Montag, 25. Mai 2026

Die alten Methoden sind besser

Tatsächlich versteht man Texte besser, wenn man sie auf Papier gedruckt liest, als auf dem PC-Bildschirm.

[….] Das gedruckte Buch erlebt eine Renaissance – und die Wissenschaft erklärt warum. Aktuelle Meta-Analysen bestätigen den sogenannten „Bildschirm-Unterlegenheits-Effekt“. Demnach fördert Lesen auf Papier das tiefe Verständnis deutlich stärker als die digitale Lektüre.

Forschungsteams, unter anderem der Universität Valencia, werteten Daten Hunderttausender Teilnehmer aus. Ihr Ergebnis: Das Verständnis komplexer Texte leidet signifikant bei digitalem Konsum. Lesen auf Papier stärkt das Textverständnis um den Faktor sechs bis acht.

Experten führen das auf unterschiedliche Nutzungsmuster zurück. Der Bildschirm ist mit schnellem Scrollen und Multitasking verbunden. Das Gehirn schaltet unbewusst in einen Modus der Oberflächenverarbeitung. Papier hingegen signalisiert Ruhe und aktiviert die Fähigkeit zum „Deep Reading“.   [….]

(AdHoc News, 29.12.2025)

Tatsächlich lernt man auch viel besser, wenn man mit der Hand schreibt, als wenn man bloß auf dem Handy oder einer PC-Tastatur tippt.

[….] Schreiben mit der Hand ist keine veraltete Kulturtechnik – kein Relikt aus prä-digitalen Zeiten, das dank neuer Medien und Technologien früher oder später überflüssig wird. „Es ist genauso wichtig wie das Lesen und die Rechtschreibung“, sagt Dr. Marianela Diaz Meyer, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Schreibmotorik Instituts. Mehr noch: Schreiben mit der Hand unterstützt das Lesen- und Schreibenlernen nachhaltig. Denn Handschreiben ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem zwölf Hirnareale aktiv sind, mehr als 30 Muskeln und 17 Gelenke zusammenwirken und von den Schreibenden – unbewusst – koordiniert werden. „Von Hand zu schreiben bedeutet, dass wir charakteristische Buchstabenformen schreiben. Der damit verbundene Bewegungsablauf wird im Gehirn verarbeitet. Schreibanfänger können etwa Buchstaben, die sie mit der Hand zu schreiben gelernt haben, besser erkennen. Beim Tippen handelt es sich dagegen immer um die gleiche Bewegung, egal, ob ich ein A, ein S oder ein B drücke“, erklärt die SchreibmotorikExpertin.

Schreiben macht schlau! „Zahlreiche neurowissenschaftliche Studien bestätigen, dass bei Kindern motorische und kognitive Entwicklung zusammenhängen – und dass sich das Schreiben mit der Hand positiv auf die Entwicklung der motorischen und geistigen Fähigkeiten auswirkt. Außerdem werden Merkfähigkeit, das inhaltliche Verständnis und die Kreativität gefördert“, weiß Dr. Marianela Diaz Meyer.

Die praktischen Erfahrungen der Lehrkräfte bestätigen dies: Dass sich Handschreiben positiv auf die Rechtschreibung auswirkt, meinen laut STEP-Studie 84 Prozent der Befragten, positive Auswirkungen auf die Fähigkeiten, Texte zu verfassen, sehen 77 Prozent, auf die schulischen Leistungen insgesamt 74 Prozent. Das ist nicht verwunderlich: Denn wer flüssig oder – wie es in der Fachsprache heißt – automatisiert schreibt, braucht sich über den Schreibvorgang selbst keine Gedanken zu machen. Er (oder sie) entlastet sein „Arbeitsgedächtnis“, dessen Kapazität begrenzt ist, und kann die freien Ressourcen für die wesentlichen Inhalte verwenden, sich also auf Rechtschreibung, Zeichensetzung, die Formulierung des Textes und die Beantwortung der Fragen konzentrieren.  [….]

(Friedrich-Verlag)

Tatsächlich verkümmert die Intelligenz, wenn durch die sekundenschnelle Informationsbereitstellung per Klugtelefon, Google, Gemini, KI, das Gehirn Fakten nur oberflächlich aufnimmt, statt sie sich zu erarbeiten.

Für uns alte Säcke (ich bin übrigens kein „B00mer“, sondern wurde nach der GenX-Schallgrenze geboren), sind diese mannigfachen Verblödungseffekte der Digital Natives offensichtlich.

Rechtschreibung und Grammatik gehen verloren. Copy and Paste von KI-generierten Texten führt zu immer schrilleren Formen der stilistischen Degeneration, wie die Misogynie-Debatte um Denis Scheck beweist, der in ganz kurzer From in seinen „Druckfrisch-TopTen“ Sophie Passmanns neuen Bestseller kritisierte.

[….]  «Was soziale Medien in einem Kopf ohne echte Bildungsressourcen anrichten, in dieser intellektuellen Desasterzone von einem Buch lässt es sich besichtigen. ‹Ich denke über die Frau nach, die ich sein könnte, wenn ich einen schöneren Bauchnabel hätte›, schreibt Sophie Passmann. Passmann auf diesen Denkbewegungen zu begleiten, ist ein schwerer Gang. Wie ein Wellensittich in seinem Käfig nur ein Blick für sein eigenes Abbild im Spiegel hat, so kreist Passmanns Schreiben unablässig um ihren eigenen Nabel: Bin ich schön? Bin ich attraktiv? Werde ich geliebt? In Passmanns Versuch, diesen Narzissmus zu reflektieren, kommt lediglich Narzissmus 2.0 heraus. Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins.» […..]

(Druckfrisch, April 2026)

In Wahrheit wurde Passmanns Buch offenkundig nicht lektoriert und entweder gar nicht von ihr gegengelesen, oder sie bemerkte ihre stilistisch völlig verunglückten Satzkonstruktionen nicht.

Titanic, Mai 2026

 
 

Ich mutmaße, hier handelt es sich um einen klassischen Fall des höheren kognitiven  Anspruchs der analog aufgewachsenen Leser-Generation. Wir sehen genauer hin und stolpern über die dankenswerterweise von der Titanic hervorgehobenen Sinnlos-Sätze, die Digital-Natives möglicherweise gar nicht auffallen.

[….] Der Literaturkritiker Denis Scheck steht nach zwei kontroversen Buchbesprechungen im Fernsehen in der Kritik: Mit harschen Worten hatte er die neu erschienenen Bücher der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy kritisiert. Er bezeichnete die Neuerscheinungen als »Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins« und als »Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit«. Die Autorinnen warfen Scheck daraufhin Sexismus und Verachtung von Frauen vor.

Als Reaktion darauf bemühte Scheck einen Spruch des Physikers und Literaten Lichtenberg. »Georg Christoph Lichtenberg sagte, glaube ich mal, wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es hohl klingt, dann muss es nicht unbedingt am Buch liegen«, sagte Scheck, als er bei der Vorstellung des Programms für das Literaturfestival LIT:potsdam gefragt wurde, ob er nach den Vorwürfen Schaden am Festivalprojekt befürchte. »Das trifft auch beim Zusammenstoß einer Literaturkritik und eines Kopfes in meinen Augen zu.«

Weiter wollte sich Scheck nicht auf die Vorwürfe einlassen. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa sagte der 61-Jährige, seine Besprechungen gelten »den Werken, nicht ihren Urhebern oder Lesern«. [….]

(DPA, 16.04.2026)

Es ärgert mich über alle Maßen, wenn junge Frauen fälschlicherweise die Sexismus-Karte gegen alte weiße Männer ziehen, weil das alle Fälle diskreditiert, in denen solche Vorwürfe angebracht sind!

Frauen sollen keinen Sexismus erfinden, weil es genug Sexismus gibt. Schwule sollen keine Homophobie erfinden, weil genügend reale Homophobie existiert. Juden sollen niemanden fälschlicherweise des Antisemitismus bezichtigen, weil echter Antisemitismus virulent genug ist.

Schämt Euch, Nicolas Puschmann und Gil Ofarim!

(….)  Ähnlich katastrophal verhielt sich der schwule, schwarze Schauspieler Jussie Smollett, der eine schwulenfeindliche Attacke auf sich inszenierte, um als Opfer Ruhm und Schlagzeilen zu bekommen.

[….]  Schauspieler Jussie Smollett zu 150 Tagen Gefängnis verurteilt.

Er soll eine homophobe Attacke auf sich selbst vorgetäuscht haben: Nun muss Schauspieler Jussie Smollett für knapp fünf Monate in Haft – und eine hohe Geldsumme zahlen. [….]

(SPON, 11.03.2022)

Erbärmlich! Was für einen Bärendienst erweist Smollett Myriaden Schwulen in den USA, die wirklich homophob angefeindet werden und deren Berichten man nun skeptischer gegenüberstehen wird.

Im Sexualstrafrecht ist die „Falschbeschuldigung als Vergewaltiger“ regelrecht zum Mythos geworden, auf den sich tatsächliche Vergewaltiger nur allzu gern beziehen.

Frauen, die sich eine Vergewaltigung ausdenken, um einem Mann zu schaden, agieren doppelt verwerflich, weil sie eben nicht nur dem Opfer schaden, sondern allen wirklich vergewaltigten Frauen einen Bärendienst erweisen. Man wird ihnen weniger glauben.  (….)

(Bärendienste, 12.04.2022)

Bei Sophie Passmann habe ich den Eindruck, daß sie als Buchautorin gar nicht versteht, worauf die Kritik an ihrem Werk zielt.

Das hat aber nichts mit ihrem Geschlecht oder Alter zu tun. Es ist viel einfacher: Sie schreibt schlecht. Möglicherweise merkt sie es nicht, weil die digital aufwuchs. Das ist nicht ihre Schuld!

Selbstverständlich hätte ich Klugtelefone auch in der Schule genutzt, wenn es das damals schon gegeben hätte. Es ist reiner Zufall, wenn man noch analog aufwuchs. Elitäre Generationenbeschimpfungen sollen hier keinen Platz haben. Zumal es keine Option ist, zu Stift, Papier und Druckerpresse zurück zu kehren. Dafür sind insgesamt die Vorteile der Digitalisierung zu überwältigend.

Aber natürlich kann ich der Versuchung nicht widerstehen, gelegentlich über die digitale Abhängigkeit der jüngeren Generationen Witze zu reißen.

Nach dem großen Blobb, wenn ein elektromagnetischer Impuls oder der Zusammenbruch der Energieversorgung, nur noch mechanische Geräte funktionieren ließe, wäre sie völlig aufgeschmissen. Sie könnten sich nicht ohne GoogleMaps orientieren, wüßten nicht wie man ein Drehscheibentelefon bedient, wären außerstande die Uhrzeit auf einer Zweizeiger-Uhr abzulesen.

Die analoge Welt führte aber nicht nur zu höheren kognitiven Leistungen, sondern auch zu mehr Lebensqualität.

Dazu morgen mehr.

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