Wirtschaftliche Prosperität einer Industrienation hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Einige globale Faktoren, wie Kriege, Pandemien oder Naturkatastrophen, liegen weitgehend außerhalb der Einflussmöglichkeiten einer einzelnen Regierung.
Ein Finanzkollaps wie 2008/2009 trifft jeden.
Blöd ist natürlich, wenn man blöd ist, auf der nationalen Ebene mit völliger ökonomischen Inkompetenz gestraft ist und wie die Merz-Regierung die Weichen völlig falsch stellt. Dann würgt man jedes Wachstum zuverlässig ab.
Die sozialistische Sánchez-Regierung Spaniens, die als westliche EU-Industrienation prinzipiell im gleichen Boot sitzt, macht bei der Energie-, Wirtschafts- und Migrationspolitik alles diametral anders als Merz/Reiche und generiert damit einen Wirtschaftsboom.
Ein dritter ökonomischer Faktor ist bekanntlich „die Stimmung“ und das muss man dem Fritzekanzler wirklich lassen; wenn seine C-Minister eins können, dann ist es, schlechte Stimmung zu verbreiten! An der Spitze der psychologischen Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung und die heimische Wirtschaft, steht natürlich der Kanzler selbst, der keine Gelegenheit verstreichen lässt, um jemanden zu beleidigen.
Aber die anderen Christen-Minister stehen ihm wenig nach.
[…] Bafög? Pah! Dazu Krisen und Zukunftsängste: Immer mehr junge Menschen verlassen Deutschland. Das ist nicht nur traurig, es ist gefährlich.
[…] Am Sonntag hat es Bundesforschungsministerin Dorothee Bär von der CSU geschafft: In einem Interview beleidigte sie auch noch jenen Teil der Gesellschaft, der den zuletzt üblichen Schmähungen entgangen ist. Nun aber wissen neben den vermeintlichen Krankmachern, den Faulen oder allen, die die Union sonst so im „Stadtbild“ stören, knapp drei Millionen Studentinnen und Studenten, dass es „kein Drama“ ist, wenn sie neben dem Studium noch einen „Job“ zu erledigen haben. Studenten sind privilegiert. Findet Bär. […]
[…] Trotzdem bleibt die Leistungsbereitschaft der jungen Generation hoch: „Die große Mehrheit ist bereit zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wachsen jedoch Zweifel, ob sich Leistung in Deutschland noch lohnt.“ Siehe auch die Bafög-Diskussion. Ergebnis: „Mit 21 Prozent plant jede fünfte junge Person konkret, Deutschland zu verlassen, um im Ausland bessere Lebensbedingungen zu finden.“ Das sagt Sozialforscher Kilian Hampel von der Universität Konstanz. „Noch deutlicher fällt der langfristige Trend aus: 41 Prozent können sich grundsätzlich vorstellen auszuwandern.“ […] Es ist der perfekte Sturm: Kinder werden seltener geboren, dafür häufiger im Bildungssystem vernachlässigt, das Kindeswohl wird missachtet von der Politik, wo auch die Zukunft des akademischen Nachwuchses verspielt wird – und dass flügge gewordene Jugendliche, denen man mal eben ein gigantisches „Sondervermögen“ als zukünftigen Schuldendienst über Jahrzehnte ungefragt aufgeladen hat, während die Klimaziele, die ebenfalls vor allem die Zukunft der jüngeren Menschen betrifft, ungefragt zur Makulatur erklärt werden, dann eher auswandern – als Deutschland verteidigen wollen: Kann das überraschen? […]
Eine derart destruktive Regierung erntet, was sie sät: Ganz miese Stimmung. Das ist Massenpsychologie. Mit Raunen, Miesmachen, Abwehr und Beschimpfungen, bewerkstelligen es die inkompetenten CDUCSU-Bullys, das ganze Land noch wesentlich mehr runter zu ziehen, als es der Faktenlage angemessen wäre.
[….] Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung verfestigt sich im aktuellen ARD-DeutschlandTrend - während die wirtschaftliche Lage immer schlechter eingeschätzt wird. […] Nur noch 13 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage in Deutschland positiv - sieben Prozentpunkte weniger als im Januar und so wenig wie zuletzt während der Eurokrise Ende der 2000er-Jahre. […] Nur sechs Prozent glauben, dass es ihnen dann wirtschaftlich besser gehen wird. Insgesamt hat sich die Einschätzung innerhalb des vergangenen Jahres deutlich eingetrübt - die Sorge vor wirtschaftlichem Abstieg wächst also. [….]
Der manische Beleidiger Friedrich Merz fällt verbal nicht nur über seine eigenen Landsleute her, sondern teilt auch auf internationaler Bühne kräftig aus.
Brasilien: Keiner lebt freiwillig in Belém. Spanien: Verweigert sich Trump. Angola: Kein deutsches Brot. USA: Würde meine Kinder nicht da studieren lassen. Israel: Macht Drecksarbeit.
So schaffte es Merz nicht nur der unbeliebteste Regierungschef der Demokratien zu werden, sondern ruiniert das Image Deutschlands gleich mit. Seine EVP-Fraktion kuschelt im Straßburger Parlament mit den Nazis, in Brüssel schlug Merz schon fast jeder EU-Nation vor den Kopf und nun kommt auch noch die Quittung aus New York.
Deutschland in den UN-Sicherheitsrat?
Nein Danke, sagten dazu die Vereinten Nationen und entschieden sich für
Österreich und Portugal.
[…] Der deutsche Außenminister hat Minuten zuvor das erlebt, was er eine „echte Enttäuschung“ und eine „herbe Niederlage“ nennt. Dabei empfindet er wohl selbst, dass diese Worte die Tiefe des Falls nicht ganz treffen. Es ist ein Debakel. Für Wadephul, für die Bundesregierung und für Deutschland.
Ausgerechnet Annalena Baerbock, seine Vorgängerin im Amt und noch bis September Präsidentin der UN-Generalversammlung, hat eine Stunde zuvor ein Abstimmungsergebnis verkündet, das Wadephul in dieser Härte nicht hat kommen sehen. Nur 104 Stimmen hat Deutschland bei der Wahl der neuen nicht ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates erhalten, weit entfernt von der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit, die bei 127 Stimmen lag.
Portugal erzielte 134 von 190 Stimmen. Für Österreich votierten 131 Mitgliedsländer. Die beiden deutlich kleineren EU-Staaten werden 2027 und 2028 die beiden für Westeuropa frei werdenden Sitze im Sicherheitsrat einnehmen. Für den Bewerber Deutschland, den bevölkerungsreichsten Staat der EU, den zweitgrößten Geldgeber der UN und die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist es eine Blamage. Überdies eine, die das Land inmitten wachsender Selbstzweifel erwischt. […] […] Aber hat Merz wirklich alles getan[…] Bei der Eröffnung der UN-Generalversammlung im vergangenen September fehlte der Kanzler aber und auch sonst hat er sich bei den UN nicht blicken lassen. Etliche UN-Botschafter haben das Merz, der Deutschland von einer „schlafenden“ in eine „führende“ Mittelmacht verwandeln wollte, nicht vergessen.
Die Blamage ist jedenfalls nicht zuletzt die Blamage des Friedrich Merz. […] (Daniel Brössler, 03.06.2026)
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| Spon 03.06.2026 |
Es mag aufgrund der Größe und wirtschaftliche Stärke einiges dafür gesprochen haben, Deutschland in den UN-Sicherheitsrat zu wählen. Aber auch das ist Psychologie: Wenn der Oberdeutsche international stets besserwisserisch, borniert und beleidigend auftritt, verspüren die Kleineren den Drang, eine Lektion zu erteilen: Hier, im wichtigsten internationalen Gremium, ist kein Platz für Deutschland!
[….] Wahl zum UN-Sicherheitsrat: Tiefschlag für Merz […] Deutschlands Niederlage bei den Vereinten Nationen zeigt: Die Bundesregierung muss daran arbeiten, die eigene Glaubwürdigkeit wieder herzustellen. […] Bei der Abstimmung über einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat entschied sich die Welt gleich im ersten Wahlgang für Österreich statt für Deutschland. Die Nummer 3 der Weltrangliste der mächtigen Volkswirtschaften muss sich der Nummer 29 geschlagen geben.
Puh, dass muss sich für Kanzler Friedrich Merz, der selbstbewusst eine neue deutsche Führungsrolle in der Welt und einiges mehr ankündigte, wie ein Foul im Strafraum anfühlen. Selber schuld, kann man sagen. Gerade arabische und afrikanische Staaten kritisierten im Vorfeld nicht zu Unrecht Deutschlands doppelte Standards mit Blick auf Nahost und die Menschenrechtsverbrechen der israelischen Armee im Gazastreifen. Und Floskeln wie, die Situation sei eben komplex, als die USA Anfang des Jahres Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro entführten. […]
Ein ganz normaler Tag für das Sauerländer Ohrfeigengesicht: Wieder eine Klatsche!




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