Samstag, 13. August 2016

Trumps teuflische Tiraden – Teil II

Alles in den verachteten „liberal media“ in negativen Sinne über Trump Geäußerte kommt entweder ohnehin nicht bei seinen Fans an, weil die nur FOX gucken, oder wird grundsätzlich nicht geglaubt.
Trump hat Recht; die Leute lieben ihn.


Aber selbst wenn sich 50 bedeutende Republikaner gemeinsam gegen Trump stellen, beeindruckt das seine Wähler wenig.
Kritiker werden kurzerhand zu frustrierten Epigonen des „korrupten Washingtoner Systems“ abgestempelt, die sich vor den frischen Trump-Wind fürchteten.

Nun finden seine Gegner aber einen Weg Videos zu machen, die doch den ein oder andere Teebeutler und konservativen GOPer von Trump abrücken lassen werden.
Nun gibt es O-Ton Trump von Romney-Unterstützern. Trump lobt all die Dinge, die Republikaner hassen wie die Pest.
Pro-Choice, Obamacare und Clinton findet er großartig.


Wenig erfreulich für Trump ist auch Hillary Clintons Veröffentlichungen ihrer aktuellen Steuererklärung, aus der hervorgeht, daß sie sehr viel für karikative Zwecke spendete und mit der sie den Druck auf Trump nun endlich auch mal seine Finanzen offen zu legen noch einmal erhöht.

Tax Return Shows Hillary Clinton Donated 100 Times More Money To Charity Than Trump. [….]

Es ranken sich viele Gerüchte darum, wieso sich der Kandidat so hartnäckig weigert. Dubiose Geschäfte mit russischen Oligarchen gelten als wahrscheinlich.


Ich halte es allerdings für wahrscheinlicher, daß Trump weit weniger reich ist, als er immer behauptet. Für jemand, der derartig stolz immer wieder auf seine „Ten billions“ verweist – „I am really rich!“ – wäre es eine gewaltige Schmach, wenn bekannt werden sollte, daß er deutlich ärmer ist.

Im Angesicht einer tatsächlich möglichen Niederlage werden Trumps teuflische Tiraden noch einmal abartiger.

In Deutschland werden immer wieder amerikaweite Umfragen zitiert, die Clinton sechs, sieben oder auch mal acht Prozent vor Trump sehen.
Die Umfragen variieren aber ohnehin stark und sind im amerikanischen Wahlsystem wenig aussagekräftig.
Die meisten Staaten sind ohnehin fest auf demokratische oder republikanische Mehrheiten abonniert. In einem „the winner takes it all“-System macht es keinen Unterschied ob Clinton in Kalifornien mit 42% zu 37% gegen Trump gewinnt, oder ob sie ihn mit 80% zu 10% vernichtet. Kalifornien, Georgia, Washington, New York oder Texas sind „safe states“, in denen daher auch so gut wie gar kein Wahlkampf stattfindet.
Es kommt stattdessen auf bevölkerungsreiche „Swingstates“ an, die sich im Süden und im „rust-belt“ befinden.
Die südlichen Swinger, darunter das besonders wichtige Florida, dürfte Trump wegen seiner antimexikanischen Ausfälle bereits verloren haben.
Bleibt also der Rust-belt mit den „Blue-collar“-Wählern, denen es trotz wirtschaftlicher Erholung Gesamt-Amerikas schlecht geht. Sie sind die klaren Verlierer der Globalisierung. Ihre Jobs sind nach overseas verlorengegangen.
Obwohl die Fabrikarbeiter natürlich traditionell demokratisch wählen, hofft Trump auf viele Stimmen der verärgerten abgehängten Weißen in Wisconsin, Illinois, Indiana, Michigan, Ohio, West Virginia und Pennsylvania.

Die GOPer müssen in diesen Staaten gewinnen, sonst ist Hillary Clinton Präsidentin.

Es sieht aber nicht gut aus.

Knapp drei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl hat Hillary Clinton ihre Führung in vier besonders umkämpften Swing States ausgebaut. Laut einer Umfrage des Senders NBC und des "Wall Street Journal" hält die Kandidatin der Demokraten in Virginia und Colorado ihren republikanischen Konkurrenten Donald Trump mit jeweils zweistelligem Abstand auf Distanz. In Florida sind es fünf Punkte, in North Carolina neun. [….]
(APA 13.08.2016)

Es gibt diese schönen „Battleground-maps“ auf denen man Bundesstaaten mit unsicherem Wahlausgang einzeln einer Partei zuschlagen kann, um zu gucken, wie es dann in der Wahlmännerversammlung aussähe.
Käme es so wie in den neuen Umfragen prognostiziert, hätte Clinton 256 von 270 für die Präsidentschaft benötigten Stimmen.
Es fehlten nur noch so wenige Stimmen, daß ein weiterer gewonnener Bundestaat der vier Swinger Ohio (18 Wahlmänner), Pennsylvania (20), Michigan (16) oder Georgia (16) ausreichte.

In Amerika gibt es täglich Dutzende neue Umfragen, die kaum Zweifel daran aufkommen lassen, daß Clinton einen weiteren Staat holen kann.

Da Clinton in nur einem der vier genannten Staaten gewinnen muß, um Präsidentin zu werden, sieht es nach heutigem Stand wirklich schlecht aus für Trump.

Es liegt dem mutmaßlichen Verlierer allerdings fern eine demokratische Niederlage zu akzeptieren und so gibt er schon einmal erste Nero-Befehle von sich.
Zur Not müsse man eben Hillary Clinton erschießen, um sie zu stoppen.

Trump provoziert mit Gewaltfantasien gegen Clinton. Einmal mehr sorgt Donald Trump für Entsetzen: Bei einem Auftritt fabuliert er über ein Attentat auf seine Konkurrentin. […..]

Verlieren könne er nicht. Das geschehe wenn überhaupt nur durch Betrug der anderen Seite.
Also legt Trump schon mal das Streichholz an den Benzintank, damit es die USA in bürgerkriegsartige Zustände treibt.


In remarks with strong racial overtones, Donald Trump told a mainly white rural crowd in Pennsylvania on Friday that vote fraud could cheat him out of victory and vowed to dispatch police who support him to monitor polls in “certain parts” of the state.
“We’re going to have unbelievable turnout, but we don’t want to see people voting five times, folks,” the Republican presidential nominee said at a rally in Altoona, Pa.
After months of racially charged violence between Trump supporters and protesters at his rallies, the comments raised the specter of confrontations on election day in precincts with many minority voters.
Trump, who previously suggested the Nov. 8 election would be rigged for Democratic rival Hillary Clinton, said he’d “heard some stories about certain parts of the state, and we have to be very careful.” [….]


After claiming the “only way” he can lose the state, where he’s down by double-digits, is if Hillary Clinton supporters “cheat,” Trump requested supporters “go around and look and watch other polling places to make sure that it’s 100 percent fine.”
“The only way we can lose, in my opinion, I really mean this, Pennsylvania, is if cheating goes on,” Trump declared. […..]