Donnerstag, 5. Juli 2018

Trumps Erkenntnis

Friedrich Wilhelm I. (* 14. August 1688 in Berlin; † 31. Mai 1740 in Potsdam), der „Soldatenkönig“, ist heute noch berühmt für die unglaubliche Aufrüstung Preußens und seine „Langen Kerls“.
Er selbst führte aber keinen einzigen Krieg, weil ihm seine schmucken Soldaten dafür viel zu schade waren. Immerhin hatte er 12 Millionen Goldtaler für eine europaweite Suchaktion nach Männern über 1,88m Körpergröße für sein Potsdamer Regiment ausgegeben. Es dauerte Jahrzehnte die alle zu finden.
Keinesfalls sollte man die totschießen, da sie unersetzlich waren.
Der Staatshaushalt wurde ohnehin von den Kosten ruiniert.

Heutzutage ist das ganz anders. Soldaten gibt es wie Sand am Meer und Geld kann man sich unbegrenzt leihen oder nachdrucken.
Trillionen Dollar stehen die USA bei anderen Nationen in der Kreide und ein gewaltiger militärisch-industrieller Komplex schreit nach dem Verbrauch von Munition und Kriegsgerät. Denn nur mit verschossenen Patronen lässt sich Geld verdienen. Nicht abgefeuerte Waffen nützen den Rüstungskonzernen nichts.
Da sich die Waffen fortwährend weiterentwickeln, immer perfider und tödlicher werden, haben auch die Offiziere selbst ein großes Interesse daran ihre Bomben, Raketen und Mienen einzusetzen. Denn nur dann gibt es Neue und Schönere.

Wenn man die mit Abstand größte, teuerste und schlagkräftigste Armee der ganzen Welt und aller Zeiten befehligen kann, juckt es offensichtlich die Oberbefehlshaber auch in den Fingern mal auf den Knopf zu drücken.

Die USA begingen im zweiten Weltkrieg zweifellos grausame Kriegsverbrechen.
Dennoch bezweifelt niemand, daß der amerikanische Kriegseintritt notwendig war und auch den Feinden letztendlich nutze, weil sie nicht nur von Hitler und seinen Verbündeten befreit wurden, sondern weil die amerikanische Regierung unterstützt von einer hochengagierten amerikanischen Bevölkerung Geduld, konstruktive Hilfe und enorme Großzügigkeit demonstrierte (Marshall-Plan, Care-Pakete, Berliner Luftbrücke).

Mit dem Kriegsglück der Amerikaner war es aber nach dem V-J Day, Victory in the Pacific Day am 15.08.1945, also gute drei Monate nach dem VE-Day erst mal vorbei.
Alle folgenden amerikanischen Invasionen, Bombardierungen, Einmärsche endeten mit militärischen Niederlagen oder zumindest zivilisatorischen Katastrophen.
Und niemand kann den USA absprechen es versucht zu haben.
Sie griffen dutzendfach andere Nationen an.

Korea (Korean War)
Vietnam (Vietnam War)
Guatemala (CIA overthrows of their government and funds dictator's armies)
Iran (CIA overthrows elected Prime Minister)
Cuba (Bay of Pigs)
Brazil (CIA helps overthrow the government and funds opposition groups)
Chile (CIA funds opposition then overthrows the government)
Grenada (Overthrow their government)
Nicaragua (Helps install a military junta)
Libya
Panama (Attempt to capture Gen. Manuel Noriega)
Honduras (Helps install a military junta)
Colombia (Funds and trains death squads)
Iraq (Desert Storm)
Iraq (Retaliation for alleged assassination plot)
Somali
Sudan, Afghanistan (Retaliation for terrorist attacks in embassies)
Serbia (Kosovo War)
Afghanistan (Response to 9/11)
Iraq (Bush's policy of war against WMD-developing states)
Iran (Stuxxnet - Cyber Warfare)
Pakistan, Yemen, Somalia, Afghanistan, Iraq (Drone Attacks)
Libya, Syria (No-fly zone and drone attacks)


Nicht nur, daß die militärischen und politischen Ziele dieser Invasionen nie erreicht wurden, zu allem Übel wurde Amerika mit jedem Krieg unbeliebter, von mehr Menschen gehasst.

Außerdem ist das Internet- und Klugtelefon-Zeitalter angebrochen, so daß sich Abu Graib und Baghram nicht mehr verheimlichen lassen.
Krieg bringt schlechte PR und daher lautet die amerikanische Devise seit einiger Zeit „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“.
Drohnenangriffe, Raketenhagel, MOAB-Abwurf, Marschflugkörper – man setzt also eine maximale Zerstörungskraft ein bei gleichzeitig fast ausgeschlossenen Verlusten.
Amerikanische Soldaten werden nicht mehr „auf dem Feld“ erschossen, weil sie gar nicht da sind, sondern auf einem anderen Kontinent einen Joystick bedienen.

Interessanterweise wird der Begriff „feige“ immer noch für Attentäter benutzt, die in der Regel selbst im Kugelhagel sterben oder von Explosionen in ihre Moleküle zerlegt werden, während die Amerikaner, die eben nicht ihr Leben riskieren, die überhaupt nicht ihr körperliches Wohl riskieren, weil sie weit entfernt an einem Bildschirm sitzen, nie als „feige“ betrachtet werden.

Donald Trump, der fünfmal mit einem Attest wegen eines Fersensporns um den Vietnamkrieg herumkam, hält sich auch nicht nur nicht für feige, sondern sogar für besonders mutig.
Bei einem „school-shooting“ würde er sogar unbewaffnet dazwischen gehen, verkündete er seiner begeisterten Basis.
So ein Teufelskerl.


Trump ist so ein brillanter Historiker, daß er auch als einziger erkannt hat wie es sich mit den vergangenen Militärschlägen verhielt.
Das waren alles großartige Erfolge und daher möchte er gerne in Venezuela einmarschieren lassen.

[…..]  US-Präsident Donald Trump soll wiederholt vorgeschlagen haben, in Venezuela einzumarschieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Von seinen Beratern habe er sich nicht davon abbringen lassen. Sinngemäß soll er gesagt haben: "Why can't the U.S. just simply invade?"
[…..] Laut AP soll Trump im August des vergangenen Jahres zum ersten Mal während eines Meetings im Oval Office mit der Idee einer Invasion gespielt haben, als es um Sanktionen gegen Venezuela ging. Er habe zur Verblüffung aller Anwesenden die Frage gestellt, ob die USA wegen der Unruhen nicht dort einmarschieren könnten.
[…..] Nach dieser ersten Äußerung sollen Trumps Berater ihm abwechselnd erklärt haben, dass Militärschläge auch missglücken könnten. Die mühevoll erkämpften Beziehungen zu anderen lateinamerikanischen Regierungen stünden auf dem Spiel.
Trump jedoch ließ sich von seiner Idee offenbar nicht abbringen und verwies auf zurückliegende Fälle, bei denen militärisches Eingreifen erfolgreich gewesen sei. […..] Auch nach dem ersten Gespräch im Oval Office nahm Trump von seiner Idee nicht Abstand und erwähnte sie mehrere Male: Wenig später sprach er auch öffentlich in einer Rede von einer "militärischen Option", um den venezolanischen Präsidenten Maduro zu stürzen. [….]

Ein großartiger Stratege, diese Donald Trump.
Venezuela, drei Mal so groß wie Deutschland, 32 Millionen Einwohner, könnte man doch an einem Wochenende besiegen und besetzen.
Anschließend würde die Bevölkerung jubeln und Trump mit Blumen empfangen.

Ja, das stimmt.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Blöd, blöder, Nahles.

Das ist doch nicht zu fassen.
Seit drei Jahren bekämpfen sich CDU und CSU wie garstige Bälger im Sandkasten, geben sich der völligen Lächerlichkeit preis, werden zum Gespött ganz Europas und nun steht schon wieder die SPD mit dem Schwarzen Peter da?

Das muss man erst mal schaffen noch schlechter als Seehofers CSU auszusehen!

Getreu ihres obersten Handlungsprinzips – DIE SPD SCHEISST IN JEDE HOSE; DIE MAN IHR HINHÄLT – verkroch sie sich schon im vergangen Wahlkampf mit vielstimmigen Mimimimimi in der Ecke, sobald das Thema Migration im Raum stand.

Man konnte die Kanzlerin nicht dafür angreifen die Fluchtursachen weiter verschärft zu haben, weil die SPD nie klar genug Position bezogen hatte.

Die Waffenexporte stiegen an – trotz der Sozialdemokraten im Außen- und Wirtschaftsministerium.
Die Klimaziele wurden gerissen – trotz der Sozialdemokraten im Umwelt- und Energieministerium.

Schulz und Nahles trauten sich aber auch keine grundsätzlichen Aussagen zu.

Man hätte sich zum Beispiel grundsätzlich für liberalere Einwanderungsregeln aussprechen können und offensiv vertreten können, weshalb Deutschland dazu moralisch verpflichtet ist, daß Deutschland gegenwärtig ökonomisch von den Flüchtlingen profitiert und daß wir on the long run ob der Altersstruktur ohnehin dringend Zuwanderung brauchen.
Das geschah aber nicht, weil die Sozis viel zu viel Angst vor der deutlichen Majorität der Bevölkerung haben, die strikt gegen mehr Zuwanderung ist.

Man hätte sich auf ein gemeinsames Zuwanderungsbremsungskonzept mit der Kanzlerin einigen können, um nicht den Schwarzen Peter zu bekommen, aber das geschah nicht, weil man viel zu viel Angst davor hatte damit die politischen Ränder zu stärken.

Man hätte auch einen restriktiveren Migrationskurs à la Wagenknecht-Seehofer fordern können. Aber auch das traute man sich nicht, weil man die eigene Basis verärgert hätte und den Hunderttausenden Helfern und Sympathisanten der Migranten in den Rücken gefallen wäre.

Dann also lieber Mimimi oder Schweigen.

Während der letzten Chaos-Wochen in der Union verpasste es die politstrategische Blitzbirne Nahles wieder Pflöcke einzuschlagen, weil sie einfach nicht in der Lage ist, weiter als bis zu ihrer Nasenspitze zu denken.
Sie hätte natürlich seit Wochen öffentlich ventilieren müssen was die SPD im Jahr 2015 beschloss: Keine Internierungslager für Flüchtlinge auf deutschem Boden.

Dann hätten sich Merkel und Seehofer gar nicht erst auf diesen „Kompromiss“, auf den sie jetzt so stolz sind, einigen können, ohne als unrealistische Koalitionsvertragsfeinde dazustehen.

Die SPD-Chefin sah diese politische Bombe aber nicht kommen und blieb einfach tumb schlafend liegen, als diese vorgestern über sie rüber rollte und griff dann begeistert nach dem doppelten Schwarzen Peter.

[….] Martin Schulz, der Ex-Parteichef, ist jedenfalls richtig geladen. Es könne ja nicht sein, "dass sich da ein paar Durchgeknallte" in der Union wochenlang beschimpften und beleidigten, und dann solle die SPD jetzt mal hinmachen und entscheiden, wie sie "mit dem Blödsinn" umgeht. Es ist dann noch bemerkenswert, wie er über "egomanische Trips" älterer Herren spricht und "testosterongetriebene Politik". Denn da spricht ausgerechnet noch ein anderer SPD-Mann vor der Fraktionssitzung, als sei er Vorsitzender. Sigmar Gabriel, einer, der in seiner Zeit als Parteichef auch gerne mal den Macker gab und Druck aufbaute, bis es quietschte: Einen "unglaublichen Vorgang" nennt er es, wie Seehofer da nun Merkel erpresst habe.
Und wer geht an allen Kameras vorbei, mit ernster Miene, aber gedämpftem Mitteilungsdrang: Parteichefin Andrea Nahles. Große Aufregung bei der SPD, ist es nicht genau das, was CDU und CSU bezweckten, als sie ihren Kompromissvorschlag präsentierten und ausgerechnet von "Transitzentren" sprachen? Und was heißt hier Kompromissvorschlag, wenn er am Ende doch nur neuen Krach auslösen soll - aber dieses Mal bei der SPD.
Die Partei lehnte sie bereits 2015 ab; "Massenlager im Niemandsland" nannte der damalige Justizminister Heiko Maas sie. […..]

Nun ist die SPD Schuld, daß es noch keine Lösung in der Migrationsfrage gibt und außerdem wurde durch Scholzens und Nahles‘ Verhandlungsbereitschaft gleich wieder die Basis entflammt, die sich zu großen Teilen noch nicht mal mit der Groko und der neuen Parteichefin abgefunden hat.
Ja, Scholz ist gesprächsbereit, weil er weiß, daß die große Mehrheit der Bevölkerung hinter der CSU-Linie steht, aber versteht nicht zu verbalisieren, daß sich ebenfalls eine Majorität gegen allzu viel Grausamkeiten wehrt.
Und Nahles, der schon ein Drittel der SPD-Delegierten die Stimme bei der Vorsitzenden-Wahl versagte, könnte nun die Partei weiterspalten.

[….] In der SPD gibt es erheblichen Widerstand gegen den zwischen CDU und CSU vereinbarten Asyl-Kompromiss. Mehrere Mitglieder des Parteivorstandes sprachen sich gegen die von der Union geforderten Transitzentren aus. Natascha Kohnen, SPD-Vize und Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl in Bayern, sagte der Süddeutschen Zeitung: "Geschlossene Lager werden von uns nicht akzeptiert, weder in Bayern noch sonstwo in Deutschland." [….] Neben Kohnen brachten weitere führende Sozialdemokraten ihre ablehnende Haltung zum Ausdruck. Martin Dulig, SPD-Landeschef in Sachsen, nannte die von der Union geforderten Transitzentren "verfassungsrechtlich höchst bedenklich". Wer außerdem glaube, "mit Schlagbäumen und Stacheldraht an den Grenzen Probleme zu lösen", der mache den Menschen etwas vor, sagte Dulig. Dies wäre "das Ende des freiheitlichen Europas". Die Parteilinke Johanna Uekermann, ebenfalls Vorstandsmitglied, sagte: "Mit meiner Haltung ist dieser Vorschlag nicht vereinbar." [….]

Zum anderen ist der CDU/CSU-Formelkompromiss nicht nur menschenfeindlich und wird Tote zur Folge haben, sondern auch noch verfassungsrechtlich höchst problematisch.
Hier sollen Leute in Deutschland abgeurteilt werden, die gleichzeitig auch nicht in Deutschland sind. Lauter Schrödingers, um massiv die anderen EU-Staaten zu verärgern.

[….] Physisch mögen diese Menschen dann bereits in Deutschland sein. Aber hier soll das juristische Konstrukt der "Fiktion der Nichteinreise" greifen. Es besagt: Wer nicht durch die Grenzkontrolle gelassen wird, ist nicht in Deutschland eingereist, auch wenn er auf deutschem Boden steht. [….]
(SZ, 04.07.18)

Statt diesen Unsinn politisch zu adeln, indem das im Koalitionsausschuss diskutiert wird, hätte Frau Nahles diese heiße Kartoffel gar nicht anfassen dürfen, sondern darauf bestehen sollen, erst eine Klärung durch das Bundesverfassungsgericht durchzuführen. Dann hätten sie Richter den Schwarzen Peter, respektive wieder die C-Parteien, wenn das BVG ablehnte.

Aber wenn es um Fettnäpfe geht, springt Nahles lieber selbst mit Wucht hinein, als drumherum zu gehen.
Unnötig zu erwähnen, daß die SPD-Doppelchefin sofort vergisst eine gläubige, engagierte Christin zu sein, wenn es um Fragen der Humanität geht.
Indem Nahles über Flüchtlings-KZs überhaupt nachdenkt, nimmt sie die Gelegenheit wahr auch den in der Flüchtlingshilfe engagierten Christen ordentlich vor den Kopf zu treten. Das erkenne ich an; sie bemüht sich sehr, wirklich keinen Fettnapf auszulassen

[….] Es ist eine Zäsur in der Geschichte Europas, eine von der gefährlichen Sorte. Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in diesem Frühsommer 2018 sichtbar, wie stark die europäische Rechte geworden ist.
Sie wird angeführt von Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Sie wird ideologisch aufgepumpt von Österreichs Populistenkanzler Sebastian Kurz und Rechtsaußenregenten in Italien. Und ihr wird die Tür zur guten Stube der Europäischen Union geöffnet vom deutschen Innenminister Horst Seehofer. [….] Ein Wunschzettel innenpolitischer Hardliner ist entstanden. Er reicht von Abschiebezentren über Sanktionen für Migranten bis zu Sammellagern in der EU und drumherum. Von Integration ist so gut wie nicht die Rede. [….]  Worte wie "Willkommenskultur" oder "Wir schaffen das" mag unter Europas Staatschefs kaum noch jemand hören. Zur Wahrheit der neuen europäischen Flüchtlingspolitik gehört, dass es nicht mehr nur die post-sozialistischen Staaten sind, die autoritären Strukturen nachtrauern und sich gegen Fremde abschotten. [….] Europa im Frühsommer 2018, das ist ein Ort, an dem Sicherheit und enormer Wohlstand nicht mehr freiwillig mit den Ärmsten der Erde geteilt werden. Verachtung für angeblich schwächliche Demokratien breitet sich aus wie ein Schwelbrand. Und Seehofer? Facht den Brand an. [….] Der lästige Flüchtling soll weg, am besten gleich in die Wüste, wenn es nach dem "Masterplan" geht. Restunbehagen in Europa? Einwände aus den Maghreb-Staaten? Ach was. Die neuen Bevölkerungspolitiker wollen Migranten aus der Mitte der EU an ihre Ränder und weiter schieben. Libysche Lagerkommandanten können dann ja den Rest der Drecksarbeit besorgen. [….]

Dienstag, 3. Juli 2018

Unlogisch.

Das Christentum ist ideologisch einfach zu widersprüchlich, um von intelligenten Menschen ernstgenommen zu werden.

Man soll ganz viel beten, obwohl der allmächtige Gott ohnehin alles vorbestimmt hat?


Man soll noch nach 2.000 Jahren täglich dankbar in die Knie gehen, für Jesu Opfertod, obwohl der als Gott unsterblich ist und insofern kaum etwas geopfert hat. Anschließend war er ja wieder lebendig.

Gott hasst Homosex, aber die Menschheit entwickelte sich dann irgendwie aus Kain, Abel und ihrem jüngeren Bruder Seth?


Das Idealbild einer Frau besagt, sie soll gleichzeitig Jungfrau und Mutter sein.

Onanie ist eine Todsünde, weil Samen vergeudet wird, aber Mann produziert bei der Ejakulation rund 100 Millionen Spermien, so daß bei vorbildlicher christlicher Kinderzeugung immer mindestens 99.999.999 Samen vergeudet werden.


Gott ist gut und allmächtig, ließ aber den Holocaust tatenlos geschehen.

Gott definierte sieben Todsünden, die nicht vergeben werden können, die aber zum Hauptkennzeichen fetter und steinreicher Kirchenfürsten geworden sind.

 Todsünde: Hochmut oder Hybris. Hochmut ist die Weigerung, sich in seiner eigenen Menschlichkeit anzunehmen.
Todsünde: Neid oder Eifersucht. Im Teufelskreis der Eifersucht. Das Übel des Neids besteht im Sich-Vergleichen und dabei finden, was ich nicht habe.
Todsünde: Zorn, Groll und Bitterkeit. Wenn Gift in meiner Seele brennt. Die Emotionen, an die uns die "Todsünde" des Zorns erinnert, haben alle mit Aggressionen zu tun.
Todsünde: Geiz und Enge. Die Todsünde Geiz ist angstbesetzte Lebensverneinung. Ich häufe tote Dinge an. Das Haben ist wichtiger als das Leben.
Todsünde: Unkeuschheit, Nebenabsichten in der Liebe. Die Todsünde Unkeuschheit meint Unklarheit, die unser Denken und Fühlen eintrübt.
Todsünde: Unmäßigkeit und Gier. Sie verfälscht unser Menschsein, ist herzlos und maßlos. Wäre ich wirklich glücklich, hätte ich all das, was ich haben wollte?
Todsünde: Trägheit oder Akedia. Die Mönche fürchteten die Todsünde "Akedia", die Trägheit oder Lustlosigkeit.

Nein, das ist ein schwachsinniges Konzept.
Mich überzeugt insbesondere nicht die Anweisung sich nach den zehn Geboten und den tausenden Richtlinien des KKK zu richten, wenn dies nur aufgrund der Drohung funktioniert, bei Zuwiderhandlung in der Hölle zu landen.

Dann verkommt jedes menschliche Handeln zu einem Deal.
Man benimmt sich nicht altruistisch gut, sondern weil man eine Gegenleistung im Himmel erwartet.
Christen verlangen Belohnung für Wohlverhalten und sichern dies auch noch durch ultimative Strafandrohung ab.

Christen sind offenbar derartig miese Menschen, daß mit der ewigen Höllenstrafe gedroht werden muss, um sie davon abzuhalten zu morden und zu meucheln.


Das geht sogar so weit, daß Christen grundsätzlich Atheisten für amoralisch halten, weil diese ihrer Ansicht nach keinen Anlass zum „Gutsein“ hätten. Sie fürchteten ja keinen strafenden Gott.
Keine Moral ohne Glauben – diesen Unsinn vertreten sowohl Kirchenfürsten im deutschen TV, also auch die Masse der amerikanischen Christen in Umfragen.
Sie können sich offensichtlich gar nicht vorstellen, aus Überzeugung und ohne schwere Gewaltandrohung moralisch zu handeln.

Mit dieser grundsätzlichen Unterstellung, Konfessionslose wären amoralischer und krimineller, beweisen sie gerade ihre eigene Amoral. Sie sind so schlecht, daß sie sich gar nicht vorstellen könne, ohne immensen Druck ethisch zu handeln.
Dabei zeigen alle Zahlen wie sehr sie auf dem Holzweg sind: Je höher der atheistische Anteil in der Bevölkerung, desto glücklicher das Volk und desto niedriger die Kriminalitätsrate.

Die glücklichsten Völker sind Skandinavier und Beneluxer.
Die stärkste Kriminalität gibt es in den christlichen Ländern Amerikas.


Liebe Christen, Eure Ideologie gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

Selbst diejenigen Christen, die sich professionell dem „Gut-Sein“ widmen – und natürlich gibt es tatsächlich Hilfsbereitschaft von vielen Christen – tun das nicht unbedingt aus Nächstenliebe, sondern auch wegen des wohligen Gefühls Gott damit zu gefallen und damit himmlische Rentenpunkte für das eigene Schicksal zu sammeln.

Naja, oder sie halten auch ganz konkret die Hand auf.

Sie bieten Krankentransporte und Hausnotrufservice, Essen auf Rädern, sowie ambulante Pflege an. Selbstverständlich nicht umsonst. Bezahlen lassen sie sich immer. Und mit all dem Geld gönnen sie sich auch mal was.
OK, Bedürftigen wird auch geholfen, aber noch lieber hilft man sich selbst.
So werden von dem bayerischen Maltester Hilfsdienst Sausen für katholische Adelige oder Spendensammelaktionen für Grafen in Geldnot querfinanziert.


[….]  Erich Prinz von Lobkowicz hat es gut erwischt im Leben. Er wohnt in einem Renaissance-Schloss namens Maxlrain beim Chiemsee. [….] Lobkowicz ist der Präsident der deutschen Sektion [der Malteser]. Der Orden ist ein erlauchter Kreis, der maßgeblich aus katholischen Adeligen besteht.
[….] Besonders an der Spitze des Münchner Diözesanverbandes, des reichsten und mächtigsten in Deutschland, kommt es unter Mitwirkung des Prinzen Lobkowicz vor, dass der Eindruck von Selbstbedienung und Vetternwirtschaft entsteht. [….] Der Malteserorden ist wie ein Staat, er pflegt eigene diplomatische Beziehungen. Der Hauptsitz liegt in der Altstadt Roms, in der feinen Via dei Condotti. Verreist der Papst, versorgen die Malteser die Gläubigen. Gibt es Streit im Orden, wie vor Kurzem, als Konservative den deutschen Großkanzler Albrecht Freiherr von Boeselager verdrängen wollten, ist der Vatikan bis hin zum Papst erschüttert. Der Malteserorden vereint Europas katholischen Hochadel und atmet noch den Geist höfischer Kultur. Die Mitglieder heißen Ritter und Damen. [….] An der Spitze steht kein Vereinsvorsitzender, sondern der Großmeister und der Großkomtur. Sie alle leben in dem Bewusstsein, etwas zu sein und etwas zu gelten, ohne das groß sagen zu müssen. [….] Andere beklagen, dass der Hilfsdienst im katholischen Weltbild gefangen sei. So sei er bei Neueinstellungen darauf fixiert, ob die Kandidatin oder der Kandidat geschieden sei. Außerdem ist der Verdacht entstanden, dass Homosexuelle herausgedrängt werden, wenn ihre Orientierung auffällt. Einem langjährigen Bezirksleiter etwa haben die Malteser Bilanzbetrug vorgeworfen - er führte seine Kündigung darauf zurück, dass er in einer homosexuellen Beziehung lebt und der katholische Verband ihn deshalb loswerden wollte.
Der Arbeitsgerichtsprozess endete im vergangenen Jahr mit der Einigung auf eine Abfindung und einem Ersatz des "immateriellen Schadens", insgesamt 350 000 Euro. Eine hohe Summe, die man auch so deuten kann, dass die Sache für die Malteser sehr unangenehm zu werden drohte. Es ist Geld, das für die eigentliche Hilfsarbeit fehlt. [….] Aufsehen erregte intern zum Beispiel, dass eine Tochter des Prinzen Lobkowicz im Jahr 2014 zur Leiterin eines neuen "Migrationsbüros" befördert wurde, obwohl sie gerade einmal vier Monate lang Auszubildende bei den Maltesern gewesen war. [….]


Montag, 2. Juli 2018

Von Irren umzingelt – Teil II

Also zunächst einmal bin ich von den deutschen Genossen genauso beeindruckt wie von der Performance der US-Demokraten.


Hüben wie drüben geben die regierenden Konservativen ein so erbärmliches Bild wie nie ab und als Reaktion darauf verfällt man in devote Starre, weigert sich beharrlich eigene Positionen zu formulieren, belässt Geronten aus dem letzten Jahrtausend an der Parteispitze und sieht tatenlos zu wie man selbst in den Umfragen wegrutscht, während sich die Rechten selbst zerlegen.



Kaum zu fassen, aber wahr; auch Trumps Zustimmungswerte steigen seit sechs Monaten kontinuierlich.


Nicht, daß ich jemals an die Weisheit der Wähler oder Schwarmintelligenz geglaubt hätte, aber man kann es ihnen auch unterschiedlich schwer machen.

Die Top-Demokraten in den USA sind Nancy Pelosi mit ihren jugendlichen 78 Jahren im House und der vergleichsweise frische Chuck Schumer im Senat, der gerade erst 67 ist.

Zu den Präsidentschaftswahlen 2020 werden mutmaßlich antreten; einerseits Trump, der dann 74 sein wird und bei den Demokraten laufen sich schon mal Bernie Sanders, dann 79, und erneut vielleicht Hillary Clinton (73) warm.
Die Millennials werden begeistert sein.

Die SPD holte bekanntlich eine Voll-Lebenszeit-Funktionärin aus der der Schublade, die seit 30 Jahren ununterbrochen in der Parteiführung beweist, daß sie eins kann: Den demoskopischen Weg tief in den Keller vorgeben.

Nahles tut das, womit sie schon seit Beginn der dritten Merkel-Groko besticht: Sich aus allem raushalten. So tun, als ob sie, die Partei- und Fraktionschefin Politik gar nichts anginge.
Keine Orientierung geben, keine Initiative zeigen, nicht regieren, Füße stillhalten, irgendwie vage die CDU-Chefin unterstützen, keine Ideen transportieren, bloß nicht auffallen, keinesfalls irgendetwas wagen, devot, phlegmatisch und servil abwarten.

[….] Intern haben die Parteichefin und Vizekanzler Olaf Scholz die Devise vorgegeben, sich inhaltlich aus dem Unionsstreit herauszuhalten. Zwar legte am Sonntag die SPD-Spitze einen Fünf-Punkte-Plan zur Flüchtlingspolitik vor. Dieser wurde am Montag vom Parteivorstand einstimmig beschlossen. Doch die Sozialdemokraten stellen sich damit weitgehend hinter Merkel. [….]  In der SPD macht man sich darüber keine Illusionen. Im Unionsdrama sind die Genossen einstweilen zur Zuschauerrolle verdammt. […..]
Nicht falsch verstehen; gerade diese Regierungsmegakrise zeigt wie wichtig es ist, daß mit Scholz, Maas und Co vernünftige und seriöse Minister das Land führen, während die C-Parteien dem Wahnsinn anheimgefallen sind.
Die bloße Tatsache nicht gaga zu sein, reicht aber auch nicht, um aus dem Umfragekeller zu kommen.

Oder doch?
Könnte man genügend Bürger davon überzeugen die SPD als kleinstes Übel zu wählen, wenn CDU und CSU sich so übel benehmen, daß die Akteure kurz davor stehen von den Männern im Weißen Kittel abgeführt zu werden?


Immerhin ist der Bundesinnenminister offenbar noch nicht mal in der Lage sich rechtszeitig dort einzufinden, wo die Musik spielt. Erneut schwänzte er die CDUCSU-Fraktionssitzung, als wäre das heute eine minderwichtige Angelegenheit, die ihn nicht betreffe.

[…..] CSU-Chef Horst Seehofer bleibt mitten im dramatischen Unionsstreit über die Migrationspolitik zum zweiten Mal in Folge einer Sitzung der Bundestagsabgeordneten von CDU und CSU fern. Er sei im Auto auf dem Weg zum Krisentreffen mit der CDU-Spitze nach Berlin, hieß es am Nachmittag in Parteikreisen. Es sei auch nicht notwendig, dass er noch in die Sitzung der Unionsfraktion nachkomme. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt saß auf dem Platz rechts neben Kanzlerin Angela Merkel an der Fraktionsvorstandsbank. Bereits in der vergangenen Woche war der Bundesinnenminister nicht zur Fraktionssitzung gekommen. [….]

Wir lernen also, daß Seehofer nicht fliegt und nicht Zug fährt. Und obwohl er als Innenminister schließlich seinen Dienstsitz in BERLIN hat, will er da nicht wohnen.
Also läßt er sich ständig mit dem AUTO zwischen Bayern und Berlin hin und herfahren. Daher steckt er scheinbar immer mal wieder im Stau und kommt nicht zu der Fraktionssitzung, wie alle anderen Abgeordneten, die natürlich einfliegen, wenn es dringend ist.


Er hat es auch gar nicht eilig, denn auf Merkel ist er ohnehin sauer und will sie nicht sehen.

[…..] Vor dem Krisengipfel zwischen CDU und CSU im Kanzleramt geht Bundesinnenminister Horst Seehofer auf Konfrontationskurs. "Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist", sagte er am Montagnachmittag der Süddeutschen Zeitung. Damit spielt er auf die im Vergleich zur CDU deutlich besseren Wahlergebnisse der CSU in Bayern an. Er befinde sich in einer Situation, die für ihn "unvorstellbar" sei: "Die Person, der ich in den Sattel verholfen habe, wirft mich raus." […..]

Der arme Onkel Hotte bekommt inzwischen alles durcheinander.
Vielleicht ist es mit ihm wie mit anderen schwer Dementen auch; man muss mit ihm wie mit einem Kleinkind sprechen:

Horstilein, Du bist nicht mehr König von Bayern, sondern ein Bundesminister in Berlin!

Und Du bist der Chef einer Partei, die DIE KLEINSTE in einer Koalition aus Dreien ist.

Bei der Bundestagswahl 2017 wurde Dein Verein mit gut sechs Prozent gerade mal Letzter. Die CSU ist die kleinste und schwächste Partei im Bundestag, liegt an siebter Stelle!

CDU: 26,8 % (2013: 34,1 %)
SPD: 20,5 % (2013: 25,7 %)
AfD: 12,6 % (2013: 4,7 %)
FDP: 10,7 % (2013: 4,8 %)
DIE LINKE: 9,2 % (2013: 8,6 %)
GRÜNE: 8,9 % (2013: 8,4 %)
CSU: 6,2 % (2013: 7,4 %)

Noch mal für die ganz Doofen:

Kanzler > Minister
CDU > CSU

Kanzler = Richtlinienkompetenz, Regierungschefin
Du = keine Richtlinienkompetenz, kein Regierungschef.

Du hast nicht Merkel zur Kanzlerin gemacht, sondern das war der Wähler!

Du bist nur ein ausgemusterter Zausel aus Ingolstadt, den noch nicht mal mehr die eigenen Parteifreunde in Bayern behalten wollten.

Inzwischen überschlagen sich aber wieder mal die Ereignisse.
Nachdem Horst Seehofer gestern in München erklärte, es gäbe nur drei Möglichkeiten……



….war er dramatisch von seinen Ämtern als Bundesinnenminister und CSU-Parteivorsitzender zurückgetreten.

Nur um dann wenige Stunden später zu erklären, er werde den Rücktritt aber erst in drei Tagen vollziehen, um Merkel noch eine Chance zu geben.
Eben nun die Meldung: Rücktritt vom Rücktritt, Seehofer bleibt doch im Amt.
Offenbar ist seine Glaubwürdigkeit inzwischen derart ramponiert und andererseits Garantien für das Fortbestehen der Koalition so wertlos, daß Optionen 1 und 2 irrelevant geworden sind.
Damit ist nun alles egal.
Seehofer ist ohnehin nur noch eine Witzfigur und passt insofern bestens zur CSU. Da kann er auch im Amt bleiben.
Er schwänzt ja ohnehin alle Termine und sein Hauptanliegen, nämlich nach Jahrzehnten wieder das erste komplett frauenfreie Bundesministerium zu schaffen, hat er ja schon durchgesetzt.

Die eine Frau aber, die er so richtig abgrundtief hasst, wird er nicht los.

[….] Es ist für Laien - und für alle anderen auch - nicht mehr so ganz einfach, herauszufinden, worüber der Streit zwischen CSU und CDU eigentlich geht. Sicher ist: Von Flüchtlingen und Migranten haben beide Unionsparteien gleichermaßen die Nase voll. In der Welt des politisierten Christentums gilt längst wieder jede Schlechterbehandlung von Migranten als "Fortschritt". Am liebsten soll der Ausländer bei sich bleiben. Und wenn das nicht geht, dann ab ins Lager, am besten in Afrika, notfalls in Bayern, jedenfalls an einem Ort - sagen wir - konzentriert.
Es geht also im Streit der Union nicht um die Ausländer. Es geht um Angela Merkel. Die CSU hat kein Ausländerproblem. Sie hat ein Angelaproblem. […..]

Darin wird fürderhin der politische Lebenszweck des Irren aus Ingolstadt liegen:
Angela täglich piesacken. Wenn er sich schon nicht aus dem Amt heben kann, so will er ihr wenigstens jeden Tag auf den Schreibtisch scheißen, damit ihr das Regieren so schwer wie möglich fällt.



Daß es auch noch eine SPD in der Regierung und einen Koalitionsvertrag gibt, ist den C-Parteien, die ihr maximal mögliches an Menschenfeindlichkeit durchgesetzt haben, offenbar entfallen.

Nun tagt der Koalitionsausschuss.
Die Flüchtenden?
Die Menschen?

Sind den C-Parteien vollkommen egal.
Unfassbar, aber wahr:
Während sich die Koalitionsparteien gegenseitig mit Unmenschlichkeit und Menschenabwehr überbieten, C und C wie die Kesselflicker darum streiten, wie man möglichst viele Vertriebene wegdrängt, sind sie sich in einer anderen Sache völlig einig und ziehen an einem Strang:
Die Fluchtursachen sollen weiter verschärft werden. Mit allen Tricks kämpfen CDU und CSU dafür mehr Waffen in Krisengebiete zu exportieren, auf daß mehr Kinder und Frauen erschossen und gesprengt werden können.

[…..]  Schlupfloch gesucht
 In den Koalitionsverhandlungen setzte die SPD durch, Rüstungsexporte stark einzuschränken. Nun versucht die Union, die entscheidenden Klauseln aufzuweichen. […..]  »Wir wer­den ab so­fort kei­ne Aus­fuh­ren an Län­der ge­neh­mi­gen, so­lan­ge die­se un­mit­tel­bar am Je­men­krieg be­tei­ligt sind«, heißt es bei­spiels­wei­se [im Koalitionsvertrag] Oder: »Klein­waf­fen sol­len grund­sätz­lich nicht mehr in Dritt­län­der ex­por­tiert wer­den.«

Ver­fasst hat­ten die Pas­sa­gen un­ter der Über­schrift »Re­strik­ti­ve Rüs­tungs­ex­port­po­li­tik« die Un­ter­händ­ler der SPD; und so ist es kein Wun­der, dass die Ge­nos­sen den Ver­trag seit­her als gro­ßen Sieg fei­ern. So ent­schlos­sen wie nie habe die So­zi­al­de­mo­kra­tie die Aus­fuhr deut­scher Waf­fen be­schnit­ten, ju­beln sie. So klar wie auf kaum ei­nem an­de­ren Feld habe die SPD ih­ren Mar­ken­kern her­aus­ge­stellt: ge­gen den Pro­fit. Für den Frie­den.
Der ver­meint­lich his­to­ri­sche Er­folg ist in­zwi­schen drei Mo­na­te alt, doch die Ge­gen­re­for­ma­ti­on des Ko­ali­ti­ons­part­ners ist in vol­lem Gan­ge. Mit al­ler Macht ver­su­chen die zu­stän­di­gen CDU-Mi­nis­ter Ur­su­la von der Ley­en (Ver­tei­di­gung) und Pe­ter Alt­mai­er (Wirt­schaft), die Rüs­tungs­ver­ein­ba­run­gen des Re­gie­rungs­ver­trags ab­zu­schwä­chen, aus­zu­höh­len oder zu um­ge­hen. [….]
(DER SPIEGEL, 30.06.2018)

So sind sie, die Christen.
Öl ins Feuer gießen und dafür umso radikaler diejenigen bekämpfen, die es wagen Menschen vor dem Ertrinken zu retten.

[….] Bundesregierung macht sich durch Zerschlagung ziviler Seenotrettung am Tod von Menschen mitschuldig
„Die Bilanz der vergangenen Tage ist wirklich zynisch: Anstatt den Kapitän des Schiffes Lifeline vor den willkürlichen Übergriffen der maltesischen Behörden zu schützen, wird er wie ein Krimineller behandelt. Er muss sich vor Gericht gegen Anschuldigungen verteidigen, die an den Haaren herbeigezogenen sind. Ohne jegliche Rechtsgrundlage wird zudem das Schiff Sea Watch 3 daran gehindert, den Hafen zu verlassen. Das gezielte Ausschalten von zivilen Seenotrettungsmissionen ist politisches Kalkül der europäischen Abschottungsbestrebungen und stellt eine dreiste Verletzung des See- und Menschenrechts dar", sagt Michel Brandt, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Brandt weiter:
„Die Hexenjagd der deutschen und europäischen Politik auf zivile Seenotretter hat Folgen: Ständig ertrinken Menschen im Mittelmeer. Das sind Tragödien, die von der Bundesregierung und anderen europäischen Staaten billigend in Kauf genommen werden. Die Bundesregierung stellt die Festung Europa vor internationale Menschenrechte. [….]


[….]„Statt Schutz zu finden, werden alleine dieses Wochenende wieder fast tausend Schutzsuchende im Bürgerkriegsland Libyen interniert. Die Bundesregierung weiß genau, dass Flüchtlingen dort Folterlager, Sklavenhandel oder gar der Tod droht. Dennoch arbeiten Deutschland und die EU weiter mit der libyschen Küstenwache zusammen, rüsten diese Truppe auf und sorgen damit für unsägliches Leid. In der aktuellen Debatte ist sogar von Auffanglagern in weiteren afrikanischen Staaten die Rede. Das bedeutet nichts weiter als eine Verstetigung des verbrecherischen flüchtlingspolitischen Kurses, den europäische Regierungen durch Kollaboration mit Diktaturen wie der Türkei und Bürgerkriegsmilizen in Libyen begonnen haben“, kommentiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, die Verschleppung von fast 1.000 Schutzsuchenden durch die libysche Küstenwache allein an diesem Wochenende. [….]

Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit - das sind die Grundwerte der CDU, die sich aus dem christlichen Menschenbild ableiten. Sie sind auch Richtschnur meines Handelns. Der Mensch mit seiner unveräußerlichen Würde und Einzigartigkeit muss im Mittelpunkt der Politik stehen.

[….]Wir sind froh und erleichtert, dass die lifeline nun in einen maltesischen Hafen einlaufen kann und somit die akute Gefahr für die Menschen abgewendet wurde. Wir bedanken uns bei den sieben aufnehmenden EU-Staaten, für die Sicherheit der Menschen an Bord der lifeline zu sorgen und somit auch der 17 deutschen Crewmitglieder.
Das Verhalten der Bundesregierung im Umgang mit der lifeline war und ist ein unwürdiges Trauerspiel. Der Streit innerhalb der Union blockiert die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung sogar soweit, dass Menschen in Gefahr geraten sind. Es ist schäbig, wie der Innenminister die auf der Lifeline ausharrenden Menschen zum Spielball für seinen Wahlkampf gemacht hat. Er hat darauf gesetzt, dass andere Staaten die humanitäre Verantwortung übernehmen und eine Lösung für die über 230 Menschen an Bord finden. Dieses unverantwortliche Manöver sollte offenbar auch dazu dienen, Angela Merkels Verhandlungsposition auf dem Europäischen Rat maximal zu schwächen.
Selbst als deutsche Bundesländer ihre Bereitschaft erklärt haben, dass sie Menschen von der lifeline aufnehmen, war dem Innenminister der bayrische Landtagswahlkampf wichtiger, als die Menschen auf dem Schiff. Er hat offenbar immer noch nicht begriffen, dass er Bundesinnenminister und nicht Wahlkampfleiter der CSU ist. [….]

Mitmenschlichkeit, wenn Christen an der Regierung sind? Das war schon vor fast genau 80 Jahren nichts. Franklin D. Roosevelt hatte vom 6. bis 15. Juli 1938 zu einer Konferenz ins französische Evian geladen. Die Frage war, wie die Aufnahme von 540 000 Juden aus dem Deutschen Reich organisiert werden könnte. Wer würde diese unmittelbar bedrohten Familien aufnehmen?
Es fand sich niemand. Man scheiterte. Die Regierungschefs taten alles dafür bloß keinen einzigen Juden aufnehmen zu müssen.

[….] Hören wir den Bericht einer Konferenzbeobachterin zu dem Thema, das derzeit alle anderen Themen überrollt. Lesen wir ihren Bericht über die Stimmung im Konferenzsaal, in dem über die Flüchtlinge beraten wurde: "Dazusitzen, in diesem wunderbaren Saal, zuzuhören, wie die Vertreter von 32 Staaten nacheinander aufstanden und erklärten, wie furchtbar gern sie eine größere Zahl Flüchtlinge aufnehmen würden und wie schrecklich leid es ihnen tue, dass sie das leider nicht tun könnten, war eine erschütternde Erfahrung." Wie spüren wir die Verzweiflung der Berichterstatterin: "Ich hatte Lust aufzustehen und sie alle anzuschreien. Wisst ihr denn nicht, dass diese verdammten 'Zahlen' menschliche Wesen sind?"
[….] Dem Wissenschaftler [Harald Welzer] fiel auf, was jedem auffällt, der sich mit der Konferenz von Evian beschäftigt und dabei die EU-Konferenzen von heute im Kopf hat, die sich mit der Abwehr von Flüchtlingen beschäftigen: Wie sehr sich die Abwimmel-Mechanismen ähneln - damals, 1938, bei der Flüchtlings-Konferenz von Evian und heute, bei den Flüchtlings-Konferenzen in Brüssel.      
Das Zitat zu Beginn bezieht sich nicht auf die Gegenwart und auf die Weigerung so vieler europäischer Staaten, Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten aufzunehmen; es bezieht sich nicht auf den Flüchtlingsgipfel von Brüssel in den vergangenen Tagen, nicht auf den Triumph der Flüchtlingsabwehr von 2018. Das Zitat klingt aktuell, ist aber alt, es gehört zu einer Konferenz, die vor achtzig Jahren am Genfer See, im französischen Kurort Evian, in Evian-les-Bains begann. Und die verzweifelte Beobachterin dieser Konferenz war Golda Meir, die spätere Ministerpräsidentin Israels. Von ihr stammt das Zitat darüber, dass Menschen keine Zahlen sind. [….]

Sonntag, 1. Juli 2018

Impudenz des Monats Juni 2018

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Heute brauche ich nicht viel zu erklären; es kann natürlich nur die CSU treffen.
Allerdings weiß man zur Stunde noch gar nicht wie ausgeprägt der Wahnsinn der Bayern ist.
Wer hätte das gedacht; ich bin mir einig mit dem gesamten CDU-Vorstand:

[….] "Fassungslosigkeit in Berlin über Seehofers Reaktion"
Tina Hassel berichtet in der Sondersendung auf tagesschau24, dass der CDU-Vorstand in Berlin fassungslos sei über das Geschehen in München und darüber, wie aggressiv die Signale seien, die ausgesendet werden. Fassungslosigkeit herrsche auch darüber, wie der Bundesinnenminister den gesamten Vorschlag Merkels zerrissen und das gestrige Gespräch der beiden als wertlos und unergiebig geschildert habe. Ein Ausgang heute Abend könnte sein, dass die CSU auf einen Alleingang bestehe und dann sei das Tischtuch zwischen CDU und CSU endgültig zerrissen sei. [….]

Die EU hat dichtgemacht, sich komplett orbanisiert, sich von Moral und Anstand verabschiedet. Man sollte meinen, Merkel hätte mehr erreicht, als sich Söder und Seehofer wünschen konnten.

Aber der bayerische Soziopath hat sich in eine ausweglose Situation manövriert, in der es nur noch schlecht für ihn enden kann.
Das zeigt sich schon daran, daß er seit Wochen mit einem Masterplan wedelt, der gefälligst bedingungslos zu akzeptieren sei, den er aber partout niemand zeigen will.

[….] Die von der CSU ins Spiel gebrachten unilateralen Zurückweisungen wären nach dem Gipfel noch mehr ein Affront gegenüber Ländern wie Österreich oder Italien. Die CSU hat jüngst ein Bild abgegeben, dessen man sich als Bayer eigentlich fremdschämen muss. Der nicht veröffentlichte 63-Punkte-Plan des Innenministers ist real ein Ein-Punkt-Plan und lautet: Ich darf mein Gesicht nicht verlieren. (Allerdings hängt sein Gesicht längst an Markus Söders Garderobenhaken.)
Der Ministerpräsident Söder wiederum trieb den Konflikt ohne Plan voran, er eskalierte ohne Eskalationsstrategie. Was wäre gewesen, wenn die CDU/CSU-Fraktion zerbrochen wäre? Es war nicht einmal eine anständige Verschwörung, schon weil die Hauptverschwörer Söder und Seehofer kaum miteinander reden. Hier waren Schlafwandler am Werk. Die CSU hat zudem etliche CDU-Leute wieder hinter Merkel gebracht, die da vorher nicht mehr standen. [….]

Der einzige Plan der berserkenden Bayern war die CSU-Umfragewerte zu verbessern – unter Inkaufnahme des Scheiterns der Bundesregierung und einer großen EU-Krise, die rechtsradikalen Populisten überall auf dem Kontinent hülfe.
Allein, das Gegenteil wurde erreicht, die Umfragewerte der CSU sinken, die CDU droht in Bayern einzumarschieren und insbesondere die drei CSU-Toppolitiker Seehofer, Söder und Dobrindt sind unbeliebter denn je.
Die CSU rast dem Abgrund entgegen, hat es aber seit Monaten zum obersten bayerischen Popanz aufgeblasen niemals vom Gas zu gehen und keinesfalls nachzugeben.
Die klassische NoWin-Situation, geschaffen von der CSU selbst, angesichts eines Problems, das gar nicht mehr besteht.



Seehofer ist nicht mit rationale Maßstäben zu bewerten, sondern eher neroesk-Trumpisch.
Ihm gelingt nichts. Er sät nur Zwietracht.
All seine CSU-Herzensprojekte wie die Herdprämie oder die Antiausländermaut sind verfassungswidrig und/oder gescheitert, seine CSU-Minister können einfachste Rechtsstaatsprinzipien nicht einhalten, mit Grausen werfen prominente Parteimitglieder ihre Parteibücher weg, er konnte nicht verhindern, daß der von ihm zutiefst gehasste Söder sein Nachfolger wird, er konnte KTG nicht zurückbringen und insbesondere ist er nicht in der Lage sein Amt in Berlin auszufüllen. Er ist so überfordert, daß er seit Wochen alle wichtigen Termine schwänzt. Seehofer erschien nicht zum Integrationsgipfel und stellte fürderhin seine Arbeit ein.

[….] In den vergangenen Tagen hat sich Seehofer nicht gerade konstruktiv verhalten. In der CDU ist man genervt von seinen ständigen Absenzen. Dass er die Unionsfraktionssitzung am Dienstag geschwänzt hat, habe nicht zur Befriedung beigetragen, sagt einer aus der Fraktionsspitze. Zur Aktuellen Stunde über das Flüchtlingsschiff Lifeline am Mittwoch habe er herbeizitiert werden müssen. Und bei der Regierungserklärung der Kanzlerin am Donnerstag habe er wieder gefehlt. Auch in der CDU-Zentrale haben sie keine Erklärung. Was treibt den CSU-Chef wirklich? [….]

Seehofer hat scheinbar noch nicht mal begriffen, daß er nun Bundesminister unter Merkels Anleitung ist und in Berlin arbeitet.

[…..] Horst Seehofer ist Bundesminister mit Dienstsitz in Berlin. Laut "Bild"-Zeitung ist er dennoch über das Gespräch mit Kanzlerin in der Hauptstadt unglücklich: „Ich fahre extra nach Berlin, und die Kanzlerin bewegt sich null Komma null“, zitiert ihn die Zeitung. [….]

Der arme Irre hält sich offenbar immer noch für den König von Bayern und glaubt Merkel müsse devot zu ihm kommen.
Er begreift nicht, daß die CDU größer und stärker als die CSU ist, daß eine Kanzlerin mehr als ein Minister zu sagen hat.

Als FJS 1976 kurzzeitig die Fraktionsgemeinschaft von CSU und CDU aufkündigte, regierte Bundeskanzler Helmut Schmidt mit eiserner Hand die SPD-FDP-Koalition.
Wie sich die Opposition organisierte, war da zweitranging.

Heute sind CDU und CSU Regierungsparteien einer Koalition in einer ungleich dramatischeren Weltlage.

Daher ist das gegenwärtige Regierungsversagen der C-Parteien eklatant wie noch nie.