Montag, 17. August 2015

In geistige Gaga-Gefilde Teil III

Es gibt Dinge, die sind einfach zu absurd für die Realität.
Das kann sich nur der liebe Gott ausgedacht haben, als er am Wochenende nach der Crackpfeife noch einen LSD-Trip eingeworfen hat.

Haha, wie zum Beispiel die Vorstellung von Merkels zweitem Generalsekretär.

Legendär ihre innerparteilichen Fehlgriffe - die von Merkel ausgesuchten Generalsekretäre Polenz, Meyer und Pofalla entwickelten sich allesamt zu Satireopfern, die die Partei demobilisierten und schnell wieder abgelöst werden mußten.
Wir erinnern uns gerne an den Oktober 2000 als der hoffnungslos überforderte Generalsekretär Polenz nach nur sechs Monaten die Brocken hinwarf und sein Nachfolger Laurenz Meyer verkündete, daß sich Merkel einen "zweiten Fehlgriff nicht leisten“ könne.
Nach wenigen Wochen - die berühmten Schröder-Verbrecher-Fahndungsplakate stellte er im Januar 2001 vor, erwies sich auch Meyer als Missgriff.  […]

Besonders surreal-absurd kann es Andrea Nahles, wie sie gerade erst wieder mit einem veröffentlichten SMS-Dialog auf Grundschulniveau bewies. So einen Unsinn simst die Arbeitsministerin derartig eifrig, daß sie schon bei einer Kabinettssitzung mit bandagierter Hand erschien, weil sie sich beim exzessiven Simsen eine Sehnenscheideentzündung zugezogen hatte.
Was hat Gott bloß geraucht, als er seine frömmste Ministerin geplant hat?

Trotz der schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten (Schwarz-Gelb 2009-2013) schaffte es Nahles sämtliche Steilvorlagen zu vergeigen und ein letztendlich blamables Wahlergebnis einzuholen.
Sie beschäftigte sich mit ihrer fortschreitenden Religiotie – bejubelte frenetisch den Kinderfickerschützenden und homophoben Papst, während sie säkulare und laizistische Arbeitsgruppen innerhalb der SPD verbieten ließ.
Grandios scheiterte sie auch bei dem Versuch Thilo Sarrazin und sein braun-biologistisches Weltbild aus der SPD zu werfen. Völlig überfordert steuerte sie einen extrem dümmlichen Bundestagswahlkampf, in dem wirklich alles was sie anfasste schief ging. Zum ungünstigsten Zeitpunkt sickerte die Personalie Steinbrück durch. Sie gab keinerlei Rahmenprogramm der Partei, stellte kein PR-Team zu Verfügung und lief blind taumelnd in Vortragsgehälterdiskussion.
Die mediale Begleitung Steinbrücks war eine Tour der Pleiten und dazu wählte Nahles den idiotischsten Wahlkampfslogan ever aus. „DAS WIR ENTSCHEIDET“ war dabei noch nicht mal auf ihrem eigenen Mist gewachsen, sondern bei einer ausbeuterischen Zeitarbeitsfirma geklaut. Selbstredend war auch die Nahlessche Wahlwerbekampagne ein gigantischer Flop. Dabei entblödete sie sich nicht in YouTube-Videos die das Stricken roter Mützen für den Wechsel als wirksames Mittel im Kampf gegen Angela Merkel zu preisen.
Nahles‘ endlose Kette von Fehlleistungen ist Legende.
Man denke nur an den Sturz des eigenen Parteivorsitzenden Müntefering inmitten der Koalitionsverhandlungen 2005 oder ihre ultrapeinliche TV-Auftritte.


Nahles ist sicherlich die schlechteste Generalsekretärin, welche die SPD je seit dem Krieg hatte. Die Partei scheint das ähnlich zu sehen; traditionell sind ihre Wahlergebnisse so unterirdisch schlecht, daß sie jedes Mal nach der Verkündigung auf der Bühne in Tränen ausbricht.

Die SPD wollte 2013 für faire Löhne eintreten, warb für den Mindestlohn und benutze dafür den Slogan einer ausbeuterischen Zeitarbeitsfirma, die Menschen in Firmen verleiht, damit sie dort für die gleiche Arbeit nur noch 2/3 des Gehalts bekommen.
Nein, das kann man sich nicht ausdenken. So viel Doofheit.
Gott muß eine Menge bunte Pillen zu viel geklinkt haben.

Oder ich träume einfach mal wieder.

Leider bin ich immer noch nicht  aufgewacht und kann daher nichts Sinnvolles bloggen. Ich ergehe mich immer noch in fiebrigen Tagträumen – dieser „bizarren oder halluzinatorischen mentalen Aktivität, die während eines Kontinuums an Schlaf- und Wachstadien einsetzt“ – um den Harvard-Forscher Prof. Robert Stickgold zu zitieren.
Das sind aber im Moment auch wirklich bizarre Hallus, die mir durch die Birne blitzen.

Und schon wieder schießt so etwas total Abgedrehtes in meine REM-Phase.

Zickzack-Siggi, aka „Siggi Pop“, der im Bestreben seine eigene Anhängerschaft maximal zu verprellen erst Haiko Maas vor der versammelten Hauptstadtpresse die Hoden zerquetschte und ihn zwang die Vorratsdatenspeicherung umzusetzen, suchte nach dem Ankurbeln der Waffenexporte in Nahost-Krisenherde einen Weg sich noch unbeliebter als Fußpilz zu machen.

Dafür suchte Grobian Gabriel nach dem Thema, welches die SPD-Basis am meisten umtreibt und fand TTIP. Jenes Verbraucherentmündigungsvorhaben, mit dem sich internationale Konzerne endgültig von lästigen staatlichen Regelungen befreien können.
Millionen Europäer haben empört dagegen unterschrieben.
Dabei wird das größte Erregungspotential durch die EU-Geheimniskrämerei generiert. Indem man beharrlich geheim hält, was eigentlich bei den ominösen TTIP-Gesprächen verhandelt wird, schürt man das größtmögliche Misstrauen.
Nach dem Motto verhängte die EU nun noch strengere Geheimhaltung.
Presse und Bürger sollten schon bisher gar nichts mehr erfahren, aber nun wird auch noch der Zugang der Volksvertreter zu TTIP-Texten massiv eingeschränkt.

TTIP, jetzt noch geheimer!
    Minister aus EU-Ländern, die wissen wollen, was Europäer und Amerikaner in Sachen TTIP verhandeln, erhalten die Dokumente nun nicht mehr.
    Stattdessen dürfen sie die Papiere nur zu bestimmten Zeiten in einem Brüssler Leserraum einsehen.
    Die Verhandlungen sind größtenteils geheim, bestimmte Details kennen noch nicht einmal deutsche Parlamentarier, die aber über den Vertrag abstimmen sollen.

Da Zickzack-Siggi nun inhaltlich Pflöcke eingeschlagen hat, gilt es nun sein Bild in der Öffentlichkeit zu verbessern.
Ein PR-Berater muß her. Einer, der genauso fähig ist, wie damals Nahles, als sie den Wahlkampfslogan von der Zeitarbeitsfirma klaute.

Und diesen Spin-Doktor hat Gabriel nun gefunden. Es ist ein Mann, der nicht nur das Ansehen der SPD beim Wähler ruinieren soll, sondern der dazu auch noch Gabriels Standing in seiner eigenen Partei möglichst nachhaltig zerstört.
Und was soll man sagen?
Der blinde Siggi pickte soeben das ideale CDU-Korn auf.

Sigmar Gabriel hat einen neuen Berater, der den SPD-Vorsitzenden zurück auf die Erfolgsspur führen soll. Doch der Essener PR-Anbieter Thomas Hüser könnte eher zum Problem für Gabriel werden. Wie die »Welt am Sonntag« berichtete, setzte Hüser noch vor ein paar Monaten auf eine SPD-Niederlage bei der Bundestagswahl 2017. [….]
Hinzu kommt: Hüser war bis vor kurzem noch Mitglied der Partei von Angela Merkel - gegen die Gabriel bei der Bundestagswahl antreten könnte. Nachdem er im Frühjahr die Beratung des SPD-Mannes übernommen hatte, war Hüser - Spitzname »Schwarzer Abt« - im Mai nach zehn Jahren aus der CDU ausgetreten. Das sei aber keine Bedingung Gabriels gewesen.

    »Kurt Schumacher, einer der Amtsvorgänger von Sigmar Gabriel, hatte die treffende Bezeichnung für die SED: ›rotlackierte Faschisten‹. Nun tragen die SED-Wölfe Gabriels frischgewaschene Schafspelze - und schalmeien gemeinsam in der rot-rot-grünen Einheitsfront. Der Wähler wird’s merken: Gabriel wird beim nächsten Mal wieder 20 plus x einfahren …. Und das ist gut so.«
 Thomas Hüser, 6. Dezember 2014


Ich glaube, Merkel ist gar kein Polit-PR-Genie, sie wäre vermutlich gar nicht so beliebt, wenn ihre Konkurrenz nicht so unfassbar dumm wäre.
Bravo Vizekanzler – falls noch ein paar SPD-Mitglieder übrig waren, die er beim VDS-Schwenk und der Demütigung Maas‘ noch nicht vergrault hat, wird das nun mit dem „schwarzen Abt“ Hüser klappen.

[…]   So einen hat es vielleicht noch nicht gegeben in den 150 Jahren der deutschen Sozialdemokratie. Thomas Hüser sitzt in der Düsseldorfer Kneipe "Zicke" und trägt ein blaues Hemd, in dessen Brusttasche seine Initialen eingestickt sind. Das sieht eher nach Arbeitgeberverband aus als nach SPD-Ortsverein. Und Hüser war bis vor Kurzem noch in der CDU. Er war auch gar nicht unzufrieden mit der Partei. […]  Das Verhältnis zwischen Gabriel und diversen weiteren Spitzengenossen ist seit einiger Zeit angespannt. Gabriels Agieren in den Debatten über die Vorratsdatenspeicherung und den Umgang mit Griechenland hat die Spannungen zuletzt noch verschärft. Als dann kürzlich der Name Hüser bekannt wurde, erregte das im Willy-Brandt-Haus erhebliches Misstrauen. Berater von außen sind in der Parteizentrale ohnehin nicht allzu hoch angesehen. Und solche mit dem politischen Hintergrund von Thomas Hüser erst recht nicht.
Hüser betreibt in Essen eine PR-Agentur mit einem ansehnlichen Kundenstamm. Heikel ist allerdings die Tatsache, dass nicht wenige Auftraggeber aus dem Dunstkreis von Bodo Hombach stammen, mit dem er gut befreundet ist. […]  Eine Freundschaft mit Hombach kann sehr einträglich sein, sie verhilft aber nicht unbedingt zu einer Karriere in der SPD - zumindest nicht in Nordrhein-Westfalen, wo Hombach verhasst ist, weil er gegen SPD-Landeschefin Hannelore Kraft stänkerte und mit deren CDU-Kontrahenten Jürgen Rüttgers fraternisierte. Wenn Gabriel Anlauf aufs Kanzleramt nehmen will, braucht er die NRW-Genossen und die Unterstützung von Kraft. Doch es war ausgerechnet Hombach, der ihm den PR-Mann Hüser empfahl. […] 

Kurioserweise ist Hüsers neuster Aufsatz, der seine zukünftige Arbeit für die SPD einleitet, eine recht zutreffende Bestandsanalyse.
Er hat natürlich recht mit seiner Verdammung der Merkelschen Nicht-Politik und prangert völlig richtig „die Selbstverzwergung der SPD“ an.

Während die Konservativen vergleichsweise kleine Erfolge groß ausschlachten, bleiben Regierungserfolge auch innerhalb der SPD leider oft ohne die verdiente positive Resonanz. Diese unverständliche Selbstverzwergung auf nationaler Ebene verhindert, dass die SPD in breiteren Bevölkerungsschichten eben noch nicht als das wahrgenommen wird, was sie eigentlich ist: Die gestaltende Kraft.
Die natürlichen Verbündeten der SPD sind das aufgeklärte Bürgertum, die organisierte Arbeitnehmerschaft, die technische Intelligenz und die Kreativen aus Kunst und Kultur. […]  Der Wahlkampf im Jahr 2017 wird sich um die Zukunft drehen. Die Kanzlerin wird 2017 den Zenit der Selbsthistorisierung erreicht haben. Sie wird ihre Partei in Trümmern zurücklassen. […]  Die Bürger wissen längst, dass Merkel keine Impulse für die Zukunft mehr liefert. In ihrer Politik der kleinen Schritte sehen sie keine Fortschritte, sondern die zyklische Wiederkehr ungelöster Probleme. Maut und Griechenland sind dafür nur zwei Beispiele. Die SPD muss die gelähmte Mitte aktivieren. Den Mut haben, offensiv zu fordern, die Belastungen für kleinere und mittlere Einkommen zu senken.

Er erkennt aber offenbar nicht den Hauptverantwortlichen für die Misere, nämlich Sigmar Gabriel, seinen neuen Auftraggeber.
Zudem scheint Hüser als langjähriges CDU-Mitglied nicht einschätzen zu können, wie scheu die SPD-Mitglieder sind. Sie jubilieren nicht wie in der CDU automatisch ihrer Führung zu, sondern sind misstrauisch. Misstrauischer denn je nach dem letzten Jahr.
Um einfache SPD-Mitglieder zu mobilisieren, ist ein CDU-Mann mit RotRotGrün-Allergie nicht nur ungeeignet, sondern kontraproduktiv. So wird Gabriel seine Basis vor den Kopf stoßen und ohne Unterstützung in den Wahlkampf 2017 gehen.