Dienstag, 26. August 2014

Der Christ des Tages – Teil LXXX

Das war natürlich schon praktisch als junger polnischer katholischer Geistlicher in einer Zeit Karriere zu machen, in der der große Johannes Paul II die Weltkirche beherrschte.
Da konnte es schnell aufwärts gehen.
Józef Wesołowski (* 1948 in Nowy Targ, Woiwodschaft Kleinpolen) wurde im Alter von nur 24 Jahren in Karol Woytilas Erzdiözese Krakau zum Priester geweiht. Später schickte er ihn als vatikanischen Nuntius in verschiedene Staaten und weihte Wesołowski am 6. Januar 2000 persönlich zum Bischof.

Im Januar erhob Ratzi den Polen zum Erzbischof und schickte ihn auf eine Traumposition als Nuntius in die Karibik. El paraíso pederastico catolico.

Die Päpste Woytila, Ratzinger und Bergoglio sind sich in einer Beziehung völlig gleich: Sie haben ein großes Herz für Kinderficker, fördern diese, schützen sie vor der Justiz und lachen dadurch den Opfern hämisch ins Gesicht.
Und ja, ich nenne es Kinderficken und verwende niemals den Begriff "Kinderschänder", weil "schänden" impliziert, die Kinder wären mit der Schande behaftet.
Die Kinder sind aber UNSCHULDIG und sollen sich weder schämen, noch in Schande leben.
Schande ist das nur für den Täter und die RKK!!

Daß Wesołowski, den ich hiermit zum Christen des Tages Nr. 80 ernenne, sich an kleinen Jungs vergreift weiß man schon relativ lange. Mir ist der Name schon geraume Zeit geläufig.

Schon vor einem Jahr brachte ihn der neue Papst vor Generalstaatsanwalt Francisco Dominguez Brito der Dominikanischen Justiz in Sicherheit. Getreu dem vatikanischen Motto „Scheiß auf die Opfer und Gerechtigkeit – Hauptsache die Kinderficker bleiben unbehelligt“, ließ Franz den Ephebo-Erzbischof hinter Vatikanischen Mauern in Sicherheit bringen.

Der Vatikan hat seinen Botschafter in der Dominikanischen Republik abgerufen, nachdem gegen ihn Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs von Kindern erhoben worden waren. Die Kirche untersuche die Vorwürfe gegen Erzbischof Josef Wesolowski, erklärte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch. Einzelheiten nannte er nicht. […..]
In dem Ort erhoben Bewohner auch Anschuldigungen gegen einen weiteren Priester, einen Freund von Wesolowski. Der hielt sich, als die Anschuldigungen bekannt wurden, gerade zum Urlaub in Polen auf und kehrte nicht mehr in die Dominikanische Republik zurück.

 Der erzkonservative polnische Klerus scheint neben dem Spanischen und Bayerischen eine der Übelsten Europas zu sein. Gerne wird auch aus den Reihen des hohen Polnischen Klerus den Opfern die Schuld in die Schuhe geschoben – so wie wir das auch von Bischöfen in Teneriffa und Deutschland kennen.

Die katholische Kirche in Polen wird von einem Missbrauchs-Skandal erschüttert: Erzbischof Wesołowski soll in der Dominikanischen Republik minderjährige Jungen zum Oralsex gezwungen haben.  […] Der Fall hat nicht nur in der Dominikanischen Republik hohe Wellen geschlagen, sondern auch in Polen. Dabei ist der päpstliche Botschafter zwar bisher der ranghöchste, aber bei weitem nicht der einzige polnische Geistliche, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird.
Wie in anderen Ländern, etwa Deutschland oder Irland, ist die katholische Kirche auch in Polen mit einer Welle solcher Sex-Skandale konfrontiert, die man früher unter der Decke halten konnte. […] Nicht weniger als 27 Priester sind nach Presseberichten seit 2001 in Polen vor Gericht gestellt worden. Das bisher härteste Urteil sprach vor einem Monat ein Bezirksgericht in Rawa Mazowiecka bei Łódź. Ein Pfarrer erhielt eine Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren, weil er fünf minderjährige Messdiener sexuell missbraucht hatte. […] In Białystok wurde ein anderer Priester zu vier Jahren Haft verurteilt, weil er ein behindertes 19-jähriges Mädchen mindestens acht Mal zum Sex genötigt hatte. Die Sache flog auf, als das Mädchen schwanger wurde und zur Polizei ging. Einem Garnisonspfarrer aus Legionowo in Zentralpolen, der sich lange bei einer Familie verstecken konnte, wurde vorgeworfen, minderjährige Mädchen über längere Zeit zum Sex gezwungen zu haben. In einem Fall soll er ein Opfer vergewaltigt und zum Schwangerschaftsabbruch überredet haben. […]  Im Fall des Garnisonspfarrers entschuldigte sich der zuständige Militärbischof öffentlich bei den Geschädigten. Die Bischofskonferenz erklärte, man übe "null Toleranz", und verabschiedete Leitlinien. Doch dürfen Opfer von der Kirche als Institution keine Entschädigung erhoffen. Einen Aufschrei der Empörung löste Erzbischof Józef Michalik, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, aus, als er zerrüttete Familien als Ursache pädophiler Entgleisungen nannte. Ein Kind aus einer schlechten Ehe suche Anlehnung, "es verliert sich und zieht noch einen anderen Menschen da hinein". […]

Der Christ des Tages ist selbst unter den vielen weltweit aktiven katholischen Kinderfickern ein besonders mieses Exemplar

Er hatte schon ein paar Bier getrunken, als er durch die Rotlichtviertel von Santo Domingo zog, genügend Geld in der Tasche, auf der Suche nach schnellem Sex. Er suchte nach ganz jungen Männern, er suchte nach Kindern. Er nannte sich nur "Josie". Viele wussten dennoch, wer er war: Der Botschafter des Heiligen Stuhls, der vatikanische Nuntius, vom Papst in die Dominikanische Republik entsandt – der polnische Erzbischof Josef Wesolowski.
Im Schatten der ältesten katholischen Kathedrale Amerikas betrieb er jahrelang sexuellen Missbrauch. Gemeinsam mit dem polnischen Pater Wojciech Gil soll er sich mit jungen Messdienern in seinem Haus am Strand vergnügt haben. Zwei weitere Geistliche aus seiner Botschaft stehen unter Verdacht, Frauen und Kinder zum Sex gezwungen haben. Ein dominikanischer TV-Sender soll Wesolowski dabei gefilmt haben, wie er ein Kinderbordell in Santo Domingo betrat.
[…]  Die Wellen der Empörung schlagen hoch, wenn in der Dominikanischen Republik die Rede auf Josef Wesolowski kommt.  […] Und die Fassungslosigkeit über die Tatsache, dass Wesolowski nicht vor ein Gericht in Santo Domingo gestellt wird, wächst, je mehr Details aus dem Fall an die Öffentlichkeit dringen. Schon die Gerüchte um ihn hatten den Papst vor einem Jahr zu eiligem Handeln getrieben. […] Der Bischof soll auch einen Elfjährigen dazu gebracht haben, sich vor ihm selbst zu befriedigen. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft von Santo Domingo vier Jungen zwischen zwölf und 17 Jahren ausfindig gemacht, die aussagen, von Wesolowski für sexuelle Handlungen bezahlt worden zu sein.
Besonders Perfide ist der Fall des heute 17-Jährigen. Er leidet unter Epilepsie. Seit er 13 war, stand er im sexuellen Kontakt zu Wesolowski – der ihn für seine Dienstleistungen mit Medikamenten bezahlte und so nicht nur die Armut des Jungen, sondern auch dessen Krankheit ausnutzte.
[…] Dem Vatikan wird jetzt vorgeworfen, Wesolowski zu früh aus der Dominikanischen Republik geholt zu haben. Ganz offensichtlich reiste der einstige Bischof sogar mit falscher Identität und machte einen Umweg über Haiti, um Spuren zu verwischen – die Ermittler konnten keinen Flugpassagier mit seinem Namen finden. […]
(Constanze Reuscher, 23.08.14)

Schwerverbrecher mit vatikanischen Papieren vor der Justiz quer über den Atlantik in Sicherheit zu bringen, ist die leichteste Übung des Vatikans. Hunderte der schlimmsten Nazi- und SS-Schergen hatte Kurienerzbischof Hudal über die sogenannte „Rattenlinie“ vor der alliierten Justiz nach Südamerika in Sicherheit bringen lassen.
Darunter waren auch Typen wie Josef Mengele und Adolf Eichmann. Für diese Menschen konnte sich der Vatikan nämlich wesentlich mehr erwärmen, als beispielsweise eine lesbische Kindergärtnerin von heute. Die wird nach wie vor einfach fallengelassen.

Józef Wesołowski, dem in Polen und der Dominikanischen Republik lange Haftstrafen drohen, läßt es sich mittlerweile gut gehen und genießt sein Leben in Rom – unter der schützenden Hand des Papstes, der die Auslieferung der perfiden Verbrechers blockiert.
Der Christ des Tages findet es allerdings nicht schön nun offiziell in den Laienstand versetzt zu sein und klagt nach Vatikanischem Recht dagegen.
Zuständig ist der als ausdrücklicher Kindermissbrauchsfreund bekannte Kurienkardinal Müller.

Der wegen Kindsmissbrauch zur Versetzung in den Laienstand verurteilte ehemalige Vatikanbotschafter in der Dominikanischen Republik, Erzbischof Jozef Wesolowski, hat Berufung eingelegt.
Die vatikanische Glaubenskongregation werde die endgültige Entscheidung in dem kirchenrechtlichen Verfahren voraussichtlich im Oktober fällen, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montagabend in Rom mit.
Lombardi wies in diesem Zusammenhang Medienberichte zurück, wonach der Vatikan den polnischen Geistlichen vor Verfolgung durch die Justizbehörden der Dominikanischen Republik und seines Heimatlands Polen schütze. Der Heilige Stuhl habe "umgehend und korrekt" auf die Vorwürfe gegen Wesolowski reagiert. Dabei sei sein damaliger Diplomatenstatus berücksichtigt worden.
(epd 26.08.14)

Ach sooo, ich vergaß. Józef Wesołowski ist Diplomat!
Naja, dann muß man ihm ja wohl nachsehen, daß er in der Dom Rep kranke Kinder fickte.


Montag, 25. August 2014

Die krankende Situation.


Was für eine Absurdität:
Aufgrund einer rein persönlichen Katastrophe, nämlich der Krebserkrankung seiner Frau, erkennt Deutschlands oberster Protestant, daß die Position seiner Kirche zum Lebensende so unmenschlich ist, daß er sich nicht an den eigenen Richtlinien orientieren kann.
Statt das eigene Konzept daraufhin zu überdenken, wirft er aber den Vorsitzenden-Posten hin, um für sich privat die Freiheiten rauszunehmen, die für 23 Millionen deutsche evangelische Christen nicht gelten sollen.
Die Politchristen Kauder, Gröhe und Merkel nutzen den Anlass, um päpstlicher als der Papst das total Sterbe(hilfe)verbot durchdrücken zu wollen.
Meine Ansicht zu dem Thema habe ich dutzendfach dargestellt, so daß ich das an dieser Stelle nicht wiederholen muß.

Eines möchte ich aber noch ausdrücklich verdammen:

Es ist unerträglich, daß Medien ganz allgemein, wenn es um das POLITISCHE Thema „Lebensende“ geht (Patientenverfügung, Palliativversorgung, Sterbehilfegesetz,..) mit größter Selbstverständlichkeit Theologen als Experten hinzugezogen werden. So wird Ex-CDU-General Hintze, der Erfinder der Rote-Socken-Kampagne, deswegen als Autorität wider die Parteiführung wahrgenommen, weil er Pfarrer ist.

In der Debatte um ein Verbot der organisierten Sterbehilfe geht Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) auf Konfrontationskurs zur CDU-Spitze. "Heute stehen todkranke Menschen, die aus dem Leben scheiden wollen, oftmals vor der Alternative, sich in der Schweiz bei ihrem Vorhaben helfen zu lassen oder, falls sie das Geld dafür nicht haben, sich in Deutschland vor den Zug zu werfen. Diese Not verlangt nach einer Antwort", sagte Hintze dem SPIEGEL.
[….] Es ist nicht zum ersten Mal, dass Hintze in schwierigen ethischen Fragen auf Konfrontationskurs geht. Bereits in der Debatte über die Genforschung und bei der Präimplantationsdiagnostik vertrat der ehemalige Pfarrer eine liberalere Haltung als seine Partei.

Und Schock, schwere Not, auch der Großtheologe Küng stellt sich gegen die Linie der Kirchen. Aber der ist ja ohnehin „Dissident“ – pfui, pfui.

Hans Küng ist dafür. Am 1. September soll ein Buch des 86 Jahre alten Schweizer Theologen erscheinen, der eigentlich keine Bücher mehr schreiben wollte: "Glücklich sterben?" heißt der Titel, und der Dissident der katholischen Kirche wird darin wiederholen, was er schon gesagt hat: Wenn er merkt, dass ihn der Verstand verlässt, wird er seinem Leben ein Ende setzen, mit Hilfe der Organisation Exit, deren Mitglied er ist. Gerade als Christ, der ans Jenseits glaubt, werde er das tun, hat er angekündigt.

Fast noch schlimmeres zeigt der Blick auf die Autoren solcher Artikel.
Die Süddeutsche Zeitung beauftragt nicht etwa einen ausgewiesenen Juristen, Mediziner oder Wissenschaftsjournalisten mit dem Thema.
Nein, es schreibt hier die Kirchenredaktion in Form des superfrommen Katholiken Matthias Drobinski.

Nicht die Ärzte und noch nicht einmal die Christen sind sich also einig, wenn es um die schwierige Frage geht, ob Ärzte oder Vereine schwerkranken Menschen helfen dürfen sollten, ihren Todeswunsch in die Tat umzusetzen. Wenn im September die parlamentarische Sommerpause endet, wollen die Abgeordneten des Bundestages genau diese Frage regeln. Es wird keine einfache Diskussion werden. […]

Ja, frommer Matthias, das ist ja wirklich ein Ding, daß sich “noch nicht einmal die Christen” einig sind.

Aber entscheidend ist das nicht.
Sollte das Recht liberalisiert werden, würden 50 Millionen Christen in Deutschland nicht tangiert werden.
Niemand wird Sterbehilfe aufgedrängt!
Ihr könnt das genauso gern unterlassen wie Verhütungsmittel, vorehelichen, Sex, PID, Schwulsein und Schwangerschaftsunterbrechung!
Das ist aber irrelevant für ein Bundesgesetz, das die Konfessionslosen betrifft.
Also Klappe, Kauder. Du als ausgewiesener Tötungs- und Waffenfetischist solltest zu dem Thema ohnehin schweigen.

Volker Kauder sagte Anfang August bei der 119. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg: „Wir wollen das organisierte Helfen zum Sterben verbieten.“ Dazu gebe es zwei Formen: So gibt es etwa in der Schweiz Einrichtungen, die für ihren Dienst zum Sterben Geld verlangen. „Kein Profit mit dem Sterben“, forderte Kauder. Seine Fraktion wolle darüber hinaus Organisationen verbieten, die sich mit dem Sterben beschäftigten, beispielsweise Sterbehilfevereine.
Von Christen verlangte der Fraktionsvorsitzende: „Wenn wir Christen in dieser Diskussion nicht klar und deutlich formulieren, dass es entscheidend ist, die Sterbenden zu begleiten und nicht das rasche Beenden von Leben, dann verlieren wir eine wichtige Verantwortung in unserer Gesellschaft.“ Er sei „felsenfest davon überzeugt, dass sich die Tür, wenn sie einmal geöffnet wird, nicht mehr schließen lässt.“
Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, hält strikt gegen eine Lockerung bei der Beihilfe zum Suizid. „Ärzte sind Helfer zum Leben, nicht zum Tod“, sagt er.
 (PRO 25.08.14)

Sonntag, 24. August 2014

Passt nicht zusammen


Die Politik der GroKo ist so schlecht, daß sogar die eigenen Parlamentarier gequält darauf hoffen, es möge möglichst nichts von dem angekündigten Unsinn umgesetzt werden.

Noch nicht einmal die Bayern halten die Herdprämie, bei der mit Milliardenaufwand systematisch eine Verdummung der Jugend gefördert wird, für sinnvoll. Man kann solche Vorhaben nur noch mit psychotischen Schüben der Bundesregierung erklären.

Am Freitag ist Zahltag. Dann gibt es wieder Betreuungsgeld. Pünktlich zum Monatsanfang landen bislang 100 Euro auf dem Konto von Eltern, die ihre Kleinkinder nicht zur Krippe bringen und zu Hause hüten. Seit einem Jahr geht das so. Und anstatt mit diesem Unsinn sofort aufzuhören, gibt es zum 1. August sogar noch 50 Euro drauf. 150 Euro beträgt dann diese Familienleistung, die von Anfang an ein Missgebilde war. Das Betreuungsgeld ist ein Beispiel dafür, wie politischer Stursinn Familien verstören kann, die Gesellschaft spaltet und Menschen aufeinander herabschauen lässt. Die jüngsten Opfer – das muss man nach einem Jahr Betreuungsgeld bitter resümieren – sind Menschen ohne Abitur und manche Familie mit ausländischen Wurzeln. Sie werden willentlich in mitunter schwieriger sozialer Situation gehalten.
(Ulrike Heidenreich, SZ, 29.07.14)

Die wolkig-vagen Absichtserklärungen irgendwann vielleicht einmal bis zum Ende der Dekade für jedermann Internet zugänglich zu machen, sind so erbärmlich, daß die Journaille kollektiv die Daumen senkt.

Breitband für alle versprechen, aber nicht sagen können, wie das gehen soll. Mit ihrer Digitalen Agenda, zeigt die Bundesregierung, dass man sie beim Thema Internet nicht ernst nehmen kann. […]
Dabei hinkt Deutschland beim Breitbandausbau weit hinterher, den eigenen Erwartungen und dem Rest Europas, wie zum Beispiel gerade erst Daten der EU-Kommission gezeigt haben. Wie soll es also plötzlich trotzdem bis 2018 klappen? Hätte ja sein können, dass die Digitale Agenda darauf tatsächlich Antworten liefert. Tut sie aber nicht. Stattdessen gibt es in dem von gleich drei Ministern mit großer Bugwelle angekündigten Papier nur wolkige Absichstbekundungen und schöne Bekenntnisse. "Ein Gegensatz zwischen 'realer' und 'virtueller' Welt existiert nicht", steht da, und dass flächendeckendes Breitband-Internet "die Voraussetzung für gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land" sei.
Bemerkenswerte Worte für "Neuland"-Merkel und ihre Regierung, würde nicht so verdammt wenig dahinterstecken. Wenn es um das Erreichen der Breitband-Ziele geht, steht in der Agenda zu oft "wir wollen" und zu selten "wir werden". […]

In der Verantwortung steht hier die Bundeskanzlerin, die sich für die „digitale Agenda“ den totalen Deppen Dobrindt hält.
Würde sie ihren Amtseid ernstnehmen („Schaden von Deutschland abwenden…“), dürfte sie nicht so eine Witzfigur die Zukunft des Landes verspielen lassen.


Der Infrastrukturminister ist unglücklicherweise auf jedem Gebiet Laie.

Eine Maut – und da sind sich die Experten einig – wie sie Verkehrsminister Alexander Dobrindt plant, taugt nichts. Sie lenkt den Verkehr nicht, und sie ist zu kompliziert.
Dobrindts Maut wird lediglich dafür sorgen, dass die Kfz-Steuer nicht mehr nur auf eine, sondern in Zukunft mit hohem Aufwand auf zwei Arten kassiert werden wird. Denn Kfz-Steuer und Maut werden für Inländer miteinander verrechnet. Das wissen auch die Fachleute der großen Koalition. Sie räumen es im kleinen Kreise sogar freimütig ein, und doch sind sich die meisten sicher, dass die Dobrindt-Maut am Ende Gesetz werden wird. Schließlich ist die Maut die zentrale politische Forderung der CSU in dieser Koalition. CSU-Chef Horst Seehofer wird sich auch von den Einwänden aus der eigenen Partei nicht davon abbringen lassen.
Alle machen mit, obwohl die meisten es besser wissen.
(Guido Bohsem, SZ, 21.07.14)

Diese Wurschtelbundesregierung begnügt sich nun ernsthaft damit zu hoffen, daß die eigenen Leute so doof sind, daß ihre Pläne scheitern werden.

Die regierungsunfähige Kanzlerin weigert sich weiterhin zu regieren.
Offensichtlich ist es auch ihr lieber, daß ihre eigenen Minister im Chaos untergehen, als daß irgendein Unionsplan durchgesetzt wird.
Niemals würde sie sich in politische Dinge einmischen; aus der Tagespolitik hält sich Merkel prinzipiell raus.

"Bürokratie, Wegelagerei", hat CDU-Landeschef Laschet die Maut-Pläne von Verkehrsminister Dobrindt genannt. Das sei ein "peinliches Sommertheater" kontert CSU-Generalsekretär Scheuer. Doch auch innerhalb der CSU gerät die Abgabe für ausländische Autofahrer unter Druck.
Das Maut-Konzept von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) führt zu immer schärferen Auseinandersetzungen innerhalb der Unionsparteien. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat Kritik aus der CDU an Dobrindts Plänen "als peinliches Sommertheater" zurückgewiesen. Die Einlassungen von Thomas Strobl und Armin Laschet zeugten "von tiefer Ahnungslosigkeit", sagte Scheuer: "Wir sind es gewöhnt: Die SPD hat ihren Stegner, die CDU ihren Laschet. Und Thomas Strobl ist eben rastlos auf seiner langen Suche nach einem Thema."
[…] Damit reagierte die CSU am Sonntag auf Vorwürfe aus den beiden größten CDU-Landesverbänden. Strobl, Landeschef der CDU in Baden-Württemberg, befürchtet durch die Maut einen Schaden für den Mittelstand und die Grenzregionen. "Eine Maut, die den kleinen Grenzverkehr erschwert oder gar unterbindet, wäre zum Nachteil für diese Regionen", sagte Strobl der Bild am Sonntag. "Das können wir dann auch nicht mittragen."
[…]    Es bleibe daher dabei, betonte Generalsekretär Scheuer: "Die Maut für alle kommt, und sie kommt für alle Straßen."  […]

Die GroKo ist eine so traurige und erbärmliche Angelegenheit, daß sie nur noch von einer Idiotie auf diesem Planeten getoppt wird:
Nämlich dem verblödeten Urnenpöbel, der sich vor Begeisterung für diese Regierung gar nicht mehr einkriegen kann.
Man betrachte nur einmal die Themen der sonntäglichen Polit-TV-Shows.

Alles richtig gemacht?
Die Bundesregierung im Popularitätsrausch
Die Bundesregierung ist so beliebt wie nie bei den Deutschen, und für die kommende Wahl in Sachsen wünschen sich die dortigen Bürger mehrheitlich sogar auch eine Große Koalition.
54 Prozent sagten dies im aktuellen SachsenTrend rund eine Woche vor der Landtagswahl. Deutschland scheint sich im Wohlfühl-Modus mit seiner Schwarz-Roten Regierung zu befinden. Wie ist das möglich?

Das deutsche Volk hat sich als Wähler endgültig disqualifiziert.
Alle Plebiszite müssen sofort abgeschafft werden und man sollte Wahlen auf ein Minimum beschränken!



Samstag, 23. August 2014

Internetausdrucker.

Wie doof; das Hamburger Abendblatt hat meinen kostenlosen Zugang zum E-Paper gesperrt.

Nicht nur meinen, wie ich auf Nachfrage erfuhr.

Zunächst möchten wir uns bei Ihnen für die verspätete Bearbeitung Ihres Anliegens entschuldigen.
Trotz aller Bemühungen, unseren Abonnenten jederzeit einen exzellenten und schnellen Service zu bieten, kann es in Einzelfällen, so wie leider auch in Ihrem Fall, zu Verzögerungen kommen.   
Leider können wir nicht mehr den kostenlosen Zugang aus juristischen Gründen für die digitalen Medien für das Hamburger Abendblatt gewähren.
Die Trennung der Steuersätze (7 und 19 Prozent) für gedruckte und digitale Inhalte betrifft auch das Hamburger Abendblatt – und unsere Leserinnen und Leser. Alle Abonnenten der gedruckten Ausgabe konnten sich bislang mit Kundennummer und PLZ für unsere Digitalangebote kostenlos freischalten lassen. Das ist aufgrund der neuen Rechtslage leider nicht mehr möglich.
 Wie alle Zeitungsverlage in Deutschland dürfen wir das Komplettpaket „Zeitung plus kostenlose digitale Inhalte" nicht mehr anbieten und innerhalb eines Abonnementpreises darf man die Angebote steuerlich nicht splitten. Beide Teile, so das Bundesfinanzministerium, müssen als eigenständige Leistung an die Abonnenten betrachtet werden.
Unsere Geschäftsbedingungen sind immer an die gesetzlichen Vorgaben angepasst und ändern sich dementsprechend. So ist es in den AGBs verankert. […]
(Hamburger Abendblatt Leserservice, 21.08.14)

Aha, alle Verlage also.
Bei der SZ und dem SPIEGEL habe ich aber noch vollen Zugang zum E-paper.
Genauso war es bei der ZEIT, bis ich sie vor einigen Wochen kündigte.

Als Blogger ist es durchaus lästig nicht voll auf die Online-Inhalte zugreifen zu können, weil man gerne etwas zitiert, das man vorher in der Zeitung gelesen hat.

Eine ärgerliche Angelegenheit. Denn die alten Printabonnenten bringen den Zeitungen das Geld ins Haus. Sie sind die feste Größe, nach der sich die Werbepreise und die Reichweite berechnen. Daher bekommt man üblicherweise auch eine erhebliche Prämie, wenn man eine Zeitung abonniert.
Die Kioskverkäufe hingegen schwanken sehr stark. Wenn die Titelgeschichte mal gar nicht interessiert, man krank ist oder im Urlaub weilt, kauft man die Zeitung nicht.
Es stünde den Verlagen also gut an ihren Abonnenten entgegen zu kommen.
Üblicherweise passiert das auch; weil man gegenüber dem Einzelverkauf etwas Geld spart und üblicherweise in den Genuss eines Bonusprogrammes kommt.
Beim „Hamburger Abendblatt“ staffelt sich das je nachdem wie lange man schon Abonnent ist („Abo-Exklusiv Treue-Angebote“).
Allerdings habe ich dort noch nie etwas gefunden, das mich interessiert. Üblicherweise ist das irgendein Quatsch wie verbilligte Kinokarten oder günstige Werbe-Armbanduhren.
Bei der Süddeutschen Zeitung ist das ähnlich mau – gerade winkt beispielsweise bei einem Abo-exklusiven Gewinnspiel die Teilnahme an der „SZ-Ballonfahrt im Fünfseenland.“
Aber das interessiert mich ohnehin nicht. Bei der SZ kommt es auf die Inhalte an und auf die kann ich auch online zugreifen.
Das SZ-ePaper ist außerdem kundenfreundlich. Man kann zwischen Print- und Druckansicht wählen und auf jeden Artikel der letzten acht Tage zugreifen.

Der SPIEGEL hat vor einigen Monaten sein E-Paper erheblich verschlimmbessert.
Offensichtlich hatte man wieder mal nur die Touchscreen-Nutzer im Kopf.
Man findet sich nun sehr schwer zurecht und kann die einzelnen Artikel nicht mehr direkt anklicken. Eine Printversion gibt es gar nicht mehr. Stattdessen muß man immer erst die pdf-Version herunterladen.
Ganz großer Mist ist das, wenn man einen bestimmten Absatz ausdrucken will.
Bei der ZEIT ist es sogar noch blöder, weil man nur die einzelnen ZEIT-Seiten als pdf runterladen kann und einzelne Artikel kaum findet, weil es dazu keine vernünftige Übersicht gibt. Nur eine Miniaturansicht der ganzen Seite.
Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wieso solche Relaunches so oft zu erheblichen Verschlechterungen und Benutzerunfreundlichkeit führen.
Ein extrem schlimmes Beispiel ist dafür auf ZDF.de, das nach einem totalen Relaunch nur noch mit Flash-Filmchen funktioniert.
Wer dann mal ein paar Zahlen beispielswiese aus dem Politbarometer benutzen will, kann lange suchen. Beinahe unmöglich ist es inzwischen bei den ZDF-Talksendungen eine Gästeübersicht und ruckbarer Form zu bekommen.
Online funktioniert einfach nicht bei vielen Medien.
Dabei liegt das sicher nicht an der Tücke der Technik, sondern an der dümmlichen Umsetzung.
Schade.
Oder vielleicht auch nicht.
Denn online-Inhalte sind flüchtig.
Man kann sich das ohnehin nicht merken.
Vor zehn Jahren gab es einige Witze über „Internetausdrucker“.
Das waren die Deppen, die das interaktive Wesen des www nicht begriffen und verzweifelt versuchten ihre alten Lesegewohnheiten aufrecht zu erhalten.
Der damals häufiger in Foren und Kommentarspalten vorkommende Nickname „Internetausdrucker“ scheint inzwischen weitgehend verschwunden zu sein.
Vermutlich hat das damit zu tun, daß so viele Endgeräte wie tablets und smartphones verwendet werden, die gar nicht ausdrucken können.
Alles online zu belassen hat aber auch Nachteile.
Das „Internet vergisst zwar nicht“, aber das bedeutet noch lange nicht, daß man Dinge auch wiederfindet.
Facebook beispielsweise hat gar keine Suchfunktion.
Wer sich nach ein paar Monaten an bestimmte Diskussionen oder Stellungnahmen aus den sozialen Netzwerken erinnert, hat keine Chance das jemals wieder zu finden.
Wer ausdruckt, kann ein Archiv anlegen, daß nicht aus Versehen gelöscht werden kann.
Zudem spielt der haptische Umgang mit Papier eine große Rolle beim Verarbeiten der Informationen.
Was ich zunächst für eine persönliche Marotte hielt – ich kommentiere, unterstreiche und markiere kontinuierlich, wenn ich Zeitungen, Bücher und Zeitschriften lese – scheint auch in weniger ausgeprägten Form zu wirken.
Wer etwas Ausgedrucktes liest, behält das besser im Gedächtnis, als derjenige, der die Informationen nur von Bildschirm „abliest“, ohne aber dabei den Tastsinn zu stimulieren. Diesen Befund untermauern inzwischen diverse Studien. Eine aktuelle Forschungsarbeit aus Norwegen zeigt:

Wer auf einem Kindle liest, dem elektrischen Lesegerät des Internet-Händlers Amazon, erinnert sich deutlich schlechter an die Geschichte als Leser, die den gleichen Text in einem herkömmlichen Buch lasen. Die Forscher testeten das an zwei Gruppen mit je 25 Teilnehmern. Alle sollten nach der Lektüre 14 Ereignisse der Handlung nach ihrer zeitlichen Reihenfolge ordnen.
Den Lesern der gedruckten Ausgabe gelang das deutlich besser. Anne Mangen von der norwegischen Stavanger Universität, die die Studie leitete, glaubt, dass der Aufbau von Erinnerungen beim Lesen auf dem Kindle deswegen schlechter sei, weil die einzelnen Seiten so wenig tastbar seien. Im Gegensatz dazu fühlten die Hände des Lesers beim Blättern in einem Buch, an welcher Stelle er gerade sei.
Andere Studien scheinen diese Annahme zu bestätigen. Mangen und ihre Kollegen hatten zuvor bereits 72 Zehntklässler einen Text entweder gedruckt oder digital lesen lassen. Auch dabei schnitten die Leser, die Papier unter den Händen hielten, im Nachhinein besser ab. Das Fazit könnte an dieser Stelle lauten: Gedruckte Lektüre ist also gut fürs Hirn des Lesers, elektronische weniger. Sollte das stimmen, wäre das Resultat mit „tragisch“ noch zurückhaltend umschrieben. […]
(SZ vom 22.08.2014)

Hurra. Und wieder einmal verblödet die Menschheit noch schneller.
Es wird ohnehin weniger gelesen und nun stellt sich heraus, daß das Gelesene noch nicht mal mehr im Hirn bleibt, wenn man nur Kindles vor sich flackern hat.

Während man also durch die elektronische Informationsaufnahme verflacht und verblödet, zeigt der Sexualforscher Professor Voß wozu Jugendliche ihre schöne Medientechnik nutzen.

Das ist sehr vielschichtig. In den neuen Medien wie dem Internet geht es vor allem um sexuelles Mobbing. Fotos werden mit Beleidigungen ins Internet gestellt. Das müssen gar keine Nacktaufnahmen sein. Aber wenn so etwas in Foren passiert, wo sexuelle Kontakte angebahnt werden, kann dies gravierend sein. Die Jugendlichen müssen sich ja erst selbst finden. [….]  Was ich für die neuen Medien gesagt habe, zeigt sich auch für die Schule. Wenn Jugendliche in einer Beziehung waren, sich trennen und dann einer der Expartner erotische Fotos weitergibt. Das ist typisch. [….] Internet und Smartphones, sogar Cybersex sind heute normal. Es muss darum gehen, die Medienkompetenz zu stärken, also den bewussten Umgang mit den Medien zu schulen. Zum Beispiel, beim Austausch erotischer Aufnahmen vorsichtig zu sein. Da können sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen. Bei sexueller Gewalt haben wir im Kopf das Bild vom bösen Mann, der draußen die Kinder wegfängt. Die meisten Strafverfahren wegen Jugendpornografie aber gibt es gegen Jugendliche.
(SZ vom 18.08.2014)

Freitag, 22. August 2014

Haltet Euch da raus - Teil IV


Die Anmaßung der christlich-konservativen Sadisten in die denkbar intimsten Angelegenheiten des menschlichen Seins anderer Menschen hineinzuregieren, wird beim versuchten Zwang zum Leben und Leiden besonders deutlich.
Sich in Intimitäten einzumischen ist geradezu ein Alleinstellungsmerkmal der Konservativen.
Die Toleranz gegenüber der Liebe der anderen ist auf der linken Seite traditionell größer.
Sehr viele Minderheiten erfahren auch heute noch keine Toleranz.
Eine jüdisch-muslimische Partnerschaft wurde just in Israel von beiden „Seiten“ militant bekämpft.

Sie schrien "Möge dein Dorf niederbrennen": Rechte Demonstranten haben in Israel versucht, die Hochzeit zwischen einer Jüdin und einem Muslim zu stürmen. Polizisten schützten die Eheschließung mit einer Menschenkette.
Die israelische Polizei hat am Sonntag 200 rechte Demonstranten davon abgehalten, die Hochzeit zwischen einer Jüdin und einem Muslim zu stürmen. Die aufgebrachte Menge schrie "Tod den Arabern", berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
(Spon 18.08.14)

„Zurück im Mittelalter“ titeln neuerdings die Boulevardzeitungen ganz gern angesichts solcher Storys.

In Wahrheit liegen diese finsteren Zeiten lange nicht so weit zurück.
Barack Obama, geb 1961, kann eindrucksvoll davon erzählen in wie vielen US-Bundesstaaten die Ehe seiner Eltern noch aufgrund ihrer „gemischtrassigen Art“ illegal war.

Die Nürnberger Rassegesetze waren ebenfalls kein Mittelalter, sondern breit akzeptierter Konsens mitten im 20. Jahrhundert.

Bei rein christlichen, aber gemischtkonfessionellen Ehe wurde der katholische Partner bis weit in die 1960er Jahre exkommuniziert.
Und es dauerte sogar bis in die 1990er Jahre, bis aktive evangelische Gemeindemitglieder im Kirchenrat Mitglied sein durften, wenn sie einen katholischen Ehepartner hatten.

Noch heute bedarf es nach dem gültigen Kanonischen Recht einer besonderen Erlaubnis des Bischofs, wenn ein Katholik eine Protestantin heiraten will.

    "Can. 1124 — Die Eheschließung zwischen zwei Getauften, von denen der eine in der katholischen Kirche getauft oder nach der Taufe in sie aufgenommen worden ist, der andere Partner aber einer Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft zugezählt wird, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche steht, ist ohne ausdrückliche Erlaubnis der zuständigen Autorität verboten."

Die Ehe zwischen einem Katholiken und einem Atheisten ist bis heute sogar nach Kirchenrecht verboten.
    "Can. 1086 — § 1. Ungültig ist eine Ehe zwischen zwei Personen, von denen eine in der katholischen Kirche getauft oder in sie aufgenommen wurde, die andere aber ungetauft ist."

Nein, engagierte und organisierte Atheisten haben noch viel zu tun in diesem Staat.

Dabei geht es weniger um die kircheninternen Regeln; denn ein Katholik, der einen Atheisten oder Evangelischen heiraten möchte, kann ja immerhin aus seiner Kirche austreten.
Er schränkt sich ja nur rechtlich ein, indem er Vereinsmitglied bei der menschenrechtsantagonistischen RKK ist.

Wichtig ist aber für uns Atheisten das Wissen über das intolerante Wesen der Kirchisten zu verbreiten.
Wer solche diskriminierenden Regeln aufstellt, ist selbstverständlich ungeeignet in Ethikkommissionen zu sitzen, Rundfunkräten anzugehören.
Kirchen sollten daher keine sozialen Einrichtungen führen dürfen; jedenfalls nicht diejenigen, die der Staat finanziert (also de facto alle kirchlichen Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser).
Die Gröhes, Kauders und Merkels dieser Republik sollten als Volksvertreter keine Kirchenwünsche in der Art umsetzen dürfen, daß sie für das ganze Volk gelten.
Gestern war die Rede von der kirchlich-induzierten Brutalität am Lebensende.

Eine weitere, der vielen konservativ-kirchlichen Anmaßungen ist das Vorenthalten der sogenannten „Pille danach“.
Wir erinnern uns alle daran, wie letztes Jahr katholische geführte Kliniken in NRW einer vergewaltigten Frau die Tür vor der Nase zuschlugen, weil der Hassprediger Meisner verfügt hatte Menschen in Not nicht zu helfen.
Die Empörung über das Kölner Erzbistum war groß und es hagelte die verdienten Kirchenaustritte.
Der Drops ist aber lange noch nicht gelutscht.
Deutschland ist in dieser Angelegenheit weiter viel restriktiv-konservativer als die Nachbarländer. Erbärmlich.

Politiker und katholische Moralapostel verhindern rezeptfreie Notfallkontrazeption
In den meisten Ländern Europas wie Spanien oder Frankreich ist die Pille danach seit vielen Jahren rezeptfrei zu bekommen. [….]
Die Pille danach gilt als das Verhütungsmittel für den Notfall: Nicht nur, wenn das Kondom versagt hat, sondern auch, wenn eine Frau vergewaltigt wurde. Bisher ist das Medikament auf der Basis von Levonorgestrel in Deutschland verschreibungspflichtig. Das verhindert besonders an Wochenenden, Feiertagen und nachts den Zugang von Frauen zu dem Mittel - gerade dann, wenn kritische Situationen in Sachen Verhütung sich häufen. Um die Entlassung aus der Rezeptpflicht tobt seit mindestens 2003 eine Debatte, die bisher aber zu keiner Veränderung geführt hat, entgegen der begründeten und positiven Praxis in 28 anderen Ländern. Dort wird die freie Abgabe in Apotheken seit 15 Jahren ausgewertet - die Pille gilt demnach als sicher, wirksam und nebenwirkungsarm. Auch die Weltgesundheitsorganisation kam 2010 zu dem Schluss, dass das Präparat ohne ärztliche Beratung eingenommen werden kann - auch von Heranwachsenden.
[….] Den Bundesrat wollten Länderpolitiker aus der SPD und den Grünen im Frühjahr 2013 nutzen, um die Rezeptfreiheit der Pille danach endlich zu erreichen. Die Regierungen von Baden-Württemberg (Grüne/SPD) und Nordrhein-Westfalen (SPD/Grüne) bereiteten einen entsprechenden Antrag für die rezeptfreie und kostenlose Abgabe von Levonorgestrel vor. [….] Zuvor hatte das der CDU-Gesundheitsminister Gröhe erneut abgelehnt. [….] Ob das Mittel durch einen CDU-Minister rezeptfrei werden kann, erscheint aus jetziger Sicht eher unwahrscheinlich. Die Regierungspartei steht in dieser Frage für eine Allianz, die ein konservatives Familien- und Frauenbild vertritt, eine lebensferne katholische Sexualmoral hochhält und außerdem den bisher verschreibenden Ärzten eine Macht- und Einnahmequelle nicht nehmen will. [….]

Kein CDU-Mitglied, kein Katholik, kein Christ soll oder muß Levonorgestrel einnehmen.
Aber deswegen steht den Kirchisten noch lange nicht zu so ein sinnvolles Medikament für alle anderen Menschen auch zu verbieten!

Donnerstag, 21. August 2014

Haltet Euch da raus - Teil III



Schlimme Christen.....

Immer heftiger und fundamentalistischer wenden sich die Topreligioten der CDU – Gröhe, Kauder und Merkel – gegen Menschenrechte und Selbstbestimmung.
Intensiv kämpfen sie dafür, daß möglichst viele Menschen am Ende ihres Lebens gefoltert werden.
Das theosadistische Trio will damit die intimsten Dinge des Lebens anderer Menschen regulieren und verschlimmern.
Das ist „christliche Politik“, wie sie im Buche steht: Brutal, anmaßend, menschenfeindlich, scherzverherrlichend.
Es passt ins Bild, daß die Kämpfer für ein totales Sterbehilfeverbot alle christlich-konservativ sind – also der politischen Richtung zuzuordnen sind, die Homosexuellen die Ehe verweigert, für Rüstungsexporte kämpft, die gegen das Verbot der Prügelstrafe polemisierten, Selbstbestimmung durch Verhütung bekämpften und sich gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe positionierten.

Gröhe steht immer und konsequent auf der Seite gegen die Menschenrechte.

Die Hauptkampflinien des Jahres 2013 sind immer noch die rechtlich gleichgestellte Homo-Ehe, die steuerliche Gleichstellung, die sogenannte Homo-Adoption und die Lust am straffreien Verstümmeln von Kinderpenissen.
Aber auch an anderen Stellschrauben versuchen die organisierten Christen immer noch den Ungläubigen Vorschriften zu machen.
Eine der widerlichsten kirchlich-staatlichen Bevormundungen betrifft das Intimste, das es überhaupt gibt – nämlich das eigene Leben!
Selbstbestimmt über das Ende desselben zu entscheiden, verhindern die von Religionen beeinflussten Parlamentarier. Man ist in den meisten Fällen zur Todesfolter unter grausamen Schmerzen und entwürdigenden Bedingungen gezwungen. Die Kirchen wollen es so. Über 90% der Menschen sterben in Krankenhäusern, ohne daß man dem Leiden selbst ein Ende setzen darf.

Gröhe ist ein Musterexemplar des anmaßenden Sadismus‘.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die organisierte Beihilfe zur Selbsttötung schwer kranker Menschen unter Strafe zu stellen. "Ich sehe die große Gefahr, dass die organisierte Sterbehilfe als Behandlungsvariante neben andere tritt", sagte er am Montagabend bei einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Hannover. Ein entsprechendes Gesetzesverfahren soll nach Angaben der CDU-nahen Stiftung nach der Sommerpause beginnen. Ein erster Anlauf war in der vergangenen Wahlperiode gescheitert, weil sich die schwarz-gelbe Koalition nicht einigen konnte.
In Deutschland sind die aktive Sterbehilfe und Töten auf Verlangen verboten, die Beihilfe zur Selbsttötung ist aber bisher straffrei.
[…..]  Der Minister lehnte auch den Vorschlag ab, die Beihilfe zur Selbsttötung in streng umgrenzten Fällen in ärztliche Hände zu legen. Auf diese Weise würden Grundsätze des Lebensschutzes aufgeweicht. […]

Selten erlebt man so penetrantes Ignorieren des alltäglichen menschlichen Leids.
Gröhe illustriert mustergütig seine eigene Heuchelei, seine Unwissenheit, seine Gewissenlosigkeit, seine Anmaßung, seine schlicht unmenschliche Bosheit.
Jeder Christ kann sein Leiden, seine bestialischen Schmerzen, sein Ersticken, seine Unselbstständigkeit, seine Lähmungen, seine Perikardergüsse, seine Magensonden, seine Tracheotomien, seine Intubationen, seine Katheter, seine verschleimenden Lungen, seine Inkontinenz, seine Dekompensation, sein Organversagen, seine Hämodialyse, seine Klistiere, seinen künstlichen Darmausgang, seine Desorientierung, seine Panikattacken, seine Ängste, Phobien und Depressionen, seine Verzweiflung, seine Paresen, seine Dekubiti, seine Ekzeme, seinen Pruritus, seine Exsikkose, seine Infusionen, seine Transfusionen, seine OPs, seine Beatmungsmaschinen und die Verzweiflung der Angehörigen so lange genießen wie er will.

Wenn jemand anders das nicht möchte und mit seinem EIGENEN Leben selbstbestimmt umgehen will, geht das den Christen nichts an.

Die Schmerz- und Leidfetischisten der CDU lassen diesmal aber nicht nach; immer massiver fordern sie ein totales Sterbehilfeverbot und bieten dagegen gebetsmühlenhaft Palliativmedizin und Hospize als Alternative.
Sie wollen damit offenbar den Eindruck erwecken, daß es eine Alternative zum Tod gäbe.
Ewiges Leben light.
So viel Volksverdummung war nie.
Offenbar hat sogar der Urnenpöbel, der wahrlich nicht besonders schlau ist, diesen Gaga-Gedankengang als Schwachsinn enttarnt. JEDER stirbt am Ende; Der Tod ist jedem in die Wiege gelegt.
Die menschlichen Versuche dem Tod zu entkommen, erinnern mich an den Hobbyastronomen, der zur besseren Sicht auf den Mond auf einen Schemel steigt.
Die ganze Erbärmlichkeit der Sterbeverbieter aus der CDU zeigen die Konsequenzen, die es jetzt schon gibt – aus purer Panik, weil ihnen in der viertgrößten Industrienation der Erde nicht geholfen werden kann, fühlen sich Hunderte jedes Jahr gezwungen schwer krank nach Zürich zu pilgern.
Das passiert eben in einer globalisierten Welt, wenn Doofe wie Merkel meinen den Tod verbieten zu können.

Sterbehilfe in der Schweiz "Suizid-Tourismus" wächst rasant.
Immer mehr Menschen fahren in die Schweiz, um dort mittels Sterbehilfe den Tod zu suchen. Die Universität Zürich hat nun detaillierte Zahlen zum "Suizid-Tourismus" der vergangenen Jahre veröffentlicht. Die meisten Sterbewilligen kommen aus Deutschland.
[….] Rechtsmediziner und Juristen der Universität Zürich haben den "Suizid-Tourismus" der vergangenen Jahre untersucht und detaillierte Zahlen erhoben. Die Motivation für ihre Arbeit kann man durchaus im Alltag der Wissenschaftler finden: 950 Fälle von assistiertem Suizid sind allein für den Kanton Zürich für den Zeitraum von 2008 bis 2012 verzeichnet. [….]
Die Analyse der Wissenschaftler um Saskia Gauthier, die an diesem Donnerstag im Journal of Medical Ethics (online) erscheint, hat in den fünf Jahren zwischen 2008 und 2012 insgesamt 611 Fälle von Suizid-Tourismus aus dem Ausland im Kanton Zürich aufgeführt, Tendenz steigend.

Ich kann es kaum in Worte fassen wie verkommen und amoralisch ich verantwortliche Politiker finde, die ihren Bürgern in der schwersten Stunde ihres Lebens Hilfe verweigern, ihnen Freiheit nehmen und sie zwingen schwer krank aus dem Land zu reisen.
Auch der normalerweise recht vernünftige SZ-Autor Bartens offenbar hier seine Naivität, indem er sich überrascht darüber zeigt, daß nur eine Minderheit der „Sterbewilligen“ eine Krebserkrankung zu bieten hat.

Bemerkenswert ist auch, dass der größte Anteil der Sterbewilligen nicht an Tumoren, sondern an schweren neurologischen Leiden wie Lähmungen, Parkinson, Multipler Sklerose oder Amyotropher Lateralsklerose erkrankt war. Diese Erkrankungen gaben 47 Prozent der Sterbewilligen an, während 37 Prozent eine unheilbare Krebserkrankung als Grund nannten, warum sie nicht mehr leben wollten. Rheumatische Erkrankungen mit starken Schmerzen waren eine weitere häufig genannte Ursache.

Es ist doch naheliegend, daß gerade Erkrankungen, die enorme Schmerzen und den Verlust der Selbstständigkeit mit sich bringen, den Wunsch nach einem schnelleren Ende der Qualen hervorbringen.

Falsch ist auch das Vokabular, das hier benutzt wird. Es geht nämlich nicht darum, daß man sich dafür entscheidet zu sterben.
Das ist absurd. Denn jeder muß mit 100%iger Sicherheit sterben und derjenige mit einer schweren Erkrankung hat ebenso 100%ige Gewissheit. Darüber hinaus, weiß er aber, daß es in absehbarer Zeit und unter besonders grausamen Umständen passieren wird.
Man entscheidet sich daher auch nicht für den Tod. Der kommt nämlich sowieso.
Man kann nur den Zeitpunkt etwas vorverlegen und die Brutalität des Vorgangs ein bißchen abmildern.

Vermutlich kann man das eigentliche Sterben mit Pentobarbital sogar geradezu „leicht“ machen – wenn man dazu die aus Verzweiflung praktizierten Methoden in Deutschland in Relation setzt.
Wer hilflos und bettlägerig ist, kann nämlich gar nichts mehr selbst entscheiden, sondern muß jede Prozedur über sich ergehen lassen, ohne sich wehren zu können.
Wenn man noch ein bißchen früher klar genug ist, um sich entsprechend zu entscheiden, bleiben für die Millionen Insassen deutscher Pflegeheime und Krankenhäuser beispielsweise Fensterstürze. Wer dazu nicht mehr physisch in der Lage ist, kann nur noch mit Essensverweigerung einen Hungertod wählen – dank der lieben Kirchen und CDU-Politiker, die jede Hilfe verweigern.

Eine recht häufig eingesetzte Methode auf Intensivstationen ist es eine Lungenentzündung zu provozieren.
Bei sehr schwachen Patienten reicht es – sofern es draußen kalt ist – „aus Versehen“ ein Fenster auf zu lassen und ein feuchtes Tuch auf den Oberkörper zu legen.
Auf Intensivstationen schwirren genügend Keime umher, um am nächsten Morgen eine Lungenentzündung zu garantieren, die dann den Rest geben soll.

Das ist Merkel’sche Humanität in der PRAXIS.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will eine "sehr restriktive Regelung jedweder Art von Sterbehilfe".
Den "Kieler Nachrichten" (Freitagsausgabe) sagte die Regierungschefin, dies werde sie auch bei ihrer Abstimmung im Bundestag leiten. Zudem sprach sie sich dafür aus, die Palliativmedizin auszubauen. Der Bundestag will nach der Sommerpause mit der Debatte über ein mögliches Verbot organisierter Beihilfe zum Suizid beginnen. Die Fraktionen sind sich bereits einig, dass die Abstimmung über ein entsprechendes Gesetz als Gewissensfrage freigegeben werden soll.

Jetzt, in Zeiten einer Großen Koalition, startet die CDU einen neuen Versuch, um strengere Regeln durchzusetzen. Seit einigen Wochen lässt die Kanzlerin ihren Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für ein generelles Verbot werben - auch wenn Gröhe qua Amt dafür eigentlich gar nicht zuständig ist. Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder strebt ein Komplettverbot an.
                                        
Kauder, Gröhe und Merkel sollten sich für ihren Sadismus schämen!
Was sie wollen, ist Einmischung in etwas, das sie nichts angeht und zudem auch noch unmöglich.
Sterben ist im Übrigens auch keine Frage von physisch messbaren Krankheiten.
Völlig „gesunde“ Menschen bringen sich um aus Liebeskummer, oder weil ihr Fußballverein absteigt.
Andere halten sich für zu dick oder zu häßlich.
Das mögen Gründe sein, die kaum einer nachvollziehen kann.
Aber das müssen wir auch nicht.
Jeder ist Herr seines eigenen Lebens und damit auch Herr seines Todes.
Wenn ich mich eines Tages wegen eines eingewachsenen Zehennagels selbst töten will, sollte ich staatliche Hilfe dazu in Anspruch nehmen können.
Was irgendein CDU-Politiker von meinen Motiven hält, ist irrelevant.

Mittwoch, 20. August 2014

Großheuchelei


Es ist erst zwei Tage her, daß ich an dieser Stelle eine extreme Heuchelei beschrieb.
Nämlich die des Papstes, der in armen Ländern seinen Priestern Armut und Bescheidenheit nahelegt, während in dem Land, dessen Staatsoberhaupt er ist, die Kirchenfürsten prassen und im Luxus schwelgen.

Schon heute aber kann ich eine ähnlich große Heuchelei präsentieren.
Auch ohne die unterste Schublade des Unterschichtenfernsehens selbst anzusehen (denn soweit bin ich noch nicht gesunken), bekommt man als Zeitungsleser mit, daß bei SAT1 derzeit wieder eine Staffel „Promi-Big-Brother“ läuft. Oder wie es die Insassen aussprechen „Bick Brassa.“
Dazu sind zwei Bemerkungen zu machen:

1)   Es ist eigentlich ungerecht, daß „RTL“ oder „RTL-Zuschauer“ zur Metapher für niveauloses Proleten-Fernsehen geworden ist. Von Anfang an, als RTL und SAT1 gemeinsam die Ära des deutschen Privatfernsehens einläuteten, war SAT1 noch deutlich unter dem RTL-Niveau. RTL versuchte sich wenigstens an journalistischen Formaten, sendet akzeptable Nachrichten und Magazine. Bei SAT1, dem Mertes-Kohl-Sender gibt es hingegen nur Dreck. SAT1 war auch der Sender der Kohl-Kirch-katholischen „geistig-moralischen Wende“, der die debilen Softpornos mit den unterirdischen Namen ausstrahlte. Wir erinnern uns schaudernd an „Es jodelt in der Lederhose“, „Wenn die prallen Möpse hüpfen“,  „Ach jodel mir doch einen - Stoßtrupp Venus bläst zum Angriff“, „Urlaubsgrüße aus dem Unterhöschen“, „Der Mann mit dem goldenen Pinsel“,  „Graf Porno bläst zum Zapfenstreich“, „Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd“ und „Alpenglühn im Dirndlrock.“

2)   Während man noch vor wenigen Jahren latent schamvoll von „A-, B- und C-Promis“ sprach, ist man inzwischen längst beim „Z“ angekommen und nennt nun der Einfachheit halber wieder alles und jeden „Promi“. Bei der flüchtigen Durchsicht des TV-Programms nur dieser Woche, sind mir gleich ein halbes Dutzend „Promi-Shows“ aufgefallen. „Promis suchen ein Zuhause“, „das Promi-Dinner“; „die Promi-Quizz-Show“, „die Promi-Shopping-Queen“, „Dein Einsatz, Promi“ und „Promi-Big-Brother“.

Im Gegensatz zu den meisten Subhumanen der herkömmlichen „Promi-Shows“, gibt es bei SAT1 nun also einen Promi, den ich sogar gut kenne: Ronald Schill.
Schill ist vermutlich von allen deutschen Landesministern der Allerschlimmste und Allerpeinlichste – und dabei schließe ich sogar CSU-Minister ein! Rund zwei Dutzend Tammox-Postings widmeten sich Innensenator Schill.
Der koksende, kriminelle, erpresserische, xenophobe, unfähige, korrupte Politmutant wird für immer als größte Nachkriegs-Peinlichkeit Hamburgs in die Geschichte eingehen.
Es ist unmöglich Ole von Beust zu verzeihen, daß er aus purer Machtgier der Stadt diesen menschlichen Abfall angetan hat.


Es spricht für die besondere Verkommenheit von SAT1, daß diesem Subjekt nun eine derart große Bühne zur Selbstdarstellung geboten wird.

Rückblick:

CDU-Regierung in Hamburg?
Für die etwas Älteren ist das immer noch ein ungewohnter Satz. Immerhin 44 Jahre am Stück hatte es SPD-Bürgermeister in der stolzen Hansestadt gegeben.
Nach diesen vier Dekaden war Hamburg zur reichsten Region ganz Europas geworden.
Zu dem Bundesland mit dem höchsten Pro Kopf-Einkommen und dem größten Pro-Kopf-Einzahler in den Länderfinanzausgleich.
Mit einer Abiturientenquote von nahezu 50% lag man weit vor dem angeblichen Musterbildungsland Bayern (35%).

Plötzlich wurde aber Ole von Beust Bürgermeister - obwohl Umfragen zeigten, daß die Wähler auf beinahe allen Politikfeldern den Sozialdemokraten eine sehr viel höhere Kompetenz zutrauten.

Wie kam das zustande?
Dazu muß man auf das Wahlergebnis vom 23.09.2001 blicken, das unmittelbar nach den WTC-Anschlägen ermittelt wurde: SPD = 36,5 % (46 Sitze), Grüne = 8,6 % (11 Sitze), CDU = 26,2 % (33 Sitze), FDP = 5,1 % (6 Sitze).
Nach einem schwarz-gelben Durchmarsch sieht das nun nicht gerade aus.

Aber es gab eben noch den quartalsirren, koksenden, korrupten, erpresserischen, rechtslastigen, xenophoben, kriminellen Ronald Schill. Den ultimativen Scharfmacher mit seinen 25 Sitzen, den Ole von Beust sich gleich als zweiten Bürgermeister ins Nest holte.
Das extremistische Enfant Terrible, das sich inzwischen auf der Flucht vor der Justiz nach Rio de Janeiro abgesetzt hat, durfte dann in Ole von Beusts Namen als Hamburger Innensenator binnen kürzester Zeit den Ruf der Stadt total ruinieren.

Schill regte Internierungslager für alle Ausländer an und wollte „von den Russen“ für die Hamburger Polizei das Gas erwerben, das am 23. Oktober 2002 im Moskauer Dubrowka-Theater für 130 Todesopfer gesorgt hatte. Der Beustsche Duz-Freund machte sich mit ausländerfeindlichen Attacken als Vertreter der Hamburger Regierung im Bundestag am 29. August 2002 zum Thema Oderflut in Ostdeutschland so lächerlich, daß ihm Präsidentin Anke Fuchs nach 15 Minütiger Überziehung seiner Redezeit schließlich das Mikrophon abstellte.
Schill hetzte gegen alles und jeden; Beust sonnte sich aber so in seinem Amt, daß er seinen Vize ungezügelt freien Lauf ließ.
Bis zu dem Zeitpunkt, als Schill sich gegen ihn selbst, gegen den gefühlten Gottkönig Hamburgs, seine Majestät Ole von Beust wandte.
Das mochte der feine Freiherr gar nicht und entließ Schill auf der Stelle.

Wieso ein offensichtlich psychiatrischer Fall wie Schill überhaupt jemals 25 Bürgerschaftssitze erringen konnte, erklärt sich schnell.
Der größenwahnsinnige Ex-Richter hatte im Schulterschluß mit der Springerpresse und dem Beust-Busenfreund Roger Kusch (dem späteren Justizsenator) eine noch nie dagewesene Jugendkriminalitätsangst-Kampagne losgetreten.
Man meinte, keinen Schritt mehr auf die Straße tun zu können, ohne sofort von Horden marodierender Ausländer überfallen, massakriert und vergewaltigt zu werden.

Nun bin ich immer noch nicht ganz bei der Heuchelei angekommen.

Es scheint mir aber aus Gründen der Aufheiterung opportun einige wenige Sätze aus der Boulevardpresse zu zitieren, um einen Eindruck des Bick-Brassa-Schills zu transportieren.

Sexsüchtiger Ex-Richter Ronald Schill in Fummel-Laune
Eine Nervensäge, ein notgeiler Ex-Politiker und Entzugs-Erscheinungen: Im „Promi Big Brother“-Grusel-Container von Sat.1 in Köln-Ossendorf trashen sich die Niemande schon nach einem Tag gegenseitig...
Oben im Luxus-Loft verfällt der nach eigener Aussage sex-süchtige Ex-Richter Ronald Schill (55) dem XXL-Dekolleté von Bachelor-Dummchen Ela Tas (22).
Immer wieder begrapscht er die Kölner Studentin plump. Ob auf dem Sofa, im Schlafzimmer oder in der Küche. Schill ist ständig auf Tuchfühlung mit der 22-Jährigen.  Da entdeckt er ein kleines Tattoo auf ihrer Schulter. „Was heißt denn das? I tell you in my heart? Für wen ist denn das? Da war doch jemand an deiner Seite, als du das gemacht hast“, bohrt er, während er das Tattoo auf der Schulter streichelt.
 […]   Teppichluder Janina hat andere Sorgen. Dem Unterwäschemodel gelingt es nicht, mit den vorhandenen Streichhölzern eine der selbstgedrehten Zigaretten anzuzünden.  Weinend setzt sie sich auf ihre Matte, schluchzt: „Das funktioniert nicht. Das sind so billige Streichhölzer. Die funktionieren nicht.“
Dann bricht es aus ihr heraus: „Hier funktioniert gar nichts. Es gibt nix zu essen und nicht mal vernünftige Blättchen geben mir die hier. Im Dschungelcamp haben die sogar richtige Zigaretten. Man kann mir essen wegnehmen, aber nicht meine Zigaretten. Ich raste aus….“


[…] Zu Beginn wurde der Keller vor allem von extrem zeigefrohen, dauerduschenden Busenmadämchen bevölkert, die ihre Lektionen an der Melanie-Müller-Büffeluniversität offenbar sehr intensiv verinnerlicht haben, um nun bei jeder Kleinstgelegenheit blankzuziehen oder minutenlang zu versuchen, eine berstbereite Klaffbluse zuzuknöpfen.
Wobei auch bei den feinen Herrschaften im Edelstockwerk gerne geschmuddelt wird, namentlich vom Absurd-Adligen Mario-Max zu Schaumburg-Lippe, der in seinem Einspielerfilm seinen Spitznamen "Tittenprinz" damit erklärte, dass er "sehr gerne Busen habe". Das konnte nur noch vom Hamburger Ex-Senator Ronald Barnabas Schill unterboten werden, der zu Protokoll gab, er fände es "sehr aromatisch, wenn eine Frau ein wenig Ausdünstung hat". Womöglich könnte seine BB-Kandidatur dem einst als "Richter Gnadenlos" bekannt gewordenen Fatal-Juristen mit gutem Recht den neuen Beinamen "Richter Schadengroß" einbringen. Wobei ihn das nicht weiter stören dürfte, zumal er "Promi Big Brother" eher als "Promo Big Brother" zu betrachten scheint und nimmermüde seine just jetzt erscheinende Biografie bewarb. […]

Rechtspopulist Ronald Schill (55) ist ganz unten angekommen. Wenn er schon nicht Deutschland regieren darf, dann wenigstens den Grusel-Container von Köln. „Richter Gnadenlos“ reißt „Promi Big Brother“ immer mehr an sich, formt die „Keller-Asseln“ in nur einem Tag zur Schrill-Partei! Bleibt die Hoffnung, dass sie ihn da unten nie wieder rauslassen...
[….]  Und Schill gibt tief unten den Takt vor: Als der frühere Hamburger Innensenator am späten Montagabend den unteren Bereich betritt, sind die anderen Kellerkinder ihm sofort untertan.
Gestatten, die neue Sch(r)ill-Partei: Dschungel-Memme Wendler, Jammer-Mama Claudia Effenberg (48), Porno-Sternchen Mia Magma (27), Teppichluder Janina Youssefian (31) und Quiz-Laberbacke Aaron Troschke (24). Was für ein Inkompetenz-Team!  Für ihren neuen Anführer fangen die Keller-Knallchargen schnell Feuer. Selbst Teppichluder Janina hat alte Feindschaften offenbar schnell vergessen. […]  Statt schriller Fummel kriegt er Second-Hand-Klamotten. Stilsicher wählt er für sich ein graues, viel zu kleines und daher bauchfreies T-Shirt: „Das passt doch farblich ideal zu diesen Wänden hier …“

Nach 13 Jahren ist Schills Peinlichkeit noch ungebrochen. Schaudernd möchte man dafür beten niemals diese SAT1-Show ansehen zu müssen.

Und wieder einmal zeigt sich die ganze Doofheit des Urnenpöbels. Schill hat tatsächlich immer noch Fans. Wir kennen das vom gegelten Baron, der Dutzendfach als Betrüger und Lügner überführt ist und immer noch von einigen Hirnlosen bejubelt wird.
Vermutlich sind die Guttenberg-Fans und Schill-Fans mehr oder weniger psychiatrische Fälle. Das erinnert an die weiblichen Groupis, die inhaftierten Mördern und Vergewaltigern Liebesbriefe schreiben.

[…] Eine klare Tendenz bei den Posts auf Facebook ist nicht abzulesen, die Meinungen und Themen variieren stark. So geht es zum Beispiel um die Vergangenheit und Schills hartes Durchgreifen als "Richter Gnadenlos": "Als Richter war er und bleibt er für mich der beste, R.B. Schill hat jedenfall das Gesetzbuch verstanden und ordentlich angesetzt!" Ein anderer Nutzer erklärt sich Schills damaligen Erfolg so: "Ich erinnere mich noch sehr gut daran. Es waren damals Protestwähler. Heute gehen sie gar nicht mehr zur Wahl."
Ein anderer User übt Kritik an der heutigen Politik: "Schauen sie sich die heutigen Senatoren an...einige machen nichts, andere nur Blödsinn...". […]

Wenn ich nicht längst jeglichen Glauben an das Wahlvolk verloren hätte, würde ich mich wohl wundern, daß heute noch Schills Verständnis für das Gesetzbuch und sein Durchgreifen als Richter gelobt wird.
Schill war schon VOR seiner Politkarriere als einfacher Amtstrichter so dermaßen durchgedreht, daß seine Gaga-Urteile (30 Monate Gefängnisstrafe für eine psychisch kranke Frau, die eine Autotür zerkratzt hatte…) alle, ohne Ausnahme, also zu 100%, komplett, allesamt in der nächsten Instanz aufgehoben wurden. Nicht ein einziges Urteil hatte Bestand.

Aber nein, die Doofheit und Urteilsunfähigkeit des Urnenpöbels ist genau der Grund dafür, daß ich den Einsatz von mehr plebiszitären Elementen grundsätzlich ablehne.
Wir brauchen keine Diktatur der Inkompetenz.

Den Vogel schießt aber das Hamburger Abendblatt von heute ab.
Ich dachte, ich kollabiere im Türrahmen, als ich die Titelschlagzeile heute Morgen um 5.00 Uhr auf meiner Fußmatte betrachtete.
(Man weiß sowieso schon, daß der Tag ganz mies losgeht, wenn der Bote von allen Zeitungen, die ich bekomme ausgerechnet immer das SPRINGER, bzw Funke-Blatt obenauf legt. Was sollen denn die Nachbarn von mir denken?)

„Schämen für Schill“ steht in großen Lettern auf der Titelseite. Und dann legen Matthias Iken (der Mann, der die evangelikale Betrügerin Gaby Wentland als Preisträgerin des BDZV durchdrückte) und Alexander Schuller los.

Ronald Schill und der große Irrtum der Hamburger
Zurzeit lebt Ronald Schill im "Promi Big Brother"- Container. Vor 13 Jahren wählten 19,4 Prozent der Hamburger seine Partei bei der Bürgerschaftswahl – wie konnte das passieren?


Schill kam nicht wie die Jungfrau zum Kinde über die Hamburger!
Er war mittellos und verfügte über keinerlei Organisationsstruktur einer Partei. Er wurde bekannt und „berühmt“ NUR durch die Hamburger Springer-Presse und da in vorderster Front das „Hamburger Abendblatt“.
Schill ist ein Homunculus aus DER Redaktion, dessen Chef nun jammernd fragt wie das passieren konnte!

Geschichte sollte man manchmal besser nicht von ihrem Ende her erzählen. Sonst hätten 165.421 Hamburger sich kaum so irren können wie an jenem September-Sonntag vor rund 13 Jahren: Damals bei der Bürgerschaftswahl hievten die Wähler einen Mann in den Senat, der nur wenige Jahre später seine Stadt, vor allem aber sich selbst, gründlich blamieren sollte. Jetzt ist Ronald Barnabas Schill, vor dessen Law-and-Order-Politik einst die etablierte Politik zitterte, endgültig zum Clown im Unterschichtenfernsehen mutiert.

Jeder Wähler, der sich nicht auf die Informationen aus den SPRINGER-Medien, BILD, Abendblatt und WELT, verließ wußte auch schon vor der Wahl 2001 ganz genau was für eine Total-Kanaille Schill war. Dementsprechend groß war ja das Entsetzen am Wahlabend.
Möglich gemacht hatte es Matthias Ikens Abendblatt!
13 Jahre später kommt dem Abendblatt seine eigene Schuld immer noch nicht in den Sinn; nein, im Gegenteil, nun auf einmal findet es Pimmel-Schill irgendwie peinlich. So peinlich wie Schills Biographie, für die es kostenlos Werbung macht.

Und er schreibt weiter: "Dieselbe Eigenschaft, die mir Macht einbrachte, wurde schließlich mein Verhängnis: die Maßlosigkeit. Es war meine Gier nach dem weiblichen Geschlecht, die meinen zahlreichen Feinden in Medien und Politik zu viel Angriffsfläche bot. Mein Schwanz brach mir das Genick."

Vielleicht ist Schill doch nicht so dumm, wie man zunächst dachte. Immerhin ist er schlau genug in seinem Boulevard-Büchlein gar nicht erst mit Politik anzufangen, sondern gleich von Schwänzen und Titten zu faseln.
Die ausländerfeindlichen Sprüche, die menschendiskriminierenden Grausamkeiten und die unfassbare Peinlichkeit, die er der Stadt zufügte, während Schills Regierungszeit, störte das Abendblatt nicht.
Daß er aber als dirty old man in einer Favela vom Ficken fabuliert, läßt Iken sein feines Näschen rümpfen.

Doch die Aneinanderreihung schlüpfriger Sexbeichten, politischer Selbstbeweihräucherung und bemerkenswerter Stilblüten ("Sie kam viermal zum Orgasmus und ihre Schreie tosten durch den Wald. Ein Wahnsinn! Sie würde mich süchtig machen. Oder war ich es schon? Jedenfalls war ich mal wieder an der Scheide meines Lebens.") gipfeln am Ende in nur einer Frage: Wie konnte Ronald Barnabas Schill dieser Stadt eigentlich passieren?

Das passierte, weil Ihr den Mann angepriesen habt wie warme Semmeln!
Dreist schiebt der konservative Iken dem einzig liberalen Boulevardmagazin Hamburgs den Schwarzen Peter zu.

"Richter Gnadenlos". So titelte damals die "Hamburger Morgenpost" – und sie traf damit genau den Nerv der Bevölkerung. Damals hatten viele Hamburger das Gefühl, die Stadt stecke im Würgegriff der Kriminalität; sie sei gar die deutsche "Hauptstadt des Verbrechens", wobei eine demotivierte Polizei, eine lasche Justiz und eine desinteressierte Politik alles noch verschlimmerten.

„Lasche Justiz“ und „desinteressierte Politiker“ – genauso mit dieser Rechts-Propaganda schrieb auch damals SPRINGER Schill hoch. Dabei war damals Olaf Scholz, der als absoluter „Law and Order-Mann“ galt SPD-Innensenator.
Das immer noch als „lasch und desinteressiert“ zu bezeichnen, erklärt unfreiwillig noch mal a posteriori wie das Hamburger Abendblatt Stimmung für den Rechts-Populisten anfachte.

"Richter Gnadenlos" gab dem weit verbreiteten Unbehagen über die Sicherheitslage Stimme und Gesicht. Dabei wirkte er so ganz anders als die unappetitliche Mischpoke von rechtsradikalen Politikern, die sonst mit der Angst vor Kriminalität und Fremden punkten wollten. Ronald Barnabas Schill war rhetorisch geschickt, groß gewachsen und sah blendend aus. Er verkörperte nicht die ewig-gestrigen, dumpfen Parolen anderer Populisten, sondern präsentierte sich in der Öffentlichkeit als intelligente wie charmante Mischung aus Law-and-Order-Mann und Bonvivant.

Auch wenn ich hartgesotten bin – aber dazu fällt mir nun wirklich nichts mehr ein! Bonvivant, charmant, blendendes Aussehen?



Geradezu berauscht feierten seine Anhänger auf einer bizarren Wahlparty auf dem Elbdampfer "Louisiana Star" die 19,4 Prozent und skandierten "Ronald, Ronald", als sei der damals 42-Jährige der Star einer Boyband. Und weil Rechtsausleger mit bürgerlichem Lebenslauf und hoher Intelligenz in Deutschland bis dahin eine Rarität waren, hallte das Medienecho enorm nach. [….]