Mittwoch, 11. Oktober 2017

Kirchliche Ausbeuterei

Wie reich genau der mit Abstand reichste Verein Deutschlands ist, weiß niemand ganz genau.
Konservativ geschätzt besitzt allein die Katholische Kirche in Deutschland im Jahr 2010 Immobilien im Wert von 270 Milliarden Euro.

 […..] Carsten Frerk hat versucht, den Besitz der beiden großen Kirchen zu schätzen. Der Politologe kommt auf 435 Milliarden Euro – 150 Milliarden in Geld und Aktien, 220 Milliarden in Immobilien (ohne Kirchen) und 65 Milliarden in Stiftungen und anderen Vermögenstiteln. „Geld bedeutet Macht, und das will die Kirche nicht dokumentieren“, befindet Frerk. Überdies, sagt er, dürfte das Spendenaufkommen zurückgehen, würde den Gläubigen dämmern, dass Almosen gar nicht nötig sind.
Dass auch in Zeiten wachsender Zweifel an der frohen Botschaft das Vermögen nicht schmilzt, dafür sorgen Bürger und Staat mit beträchtlichen Zuwendungen. Aus der Kirchensteuer, die der Staat eintreibt, flossen 2012 der katholischen Kirche 5,2 Milliarden und der evangelischen 4,6 Milliarden Euro zu. Hinzu kommen Steuerbefreiungen, die Übernahme der Kosten für Religionslehrer oder Konfessionsschulen und vieles mehr. Auf fast 20 Milliarden Euro summiert sich die Hilfe, hat Kirchenkritiker Frerk errechnet. [….]

Vermutlich lachen sich die Bischöfe über diese Zahlen ins Fäustchen. Seit Jahrhunderten sind sie Meister der Verschleierung und die paar hundert Milliarden entsprechen nur der Spitze des Eisbergs. Gewaltige Bauwerke wie der Kölner Dom sind nämlich nur mit einem Euro bewertet.
Jeff Bezos, Bill Gates, Susanne Klatten und Michael Otto sind veglichen damit arme Schlucker.


[…..] Ist die Kirche der einzige Billionär der Welt? Wir wissen es nicht genau, aber man kann davon ausgehen. Sehr vorsichtige Schätzungen belaufen sich manchmal auf ein bis zwei Billionen Euro, aber der Reichtum der Kirche ist wahrscheinlich noch höher anzusetzen. Es gibt ja keine Transparenz, und der Vatikan kann als eigener Staat alle Steuergesetze und staatlichen Bestimmungen umgehen, und er kann auch jeden Finanzverbrecher im Vatikan schützen vor dem Zugriff von Justizbehörden.
Zuletzt schätzte der bekannte italienische Journalist Marzio Bartolini in der Wirtschafts- und Finanzzeitung Il sole 24 ore nur das Immobilienvermögen der römisch-katholischen Kirche auf ca. zwei Billionen Euro, „vorsichtig geschätzt“, wie Bartolini schreibt. Ca. die Hälfte des Besitzes befinde sich in Italien, wo ca. jedes fünfte Haus in Kirchenbesitz sei, in Rom sogar jedes vierte. [….]

Eins ist aber sicher; ein Verein kommt nicht zu solchen gewaltigen Schätzen, wenn er seine Mittel großzügig an Arme und Hungernde verschenkt.
Genau das passiert auch nicht. Jeden Tag verhungern etwa 20.000 Kinder, weil niemand bereit ist Lebensmittellieferungen zu finanzieren.


In 2.000 Jahren Erfahrung mit Raffgier, entwickelten Theologen neben dem einträglichen Reliquien- und Ablasshandel eine Fülle von Bereicherungs-Instrumenten.
Während Jesus einst die Banker aus dem Tempel prügelte und die Kirche tausend Jahre lang ein strenges Zins-Verbot propagierte, besitzen Kirchen weltweit heute dutzende eigene Banken.

Die Kirchen sind gewiefte Ausbeuter.
Ermöglicht wird das unter anderem durch Enabler wie Kerstin Griese, die dafür sorgen, daß immer mehr Kitas, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser in kirchliche Trägerschaft übergehen.

Geht eine solche Einrichtung in geistliche Trägerschaft über, bezahlen nach wie vor Staat und Patienten die Gehälter der Angestellten.
Es bleibt aber mehr beim Betreiber hängen, weil die Kirche ihre Mitarbeiter schlechter behandelt, entrechtet und mieser bezahlt.

Schon gewusst? Durch das „kirchliche Selbstbestimmungsrecht“, eine Art Narrenfreiheitsparagraphen für Religionsgemeinschaften, sind Betriebe in kirchlicher Trägerschaft vom Betriebsverfassungsgesetz und dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz ausgenommen - inklusive Streikverbot und täglich gelebter Diskriminierung, die mit dem Segen unserer christlichen Gesetzgeber stattfinden. Doch nun bildet sich ein erster Riss in dem dünnen juristischen Eis, auf dem sich das kirchliche Arbeitsunrecht seit langem bewegt - höchste Zeit, dass auch Arbeitnehmer kirchlicher Einrichtungen durch deutsches Recht geschützt werden!

Jeder weiß, daß kirchliche Trägerschaft auch eine Einstellungspolitik nach dem Motto „Juden, Muslime und Atheisten unerwünscht“ bedeutet.
In Bayern und NRW gibt es große Flächen, in denen Kirchen ein Monopol bei der Gesundheitsversorgung haben.
Junge muslimische Frauen, die bei der Berufsberatung den Wunsch äußern Krankenschwester oder Altenpflegerinnen zu werden, die DRINGEND GEBRAUCHT WERDEN, weist man ab, weil sie keine Chance haben einen Job zu bekommen, wenn sie nicht in die Kirche eintreten.
Bekannt ist auch, daß geschiedene Chirurgen oder lesbische Kindergärtnerinnen rausgeworfen werden, wenn ihr Haus von der Kirche getragen wird.

Aber selbst fromme, christliche, heterosexuell Verheiratete haben schlechte Karten wenn sie zu den 1,5 Millionen Angestellten in kirchlichen Diensten gehören, weil sie ausgebeutet werden dürfen. Es gibt keine Gewerkschaften, keine Tarifverhandlungen und kein Streikrecht.

Diese Entrechtung von Millionen Arbeitnehmern wird selbstverständlich von 
schwarz und gelb gefördert, aber eben auch von den Top-Religioten, wie Andrea Nahles, Katrin Göring-Kirchentag und Kerstin Griese bei RRG ermöglicht.

Aus keiner Bundestagspartei ist also Hilfe zu erwarten; sie alle legen die Hände in den Schoß und gucken der gewaltigen Vermögenskonzentration der Kirchen-Billionäre, sowie der Schlechterstellung der Arbeitnehmer zu.
Kirchliche Angestellte streiken heute erstmals in 70 Jahren Bundesrepublik.

[….]»Es fühlt sich sehr gut an«, sagt Anne Schmidt über den ersten Streik ihres Lebens. Seit über 20 Jahren arbeitet die Krankenschwester in der Ottweiler Marienhausklinik. Einen Arbeitskampf hat es in dem katholischen Haus noch nie gegeben. Bis heute. »Wir haben jede Menge Aktionen gemacht, eine aktive Mittagspause, Briefe an den Bischof geschrieben, doch es hat alles nicht gefruchtet«, erklärt Anne Schmidt. »Deshalb greifen wir jetzt zum letzten Mittel, das uns bleibt: Streik.« Die 59-Jährige möchte sich nicht länger mit den Zuständen abfinden. »Wir wollen, dass menschenwürdige Pflege wieder möglich ist, wir wollen mehr Menschlichkeit.« Dass ausgerechnet eine Klinik, die sich auf christliche Nächstenliebe beruft, das verhindern wollte, ist ihr unverständlich. [….]

Gewerkschaften und Arbeitnehmer müssen sich allein auflehnen, während die fromme Nahles wegguckt.
Kirchen nehmen lieber menschenunwürdige Zustände hin, lassen Patienten in ihren Exkrementen liegen, bevor sie ein bißchen von ihren hunderten Milliarden abknapsen, um mehr Pfleger einzustellen.

[….] Krankenschwestern arbeiten oft unter extrem belastenden Bedingungen - und wenn ihr Krankenhaus der katholischen Kirche gehört, dürfen sie nicht mal streiken. Eine kleine Klinik im Saarland wagt den Tabubruch. [….]
 An diesem Mittwoch wird dort gestreikt - das erste Mal an einem Krankenhaus, das sich in katholischer Trägerschaft befindet.
[….] Hinzu kommen Solidaritätsaktionen an rund 80 anderen Krankenhäusern in ganz Deutschland: Da werden ausnahmsweise Pausen eingehalten und Überstunden vermieden. [….] Und doch spielen die Kirchen eine wichtige Rolle: Für sie gilt ein anderes Arbeitsrecht. Durch dieses Arbeitsrecht kann etwa an einem kirchlichen Kindergarten die Leiterin gefeuert werden, wenn sie sich scheiden lässt; ein Düsseldorfer Chefarzt verlor seinen Job, als er ein zweites Mal heiratete. All das, sagen dann die Kirchen, sei mit ihrer Lehre nicht vereinbar und kann zur Kündigung führen. Wer bei ihnen einen Arbeitsvertrag unterschreibt, muss das akzeptieren. Und streiken darf er auch nicht, Gottesdiener streiken halt nicht.
"Was das bedeuten kann, haben wir vor zwei Jahren beim Kita-Streik gesehen", sagt Stefan Sell, Professor für Sozialpolitik an der Hochschule Koblenz. Damals wurden wochenlang Kitas bestreikt, es ging unter anderem um die Bezahlung der Erzieherinnen. Wer nicht gestreikt hat, waren die kirchlichen Einrichtungen - Streikverbot. [….] Die Marienhaus-Gruppe, größter katholischer Klinikbetreiber in Deutschland und Träger des Hauses in Ottweiler, hält den Streik für rechtswidrig und hat den Mitarbeitern Konsequenzen angedroht. "Wir werden angemessen reagieren", sagt Unternehmenssprecher Heribert Frieling, und lässt offen, was das bedeutet. In Betracht kämen wohl Abmahnungen oder Gehaltskürzungen - Kündigungen würden die Personalsituation weiter verschärfen. [….] Ohne den Druck der Mitarbeiter werde nicht viel passieren, glaubt Sozialwissenschaftler Sell. Der Mangel ist ja seit Jahren offenkundig, ohne dass viel dagegen unternommen wurde. "Der Wandel muss erstreikt werden", glaubt Sell. Das scheitere bisher auch an den Kirchen, die gut ein Drittel der deutschen Krankenhäuser betreiben: "Sie verhindern ein gesundes Maß an Mitbestimmung." [….]



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