, die in der großen Fluchtbewegung 2015 kamen, schon lange eingebürgert und hat damit ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht, dass ihnen auch nicht mehr genommen werden kann. Zwischen 2014 und 2024 haben rund 250.000 Personen den deutschen Pass erhalten, seitdem dürften noch einmal einige Zehntausend dazugekommen sein. [….] Es ist aber erklärtes Ziel von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), die Abschiebungen auszuweiten, sodass bald Linienflüge statt Charter-Flieger dafür genutzt werden.

Einen Großteil der Syrer*innen aus dem Land zu werfen, wäre nicht nur ein menschliches Desaster, es wäre auch ein harter Schlag für die deutsche Wirtschaft. Rund 300.000 Syrer*innen arbeiten in deutschen Unternehmen, etwa ein Drittel in sogenannten Engpassberufen, in denen Fachkräftemangel herrscht. So sind etwa 11 Prozent der arbeitenden syrischen Männer im Gesundheitswesen beschäftigt und 14 Prozent in der Gastronomie. Es wäre also nicht nur ein brutales, sondern auch ein selbstzerstörerisches Vorhaben, wenn Merz umsetzen wollte, was er am Montag angekündigt hat. [….]

(Frederik Eikmans, 31.03.2026)

Warum hat der Urnenpöbel bloß Friedrich Merz zum Kanzler gewählt? Lothar Matthäus hätte doch auch Zeit gehabt.