Dienstag, 4. Juni 2013

Der Unangenehme - Teil II


Gauck – Man muss ihn einfach lieben.
Der Bundespräsident, der angeblich die Freiheit so sehr liebt, hat nur ein Ideal, welches er noch mehr verehrt. Sich selbst.
Er ist rund um die Uhrintensiv mit Gauck-Sein beschäftigt, berauscht sich an seiner eigenen Bedeutung.
Demonstrationen gegen Hartz-IV findet er kümmerlich und bescheinigt stattdessen Thilo Sarrazin Mut für dessen Thesen.
Aber der Wert der Freiheit und auch sein Amtseid kümmern ihn wenig, wenn er stattdessen einer Religion Privilegien zuschieben möchte.
Das Recht auf Freiheit VON der Religion und die Unversehrtheit des eigenen Körpers ignoriert Gauckausdrücklich und spricht sich unter Inkaufnahme von Todesfällen und Impotenz für die Genitalverstümmelung an Säuglingen aus.

Aber er kann sich auch gänzlich in der Bedeutung an sich verlieren.
Bei seinem Antrittsbesuch bei der Führungsakademie der Bundeswehr herzt Gauck die schwarzrotgoldene Fahne. Macht sich quasi eins mit dem nationalen Symbol Deutschlands.
Bundespräsident Joachim Gauck weiß um die Macht der Bilder. Bei seiner Rede in der Führungsakademie der Bundeswehr fasst er die Deutschlandfahne an.

Bizarrer geht es nicht mehr.
Wie beeindruckt Gauck von sich selbst ist, zeigte er schon in der ersten Minute seiner Nominierung. Er erfuhr im Taxi von seiner baldigen Wahl zum Staatsoberhaupt.
Als Gaucks Handy klingelte, habe er die Musik leiser gedreht, erzählt Belon der "Bild"-Zeitung. "Als Taxifahrer hört man nie so genau hin, was die Leute am Telefon sagen. Aber ich habe trotzdem gehört, wie er sagte: 'Okay, ich bin einverstanden. Ich mache das'", berichtet der 44-Jährige.
Gauck hatte das Taxi am Flughafen Tegel genommen, am Berliner Kaiserdamm sei es dann zu dem Telefonat gekommen. Der 72-Jährige habe danach ganz ruhig die neue Route bestimmt: "Sie fahren jetzt den neuen Bundespräsidenten. Wir müssen die Richtung ändern und direkt zum Bundeskanzleramt fahren."

Der „unbequeme Präsident“, der er sein wollte, wurde Gott, äh Gauck, dann aber doch nicht.
Er ist viel zu sehr damit beschäftigt sich selbst zu bewundern, als daß er sich beispielsweise darum kümmern könnte sich für das Projekt und das Ansehen Europas zu engagieren.
Er forderte lediglich von der Kanzlerin ein, „Europa zu erklären“.
Dringend nötig wäre es. Herrschen doch eklatanten Wissenslücken und Falschinformationen vor, die zu einem hochbrisanten Europafrust führen.
Skepsis gegenüber Einwanderern, Schwulen, Roma und Sinti, gegen Schwule – gegen alles nicht Konforme nimmt derzeit zu in Deutschland.
Gauck hat dazu nichts zu sagen.

Er läßt sich lieber feiern. 
Zum Beispiel auf dem evangelischen Kirchentag in Hamburg vor einem Monat, als er von Springers rechtskonservativer WELT bejubelt als Prediger auftrat und sich in einer zum Mitschämen geeigneten Weise an den ohnehin omnipräsenten Samuel Koch ranschmiss.
Bundespräsident Joachim Gauck hat sich kritisch zur Abtreibungspraxis in Deutschland geäußert. Manche Menschen machten sich die Frage danach, ob ein Kind geboren werden solle oder nicht, „einen Tick zu leicht“. Dazu trage eine in Teilen der Gesellschaft verbreitete Auffassung bei, die „nichts abverlange“ und von einem lockeren Leben und einer Vermeidung von Risiken geprägt sei. „Wir haben abgetrieben, wenn es überhaupt keinen Grund gab abzutreiben“, sagte Gauck am 2. Mai auf einer Veranstaltung des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hamburg. Er unterstrich: „Leben hat ein Recht auf Dasein, und zwar von Anfang an.“

Eine der Hauptaufgaben eines Präsidenten ist es Lobreden zu halten und Auszeichnungen zu verleihen.
Ich bin Hanseat genug, um zu wissen, daß ein Hamburger keine Orden annimmt und trägt.
Anständige Menschen haben es nicht nötig sich mit diesem anachronistischen Humbug zu schmücken, den sich zum Beispiel die bayerischen Minister gegenseitig zuerkannten.
Du sollst Deinen Spezl lieben wie Dich selbst - getreu diesem Grundsatz haben Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und Finanzminister Markus Söder (CSU) gehandelt, als sie sich gegenseitig für das Bundesverdienstkreuz vorschlugen.

Das Bundesverdienstkreuz verliehen hätte Gauck. Leider fällt das nun aus.
Aber der Bundespräsident hat sofort einen anderen Preiswürdigen gefunden. 
Und zwar nicht nur für ein schnödes Bundesverdienstkreuz, sondern für den ganz ganz großen Brummer, den small-penis-Orden:
Die Ehrung eines Mitglieds der umstrittenen ungarischen Regierung durch Bundespräsident Joachim Gauck stößt auf Kritik. Es sei ein 'Riesenskandal', dass der ungarische Minister für Humanressourcen, Zoltan Balog, mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet worden sei, sagte die grüne Bundestagsabgeordnete Viola von Cramon. Die Auszeichnung war Balog vergangene Woche vom deutschen Botschafter in Budapest überreicht worden. Der Minister stehe als Verantwortlicher der 'Nationalen Roma-Strategie' maßgeblich für die staatliche Ausgrenzungspolitik der Roma in Ungarn, begründete Cramon ihre Kritik. 'Bundespräsident Gauck scheint hier seinen ansonsten guten Kompass in Menschenrechtsfragen verloren zu haben und sollte seine Entscheidung korrigieren', forderte sie. Balogs Politik ziele unter dem Motto der 'liebevollen Segregation' auf die Abgrenzung von Roma-Kindern in vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte als ethnische Diskriminierung gerügten Sonderschulen. Balog war auch in die Kritik geraten, nachdem unter seiner Verantwortung der Fernsehmoderator Ferenc Szaniszlo den Tancsics-Preis erhalten hatte, die höchste staatliche Ehrung für Journalisten. Szaniszlo hatte im Fernsehsender Echo TV antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und die Roma als 'Menschenaffen' diffamiert.

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