Sonntag, 25. Mai 2014

Was’n Wahltag…


Europawahl heute, Kiew-Wahl heute und auch noch jede Menge Kommunalwahlergebnisse.
Holla, das sind jetzt aber eine Menge Zahlen, die ich jetzt ansehen muß.

Bei so vielen Ergebnissen kann jeder einen für sich angenehmen Blickwinkel finden.

Naja, das SPD-Ergebnis in Hamburg (34%) haut mich jetzt nicht so um, aber ich freue mich, daß Schwarzgelb (zusammen 28%) unendlich weit von einer eigenen Mehrheit entfernt ist, daß RRG mit insgesamt ~ 60% der Stimmen sehr stark ist und daß die Piraten mit ihren extra-dummen Plakaten nur zwei Prozent bekommen haben.
6 Prozent AfD sind sechs Prozent zu viel, aber dafür ist wenigstens die NPD mit 0,4% kaum nachweisbar.

Interessanterweise korreliert das Ergebnis so gar nicht mit der gefühlten Stärke der Parteien, die sich im plakatierten Straßenbild zeigten.
Ich habe nicht ganz Hamburg besichtigt, aber in meiner Umgebung, also im Zentrum Hamburgs, dominierten ganz extrem die CDU-Plakate. Außerdem sah man viele FDP- und Piratenplakate. SPD-Werbung war viel seltener, genau wie AfD. Grüne, bzw Linke habe ich im Straßenbild gar nicht wahrgenommen. Ein ähnliches Bild ergab die Ausbeute meines Briefkastens: Ich erhielt ca zehn Flyer/Briefe/Broschüren von der CDU und zwei von der FDP. Nichts von den anderen Parteien.
Dafür war die AfD in Internet sehr stark und flimmerte unablässig auf YouTube umher. Für Schwarzgelb hat sich der Einsatz offenbar überhaupt nicht ausgezahlt.

Gruselig hingegen der Blick nach Frankreich. Die Faschisten mit 26% stärkste Partei, dann folgen die Konservativen mit 21% und erst an dritter Stelle die Sozialisten mit erbärmlichen 14%!

Nach ersten Schätzungen mehrerer Meinungsforschungsinstitute erreichte die Partei von Marine Le Pen rund 25 Prozent der Wählerstimmen - bei der Europawahl vor fünf Jahren war der FN lediglich auf 6,3 Prozent der Stimmen gekommen. Die Partei von Staatschef François Hollande kam demnach mit rund 14 Prozent nur auf den dritten Platz hinter der konservativen UMP, für die 21 Prozent stimmten. Auch die Konservativen mussten Verluste hinnehmen; 2009 lagen sie noch bei 27,9 Prozent. Die französischen Grünen brachen ebenfalls ein und landeten bei rund neun Prozent. Das Wahlergebnis sei "die erste Etappe des langen Marsches" der Rückkehr zur französischen Souveränität, sagte Le Pen im Anschluss.

Man staunt, daß Demokratie und Medien im Kernland Europas, das so eine extrem enge politische und ökonomische Verbindung beispielsweise zu Deutschland hat, so extrem versagen können.

In Österreich kommen ÖVP und FPÖ zusammen auf fast die Hälfte der Stimmen, während die SPÖ mit knapp 24% nur zweitstärkste Kraft wird.

In Deutschland beobachtete ich in den letzten Wochen zwar durchaus eine mediale Aufwertung der AfD, die unablässig thematisiert wurde. Über die Piraten hingegen gab es so gut wie gar keine Berichterstattung.
Erstaunlich war aber, daß selbst nicht gerade als seriös bekannte Medien wie die „Hamburger Morgenpost“ oder der Fernsehsender „ntv“ sichtlich bemüht waren einige antieuropäische Vorurteile abzuräumen.
Auffällig oft wurden Mythen vom „Regulierungswahn“ richtig gestellt und betont welche große Vorteile im alltäglichen Leben der Verbraucher durch die EU geschaffen wurden; Stichworte Roaminggebühren, Handyaufladekabel, oder auch „sparsamere Elektrogeräte.“

CDU und CSU entzogen sich, wieder einmal, dem menschlichen Anstand und wollten dem Weg der Wahrhaftigkeit nicht folgen. Ehrlichkeit und Aufklärung lag ihnen nicht.
Stattdessen wurden nicht zur Wahl stehende Nebelkerzen gezündet – in Form von einer omnipräsent grinsenden Kanzlerin mit wolkigen Sinnlosfloskeln – oder aber gleich die hetzerischen Phrasen der Europa-feindlichen Rechten nachgeplappert.

Genützt hat es offensichtlich nicht viel; ganz so doof (wie ich gelegentlich auch meine) war der Urnenpöbel nicht und wählte dann lieber gleich das Original.
Für mich ist es zwar unverständlich wie in dieser Gemengelage die CDU/CSU erneut stärkste Kraft werden konnte, aber in Relation zur letzten Wahl ergeben sich doch interessante Wählerwanderungen.

Die Union verlor zwar rund 470.000 Stimmen an Luckes Populistenbande, aber sogar noch mehr Stimmen an Rot/Grün (310.000 an die SPD und 240.000 an die Grünen.)
Haben die Wähler etwa Seehofers und Merkels schäbiges Spiel verstanden?

Spannend auch das absolut gerechtfertigte Ausbluten der FDP, die nicht etwa all ihre Stimmen an die AfD verlor, wie man auf den ersten Blick meinen könnte.
Tatsächlich haben die Ratten das gesunkene Schiff in alle Richtungen verlassen.
50.000 FDP-Wähler von 2009 gingen zu den Rechten, aber immerhin 30.000 gingen zur CDU und sogar 70.000 zur SPD! Die FDP verlor sogar mehr Stimmen an die Grünen (40.000) als an die CDU.

Unterm Strich bedeutet das, die FDP verliert neun ihrer bisherigen 12 EU-Sitze, die Union immerhin sieben von 42 Sitzen.

Erschreckend, aber nach der massiven Wahlhilfe durch den rechtspopulistischen CSU (und CDU-) Wahlkampf gewinnt die rechte Hetzpartei AfD sieben Sitze im EU-Parlament und ist damit stärker manch ein ganzes Land (Luxemburg, Zypern, Malta und Estland schicken je sechs Parlamentarier in die EU.)

Neben den sieben Lucke-Epigonen und drei FDP-Rudimentariern sind sechs (sic!) weitere deutsche Kleinstparteien im EU-Parlament vertreten und zwar jeweils mit einem Abgeordneten: Freie Wähler, NPD, Familienpartei, ÖDP, Piraten und Tierschutzpartei.
Man hätte die 5%-Hürde beibehalten sollen und damit übrigens auch Graf Lambsdorff verhindert.

Der Verlierer des Abends sind neben Christian Lindner, dem es trotz seiner extrem überproportionalen Medienpräsenz nicht gelang den nahenden Tod seiner Partei aufzuhalten, die Piraten und die CSU.

Die Piraten wurden inhaltlich überhaupt nicht mehr ernst genommen und liegen nun mit bundesweit 1,4% sogar hinter den Freien Wählern (1,5%). Das ist die Größenordnung NPD (1%) und Tierschutzpartei (1,2%).

Seehofers Eiertanz, changierend zwischen Rechtspopulismus und Beliebigkeit, bleibt nicht ohne Folgen.
Ähnlich wie bei der Bundestagswahl liegt die CSU nun mit 5,1 % DEUTLICH hinter Gysis Linken (7,4%) und traf in Bayern gerade mal die 40%-Marke.
Crazy Horst kann also offenbar selbst seinen Bayern nicht mehr alles zumuten und verliert gegenüber 2009 rund acht Prozentpunkte.

Seehofer kriegt die Krise
Der Anti-Europa-Kurs zahlte sich nicht aus: Mit nur 40 Prozent erzielt die CSU bei der Europawahl eines ihrer schlechtesten Ergebnisse. Dass ihr Wahlkampf nicht richtig aus den Startlöchern kam, lag auch an der Strategie von Parteichef Seehofer.
Parteichef Horst Seehofer berichtet aus einem politischen Katastrophengebiet. [….]  Er spricht von einer "bitteren Stunde", und dass man jetzt "zusammenstehen" müsse. Land unter im CSU-Land. 40,5 Prozent - es ist das schlechteste Ergebnis überhaupt für die CSU bei einer Europawahl.
Die Partei leidet wie schon lange nicht mehr. Die Berliner Statthalterin der Partei, Gerda Hasselfeldt, sagt: "Ich kann das noch gar nicht glauben." [….]   Weniger süffisant hört sich die Kritik von Erwin Huber an, dem früheren Parteichef. Der weiß aus eigener Erfahrung, was verlieren heißt: "Die Ursache für diese Katastrophe liegt in der Politik der letzten fünf Jahre." Was Europa angeht, sei "sowohl dafür als auch dagegen" alles andere als eine "glaubwürdige, klare Linie". [….] Richtig heftig ging es zu Jahresbeginn zu, als die CSU mit ihrer "Wer betrügt, der fliegt"-Kampagne Stimmung gegen Rumänen und Bulgaren gemacht hatte.
[….]  "Man weiß, die Zeit von Seehofer geht zu Ende. Man weiß nicht wann. Man weiß nicht wie", orakelt einer aus der Parteiführung, der sich bereits an die Stoiber-Dämmerung erinnert fühlt. [….] Seehofer kriegt gerade die Krise.


Samstag, 24. Mai 2014

Nicht alles schlecht.


Da ich als SPD-Parteimitglied gegen die GroKo stimmte und schon zwei Mal eine verheerende Bilanz der bisherigen Regierungsarbeit zog, könnte ich es mir leicht machen, indem ich mich schmollend von der 2014er SPD abwende.

In den sozialen Netzwerken beobachte ich wie Sigmar Gabriels Beliebtheit irgendwo zwischen Fußpilz und Mundfäule oszilliert.
Er findet das sicher unfair. Liefert denn die SPD nicht genau das Versprochene? Gerade wurde das monströse Rentenpaket der frommen Katholikin Nahles verabschiedet. Die Sozis finden sie hätten tapfer gekämpft, weil sie das extrem teure Paket gegen den Widerstand der Arbeitgeberlobby (INSM-Kampagne!) und der Großjournalisten (direkte Aufforderung zum Kampf gegen das Rentenpaket im SPIEGEL-Leitartikel letzte Woche) durchgesetzt hätten.
Das sollte doch der Wähler belohnen.
So mutig war das Rentenpaket dann aber doch nicht. Denn einerseits gibt es ohnehin eine 80%-Mehrheit der Bundesbürger, die dafür ist (mehr Geld für alle!!!) und andererseits traute sich Nahles nicht Selbstständige, Beamte oder Bundestagsabgeordnete zur Kasse zu bitten. Diese Gruppen sind weiterhin der Solidarität entzogen.

Es gibt genügend Gründe sich über die SPD-Bundesminister zu ärgern.

Ich glaube, daß Steinmeier, zumindest am Anfang, sehr viel falsch gemacht hat, indem er auch eine klare Schwarz-weiß-Politik, also die guten westukrainischen Übergangsregierenden (inklusive Faschisten und Nationalisten) gegen die bösen von Russland angestifteten Ostukrainer.
Immerhin positioniert sich der deutsche Außenminister heute aber nicht mehr so einseitig und widersetzt sich auch der Putin-Verdammung, die Washington fordert. Steinmeier militarisiert auch nicht wie von der Leyen.
Ich gehöre also nicht zu den Linken, die sich über seine „Wutrede“ aufregen.
Im Gegenteil, in diesem Fall bin ich auf seiner Seite.
Diese verschwörungstheoretisierten Montagsdemonstranten sind nicht ernst zu nehmen; das zeigen ihre skandierten Parolen „Kriegstreiber! Kriegstreiber!“ eindeutig.
Steinmeiner mag einiges falsch einschätzen und mit seinen runden Tischen und den Oligarchen-Gesprächen noch nicht den Weltfrieden ermöglicht haben, aber man muß fairerweise anerkennen, daß er sich bemüht einen Krieg zu verhindern.
Er ist kein Kriegstreiber. Das ist absurd.
Die Schreihälse, denen solche Vorwürfe so leicht von den Lippen gehen, sollten erst mal einen sinnvollen Vorschlag machen, wie man aus der total verfahrenen Lage in der Ukraine wieder rauskommt. Kiews Anteil an der Eskalation wird inzwischen durchaus akzeptiert und analysiert.
Indem man das benennt, hat man aber auch noch keine  gewaltfreie Lösung für das Land.

Ein Wort zu Gabriel:
Ja, ich ärgere mich maßlos über Exportgenehmigungen von Waffen und Bürgschaften für Kriegsschiffexporte in den Nahen Osten.
Aber deswegen ist die GroKo noch nicht so schlecht wie es SchwarzGelb war. Der fromme Katholik Fipsi Rösler hatte nämlich überhaupt keine moralischen Grenzen. Und wenn es nur nach der CDU ginge, würden alle Waffenexportgenehmigungsanfragen bewilligt werden. Das zeigt schon die alarmistische Reaktion auf Gabriels Stopp der Überwachungstechnikausfuhrgenehmigungen.

Im Bereich der Überwachungstechnik setzt der SPD-Politiker seine neue Doktrin offenbar schon um: Der Zoll wurde angewiesen, Technik deutscher Firmen, mit der Unrechtsregime ihre Bürger überwachen können, strenger zu kontrollieren.
Aus der Union kommt Kritik an Gabriels Ankündigung: "Herr Gabriel ist hier unehrlich", sagt der CSU-Abgeordnete Hans-Peter Uhl SPIEGEL ONLINE. Besonders ärgert sich Uhl über Gabriels zögerliche Haltung beim Export des Leopard-Panzers nach Saudi-Arabien. "Saudi-Arabien ist ein Stabilitätsanker in der Region. Wir sind gut beraten, das Land zu stärken und auch mit Rüstungsgütern zu beliefern."
[…]  Uhl warnt zudem, dass durch Abwanderung der Rüstungsindustrie Zehntausende Arbeitsplätze bei Rüstungsfirmen und ihren Zulieferern in Gefahr seien. "Wenn Gabriel ehrlich ist, muss er sagen: Wir wollen euch nicht mehr, ihr könnt gehen." Im Ausland werde der Industrie allerdings der rote Teppich ausgerollt.
Auch Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sieht "gar keine Notwendigkeit, Rüstungsexporte künftig noch sanfter anzufassen". Im Gegenteil: "Genehmigungen liegen bei uns schon jetzt ewig. Bei internationalen Rüstungsprojekten halten uns unsere Verbündeten nicht mehr für verlässlich", sagt er SPIEGEL ONLINE. Langfristig werde Deutschland bei Rüstungsvorhaben innerhalb der Nato außen vor gelassen, fürchtet der CDU-Politiker. "Das wäre politisch und wirtschaftlich fatal."  […]

Offenbar macht Gabriel bei den Waffenexporten doch einiges richtig, wenn sich die Waffenfreunde in der Christenpartei derart echauffieren.
Die GroKo ist meiner Ansicht nach ein Übel.
Aber durch die SPD-Beteiligung ist sie immerhin ein deutlich kleineres Übel als es Schwarzgelb oder CDU-pur wären. So viel Ehrlichkeit muß sein, auch wenn man Pirat oder Linker ist.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stoppt weitere Rüstungsdeals: Nach SPIEGEL-Informationen wurden im Bundessicherheitsrat auch weit fortgeschrittene Projekte zurückgenommen.
Der Bundessicherheitsrat hat in seiner letzten Sitzung am Mittwoch vor drei Wochen fast zwei Drittel aller Rüstungsexportanträge abgelehnt. Nach SPIEGEL-Informationen hat sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in dem geheim tagenden Regierungsgremium dafür eingesetzt, dass auch einzelne Projekte in weit fortgeschrittenen Stadien gestoppt werden.
Dabei riskiert die Regierung Schadensersatzforderungen der betroffenen Unternehmen. Einen Rüstungsexportantrag soll Gabriels Ministerium bewusst nicht zur Beratung im Bundessicherheitsrat zugelassen haben. Dabei handelt es sich um Zieloptiken für die Kanonen von Schützenpanzern, die nach Saudi-Arabien geliefert werden sollen.   […]




Freitag, 23. Mai 2014

Franz outet sich – Teil VII

Alle lieben Papst Franziskus. Dieses Wochenende wird es wieder eine Rund-um-die-Uhr-Berichterstattung geben, weil Franzi nach Israel fährt.
Da ist die versammelte deutsche Journaille speichelleckend dabei.
Samstag wird Stefan Oster in sein Amt als Passauer Bischof eingeführt – stundenlang übertragen vom BR – und Sonntag gibt es dann bei der ARD mehrere Stunden Papst-Gottesdienste in Bethlehem.
Hoffen wir, daß sich nicht wieder Gelähmte, Amputierte, Zwerge oder Schwerhörige dazwischen mogeln. Denn Behinderte kann der Liebe Gott gar nicht leiden und verbannt sie ausdrücklich aus seinen Gottesdiensten.
Die Bibel ist da ganz eindeutig. Die Buckeligen und Gebrechlichen entweihen nämlich den Altar!

17 Rede zu Aaron und sprich: Jemand von deinem Samen bei ihren Geschlechtern, an dem ein Gebrechen ist, soll nicht herzunahen, um das Brot seines Gottes darzubringen; 18 denn jedermann, an dem ein Gebrechen ist, soll nicht herzunahen, es sei ein blinder Mann oder ein lahmer oder ein stumpfnasiger, oder der ein Glied zu lang hat, 19 oder ein Mann, der einen Bruch am Fuße oder einen Bruch an der Hand hat, 20 oder ein Höckeriger oder ein Zwerg, oder der einen Flecken an seinem Auge hat, oder der die Krätze oder Flechte, oder der zerdrückte Hoden hat. 21 Jedermann vom Samen Aarons, des Priesters, der ein Gebrechen hat, soll nicht herzutreten, die Feueropfer Jehovas darzubringen; ein Gebrechen ist an ihm, er soll nicht herzutreten, das Brot seines Gottes darzubringen. 22 Das Brot seines Gottes von dem Hochheiligen und von dem Heiligen mag er essen; 23 allein zum Vorhang soll er nicht kommen, und zum Altar soll er nicht nahen, denn ein Gebrechen ist an ihm, daß er nicht meine Heiligtümer entweihe; denn ich bin Jehova, der sie heiligt.
(3. Mose - Kapitel 21)

Allerdings findet der Gottesdienst im Heiligen Land statt und insofern ist es unwahrscheinlich dort Krüppel anzutreffen. Handelt es sich doch bei den Bewohnern desselben um Gottes auserwähltes Volk.

Die Begeisterung der deutschen Medien für Ratzingers sympathischeren Nachfolger ist also ungebrochen groß.
Ich sehe das allerdings anders. Bergoglio ist auch nur ein konservativer Menschenrechtsantagonist.

Er läßt Ex-Staatssekretär Bertone in einer 700-Quadtrameterwohnung im Vatikan einziehen.


Mit den neuen Kardinälen Gerhard L. Müller und Ricardo Ezzati Andrello erhob Franz zwei in den zweithöchsten Stand, die dezidiert gegen die Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch durch ihre Priester gearbeitet haben. Zwei Ex-Bischöfe, die vertuschten und die kinderfickenden Pädo-Priester protegierten.

Er beharrt auf homophober Politik.

Er läßt die schmutzigen Vatikanbanker weiter Geld waschen.


Franz ist ein moderner Papst und setzt Prioritäten.

Männer, die sich lieben, Frauen auf Kanzeln oder Kondome – nein, das kann auch Bergoglio nicht akzeptieren.
Und wer das Sakrament der Ehe schändet, indem er sich scheiden läßt, kann natürlich weiterhin nicht die heilige Kommunion (vulgo: Esspapier in der Größe einer Zweieuromünze) erhalten.
Die Scheidung ist „eine eiternde Wunde“, da kann man kein Auge zudrücken, so wie bei Petitessen wie Massenmord oder Kinderficken oder Holocaust.
Diese kleinen Sünden werden großzügig von der RKK verziehen; wer sich dessen schuldig macht, wird weiterhin von der katholischen Kirche unterstützt.

So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.
(Adolf Hitler)

Ich tat reinen Gewissens und gläubigen Herzens meine Pflicht.
(Adolf Eichmann, SS-Obersturmbannführer und Massenmörder)

Gottgläubig war ich im Leben, und gottgläubig sterbe ich.
(Die letzten Worte des SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmanns vor seiner Hinrichtung im Jahre 1962)

Wir haben Soldaten nötig, gläubige Soldaten. Gläubige Soldaten sind die wertvollsten. Die setzen alles ein.
(Adolf Hitler zu Bischof Wilhelm Berning von Osnabrück)

Die katholische Kirche hat 1500 Jahre lang die Juden als Schädlinge angesehen...Ich gehe zurück auf die Zeit, was man 1500 Jahre lang getan hat...und vielleicht erweise ich dem Christentum den größten Dienst.
(Adolf Hitler)

Mugabe, Hitler, Franco, Mussolini, Eichmann, Kaltenbrunner, Pater Murphy, Pater Macial – diesen an sich guten Menschen war das päpstliche Wohlwollen stets sicher. Ihnen half die RKK auch der irdischen Justiz zu entkommen.

Beauftragt von Pius XII organisierte Giovanni Batista Montini (später Papst Paul VI) die Flucht von Nazi-Schlächtern nach Argentinien.
Eichmann schlüpfte unter dem Schutzmantel des Vatikans nach Südamerika.

Als der Organisator des Holocaust 1960 von Israelis aus Buenos Aires entführt wurde, protestierte der argentinische Kardinal und Leiter der Katholischen Aktion, Antonio Caggiano:

"Es ist unsere Christenpflicht, ihm zu verzeihen, was er getan hat."

6 Millionen Menschen umbringen ist also aus katholischer Sicht nicht nur theoretisch verzeihbar, sondern es ist sogar ChristenPFLICHT so eine Petitesse zu verzeihen.

Eine regelrechte Barbarin hingegen ist Martha Heizer aus Innsbruck.
Dieses Teufelsweib beging ein so abscheuliches Verbrechen, daß auch der liebe Papst Franz nun wirklich keine andere Möglichkeit hatte, als zur Höchststrafe zu greifen: Exkommunikation und damit eine Verurteilung zum ewigen Höllenfeuer – ohne Hoffnung auf Errettung der Seele.
Die päpstliche Exkommunikation ist grausam und wurde daher bei weniger üblen Verbrechern wie zum Beispiel Adolf Hitler auch nicht angewendet.
Aber diese Martha hat es verdient!
Diese Bestie!!!
Ortsbischof Manfred Scheuer griff vorgestern auf Anweisung Roms durch. Die Glaubenskongregation unter Kardinal Müller hatte den Daumen gesenkt. Es ging um ein Delikt gegen die Eucharistie, gemäß dem Kirchenrecht kann nda snur die härteste Strafe bedeuten!

Martha Heizer, die Vorsitzende der gerade in Österreich sehr populären Kirchenvolksbewegung "Wir sind Kirche" trifft die härteste Strafe der katholischen Kirche diesseits der Hölle: den Ausschluss von allen Sakramenten und Ämtern. Ihren Mann Gerd trifft die Strafe gleich mit. Der Grund: unerlaubtes Feiern der Heiligen Messe - falsches Beten, zugespitzt gesagt.
Seit vielen Jahren trafen sich die Eheleute regelmäßig mit Freunden und feierten den Gottesdienst. Zunächst war auch ein Priester dabei, sodass alles seine Ordnung hatte. Doch der starb, ein neuer fand sich nicht, und irgendwann sagte die Gruppe: Wir machen das alleine mit der Eucharistie, "weil doch der Priestermangel so groß ist und wir gespürt haben, wie gut uns das tut". 2011 erzählte dies die heute 67-jährige Religionspädagogin locker in einem Interview - und trat die Lawine los.
Im katholischen Kirchenrecht gilt eine Messfeier, bei der kein geweihter Priester die Worte des Hochgebets zur Wandlung spricht, als Simulation. Sie ist sofort dem Bischof und der Glaubenskongregation in Rom zu melden, sie führt zur gleichen Strafe wie der Bruch des Beichtgeheimnisses, wie sexuelle Gewalt gegen Minderjährige.
[….] Der Bischof hätte ja mal mutiger sein und der Glaubenskongregation widerstehen können, findet Martha Heizer. Sie sei erbittert, "dass wir von keinem einzigen Missbrauchstäter wissen, der exkommuniziert wurde"; hier werde "mit unterschiedlichem Maß gemessen".

Wir halten noch einmal fest, wie die RKK unter Franzi funktioniert:

Erigierte Penisse in kleine Jungs stecken und/oder diese halbtot prügeln ist nie ein Grund für die härteste Kirchenstrafe.
Wer aber „falsch betet“, kommt in die Hölle.

Sehr schön auch, daß der Vatikan bei den wirklich wichtigen Dingen gleich durgreift.
Das Kinderficken hingegen ist ja nun nicht so eine dringliche Angelegenheit, daß man da unbedingt etwas unternehmen müßte….

UN-Bericht kritisiert Vatikan scharf.
 Experten sehen noch erhebliche Mängel beim Umgang mit Missbrauchsopfern.
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate haben die Vereinten Nationen den Vatikan für seinen Umgang mit Kindesmissbrauch durch Priester scharf kritisiert. Der UN-Ausschuss zur Bekämpfung von Folter findet in seinem aktuellen Bericht, der am Freitag in Genf vorgestellt wurde, deutliche Worte: Die katholische Kirche habe nicht sichergestellt, dass Missbrauchsfälle lückenlos der Polizei gemeldet würden; sie habe Geistliche versetzt, um ihnen Strafverfolgung zu ersparen, und sie habe es verabsäumt, Missbrauchsopfer angemessen zu entschädigen.
Fast 3500 Fälle
Für den aktuellen UN-Bericht legten Vatikan-Abgesandte auch Zahlen offen. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre wurden demnach 848 Geistliche wegen sexueller Übergriffe ihres Amtes enthoben. 2572 weitere wurden – wegen fortgeschrittenen Alters oder gesundheitlicher Probleme – geringer bestraft. Insgesamt verfolgte der Vatikan zwischen 2004 und 2013 fast 3500 Fälle von Missbrauchsvorwürfen.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Schmerzfreie Grüne – Teil II


OK, die Grünen haben nicht gerade einen Lauf.
Wie sollten sie auch?
Die Groko dominiert mit ihrer 80%-Mehrheit nach Belieben und die Grünen haben alle ihre fähigen Führungskräfte aussortiert und dafür die Tumben, Unerfahrenen und Religiösen in die erste Reihe gestellt.
Von Fraktionschef Hofreiter weiß man inzwischen, daß er dringend einen Steuerberater und einen Friseur braucht.

Der schwäbische Obergrüne Özdemir war allerdings auch sehr erfolgreich bei der Suche nach dem Super-GAF. (Größter anzunehmender Fettnapf).
Gerade als sich der über alle Maßen in sich selbstverliebte Joachim Gauck so richtig als Religiot und Bellizist mit neoliberaler Gesinnung entpuppte, preschte der Grüne Parteivorsitzende zur absoluten Unzeit, drei Jahre vor dem Ende der Amtszeit vor und warb für eine zweite Amtszeit der umstrittenen Pfaffen. Gauck wäre dann am Ende 82 Jahre alt. Schön, daß die Grünen nicht nur ein Signal an die Rechten (Özdemir transportierte diese Idee gemeinsam mit dem FDP-Chef Lindner), sondern auch an die Jugend senden.

Nachdem ich in den letzten Tagen mehrmals auf den gegenwärtigen Zustand der großen Koalition zu sprechen kam, ist es wichtig auch noch einmal auf die Alternative zu sehen.
Bei den gegenwärtigen Mehrheitsverhältnissen gibt es außer einer GroKo nur Schwarzgrün.
RotRotGrün rückt aus zwei Gründen in immer weitere Ferne. Erstens schwächelt die SPD so sehr, daß es noch nicht einmal zu dieser Dreierkonstellation reichen dürfte.
Zweitens tun sich bei den aktuellen außenpolitischen Fragen derartige Gräben zwischen Linken und SPD auf, daß so eine Koalition schnell platzen könnte.

Man vergisst fast, daß am 22.09.13, dem Tag der Bundestagswahl ebenfalls eine Wahl in Hessen stattfand.
Auch dort reichte es nicht zu Rotgrün und nicht zu Schwarzgelb.
Auch dort fehlte es dem frommen SPD-Chef an Rückgrat und Mut, um die CDU in die Opposition zu schicken.

Am Ende schmiegten sich die Grünen an Bouffier, den Epigonen des braunen Rolands.

In Hessen wird mit dem rechtesten CDU-Verband Deutschlands koaliert.
Roland Kochs Kofferträger Bouffier, der alle ausländerfeindlichen Hetzkampagnen der Hessen CDU, die einst zig Millionen DM Schwarzgeld als „jüdische Vermächtnisse“ tarnte und bis heute nicht aufklärte woher das Geld stammte, darf jetzt mit Tarek Al Wazir an seiner Seite regieren, als ob die CDU eine absolute Mehrheit hätte.

Weiter so mit Bouffier
 […]  Eines kann man von der neuen Mannschaft des Volker Bouffier sicher nicht erwarten: einen „Politikwechsel“. Der CDU-Chef setzt dem Slogan, mit dem die Opposition aus SPD, Grünen und Linken im Wahlkampf losgezogen ist, genau das Gegenteil entgegen. „Weiter so“, lautet die Botschaft, die Bouffier mit seinem Personal aussendet.
Die alte Regierungsmannschaft der CDU ist im Wesentlichen auch die neue. Es sind genau jene Personen, die von den Grünen vor der Landtagswahl als „erschöpft und verbraucht“ gegeißelt wurden. Künftig sitzt man gemeinsam am Kabinettstisch des Volker Bouffier. […]

Das klappt eigentlich ganz vorbildlich, weil sich die neobellizistischen Grünen perfekt an ihren neuen schwarzbraunen Partner angepasst haben.

Hessen also, da regieren die Grünen geräuschlos mit einem CDU-Landesverband von vorvorgestern. Einer CDU, die ihre Vorurteile gegen Schwule und Ausländer kultiviert.

Alle außer CDU verurteilen Homo-"Heiler"
In Kassel planen LGBT-Aktivisten eine Demonstration gegen einen evangelischen Kongress mit Homo-"Heilern" – auch der Stadtrat verurteilt die homophobe Veranstaltung, allerdings nicht einstimmig.
Gegen den am Donnerstag beginnenden Kongress "Sexualethik und Seelsorge" formiert sich Widerstand, weil in der vom Verband Weißes Kreuz e.V. organisierten Tagung auch Homo-"Heiler" als Referenten eingeladen worden sind. So hat das Kasseler Stadtparlament mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken, FDP, Freien Wählern und Piratenpartei am Montag eine "Resolution gegen Homophobie" verabschiedet, in dem es sich von dem Kongress distanziert. Darin heißt es, dass die Einstufung von Homosexualität als "Krankheit" das Selbstbestimmungsrecht "religiös verbrämt" in Frage stelle. Lediglich die CDU stimmte gegen die Resolution.
[….]  Die evangelikale Gruppe vertritt eine höchst konservative Sexualmoral und lehnt Homosexualität generell ab: So hat der Verband eine Handreichung zum Thema erarbeitet (PDF), in der Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt wird ("einige lieben Kinder, Jugendliche oder Gleichaltrige"). Änderungswilligen Homosexuellen wird versprochen, "durch Therapie, Seelsorge oder Selbsthilfegruppen" heterosexuell zu werden.

Immerhin, beim Thema Schwule und auf kommunalerer Ebene trauen sich die Grünen schon noch sich auf die richtige Seite zu stellen.
Im Landtag sieht es schon anders aus.
Fest im Rektum der Hessen-CDU steckend, verurteilen die Grünen den Versuch der SPD endlich auch in Wiesbaden die mörderischen Pläne der Nazi-Terroristen um Beate Zschäpe aufzuklären.
Rechtsextremismus? Da muß man wohl nicht mehr so genau hinsehen, wenn es nach den Grünen-2014 geht. Die hessischen Sozis erzwangen jetzt einen Untersuchungsausschuss, der etwas peinlich für den mit grünen Stimmen gewählten CDU-Regierungschef werden könnte.
Also stellen sich die Grünen lieber an die Seite der Aufklärungsverweigerer der CDU und spucken den Angehörigen der von Nazis getöteten Opfern a posteriori noch einmal ins Gesicht.

Parlament soll Mord in Kassel untersuchen. CDU und Grüne werfen den Sozialdemokraten parteipolitisches Kalkül vor.
Im Herbst 2013 wählte Hessen einen neuen Landtag, der zur ersten schwarz-grünen Koalition in einem deutschen Flächenland führte. Die Lust der CDU auf weitere öffentliche Recherchen zu diesem Thema waren und sind begrenzt. Zur Zeit des Mordes 2006 war der heutige Ministerpräsident Volker Bouffier Innenminister des Landes. Und er hatte höchstpersönlich dafür gesorgt, dass Polizei und Staatsanwaltschaft bei ihren Recherchen im Kasseler Mordfall Yozgat an einem damals brisant erscheinenden Punkt nicht vorankamen.
Unmittelbar vor den tödlichen Schüssen auf Yozgat hatte sich Andreas T., ein Mitarbeiter des hessischen Landesamts für Verfassungsschutz, dort aufgehalten und am Computer in einem Flirt-Forum gechattet. Möglicherweise war er zum Zeitpunkt des Verbrechens noch in dem Laden, sicher feststellen lässt sich das nicht mehr. Er geriet kurzzeitig in Mordverdacht, der aber längst ausgeräumt ist. Die Schüsse will er damals nicht gehört und auch ansonsten nichts von dem Verbrechen mitbekommen haben. Die Ermittler wollten auch die von ihm geführten V-Leute vernehmen; Bouffier verweigerte den Spitzeln eine Aussagegenehmigung und begründete das mit dem Vertrauensschutz für Informanten. […]
 (SZ vom 22.05.2014)

Mittwoch, 21. Mai 2014

Give aways.


Als echter Sozialdemokrat kaufe ich leidenschaftlich gern im SPD-Image-Shop Wahlkampfgeschenke.
Ich besitzen große Vorräte mit SPD-Kulis, Pfefferminzen, Tassen, Servietten, Buttons, Ansteckern, Aufklebern, Kondomen, Bleistiften, Kartenspielen, Karten, Geschenkpapier, Taschentüchern, Einmal-Uhren, uvam.
Hm, eigentlich unverständlich, daß die SPD nicht immer absolute Mehrheiten holt, angesichts der tollen Give-Aways, die ich schon gekauft haben.
Vielleicht liegt es daran, daß ich das meiste Zeug davon einfach in Schränke stopfe, statt es zu verteilen.
SPD-Kugelschreiber habe ich immer in meiner Sakko-Brusttasche, so daß ich jedes Mal, wenn mich jemand nach einem Stift bittet denselben gleich verschenken kann.
Alles andere ist mir aber viel zu peinlich. Wie blöd ist das denn; ich spreche doch nicht jemand Fremden auf der Straße an, gebe ihm einen SPD-Bonbon und bitte ihn deswegen die Sozis zu wählen.
Das muß subtiler gehen. Menschen, die mich sehr nett finden, weil ich immer so höflich und hilfsbereit bin, erfahren irgendwann, daß ich in der SPD bin und sollen deswegen die Partei mit einem sympathischen Mann assoziieren.
Dabei möchte ich doch nur, daß der Wähler klug überlegt was er wählt (dann gibt es ohnehin nur die SPD!). Ich will ja kein Geld oder Nacktphoto von ihm.
Es ist ja zu seinem besten die Sozis anzukreuzen.

Da haben es andere „Verkäufer“ schon schwerer ihre Botschaft rüberzubringen.
Wenn die Botschaft auch noch 2000 Jahre alt ist, konsequent menschenrechtsfeindlich ist und moralisch von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird, bringt man sie umso schwerer unters Volk.
Es hilft auch nichts, wenn Tausende der eigenen Funktionäre, dadurch aufgefallen sind, daß sie kleine Kinder misshandelt haben.
Weiterhin muß man es als suboptimale Ausgangslage bewerten, wenn eine Organisation, die auf einem 700-Milliarden-Euro-Vermögensberg in Deutschland hockt, jedes Jahr weitere 20 Milliarden vom Steuerzahler abgreift und zusätzlich rund neun Milliarden jährlich an Mitgliedsbeiträgen einkassiert, weil ihr Oberen sich gerne in 7ner BMWs und Phaetons herumchauffieren lassen, auch noch Geld will.
Und so sehr auch weltweit Bischöfe und Priester die „Barmherzigkeit Jesu“ betonen, wenn sie zu Mission und der Verbreitung des Evangeliums aufrufen – Geld wollen sie in erster Linie haben.
Gottes Segen gibt es nicht umsonst.


Zur Kundenbindung muß man schon ein paar Geschenke springen lassen.


Besonders erfolgreich sind die christlichen Kirchen damit die Jugend so frühzeitig zu indoktrinieren, daß sie schon stramm kirchlich konditioniert sind, bevor sie anfangen zu denken.


Ihrem Evangelium selbst trauen sie anscheinend weniger. Deswegen wehren sich Christen auch vehement gegen schulischen „Ethik-Unterricht“, bei dem den Kindern auch andere Religionen und Weltanschauungen präsentiert werden. Im Vergleich stinkt die Bibel natürlich ab.
Nein, um den alten Hut unter die Leute zu bringen, braucht man Marketinggeschick.


2000 Jahre Ablasshandel und Reliquiengeschäfte die Christen zu einem pekuniären Nimmersatt werden lassen.
Um neue Beitragszahler zu gewinnen, orientiert sich die evangelische Kirche in der NRW-Diaspora nun an der moralischen Vorbild-Organisation ADAC und verteilt Geschenke an Neumitglieder.
Selbstverständlich nur an ZAHLENDE. Die Armen kriegen NICHTS!
In der Gemeinde Lechenich-Erftstadt gibt es Kircheneintrittsprämien; vom Gärtopf 10l für Sauerkraut mit Hobel (Motto: Hört auf Gott, so werdet ihr Gutes essen, Jesaja Kap. 55 Vers 2) über das Bobbycar (Motto: So ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen, Markus-Evangelium, Kap. 10 Vers 15) bis zum „Perlenarmband des Glaubens.“ mit 18 Perlen aus echtem Stein und einer goldfarbenen Kupfer-Perle in Stofftasche (Motto: Nimm dir Zeit, für das, was dich bewegt, Psalm 31 Vers 16).

Kirche empfehlen und Wunschprämie sichern. Was spricht eigentlich dagegen, neue Mitglieder zu gewinnen und dafür eine Prämie auszusetzen? […] Aber warum nicht von dem Automobilclub lernen? Schließlich hat der mit seinen ‚gelben Engeln' auch erst einmal eine Anleihe im Religiösen aufgenommen. Und ist damit ziemlich erfolgreich! Auch ich zahle meinen Mitgliedsbeitrag beim Club. […] So verschieden sind Club und Kirche gar nicht. Beide stellen ihren Mitgliedern viele Angebote zur Verfügung. Beide sind dazu auf Mitgliedsbeiträge angewiesen. Beide sind zur Stelle, wenn's mal nicht richtig läuft. Beide beanspruchen öffentliches Interesse für ihre Anliegen. Beide wollen eine Solidargemeinschaft bilden. Deshalb kann ich mir Kirche auch so vorstellen: Wir werben Mitglieder. Ja, es gibt sogar Prämien für ein neues zahlendes Mitglied. Sie müssen nicht alle unsere Anschauungen teilen. Aber wir überzeugen sie mit unseren Leistungen. Unser Motto: ‚Wir an Ihrer Seite'. Wir haben Formen (Gottesdienste / Feiern), Räume (Kirche / Gemeindehaus) und das Wissen, wie man Lebensfeste (Geburt, Einschulung, Trauung, Jubiläen) feiert. Wir bleiben, wenn andere nicht mehr weiter wissen (Krankheit, Sterben, Abschied,Verlust) und bieten Aufmerksamkeit in Lebenskrisen (Seelsorge, Gastlichkeit, Miteinander). So startet eine dauerhafte Kampagne zur Gewinnung neuer, zahlender Mitglieder. […]

Die glaubensaffinen Erftstädter rennen Pastor Schneider-Leßmann nun die Tür ein.

Fünf Kircheneintritte gab es in den ersten Wochen, mehr als sonst im ganzen Jahr. Unterm Strich also ein Gewinn? Mehr als bei dem Thesenanschlag an der Kirchentür, den sich ein Priester im kroatischen Ploce ausdachte. Dort versprach er 135 Euro den Eltern, die ihr Kind "nach Großvater, Großmutter oder einem Heiligen benennen". Daneben hängte er eine Liste mit Vorschlägen wie Ante, Ana, Marija oder Petar, Letzterer sein eigener Name. Die Summe entspricht dem Wert eines Kugelgrills oder einer Armbanduhr, zwei weitere Prämien in Erftstadt. […]  Belegt ist Luthers Wut über die Kirche, die kräftig kassierte und als Gegengeschäft den Seelen ein verkürztes Fegefeuer zusagte. […]

Dienstag, 20. Mai 2014

Gemixte Signale.


 Für die hauptberuflichen Vatikan-Bejubler (vulgo „Kirchenjournalisten“) ist die Sache wie immer klar. Das Papst ist ganz ganz toll und wer das anders sieht, ist doof.

In der VERöffentlichten Meinung wird nun viel von der Renaissance des Glaubens gejubelt.
Am 24.04.2014, in der letzten NDR-Talkshow aus Hamburg beispielsweise saß der sich kontinuierlich in manischen Phasen befindende Andreas Englisch und jubilierte so fanatisch vom Papst, daß beide Moderatoren ihre Neutralität vergaßen und beinahe von Orgasmen geschüttelt wurden. Auch die anderen Gäste schienen mir kurz davor zu sein alle zum Katholizismus zu konvertieren.

Die Heiligsprechungszeremonien wurden am letzten Wochenende in einer Weise von den elektronischen Medien inszeniert, daß dagegen das nordkoreanische Staatsfernsehen schon extrem kritisch im Umgang mit Kim Jong Il wirkt.

Ich sehe das etwas anders und beobachte viele Signale, welche Papst Franziskus als stramm konservativen Kinderficker-tolerierenden Kleriker der Ratzinger-Schule ausweisen.

Er läßt Ex-Staatssekretär Bertone in einer 700-Quadtrameterwohnung im Vatikan einziehen.


Mit den neuen Kardinälen Gerhard L. Müller und Ricardo Ezzati Andrello erhob Franz zwei in den zweithöchsten Stand, die dezidiert gegen die Aufklärung von sexuellem Kindesmissbrauch durch ihre Priester gearbeitet haben. Zwei Ex-Bischöfe, die vertuschten und die kinderfickenden Pädo-Priester protegierten.

Er beharrt auf homophober Politik.

Er läßt die schmutzigen Vatikanbanker weiter Geld waschen.


Bei so viel konservativem Spin, der hinter der freundlichen „Hoppla, jetzt kommt der frische Wind“-Fassade spürbar wird, fürchtet auch der eigentlich längst geschasste Limburger Bauherr TVE nicht wirklich um seine Zukunft.

Zuverlässig wie ein Uhrwerk schaufelt er  das Loch, in dem er sitzt kontinuierlich immer tiefer.
Nach einer Kaskade von Lügen und Unverschämtheiten hat er immer noch nicht auch nur ansatzweise verstanden was er angerichtet hat.
Vielleicht wird er zur Kenntnis genommen haben, daß er sich weltweit zum Witzbischof gemacht hat, der rund um den Globus für seine Prunksucht ausgelacht wird.

Nous avons vous avez, nu‘ isser wech.

TVE verläßt sich auf seine extrem mächtigen Freunde Kardinal Müller und Kurienerzbischof Gänswein.
Trotz anderslautender Anweisungen des Papstes bleibt er einfach in seiner luxuriösen Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg hocken.
Er will nicht all die Annehmlichkeiten, die millionenschwere Kunstsammlung, seine private Reliquienkammer und den schönen TVE-Privatgarten verlassen.
In Limburg hat sich auch Monate nach seinem Rausschmiss nichts geändert. All die ultrakonservativen TVE-Zuarbeiter sitzen weiterhin an den Schaltstellen der diözesanen Macht.

Seit Oktober hat Tebartz-van Elst in Limburg nichts mehr zu sagen, im März entband ihn Papst Franziskus endgültig von seinem Amt. Doch die Ära des luxus- verliebten Bischofs scheint noch nicht vorbei. „Von den versprochenen Reformen, von mehr Transparenz und Ehrlichkeit ist wenig zu spüren“, sagt Hubertus Janssen, ein pensionierter Gefängnispfarrer. […] Im Domkapitel sitzen immer noch dieselben hohen Herren, die Tebartz-van Elst einst wählten und den Bau seiner 31-Millionen-Euro- Residenz unkritisch begleiteten. Auch Franz-Peter Tebartz-van Elst kann von seinem Lebenswerk nicht lassen. Er speist, wohnt und schläft bis heute in seinem Luxusbau. […] Neue Bauvorhaben, umstrittene Immobiliengeschäfte, Kontinuität in der Personalpolitik: Seit Wochen staut sich der Unmut unter den Limburger Seelsorgern. Doch bislang finden sie kein Ventil. Der Priesterrat des Bistums kann nicht tagen, solange kein neuer Bischof berufen ist. Und das Domkapitel berät wie stets hinter verschlossenen Türen. Eine offene Diskussion über Kandidaten für die Tebartz-Nachfolge findet nicht statt.
(Der SPIEGEL Nr. 21/2014 s. 40)

Es gibt also wenig Grund für die konservative Fraktion in Alarmismus zu verfallen. Papst Franz hat den fundamentalistischen Kirchenfürsten noch nicht einen Krümel ihrer Privilegien entzogen.
Er selbst mag im FIAT fahren, für seine Bischöfe gilt immer noch: „Darf es ein bißchen mehr sein?“

Während das tumbe Katholische Kirchenvolk immer noch auf Reformen hofft und die kirchlichen Laienorganisationen von „Aufbruchstimmung“ reden, trauen sich die erzreaktionären Menschenfeinde des Kurie wieder aus ihrer Schockstarre, die sie zunächst nach der Wahl Bergoglios befallen hatte.
Sie werden schon wieder vorlaut und stellen Forderungen.
Die Tunten wollen die Familien zerstören und die verdammten Atheisten werden auch immer vorlauter! Genau!

Kurienerzbischof Georg Gänswein hat den Politikern Europas vorgeworfen, zu wenig gegen die immer zahlreicheren Angriffe auf christliche Werte und Symbole in Europa zu unternehmen. Der Präfekt des Päpstlichen Hauses äußerte sich am Sonntag bei der jährlichen Wallfahrt des katholischen Hilfswerks Kirche in Not nach Einsiedeln. Antisemitische und islamophobe Handlungen und Aussagen würden zu Recht von den Medien und politisch Verantwortlichen verurteilt, aber Europa müsse wachsamer werden gegenüber Intoleranz und Diskriminierung, die sich gegen Christen richte, sagte Gänswein. Auf dem Gebiet der Europäischen Union entwickle sich ein „militanter Säkularismus“, klagte der 57-jährige Erzbischof. Es gebe Kreise, die Christen einen Maulkorb anlegen und die Religion an den Rand drängen wollten. Auch komme es zu Angriffen auf die Familie, das Fundament der Gesellschaft, um das sich besonders die Kirche sorge. Gänswein geht davon aus, dass Europa nicht überleben könnte, wenn es von seinen christlichen Wurzeln abgeschnitten würde.