Mittwoch, 3. September 2014

Weinen mit Jaschke und Fehrs.


Die Meldungen über die Kirchenmitgliedszahlen gleichen sich seit Wochen.
Beinahe täglich trudeln aus einem anderen Bistum neue Rekord-Austrittszahlen ein. Wahrlich gute Neuigkeiten!

Die Zahl der Kirchenaustritte steuert auf einen neuen Höchststand seit dem Jahr 2000 zu. „Im ersten Halbjahr hat es in der Nordkirche möglicherweise einen Anstieg um 50 Prozent und mehr gegeben“, sagte Kirchensprecher Frank Zabel in Schwerin. So hätten die Kirchenkreise für Hamburg 60 Prozent gemeldet, der Kirchenkreis Altholstein mit Kiel mehr als 50 Prozent. Die Angaben stammten von den Kirchenkreisen, komplette Zahlen für die Nordkirche lägen noch nicht vor.

Am anderen Ende der Republik sieht es genauso aus.

Die Zahl der Kirchenaustritte in der Landeshauptstadt München steigt im Vergleich zum Vorjahr massiv.
Allein in den ersten acht Monaten sind rund 9100 Menschen aus der evangelischen und katholischen Kirche ausgetreten. Das teilte eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferates auf Anfrage mit. 2013 hatten im gleichen Zeitraum etwa 6900 Menschen in München die Kirche verlassen. Die höchste Zahl der Austritte gab es bislang im vergangenen Januar (rund 1400). Die Deutsche Bischofskonferenz und das Evangelisch-Lutherische Dekanat in München wollten zu den Zahlen keine Stellung beziehen.
(dpa 03.09.2014)

Die Gründe für diese erneute Austrittswelle sind wenig rätselhaft.
Die Kirchen zocken den Staat finanziell ab, belügen das Volk massiv und präsentieren sich dem Volk heuchlerisch, herzlos (Pille danach, Homoehe, Sterbehilfe, etc) oder sogar moralisch abartig. Dafür steht beispielsweise der päpstliche Schutz für Kinderficker wie Erzbischof Wesolowski.

Voller Dankbarkeit muß ich in diesem Zusammenhang immer wieder den effektivsten Agenten der Konfessionslosen erwähnen:
Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst; niemand hat so gekonnt tausende zahlende Mitglieder aus der RKK gejagt wie er.
Üblicherweise verkraftet eine große Organisation ein schwarzes Schaf. Man muß es nur schnell loswerden.
Nicht so die RKK, in der sich die maßgeblichen Vorgesetzten – nämlich der ehemalige Metropolit der Kölner Kirchenprovinz Kardinal Meisner und der Chef der Inquisitionsbehörde Kardinal Müller – demonstrativ vor TVE stellen.
Die RKK bis heute noch nicht mal in der Lage festzustellen wo sich der Skandal-Bischof eigentlich aufhält. Sitzt er womöglich immer noch in seinem Zig Millionen teuren Palast?

Niemand hat Tebartz-van Elst gesehen.
Der Geistliche zieht um, nach Regensburg. Im September solle es so weit sein, hatte seine persönliche Sprecherin im Sommer erklärt. Wann genau? Stephan Schnelle, Sprecher des Bistums Limburg, zuckt mit den Achseln: "Wir wissen es nicht." Und wo ist er jetzt? Achselzucken. Niemand hat den Mann gesehen, der nicht nur sein Bistum, sondern die gesamte katholische Kirche in Deutschland in eine Krise gestürzt hat. Vielleicht ist er in seiner Wohnung und packt Kisten. Vielleicht ist er in Urlaub.

Am 23.10.2013 hatte Franz die Reißleine gezogen und den inzwischen weltweit in den Schlagzeilen ausgelachten Prasserbischof aus dem Verkehr gezogen.
Beinahe ein Jahr später herrscht immer noch das totale Chaos in Limburg. Nur eins ist sicher: Der deutsche Steuerzahler muß die 6.000 Euro Ruhegehalt für den 54-Jährigen zahlen. Bis zu seinem Lebensende.
Die Kirche läßt es weiter schwelen, benennt keinen Nachfolger, sagt nicht was mit dem 31 Millionen Euro teuren Bischofssitz passieren soll.

Streit bis hin zur Feindseligkeit gab es um den Mann, der ein offenkundig autoritäres Regime in Limburg pflegte, die Unwahrheit sagte, über seinen Flug nach Indien und die Kosten seines Bischofssitzes. Gläubige verließen in Scharen die Kirche, Mitarbeiter sind verletzt und erschüttert, haben Vertrauen verloren, in die Führung und die Institutionen. [….Administrator Bischof Manfred] Grothe richtet sich darauf ein, länger an der Lahn zu bleiben. Im kleinen Kreis habe er selbst gesagt, dass die Vorbereitungen für die Wahl eines neuen Bischofs wohl frühestens im Herbst 2015 beginnen könnten, erzählen Leute, die mit den Dingen vertraut sind. [….] Etliche Mitarbeiter weigern sich, wie es heißt, das Haus zu betreten, in denen sie von Tebartz oder dessen Leuten einst geschurigelt wurden. Der Ton muss sehr rau gewesen sein. Die Art und Weise, wie Tebartz und der inzwischen ebenfalls ausgeschiedene Generalvikar Franz Kaspar mit Priestern und Angestellten umgegangen seien, "war nicht nur verletzend, es war demütigend", beschreibt der Limburger Gemeindepfarrer Hubertus Janssen, inzwischen im Ruhestand, die einstige Lage. […]
Kritiker wie er, Pfarrer Janssen, der Frankfurter Stadtdekan Johannes von Eltz und einige andere, die das System Tebartz unerträglich fanden und schließlich auch öffentlich seinen Rücktritt forderten, haben selbst verstörende, auch schmerzende Erfahrungen mit ihrer Kirche gemacht. Man warf ihnen Nestbeschmutzung vor, Kirchenhass, Geltungssucht. […]

Leider haben wir in Hamburg keinen Auskehrer wie TVE, aber glücklicherweise ist die Hansestadt verglichen zur urkatholischen Erde in Limburg ohnehin weitgehend konfessionslos.
Wie überflüssig Kirchen-Fürsten sind, beweisen die beiden derzeitigen Top-Kleriker Hamburgs, Bischöfin Kirsten Fehrs und Weihbischof Hans-Jochen Jaschke, heute in einem gemeinsamen Interview.

Kirsten Fehrs: Ich bin von Herzen gern evangelisch. Für mich bedeutet die evangelische Kirche die Möglichkeit, in Freiheit und im Gespräch mit anderen den christlichen Glauben zu leben. […]

Weihbischof Jaschke: […] Natürlich sind die evangelischen Christen intensiv am Vorbereiten der Feier des Reformationsjubiläums im Jahr 2017. Auch wir Katholiken sind dabei, aber wir denken bei aller großen Bedeutung der Reformation auch an schlimme Verletzungen und Belastungen auf allen Seiten.[…] Wir können einander sehr wehtun. Wir gehen nicht genügend achtsam miteinander um. […]

Fehrs: Es gab einige ökumenische Aufbrüche beim Feierabendmahl während des Kirchentages, die Mut gemacht haben, aber ohne Fortsetzung blieben. Ich sehe derzeit nicht, wie wir als Protestanten die Annäherung beim Abendmahl voranbringen könnten.

Jaschke: Wir Katholiken respektieren immer die Entscheidungen der Einzelnen beim Hinzutreten zur Kommunion. Aber ein kirchenoffizielles gemeinsames Abendmahl bleibt für uns entscheidend mit der auch sichtbaren Einheit der Kirche verbunden. Das bleibt ein wunder Punkt: schmerzhaft und beschämend für uns alle. […]

Fehrs: […] Gerade jetzt, wo die Welt tobt und wir wahrhaftig einen Kriegssommer erleben, haben wir eine humanitäre Pflicht zu helfen. Denken wir an die Kämpfe in Gaza, in der Ukraine, in Syrien und Irak. Oder an die Schrecken der beiden Weltkriege, derer wir jetzt gedenken. […] Gemeinsame Friedensgebete der Weltreligionen wie jüngst hier in Hamburg geschehen setzen ein Zeichen. Da fühle ich mich mit Hans-Jochen Jaschke Seite an Seite. […]

Das Bischofssprech ist so von Naivität und verengten Horizont geprägt, daß man keinerlei Befürchtungen haben muß irgendein Konfessionsloser könnte aufgrund der massiven Werbeversuche des Hamburger Abendblattes für die Kirche auf die Idee kommen in den Verein einzutreten.
Sie bringen nichts Neues, sind bar jeder Konstruktivität und baden in selbstzufriedener Larmoyanz.



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