Mittwoch, 21. September 2016

Blöd-Ossis

Berlin ist (politisch) immer noch eine geteilte Stadt.
Die SPD ist als einzige Partei in Ost- und Westberlin etwa gleich stark.
CDU, Grüne und FDP dominieren im Westen, der Osten ist Hochburg für Linke und AfD.
In Ostberlin, wo kaum Ausländer leben, fürchten sich die Eingekoteten vor Ausländern und wählen AfD. In den typischen Westberliner Multikulti-Stadtteilen mit sehr vielen Migranten hat die AfD keine Chance.

[….] AfD am stärksten da, wo es kaum Migranten gibt [….] Die Rütlischule in Neukölln-Nord machte vor wenigen Jahren Schlagzeilen in ganz Deutschland als Beispiel gescheiterter Integration. Das Wahllokal 109 befindet sich im Campus Rütli, wie der Schulkomplex nun heißt. Dort stimmten gerade mal 5,4 Prozent für die AfD. Deren Hochburgen sind in den trostlosen Plattenbaukomplexen der ehemaligen Hauptstadt der DDR im Nordosten Berlins und im kleinbürgerlichen Vorort Köpenick im Südosten.
Damit wiederholt sich in Berlin das aus fast allen europäischen Wahlen bekannte Muster: Die Anti-Migranten-Parteien sind dort am stärksten, wo es am wenigsten Migranten gibt. Londons Bürgermeister ist das fünfte von acht Kindern pakistanischer Einwanderer, Rotterdams Bürgermeister ist marokkanischer Abstammung. In Neukölln-Nord stellte auch die CDU einen kurdischstämmigen Kandidaten auf. Doch Onur Bayar konnte nur 6,7 Prozent holen, kaum mehr als die AfD mit 6,6 Prozent.
Der Kiez, dessen Probleme dem früheren Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) zur Karriere als Kassandra verhalf, ist fest in grüner Hand. [….]
(Alan Posner, 20.09.2016)

Ein schon bekanntes Muster, das wir zuletzt in Meck-Pomm beobachten konnten.
Da wo es so gut wie gar keine Ausländer gibt, haben die Menschen am meisten Angst vor ihnen und wählen am stärksten AfNPD.
So schneiden sich die Ossis ins eigene Fleisch.

(…) Usedom, zweitgrößte deutsche Insel in der Pommerschen Bucht lebt fast ausschließlich vom Tourismus. Dort gab es die stärksten Ergebnisse für rechtsradikale Parteien. Man stimmte also klar gegen diejenigen, denen man die ökonomische Existenz verdankt.
Dank der AfD- und NPD-Stärke auf der Ostseeinsel, stornieren nun frühere Touristen ihre Buchungen.

 
Die Lage der Usedomer wird sich also als direktes Resultat ihrer Wahlentscheidung verschlechtern. (…)

Die Thüringische Ingenieurin Iris Gleicke, trägt als Ost-Beauftragte der Bundesregierung Zahlen zum Thema zusammen und ist von ihren Ergebnissen selbst schwer genervt, weil die Jagdszenen aus Heidenau, Freital und Bautzen um die Welt gehen. Das ruiniert das Image Ostdeutschlands, schreckt Investoren und Touristen ab, schädigt also die Wirtschaft schwer.

[….] Die Bundesregierung spricht von "besorgniserregenden Entwicklungen", die das Potenzial hätten, "den gesellschaftlichen Frieden in Ostdeutschland zu gefährden". Aus den Statistiken gehe seit vielen Jahren eindeutig hervor, "dass in Ostdeutschland im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine besondere Häufung von fremdenfeindlichen und rechtsextremen Übergriffen zu verzeichnen ist".
"Der Rechtsextremismus in all seinen Spielarten stellt eine sehr ernste Bedrohung für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar", sagte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, bei der Vorstellung des Berichts. Im Ausland werde sie überall auf diese Entwicklung angesprochen. Im Tourismus - etwa in Sachsen - gebe es teils deutliche Rückgänge, sagte die SPD-Politikerin. [….]

Tja, ihr braunen Ossis; was erwartet Ihr auch anderes, wenn Ihr so unfassbar dämlich seid und solche Typen wie Kay Nerstheimer, die die Nazizeit verherrlichen und Ausländer als "Bimbos", "Parasiten", "widerliches Gewürm" bezeichnen, mit Mehrheit wählt und als Direktkandidat ins Parlament schickt?


Glaubt Ihr Ostzonalen Berlin-Lichtenberger-Blitzbirnen, daß sich Investoren aus China, USA oder der Türkei nach dem Direktmandat für Nerstheimer denken „ach, so ein sympathisches Kerlchen! In dem Ort sind Unternehmer aus dem Ausland offenbar willkommen, da müssen wir jetzt eine Niederlassung gründen“?

Nein, so läuft das nicht in einer globalisierten Welt, Ihr braun-unterbelichteten Ossis. Bei Euch im Osten ist es so unattraktiv und tot, daß zwei Millionen von Euren besten Leuten sich schon vom Acker gemacht haben und gen Westen zogen.
Ihr braucht dringend Impulse von außen. Ideen, Geld, Elan, Kompetenz und frisches Blut. Aber Ihr wählt, um genau diese fehlenden Ingredienzien abzuschrecken.

[….] Fremdenhass schadet der Wirtschaft im Osten.
Deutschlands Osten ist besonders auf Zuzug angewiesen. Doch durch Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus werden Chancen vergeben, stellt die Bundesregierung fest.
[….]  Die neuen Bundesländer hätten nur als eine weltoffene Region gute Entwicklungschancen, in der sich alle dort lebenden Menschen zu Hause fühlen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben, heißt es im Jahresbericht zur Deutschen Einheit, den das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Intoleranz stellten dagegen eine große Gefahr für die gesellschaftliche, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar, heißt es in dem von der Ostbeauftragten Iris Gleicke (SPD) in Berlin vorgestellten Jahresbericht.
Es bestehe die Gefahr, dass durch Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus „die Chancen der Zuwanderung gerade dort verspielt werden, wo man aufgrund der demografischen Entwicklung in ganz besonderer Weise auf Zuzug angewiesen ist“, heißt es in dem Bericht weiter. [….] Den strukturschwachen Regionen Ostdeutschlands eröffne die Zuwanderung qualifizierter Fachkräften und EU-Ausländer die Chance, den Bevölkerungsrückgang, die zunehmende Alterung und den sich immer stärker abzeichnenden Fachkräftemangel zu mildern. Da sich unter den Flüchtlingen ein hoher Anteil von Menschen befindet, die jünger als 30 Jahre sind, bestünden grundsätzlich gute Voraussetzungen für Qualifikation und Weiterbildung. Damit sich Zuwanderer für eine langfristige Perspektive in Ostdeutschland entscheiden, bedürfe es aber einer verstärkten Willkommens- und Anerkennungskultur.
[….] Statistiken wiesen seit vielen Jahren eindeutig nach, dass in Ostdeutschland im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine besondere Häufung von fremdenfeindlichen und rechtsextremen Übergriffen zu verzeichnen sei. [….]