Freitag, 9. Mai 2014

Wahlkomik


Ok, das stimmt schon. Meine Interessen und Vorlieben sind teilweise etwas abseitig.
Ich betrachte zum Beispiel gerne Wahlplakate.
Diesen Monat werden in Hamburg Kommunal- und Europawahlen abgehalten.
Ich darf natürlich wieder bei beiden NICHT teilnehmen; danke GroKo!
Lustiger wäre es natürlich, wenn auch die großen Parteien Plakate kreierten, die man länger als eine Nanosekunde im Gedächtnis behalten könnte, aber man kann eben nicht alles haben.
Ein wirklich gelungener Spot, der (zumindest unfreiwillig) zeigt woran man bei der CDU ist.

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Bei den Plakaten habe ich ausgerechnet genau vor meiner Haustür das bisher Lustigste gefunden.
Zu sehen ist dort der Bartpykniker und Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord, Claus-Joachim Dickow.
Klickt man auf die Homepage seines FDP-Bezirksverbandes; und es sind nun immerhin Bezirkswahlen; entdeckt man als topaktuellsten Eintrag Dickows Suada gegen den Plan die Krausestraße vierspurig auszubauen vom 10.10.2013.
 Er „verlangt stattdessen die Einrichtung von Fahrradstreifen und eine Verbreitung der Fußwege auf der gesamten Länge der Krausestraße.“
Die FDP – Kämpferin für Natur und Radfahren gegen die böse Auto-Lobby! So kennen wir sie.
Die Hamburger „JuLis“ bilden unterdessen auf Demonstrationen einen schwarzen Block und kämpfen „gegen rechts.“
Ihr Bezirkschef Dickow besinnt sich ebenfalls auf klar ordoliberale Kernthemen wie Mietpreisbremse und bezahlbare Wohnungen für die Armen!


Schon Westerwelle und Rösler waren ja als Kämpfer für die sozial Schwachen bekannt. Stets trachten sie danach die Mieterrechte gegen die bösen, reichen Wohnungseigentümer zu stärken. Daher gibt es ja auch gar keine Immobilienspekulanten und Makler unter den FDP-Wählern. Unterstützt wurde die FDP hingegen von den bekannten „Schleckerfrauen“, die heute noch dem damaligen FDP-Wirtschaftsminister dankbar sind für seine einfühlsamen, der katholischen Soziallehre entsprechenden Worte des Trostes.

Die Nummer Zwei  der FDP-Liste dieses Bezirks, Ralf Lindenberg unterstreicht dieses starke sozial-ökologische Rückgrat der Hepatitisgelben mit einem eigenen Plakat.


Man versteht irgendwie gar nicht, daß bei solch stringenter Politik die FDP nicht mehr im Bundestag vertreten ist.

Die soziale Kälte, die so vehement von den fünf FDP-Ministern bekämpft wurde, trifft allerdings nur noch einen von ihnen; Dirk Niebel.
Er verkündet, er befinde sich noch in seiner 'Abkühlphase.'

Die anderen vier Sozialarbeiter müssen glücklicherweise nicht mehr allzu schlimm darben.
Der Ex-Vizekanzler und Wirtschaftsminister Rösler ist Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Weltwirtschaftsforums in Cologny in der Schweiz.

Guido Westerwelle ist guter Dinge. […]  Der Ex-Außenminister hat schnell Tritt gefasst. Jüngst war er über zwei Wochen in den USA, sprach an den Universitäten in Harvard und Princeton, hatte einen Auftritt bei der FDP-nahen Naumann-Stiftung in Washington.
Westerwelles Terminkalender ist voll. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Bereits vor seinem Ausscheiden aus dem Amt im Dezember hatte er vorgesorgt - und zusammen mit dem Internet-Unternehmer Ralph Dommermuth seine "Westerwelle Foundation" gegründet, die in einem schicken Altbau am Kurfürstendamm in Berlin residiert. […] Daniel Bahr ist seit Februar in der US-Denkfabrik "Center for American Progress", die die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama beratend begleitet. Auch ist er an der Universität von Michigan als Gastdozent für Gesundheitsökonomie tätig. […] Gut getroffen hat es Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, früher Justizministerin. Sie will Generalsekretärin des Europarats werden, ein Posten, der im Juni von der dortigen Parlamentarischen Versammlung neu zu wählen ist. Für den Job in Straßburg hat die Ex-Ministerin die Unterstützung der Bundesregierung. "Mit Gesprächen im Rahmen meiner Kandidatur für den Europarat war ich die letzten Wochen in 20 europäischen Hauptstädten und viel in Straßburg unterwegs", sagt sie.


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