Dienstag, 6. November 2018

Pfeifende Hunde

Es gibt diese CNN-Worte, die man seit Trump erstaunlich oft hört:  „unprecedented“, „unpresidential“ und „flabbergasting“, „salacious“, bzw „salacious indictment“, oder auch „raid“.
Sehr oft geht es auch um die Frage was „racism“ ist, weil Trumps erbärmliche Epigonen immer noch vor Empörung bebend bestreiten, ihr Idol wäre Rassist.
Das in diesem Zusammenhang vergesellschaftete Wort lautet „dog-whistle politics“.

Hundepfeifen-Politik bedeutet in Amerika, mit Codewörtern oder bestimmten Formulierungen, die zunächst einmal unverdächtig wirken, auf verstecktem Weg ganz besondere Zielgruppen anzusprechen.
Einiges ist offensichtlich.
Lobt man die amerikanische Verfassung und die Verfassungszusätze – also eigentlich eine Selbstverständlichkeit für alle amerikanischen Politiker – hören Waffennarren, das Second Amendment werde nicht angetastet – also keinerlei Einschränkungen beim Waffenbesitz.
Lobt man konföderierte Kriegshelden oder zeigt die Konföderiertenflagge, ist das nicht unbedingt einfach nur eine Verbeugung vor den südlichen Bundesstaaten der USA, sondern wird von weißen Rassisten als Chiffre für Rassentrennung und die Minderwertigkeit von Schwarzen verstanden.
Überdeutliches Betonen von Familien – wogegen auch prinzipiell niemand etwas sagen kann, verstehen Evangelikale als homophobes Statement, weil sie ausdrücklich Schwule und Lesben nicht als Familien akzeptieren.
Wünscht man nicht einfach „Merry Christmas“, sondern stellt das als Tabubruch oder mutige Tat dar, wissen christliche Fanatiker, daß der Redner sich gegen Atheisten und Muslime wendet. Diese führen nämlich in ihrer verqueren Sicht einen „war on christmas“.

Dog-Whisle bleibt stets vage, so daß man später auf der großen nationalen Bühne glaubhaft versichern kann, man habe keineswegs Rassismus unterstützen wollen, während die angesprochenen Rassisten aber klar verstanden hatten, daß genau das geschehen war.

Dog-whisteling gehört zu Trump wie seine oranges Spray-Tanning. Er triggert mit perfiden Formulierungen permanent das Schlechteste in schlechten Menschen.

Sein Rassismus ist allerdings so weit fortgeschritten, daß er keine Metaphern oder verklausulierte Formulierungen mehr benötigt.
Dafür kann man ihm fast dankbar sein. Er ist eben nicht nur ein mieser Charakter, sondern auch gleichzeitig zu dumm, das einigermaßen gut zu kaschieren.
Und so deutet er nicht nur an, was er von Schwarzen oder Latinos hält, sondern redet von „Shithole-Countries“ (im Gegensatz zu Norwegen), beschreibt Lateinamerikaner als Vergewaltiger.

Trumps Antisemitismus ist noch ein Stück perfider. Er überbetont seine Verbundenheit zu Israel (weil er weiß wie sehr er Muslime damit ärgert) und wirft bei jeder Gelegenheit das Argument in die Waagschale, sein Schwiegersohn Jared wäre schließlich Jude – genau wie seine Tochter und die Enkel.
Also könne er kein Antisemit sein.
Dabei war der Anschlag auf die Lebensbaum-Synagoge des Quartiers Squirrel Hill, als ein 46-jähriger Weißer  «Alle Juden müssen sterben» schrie und elf Menschen ermordete nur die Spitze des Eisbergs.

[….] Für das Jahr 2017 verzeichnete die Anti-Defamation League 1986 antisemitische Vorfälle in den USA, 57 Prozent mehr als im Vorjahr. Hakenkreuze werden auf Mauern gesprüht und in Notizbücher von Studenten gekritzelt. Mit erschreckender Regelmässigkeit wüten Vandalen auf jüdischen Friedhöfen. Vor einer Woche entdeckte der Friedhofswart in Orange, Texas, umgestürzte Grabsteine und abgebrochene Blumenvasen. Obwohl sie bloss zwei Prozent der Bevölkerung ausmachen, sehen sich Juden in den USA öfter von Hassern angegriffen als jede andere religiöse Minderheit.


Die Urheber der antisemitischen Vorfälle werden zumeist in rechtsradikalen Kreisen vermutet, unter Hetzgruppen, Neonazis, weissen Nationalisten, Skinheads. «Sie sind alle Antisemiten – dies bindet sie zusammen», erklärt Heidi Beirich vom Southern Poverty Law Center. Die Direktorin der auf Hass-Gruppen spezialisierten Organisation sagt: «Sie alle glauben, dass Juden hinter dem Negativen im Land die Fäden ziehen.»
Verschwörungstheorien wittern Morgenluft unter Trump, der seine politische Karriere mit «Birtherism» begann. Der heutige Präsident war einst der lautstärkste Promoter der Theorie, dass Barack Obama statt auf Hawaii in Afrika geboren wurde und seine Geburtsurkunde eine Fälschung sei. Noch vergangenen Monat behauptete er ohne Faktengrundlage, dass die mittelamerikanischen Migranten in den sogenannten Karawanen vom jüdischen Milliardär George Soros finanziert seien.
Donald Trump befördert Hetzer auch, weil ihn die Rassisten unter seinen Fans nicht bekümmern. Trump glaube, dass er sie alle für seinen Erfolg brauche, schreibt der Journalist Jonah Goldberg. [….]

Während Trump mit seiner Ivanka und seinem Kippa-tragenden Jared kondoliert, hetzt er aber gegen Juden wie gegen alle Feindbilder der White Supremacists. Als diese „JEWS WILL NOT REPLACE US“-skandierend durch Charlottesville zogen, erklärte er darunter wären „very fine people“.
Selbst für Trump-Verhältnisse ist das hinterrücks Anstacheln des Judenhasses ein besonders mieser Zug.


 [….]  Bereits als Kandidat bediente Donald Trump antisemitische Klischees und Verschwörungstheorien. In den USA spricht man hier von "Hundepfeifen-Politik", deren Botschaften nur von denjenigen gehört werden sollen, die dafür empfänglich sind - allen anderen gegenüber kann man den antisemitischen Unterton leugnen. So verbreitete Trump im Wahlkampf ein Bild von Hillary Clinton, das sie - mit einem Davidstern versehen - als "korrupteste Kandidatin aller Zeiten" bezeichnete. In seinem letzten Wahlkampfspot versprach er der Bevölkerung Schutz vor der Ausbeutung durch eine globale Elite, die an den "Hebeln der Macht" sitze. Im Hintergrund wurden die Gesichter des Philanthropen George Soros, der damaligen Präsidentin der US-Zentralbank, Janet Yellen, und von Lloyd Blankfein eingeblendet, des Vorstandschefs von Goldman Sachs. Alle drei sind jüdisch.
Dabei wäre es ein Fehler davon auszugehen, dass Trump auf diese Weise vor allem ultrarechte Splittergruppen wie die Alt-Right-Bewegung oder Fanatiker wie Bowers erreichen will. Es geht um ein viel größeres Reservoir an Wählerstimmen: Experten schätzen, dass etwa elf Millionen weiße Amerikaner zumindest teilweise durch rassistische Botschaften oder die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien mobilisiert werden können. Auf diese Stimmen latent oder offen fremdenfeindlicher Wähler will man im Trump-Lager angesichts extrem knapper Stimmenverhältnisse nicht verzichten. Dabei nimmt Trump offenbar in Kauf, radikale Rassisten und Antisemiten zu stärken. Besonders virulent ist in diesen Kreisen die Verschwörungstheorie des "White Genocide". Diese besagt, "die Juden" würden durch einen gezielten Bevölkerungsaustausch weiße Amerikaner durch nicht-weiße Einwanderer ersetzen wollen. Darum skandierten die Teilnehmer der rechtsextremen Demonstration in Charlottesville im August 2017, bei der eine Gegendemonstrantin zu Tode kam, "Jews will not replace us". [….]

Montag, 5. November 2018

Kann man sich nicht ausdenken – Teil II


Nicht zu fassen. Da zerbricht fast die ganze Bundesregierung, weil ein rechtsauslegender B9-Beamter Seehofers alle drei Regierungsparteien um den Verstand bringt.

 Seit zwei Monaten geht das Theater schon.

(….. ) Heute bin ich zu müde mich noch mal mit der Causa Maaßen auseinander zu setzen.
Schon drei große Koalitionskrisensitzungen, die Deutschland an den Rande der Regierungsfähigkeit bringen, weil die schwache Rudimentärkanzlerin nicht in der Lage ist einen einzigen B9-Beamten zu feuern, der drauf und dran ist die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde lahmzulegen mit seinem Starrsinn.
Hätte Maaßen auch nur das kleinste bißchen Anstand und Integrität in sich, würde er seinem Land den Dienst erweisen zurück zu treten und damit den gordisch-germanischen Megaknoten auflösen.
Das hartnäckig zu verweigern ist schon Beleg genug dafür, daß er in der Regierung nichts verloren hat.

Nun also wieder ein fauler Kompromiss; Maaßen wird nicht B11-Staatssekretär, sondern B9-Sonderberater Seehofers.

[….] FDP-Chef Christian Lindner kritisierte die Versetzung. "Es wird der Posten eines Frühstücksdirektors geschaffen", twitterte Lindner. "Das offenbart den Charakter der GroKo. Abgekoppelt von realen Problemlösungen geht es nur noch um Gesichtswahrung und Beschwichtigung." [….]

[….] Ähnlich äußerte sich auch die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt: "Die Groko hat kein Problem gelöst, das real existiert, sondern nur welche, die sie selbst geschaffen hatte. Merkel, Seehofer, Nahles, Maaßen", schrieb sie auf Twitter. In einem anderen Tweet von ihr hieß es: "Und Maaßen bleibt. Das schafft wieder neue Probleme. Es bleibt der, der das Parlament bei Amri belogen hat, der die AfD coacht und rechte Verschwörungstheorien verbreitet".
"Merkel und Nahles sind offenbar begriffsstutzig. Dieses Postengeschacher versteht kein Mensch", hieß es von Linken-Chef Bernd Riexinger. "Es geht im Fall Maaßen nicht nur um die Gehaltserhöhung. Der Mann verbreitet aus höchster Position rechte Fake-News und sollte daher kein öffentliches hohes Amt mehr bekleiden." [….]

Alle anderen Menschen konnten den neu anschwellenden Shitstorm vorhersehen. Nur eben die drei Parteivorsitzeden der Regierungsparteien nicht.

Wie konnte das passieren?

Seehofer, der schon lange soziopathische Züge trägt, ist endgültig im Nero-Modus. Sein geliebter Ministerpräsidentenjob ist weg, er wird wissen, daß er in vier Wochen nach der Bayernwahl auch den CSU-Parteichefjob verliert, mutmaßlich auch seinen Regierungsjob.
Er ist getrieben von destruktivem Hass auf Merkel, die er einfach nicht loswird.
Lieber sprengt er die Bundesregierung und zieht CDU und SPD mit in den Abgrund, als selbst zum Wohle des Ganzen zurückzutreten. (….)

Herr Maaßen klebte weitere sieben Wochen an seinem Posten und mutierte zu dreierlei verschiedenen Personen:

1.) Ikone der Identitären und ultrarechten Verschwörungstheoretiker. Für sie ist die SPD linksradikal und verfassungsfeindlich.


[….] Die Vorsitzenden der drei Parteien, die die Bundesregierung in Deutschland bilden, Frau Merkel, CDU, Herr Seehofer, CSU, und Frau Nahles, SPD, hatten am 23. September beschlossen, dass ich als Präsident des Bundesverfassungsschutzes abgelöst werden soll. Damit ist eine Regierungskrise in Deutschland beendet worden. Die SPD hatte mit einem Bruch der Koalition gedroht, wenn ich weiter im Amt bleiben würde.
[….] Gegenüber den zuständigen Parlamentsausschüssen stellte ich in der folgenden Woche klar, dass ein Kampf gegen Rechtsextremismus es nicht rechtfertigt, rechtsextremistische Straftaten zu erfinden. Die Medien sowie grüne und linke Politiker, die sich durch mich bei ihrer Falschberichterstattung ertappt fühlten, forderten daraufhin meine Entlassung. Aus meiner Sicht war dies für linksradikale Kräfte in der SPD, die von vorneherein dagegen waren, eine Koalition mit der CDU/CSU einzugehen, der willkommene Anlass, um einen Bruch dieser Regierungskoalition zu provozieren. Da ich in Deutschland als Kritiker einer idealistischen, naiven und linken Ausländer- und Sicherheitspolitik bekannt bin, war dies für meine politischen Gegner und für einige Medien auch ein Anlass, um mich aus meinem Amt zu drängen. [….]



2.) zukünftiger Politstar der AfD. Er stellt einen Wechsel in die aktive Politik in Aussicht und wird von der Partei, die wegen ihrer faschistischen Umtriebe bald womöglich vom Verfassungsschutz überwacht wird bereits umworben.
Dann würden die Verfassungsschützer zukünftig ihren alten Chef beobachten.

 [….] AfD-Chef Jörg Meuthen hat den scheidenden Verfassungsschutz-Chef zur Mitarbeit in seiner Partei eingeladen. Meuthen findet: Hans-Georg Maaßen würde gut in seine Partei passen. [….]

Willkommen in Schilda.

3.) allgemeine Witzfigur.

[….]  7 Dinge, die Maaßen außer der SPD noch für linksradikal hält
[….] 1. Die katholische Kirche
[….] 2. Tauben
Sie scheißen auf Autos, paaren sich im Freien, leben in Kommunen und nutzen keinerlei kapitalistische Zahlungsmittel. Noch Fragen? Nicht umsonst werden Tauben auch die Punks der Lüfte genannt (von Maaßen).
3. Seine Nachbarn
Die Lehmanns vom Haus schräg gegenüber haben grundlos hohe Hecken und daher ganz offensichtlich etwas zu verbergen. Taktische Observierungen mit Fernglas, Nachtsichtgerät und Infrarotkamera haben außerdem zutage gefördert, dass sie Fair-Trade-Kaffee trinken und den Spiegel lesen. Kommunistische Linkssozialisten, extremistische!
4. Normal große Brillen
Was hatten Erich Honecker, Walter Ulbricht und Tito gemeinsam? Genau: Sie trugen normalgroße Brillengestelle. Darum schöpft der erfahrene Verfassungsschützer Maaßen stets Verdacht, wenn er durch die 50-Cent-Stück-großen Gläser seiner Brille einen Träger eines normal bemessenen Brillengestells erspäht. Die Bolschewisten lauern überall!
[….] 7. Horst Seehofer[….]

Mit ihrer völligen Unfähigkeit die Brisanz des Themas Maaßen zu erkennen, ihrer Schwäche Horst Seehofer gegenüber und der erbärmlichen Entscheidungsunfähigkeit hatten Merkel und Nahles diese Groko maßgeblich in den Abgrund gestürzt und sehr viel dazu beigetragen, daß es für alle drei Groko-Parteien in Hessen und Bayern so derbe Arschtritte des Wähler gab.

Wie soll man auch zwei Frauen zutrauen eine große Industrienation zu führen, wenn sie noch nicht mal in der Lage sind einen mittleren aufmüpfigen Beamten ruhig zu stellen und sich deswegen paralysiert und phlegmatisch zwei Monate lang von einem außer Rand und Band geratenem Innenminister auf der Nase rumtanzen lassen?

An dieser Petitesse manifestiert sich das ganze Elend der Groko unter dieser desaströsen Führung. Seehofers Maaßen-Handling ist die Apotheose des Scheiterns dieser Bundesregierung.

Natürlich tragen Maaßen und Seehofer die Primärschuld an dieser grotesk verfahrenen Lage. Beide sind tatsächlich nicht zurechnungsfähig.

[….] Wenn dieser Mann nicht nur der Wichtigtuer ist, als der er sich in den vergangenen Jahren hervorgetan hat, sondern das Demokratieverständnis der Mitarbeiter seines Hauses repräsentiert, wenn beim Verfassungsschutz insgesamt so gedacht wird wie im Kopf des nun abgesetzten Chefs, dann ist unsere Demokratie in ernster Gefahr.
Selbstverständlich konnte so ein Mann nicht mehr weiter vom Staat beschäftigt werden, nicht als Verfassungsschutzpräsident und auch nicht im Innenministerium: Wer in der kreuzbraven SPD "linksradikale Kräfte" entdeckt, also solche, die ein Problem aus linker Perspektive bis zu seinen Ursachen denken und grundsätzlich lösen wollen, der sieht Dinge, die es ganz offensichtlich nicht gibt. Sein politisches Koordinatensystem hat sich so weit nach rechts verschoben, dass er Olaf Scholz bei hellem Tageslicht mit Che Guevara verwechseln könnte. [….]

Aber Merkel hat es mit sich machen lassen und Nahles hat nie begriffen wie toxisch die Regierungs-PR für ihre Partei ist.

Daß Merkel nach ihrem Verzicht auf den CDU-Parteivorsitz immer noch nicht die Reißleine zieht, immer noch tumb, müde und desinteressiert den völlig irre gewordenen Superminister Seehofer agieren lässt, zeigt daß sie offensichtlich immer noch keine Ahnung hat wie weit sie den Karren in den Dreck gefahren hat.
Was hat sie denn jetzt noch zu verlieren?


Die Parteichefinnen von CDU und SPD hätten jetzt die Chance wenigstens einmal das Richtige zu tun und mit einer Tabula Rasa Handlungsspielraum zu schaffen. Sie müssten den CSU-Chef sofort aus der Regierung werfen.

Sonntag, 4. November 2018

Interessiert zwar niemanden, aber Fakten.

Natürlich bin ich mir vollkommen bewußt darüber, daß es Rechtsradikale und Lügner gibt, die damit großen politischen Erfolg haben.
Ich muss mich aber noch daran gewöhnen wie einfach Lügen heute geworden ist.
Einst bezeichnete man in der Post-NSDAP-Zeit Typen wie Haider oder Fortuyn als Demagogen.

Demagogie ist inzwischen, anders als in der Antike zwar sehr negativ konnotiert, aber man versteht darunter immer noch eine gewisse Kunstfertigkeit, für die es Talent und Planung braucht.
In Deutschland sind auch die Begriffe „Propaganda“ oder „Agitprop“ seit der NS-Zeit verseucht, weil jeder den ultimativen Schaden kennt, der damit angerichtet wurde – nämlich 60 Millionen Tote und ein völlig zerstörter Kontinent.

Niemand würde aber die große Begabung Hitlers, Goebbels oder Riefenstahls bestreiten.
Leni Riefenstahl ersann vor 100 Jahren im Alleingang Methoden und Techniken, die bis heute der Goldstandard in Foto, Film und Werbung sind.
Die bewegten Kameras, die Schnitttechnik, die Filter, die Perspektiven – alles was wir heute aus Hollywoodfilmen kennen und schätzen, läßt sich letztendlich auf Riefenstahls Innovationen zurückführen.

Junge Menschen kennen Hitler- und Goebbels-Reden heute als Kuriosum, weil sie alle diese kurzen Ausschnitte gesehen haben, in denen die Protagonisten laut schreien und wild fuchteln.
Vor 90 Jahren aber gab es nicht diese 30-Sekunden-Clips; die Menschen gingen persönlich zu den Veranstaltungen und hörten sich vollständige Reden an, in denen Hitler natürlich nicht von Anfang an hysterisch schrie, sondern seine Auftritte choreographierte. Er schmeichelte, heuchelte, baute einen Klimax auf.

Daher war auch Jörg Haider so eine Gefahr, weil er nach vielen häßlichen, alten fiesen Rechtsradikalen ein charismatischer, gutaussehender und hochtalentierter Rhetor war.

Das ist eine äußerst gefährliche Mischung und macht erst den perfekten Volksverhetzer aus. So einer kann die Massen triggern, jedem einzelnen das Gefühl geben persönlich angesprochen zu sein und dabei völlig glaubwürdig wirken.

Der Rechtsradikalismus à la Trump, Gauland und Farage bedeutet insofern eine neue Qualität, weil diese Herren so unfassbar schlecht und sofort durchschaubar lügen.
Trump verfügt nur über sehr reduziertes Vokabular, hat eine geradezu grotesk abstoßende Physiognomie (wie auch Wilders oder Johnson), gestikuliert lächerlich einfältig und wird auch noch ständig in äußerst lächerlichen Positionen ertappt. Er steigt mit angeschissenem Klopapier am Schuh in ein Flugzeug, lässt einen Schirm fallen, greift nach Mays Hand, weil er keine Treppen gehen kann, sabbert.
Dazu verkünden diese Herren derart hanebüchenen Unsinn, daß noch nicht mal deren glühendste Anhänger das wirklich glauben können.
Gaulands Rede auf dem Kyffhäuser Treffen, welche die ultrarechte Strömung „Der Flügel“ begeistert verbreitet, ist so absurd, daß ich sie immer wieder ausschnittsweise in Satiresendungen wie der Heute-Show oder Extra3 höre.

Das ist die neue Qualität der Demagogie und Hetze im Zeitalter der Filterblasen und sozialen Medien – sie braucht nicht gut zu sein. Selbst miserabel vorgetragene Gaga-Lügen werden begeistert geschluckt und multipliziert.
 Die renommierte FAZ druckt das vollständige Skript im Wortlaut ab.


[…..] Liebe Freunde, die Bundeskanzlerin will vollendete Tatsachen schaffen, bevor sie abtritt. Sie will den Bevölkerungsaustausch unumkehrbar machen… Wir sollen als Volk und als Nation allmählich absterben… Die Bundesregierung will, dass wir für die Einwanderer arbeiten, damit die in Ruhe Kinder in Welt setzen und Bevölkerungsaustausch vollenden können...“  [….]
(AG, Kyffhäuser 2018)

Niemand kann mir vorwerfen Sympathien für die CDU-Chefin zu hegen, aber zu erklären, sie wolle das deutsche Volk sterben lassen, ist fortgeschrittener Irrsinn.

Wenn die Partei, der er vorsitzt mühelos in alle 16 Landtage mit jeweils zweistelligen Ergebnissen einzieht, gibt es ein grundsätzliches Problem mit der deutschen Bildungspolitik und der Medienlandschaft.
Ja, die meisten Deutschen haben sich gut mit den Zufluchtsuchenden arrangiert, aber eine große Minderheit ist offenbar bereit völlig schwachsinnigen Naziparolen Glauben zu schenken.

Den Nazis – Rassisten/Demagogen/Lügner haben keinen euphemistischeren Begriff verdient  - ist es gelungen ein Narrativ zu etablieren, nach dem Angela Merkel im Jahr 2015 urplötzlich die Grenzen geöffnet habe, um Millionen Flüchtlinge ins Land einzuladen.
Dies wird inzwischen durchaus auch von seriösen Medien fahrlässig so übernommen, auch wenn sich Merkel, gelegentlich sogar assistiert von Christian Lindner wehrt und richtigstellt.
Die Grenzen waren natürlich im Jahr 2015 schon lange „auf“. Die generelle Reisefreiheit ohne irgendwelche Grenzkontrollen ist schließlich der Kern des Schenkenabkommens und der EU.
Die Grenzen waren also weder 2015, noch 2014 oder 2013 jemals geschlossen!
Es gab keine Kontrollen, die Merkel hätte abstellen können, keine Grenzbäume, die von der Bundesregierung hochgezogen worden wären.

[….] Während die AfD Merkel als Eidbrecherin bezeichnet, nennt Grünen-Politiker Konstantin von Notz die Theorie, Merkel habe die Grenzen geöffnet, die "Dolchstoßlegende unserer Zeit".
Formulierung Grenzöffnung "grundfalsch" [….] 1985 hatten Frankreich, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Deutschland das Schengen-Übereinkommen unterzeichnet, das den schrittweisen Abbau der Personenkontrollen an den Binnengrenzen zwischen den Vertragsstaaten vorsieht. Seit 1995 ist dieses Abkommen in Kraft und die stationären Grenzkontrollen sind abgeschafft. Heute umfasst der Schengen-Raum mit 26 Staaten fast alle EU-Mitglieder und einige nicht EU-Länder.
Kolja Schwartz von der ARD-Rechtsredaktion stellte daher bereits im April 2016 fest: Die Formulierung, Merkel habe die Grenzen geöffnet, sei "grundfalsch, weil es schon seit Jahren keine geschlossenen Grenzen mehr gibt innerhalb des so genannten Schengen-Raums. Es konnten also im Jahr 2015 auch keine Grenzen geöffnet werden." [….]

Man kann das alles detailliert nachlesen, wenn man an Fakten interessiert ist. Zum Beispiel in der ZEIT, ebenfalls unter der irreführenden Überschrift „Grenzöffnung“.

[….] In Angela Merkels Büro im siebten Stock des Kanzleramts trifft sich die "Morgenlage", die Runde ihrer engsten Mitarbeiter. [….] Aber die Stimmung an diesem Morgen ist angespannt, die Seelen sind aufgeraut. Zwei Tage zuvor ist an einem türkischen Strand der leblose Körper eines Dreijährigen gefunden worden, rotes T-Shirt, Gesicht nach unten – ertrunken im Mittelmeer, auf der Flucht nach Europa. Acht Tage zuvor hat man in Österreich, auf einem Seitenstreifen der Autobahn A4, einen Lastwagen mit 71 Leichen entdeckt: 59 Männer, acht Frauen, vier Kinder, alle erstickt. Und dann sind da die Bilder vom Bahnhof in Budapest, seit Tagen schon kann man sie im deutschen Fernsehen sehen. Die Flüchtlingskrise sei kein europäisches Problem, sondern ein deutsches, hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán am Vortag gesagt.
Im Kanzleramt sehen sie das völlig anders, und dieser Konflikt, diese wechselseitigen Schuldzuweisungen, werden das ganze Wochenende bestimmen. [….]

Wer nicht ganz so bösartig wie die AfD-Nazis ist oder es gar als „Bahnhofklatscher“ oder „Rotgrünversiffter“ begrüßt heimatvertriebenen in Deutschland Asyl zu geben, ist Merkel heute dankbar und schreibt diese Entscheidungen ihrer christlichen Grundüberzeugung zu.

Das ist natürlich schon deswegen Unsinn, weil sich Merkel in den folgenden drei Jahren mit maximalem antihumanen Impetus mühte alle Grenzen zu blockieren, den Flüchtlingen das Leben schwer zu machen, Familien zu trennen, Kinder von ihren Eltern wegzureißen, bestens Integrierte Migranten abzuschieben und jedes Jahr tausende unschuldige Menschen im Mittelmeer elend ersaufen zu lassen.

Dennoch sitzt beispielsweise auch die bedeutende und kompetente CNN-Journalistin Christiane Amanpour der Legende von einer christlich überzeugten Gut-Kanzlerin auf und befragt zum Ende ihres CDU-Vorsitzes den SZ-Journalisten Stefan Kornelius dazu.

[….] AMANPOUR: [….] Because clearly, you remember way back in 2000, you quoted it, she quoted it, she talked about her vision as being the market plus humanity. So, she's obviously a conservative economist, if I could put it that way, but she has tried to have a compassionate, Christian, humane government and policy.  And of course, we saw that when she allowed these immigrants fleeing war and devastation in their own country in 2015 to come in. That seems to  have backfired on her. How does she go forward with that very issue now?

KORNELIUS: Well, on immigration issue, you are right. It totally backfired and she not only was liberal or welcoming to those migrants because she was liberal mind or had an open heart, but because she's a very pragmatic and clear-thinking woman. Not the German chancellor, not a single politician in Europe would have been able to stop 15,000 migrants a day crossing the German border.
So, I guess she didn't close the borders or didn't send them back for several reasons. She would have destabilized vast parts of east and southeast Europe, she would have sent an extremely devastating message about Germany's culture to the outside world. And she couldn't have lived up to the promises in the end anyway because those people would have turned around and come through the back door. You cannot seal off Germany. This is not possible.
So, what she did is she put in policies in place with Turkey, with other neighboring countries across the Mediterranean and Northern Africa to
basically channel this flow of migrants and actually trickle it down. It's definitely it's too many people coming to Europe. Now, that took time.
And that was the basic mistake, she communicated badly and she now pays a huge price for that.  She lost power for that in Germany. This is the single issue which has turned against her and it will be the issue which she will be compelled to deal with for the remaining time in her office. But
[….] things she could do or have to do with European unity, with the rise of populism in Europe. [….]

Ich stimme Stefan Kornelius in dieser causa vollständig zu. Der Syrienkrieg lief damals schon 5 Jahre, Millionenfaches Sterben fand statt, Kinder lagen krepiert an den Mittelmeerstränden rum und Merkel musste erkannt haben, daß es keinen EU-Konsens gibt die Flüchtlinge zu verteilen und anzuerkennen.

Sie wird einfach abgewogen haben, daß eine abrupte Grenzschließung a) technisch und rechtlich unmöglich war und b) aus den drei von Kornelius genannten Gründen noch schlimmer gewesen wäre.

Dafür musste sie weder multikulti-freundlich, humanistisch oder christlich eingestellt sein. Sie musste nur in ihrer bisherigen Amtszeit alle Bemühungen für einen Frieden im Irak/Syrien in den Sand gesetzt haben  - das war bereits geschehen – und fahrlässig die europäische Solidarität ruiniert haben, indem sie Hardliner wie Hans Peter Friedrich das Dublin-Abkommen betonieren ließ, damit den Südländern den Stinkefinger zeigte, nachdem Hardliner Schäuble ihnen durch das Austeritätsdiktat ebenfalls den Stinkefinger gezeigt hatte – auch das war 2015 bereits passiert.
Nun konnte Merkel keine schnelle Hilfe von anderen Ländern mehr erwarten.

Die Grenzen zu blockieren wäre aber im September 2015 illegal gewesen, hätte die südöstlichen EU-Länder vollends in Chaos gestürzt, durch katastrophale Bilder an den deutschen Grenzen das Ansehen der weltweit größten Exportnation ruiniert und dabei die Flüchtlinge auch nicht aufgehalten, weil es eben keinen Grenzzaun oder Grenzmauern gab. Sie hätten überall nach Deutschland gehen können.

Für Merkel und jeden anderen, der in dieser Situation bei halbwegs klarem Verstand gewesen wäre, blieb als größtes EU-Land nur die Möglichkeit zu sagen „OK, kommt erst mal alle her!“

Es ist rätselhaft wieso die Kanzlerin in den folgenden drei Jahren weiterhin so passiv blieb und weshalb die Regierungsparteien so duckmäuserisch vor der AfD und xenophoben CSUlern krochen, statt klar zu kommunizieren wie die Situation nun mal war.

Samstag, 3. November 2018

Der Umgang mit Rechts.

Der groteskeste Aspekt an der Briefbombenserie des Cesar Sayoc auf 14 prominente Trump-Kritiker war wie wenig überraschend, sondern vorhersagbar die Aktion war.


Der von Trumps Hass-Lügen aufgegeilte MAGA-Mann Sayoc raste vor eleminatorischer Wut auf Schwule, Schwarze, Juden, Liberale, Muslime, Einwanderer und Medien.
Wir sehen hier wieder einmal einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Links- und Rechtsextremen:
Linker Hass richtet sich gegen Mächtige, Rechter gegen die Schwachen.
Dabei sind Rechte deutlich gewalttätiger, weil ihnen humanitäre Werte nichts bedeuten. In all den TV-Panels nach am Tag der Briefbombenserie berichteten Trumpkritiker von der Flut der Mord- und Gewaltandrohungen, die sie täglich erhalten. Linke leben viel gefährlicher als Rechte. Daher brauchen sie viel nötiger Unterstützung der Wähler.


Auch das ist eine Spezialität der Rechten: Terror und Gewalt gegen ganz normale unschuldige Menschen – nur aufgrund ihrer Hautfarbe/Meinung/Liebe.
Linksextreme Hassbotschaften und Morddrohungen sind damit verglichen kaum messbar.

In den Zeiten des deutschen RAF-Linksextremismus in den heißen 1970er Jahren gab es selbst unter den gewalttätigsten Terroristen, von denen es nie mehr als ein paar Dutzend gab – im Gegensatz zu Tausenden gewaltbereiten Rechtsextremen heute – heftige Diskussionen um die Frage der „Kollateralopfer“. Durfte man Polizisten und Personenschützer töten, weil sie dem Schweinesystem dienten? Nur eine Handvoll RAFler beantworteten das mit „Ja“ und als diese Morde passierten, verloren sie schlagartig jede Sympathie in der Unterstützerszene.
Insgesamt wurden von 1971 bis 1993 bei RAF-Terroranschlägen 33 Menschen ermordet.
Von 1990 bis 2015 wurden hingegen hunderte Opfer rechtsextremen Terrorismus gezählt. Die Toten sind Frauen, Kinder, Schwache, Arme, Schwule, Obdachlose, Behinderte, Migranten.

[…..] Die Amadeu Antonio Stiftung zählt 193 Todesopfer rechter Gewalt. Zudem eine Verdachtsfallliste mit 13 weiteren Fällen. […..] Die Dunkelziffer ist weitaus höher. Dies hat nicht zuletzt die Selbstenttarnung des NSU gezeigt. Zudem werden nicht immer die Namen bekannt. Vor allem bei Menschen aus dem Wohnungslosen-Milieu ist dies häufig der Fall. Obdachlose finden als Opfergruppe rechter Gewalt kaum Beachtung. Selten wird ihnen gedacht, über ihr Leben kaum berichtet. […..]  Aufgrund dieses öffentlichen Drucks entschied sich das Bundeskriminalamt zusammen mit allen 16 Landeskriminalämtern, mehr als 3.300 unaufgeklärte versuchte und vollendete Tötungsdelikte zwischen 1990 und 2011 noch einmal auf ein mögliches rechtsextremes Tatmotiv zu prüfen. Schließlich wurden bei 745 Tötungsdelikten und –versuchen (mit insgesamt 849 Opfern) Anhaltspunkte für ein rechtes Tatmotiv gefunden. In diese Überprüfung sind die bisher nicht anerkannten 117 Fälle der Liste der „Todesopfer rechter Gewalt von 1990-2011“ miteinbezogen, die von „Der Tagesspiegel“ und „Die Zeit“ geführt wird. [….]

In der rechten Unterstützerszene gibt es nicht nur gar kein Entsetzen darüber, sondern sie wächst kontinuierlich. Rechtsextreme Parteien haben enormen Zulauf bei Wahlen, jeden Tag finden rechtsextreme Anschläge statt.

Der Linksterrorismus versetzte das ganze Land in Schreckstarre, führte zu bundesweiten Megafahndungen und war über Jahre das bedeutende politische Thema.
Der sehr viel tödlichere Rechtsterrorismus, der aber keine reichen und mächtigen Opfer produziert, wird hingegen relativ achselzuckend hingenommen.
Angela Merkel erscheint kaum jemals an den Tatorten, spricht nicht mit den Hinterbliebenen; ihre CDU redet die Verbrechen klein.

Ein Menschenleben ist eben nicht so viel wert wie ein anderes.
Wenn der mächtige Arbeitgeberpräsident ermordet wird, steht das ganze Land für Jahrzehnte Kopf. Trifft es ein Flüchtlingskind oder einen Obdachlosen, ist das gar keine Meldung wert.

Es sind nicht nur zwei unterschiedliche Meinungen/Weltbilder, die von der rechten und der linken Presse in den USA transportiert werden.

Die einen berichten über Fakten und bewerten diese.
Die anderen haben eine festgelegte Bewertung und passen die Realität ihrer Meinung an.


Was nicht passt, wird passend gemacht.
Bombenanschläge auf Demokraten durch Trump-Fans?
Passt nicht in das FOX-Narrativ, also verbreiten Trumps Fanboys sofort die Theorie es handele sich um eine False-Flag-Aktion, um den Republikanern zu schaden.

[...] Seit Amtsantritt verbreitet Donald Trump pro Tag im Schnitt acht Unwahrheiten. Vor den wichtigen Kongresswahlen erhöht der US-
Präsident    noch mal die Schlagzahl - und bricht seinen Lügenrekord.
[...] In den mehr als 600 Tagen seiner Amtszeit hat Trump pro Tag durchschnittlich 8,3 falsche Behauptungen geäußert, berichtet die "Washington Post". In den vergangenen Monaten hat die Frequenz seiner falschen oder zumindest missverständlichen Aussagen noch einmal zugenommen. Das belegen Auswertungen der "Washington Post" und des kanadischen "Toronto Star".   Demnach waren es in den vergangenen sieben Wochen sogar 30 Lügen am Tag. Insgesamt kommt die "Washington Post" derzeit auf mehr als 6400 falsche oder irreführende Aussagen des Präsidenten. 
Jeder andere seiner Vorgänger hätte für derart viele öffentliche Fehlinformationen wahrscheinlich schon längst seinen Sturz fürchten müssen. Doch für Trump sind die Konsequenzen bisher gleich null - und so erhöht er einfach weiter die Schlagzahl. [...]

Trump, FOX und die GOP agieren, CNN und die Demokraten reagieren.


Die Rechten drehen die Welt weiter in die Scheiße, CNN und MSNBC berichten darüber, wiederholen jede einzelne Trump-Lüge und lassen dazu artig einen Trump-Kritiker und einen Trump-Unterstützer sprechen.
Ersterer seufzt dann ziemlich viel, benutzt Worte wie „unprecedented“ und „flabbergasting“, Zweiterer bestreitet und fährt dann eine große Schubkarre voller „Whataboutism“ ins TV-Studio.
Dabei kann man Trump gar nicht mit den herkömmlichen journalistischen Methoden behandeln.
Er lügt deswegen immer radikaler und immer mehr, weil er nach zwei Jahren an der Staatsspitze gelernt hat, daß er damit durchkommt.
Es schadet ihm nichts und es fällt ihm niemand in den Arm.

Warum leckt sich der Hund den Penis??
-      Weil er es kann.

Demokraten und Medien müssen zu ganz anderen Methoden greifen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen immer nur Trumps Spiel mitzumachen und letztendlich für ihn zu werben.
Sie sollten ein Lügenmoratorium beschließen und alle GOPer ignorieren, die nicht die Wahrheit sagen. Keine TV-Präsenz mehr für Enabler von Rassismus und Terror.

In Deutschland ist es übrigens ähnlich. All die Einladungen von AfDlern in die Talkshowstudios und das ständige Hochschreiben ihrer Themen haben sie nur stärker gemacht.

Außerdem sollten sie ihre landesweit verbliebene Power benutzen, um Regierungsstellen, Ministerien und das Weiße Haus juristisch lahmzulegen. Klagen bis der Arzt kommt.


Freitag, 2. November 2018

Saudi Arabien, ganz plötzlich Buhmann.

Gestern weilte Merkel in Kiew, um für ihren faschistoiden Oligarchen-Kumpel Poroschenko Wahlkampf zu machen.
Der Mann, für den radikal antisemitische paramilitärische Schlägertrupps marschieren, die an das grandiose Erbe der Waffenbrüderschaft mit Hitlers SS erinnern, ist ganz offensichtlich aus einem bestimmten Grund so sehr nach Merkels Geschmack: Er steht gegen Wladimir Putin und den kann die Kanzlerin absolut nicht ausstehen.
Und so erklärte sie nach viereinhalb Jahren völlig kontraproduktiver und für alle Seiten schädlicher Russland-Sanktionen, diese müssten erneut um ein halbes Jahr verlängert werden.

Klar, was seit März 2014 so überhaupt nicht funktioniert hat, ist für sie ein probates Mittel. Ob die Kanzlerin damit durchkommt, ist inzwischen allerdings unklar. In Wien und neuerdings auch in Rom sitzen Russland-freundliche Regierungen, die sich in verschiedener Weise von Putin abhängig gemacht haben.

Es zeugt von Merkels Hilflosigkeit und ihrem Ideenmangel, daß ihr nach 13 Jahren im Amt immer noch kein konstruktiver Weg einfällt mit Putin umzugehen.
Unter Merkels Kanzlerschaft haben sich die vormals ausgezeichneten Beziehungen zum größten Staat der Erde radikal verschlechtert.
Und Putin hat sich dadurch auch verändert.
Die NATO rückte an Russlands Grenzen, die USA kündigte den INF-Vertrag und Berlin sieht achselzuckend zu, wie NATO-Raketen in Polen und der Tschechischen Republik stationiert werden, die Moskaus Atomstreitmacht lahmlegen sollen und dabei immer noch auf der abstrusen Behauptung beharren, es handele sich um einen Raketenschild gegen den Iran.
Russland hat keinen Fürsprecher mehr in Berlin.
Und so wendet Putin die Methoden an, die ihm bleiben. Geheimdienstmethoden und Cyberwar.
Das rechtfertige ich nicht, das ist nicht schön. Aber es ist Realpolitik, die Merkel hätte voraussehen müssen und die sie jetzt mit ihrem Anti-Putin-Auftritt in Kiew weiter befördert.

Merkels russophobe Politik wäre wenigstens ein bißchen konsistenter, wenn man ihr abnehmen könne, es gehe ihr tatsächlich um Vertragstreue und Einhaltung von Menschenrechten und Pressefreiheit.

Das kann aber beim besten Willen niemand mehr glauben, wenn Merkel seit zwei Jahren den US-Präsident mit sehr viel schlimmeren Lügen, dauernden Vertragsverletzungen, radikalem Rassismus und fortwährenden Angriffen auf die freie Presse ganz ohne Sanktionen davon kommen lässt.

Whataboutism ist keine redliche argumentative Methode, aber dadurch kann man Glaubwürdigkeit schwer erschüttern.
Auch China ist viel „schlimmer“ als Russland. Da gibt es gar keine Wahlen, die totale staatliche Überwachung, einen ewigen absolutistischen Herrscher, gar keine Pressefreiheit und wer aufmuckt, wird einen Kopf kürzer gemacht.

[….] TODESSTRAFE IN CHINA
Schätzungen zufolge gehen die jährlichen Zahlen der Todesurteile und Hinrichtungen in China in die Tausende. Da sich das Land seit Jahren weigert, Gründe und Häufigkeit der Exekutionen transparent zu machen, muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Die verfügbaren Informationen deuten stark darauf hin, dass China vermutlich auch im Jahr 2017 mehr Menschen hingerichtet hat als der Rest der Welt zusammen. Annähernd 50 Delikte können nach dem chinesischen Rechtssystem mit dem Tode bestraft werden, darunter auch Straftaten ohne Gewaltanwendung. Todesurteile ergehen nach Gerichtsverfahren, die nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen. [….]

Möglicherweise werden in China immer noch über 10.000 Menschen pro Jahr hingerichtet.

[…..] Die Stiftung Dui Hua stützt sich bei ihrer Schätzung auf veröffentlichte Äußerungen hoher Justizbeamter und eigene Informationen. Der Rekord lag demnach 1983 bei 24.000 Hinrichtungen. 2002 waren es noch 12.000. Seit 2007 müssen alle Todesurteile wieder vom Obersten Gericht in Peking überprüft werden, was zu dem starken Rückgang der Zahlen geführt hat. 2013 sollen sogar 39 Prozent der Todesurteile an untere Gerichte in den Provinzen zur weiteren Beweiserhebung zurückgegeben worden sein. [….]

In den Trump-USA wurden 2017 immerhin 23 Menschen hingerichtet. Er will nun auch Drogendealer hinrichten und auf Migranten schießen lassen.
In Russland galt seit 1998 ein Todestrafen-Moratorium, im Jahr 2009 wurde unter Putin die Todesstrafe ganz abgeschafft.

Die Killernation China ist aber noch Gold verglichen mit Saudi-Arabien, das Frauen versklavt, willkürlich mordet, keinerlei Religionsfreiheit kennt und ganz nebenher die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart verantwortet: Myriaden Tote und 14 Millionen Hungerleidende im Jemen.

Schwule steinigen, Frauen aufhängen, Atheisten foltern – all das hat Angela Merkel nie gestört. Immer wieder reiste sie nach Riad, um deutsche Waffen anzupreisen, mit denen man noch viel effektiver in Bahrain und im Jemen Menschen umbringen kann.

Dann kam die lästige Khashoggi-Angelegenheit. Der Washington-Post-Journalist hatte es gewagt indirekt den mächtigen Kronprinzen zu kritisieren, war daraufhin in der Saudischen Botschaft Istanbuls sofort erwürgt und dann mit Kettensägen zerhackt worden.
Für die etwa 7.000 Prinzen der Al Sa'ud-Dynastie ein völlig normales Vorgehen. Warum auch nicht? Bisher konnte man sich immer alles leisten und bekam dennoch von den westlichen Regierungschefs den Hintern geküsst.
Frau Merkel erwog nicht eine Sekunde jemals Sanktionen gegen den großen Terror-Finanzier Saudi Arabien.

[….]  Saudi-Arabien versteht die Welt nicht mehr: Nach den empörten internationalen Reaktionen auf die bestialische Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi zeigte sich das saudische Königreich verwundert, dass Folter und Enthauptungen plötzlich ein Problem für seine westlichen Partner darstellen.
"Seit Jahrzehnten wenden wir bei Dissidenten Folter an und enthaupten unliebsame Kritiker, ohne dass sich jemand groß beschwert hat", erklärte Kronprinz Mohammed bin Salman in Riad. "Stockhiebe, öffentliche Hinrichtungen, gewaltsame Niederschlagung von Aufständen – das alles war nie ein Problem."
Nicht einmal die Tatsache, dass die saudische Luftwaffe im Jemen tausende Zivilisten tötet und mit ihrer rücksichtslosen Kriegsführung den Hungertod von Millionen Menschen riskiert, hat die Weltgemeinschaft bislang groß gestört. "Im Gegenteil! Wir bekommen ja von allen die Waffen dafür geliefert", so bin Salman.
"Aber kaum schlachtet man mal eben einen Journalisten in der Botschaft in Istanbul brutal ab, wird man plötzlich ernsthaft kritisiert", wundert er sich. "Was ist daran denn jetzt groß anders oder schlimmer?"
Der Kronprinz ist froh, dass wenigstens US-Präsident Donald Trump hinter ihm steht: "Sonst müssten wir ja am Ende wirklich Konsequenzen fürchten." [….]

Die Saudis wedeln mit größeren Schecks als die Russen.
Außerdem hat Moskau selbst das Knowhow Waffen herzustellen, während die Saudis alles aus Europa und den USA einführen.
Ein zahlungskräftiger Kunde ist der christlichen Frau Merkel allemal wichtiger als die doofen Menschenrechte. Außer es geht um Russland. Das kann sie nun mal nicht leiden.
Zu blöd, daß der zerhackte Khashoggi jetzt so eine Medienaufmerksamkeit generiert. Da muss Merkel pro forma auch mal ein bißchen den Zeigefinger heben. So kritisch wie gegenüber Putin reagiert sie aber bei Weitem nicht.

[…..]  Derzeit ist alle Welt empört über das Schicksal des Journalisten Jamal Khashoggi. Mord und Anwendung einer Knochensäge? Das ist gar gruselig. Dass Saudi-Arabien und seine Verbündeten seit drei Jahren die Infrastruktur des ohnedies bitterarmen Jemen zerstören, dass Millionen Menschen hungern und Cholera verbreitet ist, erscheint weniger bemerkenswert. Warum? Weil Jemen strategisch nicht von Bedeutung ist. Weil das Land keine nennenswerten Bodenschätze hat. Weil man gute Beziehungen zum reichen Saudi-Arabien pflegt, das im Westen als "Stabilitätsanker" gilt und viel Geld in westliche Unternehmen investiert, auch im Silicon-Valley.
Die Beziehungen des Westens zu Saudi-Arabien sind so gut - die Menschenrechtsverletzungen in dem Land und seine katastrophale Politik fallen da nicht ins Gewicht. Saudi-Arabien exportiert seine gefährliche Variante des Islam weltweit, indem es wahabitisch geführte Moscheen und Madrasas finanziert, die zum Dschihad aufrufen; es hat den Krieg in Jemen angezettelt, um die schiitischen Huthis niederzumachen, die von Iran unabhängiger sind, als viele denken. Dem schauen die Regierungen des Westens zu. Denn, so sagt man: Saudi-Arabien sei ja ein "Stabilitätsanker" […..] Wie lange das wiedergefundene Gewissen wohl durchhalten mag?
[…..] Diese ganze Gemengelage finden internationale Rüstungsunternehmen großartig. Ihre Lobbyisten sind erfolgreich, auch in der Bundesrepublik. […..]  "Das Kalkül für die gelockerte Haltung ist klar: Die profitabelsten Märkte für die deutsche Rüstungsindustrie liegen in Konfliktregionen und Schwellenländern, wo die Freiheitsrechte am geringsten sind und die Gewalt am größten ist." […..]

Donnerstag, 1. November 2018

Impudenz des Monats Oktober 2018

Hätten wir halb so viele gute Menschen als fromme – die Welt wäre ein Paradies!
Otto Weiß

Und schon wieder einmal zeigt der Kalender eine „1“ - hohe Zeit für mich den Blödmann des Monats zu küren.

Den Titel gewinnen heute die weißen Christenmänner der Welt.

Die rechten Medien, die Republikaner und natürlich Trump sind gerade, mal wieder, furchtbar wütend auf den meinungsstarken CNN-Moderator Don Lemon.
Dafür gibt es aus ihrer Sicht auch gute Gründe: Lemon ist 1.) schwarz, 2.) schwul, 3.) liberal und 4.) mag er Trump nicht.
Es ist nur folgerichtig, daß ein begeisterter Trump-Anhänger ihm eine Briefbombe schickte und so versuchte Lemon zu töten.

[…..]  Inzwischen sind es zehn Briefbomben, die in den Vereinigten Staaten an prominente Kritiker von US-Präsident Donald Trump geschickt wurden. […..] CNN-Moderator Don Lemon platzte jetzt der Kragen – vor laufender Kamera. Auch sein Arbeitgeber, der als liberal geltende Nachrichtensender, wurde zur Zielscheibe: Am Mittwoch wurde das Time-Warner-Center in New York evakuiert, nachdem auch dort ein verdächtiges Päckchen einging. […..] "Ich hasse das Wort zwar, aber ich bin angepisst, weißt du warum?", fragte er seinen Gesprächspartner und CNN-Kollegen Chris Cuomo. "Ich hätte um dich trauern können, du hättest um mich trauern können. Wir hätten beide unsere Kollegen verlieren können." Lemon kritisierte das Verhalten Donald Trumps: "Die Person, die sich selbst Präsident der Vereinigten Staaten nennt, hat nicht die Eier, seine Rolle in der ganzen Angelegenheit einzugestehen." [….]

Nur drei Tage später legte Don Lemon nach, indem er den frommen weißen evangelikalen Trump-Fans etwas erzählte, das zwar zweifellos richtig ist, das aber ihr Weltbild in Frage stellt: Die größte terroristische Gefahr der USA sind weder Schwarze, noch Muslime, noch Einwanderer, sondern weiße männliche Christen.


Frech, schwarz, schwul und dann konfrontiert er auch noch die armen Amerikaner mit Fakten!

[…..] On Wednesday, following the backlash, Lemon doubled down.
“Earlier this week, I made some comments about that in a conversation with Chris,” he said during a broadcast Wednesday night. “I said that the biggest terror threat in this country comes from radicals on the far right, primarily white men. That angered some people. But let’s put emotion aside and look at the cold hard facts. The evidence is overwhelming."
Lemon pointed to a recent Government Accountability Office report that shows that since the 9/11 attacks in 2001, far-right violent extremists have killed 106 people in 62 attacks in the United States, while radical Islamist violent extremists have killed 119 people in 23 attacks.
He also referenced several studies, including a 2017 report from the Nation Institute’s Investigative Fund and the Center for Investigative Reporting’s Reveal, which found that from 2008 to 2016, there were almost twice as many terrorist incidents carried out on U.S. soil by right-wing extremists — many of whom are white — than by Islamist extremists.
It showed there were 115 incidents involving right-wing extremists and that those that ended in death were more deadly than incidents carried out by other groups.
“So people who were angered about what I said are missing the entire point,” Lemon said about his earlier statements. “We don’t need to worry about people who are thousands of miles away. The biggest threats are homegrown. The facts prove that.” [….]

Was bildet Lemon sich ein? Einfach so die Wahrheit ausplaudern? Schockierend. Sofort meldeten die Trumps ihre Empörung.


Oktober 2018

Fakten, bäh, ist ja ekelhaft. Sowas lehnen die Trumps grundsätzlich ab!

(….) Seit dem 11.September 2001 gab es in Amerika 85 major attacks, von denen 73% von white Supremacists gegen Minderheiten durchgeführt wurden.

[….] White Men Have Committed More Mass Shootings than Any Other Group. [….] “There’s a feeling of entitlement that white men have that black men don’t," criminologist James Alan Fox told The Washington Post in 2012. "They often complain that their job was taken by blacks or Mexicans or Jews. They feel that a well-paid job is their birthright. It’s a blow to their psyche when they lose that. ... If youre a member of a group that hasnt historically experienced unemployment, theres a far greater stigma to [losing a job] than those who have." [….]

Also wenn man schon pauschalisieren will, dann sind ganz klar weiße christliche Männer die gefährlichste Gruppe in Amerika.
Statt „complete shutdown for all muslims“ sollte Trump also lieber die ganzen  white christian hategroups aus dem Land werfen, wenn er etwas gegen die Terrorgefahr unternehmen möchte.
Blöd nur, daß sich aus ihnen auch seine treueste Wählerbasis rekrutiert und er sie daher für „very fine people“ hält.

[…..]  In fact, America has been here 273 times in 2017 alone, according to the Gun Violence Archive, which compiles deaths and injuries from shooting incidents and defines a mass shooting as any incident where four or more people are wounded or killed. According to their tally, there have also been 11,698 deaths as a result of gun violence so far this year. Between 2001 and 2014, 440,095 deaths by firearms occurred on US soil, while deaths by terrorism during those years numbered 3,412. Today, America faces approximately one mass shooting per day on average.
Mass shootings are a violent epidemic that have been met with fatal passivity for far too long. If mass shootings were perpetrated mostly by brown bodies, this would quickly be reframed and reformed as an immigration issue. If thousands died at the hands of black men, it would be used to excuse police brutality, minimize the Black Lives Matter movement and exacerbate the "raging black man" stereotype. If mass shooters identified as Muslim, it would quickly become terrorism and catalyze defense and security expenditures.
But this is a white man's problem. According to an analysis by Mother Jones, out of 62 cases between 1982 and 2012 (a time period that would not include the actions of Dylann Roof or Stephen Paddock, among others), 44 of the killers were white men and only one was a woman. Since 1982, mass shootings in the United States have been committed by white men who are often labeled "lone wolves" or "psychologically impaired." As a result, the government that would otherwise be mobilizing its institutions to bring about reform remains a stalwart of the Second Amendment and mass shootings' greatest ally. An over-affinity for guns among white men, dangerous against any other backdrop, gets defended as patriotism by many conservatives or even as white pride by those on the alt-right. [….]

Erstaunlich, aber es erstaunt immer noch viele zu hören, daß weiße evangelikale Christen die brutalste, gefährlichste und rassistischste Bevölkerungsgruppe sind.
Diese weißen Christen sind nicht nur die größten und wichtigsten Unterstützer Donald Trumps, sie sind auch Einwanderer-feindliche Rassisten, die die meisten Terroristen hervorbringen.

[….] The racial demons that help explain evangelical support for Trump [….]

[….] Election Survey: White Evangelicals Remain Cultural Outliers on Race, Trump, Immigration[…..] White evangelical Protestants have the dubious distinction of turning the blindest eye among religious groups to systemic racism in police brutality against Black men.
[…..] On Monday, the Public Religion Research Institute (PRRI) released the results of their 2018 American Values Survey. […..] Most religious groups believe that it will be “mostly positive” when the United States becomes a majority-nonwhite nation: 81 percent of Hispanic Catholics and 80 percent of Black Protestants, nearly three quarters (74 percent) of all nones, and about half (51 percent) of all white Catholics and white mainline Protestants. Conversely, white evangelical Protestants are the only major religious demographic in the United States for which a majority (61 percent) say that this change will be “mostly negative.”
[…..] Relatedly, white evangelical Protestants are the only major religious group in the country in which a majority (57 percent) say that immigrants pose a threat to “traditional American customs and values.” […..] To return to police killings of Black men: As stated above, PRRI’s report shows only 44 percent of white Americans believe that these deaths are part of a systemic problem. […..] Still, white evangelical Protestants have the dubious distinction of turning the blindest eye among religious groups to systemic racism in police brutality against Black men: 71 percent of white evangelical Protestants see no larger issue. […..]

Christen positiv zu konnotieren, ihnen Nächstenliebe zu attestieren, ist grundfalsch. Das Gegenteil ist richtig.

Die Fakten sprechen eine klare Sprache, aber die Propaganda von Konservativen, Klerikern und AfD sorgt dafür, daß wir uns immer noch mehr vor Dunkelhäutigen und Atheisten und Muslimen fürchten. Absurd.
Aufgegeilt von ihrem Idol Trump, werden weiße Christen immer tödlicher.

[…..] It’s not an accident that after sending an explosive to Soros, the pipe bomber sent one to Hillary Clinton, among several other Democrats, nor that he was living in a van covered in stickers that railed against right-wing talking points like chain migration. It's not an accident that before he set foot in the Tree of Life temple, the Pittsburgh shooter ranted online that Jews were helping immigrants cross the U.S.-Mexico border as part of the so-called migrant caravans.
Anti-Semitism is a central motivating force in far-right ideology, and ties together the strands of rage, bigotry and conspiracy that have become more and more mainstream over the last decades in the Republican Party. Even for the Nazis, anti-Semitism was always more than just a hatred of Jewish individuals. It was a sweeping ideology that connected a broad range of prejudices and grievances. [….]

Es ist ausgesprochen ärgerlich, wenn immer noch auch in Deutschland, Pfarrer, Pilger, Kirchen grundsätzlich positiv konnotiert werden. Es gibt keinen Journalisten, der nicht voller Bedauern über den mangelnden Einfluss der Kirchen schreibt.
Kirchen und Glauben werden auch nach unzähligen Berichten über systematisch Kinder quälende und vergewaltigende Pfaffen als GUT angesehen und so verkauft.
Ein typisches Beispiel von heute ist die empörte Mopo-Überschrift der Praktikantin Lucie Wittenberg, die vermutlich gänzlich Ironie-frei genauso sagenhaft dumm und naiv gemeint ist wie sie da steht:

[….] Was kann man gegen ein Pilgerheim haben?
[….] „Behördenwillkür statt Bürgerwille? Profit statt Sozialer Verantwortung?“ Mit einem pechschwarzen Plakat prangert der Stadtteilrat Altona die Bebauung rund um die St. Trinitatis-Kirche an.
 „Wir wollen damit provozieren, ungewöhnliche Wege gehen, Öffentlichkeit herstellen“, sagt Heinz-Peter Henker (67), der sich seit sieben Jahren in der Bürgerbeteiligung engagiert und auch Teil des Stadtteilrates ist.
[….] Durch ein Workshop-Verfahren sollte mit den Bürgern gemeinschaftlich über die Bebauung im Umfeld der Kirche entschieden und auch über mögliche Sozialwohnungen diskutiert werden. Das Grundstück gehört nämlich zum Teil der Stadt.
Die Architekten hätten sich aber mit einem Entwurf durchgesetzt, der eine andere Nutzung vorsieht: Um das Gotteshaus herum sollen eine Pilgerherberge, ein Café, eine Seniorentagespflege und andere Gebäude entstehen.. [….]