Dienstag, 23. April 2019

Erfrischend ehrlich …Scheiße

Brunei und sein superreicher Herrscher Sultan Hassanal Bolkiah sitzen zwar auf Ölquellen, aber irgendwann könnte das dunkle Vermögen aus der Tiefe auch mal aufgebraucht sein.
Da will der Chef vorsorgen, investiert weltweit in Luxushotels und zurrt die Scharia-Gesetze fest, so daß die muslimischen Untertanen nicht aufmucken, falls einmal in Zukunft der Geldsegen doch mal verrinnen sollte.
Die Entscheidung ist aus dynastischen Erwägungen nachvollziehbar. Der Haken an der Scharia ist wie bei allen anderen auf Religionen fußenden Gesetzen, daß sie grausam, brutal, willkürlich, antihumanistisch und höchst ungerecht sind.
Niemand sollte auf die Idee kommen, die Behandlung von Schwulen, Frauen, Sklaven, Kindern oder „Ehebrechern“ wäre in Talmud, Bibel, Thora oder dem Katholischen Katechismus einen Deut besser.

Das Prinzip „Rübe ab“ bei Homosexualität war in Afrika, Australien und Amerika unbekannt bis die christlichen Missionare einfielen und ihre bösartige Homophobie durchsetzten.

Bis heute verlangen die Topvertreter der katholischen Kirche genauso vehement wie amerikanische Evangelikale „Toleranz für ihren Hass auf Schwule“.

[….] "Es ist besser, an Hunger zu sterben, als Hilfe zu erhalten und zu Dingen gezwungen zu werden, die dem Wunsch Gottes widersprechen", sagte der tansanische Kardinal Polycarp Pengo vor kurzem – ausgerechnet bei einer Erntedank-Feier. Der Erzbischof der Hauptstadt Daressalam bezog sich darauf, dass die Entwicklungshilfe einiger Länder an die Akzeptanz von Homosexualität gebunden ist. Dabei greift Pengo ein Thema auf, das bereits seit einigen Jahren in Tansania präsent ist. Denn: Die Diskriminierung von Homosexuellen ist dort weit verbreitet – wie in den allermeisten Ländern Afrikas.
Der aktuelle Hintergrund für die Worte des Kardinals ist in der Politik Tansanias zu finden. Ende Oktober rief der Gouverneur der Hauptstadtprovinz Daressalam, Paul Makonda, zur Denunzierung von Homosexuellen auf. "Nennt mir ihre Namen", wandte er sich an die Bevölkerung. Gleichzeitig kündigte Makonda die sofortige Einrichtung einer Überwachungseinheit an, die Homosexuelle aufspüren werde, etwa mit einer gezielten Suche in den Sozialen Medien. [….]

Genau wie Trump applaudierende homophobe Bäcker verlangen viele amerikanische GOP-Politiker mit Verve Toleranz für ihre Intoleranz. Minderheiten auszugrenzen, zu diskriminieren und zu quälen liegt in der DNA aller monotheistischen Religionen. Ebenso wie es in den Genen der Religionsführer liegt sich mit den Stärksten, den Herrschern, Diktatoren, Führern gegen die Schwachen und Beherrschten zu verbünden.

[…..] In vielen afrikanischen Ländern steht Homosexualität unter Strafe. Die Kirchen unterstützen die Politik eher im Kampf gegen Schwule und Lesben, als den Ausgegrenzten zu helfen. […..] "Wir haben Proteste gegen die Rechte von Homosexuellen veranstaltet", sagt Pfarrer Raphael Adebayo von der katholischen Kirche Sankt Agnes in Lagos. Zusammen mit anderen christlichen Konfessionen hat die katholische Gemeinschaft in Nigeria gegen Homosexualität demonstriert.
Ob die christlichen Konfessionen über die Proteste hinaus versuchen, Druck auf die Gesetzgeber auszuüben, damit diese die Gesetze gegen Homosexuelle verschärfen, darauf will Pfarrer Adebayo nicht eingehen. Doch seine Haltung ist klar: "Es ist unmöglich, dass die Kirche etwas unterstützt, was Gott nicht gefällt. Es ist klar, dass Homosexualität eine Abscheulichkeit ist." […..] Die ablehnende Haltung vieler kirchlicher Organisationen zur Homosexualität überrascht Markus Gutfleisch nicht. Er ist Leiter der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) in Recklinghausen. "Die katholische Kirche hat sich beispielsweise in Europa und in Nordamerika immer eingemischt, wenn die Regierungen eine Gesetzesvorlage eingebracht haben, die Homosexuellen Rechte einräumt", so Markus Gutfleisch. […..]
[Der] Kirchenrat in Malawi […..] vertritt die Meinung, dass Homosexuelle keine Menschen mehr sind und dass es ihnen nicht erlaubt werden sollte, frei zu sein", kritisiert Ian, ein Homosexueller aus der malawischen Stadt Blanka.
[…..] Genau wie Nigeria will das ostafrikanische Land Uganda ein Gesetz gegen homosexuelle Handlungen einführen. Für "erzwungene Homosexualität" ist die Todesstrafe vorgesehen. Offen gelebte Homosexualität jeder Art, wie Beziehungen zwischen Homosexuellen oder jede Form von gleichgeschlechtlichem Sex, soll mit lebenslanger Haft bestraft werden.
[…..] Das Gesetz entspricht einer Vorlage des Abgeordneten David Bahati aus dem Jahr 2009. Bahati ist Mitglied der Regierungspartei NRM (Nationale Widerstandspartei) und pflegt gute Beziehungen zu einflussreichen kirchlichen Gemeinden in Uganda und den USA. […..] (Deutsche Welle, 02.12.12)

Wenn es ums Geschäftemachen mit etwas liberaleren (aber ökonomisch starken) westlichen Partnern geht, hängt man seine Hass-Gesetze tunlichst nicht an die ganz große Glocke. Angela Merkel läuft auch unverschleiert in Riad rum und darf sich dort mit König Salman treffen, auch wenn der arme Mann dabei ihr unverhülltes Haar sehen muss, was nach religiöser Ansicht die armen Männern gegen ihren Willen zu sexueller Raserei bringt, so daß man die Frauen für so eine bösartige Verführung zur Sünde zu Tode steinigen muss.
Auch im Vatikan haben sich weibliche Besucher die Haare zu bedecken und keine orthodoxe Jüdin darf in der Öffentlichkeit ihre echten Haare zeigen.

Herr Salman kann allerdings die Bundeskanzlerin nicht steinigen lassen, da die vielen schönen Rüstungsgüter der saudischen Armee aus Deutschland kommen. Diese Waffen benötigen die herrschenden Prinzen, um die Opposition oder renitente Schiiten im Nachbarland Jemen zu massakrieren.
Rheinmetall und Krauss-Maffei-Wegmann gefällt das, denn im Frieden kann man Waffen und Munition nur einmal verkaufen. Erst wenn damit massenhaft getötet und somit die Munition verbraucht wird, rollt der Rubel wirklich.

Killen und Geld an sich raffen sind sogar noch wichtiger als Religion. So fuhr der schwule Guido Westerwelle, der als Oppositionspolitiker forderte, Staaten die Entwicklungshilfe zu entziehen, in denen Homosexuelle hingerichtet werden und Frauen nicht wählen können, im Jahr 2010 als Außenminister nach Saudi Arabien, wurde gar vom damaligen König Abdullah empfangen.
Und so wurden weiter Rüstungsdeals eingefädelt. Zum Köpfen von Schwulen sagte Westerwelle, der auch höflicherweise aus Rücksicht auf die greisen Scheichs seinen Ehemann zu Hause ließ, nichts. Höchst verklausuliert wurde anschließend der Presse mitgeteilt, es habe in der Frage der „religiösen Pluralität Meinungsunterschiede“ gegeben.

Das ist unwürdiges Heucheln und Rumeiern.

Ich zolle daher dem Herrscher von Brunei durchaus Respekt dafür seine destruktive Menschenfeindlichkeit nicht hinter prächtiger Kulisse und schönen Worten zu verstecken.
Nein, Bolkiah, der Mann mit den Fantastillionen aus dem Ministaat am Rande der Welt, ging in die Offensive, schrieb einen Brief an die EU und zeigte den 28 Weststaaten den ausgestreckten Mittelfinger.

[….]  Seit Anfang des Monats kann gegen Homosexuelle in Brunei die Todesstrafe verhängt werden, am 3. April traten die härteren Strafgesetze in dem Sultanat in Kraft. […..] Nun verteidigt das Sultanat Brunei die Ausweitung der Todesstrafe in einem Brief an das Europäische Parlament.
Der Guardian zitierte aus einem vierseitigen Brief des Sultanats an die Europaabgeordneten. Darin hieß es unter anderem, im Hinblick auf den Wunsch des Landes, seine traditionellen Werte und seine "Familienlinie" zu bewahren, fordere man "Toleranz, Respekt und Verständnis". […..] Das Europäische Parlament hatte dem Bericht zufolge vergangene Woche dazu aufgerufen, die Einfrierung von Vermögenswerten, Visa-Verbote und eine schwarze Liste von Hotels zu prüfen. […..]

Papst Franzens Leute in Afrika oder Budapest tun nichts anderes, aber Bergoglio ist ein widerlicher Heuchler, dem zwar gelegentlich rausrutscht, Schwule gehörten in die Psychiatrie und Kinder geschlagen, aber offiziell will er das nicht so laut sagen.
Sowas kann böse Shitstorms geben und den Spendenfluss empfindlich stören.
Die Vatikanische Politik bleibt zwar schwulenfeindlich wie eh und je – Schwule bleiben aus dem Priesterseminar ausgeschlossen und dürfen niemals ihre Liebe ausleben, wenn sie nicht in die Hölle kommen wollen, aber im Gegensatz zu Bruneis Sultan hat der Heilige Stuhl einfach nicht das Rückgrat das offen zu propagieren.

Beim Nachhaltigkeitsgipfel der Vereinten Nationen im September 2015 standen auch die LGBTI-Rechte auf dem Plan.
193 Staaten sprachen sich für Prävention durch Sexualaufklärung aus, ohne das böse Wort Kürzel „LGBTI“ auch nur zu erwähnen, aber bereits die Vorstellung bei Sexualaufklärung zur Verhinderung von Krankheiten könnte auch Homosexualität erwähnt werden, ließ die Vertreter Saudi Arabiens und des Vatikans ausrasten.
Riad und der Vatikan lehnten Arm in Arm das Dokument empört ab.

[….] Bereits im Sommer hatten sich die katholischen Bischöfe Afrikas und von Madagaskar in einer gemeinsamen Erklärung gegen den "Euphemismus 'sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte'" gewandt. Damit würden dem Kontinent "eigennützige und perverse Interessen" aufgezwungen.
In organisierter und "kraftvoll finanzierter" Weise würden "Hedonismus und Individualismus" eingeführt, die beide "fremd sind zu dem, was wir sind und sein wollen". Die Bischöfe wandten sich gegen "schmutzige Kampagnen, die eine Kultur des Todes auf unserem Kontinent fördern".
Die Erklärung richtet sich hauptsächlich gegen Sexualaufklärung und die Nutzung von Kondomen und Verhütungsmaßnahmen – wie auch dagegen, dass die "auf die Ehe von Mann und Frau basierende Familie" als "diskriminierend" beschrieben werde.
[….]

In Brunei wurde bisher noch kein Schwuler hingerichtet. In Saudi Arabien oder dem Iran passiert das regelmäßig. Der Vatikan kämpft auf internationaler Ebene zusammen mit anderen fanatischen Religioten radikal gegen Homorechte.

Sie alle schaffen es aber durch öffentliche Heuchelei ihre Geldflüsse aufrecht zu erhalten.

Nur der kleine Bolkiah verfügt über genügend Rückgrat seine Hassreligion offen zu verteidigen.

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