Dienstag, 10. Februar 2026

Kieler Kirchen Krawall

Die Heuchelei der Kirchen ist mir selbstverständlich seit Jahrzehnten wohl vertraut, erstaunt mich aber dennoch immer wieder auf’s Neue.

Sie inszenieren sich als göttlich, supranational und fühlen sich dem gemeinen Volk moralisch derartig überlegen, daß normale Gesetze für sie keine Geltung haben.

Kündigungsschutz? Streikrecht? Arbeitsrecht? Diskriminierungsverbot?

Pah, das soll alles nicht für kirchliche Firmen gelten. Sie dürfen, Lesben, Juden, Geschiedene, Konfessionslose feuern, oder sie gar nicht erst zu Vorstellungsgesprächen zulassen. Das kirchliche Arbeitsrecht steht ihnen feudales Arbeitgeberverhalten zu.

Und wenn ihre Geistlichen Kinder quälen, misshandeln, demütigen und vergewaltigen, geht das schon in Ordnung. Der Staatsanwaltschaft oder Polizei wird es nicht gemeldet. Schon allein, weil nicht sichergestellt sein könne, daß Staatsanwälte den Sexualstraftätern gegenüber wohlwollend eingestellt sind. Am Ende ergreifen die noch Partei für die Opfer, statt weiter auf den sexuell missbrauchten Kindern rumzutrampeln, wie es in der eigenen Kirchengerichtsbarkeit geschieht.

(….) Wie immer wenn ein deutscher Kardinal stirbt, stehen von links bis rechts alle Toppolitiker zusammen und überschütten den Dahingeschiedenen mit Lob. Daß die Hardcore-Katholikin Nahles den Kardinal aus ihrem Heimatbundesland verehrt und lobpreist ist wenig überraschend.

Als Sozialdemokrat höre ich das dennoch nicht gern. Klar, verglichen mit Mixa oder Overbeck war der ABBA-Fan Lehmann relativ sympathisch. Misst man ihn aber an objektiven rechtlichen und moralischen Maßstäben, ist er auch nur ein homophober, misogyner K1nderfick€rförderer. Priester, die in seinem Bistum kleine Jungs vergewaltigt hatten, wollte er lieber weiter Kinder ficken lassen als sie der Staatsanwaltschaft zu übergeben, weil Lehmann befürchtete die staatlichen Stellen könnten sich auf die Seite der Opfer, statt auf die Seite der Täter stellen. Als der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann einmal gefragt wurde, warum denn vor 2010 so viele Bischöfe, die Kenntnis von kind€rfi<kende Kaplanen hatten, nicht zur Staatsanwaltschaft gegangen wären, antwortete der Kirchenfürst ganz jovial, daß nicht alle Staatsanwaltschaften den Kirchen freundlich genug gesonnen wären. 

Seit wann dürfen eigentlich Kriminelle sich ihre Ankläger aussuchen, bzw entscheiden gar nicht erst zur Rechenschaft gezogen zu werden, weil der Richter nicht lieb genug ist?

Im Jahr 2007, also fünf Jahre nach den päpstlichen Leitlinien zum Kindesmissbrauch, die vorsahen pädophil übergriffige Priester zu melden, hatte der Mainzer Kardinal erklärt, wieso er sich nicht daran halten müsse – die Staatsanwaltschaften gefielen dem Herren im roten Kleid nicht.

O-Ton Karl Kardinal Lehmann:

„Die Staatsanwaltschaften in verschiedenen Städten sind auch recht verschieden. Soweit her mit der Objektivität allein ist es dann auch wieder nicht.“

Täterschutz kommt vor Opferhilfe. Das ist der Kern der Religionen: Wir sind besser als die und dürfen das, was die noch lange nicht dürfen. Im klaren Widerspruch zur Verfassung kassieren die Kirchen ab.

 (Das ist dreist, 15.08.2013)

Andrea Nahles ist da ebenfalls auf der Seite der Bischöfe. Sie bejubelte auch den obersten Kind€rfi(kervertuscher Ratzinger im Bundestag. Ein paar Myriaden sexuell missbrauchte und verprügelte Kinder sind ihr ganz offensichtlich viel weniger wichtig als der Machterhalt der Multimilliarden-Organisation RKK.

In all den Dekaden als Kirchenfürst förderte Lehmann Priester, die Kinder brutal misshandelten.

Der langjährige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Karl Kardinal Lehmann hat es offenbar vorgemacht, indem er gar aus dem Ausland Pädophile in sein Bistum holte und sie im Schnellverfahren zu Priestern machte.
Im Mai 1992 war im Schweizerischen Polizeianzeiger ein Haftbefehl der Kantonspolizei Freiburg gegen einen kinderbefummelnden Mann ergangen. Zeugen haben von "Griffen an die Genitalien" berichtet. An dem Freiburger Gymnasium, wo er als Deutschlehrer tätig war, hatten betroffene Schüler in großen Lettern "Orat et masturbat" und "Master of masturbation" auf die Fassade geschrieben.
DIESEN Mann, der nach Informationen des SPIEGEL in der Schweiz wegen des Verdachts auf "Unzucht mit Kindern" zur Fahndung ausgeschrieben war, bat Kardinal Lehmann nach Mainz wo er einen 12-Monatigen Schnellkurs im Priesterseminar belegte.
Nach dem was man inzwischen über Vorgänge in Priesterseminaren weiß – St. Pölten läßt grüßen – ist es nicht verwunderlich, wie schnell sich der Kind€rf!cker unter Katholiken wohlfühlte.
Im Oktober 1992 wurde er Diakon und dann 1993 vom Kardinal persönlich zum Priester geweiht.

(Tammox 20.04.2008) (….)

(Der Schmerzensmann und die SPD-Katholibanin, 11.03.2018)

Ihre moralische Überlegenheit leiten die Kirchisten von einem imaginären Skydaddy ab, dessen Existenz sie allerdings in 2.000 Jahren nie nachweisen konnten, während seine Nichtexistenz längst bewiesen ist: Das ist Theodizee.

Das Christentum ist ein Herrschaftsinstrument, welches dazu dient, die Massen zu disziplinieren und der Klerikerkaste die Taschen zu füllen. Dazu bedient sich die größte transnationale Pädosex-Organisation der Erde einem Jenseits-Versprechen, welches sie nie einlösen muss. Die Kirchen entscheiden, wer Christ ist und dadurch ewig leben darf. Dementsprechend fungiert die Exkommunikation als schwerste Strafe, weil sie die Menschen zu ewiger Höllenqual verurteilt.

Einst sprachen die Kirchenfürsten dafür noch ein „Pfui! Pfui! Pfui!“ aus. 

(….) Absolut großartig, wie die katholische Kirche einst half, den expressionistischen Maler Max Ernst (1891-1976) weltberühmt zu machen.

Nachdem ihn die Nazis als „entartet“ brandmarkten, übernahm nach dem Krieg nahtlos die katholische Kirche seine Verdammung.

Insbesondere das Gemälde Rückkehr der schönen Gärtnerin brachte sie in Wallung. Hitler hatte das Original zerstören lassen, aber Ernst malte es in den 1960ern neu.

Bekanntlich sah die RKK bis heute nie einen Grund den Katholiken Adolf Hitler zu exkommunizieren.

Bei Ernst legten sie andere Maßstäbe an.

Sein Gemälde "Die Jungfrau Maria verhaut den Menschensohn vor drei Zeugen: André Breton, Paul Eluard und dem Maler des Bildes" von 1926 verziehen sie ihm auch 40 Jahre später nicht. 

 [….] ERNST: Ja, und ich bin dann in Köln exkommuniziert worden

SPIEGEL: Nachdem Ihr Vater Sie verflucht hatte.

ERNST: Der hatte mich sowieso schon mehrmals verflucht. Aber dann war eine Katholikenversammlung im Gürzenich in Köln, und da hat ein Repräsentant des Erzbischofs eine Rede über diesen Sittenverfall gehalten und am Ende erklärt: "Der Maler Max Ernst ist aus der Kirche ausgeschlossen, und ich rufe die Versammlung auf zu einem dreimaligen "Pfui." Da haben die dreimal pfui gerufen, und damit war ich aus der Kirche ausgeschlossen. [Das Gute an der Kirche ist, daß sie so gar nicht lächerlich wirkt – T.] Das hatte noch ein Gutes: Meine jüdische Frau in Köln -- die Scheidung kam kurz hinterher -- beklagte sich andauernd, daß sie für mich noch Kirchensteuer bezahlen mußte, und drängte mich, aus der Kirche auszutreten. Nun kam das ganz von selbst, [….]

(SPIEGEL, 23.02.1970

Den Bischof kennt heute keiner mehr. Ernst ist immer noch ein Superstar. (….)

(Gute Konservative, 26.09.2018)

In Wahrheit hängt die Exkommunikation von der Zahlungsmoral der Schäfchen ab.

Ablass, Reliquienhandeln, Kirchensteuer – man muss die Bischöfe reich machen, um in den Himmel zu kommen. Das ist der eigentliche und sehr pekuniäre Kern des Christentums. In Deutschland treibt der Staat als Inkassounternehmen der Hitler-Konkordatskirchen deren Mitgliedsbeiträge ein und vollführt automatisch in einem simplen Verwaltungsakt beim Ortsamt (gegen eine Bearbeitungsgebühr von 20-40 Euro) de facto die Exkommunikation. Das Wohl der Menschen, deren kostbare Seele, interessiert keinen Geistlichen. Die kümmern sich gar nicht erst darum und bleiben dem Kirchenaustritt fern. Wer nicht mehr zahlen will, kommt in die Hölle. Das kann die Sachbearbeiterin im Landratsamt erledigen. Dafür muss nicht erst ein Vikar von den Messdienerchen weggeholt werden.

Kirchliche Moral, das ewige Leben, die ewige Seele, sachgerecht reduziert auf ein Formular und 20 Euro.

Aber ausgerechnet dieser Kirche, mit diesem erbärmlich-raffgierigen Menschenbild, welches die Entscheidung über ewige Höllenqual nicht einmal der Mühe eines Gesprächs unterzieht und alles an den Staat delegiert, passt es nicht, wenn dieser Akt online erledigt werden kann. So hatte es Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt vorgesehen.

Für 20 Euro im Standesamt nach dem

Gesetz über den Austritt aus Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts in Schleswig-Holstein (Kirchenaustrittsgesetz - KiAustrG) vom 8. Dezember 1977.

Das ist passend um über das ewige Leben zu befinden.
Daran störte sich keine Kirche über die letzten 50 Jahre. Aber Online? Pfui! Pfui! Pfui!

[…..] Ein Versuch der Stadt Kiel, Bürokratieabbau plastisch darzustellen, ist gründlich schiefgegangen. In einem Instagram-Video warb die Stadtverwaltung dafür, Termine beim Standesamt per Online-Videosprechstunde zu erledigen, statt persönlich aufs Amt zu kommen – als Beispiel hatte sie sich aber ausgerechnet Kirchenaustritte ausgesucht. Nach heftiger Kritik der Kirchen hat die Stadt das Video gelöscht.

»Es ist sehr befremdlich, dass eine Verwaltung öffentlich den Kirchenaustritt bewirbt«, sagte die Leiterin des katholischen Büros Schleswig-Holstein im Erzbistum Hamburg, Beate Bäumer, den »Kieler Nachrichten«. Auch die Protestanten zeigten sich wenig erfreut. Ein Austritt aus der Kirche sei »kein neutraler Vorgang wie eine Ummeldung oder ein neuer Personalausweis, sondern berührt sehr persönliche Fragen von Glauben, Zugehörigkeit und Lebensgeschichte«, sagte der Landeskirchliche Beauftragte der Nordkirche beim Land, Pastor Wilko Teifke, dem Blatt. […..] Inzwischen ist das Video bei Instagram wieder verschwunden. Es sei gelöscht worden, »um weitere Irritationen zu vermeiden«, sagte eine Sprecherin der Stadt der »Bild«-Zeitung. […..]  Laut den »Kieler Nachrichten« hat das Standesamt in Kiel pro Jahr mit 4000 Kirchenaustritten zu tun, die Anmeldung ist weiterhin möglich. Auch andere Verwaltungsdienstleistungen stehen bereits online zur Verfügung. […..]

(SPON, 09.02.2026)

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