Montag, 6. Januar 2014

Verdrehte Welt – das sehe ich...nicht…gern.



Das blöde Internet bringt alles durcheinander.
Alles passiert jetzt gleichzeitig und kontinuierlich, so daß man gar keine Wochenstruktur mehr hat.

Sonntags war der Politiktag; eingeläutet mit dem Internationalen Frühschoppen um 12.00 Uhr. Dann kam Montag, SPIEGEL-Tag und in dem dicken Heft las man begierig alles, bis am Donnerstag ZEIT und STERN im Briefkasten lagen.

Jetzt gibt es irgendwie immer alles und nichts.
Jeden Tag ein Dutzend Talkshows und die Tageszeitungen und ARD-Magazine machen investigative Recherche inzwischen besser als der SPIEGEL.
Trotzdem, aus alter Gewohnheit, freue ich mich immer noch auf den SPIEGEL am Montag – auch wenn ich seit vielen Jahren das ePaper habe und schon einen Tag vorher lesen kann, was die neue Ausgabe bieten wird.

Heute ist Montag und daher ist auch wieder SPIEGEL,… äh, nein, offensichtlich BUNTE-Tag.

Die Titelgeschichte handelt von Michael Schumachers Ski-Unfall.
TITELGESCHICHTE!
Ein Sporthansel, der 700 oder 800 Millionen Euro damit gemacht hat sinnlos im Kreis fahrend die Ozonschicht zu ruinieren und seit 1996 als Steuerflüchtling in der Schweiz lebt, nimmt eine nicht freigegebene Piste, fällt auf den Kopf und die deutsche Presse lungert kollektiv vor dem Krankenhaus rum.
Als ob es sonst nichts zu berichten gäbe in der Welt.
Bin gespannt, ob die Kanzlerin, die heute ebenfalls beim Skifahren eine kolossale Bruchlandung hinlegte, nächste Woche ebenfalls eine Genesungs-Homestory im SPIEGEL bekommt.
Es gibt in der SPIEGEL-Ausgabe vom 06.01.14 weitere ähnlich bedeutende Artikel.
So berichtet Markus Feldenkirchen volle vier Seiten über „die Traurigkeit des Trivialen“, nämlich die Affärchen der Sylvie „van der Vaart“ Meis.
Endlich erfahre ich die Penisgröße von Sylvie van der Vaarts letztem Lover.
„14-16 cm“ (SPIEGEL 2/2014 s.109).
Bestürzt lese ich von Sylvies „Schock“ am vorweihnachtlichen Düsseldorfer Flughafen. Sie war dort aus Hamburg zur Aufzeichnung einer RTL-Show eingetroffen und „Gogo“ war nicht da.
Ohne „GoGo“ geht aber gar nichts. Er ist so wichtig für sie. „Mit ihm an der Seite habe sie das Gefühl Kontrolle zu haben. Über ihr Äußeres, ihre Erscheinung“ (SPIEGEL 2/2014 s.110) Aha Gogo macht ihr offenbar die Haare. Daß er nicht rechtzeitig da ist, ist wahrlich ein Skandal, dem sich Europas größtes Nachrichtenmagazin annehmen mußte!
Aber zum Glück findet Silvie wieder die Muße über ein Thema für ihre neue Unterwäsche-Kollektion nachzudenken: „Das muss aus meinem Herzen kommen!“ (SPIEGEL 2/2014 s.111)

Bizarrerweise ist es ausgerechnet der neue stellvertretende Chefredakteur Nikolaus Blome, der von der BILD-Zeitung eingekauft wurde, der erneut den sinnvollsten Artikel des Heftes beiträgt.
Schon Gabriels Handhabung der SPD-Mitgliederbefragung hatte Blome treffend analysiert.
Diesmal ist es wieder nur ein Zweispalter über unsere famose große Koalition, aber immerhin mit einem Inhalt, der das Lesen lohnt.

..eine frivole Selbstgefälligkeit des „Weiter so“: Als übellaunig und notorisch naseweis wird immer öfter abgekanzelt, wer bereits jetzt zweifelt, ob der schwarz-rote Koalitionsvertrag dem Land die richtige Richtung weist….Und was macht eine Kanzlerin, die Krise kann – wenn die Krise vorbei ist?.....Erst wenn die Zahlen wieder schlechter würden, so heißt es, käme der Moment, die im Koalitionsvertrag beschlossenen Geschenke wieder einzusammeln. Das ist zynisch. Ging weitblickende Politik nicht irgendwie anders?..
(Der Spiegel, 2/2014 s.28)

Das katastrophale und extrem peinliche Versagen der SPD angesichts des Merkel-Pofalla-Desasters traut sich allerdings nur die Online-Schwester SPON anzuticken.

Das dröhnende Schweigen der Genossen
[….] Noch vor kurzem nutzten SPD-Politiker jede Gelegenheit, um die Union zu kritisieren. Im Fall Pofalla verhalten sich die Genossen auffallend ruhig, manche unterstützen den möglichen Wechsel des Ex-Kanzleramtschefs zur Bahn sogar. Warum eigentlich?
Opposition ist nicht schön, das ist wohl wahr. Hin und wieder hatten die Sozialdemokraten in den vergangenen vier Jahren aber doch ihre helle Freude - dann nämlich, wenn es galt, der Bundesregierung einen einzuschenken. Der Wechsel von Eckart von Klaeden zu Daimler? Ein Skandal! Die Drohnenaffäre des Verteidigungsministers? Ein Desaster! Nicht selten ließen es die Genossen verbal mächtig krachen.
Wie sich die Zeiten doch ändern. Kaum ist man selbst in Amt und Würden, ist es vorbei mit der Angriffslust. Zu besichtigen ist das dieser Tage im Fall von Ronald Pofalla. Der Vertraute der Kanzlerin steht angeblich vor einem Wechsel in den Vorstand der Deutschen Bahn. Und die mitregierende SPD? Schweigt. Parteichef Sigmar Gabriel - immerhin seit Dezember über Pofallas Vorhaben informiert - ist ebenso wenig ein kritisches Wort zu entlocken wie Fraktionschef Thomas Oppermann oder Arbeitsministerin Andrea Nahles. Und wenn sich ein Roter äußert, dann klingt das sehr wohlwollend.
"Ich kann darin keinen Skandal erkennen", sagt zum Beispiel der künftige Parteivize Ralf Stegner. [….] Je länger die Sozialdemokraten sich aus der Debatte heraushalten, desto stärker gewinnt man den Eindruck, die SPD schaue bei sensiblen Sachverhalten nicht mehr so genau hin, um es sich mit der Union nur nicht zu verscherzen. Das ist einer Partei, die sich moralisch - durchaus zu Recht - in einer Vorreiterrolle wähnt, unwürdig.
[….] Die SPD sollte die Debatte darüber nicht der Opposition überlassen. Mit Anstand regieren, heißt auch, hin und wieder mal den Finger zu heben. Auch in Richtung des eigenen Koalitionspartners.

Ob Herr Medick meinen Wutanfall zum Thema vom 04.01.14 gelesen hat?



Sonntag, 5. Januar 2014

Überraschung!!!!!



Man stelle sich folgende Situation vor:

Das Hauptquartier der weltgrößten transnationalen Schwulenorganisation ist ein strikt frauenfreier Ort.
Die dort herrschenden Kurialen tragen den ganzen Tag Kleider und prachtvollen Goldschmuck. Mehrmals täglich singen sie einen nackten jungen Mann an, der überall abgebildet wird.
Während sich 99% der Schwulen sogar besonders gut mit Frauen verstehen, wird alles Weibliche im Vatikan strikt verbannt.
Die wenigen Frauen, die doch einmal zu Besuch kommen, müssen sich verhüllen.
Die alten Männer in den bunten Kleidern lassen sich von jungen Männern bedienen, die möglichst hübsch zu sein haben und dann in Pin-Up-Kalendern gewürdigt werden.



Fotograf Piero Pazzi aus Venedig hat einen aufsehenerregenden Kalender herausgebracht: den „Priester Kalender 2014“, der Fotos tatsächlicher römisch-katholischer Priester zeigt. Nach Angaben des englisch-italienischen Internetportals „The Local“ sind die Aufnahmen allesamt in der Karwoche entstanden.



Für den Abend gibt es im Vatikan mehrere exklusive Call-boy-Dienste und eine ganze Kette von Stricher-Bars rund um den Petersdom.

"Im Vergleich zu dem bin ich bloß normal ausgestattet, er hat einen unglaublichen Körper. Ab zehn Uhr hat er Zeit, er ist ein Freund von mir und tut, was ich ihm sage." Solche Mitschnitte aus Telefonaten, aus sehr delikaten Telefonaten, haben dem Vatikan einen deftigen Skandal um Sex und Prostitution beschert.
Protagonist ist Chinedu Thomas Ehiem, ein Chorsänger des Vatikans. Eben dieser Ehiem nimmt am Telefon kein Blatt vor den Mund, wann immer er mit dem hohen italienischen Staatsbeamten Angelo Balducci spricht. Schließlich bezahlt Balducci den 40-jährigen in Rom lebenden Nigerianer dafür, dass der ihm junge Männer auftreibt.
[…]   Und Ehiem ist äußerst rührig: "Ich habe da einen aus Neapel, einen Kubaner, einen Deutschen, gerade aus Deutschland eingetroffen, zwei Schwarze, einen Fußballer, einen Tänzer der RAI (des staatlichen Fernsehens, Anm. d. Red.)", heißt es laut der Tageszeitung "Libero" in einem Mitschnitt. Einmal wird der Kuppler konkret und bietet einen Prostituierten an, "zwei Meter groß, 97 Kilogramm schwer, 33 Jahre alt."
Auch Priester-Seminaristen sollen zu den jungen Männern gehört haben, die Ehiem an Balducci weiterreichte; in einem Gespräch jedenfalls kommt die Frage auf, wann denn der Jüngling "wieder im Seminar" sein müsse.
[…]  Neben Ehiem war für Balducci auch ein zweiter Vermittler am Werk, der Italiener Lorenzo Renzi, der es laut "La Repubblica" im Gespräch mit einem Callboy nicht an Deutlichkeit mangeln lässt: "Du kassierst immerhin 2000 Euro. Also geh' mir nicht auf den Sack! Leg ein bisschen Musik auf, wirf 'ne Viagra ein, und los geht's!"  [….]

Die Kurialen haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis und lassen sich nur von 110 „ledigen“, jungen und gutaussehenden Schweizern „beschützen“, die sie aber in farbenprächtige Tuntenkostüme stecken.


Sportlich und groß müssen sie selbstverständlich sein.

Die Rekruten der Schweizergarde haben eine Reihe von Aufnahmebedingungen zu erfüllen: Sie müssen katholische männliche Schweizer, zwischen 19 und 30 Jahren alt, mindestens 1,74 m groß und sportlich sein.
(Wiki)

Bei soviel schönen Männern kommt es natürlich gelegentlich zu Eifersüchteleien und unerfüllten Liebesdramen.

Die Ermordung des ehemaligen Kommandanten der dem Vatikan unterstellten Schweizer Garde, Alois Estermann, hatte unter anderem homosexuelle Hintergründe. [….] Estermann und dessen Frau Gladys Romero waren im Mai 1998 vom Schweizer Gardisten Cedric Tornay erschossen worden. Danach nahm sich der Täter selbst das Leben.
Das am Donnerstagabend in Rom vorgestellte Buch "City of Secrets" ("Stadt der Geheimnisse") bereichert die zahlreichen Hypothesen zu diesem Doppelmord um neue Facetten. [….] Follains Ausführungen zufolge hat der damals 23-jährige Vizekorporal die Bluttat nicht (wie der Vatikan behauptet) deshalb begangen, weil er bei einer Beförderung übergangen worden war. Tornay habe eine homosexuelle Beziehung mit Estermann gehabt, der habe ihn systematisch schikaniert und gedemütigt.
Der Autor zitiert Tornays Freund und Exdiakon Yvon Bertorello mit der Aussage, ein Viertel der Gardisten seien homosexuell, und schildert die "ständigen Reibereien" zwischen deutsch- und französischsprachigen Mitgliedern. [….]

Ratzinger, der Exchef, der sich privat nur von dem schönsten Prälaten Roms bedienen läßt und gerne muskulöse Männerkörper beim Strippen betrachtet, soll ein besonderer Freund der Garde sein.

Gegenüber dem schwulen Magazin "Fresh" sprach [Dr. David Berger] nun darüber, dass hinter den dicken Mauern des Vatikans darüber diskutiert würde, dass Benedikt XVI. schwul sei. Mehrere Theologen hätten ihn darauf angesprochen. "Er kommt aus einer kirchlich geprägten Kultur, in der das ein absolutes Tabu ist. Was er bei sich hasst, projiziert er auf andere und bekämpft es. Und das kann er jetzt als Papst mit offiziellen Dokumenten machen", so Berger.
In seinem Buch finden sich auch Zitate der Journalistin Valeska von Roques, nach deren Recherchen der heutige Papst in seiner Zeit als Kardinal "homosexuelle Kontakte" zu Mitgliedern der Schweizer Garde gepflegt haben soll.

Aber natürlich ist Ratzi nicht homosexuell, überhaupt nicht.


Der überhaupt nicht schwule Ratzinger erkannte als Papst wer für den Missbrauch an Kinder verantwortlich ist: Die Schwulen! 
Schwul und pädophil sind laut Papst Synonyme und daher verbot er Homosexuellen den Zugang zu Priesterseminaren.
 In der Logik des überzeugten Heteros Ratzinger wird es bald keinen Kindermissbrauch mehr geben, wenn man nur die Gomorrhisten vom Priesterberuf ausschließt.

Der homophobe Papst, der bei jeder Gelegenheit die Schwulen verdammt, trägt gerne bunte Kleider, rote Schühchen und liebt aufwändige Deko.
Just zu seinem Geburtstag ließ sich der Kämpfer für die Heteros ein speziell feminines Parfum kreieren, welches nur er allein benutzen darf. 
Die weltexklusivste Parfumista Silvana Casoli, die für Könige und Milliardäre arbeitet, verriet immerhin, daß sie Linde, Eisenkraut und Gras als Hauptingredienzen für das „Parfum Pontifex Maximus“ benutzt habe. Der Fachmann staunt.

Das erste Problem ist, dass Linde ein sehr süßer Duft ist. Den würde ich eigentlich eher einer Dame empfehlen und nicht einem Herrn. Eisenkraut ist gar nicht erlaubt in einem Parfüm, das wäre das zweite Problem. Gras ist in Ordnung.


Das alles vorausgeschickt, nun eine Frage:

Wenn ein sexy junger Schweizer in die Päpstliche Garde eintritt, wie überraschend ist es dann wohl, wenn ihm die Kurialen auf den Hintern gucken und gerne seine physischen Vorzüge genauer untersuchen würden?

Nun gerät auch die Schweizergarde in den Dunstkreis der Schwulen-Lobby im Vatikan. Ein Ex-Gardist erzählt erstmals, dass die Schweizer Schutztruppe des Papstes zu ihren bevorzugten Zielen gehört.
Der junge Schweizer gibt an, dass er Objekt der Begierde einer ganzen Reihe von Gottesleuten geworden sei. Dazu gehört auch ein hoher Würdenträger, der im Innern des Machtzentrums des Vatikans sass. Detailliert schildert der Ex-Gardist, wie er nach dem Ausgang um Mitternacht von der Person auf sein Handy angerufen wurde und ihn auf sein Zimmer einlud. Die Person wird von Insidern in direkten Zusammenhang mit dem ominösen Schwulen-Netzwerk gebracht und logierte im Papstpalast, in der Nähe vom Heiligen Vater.
Der Schweizergardist erzählt davon, dass dies kein Einzelfall war. In seiner Dienstzeit habe er von bis zu 20 Geistlichen unzweideutige Angebote erhalten. Dazu gehören Bischöfe, Kardinäle, Priester und Pater.
Zu den zweideutigen Angeboten gehörte auch ein Nachtessen mit einem Priester, der dem Gardisten anvertraute, dass er dann «das Dessert» sei. Auch ein Mitarbeiter des Staatssekretariats des Heiligen Stuhls soll handgreifliche Annäherungsversuche unternommen haben – der Mann wurde später auf einen anderen Posten versetzt. Berichte, wonach offenbar quasi unter den Augen des alten Papstes unzüchtiges Treiben möglich war, werfen beunruhigende Fragen auf. [….]

„Erstmals“…
Lustig.

Samstag, 4. Januar 2014

Gelegenheiten


In der Politik läuft vermutlich viel weniger nach Plan als man denkt.
Ein erfolgreicher Politiker ist einer, der es schafft nie überrumpelt da zu stehen.
Im Idealfall gelingt es ihm a posteriori so zu tun, als wären die gegenwärtigen Entscheidungen seit langer Zeit von ihm so geplant gewesen.

Merkel ist die Großmeisterin in diesem Geschäft, die eine für sie extrem unglückliche Entwicklung, wie die Kernschmelzen von Fukushima kurz nachdem sie die Atomkraftwerklaufzeiten in Deutschland verlängert hatte, einfach umdeutet zu ihrer Energiewende.

Dabei ist es für mich nach wie vor erstaunlich, daß es Merkel überhaupt nicht schadet immer wieder das diametrale Gegenteil ihrer bisherigen Pläne als ihre neue Strategie auszugeben.

Seit Thomas Oppermann das Merkelsche Gesetz postulierte, stiegen ihre Popularitätswerte kontinuierlich an und kratzen gegenwärtig an der 80%-Marke.

Sie beläßt es bei vagen Ankündigungen, wolkigem Gewaber und einigen konkreten Aktionen, die sie für die Zukunft „ausschließe.“

Merkel treibt planlos vor sich hin - durch ihren aberwitzigen ZickZack- und Hinhaltekurs hat sie die Eurorettungsaktion zigfach verteuert. 
Ihr abstruses Spardiktat würgt die Konjunkturen diverser Nationen ab.
 So ein Rezept hätte sie nie für Deutschland gewollt. Hier reagierte sie 2008/2009 völlig gegenteilig auf die Krise; nämlich mit gewaltigen Ausgaben-Orgien, zwei dicken Konjunkturpakten und Geldrauswurfmaßnahmen wie der Abwrackprämie.

Die Chaotisierung der europäischen Finanzarchitektur durch Wolfgang Schäuble und Angela Merkel folgt einer Grundregel, die SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann sehr schön auf den Punkt brachte, nachdem der eben noch endgültig auf maximal 218 Milliarden Euro begrenzte Haftungsrahmen von Merkel doch auf 280 Milliarden
aufgeblasen wurde.

Wieder einmal, so Oppermann, komme das "Merkel'sche Gesetz" zur Anwendung: Je vehementer die Kanzlerin etwas ausschließt, desto sicherer ist, dass es später doch eintritt. Der Ärger der Genossen erscheint verständlich, denn es ist beileibe nicht das erste Mal, dass Merkel in der Schuldenkrise eine Position revidiert. Im Gegenteil: Die meisten Bundesbürger haben angesichts des Hü und Hott längst den Überblick verloren. Sie registrieren nur noch, dass die Summen, für die sie einstehen sollen, immer astronomischer werden und dass mittlerweile halb Europa auf ihre Kosten zu leben scheint. Wut, Frust und Missverständnisse haben ein Maß erreicht, das geeignet ist, die Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern.    Die Hauptschuld daran trägt die Kanzlerin, der es nicht gelingt, mit den Bürgern so zu kommunizieren, wie es die Schwere der Krise von ihr verlangt. Keine Fernsehansprache, keine Rede zur Lage der Nation, stattdessen Gemauschel in Hinterzimmern nebst anschließender Kurskorrektur.

Griechenlandumschuldung, Wehrpflicht, Atomkraft, Mehrwertsteuer, Gesundheitsreform - wohin man auch blickt; man kann sich stets darauf verlassen, daß das was die Kanzlerin als absolut alternativlos einnordet doch nicht kommt, sondern eher das Gegenteil dessen angepeilt wird.

Unglücklicherweise lernt die SPD nicht aus diesem Vorbild und läßt sich immer noch für einzelne Entscheidungen von vor zehn Jahren öffentlich massakrieren.

Da die Sozis jetzt mit der ungeliebten CSU in einem Koalitionsboot sitzen und sich dafür von entsetzten Parteimitgliedern wie mir rechtfertigen müssen, sollten sie aus Seehofers Sudel-Suada etwas machen.

Da die Sozis jetzt mit der ungeliebten CDU in einem Koalitionsboot sitzen und sich dafür von entsetzten Parteimitgliedern wie mir rechtfertigen müssen, sollten sie aus Merkels peinlichem Schweigen zu dem Pofalla-Versorgungsmauscheljob etwas machen.

Es ist nämlich die Gelegenheit sich zu profilieren und Deutschland die Regierungsdaseinsberechtigung der SPD zu demonstrieren: WIR SIND DIEJENIGEN; DIE DEM XENOPHOBEN TREIBEN EINHALT GEBIETEN!
Das können wir, weil wir am Kabinettstisch sitzen und Merkel uns braucht.
Hätten wir uns verweigert und säßen schmollend in der Opposition, hätten CDU und CSU mit ihrer Ausländerhetzte freie Hand.

Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz.
(Daß ich einmal Luther zitiere….)
Statt jetzt peinlich wie die Kanzlerin in Deckung zu gehen, sollten Nahles und Gabriel sofort Pressekonferenzen einberufen und sich mit äußerster Schärfe gegen die Bahnpersonalie Pofalla und den xenophoben CSU-Kurs stellen.
Sie sollten sich an die Spitze der Bewegung setzt und mit den Muskeln spielen.
Denn die Empörung ist ja längst da – sogar in der CDU und in der Bahn-AG ist man wütend auf Merkel und Pofalla.
Aber statt diese Energie für sich zu nutzen und den Protesten eine Stimme zu geben, sind die Sozen-Minister alle gerade mit Eierschaukeln und Versteckspielen beschäftigt.
Wie erbärmlich.

Unerwarteter Gegenwind für Ex-Kanzleramtschef Pofalla:
[….]  Im Aufsichtsrat der Bahn formiert sich offenbar Widerstand gegen die geplante Berufung des ehemaligen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla in den Vorstand des staatseigenen Unternehmens. Nach Informationen des SPIEGEL wollen Teile des Aufsichtsrats verhindern, dass die Führungsspitze weiter aufgebläht wird.
"Unser Ziel ist es eigentlich seit längerem, die Zahl der Vorstände zu reduzieren", sagte ein Aufsichtsratsmitglied. "Deshalb wird das Upgrade für Pofalla mit Sicherheit nicht einfach durchgewinkt." Offenbar hat Pofalla seinen Wechsel in den Bahnvorstand schon seit längerem geplant. Nach Aussage eines Bahn-Insiders wird in dem Unternehmen bereits seit mehr als einem halben Jahr darüber gesprochen, einen Vorstandsposten für Regierungskontakte zu schaffen. Dabei sei von Anfang an der Name Pofalla im Spiel gewesen. [….] Auch in der eigenen Partei stößt der Karriereschritt des Christdemokraten auf Vorbehalte. Der baden-württembergische CDU-Fraktionschef Peter Hauk riet Pofalla, sein Bundestagsmandat niederzulegen. Da es sich bei der Bahn um ein Unternehmen in Staatsbesitz handele, müsse "eine Interessenkollision auch dem Anschein nach vermieden werden", sagte Hauk der "Welt". [….]

In der Causa „Seehofer goes NPD“ wäre es sogar noch viel angebrachter, wenn die SPD das peinliche Schweigen der Kanzlerin aufgriffe und sich mit Macht gegen den braunen Bayern stellte.
Denn alle sachlichen Argumente sprechen gegen den CSU-Kurs. Seehofer lügt schlicht und ergreifend.

Er will rechtslastige fremdenfeindliche Stimmungen im Volk nutzen und anheizen.

Immer die aktuelle Situation zur Entscheidungsbasis machen, das hat Seehofer zu seinem politischen Leitmotiv erhoben. Und die Lage ist: Viele Deutsche haben Angst vor der Zuwanderung. Meinungsforscher, deren Arbeit Seehofer nicht selten zur Grundlage seiner Entscheidungen macht, geben ihm jedenfalls recht - wenn auch nur teilweise.
So äußerten 49 Prozent der Teilnehmer einer Stern-Umfrage im Mai 2013 Vorbehalte gegen die wachsende Zuwanderung, vor allem aus EU-Krisenstaaten. Eine Umfrage des German Marshall Fund im September 2013 ergab: 72 Prozent haben Vorbehalte gegen illegale Einwanderer.
Zugleich hielten aber knapp 75 Prozent ausländische Zuwanderer für wichtig, weil sie fehlende Arbeitskräfte kompensierten. Und genauso viele meinten, Immigranten bereicherten die deutsche Kultur. Ähnlich klingt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2012: Demnach ist eine deutliche Mehrheit einerseits der Ansicht, Zuwanderer seien erwünscht. Ihnen müsse mit mehr Toleranz und Offenheit begegnet werden. Andererseits sagten 64 Prozent der Befragten, Zuwanderung führe zu zusätzlichen Belastungen der Sozialsysteme. Bei Befragten über 60 Jahre lag dieser Wert sogar bei 72 Prozent.
Für Seehofer heißt das: Die CSU macht die diffuse Angst zu ihrem wichtigsten Anliegen.

Die Fakten sprechen aber eine klare andere Sprache. Daß die SPD damit nicht längst in die Offensive gegangen ist, halte ich für einen unverzeihlichen moralischen, aber auch politisch-taktischen Fehler.

[….]  Kurz vor Weihnachten fasste das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das der Bundesagentur für Arbeit untersteht, Erkenntnisse über die bereits gut 360.000 in Deutschland lebenden Rumänen und Bulgaren zusammen. Das Fazit: Deutschland profitiert von der Zuwanderung durch Rumänen und Bulgaren - und zwar erheblich.
[….] Insgesamt waren laut IAB zur Jahresmitte nur 7,4 Prozent der in Deutschland lebenden Rumänen und Bulgaren ohne Arbeit - damit liegen die Zuwanderer sogar etwas unter dem Durchschnitt der Bevölkerung.
Die eingewanderten Rumänen und Bulgaren sind meist jung, gut die Hälfte hat einen Berufs- oder Hochschulabschluss. Sie beziehen nur halb so häufig Kindergeld wie andere Ausländer. Sie bekommen selten Arbeitslosengeld oder Rente, zahlen aber viel in die Renten- und Sozialkassen ein. Unterm Strich bleibe "ein positiver Nettobeitrag der in Deutschland lebenden Migranten", stellten die IAB-Forscher schon im Sommer fest.
Dieser Beitrag werde steigen, wenn 2014 weitere 100.000 bis 180.000 Rumänen und Bulgaren nach Deutschland kämen. Auch dank der Polen, Rumänen und Bulgaren seien 2012 "zum ersten Mal seit 15 Jahren" wieder genug Einwanderer nach Deutschland gekommen, um die Alterung der Deutschen aufzufangen, so der Sachverständigenrat für Integration und Migration. [….]

Daß nicht die gesamten SPD-Spitze geschlossen wie ein Mann gegen Seehofer steht und der Bevölkerung die genannten Zahlen präsentiert ist unentschuldbar.
Die CSU lügt und gerade, wenn man mit der Partei zusammen in der Regierung sitzt, muss man das deutlich und laut sagen!

Fakt und Vorurteil
Die CSU warnt vor „Armutseinwanderern“, die das deutsche Sozialsystem belasten. Doch das Gegenteil ist richtig. Rumänen und Bulgaren, die hierzulande arbeiten, bringen dem Staat mehr Geld.
Glaubt man der CSU, hat am 1.Januar 2014 der Untergang des deutschen Sozialstaats begonnen: Seit Mittwoch können Rumänen und Bulgaren unbeschränkt in Deutschland Arbeit suchen. Die Partei eröffnet den Europawahlkampf mit Parolen wie „Wer betrügt, der fliegt“. Die CSU warnt vor „Armutseinwanderern“, die nur kommen, um staatliche Leistungen abzugreifen. […]

Auf welche Sozialleistungen haben sie Anspruch?
Deutschland ist in den ersten drei Monaten grundsätzlich nicht verpflichtet, arbeitsuchenden EU-Bürgern Sozialhilfe zu gewähren, danach setzen europäisches und deutsches Recht Hürden für Neuankömmlinge, deren Lebensunterhalt nicht gesichert ist. Ohnehin kam das IAB in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, Zahlen zu Beschäftigung und Transferzahlungen ließen nicht auf pauschale „Armutszuwanderung“ schließen. [….]

Ist der Sozialstaat in Gefahr?
Nein. Arbeitende Einwanderer bringen im Schnitt dem Staat Geld ein, weil sie Abgaben zahlen. Die Bertelsmann-Stiftung hat die Zusatzeinnahmen für die deutsche Sozialversicherung gerade auf 14000 Euro pro Einwanderer beziffert. Aus Rumänien und Bulgarien kommen laut Bundesregierung 0,6 Prozent aller Leistungsempfänger nach dem Sozialgesetzbuch II. Das IAB widerspricht explizit dem Vorurteil, „dass kinderreiche Familien aus Bulgarien und Rumänien in großem Umfang Kindergeld beziehen“. Der Anteil der Bezugsberechtigten liege gar unter dem der Gesamtbevölkerung. [….]




Freitag, 3. Januar 2014

Sinnentleert



Schaltet man Ostern die Nachrichten ein, erfährt man als erstes, der Papst habe den Urbi-et-Orbi-Segen gespendet.
Eine sinnlose Meldung.
Ebenso gut könnte man darauf hinweisen, daß morgens die Sonne aufgegangen sei.

Eine Meldung wäre erst das Nichtstattfinden dieser Rituale.
Lustig war natürlich das Verwechseln der Kohl-Neujahrsansprache vom 31.12.1986.
Der eigentliche Skandal war aber nicht, daß die ARD die MAZ verwechselt hatte, sondern daß dem Wahlvolk der letzte Satz, als der bräsige Kanzler „ein erfolgreiches 1986“ wünschte, wie ein Versprecher erschien.
Die Kohl‘schen Verbalsinnlosigkeiten an sich waren so belanglos, daß sie auf jedes Jahr gepasst hätten.

Die Rederituale sind, ob man es glaubt oder nicht, inzwischen sogar noch dümmlicher und austauschbarer geworden.
Keiner wird irgendetwas davon erinnern was Merkel in einer ihrer Silvesteransprache gesagt hat und erst recht wird niemand mehr einen Gauck-Satz aus seiner Weihnachtsansprache wissen.

Das Unangenehme ist aber, daß Sprachpanscher wie die derzeitige Kanzlerin auch in ihren Ansprachen als lediglich entfernt Beteiligte daher kommen.

Ein junger Teilnehmer meines Bürgerdialogs in Heidelberg erzählte mir, dass ein Spieler aus seinem Fußballteam die Schule abbrechen wollte. Daraufhin ging er zu seinem Trainer und bat ihn, das ganze Team zusammenzurufen, damit jeder erzählen konnte, warum es gut ist, in die Schule zu gehen. Das taten sie beim nächsten Training, und das hat gewirkt. Der Mitspieler brach die Schule nicht ab.
Das ist nur eine von vielen Geschichten, die überhaupt nicht spektakulär, aber dennoch bezeichnend für unseren Zusammenhalt sind. Es sind Freunde und Nachbarn, die Initiative ergreifen oder einen Missstand beheben.

Prima. Sollen sich doch die Freunde irgendwie zusammen raufen.
Daß es aber die Bundeskanzlerin ist, die ein katastrophales Schulsystem zu verantworten hat, welches jedes Jahr 70.000 – 80.000 Jugendliche ohne Abschluß ausspuckt, oder daß inzwischen jeder zehnte Deutsche nicht lesen und schreiben kann, wird natürlich nicht erwähnt.

Solche Ansprache sind ohnehin sinnlos, aber noch sinnloser werden sie, wenn sie von den Menschen gehalten werden, die zu den ganz wenigen gehören, die etwas ändern könnten; es aber nicht tun.

Die Könige der heuchlerischen Ansprachen sind natürlich die Bischöfe.
Sie können mit beachtlichem Pathos und noch beachtlicherer Ignoranz von der Kanzel schwafeln.

Kirchen empört über Umgang mit Flüchtlingen
Bischöfe sprechen von einem Skandal und fordern mehr Solidarität mit den Asylsuchenden. Deutsche Bischöfe haben zum Jahreswechsel ein Umdenken in der europäischen Flüchtlingspolitik angemahnt. Das Flüchtlingsthema könne nicht ignoriert oder allein Einreiseländern wie Italien oder Griechenland überlassen werden, sagte der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki. [….]
Zum Thema Flüchtlingspolitik sagte Kardinal Woelki, die langjährigen Kategorien Kriegs- oder Wirtschaftsflüchtling passten heute „ganz einfach nicht mehr genau“. Viele der Flüchtlinge hätten ihre Heimatländer verlassen, weil sie dort für sich und ihre Familien keine Zukunftschancen mehr sähen, sei es durch Armut, Krieg oder wegen sozialer und ökologischer Missstände, so der Berliner Erzbischof in seiner Predigt zum Jahresabschluss in der Sankt Hedwigs-Kathedrale. Die weltweite Flüchtlingsfrage brauche bessere Antworten „als nur schärfere Grenzkontrollen. […]   Auch Papst Franziskus sprach in seiner Silvesterpredigt über Flüchtlinge. Er appellierte an Roms Bürger, mehr Solidarität mit Armen, Flüchtlingen und anderen Notleidenden zu zeigen.

Ihr Heuchler in den schwarzen Nachthemden schämt Euch wohl gar nicht?
Empörung nützt keinem Flüchtling etwas. Davon wird kein vor Lampedua Ersoffener wieder lebendig.
Daß die Bedingungen in Afrika so beschissen sind und so viele Leute vor Hunger fliehen müssen, hängt mit Eurer perversen katholischen Vermehrungsmoral zusammen, die Kondome verdammt!
Daß in Nahen Osten und Umgebung Bürgerkrieg herrscht, der Millionen Menschen vertreibt, hat ebenfalls maßgebliche religiöse Ursachen.
Und schließlich:
Diejenigen, die sich wie Horst Seehofer am verabscheuungswürdigsten gegenüber Fremden und Flüchtlingen aufführen, sind allesamt Politiker, die das „C“ in ihrem Parteinamen wie eine Monstranz vor sich her tragen.
Diejenigen also, mit denen Ihr Bischöfe kungelt, von denen Ihr Euch bezahlen lasst, die Ihr bei jeder Gelegenheit trefft.

Der unfehlbare Papst Pius XII hatte noch direkt in Auseinandersetzungen eingegriffen, indem er die ihm unliebsame Partei pauschal exkommunizierte.
Die römisch-katholische Kirche bezieht politisch durchaus klar Position, wenn sie möchte.

Anders als Hitler und die Nazis, verdammte Pius XII Hitlers Gegner mehr als deutlich. Beispielsweise in der Enzyklika „Divini Redemptoris“ (am 19. März 1937 veröffentlicht).

Die "acta apostolicae sedis", die Gesetzessammlung des Heiligen Stuhls vom Juni 1949 machte die Exkommunikation der Kommunisten und ihrer Anhänger aktenkundig und offiziell.

Die Weisung des Vatikans lautet: Kein Katholik kann Mitglied einer kommunistischen Partei sein oder sie begünstigen. Kein Katholik darf Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften veröffentlichen, lesen oder verbreiten, in denen die kommunistische Doktrin verkündet wird. Jeder Katholik, der die materialistische und antichristliche Lehre des Kommunismus verkündet, sie verteidigt oder gar verbreitet, verfällt als Abtrünniger des katholischen Glaubens der Exkommunikation.
(DER SPIEGEL)

Der unfehlbare Papst definiert „kommunistische Erzsünder“ als Intellektuelle und KP-Propagandisten, die automatisch exkommuniziert sind.

Mitglieder der katholischen Kirche blieben hingegen Adolf Hitler, Heinrich Himmler, Reinhard Heydrich, Rudolf Hoess, Julius Streicher, Fritz Thyssen, Klaus Barbie, Leon Degrelle, Emil Hacha, Ante Pavelic, Konrad Henlein, Pierre Laval, Franco, Mussolini, oder Josef Tiso.

Das ist die Realität der Heiligen Römisch-katholischen Kirche.
Die Befreier von Ausschwitz, die Rote Armee, wurden verdammt und exkommuniziert, aber der Lagerkommandant Rudolf Hoess, sowie der Megasadist Josef Mengele blieben Mitglieder der RKK.

Nach 1945 half der Vatikan den Massenmörder des Jüdischen Volkes der Justiz zu entkommen.

Adolf Eichmann, Alois Brunner, Dr. Josef Mengele, Franz Stangl (Kommandant der Vernichtungslager Sobibór und Treblinka), Gustav Wagner (Stangls Assistent), Klaus Barbie, Edward Roschmann („Der Schlächter von Riga“), und Aribert Heim (KZ Mauthausen) sind einige der Männer, die auf Veranlassung des Papstes durch Bischof Hudal mit Vatikanischen Papieren ausgestattet vor der alliierten Justiz nach Südamerika flüchteten.

Die überlebenden Juden, die sich nach Israel retten konnten, schätzte der Vatikan weit weniger.

Es dauerte bis 1993 - fast ein halbes Jahrhundert - bis sich der Vatikan dazu herab ließ auch nur diplomatische Beziehungen zu Jerusalem aufzunehmen.

Als es schließlich 1948 trotz vatikanischer Vetos zur Gründung des Staates Israel kam, polemisierte der "Osservatore Romano": "Der moderne Zionismus ist nicht der wahre Erbe des biblischen Israel, sondern ein weltlicher Staat ... deshalb gehören das Heilige Land und seine geheiligten Stätten der Kirche, die das wahre Israel ist."
Im Sommer 1948 schwieg Papst Pius XII. wochenlang, als arabische Artillerie Jerusalem beschoß. Aber kaum hatten Israels Truppen die Jerusalemer Neustadt besetzt, erließ er eine Enzyklika ("In multiplicibus curis"), in der er für die Internationalisierung Jerusalems eintrat, da die Sicherheit der Heiligtümer unter den Juden nicht gewährleistet sei -- ganz im Sinne des heiliggesprochenen Papstes Pius X.: "Es ist nicht angenehm, daß die Türken unsere Heiligtümer besitzen, aber die Juden in der Erlangung unserer heiligen Stätten zu begünstigen, das können wir nicht."
Im Mai 1949 wiegelte der Vatikan einige katholische Staaten gegen die Aufnahme Israels in die Uno auf, "weil das Land den vollen Internationalisierungsplan nicht durchgeführt hat". Daß auch Jordanien -- wie damals alle arabischen Staaten -- die Internationalisierung Jerusalems kategorisch ablehnte, kritisierte der Papst nicht, obwohl mehr als 90 Prozent aller heiligen Stätten Jerusalems in der Hand der Jordanier waren.
Gebete für die "treulosen Juden".
Und die Tatsache, daß die Juden die einzigen Pilger waren, die 19 Jahre lang ihre heiligen Stätten nicht besuchen konnten, überging der Vatikan mit Schweigen. Auch unter Pauls Regierung war die Kurie stets darauf bedacht, die Araber auf Kosten Israels zu hofieren. Der Staat Israel wird vom Vatikan noch immer nicht offiziell anerkannt. Als der Papst 1964 zehn Stunden in Israel weilte, vermied er für das israelische Staatsoberhaupt die Anrede "Herr Präsident".

(DER SPIEGEL 11.11.1974)

Reguläre diplomatische Beziehungen zu Russland, dem Rechtsnachfolger der Sowjetunion nahm der Vatikan erst im Dezember 2009 (sic!) auf.

Wie auch immer die Kurienkardinäle wirklich über Hitler, den Holocaust, die Juden, den Kommunismus, Russland und Deutschland denken mögen; mit den Tätern des Massenmordes an den Juden einigte sich der Vatikan ganz schnell. 1951 nahm der Vatikan diplomatische Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland auf und eröffnete eine Apostolische Nuntiatur in Bad Godesberg.

Die Auschwitz-Befreier und die Opfer selbst waren weit weniger angesehen.

Also Woelki und Bergoglio – wenn Eure Worte irgendwas anderes als pure Heuchelei sein sollen, dann droht den konservativen Innenpolitikern der EU sofort die Exkommunikation an.
Mal sehen was CDU und CSU wirklich für ihr „C“ tun.
Exkommunikation ist schließlich etwas, das schon für viel kleinere Vergehen automatisch droht. Wer seine Kirchensteuern nicht mehr bezahlen möchte und daher aus der Kirche als Körperschaft austritt, wird automatisch exkommuniziert.
Das dürfte doch wohl ein Petitessen-Vergehen sein im Vergleich zur wissentlichen Inkaufnahme von tausenden toten Flüchtlingen, wie es C-Merkel und C-Friedrich durchboxen.

Keinen Deut besser ist der als vergleichsweise liberal geltende Hamburger Erzbischof Thissen, der sich auch einen schlanken Fuß machte, indem er Dinge anmahnte ohne aber einen winzigen Krümel zu liefern.

Erzbischof Thissen fordert Kampf gegen Hunger und Armut.
[…]  Thissen hat gleichzeitig die ungerechte Verteilung von Nahrungsmitteln auf der Erde verurteilt. In der Südhälfte der Erde litten rund 800 Millionen Menschen an Hunger, oft mit tödlichem Ausgang. "Das müssen wir ändern", forderte der für das entwicklungspolitische Hilfswerk Misereor zuständige Erzbischof. Zugleich sei dies eine Frage des Lebensstils. "Die lebensbedrohende Armut in der Südhälfte der Erde kann uns nicht gleichgültig lassen. Der Globalisierung der Gleichgültigkeit müssen wir mit der Globalisierung der Nächstenliebe begegnen."  […]

Auch für Thissen gilt:
Wenn er wirklich etwas gegen Hunger tun wollte, müßte er zuerst die Antiverhütungspolitik der RKK ändern.
Im Übrigen ist die Deutsche katholische Kirche einer der Reichsten überhaupt. Über mehrere Hundert Milliarden Euro wird das Vermögen geschätzt. Darunter viele Beteiligungen und Firmen, die im Gegensatz zu den Kirchengebäuden selbst sehr leicht zu Geld zu machen wären. Aber lieber behält Thissen offenbar seine Anteile am Weltbildverlag und an TV-Produktionsfirmen, bevor er das Geld den 30.000 jeden Tag verhungernden Kindern zukommen läßt, um ein paar Leben zu retten.
Kollege Tebartz-van-Elst baute sich für 30, 40 oder mehr Millionen eine Wohnung.
In den schwarzen Kassen der Bischöflichen Stühle und Domkapitel schlummern offensichtlich weitere jeweils 9-stelligen Summen.
Solange diese Mittel nicht angegriffen werden, ist es purer Heuchelei von der Kanzel als zum Kampf gegen Hunger und Armut aufzurufen.
Setzen, sechs.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Pofalla goes Wiesheu!


Halleluja! Endlich habe ich wieder einen Vorwand eine meiner absoluten Lieblings-Politgeschichten zu erzählen.
 Habe ich auch erst zwei Dutzend mal in diesem Blog erwähnt. Nun ist es wieder mal soweit.

Der damalige CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu säuft sich zu bis Oberkante Unterkiefer, steigt ins Auto, fährt am 29.10.1983 eine Frau TOT und verletzt eine weitere Person lebensgefährlich, begeht Fahrerflucht und wird dann nicht nur NICHT eingesperrt, sondern wird von Stoiber zum Verkehrsminister ernannt.
VERKEHRSMINISTER - ausgerechnet!
Ein kleiner Klaps mit DM 20.000 Geldstrafe reicht wohl für einen CSU-Granden.
Stattdessen gab es reichlich Ehrungen; u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden.
Er erhielt 1997 den Deutschen Mittelstandpreis.
Das ist tatsächlich alles Realität – stammt also nicht aus dem Postillon.
Mehr als zwölf Jahre lang war er Superminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie.
Am 1. Januar 2006 stieg der CSU-Killer weiter auf - schließlich werden Christsoziale von ihren Spezis gerne mit fett dotierten Pöstchen zum Ende ihrer Laufbahn bedacht.

So sitzt Wiesheu nun als Bahn-Vorstand kuschelnderweise neben Mehdorn und muß mit mageren 1,65 Mio Euro im Jahr = € 138.000 monatlich zurecht kommen.

Fünf Jahre, das sind also sichere 8,25 Millionen Euro Grundgehalt, die der für die Konzernsicherheit zuständige Vorstand in Ruhe erschlummern wollte.
Im Zuge des Mehdorn-Debakels flog Wiesheu dann doch zum 31. Mai 2009 aus der netten Vorstandsposition.

Die Annahme, dass sich der so oft gescheiterte Millionen-Scheffler nun mit 65 Jahren aus dem öffentlichen Leben zurückzieht, war falsch.

Er hat ja schließlich genügend Freunde in den Regierungsparteien, die ihn als „Unternehmer-Versteher“ schätzen.

Die armen Unternehmen aber auch - sie fühlen sich offenbar von Westerbrüderle und Co noch unzureichend gefördert.

Wiesheu ist neuer Präsident des Wirtschaftsbeirats der Union.
Gewählt wurde er bereits im Juli - einstimmig.

Die SZ erklärte das am 27.11.09 einleuchtend:

Die CSU braucht Wiesheu jetzt wieder. Wirtschaftspolitisch soll er ein Vakuum füllen, das nach seinem Weggang aus Bayern entstanden ist und spätestens seit Bildung der neuen Bundesregierung nicht mehr ignoriert werden kann. Weder in München noch in Berlin stellt die CSU den Wirtschaftsminister. Nach dem Debakel bei der Landtagswahl 2008 hatte die CSU in Bayern des Ressort an die FDP abgeben müssen. Das war schmerzlich, schließlich hat die CSU ihr Selbstbewusstsein immer auch aus der Wirtschaftskraft des Freistaats gezogen…… Für Erwin Huber, den wirtschaftspolitischen Sprecher der CSU im Landtag und ehemaligen Wirtschaftsminister, ist Wiesheu dafür der richtige Mann. "Er ist ein erfahrener Politiker und ein erfolgreicher Manager."


So richtig beeindruckend waren Wiesheus Leistungen als Bahnvorstand allerdings erstaunlicherweise doch nicht.
Das Problem „Konzernsicherheit“ sah der Ex-Fahrerflüchtling nicht in Achsenbrüchen oder porösen Gleisen, sondern offensichtlich eher in der eigenen Mitarbeiterschaft, die dann gründlich (und widerrechtlich) ausgespäht wurde.
Wiesheu fand, daß er all diese Angelegenheiten ganz großartig gemanaged hatte und war daher nach Zeugenberichten wie vom Donner gerührt, als ihm gestern der neue Konzernchef Gruber sagte, er sei gefeuert.

Der Intimus von Ex-Chef Mehdorn verstand die Welt nicht mehr. Er soll geantwortet haben, er sehe keinen sachlichen Grund für ein Ausscheiden aus dem Vorstand.
(SZ)

ER, der Starorganisator der Bahnprivatisierung hatte doch so Tolles geleistet.

Er sollte „mit dafür sorgen, dass die Privatisierung ganz im Sinne Mehdorns geschähe, also mitsamt dem Schienennetz, den Zügen, allem drum und dran. ". Die Bahn muss auf dem Weg zu mehr Eigenständigkeit viel mit der Politik verhandeln", sagte Wiesheu beim Amtsantritt.“

Na gut, die Privatisierung ist kläglich gescheitert und wurde 2 ½ Jahre nach Wiesheus Amtsantritt ganz abgesagt, aber seit wann werden denn korrupte Alkoholiker-Ex-Politiker nach ihren Leistungen beurteilt?

Norbert Bensel, Margret Suckale und Otto Wiesheu, die das Unternehmen zum 31. Mai verlassen, müssen allerdings nicht sofort Hartz IV beantragen.
Also, falls jetzt jemanden schon die Tränen gekommen sein sollten und CARE-Pakete geplant worden sind: Sofort verhungern müssen die gescheiterten drei Vorstände nicht.

Als Abfindungen würden vertragskonform zwei Jahresgehälter gezahlt, hatte Aufsichtsratschef Werner Müller gesagt, bei Wiesheu etwas weniger, da sein Vertrag schon 2010 endet. Margret Suckale geht ohne Abfindung. "Ich habe den Aufsichtsratsvorsitzenden im April gebeten, meinen Vertrag aufzulösen, weil ich zu BASF wechseln will", teilte Suckale auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. "Ich habe daher keine Abfindung gefordert und auch nicht erhalten."

Ob Wiesheu wohl auch großzügig auf seine gut zwei Millionen Euro Abfindung verzichtet?

(OK, das war eine rhetorische Frage…)

Was so ein Wechsel von einem Ministeramt in das des Vorstandes der bundeseigenen Bahn bringt, hatte ich ebenfalls schon vor vielen Jahren ausgerechnet.

Mit Wiesheus Gehalt war es in Bayern wohl ein bisschen schlapp. Als bayerischer Minister hat er ja nur den Hungerlohn von 13.000 Euro im Monat gehabt. Naja, das Problem wäre dann wohl erledigt – jetzt ist sein Monatsgehalt auf knapp 140.000 Euro im Monat empor geschnellt.
OK – die Gehälter sind eben international geworden und müssen der enormen Verantwortung der Vorstände dieser Milliardenunternehmen angepasst werden.
Es fragt sich nur wie man dann begründet, daß Merkel mit gut 5 % des Gehalts vom Bahnvorstandschef auskommen muß.

Der Bundeskanzler erhält ein Grundgehalt von etwa 180.000 € pro Jahr. Dies entspricht dem Fünfdrittelfachen des Grundgehalts der Besoldungsgruppe B 11 (§ 11 des Bundesministergesetzes).

Ein Minister der Bundesregierung hat gar nur ein Grundgehalt von eineindrittel des Grundgehalts B 11 (liegt bei 10.815 Euro). Es beträgt monatlich 12 820 Euro, plus einem Weihnachtsgeld in Höhe von 11 064 Euro. Ist der Minister auch Abgeordneter des Bundestags, kommt eine monatliche Aufwandsentschädigung von 3505 Euro hinzu.

Mehdorns Chef, der Verkehrsminister Tiefensee verdient also 4,7 % des Monatsgehalts seines Angestellten.

In der Rückschau auf die Causa Wiesheu haben wir auch gleich gelernt was einen als Bahnvorstand qualifiziert: Dreistigkeit und Unfähigkeit.
Da war es natürlich naheliegend, daß Merkel ihren sicherlich schlechtesten Minister aus der schwarzgelben Zeit ebenfalls zur Pannenbahn schickt.

So richtig vorbei ist es mit der großen Politik für Ronald Pofalla offenbar doch nicht. Verabschiedete sich der 54-Jährige nach dem Ende von Schwarz-Gelb noch mit der Ansage, sich aus familiären Gründen von der politischen Bühne zurückzuziehen, ist er nun in prominenter Position wieder da. Der Ex-Kanzleramtschef wechselt Berichten zufolge auf einen üppig dotierten Vorstandsposten bei der Deutschen Bahn.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die Saarbrücker Zeitung berichten, soll Pofalla für politische Kontakte in Berlin und vor allem in Brüssel zuständig sein. Dafür werde ein entsprechender Posten neu geschaffen.

Mauschelmerkel, die sich im Zenit ihrer Beliebtheit befindet, kann es sich offenbar erlauben nach Herzenslust Millionen Steuergelder für Versorgungsposten von total gescheiterten CDU-Altkadern zu schaffen.
Diese mütterliche Fürsorge für den leider für die Politik zu Verblödeten wird Merkels Zustimmungswerte vermutlich auf über 80% boosten.
Die Wähler wollen verarscht werden.

Naja, was soll’s? Immerhin hat man auch bei Schwarzrot ordentlich was zu lachen.
Ernst nehmen kann man diese Kanzlerin ja schon lange nicht mehr.



alf frommer @siegstyle
Nach McDonald´s hat nun ein weiteres Unternehmen einen Clown namens Ronald als Maskottchen.

Alexander Dommes @veloc1ty
Hätte man Pofalla nicht besser in den BER Vorstand berufen sollen? Dann hätte er die Baustelle für beendet erklären können.

Margot Honecker @HoneckerMargot
Herr Pofalla geht zur Bahn. Kaufen Sie sich schnell ein Auto.








Mittwoch, 1. Januar 2014

Impudenz des Jahres 2013


Und schon wieder einmal zeigt der Kalender einen „1.1.“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Jahres zu küren.

Und es ist, wieder einmal, die Urteilsschwäche der wahlberechtigten Bürger!

Anschließend an meine Ausführungen von gestern, die darlegten, wie Deutschland zu einer Demokratie der Besserverdienenden wird, sei darauf hingewiesen wie leicht man die Bürger zwischen Flens- und Freiburg zufrieden stellen kann.

Es reicht dem Urnenpöbel offenbar als Sympathiekriterium, wenn überhaupt irgendeiner im Amt ist.

In der TNS-Forschungsumfrage (1000 Befragte ab 18 Jahren 17.-18. 12.13 für den SPIEGEL 1/2014) purzeln die Beliebtheitsrekordmarken nur so.
„Beliebt“ ist demnach ein Politiker, von dem sich die Befragten wünschen er möge „zukünftig eine wichtige Rolle spielen“.
Auf Platz 1 schoß die Kanzlerin mit 78% (+11 Prozentpunkte)!
Es folgen Gauck mit 76% und Schäuble mit 69% (+9 Prozentpunkte).
Von der Leyen, die totale verteidigungspolitische Laiin, die durch extreme Wissenslücken bei ihrem vorweihnachtlichen Blitzbesuch in Afghanistan auf sich aufmerksam machte, legte acht Prozentpunkte auf nun 64% Beliebtheit zu.
Für mich als Sozi noch erstaunlicher ist aber der ungeheure Gabriel-Boost.
Der bisher als Urnengift geltenden Parteichef mit dem Loser-Image legte unfassbare 24 Prozentpunkte auf nun 62% zu und ist plötzlich der sechstbeliebteste Politiker Deutschlands.
Was mich während der SPD-Mitgliederbefragung und der Koalitionsverhandlungen störte – der unehrliche Umgang mit uns, so daß uns Ministernamen und alle konkreten Absichten vorenthalten wurden; was mich so sehr störte, daß ich schließlich bereit war den Parteiselbstmord zu riskieren und mit „Nein“ stimmen ließ, hat also dem Urnenpöbel besonders gut gefallen.
Die Partei wird durch Lügen in einen Vertrag gezwungen, der laut Wahl-O-Mat mehr Gemeinsamkeiten mit PBC, AfD, CDU, FDP und Republikanern als der SPD hat und alle sind glücklich.
So ist das Volk der Deutschen. 
Wenn man sie wie Champions behandelt – also im Dunkeln läßt und mit Scheiße füttert – fühlen sie sich wohl und gedeihen.

Die Wähler mögen die Gewählten, weil sie gewählt sind.
So einfach ist das. Merkel ist nun in ihrer dritte Periode und das reicht aus, um vor ihr im Staub zu liegen.

Dabei betrügt sie kontinuierlich das Volk und bricht laufend ihren Amtseid, indem sie ihre verfassungsgemäßen Aufgaben verweigert.

[….] Seit 2005 ist sie Bundeskanzlerin. Seitdem könnte sie die Richtlinien der Politik bestimmen. Aber tut sie das auch? Zweifel sind erlaubt. Das Handlungsmuster der Regierungschefin, es besteht in erster Linie aus Zaudern und Abwarten. Bis sie Gewissheit hat, dass eine inhaltliche Festlegung, wenn sie denn nicht mehr zu vermeiden ist, ihre Macht nicht gefährdet. Sie ist eine Last-Minute-Entscheiderin.
[….] Exemplarisch lässt sich Merkels mangelnde Führungskraft am Management der Euro-Krise ablesen, der größten Herausforderung ihrer gesamten Kanzlerschaft. Die Geschichte von Merkels Krisenmanagement ist die Geschichte des Leugnens, des Lavierens und des Revidierens. Immer dann, wenn sie sich schließlich doch zu einer Entscheidung durchrang, reagierte sie lediglich auf den Druck der Märkte oder anderer politischer Mächte. Niemand weiß, wofür die Kanzlerin in der Europapolitik eigentlich steht. Ihre Politik erklärt hat sie den Bürgern nicht. Merkels Europapolitik ist eine unverstandene Abfolge von Kurskorrekturen.

Man steht hilflos und verzweifelt davor: Auch im Jahr Neun ihrer Kanzlerschaft drückt sich Merkel in grotesker Weise um ihren Job.
Beispiel Snowdensche Enthüllungspapiere.

[….] Der Inhalt der Papiere übersteigt praktisch jede abseitige Verschwörungstheorie, die für verwirrt gehaltene Nerds in den letzten Jahren in dunklen Chats und anonymen Kellern geäußert haben mögen. Wanzen in USB-Steckern, Postpakete, die geöffnet werden, um Spähgut einzubauen, spionierende Monitorkabel, völlig neue Arten von Überwachungsgerät, die auch offline funktionieren und per Radar aktiviert und ausgelesen werden können und in der Lage sind, Stimmen aufzuzeichnen, der Einbau von sogenannten Backdoors in die Hardware praktisch aller großen US-Tech-Unternehmen von Dell bis IBM, ein eigenes, sekundäres NSA-Internet neben dem bekannten Internet, das nur für die weltweite Bürgerüberwachung existiert. Und so weiter. Denn es wird noch weiter gehen.
"Zeit Online" hat es in einer Überschrift aufpunktiert: Das Internet gehört der NSA. [….] Leider findet die spät, aber doch aufkommende Skepsis des Souveräns, der Wählerschaft, so gar kein Echo bei der Person, die genau dafür verantwortlich wäre. Der vorab an Medien verschickte Text der Neujahrsansprache von Kanzlerin Merkel behandelt eine Reihe von Themen, die 2013 und 2014 relevant waren und sind…[….] Der Spähskandal, die größte digitale Gesellschaftskrise des 21. Jahrhunderts, kommt in der verbreiteten Version mit keinem Wort vor. Schlimmer noch: Im Text steht wirklich, ernsthaft - nach einem solchen Jahr! - der Satz: "Das ist auch der Grund für die vielen guten Nachrichten in diesem Jahr." [....]
Merkels Schweigen macht aggressiv, weil es ein aggressiver Akt ist. Diese Impertinenz, diese regelrechte Verachtung der Öffentlichkeit: Merkel vergleicht gegenüber Obama am Telefon die NSA-Aktivitäten stocksauer mit der Stasi und erklärt der Bevölkerung, wie irre gut das Jahr gelaufen sei. Angela Merkel spielt der Öffentlichkeit vor, alles sei in Ordnung, während sie selbst ganz offensichtlich längst anderer Überzeugung ist. Stasi-Vergleiche gegenüber einem US-Präsidenten, das ist auf der Merkel-Skala der Entrüstung von eins bis zehn eine gute Zwanzig. Um es einzusortieren: Gerhard Schröder wäre zu seiner Amtszeit bei Bekanntwerden eines solchen Vergleichs von der CDU mit Wutschaum und Rücktrittsforderungen bespritzt worden. [….]

So einfach ist das in Deutschland: Man verweigert sträflich die Arbeit und wird dafür auf Händen getragen.

Und dann die Bayern, die gerade mit ihrem xenophoben Anti-Europakurs Furore machen.

WO HOCH DIE KANZEL UND NIEDRIG DER VERSTAND
DA IST DAS BAYERISCHE OBERLAND
(Urban Priol, Tilt! 2013)

Auch Horst Seehofer legte gehörig im Politiker-Beliebtheitsranking zu und ist nun mit 51% Zustimmung in der Top Ten.
Die absolute Mehrheit holte er in Bayern natürlich für seine CSU zurück.

Liebe CSU,
Eure Landeshauptstadt wurde von einem Braunschweiger gegründet, Euer Land von einem Schwaben, Eure heutigen Landesgrenzen von einem Franzosen definiert, der wirtschaftliche Aufschwung Eures Landes wurde von Preußen bezahlt, genau wie Eure touristischen Attraktionen. Eure Religion kommt aus dem Nahen Osten und Eure Kirche aus Italien.
Ihr habt wirklich allen Grund, auf alles Fremde zu schimpfen...
Ein kleiner Nachtrag. Bayern ist heute kein souveräner Staat, weil sich das Königreich Bayern nicht gegen das mächtige Preußen behaupten konnte.
Das mächtige Preußen war nicht immer groß. Es war ein kleiner Loser-Staat, der im Gegensatz zum restriktiven Bayern durch eine liberale Einwanderungspolitik und durch Religionsfreiheit einen einzigartigen Aufstieg realisierte.
Quod erat demonstrandum, Hasis.

Das Einzige, das noch absurder als die obrigkeitsgeile Liebe der Deutschen zu ihren Führern daher kommt, ist der Umstand des demoskopisch wieder gemessenen Einzugs der FDP in den Bundestag.
WIESO DAS????

Die FDP kommt erstmals seit der Bundestagswahl einer Umfrage zufolge wieder auf fünf Prozent. Kurz vor ihrem traditionellen Dreikönigstreffen gewinnen die Liberalen in der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin "Stern" und den Sender RTL zum zweiten Mal in Folge einen Punkt hinzu.
Damit könnte die FDP, die im September an der Fünfprozenthürde gescheitert war, wieder in den Bundestag einziehen, wenn am Sonntag gewählt würde. [….]

Oh Deutsches politisches Urteilsvermögen!
Geh doch zu Hause, du alte…