Mittwoch, 11. März 2020

Könnte schiefgehen.

Die Konnotationen zu Trump sind mannigfaltig: Das ständige, manische Lügen, der Egoismus, die Borniertheit, das Fehlen jeglichen Schamgefühls, die Ehrlosigkeit, die absolute Empathielosigkeit, die aberwitzige Aufmerksamkeits- und Betätigungssucht, die Empfänglichkeit für Schmeicheleien, die fehlende Selbstbeherrschung, das Getriebensein von Hass und Neid, die Bildungslosigkeit und Dummheit.

Sein Verhalten als Präsident ist entsprechend erratisch: Einerseits ist er stinkend faul, macht gar nicht erst den Versuch sich in Probleme einzulesen, sondern geht entweder golfen oder frönt seiner Leidenschaft irgendetwas zu zerstören, das mit dem Namen „Obama“ verbunden wird.
Die Nichteinhaltung seiner vollmundigen Wahlkampfversprechen kümmert ihn gar nicht und alle seine Personalentscheidungen sind hochgradig absurd.

All das bisher Beschriebene hängt stark mit Trumps destruktiver Persönlichkeit zusammen.

Aber wie sieht es eigentlich rein politisch aus?
So viel ich auch nachdenke; mir fällt nichts ein, das IQ45 richtig gemacht hat.
Klimapolitik, Umweltpolitik, Finanzpolitik, Außenpolitik, Militärpolitik, Sozialpolitik, Integrationspolitik, Gesundheitspolitik, Wirtschaftspolitik, Bildungspolitik: Es gab nur Verschlechterungen. Dementsprechend ist das internationale Ansehen der USA dramatisch gesunken.

Das bedeutet aber nicht, daß nicht einige Maßnahmen für ihn funktionieren und kurzfristig Erfolge simulieren.
Klar, wenn man alle Arbeitsschutzregeln, jede Umweltauflage abschafft, in Naturschutzgebieten fracken lässt, Wälder abholzt und gleichzeitig die Unternehmenssteuern abschafft, machen die großen Konzerne zunächst einmal enorme Gewinne und die Börsen sind hocherfreut.
Was übermorgen sein wird, wenn alles abgeholzt, der Planet aufgeheizt, der US-Etat vom Defizit erdrückt wird und die Bürger rebellieren, weil sie keine Krankenversicherung mehr haben und mit ihrem kargen Lohn weder College noch Mieten oder Hypotheken zahlen können, steht auf einem anderen Blatt.
Was wird langfristig passieren, wenn durch die de Vos-Trump-Politik eine ganze Generation verblödet ist und Millionen aufgrund fehlender ärztlicher Versorgung von billigen Opioiden dahingerafft werden?

Das kann Trump egal sein, weil er a) alt ist und b) wie alle anderen Superreichen von dieser Entwicklung verschont bleiben wird.

In den ersten drei Jahren seiner Präsidentschaft gelang es dem großen Schummler allerdings großen Teilen seines Volkes zwei große Lügen einzutrichtern:

1.) Der einzige Parameter für die amerikanische Ökonomie sind die Dow-Jones-Stände.
2.) Trump persönlich ist derjenige, der für die hohen Kursgewinne verantwortlich ist.

Beides ist natürlich Blödsinn.
Die Majorität der Amerikaner, die keine Börsenspekulanten sind, sondern buchstäblich von Wochenlohn zu Wochenlohn leben, haben nicht nur nichts von Börsenrekorden, sondern sie leiden auch unter den durch Steuererlässe für die Börsengewinner erzwungenen sozialen Einschnitte.
Außerdem beeinflussen Trumps Äußerungen selbstverständlich die Wall Street, aber Aktienspekulationen sind keine exakte Wissenschaft. Dort ist viel Psychologie im Spiel und außerdem können Kriege, Naturkatastrophen, politische Krisen, Terroranschläge oder eben auch Epidemien  alle Bemühungen der Regierungen schnell zunichtemachen.

Trumps Anti-Corona-Maßnahmen nützen nichts; auch die New Yorker Börse schmierte nun ab.
Nun sitzt der Orange-Gesichtige in der selbst konstruierten Falle: Sein Markenzeichen, die steigenden Aktienkurse, ist dahin.

[…..] Das Coronavirus bringt Trumps Welt ins Wanken
[…..] Seit mehr als drei Jahren benutzt er den Börsenboom als eine Art Gütesiegel, das nach seinem Dafürhalten nicht nur die Richtigkeit seiner Politik bestätigt, sondern aus dem er auch den Anspruch ableitet, bei der Wahl im November im Amt bestätigt zu werden. Ein Ende der Rekordjagd oder gar eine längere Talfahrt der Kurse würde diese zentrale Wahlkampfbotschaft im Kern beschädigen. […..]  Dass Herdentrieb, Überschwang und pure Ahnungslosigkeit die Finanzmärkte häufig von der Realität entkoppeln und dass Faktoren eine Rolle spielen, auf die ein Präsident schlicht keinen Einfluss hat. So sind die Aktienkurse derzeit auch deshalb so hoch, weil es den Anlegern angesichts historisch niedriger Zinsen schlicht an vernünftigen Alternativen mangelt.
Angesichts solcher Unwägbarkeiten haben es sich weitsichtigere Politiker immer wieder verkniffen, mit Kursgewinnen zu prahlen. Trumps viel geschmähter Vorgänger Barack Obama etwa äußerte sich nur sehr selten zur Lage am Aktienmarkt, obwohl er durchaus Grund dazu gehabt hätte: So legte der S&P-500-Index in seinen ersten drei Amtsjahren um fast 70 Prozent zu, Trump kam im gleichen Zeitraum auf knapp 50 Prozent.
Diese Woche schrumpfte das Plus auf nur noch gut 20 Prozent. […..] Trump […..] soll […..] in einem Gespräch mit Beratern den Verdacht geäußert haben, die Medien wollten mit übertriebenen Corona-Berichten die Aktienmärkte zu seinen Ungunsten manipulieren. Doch damit nicht genug: Der Präsident befürchtet dem Artikel zufolge zudem, einer oder mehrere der Journalisten, die auf seinen Reisen durchs Land regelmäßig in der Air Force One mitfliegen, könnten sich absichtlich mit dem Coronavirus infizieren - um ihn, Trump, anzustecken. […..]

Nun sind selbst glühende Trumpisten unglücklich über die hilflos grotesken Auftritte ihres Idols.


Das beruhigt keinen Börsianer.
Diesmal fallen ihm sogar seine Lügen auf die Füße, weil die Folgen seine wichtigsten Unterstützer treffen.
Der SARS-CoV-2 lässt sich nicht von Trump-Tweets einschüchtern.

[…..] Die Coronakrise trifft nun auch die USA mit großer Wucht. Nur der Präsident spielt die Lage weiter herunter - mit Lügen, Ignoranz und Wunschdenken. […..]
 Die Wall Street, im Ölpreis- und Virusschock gefangen, erlebte den schlimmsten Horrortag seit der Finanzkrise. "Amerika wird zur Geisel des Coronavirus", titelte das Online-Magazin "Politico".
Nur US-Präsident Donald Trump spielt die Situation herunter. "Ich habe nicht die geringste Sorge", sagte er noch am Sonntag.
Als die Krise eskalierte, entspannte Trump in seinem Privatklub Mar-a-Lago in Florida, golfte, bewirtete seinen brasilianischen Amtskollegen Jair Bolsonaro und schüttelte bei einem Wahlkampf-Event viele Hände. "So viel Fake News!", twitterte er am Montagmorgen vor seiner Rückkehr nach Washington. […..]
So behauptete Trump,
    dass die Verbreitung des Virus "unter Kontrolle" sei,
    dass die Zahlen schon wieder "sehr substanziell sinken",
    dass die Krise spätestens im April vorbei sein werde, "wenn es etwas wärmer wird",
    dass Infizierte weiter zur Arbeit gehen könnten,
    dass sein Vorgänger Barack Obama für die verschleppte Auslieferung von Testkits verantwortlich sei,
    dass jeder, "der einen Test braucht", ihn auch bekommen könne.
Alle diese Aussagen sind nachweislich falsch. […..]

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